174. Geschäft des Schusters John Lobb in der Saint James Street 9, London.
Das 1849 von John Lobb gegründete Haus hat seinen Sitz in der Saint James Street in London. Der Schuhmacher wird bei internationalen Ausstellungen in der Viktorianischen Epoche mit den höchsten Auszeichnungen geehrt. Er eröffnet 1901 eine Filiale in Paris. Das Haus bleibt ein Familienbetrieb, der Maßschuhe ganz außergewöhnlicher Qualität herstellt. Die Schuhe werden von Hand genäht und haben bis zu sechs Monaten Lieferfrist. Lobbs Kunden sind im Wesentlichen wohlhabende, berühmte Männer, für die er vor allem Golfschuhe (Brogues) wie die Oxfords (Richelieu) und die Mokassins (Loafen) anfertigt. Er ist der angestammte Schuhmacher der Königin Elisabeth II., des Prinzen von Edinburgh und des Prinzen von Wales. Qualität und Tradition sind die Markenzeichen dieses Familienunternehmens.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellt die Firma Blanchard luxuriöse Herrenschuhe in Limoges her. Eugène Blanchard unternimmt 1904 eine Reise in die Vereinigten Staaten. Er will das Nähverfahren cousu Goodyear und die Arbeitsmethoden der amerikanischen Unternehmen studieren, um sie den Erfordernissen der Firma in Limoges anzupassen. Dieses Projekt lässt sich jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg durchführen. Die 1926 eingeführte Marke Weston bedeutet eine Wende in der Geschichte des Hauses: Dank der dem Schuhmacher eigenen Technik und Schöpfungskraft werden zahlreiche bisher maschinelle Arbeitsschritte von Hand ausgeführt. Jedes Modell wird in fünf verschiedenen Weiten angefertigt. Dadurch werden statt bisher sechshundert Paar Schuhen täglich nur noch sechzig Paar produziert. Dieses neue Herstellungsverfahren verleiht der Firma noch heute großes Ansehen. Das erste Geschäft wird in Paris auf dem Boulevard de Courcelles Nr. 98 eröffnet. Die englisch klingende Marke hat sofort großen Erfolg, und 1932 eröffnet ein zweites Geschäft in der Avenue Champs Elysées Nr. 114.
In den sechziger Jahren sind Weston-Schuhe vor allem bei älteren Kunden beliebt. Etwas später jedoch begeistert sich auch die Jugend für den zeitlosen Schuh und ist bereit, für die Qualität zu bezahlen. Die Modelle unterscheiden sich von industriell hergestellten durch ihre Passform, verschiedenartige feinste Leder, ihr Lederfutter, die Goodyear-Naht, die Korkauspolsterung und die von Hand gegerbten Ledersohlen. Außerdem können die Kunden individuelle Bestellungen aufgeben und ihre Schuhe in den Reparaturwerkstätten instand setzen lassen.
Im Jahr 1994 gibt es sieben Weston-Geschäfte in Frankreich und drei im Ausland: Genf, New York und Tokio.