Fieber messen

Nadine Remark

Seit acht Wochen befand ich mich in einer großen Praxis in der Ausbildung als Zahnarzthelferin. Ein recht bescheidenes Ausbildungsziel für eine junge Frau mit Abitur, aber meine Noten waren ja auch recht bescheiden. Zunächst war ich froh gewesen, überhaupt eine Ausbildung gefunden zu haben.

Am letzten Wochenende hatte ich mich verleiten lassen Sonntagabend in die Disko zu gehen. Natürlich wurde es wieder mal eine lange Nacht und ich verschlief am Montag sehr gründlich. Zu allem Überfluss erwachte ich auch noch aus einem fürchterlich feuchten Traum. Der Typ, der die halbe Nacht mit mir getanzt hatte, war in meiner Fantasie mit in mein Bett gestiegen und hatte mich nach allen Regeln der Kunst gevögelt. Der Traum war so real und heftig gewesen, dass ich unter der Dusche nicht hervorkam, ohne mir noch einen wunderschönen Nachschlag zu geben. Erst ein ganz bewusst herausgekitzelter Orgasmus brachte mich einigermaßen zur Ruhe.

Nun war ich viel zu feige, weit nach zehn Uhr in der Praxis aufzutauchen und zuzugeben, dass ich verschlafen hatte. Eine Notlüge musste her. Mit verstellter Stimme brachte ich meinem Arbeitgeber telefonisch bei, dass mich eine tüchtige Erkältung gepackt hatte. Sehr verständig riet der mir strenge Bettruhe an. „Ich werde unseren Techniker später mit ein paar guten Medikamenten vorbeischicken“, sagte er, wünschte gute Besserung und legte auch schon auf. Mir rutschte das Herz in die Hose, die ich gar nicht am Leibe hatte. Splitternackt war ich zum Telefon gelaufen, noch mit dem Ausklang heißer Gefühle im Unterleib. Ich kicherte in mich hinein und erschreckte plötzlich bei der Vorstellung, bereits ein Bildtelefon zu haben. Zum Glück war’s nicht so.

Vorsichtshalber legte ich mich nach einem starken Kaffee wirklich brav ins Bett. Ich wusste allerdings nicht, wie ich Micha, unseren Techniker, von meiner Krankheit überzeugen sollte.

„Die Tür ist offen“, rief ich aus Leibeskräften, als er klingelte. Bis zum Kinn zog ich die Bettdecke und probte einen leidenden Eindruck. Michas besorgte Miene änderte sich umgehend. „Nach Erkältung siehst du aber absolut nicht aus. Liebeskummer vielleicht?“

Endlich entschloss ich mich zur vollen Wahrheit und legte auch die nackten Arme auf die Decke, weil mir heiß wurde. Nicht ganz ohne Absicht ließ ich Micha den Ansatz meiner Brüste sehen. Das Funkeln seiner Augen entging mir nicht. Geflirtet hatte er schon öfter mit mir. Eigentlich war ich nicht abgeneigt. Er war Single und gerade mal sechs Jahre älter als ich. Ehe ich mich versah, legte er seine Hand auf meine Stirn. „Fieber hast du ja nicht“, rief er. Blitzschnell riss er mir das Deckbett herunter. Dass ich splitternackt darunter lag, ließ wohl seine nächsten Worte im Halse stecken bleiben. Ich war selbst so überrascht, dass ich mich nicht regte. Nicht mal die leicht gespreizten Beine zog ich zusammen. Wie ein Kaninchen vor der Schlange kam ich mir vor. Ich spürte förmlich, wie seine Blicke über meine noch immer erregten Brustwarzen huschten, über den Bauch mit dem sexy Piercing, bis zu den Schenkeln. Da verharrten sie einen Moment, ehe mich seine Augen anstrahlten.

Micha fand zuerst die Sprache wieder. Offenbar fühlte er sich in einer sehr guten Position. Mit belegter Stimme fragte er, was mir sein Schweigen gegenüber dem Chef wert war. „Einen Kuss“, hauchte ich unsicher und streckte ihm die Arme entgegen. Ich war selber überrascht, woher ich den Mut nahm ihn auf die Bettkante zu ziehen. Er holte sich den Kuss selbst und schenkte mir gleich darauf einen richtig feurigen Zungenkuss. Ich schloss die Augen und genoss seine streichelnden Hände überall an meinem Körper. Schüchtern war er absolut nicht. Was zuvor seine Augen abgegrast hatten, vollzogen nun unwahrscheinlich zärtliche Fingerspitzen nach. Er machte nicht mal unter der Gürtellinie Halt. Das winzige Haardreick auf meinem Schamberg umspielte er so intensiv, dass ohne meinen Willen heftige Bewegung in die Schenkel kam. Natürlich erwischte er mich mit seinem irren Spiel auf dem falschen Fuß. Mein Body war von den geilen Träumen und der Morgendusche noch erregt. Sicher wunderte er sich, wie schnell und heftig ich heiß wurde. Es dauerte nicht lange, bis ich meine Hand auf seine legte, die gerade dabei war, sich durch meinen Schritt zu schleichen. Er verstand es richtig. Es war absolut keine Abwehr. Er nahm es als Aufforderung zum Sex. Während eines langen, innigen Kusses schickte er mich mit seiner erstaunlichen Fingerfertigkeit in den siebten Himmel. Ich tat mir keinen Zwang an, verriet mit all meinen Gesten, wie geil ich das fand. Offen schauten wir uns an, während ich kam und unsere Zungen verliebt miteinander spielten.

Herrlich entspannt lag ich vor ihm. Mir brannten fast die Sicherungen durch, als er seinen Spielfinger zurückzog und seine Küsse nun dahin verlegte, wo er mich so umwerfend und erfolgreich gestreichelt hatte. Es klang verlegen, wie er sagte: „Nun kommt es mir aber doch so vor, als hättest du eine unwahrscheinliche Sex-Lust. Wenn du kein Fieberthermometer hast, könnte ich ja mal mit einem sehr empfindsamen Sensor eine vaginale Messung vornehmen.“ Er wollte wohl die Kurve kriegen, um zum Sturm zu blasen. Ich war ihm behilflich. Weit musste ich meinen Arm ausstrecken. In einem Zug war sein Reißverschluss auf. Dann hatte ich allerdings erst mal Probleme, an die frische Luft zu befördern, was mir bei der ersten Berührung schon heiß entgegenzitterte.

Endlich hatte sich meine Hand durch den Eingriff der Unterhose geschlichen. Micha stöhnte auf, als meine warme Hand die samtene bewegliche Haut behutsam hin und her schob. Noch ein Küsschen bekam ich, dann ließ er eilig seine Sachen fallen und rutschte in seiner sehenswerten nackten Schönheit zwischen meine Schenkel. Geduldig genug war er noch, vielleicht auch wahnsinnig begierig, mich seine wendige Zunge noch einmal überall spüren zu lassen, wo es mich fast um den Verstand brachte.

„Bist du wahnsinnig“, schrie ich auf. Da war es beinahe schon zu spät. Ich begann am ganzen Körper zu zittern. Der Mann kannte sich verdammt gut aus. Als sich mein Body versteifte, gab er erst richtig Gas. Ich sah an seinen strahlenden Augen, welche eine Genugtuung es ihm war, mich vor dem eigentlichen Sturm noch einmal geschafft zu haben. „So etwas habe ich noch niemals erlebt“, stöhnte ich auf, als er endlich richtig zu mir kam. Mir war, als fieberte ich in einem Dauerorgasmus seinem Höhepunkt entgegen. Ich nahm es ihm absolut nicht übel, dass der ziemlich schnell kam. So glücklich und zufrieden hatte mich noch keiner der Jungs gemacht, mit denen ich meine ersten Erfahrungen gesammelt hatte.

Verständlicherweise hatte es Micha nun plötzlich sehr eilig. Ich merkte ihm allerdings an, wie schwer es ihm fiel, sich von mir zu trennen. Das Gefühl täuschte mich nicht. Seinen Penis drückte er tatsächlich fast stocksteif in die Hose. Ich verstand ja, dass er sich unserem Chef gegenüber keine Blöße geben wollte. Zu lange durfte er nicht bei mir blieben. Trotzdem knurrte ich unzufrieden: „Schade drum. Nutzlos lässt du das gute Stück in der engen Jeans verschwinden.“

Ich dachte gar nicht daran, mir etwas überzuziehen. Nackt begleitete ich ihn zur Wohnungstür. Ich irrte mich nicht. Dem verzehrenden Kuss und den festen Druck meiner warmen nackten Haut konnte er einfach nicht widerstehen. Übermütig legte ich ihm ein Bein an die Hüfte und machte ein paar ganz raffinierte Hüftbewegungen. Wie er zurückküsste, ermutigte mich, noch einmal an seinem Reißverschluss zu ziehen. Mühevoll drückte ich ihm dann die Jeans bis auf die Knie.

Auch in dieser Stellung erwies er sich als Meister. Selbst wenn er wegen des Größenunterschiedes ein wenig in die Knie gehen musste, stand er die Sex-Runde bis zum fast gemeinsamen süßen Ende perfekt durch. Mir brachte diese verrückte Abschiedsrunde die Erfahrung ein, wie gut ein Mann bei dieser Position die Klitoris bedienen kann. Gut, dass ich ihm das in meiner Euphorie verriet. Später konnte ich oft davon profitieren, weil er sich gern daran erinnerte und mit flinken Fingern nachhalf, wenn sein Penis in ungünstigeren Stellungen das Lustzentrum nicht so richtig erreichen konnte.

Meinem Chef wurde gar nicht recht bewusst, wie rasch ich wieder gesund geworden war. Während der nächsten zwei Tage hatte ich Berufsschule. Als ich danach wieder auftauchte, bekam ich sogar ein Kompliment, weil ich so schnell mit meiner Erkältung fertig geworden war.

Ich freute mich wahnsinnig, dass Micha an diesem Tage sicher absichtlich Überstunden machte, als der Chef schon gegangen war und ich noch die Praxis auf Vordermann zu bringen hatte. Ich war tief in Gedanken, als ich mich von hinten gegriffen fühlte. Ich konnte nicht anders, als mich auf den Behandlungsstuhl fallen zu lassen. Da war Micha auch schon über mir. Scherzhaft fummelte er mit Spiegel und Haken in meinem Mund herum, als wollte er mich untersuchen. Wie er auf meinen Schenkeln hockte, konnte nicht verbergen, dass da noch ein ganz anderes Instrument zur Untersuchung bereitstand. Er zögerte nicht, immer wieder damit an meinen Bauch zu drücken. Ergeben schaute ich zu, wie er Knopf für Knopf meines Kittels öffnete. Hektisch waren seine Bewegungen schon beim Pulli und erst recht, während er mir den Rock wie einen Gürtel auf den Bauch zusammenschob. Instinktiv legte ich ihm meine Beine auf die Schultern, als er sich wieder gespreizt auf den Behandlungsstuhl setzte. Ungestüm drängte ich ihm meinen Body entgegen. Während ich meinen knappen Slip einfach zur Seite schob, brachte er sein Ungetüm in Anschlag. „Ich bin so glücklich“, hauchte ich, „dass es für dich nicht nur ein One-Night-Stand war.“

Mit Küssen überschüttete er mich von den Lippen bis zu den Brustwarzen, während er sich lustvoll austobte. Diesmal hatte er sich etwas besser im Griff. Das wollte ich ihm auch geraten haben, denn auf ein ausgiebiges Vorspiel hatte er leider verzichtet. Wir schreckten beide zusammen, als ich meinen Höhepunkt so herausschrie, dass wir unwillkürlich an unseren Chef denken mussten, der seine Wohnung eine Etage höher hatte.

Auf dem Weg zu Michas Junggesellenwohnung bekam ich dann nicht nur eine formvollendete Liebeserklärung. Vom Sex in der Praxis waren wir noch so erregt, dass wir bereits hinter der Korridortür gegenseitig an unseren Klamotten fummelten. Unter der Dusche brachten wir uns ganz wundervoll in Hochstimmung. Als Micha die Tür eines Schränkchens öffnete, um das Duschbad zu greifen, fiel ihm ein hübscher Dildo entgegen. Knallrot wurde er. Zu einer Entschuldigung wollte er ansetzen. Ich drückte ihm einen Finger auf die Lippen und beruhigte: „Was vor mir war, das interessiert mich nicht sonderlich.“

Ich nahm Michael den Dildo aus der Hand, verpasste ihm ein zünftiges Bad und führte mit verlockender Miene vor, wie ich selbst damit umzugehen wusste. Ihm fielen bald die Augen aus dem Kopf. Wie entwaffnet lehnte er an der Kachelwand, während ich es mir mit einer Hand selbst besorgte und mit der anderen seinen Penis mehrmals bis dicht an die Grenze des Erträglichen trieb.

Am nächsten Morgen hätte ich mich am liebsten schon wieder krank gemeldet. Noch niemals hatte ich mit einem Mann die ganze Nacht durchgemacht. Oft hakte ich es als Übertreibung ab, wenn Freundinnen von heißen Nächten schwärmten. Ich hielt es zu der Zeit einfach nicht für möglich, dass man eine ganze Nacht hindurch Sex haben kann. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich von seine Händen und seinem Mund gekommen war, wie oft von seinem erstaunlich standhaften Penis und zwischendurch auch mal vom Dildo.

Unsere Liebe blieb dem Chef nicht lange verborgen. Seine Worte „Ich hoffe, dass darunter die Arbeit nicht leidet“ hätte er sich sparen können. Micha liebte seinen Job und ich legte großen Wert darauf, meine Ausbildung in dieser Praxis abzuschließen. Wir gewöhnten es uns sogar ab, nach Feierabend in der Praxis Sex zu haben. Bis zu mir oder zu ihm schafften wir es allerdings nicht immer. Zum Glück war Sommer und ein herrlich verschwiegener Park lag auf unserem Weg. Ich verführte Micha zuerst zu einer Nummer im Freien. Den Slip hatte ich bereits in der Praxis abgelegt. Unverhofft beugte ich mich tief über eine Parkbank, zog den Rock bis auf den Rücken und wackelte flehend mit dem nackten Po. Er stellte sich hinter mich und – uhh, wie gut sich das anfühlte!