156. François Villon, Pumps aus Ziegenleder in 11 Farbabstufungen, gerader Absatz, um 1980. Internationales Schuhmuseum, Romans.

 

 

François Villon (1911–1997)

Der Schuhmacher Benveniste nimmt als Pseudonym den Namen des von ihm so bewunderten französischen mittelalterlichen Dichters François Villon an.

Nach enger Zusammenarbeit mit Perugia, unter anderem als Generaldirektor, gründet François Villon 1960 seine eigene Marke. Er lässt sich in der Rue du Faubourg Saint Honoré Nr. 27 nieder, um, wie schon bei Perugia, maßgefertigte Schuhe zu entwerfen. Er will jedoch seine Produktion erweitern.

Um 1965 ist François Villons Marke von Erfolg gekrönt und findet das Interesse vornehmer und berühmter Kunden. Seine Kreationen stehen oft abseits jeglicher Modetrends. Er realisiert ganz verschiedenartige Stiefelmodelle, wie den bis zum Oberschenkel reichenden Lederstiefel (Sheila trägt ihn in rotem Leder bei ihren Fernsehshows im Jahr 1968), den hohen Stiefel für Asphaltcowboys, den Reitstiefel sowie den durchbrochenen Stiefel aus dem Jahr 1970, der zu Louis Férauds Kleidern getragen wird.

Ab 1969 sind seine Ballerinas auf den Modeschauen dieses Designers zu sehen. François Villon kreiert Schuhe für den Sport, für die Stadt oder für den Abend. Er konzipiert sogar einen sehr schwierig anzufertigenden, spiralenförmigen Absatz.

Sehr schnell ist er in zahlreichen ausländischen Boutiquen vertreten: Mailand, New York, Singapur, Hongkong und Haute Couture Häuser wie Hermès, Chanel, Ted Lapidus, Jean Patou, Nina Ricci, Jean-Louis Scherrer, Louis Féraud, Lanvin u.a. wählen seine Schuhe für ihre Modeschauen. François Villon setzt seine Aktivität unablässig bis zu seinem Tod im Jahr 1997 fort.