17. Schwarzfigurige attische Amphore mit der Darstellung einer Schuhmacherwerkstatt, um 520–510 v. Chr., Museum of Fine Arts, Boston.
Das wahrscheinlich aus Kleinasien stammende etruskische Volk erscheint in Italien in der Gegend der heutigen Toskana gegen Ende des 8. Jahrhunderts vor Christus. Die realistischen Malereien auf den Gräbern und Nekropolen (Triclinium, Tarquinien, Caere) zeigen Götter und Sterbliche mit spitzen Schuhen, die hethitischen Einfluss verraten. Das Auftauchen von Sandalen mit Riemen, durchbrochenen Schuhen, geschnürten Bergstiefeln in Etrurien im 4. Jahrhundert vor Christus erklärt sich aus den Kontakten zu anderen Völkern des Mittelmeerraumes.
Als direkter Erbe der griechischen Kultur war Rom stark von ihr geprägt. Daher unterscheiden sich auch die römischen Schuhe kaum von den griechischen. In Rom ist der Schuh Ausdruck des Ranges und des Reichtums. Manche Patrizier tragen Sohlen aus Silber oder massivem Gold, während die Plebejer sich mit Holzpantinen oder groben Schuhen mit Holzsohlen begnügen müssen. Die Sklaven ihrerseits haben nicht das Recht, Schuhe zu tragen. Sie gehen mit bloßen, mit einer Schicht aus Kreide oder Gips überzogenen Füßen. Wenn die römischen Bürger von hohem Rang zu einem Gelage gebeten werden, lassen sie ihre Sandalen zu dem Gastgeber tragen. Die weniger Begüterten begnügen sich damit, sie selbst dahin zu tragen, denn die Schuhe anzubehalten, ist ein Mangel an Höflichkeit. Schließlich liegt man in Rom zu Tisch, zieht die Schuhe vor dem Essen aus und nimmt sie wieder mit, wenn man den Tisch verlässt. Die beiden Haupttypen des römischen Schuhs sind die Solea, eine Art Sandale, und der Calceus, ein geschlossener Stadtschuh, den man zur Toga trägt. Es gibt weitere Modelle, die aber nur Varianten dieser beiden Typen in Form, Farbe und Ausführung darstellen. Die Beamten tragen seltsame Schuhe aus schwarzem oder weißem Leder mit gebogenen Spitzen und einem Halbmond aus Gold oder Silber an der Seite. Wie in Ägypten und Griechenland sind rechter und linker Schuh deutlich unterschiedlich. Die Sandalen werden auch dazu benutzt, Liebesbotschaften zu übermitteln, wie Ovid (43 bis 17 v. Chr.) in Die Liebeskunst bestätigt.
Die Grabstele eines Schuhmachers aus dem 11. Jahrhundert spricht dafür, dass dieses Handwerk bereits existierte und hohes Ansehen genoss.