227. Schuhe von Charles Trenet. Internationales Schuhmuseum, Romans. Foto: Joël Garnier.

 

 

Die Schuhe von Charles Trenet
„Welche Freude!“

Bei einem Konzert in Romans am 7. Oktober 1990 verspricht Trenet, die Schuhe, die er auf der Bühne trägt, dem Internationalen Schuhmuseum in Romans zu hinterlassen. Seine Testamentsvollstrecker übergeben sie nach seinem Tod am 21. Juni 2001, dem Tag des Musikfests, in einem offiziellen Akt. Keine Markenschuhe, aber bequeme Schuhe, die empfindlichen Füßen Halt geben und eine aus dem Ersten Weltkrieg stammende Narbe am Fuß verdecken.

Der Anblick des Modells von klassischer Eleganz aus schwarzem Boxcalf-Leder lässt unsere Erinnerungen wieder aufleben. Es ist, als ob man seinen Liedern lauschte: „La Mer, Douce France, Que reste-t-il de nos amours? Nationale 7, Revoir Paris, Le jardin extraordinaire, Boum Boum, Y a d’la joie …“

Als Ausstellungstücke legen diese Schuhe Zeugnis von einem hochbegabten Künstler ab, der noch einmal die Bühne zu betreten scheint. Sie erinnern den Besucher daran, dass Charles Trenet, ein Klassiker des französischen Chansons, durch seine Lieder weltweit bekannt und unsterblich geworden, eine Hymne auf das Leben schrieb.

 

Die Schuhe von Jacques-Henri Lartigue
Fotograf und Kunstmaler (1894–1986)

Jacques-Henri Lartigue, der Schöpfer des offiziellen Fotos des Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing, interessiert sich schon in jungen Jahren für die Fotografie und stellt seit 1918 als Kunstmaler aus. Seine Gemälde werden nicht nur signiert sondern mit einer strahlenden Sonne versehen. Auch seine Atelierschuhe aus Segeltuch und Gummisohlen, die er 1983 dem Museum in Romans übereicht, bemalt er mit jener Sonne.

 

Césars Atelierschuhe
(1921–1998)

Edmonde Charles Roux nennt diesen schon in jungen Jahren mit Picasso befreundeten Bildhauer „den Admiral der Moderne“. Er trägt zum Schweißen und Zusammenfügen der Schrottteile in seinem Atelier Holzpantinen.

Bei einem Besuch im Museum von Romans lässt César seinen Blick mit Entzücken und Begeisterung über die zur Schuhfabrikation verwendeten Maschinen aus diversen Metallen gleiten, und die Unterschrift im Goldenen Buch spiegelt das meisterhafte Talent des Künstlers wieder. Mit schnellen, kräftigen Bleistiftstrichen zeichnet er zuerst eine Struktur, in die er dann einen Pumps platziert, der wie hinter einem Metallgitter auf dem Boden zu stehen scheint. Raum und Form bilden eine harmonische Einheit.

Im Büro neben seinem Atelier sind in den Regalen unter Kunstbüchern und Andenken Damenschuhe zu sehen. Als er von einem ihn interviewenden Journalist angesprochen wird, antwortet César: „Ich habe gerade etwas Großartiges entdeckt: das Musée de la Chaussure in Romans.“ Der Künstler schenkte seine Schuhe bei einer Privatführung dem MIC in Romans.