301. „Paläontologie” oder „Skelett des Pumps”, Henri Terres, 1995. Internationales Schuhmuseum, Romans, Foto: Joël Garnier.
Henri Terres wird 1948 in Oran geboren. Seine schöpferische Tätigkeit als Zeichner und Lithograf steht unter dem Einfluss der Surrealisten. 1990 stellt er seine ersten Plastiken aus. Es handelt sich um bewusst gegenständliche Arbeiten aus Metall (Eisen, Stahl, Bronze): Zuerst bearbeitet er die Altmaterialien, indem er ihre Form verändert oder sie abschleift, dann werden die Teile zusammengeschweißt und schließlich bunt bemalt, als letzte, aber sehr wichtige Phase. Man kann zu Recht von bemalten Plastiken sprechen. Ab 1992 tauscht er die Altmaterialien gegen dicke Blechplatten, da ihm erstere nur eine begrenzte und monotone Formgebung erlauben. Die zwei häufigsten Themen sind das menschliche Gesicht und Tiere.
1995 präsentiert er im MIC in Romans eine Ausstellung mit dem Titel: „Verkleidete Schuhe“ zum Thema der sieben Todsünden. Es handelt sich hauptsächlich um Flachreliefs, die er aus zermahlenem Stein und Harz fertigt, dann mit einer bunten Patina überzieht oder mit Akrylfarben bemalt und schließlich wachst. Die Rahmen entstehen während der ersten Phase. Sie werden gleichzeitig mit dem Flachrelief bemalt und sind wesentlicher Bestandteil der Werke.
Im gleichen Jahr nimmt er an einer Gruppenausstellung „um Roger Vivier“ teil, die von der Galerie Enrico Navarro in Paris organisiert wird und Werke zahlreicher Künstler, wie zum Beispiel César, zeigt. Das Haus Berluti bewahrt mehr als dreitausend Holzleisten von berühmten wie auch unbekannten Kunden auf. Heute werden sie von Olga Berluti restauriert und mit Stoffen oder Stickereien geschmückt, die auf die Persönlichkeit desjenigen, den sie vertreten, abgestimmt sind.
Durch ihr schöpferisches Geschick verändern sich die Leisten völlig und diese Exvoten werden zu wahren, lebendigen Kunstwerken. Olga Berluti, die über zwanzig Jahre lang als Kostümbildnerin für Kinofilme tätig war, kreiert ständig neue Schöpfungen, die die Persönlichkeiten in ihrer Einzigartigkeit verewigen.