Warum ich mich dazu entschlossen habe, meine Geschichte aufzuschreiben? Vielleicht, um Frauen meines Alters Mut zu machen, dass das Leben mit Ende 40 noch nicht vorbei sein muss. Im Gegenteil, es kann noch viele Überraschungen bereithalten, wenn frau bereit und offen dazu ist, sie zuzulassen. Und eine dieser Überraschungen begann für mich mit meinem ersten eigenen Computer und eigenem Internet-Anschluss, den ich mir selbst zum Geburtstag geschenkt hatte. Auf meiner Arbeitsstelle bei der Stadtverwaltung arbeite ich ja schon seit Langem mit Computern. Zu Hause jedoch schien mir ein solches Gerät immer eher als überflüssiger Staubfänger. Die wenige notwendige Korrespondenz konnte ich auch noch gut mit meiner alten Reiseschreibmaschine erledigen oder natürlich auch einmal während der Mittagspause im Büro.
Was kann man denn sonst noch mit einem Computer anfangen? PC-Spiele interessierten mich nie sonderlich und meinen Kontakt zum Internet hatte ich stets auf das beruflich notwendige Minimum beschränkt. Natürlich hatte ich von Chat-Foren gehört, konnte mir jedoch nie vorstellen, was ich denn mit mir wildfremden Menschen, die ich noch dazu nicht einmal sehen konnte, so bereden sollte. Nein, das hatte überhaupt keinen Reiz für mich. Bis, ja, bis ich nach der Scheidung von meinem Mann feststellen musste, dass auch der Freundeskreis immer kleiner geworden war. Nachdem ich die Trennung halbwegs verarbeitet hatte, suchte mich mehr und mehr eine seltsame Unruhe an einsamen Abenden heim.
Natürlich war ich zwischenzeitlich zu keinem Eisblock degeneriert, sondern noch immer eine Frau voller Gefühle, Leidenschaften und Lüste. Und mir fehlten zusehends der Austausch von Streicheleinheiten und das erotische Beisammensein mit einem Mann. Meine Sexspielzeuge wie Dildo und Vibrator verrichteten zwar ihre Dienste, sie vermochten aber auf Dauer keinen echten Mann aus Fleisch und Blut zu ersetzen.
Zu dieser Zeit meines eher unbefriedigten Sexuallebens schaffte ich mir also einen Computer an. Nach außen hin und vor mir selbst rechtfertigte ich dies mit der vernünftigen Begründung, in meiner Freizeit etwas für meine berufliche Fortbildung tun zu wollen. Im Geheimen hatte ich aber wohl schon den Gedanken an virtuellen Austausch mit Gleichgesinnten irgendwo ganz verschwommen im Hinterkopf. Und da stand er nun, der neue Zauberkasten, und zögerlich machte ich mich auf die Suche nach geeigneten Internet-Seiten, auf denen ich Frauen meines Alters und in ähnlicher Situation anzutreffen hoffte. Was lag näher als es über die Portale großer Frauenzeitschriften zu versuchen? In der Tat fand ich dann dort einige Artikel über Scheidungen und Erfahrungsberichte von Frauen, die erzählten, wie sie ihren Trennungsschmerz überwunden hatten. Einige stimmten darin überein, dass die beste Medizin für sie die Ablenkung durch einen kurzen, aber heftigen Flirt, der bis zu einem One-Night-Stand reichen konnte, gewesen sei. Balsam für die Seele sei die Erfahrung, für andere Männer noch attraktiv und begehrenswert zu sein; es könne dabei helfen, die erlebten Kränkungen durch den eigenen Mann zu verarbeiten. So ihre Argumentation, die mir einleuchtete.
Die Werbung für das Forum zur Partnersuche der Seite, auf der ich mich gerade befand, war unübersehbar. Was lag also näher als es mir zumindest einmal anzusehen? Nach kurzer Zeit entschloss ich mich sogar dazu, mich registrieren zu lassen, um vollen Zugang zu den Profilen der Mitglieder zu erhalten. Es dauerte eine Weile, bis ich mich orientiert und mir einen Überblick verschafft hatte. Es gab die Kontaktmöglichkeiten über persönliche Nachrichten und man konnte sehen, welche Mitglieder zur selben Zeit online waren, um sie zum Privatchat einladen zu können. Umgekehrt funktionierte das natürlich genauso.
Der Gedanke, für alle so sichtbar zu sein, war mir schon ein wenig unheimlich, und so verließ ich das Forum beim ersten Mal schon nach kurzer Zeit wieder. Andererseits übte der Gedanke, dass zur gleichen Zeit zahllose Menschen beiderlei Geschlechts und jeglichen Alters genauso auf der Suche nach Kontakt waren wie ich, auch eine ungeheure Anziehungskraft auf mich aus.
Die nächsten Tage verbrachte ich damit, mir ein aussagefähiges Profil zuzulegen und mir jede Menge Profile anderer Teilnehmer anzusehen. Ein wenig ernüchtert war ich von der Feststellung, dass die große Mehrheit doch um einige Jahre jünger war. Immerhin, es gab einige Mitglieder in meinem Alter.
Eines der Profile erregte dann meine besondere Aufmerksamkeit. Es war ein Mann Mitte 50, der sich sehr liebenswert als Tierfreund und Naturliebhaber vorstellte und auch auf dem Foto recht stattlich aussah. Zwei Tage lang überlegte ich, bis ich mich entschloss, ihm eine Mail zu schreiben. Während ich noch an den Formulierungen feilte und abermals online ging, um mir sein Profil noch einmal anzusehen, fand ich zu meiner Überraschung in meiner Mailbox eine Nachricht. Sie kam von einem etwa zehn Jahre jüngeren Mann, der noch dazu nicht weit von mir lebte.
Die Mail war nicht uncharmant formuliert, jedoch sehr offen, was die Absichten seines Verfassers anging. Mein erster Impuls war ihn sofort in meinem virtuellen Mülleimer zu entsorgen. Doch irgendetwas an dieser frechen Art weckte meine Neugier. Entgegen meiner sonstigen Art beschloss ich spontan, sein Schreiben als eine Aufforderung zum Spiel anzusehen und mich darauf einzulassen. Ich begann nun meinerseits eine herausfordernde Antwort zu verfassen. Die Anonymität des Mediums Internet ermutigte mich zu einer für meine Verhältnisse geradezu unheimlichen Forschheit und Direktheit. Ich sagte mir, ich könne schließlich jederzeit den Kontakt wieder abbrechen ohne Gefahr zu laufen jemals von Angesicht zu Angesicht erkannt zu werden.
Der Mann antwortete noch am gleichen Abend und so begann ein anregender Flirt zwischen uns, der sich – natürlich mit Unterbrechungen – über einige Tage hinzog. Mehr und mehr lernten wir auch die erotischen Fantasien unseres Gegenübers kennen. Ich ließ ihm den Vortritt und er schilderte mir seine Vorlieben. In allen Einzelheiten beschrieb er mir, wie er mich verwöhnen wollte, sodass mich bereits das Lesen so sehr erregte, dass ich mich mit dem ausgedruckten Brief in der Hand auf mein Bett zurückzog, um meiner Lust ihren Lauf zu lassen. Besonders fasziniert war ich von seiner Bemerkung, dass ihn ungewöhnliche Orte animierten. Mit einer Sache wollte er nicht so recht herausrücken, er versicherte mir aber, dass es nichts Schlimmes sei wie zum Beispiel S/M. Es stellte sich zum Glück heraus, dass unsere Vorlieben gar nicht so weit voneinander entfernt lagen, und es entwickelte sich eine eigenartige und unerklärliche Vertrautheit zwischen uns. Fast hätte ich von einem Hauch von Verliebtheit gesprochen, wenn die Vernunft meines gesetzten Alters dem nicht auf das Heftigste widersprochen hätte. Aber da war dieser Reiz, dieser mehr und mehr unwiderstehliche Reiz, das Kribbeln beim Öffnen der Mailbox, das von Tag zu Tag stärker wurde.
Zwar hatte er bereits zu Beginn unserer Korrespondenz von einem Treffen gesprochen und auch danach gelegentlich dezent unverbindlich in eine Einladung zu einem gemeinsamen Wein verpackt, seinen Vorschlag wiederholt, aber er drängte mich nicht. Vielleicht war es gerade diese Tatsache, die mich Vertrauen fassen ließ zu diesem jungen Mann und mich gleichzeitig dazu ermutigte, selbst einen Vorstoß in diese Richtung zu wagen. Also ergriff ich die Initiative und verabredete mich mit ihm.
So kam es zu meinem ersten Date mit einer Internet-Bekanntschaft. Als Treffpunkt hatte ich ein Weinlokal gewählt, das ich als gemütlich und schummrig von einem einzigen Besuch in Erinnerung hatte, wo man sich jedoch nicht an mich erinnern würde. An die Stunden vor dem Treffen habe ich nur wenig Erinnerungen, zu groß war meine Nervosität. Gleichzeitig hieß es einen kühlen Kopf zu bewahren, mein Outfit für den Abend zu planen und vor allem mir vor den Kolleginnen und Kollegen im Büro nichts anmerken zu lassen.
Nach der Arbeit eilte ich nach Hause und machte mich zurecht wie schon lange nicht mehr. Gott sei Dank neigte ich nicht dazu, Kummerspeck anzusetzen, sondern hatte eher abgenommen in den zurückliegenden Monaten. Dadurch passte ich sogar wieder in einen Minirock, den ich während meiner Ehe sehr zur Freude meines Mannes oft getragen hatte. In Kombination mit Stiefeln und einem taillenkurzen Pullover kam mir mein Outfit fast etwas zu gewagt vor. Ich betrachtete mein Spiegelbild mit einer Mischung aus Verwunderung und Befriedigung, stellte das Radio an und begann vor dem Spiegel zu tanzen. Ich genoss das Prickeln beim Gedanken daran, was am Abend und vielleicht in der Nacht passieren könnte oder auch nicht, und fühlte mich herrlich unanständig und verrucht. Doch dann musste ich los und meine Knie wurden weicher und weicher, je näher ich dem Treffpunkt kam.
Ein besonderes Erkennungszeichen war zum Glück nicht nötig, weil das Lokal sehr klein war und wir uns durch unseren schriftlichen Austausch bereits hinreichend beschrieben hatten. Ich war als Erste im Lokal und suchte mir einen Tisch mit gutem Blick zur Eingangstür. Mein Herz schlug bis zum Hals und meine Hände waren feucht, als sich schließlich ein Schatten der Glastür näherte. Mein Herz blieb beinahe stehen, als dieser Jemand sich kurz umsah und dann schnurstracks auf meinen Tisch zukam. Es war zu spät zum Weglaufen. Mit leuchtenden Augen und einem frechen Zug um die Mundwinkel gab er mir die Hand. Sein „Hallo, da bin ich“ jagte mir einen Schauer über den Rücken. Schlagartig wurde mir eine lange nicht gespürte Erregung bewusst und ich fühlte heftige Regungen in meinem Schambereich.
Äußerlich bemühte ich mich um Coolness, fragte mich aber etwas unsicher, was einen so jungen Mann an einer zehn Jahre älteren Frau reizen könnte, wenn nicht ihre vermeintliche Erfahrung. Meine schüchternen Attitüden durfte ich mir auf keinen Fall anmerken lassen und jegliche Unsicherheit musste ich zu verbergen versuchen.
Der Abend war dann wie im Film. Auch er war ganz offensichtlich von mir sehr angetan und so verlief unsere Unterhaltung wie auf zwei Ebenen: der äußerlichen mit höflichen Belanglosigkeiten und einer tieferen unterschwelligen, auf der die süßesten Verheißungen ausgetauscht wurden.
In kürzester Zeit hatte sich zwischen uns eine knisternde und prickelnde Atmosphäre aufgebaut, in der die Lust zum Greifen nahe lag. Wir sahen uns tief in die Augen, unsere Knie berührten sich zuerst sanft, pressten sich dann aneinander, und unsere Hände spielten Fangen auf dem Tisch. Hatte sich zu Beginn des Abends mein Verstand noch gemeldet und jegliche Eventualitäten noch mit Wenns und Abers kommentiert, so war er inzwischen bereits nach einem Glas Wein vollkommen ruhig geworden. Es gab nur noch das Hier und Jetzt!
Wir verließen das Lokal in beinahe wortlosem Einvernehmen und schafften es gerade um die nächste Ecke in einen Hauseingang. Er drängte mich geradezu hinein und wir küssten uns leidenschaftlich. Ich spürte seine Hände auf meinem ganzen Körper. Sie glitten über mein Haar, meinen Hals, meine Schultern. Voller Ungeduld presste sich mein Schoß ihm entgegen, während unsere Zungen ineinander verschlungen waren und er sanft meine Brüste unter meinem Pullover liebkoste. Ich konnte, nein, ich wollte nicht mehr warten! Der öffentliche Hauseingang, alles um mich herum war mir egal, ich wollte nur noch eines: ihn richtig spüren! Ich öffnete den Gürtel und den Reißverschluss seiner Hose, zog den Bund seiner Unterhose herunter und sogleich sprang mir sein Schwanz entgegen. Es zeigte mir, wie sehr er mich begehrte.
Ich war vorausschauend genug gewesen, halterlose Strümpfe und einen Ouvert-String zu tragen, sodass dem schnellen Sex nichts mehr im Wege stand. Er drückte mich gegen die Hauswand und verwöhnte mich sehr energisch mit seinem besten Stück. Meine Lust ließ mich fast bewusstlos werden. Seine fordernden Hüft- und Beckenbewegungen wurden immer lustvoller für mich, und schließlich, eher, als ich es je für möglich gehalten hatte, löste sich meine Erregung mit einem Orgasmus in hochgenussvollem Wohlgefallen auf. Auch er, immer noch der (fast) perfekte Gentleman, kam kurz darauf.
Wir umklammerten uns noch eine Weile und ich verbarg mein Gesicht an seiner Schulter, damit er meine Tränen des Glücks und der Überraschung nicht sah. Dann lösten wir uns voneinander und lächelten uns etwas unsicher an. Ich jedenfalls war sprachlos und dachte gerade fieberhaft darüber nach, wie ich einen würdigen Abgang auf Nimmerwiedersehen hinkriegen könnte, als er das Schweigen brach. „Weißt du“, sagte er, „weißt du, was mich am meisten an dir angezogen hat?“ Ich schüttelte nur lautlos den Kopf und sah ihm in die Augen. „Deine Schüchternheit!“, sagte er.
Das war ein Hammer! Da hatte ich den ganzen Abend über versucht die Abgeklärte, die Welterfahrene zu spielen, und dann so etwas. Was blieb mir anderes übrig als ihn ungläubig anzustrahlen. Sein warmer Blick fing mich auf.
Seitdem stehen wir in Verbindung und treffen uns mehr oder weniger regelmäßig. Ich weiß noch immer wenig über seine Lebensumstände, bis auf die Tatsache, dass er gebunden ist. Das tut unseren hocherotischen Treffen allerdings keinerlei Abbruch, denn es gibt ein stillschweigendes Einverständnis zwischen uns und wir genießen es beide sehr.
Und um ganz ehrlich zu sein, er ist nicht der Einzige, mit dem ich mich treffe. Denn die Kontaktmöglichkeiten sind im Internet so vielfältig, dass ich auch gerne mal auf das eine oder andere aufregende Angebot und Abenteuer mit anderen Männern eingehe.