175. Babybotte, 1954.
Die in Pau ansässige Firma Bidegain bringt 1949 das revolutionäre Modell Babybotte heraus und wird von da an die unumgängliche Adresse für Babyschuhe. Das Haus fertigt die Schuhe für Prinzessin Caroline von Monaco und für Margotte, die Heldin der Manège enchanté. Die Neuheit besteht in einer im Fersenteil angebrachten Stütze, die dem Knöchel des Babys einen besseren Halt gibt. Die in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und Fußpflegern konzipierten Artikel zeichnen sich durch ihre hoch entwickelte, funktionelle Form und Fertigung aus. Das Unternehmen stellt die Schuhe Le loup blanc, die 1959 eingeführte, erste Marke für Kindergesundheitsschuhe, her. Im Sommer 2000 erteilt Kenzo der Firma die Lizenz für die Herstellung und Verwertung von Schuhen für seine Kinderkollektion Kenzo Jungle.
Carlo Pompeï
Die Pompeï-Werkstatt, ein Familienbetrieb
Der 1912 in Fermo geborene Ernesto Pompeï absolviert eine Ausbildung in der Schuhmanufaktur. Die im Markgebiet in Mittelitalien gelegene Stadt verfügt über qualifizierte Arbeitskräfte in der Lederbranche. Er verlässt 1930 seinen Heimatort und arbeitet als Schuhmacher am Theater von Rom, wo er die Schuhe für die Schauspieler anfertigt. Dies ist der Beginn von Ernestos zukünftiger Laufbahn.
Im Jahr 1932 gründet er mit seinem Bruder Luigi in der Via Cavour neben Sainte-Marie-Majeure die Firma Pompeï. Zuerst beliefern sie Theater, doch dann überträgt ihnen auch die Filmbranche die Kreation der Schuhe für den berühmten Film Scipion, der Afrikaner von Carmine Gallone (Italien 1937). Schnell wird die Werkstatt Pompeï der ständige Schuhmacher von Cinecitta.
Die Firma arbeitet mit berühmten Kostümbildnern wie dem von Fellini sehr geschätzten Sanilo Donati, Piero Tosi, der für Luchino Visconti die Kostüme entwirft, Lila de Nobile, Marcel Escafier und Alberto Verso zusammen. Carlo, der Sohn Ernestos, kommt 1938 in Rom auf die Welt. Nach seinem Studium an der Hochschule für Politikwissenschaften in Rom rechnet niemand damit, dass er den Familienbetrieb übernehmen wird. Nichtsdestotrotz verkehrt er in den Jahren 1963 bis 1970 als Regieassistent regelmäßig in der Filmwelt.
Er arbeitet zunächst mit an amerikanischen Produktionen wie dem Film Der Kardinal von Otto Preminger, schließt sich dann aber 1971 der Firma seines Vaters an und arbeitet bis zu dessen Tod eng mit ihm zusammen. Zwischen 1974 und 1990 entwickelt sich das Unternehmen, Filialen werden in London, Brüssel und in den Vereinigten Staaten eröffnet. Die Übernahme des in der Rue Meslay im 3. Arrondissement in Paris ansässigen Hauses Galvin, das seit hundert Jahren für die Pariser Unterhaltungswelt arbeitet, gibt dem Betrieb neuen Aufschwung. 1993 zieht die Firma Pompeï-Galvin in den Boulevard Bourdon im 4. Arrondissement. Das Haus Pompeï fertigt für Theater, Oper und Kino die verschiedenartigsten Modelle: von den einfachsten bis zu den ausgefallensten aus der Epoche des antiken Rom oder vom Hof von Versailles, aus der Zeit des Ersten Weltkriegs oder der Völkerwanderungen. An allen Kreationen wirken qualifizierte und anspruchsvolle Kostümbildner mit. Carlo Pompeï erhält 1994 für seine Arbeit als Schuhmacher für Theater und Film den Förderpreis der Gewerbe der Unterhaltungsbranche und 1995 die Goldmedaille der Kunsthandwerker in München. Diese Auszeichnungen würdigen sein Können und seinen Beitrag zur Erhaltung eines traditionellen Handwerks.