253. Holzschuh des Bauers Toine, 1950. Internationales Schuhmuseum, Romans. Foto: Joël Garnier.
Toine besitzt einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb, den er von seinem Vater geerbt hat. Im Morgengrauen schlüpft er in seine Holzpantinen, um seinen alltäglichen Beschäftigungen auf dem Bauernhof nachzugehen: Er öffnet die Tore des Hühnerstalls, steigt auf den Heuboden, um das Heu für die zwei Maultiere zu holen, melkt die Ziegen, gibt den Stallhasen ihre Ration Luzerne, mistet den Schweinestall aus... Für das Hin und Her zwischen dem Brunnen, der einzigen Wasserstelle des Hofes, dem Gemüsegarten, dem Keller mit den Weinfässern, der Küche, in der die Produkte der Nährmutter Erde zubereitet und gegessen werden, braucht er robuste Schuhe. In den gleichen Schuhen erntet er je nach Jahreszeit Mais oder Pfirsiche, pflügt mit Hilfe des Maultiers Négro die Äcker, in deren Furchen seine Pantinen Spuren hinterlassen.
Die Glocke der Dorfkirche schlägt die Stunden und sagt ihm, wann es Zeit ist, auf den Bauernhof zurückzukehren. Wenn der Herbstwind die Blätter von den Bäumen bei den Ställen weht, hört man das Rascheln der Blätter unter seinen Schritten. Neben der Haustür ist auf fünfzehn Zentimeter Höhe oberhalb von zwei Weinstöcken ein schmales Eisenband befestigt, das dazu dient, die an den Sohlen klebende Erde abzukratzen. Die „Universalpantinen“ von Toine veranschaulichen das Leben eines Landwirts zwischen den zwei Weltkriegen in der kleinen Gemeinde Génissieux in den Hügeln der Drôme.
Sein Neffe schenkt sie 1978 dem MIC, wo sie für immer von der Verbindung zwischen Mensch und Erde zeugen.