Artabazos lehnte an einem Balkon aus poliertem Stein und blickte in eine Nacht voller Sterne hinaus. Er konnte hören, wie Wellen gegen das Ufer schlugen, ein beruhigender Klang. Während er die salzige Luft einatmete, rollte er ein klebriges schwarzes Bällchen zwischen seinen Fingern und fühlte sich sehr im Frieden mit der Welt. Der Mond war nur eine schmale Sichel, aber schmerzhaft klar zu erkennen. Jenseits der Meerenge konnte er die persische Küste sehen. Zypern war eine wunderschöne Insel, ein großes Juwel der See. Er nickte vor sich hin und fragte sich, ob er an diesem Abend wohl ein Gedicht in sich hatte. Er winkte ab, in dem Wissen, dass er zu viel gegessen und getrunken hatte. Seine Verse hatten aufgrund dessen immer gelitten. Dichter brauchten Hunger, keine guten Dinge.
Er hatte sich bereits einen der kleinen Bällchen auf die Zunge gelegt, eine Mischung aus Opium und Haschischharz. Er wusste, ein zweiter würde ihm so lebhafte Träume bringen, dass er möglicherweise keuchend aufwachte. Doch gleichzeitig würde die Welt sich auflösen. In einer solchen Nacht, nach rotem Wein und guter Gesellschaft, würden sich seine Badesklaven in Nymphen und Engel verwandeln. Vielleicht würde die Erfahrung nur mit Gold überzogen sein, nicht wahrhaftig real, aber was war Schönheit, wenn nicht ihre Auswirkung auf seine Sinne?
Er rief sich ins Gedächtnis, dass er sich am Morgen vielleicht nicht an die Einzelheiten würde erinnern können. In Wahrheit war das Fest ein wenig exzessiv gewesen, und er wusste, dass er völlig erledigt sein würde, wenn er noch viel länger wach blieb. Vor zwanzig Jahren hätte er das zweite Bällchen genommen und es mit persischem Rotwein hinuntergespült. Dann hätte er bis zum Sonnenaufgang getanzt oder Liebe gemacht. Leise rülpste er in seine Faust.
Er verdiente etwas Genuss – und bessere Träume, als an Platäa und die Griechen zurückzudenken. Er konnte sich noch immer an die Selbstsicherheit erinnern, die er bei Salamis in der Gegenwart des Großkönigs empfunden hatte, bevor Xerxes einfach mit einem Teil seines Heers und der Flotte heimgekehrt war. Danach waren seine armen Generäle verloren gewesen, unfähig, sich zu entscheiden, ob sie den Griechen die Freiheit anbieten oder alle ihre Städte zu Asche verbrennen sollten.
Artabazos seufzte. Die Nachtluft war süß vom Duft der Blumen. Bei seiner Ankunft war er vom Anblick ihrer schieren Häufigkeit erstaunt gewesen, der Ansammlung leuchtender Farben auf den Hügeln. Er kannte weder die Namen der roten Blumen, die in solchem Überfluss wuchsen, noch die enormen Büsche mit rosafarbenen und violetten Knospen, die die Straße zum Hafen entlang säumten und die Luft nach parfümierten Ölen duften ließen. Er lächelte – er musste es nicht wissen. Er war ein Soldat, oder zumindest war er einer gewesen.
Artabazos hatte bei Platäa mitangesehen, wie ein großes und prächtiges Heer sich an einer spartanischen Quadratformation brach. Er war mit der linken Flanke vorgerückt, als General Mardonios angegriffen hatte. Er hatte gesehen, wie Perser und Meder zähnefletschende Griechen mit Hauben aus Hundehaut abgeschlachtet hatten. Es hatte so gut angefangen! Erneut rülpste er gegen all die Bitterkeit an, die ihm den Rachen hochstieg.
Eine schier endlose Zeit lang war eine persische Heerschar gegen die Rotumhänge angerannt. Artabazos hatte mit dem ganzen Rest sein Kriegsgeschrei ausgestoßen. Er hatte darauf gewartet, dass der Feind vernichtet werden würde, auf den großen Sturm vorwärts, das Zeichen für ihren Sieg. Bei den Thermopylen war der Sieg schließlich eingetreten. Bei Platäa nicht. Stattdessen war Mardonios von einem Speerwurf getötet worden, und ein Schrei aus Verzweiflung war in die Höhe gestiegen.
Artabazos erinnerte sich, dass überall reiterlose Pferde wie wahnsinnig herumgaloppiert waren. Er hatte nur einen Moment gebraucht, um die Zügel von einem zu packen und die Geschwindigkeit des Tiers auszunutzen, um sich wie ein Akrobat in den Sattel zu schwingen. Artabazos’ Stirn furchte sich angesichts der Erinnerung. Vielleicht hatte er da vorgehabt, das Heer zusammenzuscharen, Reiterei zu sammeln, die ohne ihren Befehlshaber Masistios so verloren schien. Er selbst war gefallen, und in diesem Moment, als Artabazos die Möglichkeit zur Flucht erlangte, hatte er gefühlt, wie sein eigener Tod sich ihm wie ein Schatten nahte. Es hatte nicht so seltsam gewirkt, das Pferd herumzureißen und sich ein paar Hundert Schritte zurückzuziehen.
Ein paar Kundschafter waren beschämt und mit gesenkten Köpfen mit ihm gegangen. Als er sich dazu gezwungen hatte, sich umzuwenden, hatte er auf ein Bild völliger Verwüstung geblickt. Das persische Herz war herausgerissen worden, aber die Spartaner standen noch immer, umgeben von den Toten. Athenische Hopliten hatten ihre eigene Quadratformation aufgestellt, und sie waren ein weiterer Stein, der die Sensen besserer Männer ruinierte … Artabazos ertappte sich dabei, wie er bei der Erinnerung weinen musste. Er rieb sich die Augen. Opium hatte manchmal diesen Effekt, obwohl er immer ein leidenschaftlicher Mann gewesen war. Sein Leibesumfang war ein Beweis dafür. Er hatte zu viel gesehen, dachte er reumütig, zu viel gefühlt. Im Vergleich zu ihm waren Männer wie Mardonios reine Steinblöcke, während Artabazos noch Jahrzehnte später mit Erinnerungsfetzen rang, selbst inmitten von Momenten der Freude.
Einer plötzlichen Regung folgend legte Artabazos sich das zweite Harzbällchen in den Mund, teilte es mit den Zähnen und schluckte alles. So sollte das Leben gelebt werden, sagte er sich – man sollte es hinunterschlingen! Sollten die Träume ruhig kommen! Der Satrap von Zypern hatte seinen Gästen in dieser Nacht alle Freuden der Welt versprochen. Wenn man seiner Gastfreundschaft in dieser Hinsicht Glauben schenken durfte, würden die Badesklaven sicher eine wahre Wonne sein. Artabazos blickte zum Mond empor und war überrascht, wie weit die Nacht bereits vorangeschritten war. Es gab immer Raum für neue Dinge. Sie verbannten alten Schmerz.
Er rief sich ins Gedächtnis, dass Platäa hinter ihm lag. Es waren Erinnerungen an ein weit entferntes Land in einem anderen Jahr als diesem. Artabazos dankte Ahura Mazda und seinen Schutzengeln, dass er dem Schrecken dieser Niederlage entkommen war. Mardonios’ Knochen würden für immer auf dem Schlachtfeld bleiben, zusammen mit Masistios und Hydarnes von den Unsterblichen. Von allen Befehlshabern auf der persischen Seite war Artabazos der Einzige, der es nach Hause geschafft hatte. Zum Dank dafür berührte er seine Lippen und sein Herz.
Etwa zwanzigtausend Mann waren mit ihm vom Schlachtfeld geritten und im Staub verschwunden, als sie sich nordwärts nach Thessalien aufgemacht hatten. Dort und in Makedonien hatte er die Verdächtigungen der Verbündeten überlebt, indem er gesagt hatte, dass er in einem vertraulichen Auftrag des Großkönigs ritt. In Thrakien wäre er beinahe bei einem Hinterhalt getötet worden, doch er hatte sich zu Pferd in Sicherheit gebracht. Er hatte beinahe ein Jahr gebraucht, um nach Hause zu kommen, aber König Xerxes hatte ihn mit offenen Armen empfangen und ihn wieder und wieder auf den Mund geküsst. Artabazos fragte sich, ob er Mardonios so warm empfangen hätte. Scheinbar hatte es seine Vorteile, der Vetter des Großkönigs zu sein.
Xerxes hatte ihm eine eigene Satrapschaft beim Hellespont angeboten. Offenbar sollte er eine neue Brücke errichten lassen. Artabazos fühlte, wie seine Sinne zu verschwimmen begannen, während das Opium sich wie ein Gewebe von Fäden durch seine Adern ausbreitete. Er konnte das kalte Jucken der Ranken spüren und seufzte, legte den Kopf auf seine Arme und blickte auf die See hinaus. Sein Vetter war ein guter Mann. Xerxes schätzte Artabazos als Teil seiner Familie, aber auch deswegen, weil er das Land der Hellenen kannte. Artabazos wusste, wenn die Zeit heranrückte, zurückzukehren, übers Meer oder über Land, dann würde er das Kommando haben. Er würde nicht die Fehler begehen, die Mardonios gemacht hatte, nicht mit all seiner Erfahrung. Nein. Er hatte genug Pläne, um die Welt zum Erzittern zu bringen …
Seine Gedanken, die irgendwie gläsern geworden waren, glitten davon, sodass er sie nicht festhalten konnte. Er blinzelte aufs Meer hinaus, wo das Silber des Mondes sich wie eine Angelleine genau bis zur Küste ausstreckte. Da draußen war etwas. Etwas, das sich bewegte. Er blinzelte, und sein Herz schlug schneller, brannte ihm in der Brust. Furcht blühte in ihm auf, und dennoch konnte er nicht sprechen.
Sie waren wegen ihm gekommen, dessen war er sich sicher. Schlangen, die durch das Wasser glitten. Sie wussten, dass er ihnen entwischt war, und sie waren gekommen. Die Griechen, die Griechen, die Griechen. Er begann vor Angst zu schreien, seine Stimme zerriss die Stille der Nacht.
Aristides vernahm, wie sein Befehl, anzuhalten, unter Deck wiederholt wurde. Die Ruderer unter seinen Füßen zogen die Ruder ein letztes Mal zurück und hielten die Vorwärtsbewegung an. Mit etwas wie Staunen schüttelte er seinen Kopf, während der Rest der Flotte an Land ging. Nur vier Schiffe verblieben um ihn, drei athenische Trierarchen und eine spartanische. Zu sehen, wie zweihundert Schiffe – nein, noch mehr – hart am Ufer landeten und Männer sich wie eine Flut über die Strände ergossen, nun ja, es erfüllte sein Herz. Aristides hatte sich bei Marathon einem persischen Heer widersetzt, das zwei- oder dreimal so viele Männer gezählt hatte. Bei Platäa hatte er eine noch größere Anzahl gesehen, ein Heer, um mit ihm die Welt zu füllen. Zum ersten Mal in seinem Leben waren seine Leute nicht in der Unterzahl. Sie waren der eiserne Hammer, der auf die Hand eines Schläfers niederfuhr. Bei dem Gedanken daran jubelte er.
Am Ufer beobachtete Aristides im Sternenlicht, wie Offiziere das Kommando übernahmen und die Hopliten landeinwärts marschieren ließen. Silberne Vierecke lösten sich wie Käfer von den Schiffen und eilten auf der Suche nach einem Feind davon. Aristides überlegte, dass Kimon und Perikles unter ihnen sein würden. Die beiden Freunde behielten ihre Meinung für sich, jedenfalls erschien es ihm so. In der Tat war da eine nachdenkliche Vorsicht in Perikles, seitdem sie Athen verlassen hatten. Aristides hatte versucht, mit ihm zu sprechen, als sie mit der Hauptflotte nach Zypern losgesegelt waren. Der junge Mann hatte seinen Rat abgewunken, hatte gesagt, er wisse Bescheid, er wisse Bescheid. Xanthippos’ Krankheit blieb unangesprochen, obwohl Aristides seine Abwesenheit täglich fühlte. Xanthippos schüchterte selbst hochrangige Feldherren ein, sodass sie in seiner Gegenwart den Faden verloren. Es war eine Gabe, und Aristides wünschte sich, sie hätten ihn immer noch bei sich.
Mit einem Lächeln erinnerte er sich an die hastig organisierte Heirat im Hafen von Athen. Grinsende Ruderer und Hopliten hatten die Kaie gesäumt und dreckige Bemerkungen gemacht, wenn sie dachten, dass man sie nicht beobachtete. Es war ein derbes Ereignis gewesen, das den Kampfgeist aller, die am folgenden Morgen aufbrechen mussten, gehoben hatte. Sie hatten Perikles mit seiner neuen Ehefrau auf den Schultern getragen, direkt zu einer Taverne, wo sie den beiden das beste Zimmer für ihre Hochzeitsnacht gegeben hatten.
Aristides hatte Perikles davor warnen wollen, zu rasch zu handeln. Junge Männer machten ständig Fehler dieser Art, die selten so schnell endeten, wie sie begonnen hatten. Er hatte sich zurückgehalten, im Wissen, dass es ihm nur harsche Worte oder Vorwürfe einbringen würde. Die Frau – Thetis – hatte wunderschön ausgesehen. Was auch immer ihren seltsamen Werdegang und ihre erste Heirat betraf, so war sie immer noch jung genug, um Kinder zu bekommen. Aristides hoffte, dass er sich irrte, aber in seinen Augen sollte eine Heirat eine ernste Angelegenheit zwischen großen Familien sein, keine Vorführung. Er begriff, dass es eine Art Theaterstück gewesen war, obwohl man noch nicht sagen konnte, ob es sich dabei um eine Komödie oder um eine Tragödie handelte.
Xanthippos verdiente zumindest Enkelkinder. Aristides fragte sich, ob er es möglicherweise noch erleben würde, sie zu sehen. Das Leben ging weiter, das musste es.
Die Schiffe am Strand wurden bewacht und waren wohlgeordnet. Andere hielten in der seichten Bucht ihre Position und waren bereit, sie ins tiefere Wasser zu schleppen. Pausanias war durchaus dazu in der Lage, einen Feldzug zu planen, daran hatte es nie einen Zweifel gegeben. Kimon war ebenfalls ein zuverlässiger Mann. Aristides zwang sich dazu, sich zu entspannen, während sein Schiff sich im Seegang wiegte. Seine eigene Aufgabe war weniger gewalttätig, weniger chaotisch, vielleicht vergebens, er wusste es nicht. Die Insel Zypern hatte viele Buchten und Meeresarme. Die Griechen hatte sie tagsüber von einem Fischerboot aus ausgekundschaftet, aber es gab immer noch ein gutes Dutzend Orte, wo sich ein schnelles Schiff verbergen konnte, vielleicht um dem persischen König eine Nachricht zukommen zu lassen.
Das war die Rolle, die Aristides für sich selbst gewählt hatte. Pausanias würde die Hopliten anführen, aber wenn plötzlich irgendein Kriegsschiff oder eines mit einem Boten aus seinem Versteck auftauchte, würde Aristides zur Stelle sein, um dessen Ruder zu zertrümmern, es zu rammen und auf den Meeresgrund zu schicken.
Während er das Ufer beobachtete, dachte Aristides, er hätte einen helleren Umriss gesehen, etwas versetzt hinter einer Baumgruppe. Konnte es ein Mast sein, oder war es einfach nur eine tote Eiche, deren Rinde ganz verschwunden war? Er wandte seinen Kopf vor und zurück, aber er war sich nicht sicher. Niemandem sonst schien es aufgefallen zu sein.
»Lasst ein Boot zu Wasser und gebt den anderen Bescheid. Ich will mir etwas ansehen. Sagt dem Rest, dass sie ihre Position halten und wachsam sein sollen.«
Weitere drei Schiffe waren zur anderen Seite von Zypern ausgeschickt worden, obwohl er dachte, dass das wahrscheinlich eine Verschwendung ihrer Kampfkraft war. Die persische Festung befand sich an der Ostküste, wo sie dem Festland am nächsten war. Zwischen ihrem Standort und der anderen Seite lagen Berge. Trotzdem hatte Pausanias vor Signalfeuern gewarnt, und Aristides konnte den Spartanern schwerlich vorwerfen, gründlich zu sein. Es würde kein Wort von diesem Überfall nach Persien dringen, bis er lange vorüber war.
Er wartete, während sein kleines Boot von Schiff zu Schiff fuhr und dann zurückkehrte. Xanthippos hatte immer die Rituale der See geliebt, besonders in Kriegszeiten. Doch Aristides fand das alles unerträglich langsam im Vergleich zu Schlachten an Land. Wenn er Schiffe befehligte, schien er nicht einmal eine einzelne Entscheidung treffen zu können, ohne die anderen zu informieren. Zugegeben, tagsüber setzten sie Flaggensignale ein, aber nachts war jedes Schiff nur ein Schatten. Selbst Lampen auf Deck waren während des derzeitigen Angriffs verboten. Er wartete, während über ihm der Mond dahinkroch, lehnte sich an den Bug und beobachtete die Insel.
Einer seiner eigenen Hopliten war der Erste, der zurückkam. Er verbeugte sich vor dem athenischen Archon, tief beeindruckt, mit ihm sprechen zu dürfen. »Der Spartaner sagt, unsere Befehle lauten, die Position zu halten, nicht jeden Schatten zu verfolgen. Er sagt, dass wir warten sollen.«
Der Offizier sprach zu der Nachtluft, um zu vermeiden, Aristides direkt anzusehen. Der ältere Mann konnte dessen Verlegenheit nachvollziehen. Spartaner schienen nie zu wissen oder sich darum zu kümmern, wie ihre Worte aufgenommen wurden.
Aristides seufzte bei sich. »Ich verstehe. Geh zurück auf deinen Posten.«
Aristides wartete, bis der Mann sich zu der stillen Truppe an Deck gesellt hatte, ehe er seine Befehle in einer etwas lauteren Stimme gab. »Keleustes – Viertelgeschwindigkeit voraus. Steuermänner – peilt die dunkle Stelle am Ufer an. Wir werden da ›Position halten‹, wie befohlen. Sobald wir den Meeresarm ausgekundschaftet haben, halten wir weiter draußen Position.«
Womöglich war es dummer Stolz gewesen oder kleinliches Aufbegehren wegen nichts, aber Aristides fühlte, wie sein Herz schneller schlug. Bei Platäa hatte er Befehle von Pausanias gut genug befolgt, aber die See konnte nicht spartanisch sein. Die See war für Männer wie Themistokles, Xanthippos und Kimon – und für Aristides. Er dachte daran zurück, was Kimon über die Spartaner und Anschuldigungen gesagt hatte. Wenn sich die Gelegenheit ergab, würde er nicht zögern, das wusste Aristides. Die See gehörte den Athenern.
Unter seinen Füßen rasselten die Ruder einmal mehr hinaus, dann bissen sie vereint zu und manövrierten das Schiff vorsichtig vorwärts. In der stillen Dunkelheit hörte er, wie der Keleustes den Schlag vorgab. Die Ruderer vertrauten ihm blind. Aristides pfiff den Jungen des Schiffszimmermanns herbei und ließ ihn mit den Händen am Bug nach schäumendem Wasser Ausschau halten. Langsam und gleichmäßig kamen sie voran. Mühsam stand Aristides mit selbstbewusster Haltung, ohne ein Anzeichen von Nervosität zu zeigen. Wenn er sie in seichtem Wasser strandete oder für ein Loch im Rumpf sorgte, wusste er, dass er das noch lange zu hören bekommen würde.