Geile Strand-Fantasie

Lisa Cohen

Es versprach ein wirklich heißer Tag zu werden und so beschloss ich zum Strand zu fahren. Norbert wollte nicht mit. Ihm wurde es schnell zu warm, er war kein begeisterter Schwimmer und außerdem wollte er ausschlafen und den Tag zu Hause mit Nichtstun verbringen. Ich versuchte mir meine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Es war der einzig richtig freie Tag in der Woche, ohne Arbeit oder Alltagsverpflichtungen, da sollte man als Paar doch schon was zusammen machen. In der Woche sahen wir uns manchmal auch erst spät abends und dann war meist keine Zeit oder Lust mehr für wichtige Gespräche oder Gemeinsamkeiten. Andererseits konnte ich auch verstehen, dass er gern mal ganz für sich war.

Ich fuhr also alleine zum Strand, suchte mir ein schönes Plätzchen und machte es mir dort bequem. Ich hatte genug zu essen und zu trinken mit, ein Buch und eine Zeitschrift zu lesen. Langweilig würde mir wohl nicht werden.

Der Vormittag verging ohne besondere Ereignisse. Ich holte etwas zu früh abgebrochenen Schlaf nach, servierte mir auf dem Badetuch ein zweites Frühstück, schmökerte ein wenig in einer einschlägigen Frauenzeitschrift und sprang ziemlich oft ins Wasser, um mich zu erfrischen. Die Sonne hatte ihren Höchststand noch nicht erreicht und ich fühlte mich rundum wohl.

Langsam füllte sich der Strand und es gab einiges zu gucken. Um mich herum bauten Familien ihre Reviere auf, Singles und Pärchen bevölkerten bald das Areal und ich war froh so früh da gewesen zu sein und noch einen der begehrteren Plätze am Rand des Dünengrases gefunden zu haben.

Zur Abwechslung ging ich mal wieder eine Runde schwimmen. Das Wasser war glasklar an diesem Tag, weder Plankton noch Quallen trübten die Freude und ich tauchte und sprang in den kühlen Fluten umher wie ein Teenager.

Anscheinend muss ich einen guten Eindruck gemacht haben, denn als ich wieder aus dem Wasser stieg, fiel mir auf, dass mich einige Männer mit bewunderten Blicken bedachten. Ich hatte extra für die Badesaison ein paar Pfund abgenommen, mein Haar aufhellen lassen und mir einen wirklich scharfen Bikini gekauft. Der grüne Farbton passte gut zu meiner mittlerweile bronzefarbenen Haut. Ich wirkte ausgeruht und unternehmungslustig. „Schade, dass mich Norbert nicht mehr so sieht“, dachte ich ein wenig wehmütig, beschloss aber gleich mir diesen schönen Tag nicht durch trübsinnige Gedanken zu verderben, sondern die Blicke lieber zu genießen und mich wieder meiner Lektüre zu widmen.

Und dann sah ich ihn. Er musste sich einen Platz in meiner Nähe gesucht haben, als ich in mein Buch vertieft war. Ich sah ihn und war wie elektrisiert. Mitte 30 schätzungsweise, helles, raspelkurzes Haar, braun gebrannt und eine Figur, die mich auf der Stelle zum Träumen brachte. Ich fühlte die Muskeln förmlich unter meinen Händen, wärend ich ihn unverhohlen musterte.

Das Gesicht, männlich und ein wenig kantig mit einem selbstsicheren Ausdruck darin. Ich musste mich regelrecht ermahnen, immer mal wieder weg und in mein Buch zu schauen. Wenigstens so zu tun, als wenn ich eifrig lesen würde. Als er aufstand und ins Meer ging, verfolgte ich jeden seiner Schritte und geschmeidigen Bewegungen, bis er im Wasser untergetaucht war.

Ich war nicht die Einzige, die ihn so ausgiebigst gemustert hatte. Er war ein Mann, der den Frauen gefiel. Das zeigten mir die Blicke der weiblichen Strandbesucher um mich herum. Ich wartete gespannt, bis er wieder aus dem Wasser kommen würde. Doch er ließ sich Zeit. Durchpflügte mit kräftigen Kraulbewegungen die ruhige See. Seine Haut glänzte anziehend in der Sonne und ich war mir sicher, lange keinen derart attraktiven Mann gesehen zu haben …

Als er endlich wieder auf seinem Handtuch lag, hätte ich auf der Stelle mit ihm schlafen können. Der Gedanke beunruhigte mich ein wenig, weil ich auf keinen Fall das bin, was man eine Fremdgängerin nennt. Natürlich interessiere ich mich auch mal für andere Männer, aber über einen unverbindlichen Flirt und kurzen Gedanken, wie es wohl sein könnte, wenn, war ich bis jetzt noch nicht hinausgekommen.

Mit diesem Fremden hätte ich es sofort getan. Er hatte bei mir die richtigen Knöpfe gedrückt. Und dann sah er mich an. Mit einem Blick aus grau-grünen Augen, den ich bis in meinen kleinen Zeh spürte. Sein Lächeln war die pure Verheißung. Ich spürte, wie ein zartes Band zwischen uns geknüpft wurde, das aus sinnlichster Erotik und triebhaftem Verlangen bestand.

Mittlerweile schwitzte ich ziemlich heftig. Ich trank gierig von dem mitgebrachten Mineralwasser, um meinen Durst zu löschen und hatte trotzdem das Gefühl, meine Kehle wäre ausgetrocknet. So hastig hatte ich die Flasche angesetzt, dass mir das Wasser in Rinnsalen am Hals herab und über die Brüste lief. Meine Nippel, ohnehin schon sensibilisiert von den Blicken des Fremden, reagierten sofort darauf und richteten sich in ihrer ganzen Pracht auf.

Natürlich blieb das von ihm nicht unbemerkt und er blickte mich interessiert an. Mir stieg noch mehr Röte ins Gesicht und ich drehte mich spontan auf den Bauch. Ich hatte das Gefühl ihn nicht länger ansehen zu können. Fast verzweifelt schaute ich in die Seiten meines Romans, um an was anderes denken zu können. Ich nahm mir fest vor erst wieder hinzuschauen, wenn ich mindestens zwei Kapitel in meinem Buch gelesen hatte. Aber es gelang mir einfach nicht. So sehr ich mich auch auf die Buchstaben konzentrierte, zwischen den Zeilen tauchte ständig sein gut gebauter Körper auf.

Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf meine Atmung. Das versuche ich immer, wenn ich nervös oder angespannt bin, und meist klappt das auch. Tief ein und aus, ruhig, ganz ruhig wiederholte ich in Gedanken immer wieder. So langsam kehrte wirklich so etwas wie Ruhe in meinem aufgewühlten Körper ein. Ich fühlte mich fast entspannt und so erschrak ich auch nicht, als ich eine Hand auf meiner Schulter fühlte und flüsternde Worte an meinem Ohr hörte.

„Darf ich mich etwas zu dir setzen?“

Natürlich durfte er. Sein Duft erotisierte mich vollständig. Es war ein Gemisch aus Sommerfrische, kühlem Meer und einer Männlichkeit, die fast schon animalisch wirkte. Sein Atem war heiß und brachte mir eine Gänsehaut aus Wollust am ganzen Körper ein.

„Du bist schön!“

Ich war Komplimente nicht mehr gewohnt und sprang sofort darauf an. Langsam drehte ich mich auf den Rücken. Er sah mich lange an, bevor er mir einen Kuss auf den Mund gab. In dem Moment schaltete ich meine Umgebung aus meinem Denken aus. Es gab nur noch ihn und mich und sonst gab es gar nichts …

Lässig streifte er mir das Oberteil herunter. Meine Brustwarzen ragten steil in den Himmel. Er küsste sie ganz sanft und glitt dann mit den Lippen zu meinem Slip hinunter. Mit der Zunge erkundete er erst sorgfältig meinen Schambereich, bevor er mich mit den Zähnen vom Bikini-Unterteil befreite. Als ich nichts mehr auf der Haut hatte als die Sonne und seine Blicke, spreizte ich ganz weit meine Beine. Er robbte sich anmutig dazwischen und widmete sich ausführlich meiner schönsten Stelle und allem, was sonst noch zu meinem ganz besonders sensiblen Bereich gehört. Und dann massierte mich der schön geschwungene Mund, der die Pforten zu meiner Klitoris vorsichtig beiseite schob, damit seine Zunge jeden auch noch so verborgenen Lustnerv entdeckte. So obszön und gleichzeitig zärtlich war ich lange nicht verwöhnt worden.

Ich schlang meine Schenkel um seinen Hals und schob mich seinem Mund so entgegen.

„Schlaf mit mir!“

Ich wollte ihn in mir spüren. Ich wollte sein Glied kennenlernen. Wissen, wie er gebaut war und wie es sich anfühlte tief in mir.

Er war plötzlich nackt. Ich hatte nicht bemerkt, wie er zwischen den Zärtlichkeiten, die er mir schenkte, die Zeit gefunden hatte sich auszuziehen.

Seine behaarte Brust schob sich zwischen meine Schenkel, über den Bauch bis hin zu meinen Brüsten. Dann spürte ich, wie etwas in mich hineindringen wollte, das ich in dieser Größenordnung wohl noch nie erlebt hatte. Aber ich war geil genug und somit auch feucht genug, dass sein prachtvolles Glied wunderbar in mich gleiten konnte. Ich winkelte die Beine an, um mich ihm so offen wie möglich zu präsentieren. Meine Hemmungen hatte ich längst von mir geworfen. Er schob sich auf und gleichzeitig in mich und öffnete meine Lippen mit einer Zunge, die nach purer Geilheit schmeckte.

Ich zitterte vor Erregung, mein Puls raste, Schweiß lief mir über die Brüste den Bauch herunter, vermischte sich zwischen den Schenkeln mit einer Feuchtigkeit, die zum Teil aus meiner, teils aber auch aus seiner Lust bestand. Er schien schon einmal ejakuliert zu haben, ohne dass ich es mitbekommen hatte. Sein Penis hatte nicht eine Sekunde nachgelassen in seiner Potenz. Mit kraftvollen Stößen trieb er ihn unermüdlich in mich hinein. Ich hatte nicht gewusst, dass ich einen Mann so tief in mir spüren konnte.

Als ich den Weg zum höchsten Gipfel der sexuellen Lust bestieg, ahnte ich noch nicht, was mich dort oben erwarten würde. Der erste Orgasmus war nur ein Vorgeschmack auf das, was ich in sexueller Ekstase bisher noch nicht erlebt hatte. Beim zweiten lag ich auf dem Bauch und ließ mich von hinten nehmen.

Zum ersten Mal registrierte ich die anderen Strandbesucher, die uns voll unverhohlenem Neid und ungestillter Gier beglotzten. Es war mir egal. Nein, das stimmte nicht mal. Ich genoss es, so neidvoll und lüstern angestarrt zu werden. Ich schrie und stöhnte, schlug mit den Fäusten in den Sand und trieb mit schmutzigen Worten, die ich in diesem Moment für den Mann neu erfand, der tief in mir steckte, zu sexuellen Höchstleistungen an. Ich wollte, dass alle sahen, wie geil ich war und wie schamlos es jemand mit mir trieb …

Ich war gerade auf meinem Weg zu einem dritten Höhepunkt, als ich eine Stimme hörte, die ich meinte zu kennen und die ich doch noch nie gehört hatte.

„Entschuldigung, darf ich mich ein wenig zu Ihnen setzen?“

Erschreckt schlug ich die Augen auf. Vor mir stand er. Vorsichtig hob ich meinen Kopf und sah mich um. Alles war wie vorher. Der Strand war mittlerweile hoffnungslos überfüllt mit Leuten. Keiner sah zu uns. Ich starrte ihn an, unfähig zu begreifen, dass ich nur fantasiert hatte.

Was war passiert? Ich hatte mir das alles nur eingebildet? Ich war krank, ich schien zu fiebern, ich war einfach nicht mehr normal …

Mehr als ein Nicken brachte ich nicht zustande. Nur nach und nach fand ich wieder ein paar einigermaßen vernünftige Worte. Er war Wirklichkeit, der Rest war nur meinen erotischen Vorstellungen entsprungen.

Die Röte schoss mir ins Gesicht bei dem Gedanken daran, was ich mit diesem Mann gerade getrieben hatte. Ob er ahnte, was in mir vorging? Ob er ähnliche Gedanken hatte wie ich? Wenn nicht, warum hatte er mich dann angesprochen? Er musste wissen, dass ich scharf auf ihn war. Er war viel zu sehr Mann, um das nicht zu spüren.

Je länger ich ihn ansah, umso klarer dachte ich: „Mit ihm werde ich schlafen. Irgendwie. Und möglichst bald. Und es wird noch viel besser sein als jede Vorstellung davon!“

Zwei Stunden später und um eine Einladung auf einen Kaffee reicher war ich mir sicher. Er wusste es und ich hatte gute Karten, wenigstens einen Teil meiner Sex-Fantasien wahr werden zu lassen …