Die strenge Chefin

Dave Vandenberg

„Herein!“ Ihre Stimme klang herrisch wie immer. Heute vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als sonst. Aber vielleicht täuschte er sich auch. Sie musste den kurzen Moment seines Zögerns gespürt haben. Niemandem sonst wäre es wohl aufgefallen.

„Was ist denn – herein …“ Er beeilte sich der Aufforderung nachzukommen. Sie verstand keinen Spaß zwischen 8 Uhr morgens und 18 Uhr abends. Sie war die Chefin. Sie hatte das Sagen und jeder ihrer Angestellten hatte genau das zu tun, was sie anordnete oder von ihm verlangte. Er wusste das wohl und er würde sich hüten sie zu verärgern.

Sie saß angespannt an ihrem Schreibtisch. Mit einem abschätzenden Blick beobachtete sie ihn, während er sich in den Sessel ihr gegenüber setzte. Sie schien seit Stunden konzentriert gearbeitet zu haben, denn sie sah müde und abgespannt aus. Nur ihrem Einsatz und Ehrgeiz war es zu verdanken, dass die kleine Werbeagentur sich innerhalb des letzten Jahres trotz der schlechten Konjunkturlage so gut entwickelt hatte. Sie holte Aufträge herein, von denen andere Firmen zur Zeit nur träumen konnten. Er fragte sich oft, wie sie das anstellte. Aber vielleicht war es besser, wenn er nicht alles wusste, was sie so trieb. Ihr Geschäftssinn hatte etwas Spürhundhaftes. Sie wusste immer genau, wo es sich lohnte und wo nicht. Er bewunderte sie dafür. Dafür und für so manches andere …

Er brachte sein Anliegen umliegend hervor, denn ihre ganze Haltung signalisierte ihm, sie war nicht in der Stimmung für Belangloses oder für ein privates Wort. So unauffällig wie möglich musterte er sie, während sie in ihren Unterlagen nach den nötigen Informationen blätterte. Sie mochte es nicht, wenn er sie bei der Arbeit zu intensiv betrachtete. Sie hatte ihm bereits bei ihrer ersten persönlichen Begegnung eingeschärft, dass sie Privates und Dienstliches strikt zu trennen pflegte. Sollte er sich daran nicht halten, würde sie sich genötigt sehen das bestehende Verhältnis umgehend zu beenden. Und da genau das das Letzte war, was er wollte, befolgte er brav all ihre Anordnungen.

Sie trug eine weiße, hochgeschlossene Bluse, die sanft und nicht zu auffällig ihre vollendeten Brüste nachzeichnete. Ihre schlanken Beine steckten in einer strengen Nadelstreifen-Hose. Die passende Jacke dazu hatte sie über ihre Sessellehne gehängt. Wie immer trug sie bei der Arbeit keinen Schmuck außer der schmalen goldenen Uhr. Ihr Geschmack war in allen Dingen des Lebens absolut perfekt. Sie traf immer die richtige Wahl was Kleidung, Essen, Einrichtung oder Geschäftspartner anging …

Sie hatte die nötigen Informationen für ihn herausgesucht und reichte sie ihm. Ihre Finger waren kräftig und doch edel geschwungen. Die Nägel nicht lackiert. Für einen Moment sah er die langen roten Enden ihrer Finger vor sich, die nur dann so aussahen, wenn er sie abends besuchte.

„Ist noch etwas …?“ Sie hatte ihn beim Fantasieren erwischt. Er wurde rot und beeilte sich aus dem tiefen Sessel aufzuspringen.

„Nein, das war alles.“ Er hoffte, sie würde ihn noch einen Moment lang anschauen, aber sie war schon wieder in ihre Arbeit vertieft. Ob sie ihn auch schon ad acta gelegt hatte? Etwas entmutigt ging er zu Tür und zuckte zusammen, als er ihre Stimme hörte.

„Und sei pünktlich heute Abend. Du weißt, ich mag es nicht, wenn ich warten muss.“

Hastig drehte er sich noch einmal um. Sie sah nicht hoch.

„Natürlich werde ich pünktlich sein. Natürlich!“ Als wenn er es wagen würde, zu spät zu kommen.

Er kehrte an seinen Arbeitsplatz zurück und atmete tief durch. Die kurze Begegnung mit ihr hatte gereicht, um seinen Verstand ins Straucheln zu bringen. Sein Glied hatte sich versteift, seine Lenden pochten genauso wie sein Herz und eine Hitze war in ihm aufgestiegen, die nur schwer zu kontrollieren war. Er sah auf die große Bürouhr. Noch fünf Stunden, bis er sie besuchen durfte. Die Zeit würde wie immer, wenn er mit ihr verabredet war, wie zäher Brei zerinnen. Was hatte sie, das ihn so in den Bann ziehen konnte? Sie war schön und sie war klug und sie wusste, was sie mit ihm tun musste, aber war das wirklich alles? Oder hatte sie noch irgendetwas anderes in sich, das bei ihm etwas weckte, das er nicht ergründen konnte?

Sorgfältig machte er sich für die Verabredung zurecht. Er hatte ausgiebigst geduscht und sich rasiert. Überall. Seine gerade aufkeimenden Brusthaare waren wieder verschwunden und der zarte Flaum an seinen Hoden war dem Trimmer zum Opfer gefallen. Sie mochte keine Behaarung bei Männern außer der auf dem Kopf. Als er sich das erste Mal für sie rasieren sollte, hatte es ihn schon einige Überwindung gekostet. Aber sie hatte recht gehabt. Seine Hoden waren dann viel sensibler für ihre Berührungen. Mittlerweile stimulierte ihn schon die eigene Rasur. Das glatte Gefühl war einfach zu erregend. So hatte er sich auch dieses Mal rasch selbst befriedigen müssen, bevor er wieder aus der Dusche steigen konnte. Viel zu geil war er schon, als dass er es noch bis zu ihrer lustvollen Behandlung ausgehalten hätte. Außerdem wusste man dabei nie, ob und wenn ja wann man kommen durfte …

Sie wohnte in einem der herrschaftlicheren Häuser der Vorstadt. Jedes Mal, wenn er durch das noble Treppenhaus stieg und an den anderen Namensschildern vorbeikam, überlegte er, ob wohl jemand der anderen Mieter ahnte, was die elegante Geschäftsfrau abends so in ihrer Wohnung trieb … Vielleicht besuchte der eine oder andere sie ja auch? Er mochte den Gedanken nicht zu Ende denken. Er wollte, dass sie nur ihn benutzen sollte und niemanden sonst. Die Tür war wie immer, wenn er sie besuchte, nur angelehnt. Er stieß sie auf und sog gierig ihren herben Duft ein, der durch die ganze Wohnung zu strömen schien. Sie war bestimmt noch im Bad beschäftigt. Er schloss die Tür hinter sich und schritt langsam durch die hohen Räume. Wie immer war ihm etwas feierlich zu Mute, wenn er hier sein durfte. Es war etwas ganz Besonderes, sie zu besuchen. Er stellte sich ans Fenster, sah nach draußen und wartete mit klopfendem Herzen auf ihr Erscheinen. Und dann endlich stand sie in der Tür, schön und unnahbar wie immer. Mit langen rot lackierten Fingernägeln, einem Zigarillo im Mund, auf High Heels und einem Latexkleid, dass so eng und so scharf aussah, das es ihm das Blut in den Ohren rauschen ließ. In der einen Hand hielt sie eine Peitsche mit langen einzelnen Striemen daran. Erregung stieg in ihm hoch. Damit würde sie ihn bestrafen – wie schön …

Sie kam auf ihn zu und blies ihm dunklen Rauch ins Gesicht. „Bist du schon geil?“

Nickend starrte er auf ihren großen rot geschminkten Mund. „Dann zieh dich aus und knie dich vor mich hin. Beeil dich.“ Kurze Zeit später kniete er vollkommen nackt vor ihr. Sie gab ihm mit dem Schuh einen kleinen Tritt.

„Dreh dich um.“ Gehorsam drehte er ihr seinen Hintern zu. „Spreiz die Beine – schön weit!“

Er grätschte die Beine, bis es ihm in der Leiste schmerzte, und schob ihr seinen Hintern entgegen. Beim ersten sanften Hieb stöhnte er fast befreit auf. Seit genau einer Woche, seit seinem letzten Besuch bei ihr hatte er auf diesen ersten Schlag gewartet. Sie bearbeitete seine Pobacken und ließ die Striemen immer wieder zwischen die Spalte seines Hinterns gleiten. Gerade so tief, dass die Striemenspitzen seine Hoden und den erigierten Penis berührten. Die Erregung, die diese harte Berührung in ihm auslöste, war nicht zu beschreiben. Egal, mit welcher Frau er geschlafen hatte, egal, was sie mit ihm angestellt hatte, nichts war annähernd so geil gewesen wie diese Stimulation durch die Peitsche!

Bei jeder Berührung seines Penis stöhnte er laut auf.

„Jammer nicht!“ Ihre Stimme war gnadenlos. „Hör auf zu greinen, sonst muss ich noch fester zuschlagen …“

Natürlich spornte ihn die Aussicht darauf, stärker malträtiert zu werden, nur noch weiter an. Sein Stöhnen wurde lauter. Und sie ließ ihn die Peitsche härter spüren. Sein Hintern brannte bereits. Seine Hoden fühlten sich heiß und hart an. Sie schienen aus ihrer Haut zu wollen. Das schaukelnde Glied zwischen seinen Beinen pochte mit jedem Schlag ungeduldiger.

„Nimm ihn in die Hand!“ Endlich durfte er sich anfassen. „Fester, schneller.“

Sie beobachtete genau, wie er sein Glied massierte. Sie hatte sich hinter ihn gehockt, um besser sehen zu können, was er da mit sich anstellte.

Plötzlich fühlte er den harten Knauf der Peitsche an seinem Anus. Er zuckte zusammen.

„Weiter! Mach weiter …“, befahl sie zischend. Seine Finger glitten noch schneller an seinem Schaft rauf und runter. Er war irritiert, aber auch gleichzeitig geil darauf, was sie als Nächstes tun würde. Noch nie hatte sie ihn anal befriedigt, so sehr er sich das auch gewünscht hatte. Er fühlte, wie ihre Hände seine Pobacken auseinanderzogen, um den hinteren Eingang für den Peitschenknauf zu öffnen.

„Und schön weitermachen da vorne, sonst höre ich hier hinten auf.“ Als wenn er sein Glied noch loslassen würde, so erregt, wie er war. Als der harte Knauf sich seinen Weg langsam, aber unaufhaltsam hineinbahnte, wusste er, dass dies die absolute Erfüllung seiner sexuellen Fantasien sein würde. Am Ende des Knaufes, dort in seinem Anus, würde der Höhepunkt aller Höhepunkte stattfinden. Es gab jetzt schon keinen Zweifel mehr darüber.

Der Druck auf das Peitschenende wurde größer. Er konnte nun zum ersten Mal seit diesem Akt ihren Atem hören. Schwer und unkontrollierbar entwickelte er sich. Es musste sie heftigst erregen, ihn anal verwöhnen zu können. Auch das machte ihn an. Wenn sie sich an seiner Erregung weiden konnte.

Er wandelte mittlerweile auf einem so schmalen Grat zwischen Lust und Schmerz, dass die Grenzen verschwammen. Er hätte nicht mehr sagen können, was intensiver Besitz von seinem Unterleib ergriffen hatte. Jeder Millimeter Peitsche mehr in ihm fachte seine Wollust und seine Begierde nach mehr hemmungslos an. Er biss sich auf die Zähne, um nicht schreien zu müssen. Schreien hatte sie ihm verboten. „Ich will nicht, dass meine Nachbarn irgendetwas mitbekommen …“, hatte sie ihm erklärt. Seine Lippen schmeckten metallisch. Sie bluteten. Doch der Schmerz vorne in seinem Gesicht war verglichen zu dem anderen da hinten in ihm nicht von Bedeutung.

Und dann kam er zum Höhepunkt, der irgendwo zwischen purer Lust und heftig einsetzendem Schmerz angesiedelt war. Sein ganzer Unterleib schien eine einzige brennende Stelle zu sein. Er konnte nicht mehr unterscheiden, wo er die größte Pein und wo die heftigste Befriedigung verspürte. Alles war vereint in einem in diesem Ausmaß noch nie erlebten Lustgefühl!

Als die Erregung langsam verebbte und er wieder einigermaßen denken und handeln konnte, drehte er sich zu ihr um. Sie hatte sich erhoben und starrte mit einem zufriedenen Lächeln auf ihn herab.

„Zieh dich an und lass mich allein.“

Er wusste, sie würde erst dann ihrer Erregung freien Lauf lassen, wenn er gegangen war. So war es immer. Ob er wohl jemals dabei sein würde, wenn sie es tat? Immerhin hatte seine Gier die ihrige heute viel stärker entfacht als sonst. Vielleicht würde sie irgendwann mit der Befriedigung ihrer Lust nicht mehr warten können, bis sie alleine war …

Am nächsten Tag ging er gleich morgens zu ihr, um sich einen Vertrag unterschreiben zu lassen. Es war der perfekte Vorwand, um sie sehen zu können. Sie musterte ihn mit einem eigentümlichen Gesichtsausdruck.

„Du warst gut gestern. Es hat mir gefallen …“

Sein Glied meldete sich zurück. Abwartend starrte er auf ihren Mund.

„Komm bitte heute Abend vorbei. Ich habe etwas vergessen …“

Als er wieder an seinem Platz saß, auf die große Bürouhr schaute, die Stunden bis zu seinem Besuch bei ihr zählte, war er sich plötzlich sicher. Er war ganz nah dran, dabei sein zu dürfen …