Ich brauchte den Job. Dringend. Und außerdem gefiel mir die Espresso Bar gut. Der Chef war natürlich das klassische Beispiel eines typisch italienischen Machos. Nicht schlecht aussehend und darum wissend. Schwarzes Haar mit Gel gestylt, um es gebührend glänzen zu lassen. Und cool. Sehr cool. Aber er behandelte mich schon beim ersten Vorstellungsgespräch mit Respekt, war höflich und charmant.
Natürlich kam er zu spät. Das hatte ich gar nicht anders erwartet und es war mir ganz recht. Ich bekam einen heißen, starken Espresso von einer der weiblichen Angestellten serviert und hatte genügend Zeit, mir den Laden in Ruhe anzusehen. Ich beobachtete genau, wie die Leute, die hier arbeiteten, miteinander umgingen, wie der Kontakt zwischen ihnen und den Kunden war und ich hatte schnell ein gutes Gefühl. Alle schienen ganz zufrieden zu sein und wirkten trotz der aufkommenden Hektik, als es zur Mittagszeit ziemlich voll wurde, recht entspannt. Ein gutes Betriebsklima ist wichtig. Speziell in der Gastronomie, wo es schon mal drunter und drüber gehen kann. Ein relaxtes Miteinander kann man schnell erkennen, gerade wenn man auf Kleinigkeiten achtet. Ich besaß mittlerweile genug Erfahrung, um zu wissen, wo ich reinpassen würde und wo nicht. Wo es mir gefallen würde und wo wahrscheinlich weniger.
Endlich kam der Herr des Hauses – Pasquale. Was für ein melodischer Name. Er passte zum Besitzer, der wirklich gut aussah.
Als er meine Hand nahm, ohne sich dafür zu entschuldigen, dass er mich hatte warten lassen, richtete sich ein Teil meiner Haarwurzeln auf. Er gefiel mir. Nicht nur mir. Schon bei unserer ersten Begegnung war mir aufgefallen, dass alle anwesenden Frauen ihm immer wieder einen Blick zuwarfen. Er war aber auch wirklich charmant und benahm sich unglaublich lässig. Man hätte es natürlich auch als arrogant bezeichnen können, aber auf mich wirkte es einfach nur anziehend. Zu schade, dass er verheiratet war. Seine Frau hatte es bestimmt nicht immer leicht mit ihm und seinem typisch italienischen Charme. Außerdem, allein der Gedanke daran, etwas mit dem Chef anzufangen, noch dazu in einem so überschaubaren Laden, war sträflich genug.
Er sah mir tief in die Augen, sich seiner Wirkung bewusst, und ich hätte wahrscheinlich auch für den halben Stundenlohn gearbeitet, wenn er mich noch länger so angesehen hätte. Ich bekam also den Job und fing auch gleich an, weil es immer voller wurde und sie jede helfende Hand gebrauchen konnten. Zum Glück hatte ich schon mal in einem Café gearbeitet, sodass ich die fehlende Einarbeitungszeit nicht benötigte.
Nach meiner ersten Schicht war ich kaputt, aber happy, weil es ganz gut gelaufen war. Ich hatte gleich gemerkt, dass es sich bei den Kunden fast ausnahmslos um Stammkunden handelte. Manche kamen sogar zwei- bis dreimal am Tag und gaben fast alle ein gutes Trinkgeld. Schon jeder Espresso brachte zwanzig Cent Tipp. Ich war sehr zuversichtlich. Nicht nur was meinen Verdienst anging. Das Betriebsklima erwies sich schnell als wirklich gut und so sehr sich die dort arbeitenden Männer auch alle Mühe gaben, den echten Macho rauszukehren, so höflich und respektvoll behandelten sie trotzdem ihre Kolleginnen. Es fiel nie ein böses Wort oder ein ungeduldiger Blick. Meine blonde Haarfarbe und mein nordisches Äußeres verliehen mir in dem Laden etwas Exotisches zwischen all dem italienischen Blut, was zusätzliches Trinkgeld zur Folge hatte.
Zwei Wochen später mussten wir aufrüsten, weil ein Straßenfest bevorstand. Wir wussten, egal wie schnell und fleißig wir sein würden, es würde nicht ausreichen den Kundenstrom zu versorgen.
Am Freitagabend kamen zwei weitere Frauen, um uns zu unterstützen. Am Samstag, dem Haupttag des Festes, sollte dann noch der Bruder des Chefs aushelfen. Ich war neugierig auf ihn. Ob er ähnlich attraktiv sein würde wie Pasquale? Und ähnlich charmant?
Er war es. Auf eine etwas andere Art, aber nicht minder umwerfend. Guiliano war ein paar Jahre jünger und hatte lange, schwarze Haare, die er bei der Arbeit zu einem Zopf zusammengebunden hatte. Als er hinter den Tresen trat und mich einen langen Moment sehr intensiv ansah, wussten wir beide, dass irgendwann irgendetwas geschehen würde …
Er war zudem noch witzig und locker, höflich und umgänglich. Trotz des wirklichen Stresses, den wir an diesem Tag hatten, machte uns das Arbeiten Spaß. Uns allen. Die Kunden waren sehr rücksichtsvoll und entgegenkommend, weil sie sahen, dass wir unser Bestes gaben, um dem Bestellansturm einigermaßen gerecht zu werden. Und es hagelte regelrecht Trinkgeld, was uns gebührend für unsere Arbeit entschädigte.
Es war sehr eng hinter dem Tresen und so ließen sich Berührungen untereinander nicht vermeiden. Ich hatte wiederholt Guilianos Hände am Hintern oder am Bein gespürt, ohne dass es irgendwem auffallen konnte. Wenn wir uns begegneten, genügte ein kurzer, aber intensiver Blick in die Augen, um festzustellen, dass wir scharf aufeinander waren. Jedes Mal, wenn unsere Hände sich zwischen Gläsern und Flaschen, Tassen und Tellern berührten, funkte es unter meiner Haut. Wenn er dorthin wollte, wo ich gerade zu tun hatte, raunte er: „Du bist mir immer irgendwie im Weg. Machst du das extra?“ Seine Stimme lockte mich. Bereits nach einem halben Tag war ich verrückt nach ihm und wollte mehr.
Aber wir waren vorsichtig. Wir versuchten es zumindest. Wir mussten es sein. Pasquale hatte mir bei der Einstellung unverblümt mitgeteilt, dass er jegliche Art von Techtelmechtel zwischen seinen Mitarbeitern nicht dulden würde. Wer rummachte, flog raus. Hörte sich hart an, machte aber Sinn. Und so verführerisch er auch wirkte, ich hatte nicht einmal bei ihm das Gefühl, er würde irgendeine Frau innerhalb der Bar zu nahe an sich heranlassen, oder ihr berechtigte Hoffnungen auf irgendetwas anderes als einen heißen und starken Espresso machen.
Zudem war er auch noch der ältere Bruder von Guiliano und als wenn das nicht Grund genug gewesen wäre, klingelte das Telefon und Pasquale schrie unüberhörbar über die Köpfe aller hinweg: „Guiliano, deine Frau!“
Den Blick, den er mir dabei zuwarf, konnte ich nicht missverstehen. Er hatte uns im Visier und das, obwohl wir uns solche Mühe gegeben hatten, keinerlei Verdacht zu erregen. Ich fluchte innerlich. So ein Pech. Da war wohl nichts zu machen.
Der gute Guiliano tat natürlich, als wenn gar nichts gewesen wäre, und machte genauso weiter wie vor dem Anruf der Ehefrau. Seine Berührungen wurden sogar noch eindeutiger, aber so geschickt, dass sein aufmerksamer Bruder uns nicht erwischen konnte.
Die Zeit verflog unter Guilianos Blicken und seinen leise gezischten Worten.
„Weißt du, woran ich gerade denke?“
Ich konnte es mir vorstellen und ich wusste natürlich erst recht, woran ich dachte. Und meine Gedanken waren ziemlich heiß und unverfroren. Die Tatsache, dass er verheiratet war, war sein Problem, nicht meines, und alles andere hatte ich im Griff. Nicht umsonst hatte ich mal in einer Laienspielgruppe mitgewirkt.
Es wurde spät und eigentlich hätte ich ziemlich erschlagen sein müssen, weil wir seit Mittag auf Hochtouren arbeiteten, aber die Anwesenheit des lockenden Italieners beflügelte mich. Und auch der wirkte frisch und voller Tatendrang.
Dann ergab sich tatsächlich eine Gelegenheit, die uns der Himmel schenkte. Pasquale musste für Nachschub sorgen. Er würde eine Zeit lang den Laden ohne Aufsicht lassen müssen. Guiliano sollte aus dem Lager schon mal neuen Wein holen und der reagierte schnell, kaum hatte sein Bruder die Bar verlassen.
„Ich brauche Hilfe!“, schrie er quer über den Tresen und winkte mir herrisch zu. Brav trabte ich hinter ihm die Treppe herunter. Ich tat sehr geschäftig. Niemand beachtete uns. Alle hatten zu viel zu tun, um sich irgendwelche Gedanken zu machen.
Ich sog Guilianos Duft ein, während er die schwere Kellertür auf- und hinter uns wieder zuschloss. Er verlor keine Zeit. Presste mich an die raue Wand und küsste mich, dass mir sofort die Luft wegblieb. Er hatte sich anscheinend vorher genau überlegt, was er wollte. Er hockte sich vor mich, schob mir den Rock hoch, zog den Slip blitzschnell herunter, spreizte meine Beine und küsste mich direkt ins Zentrum meiner Lust. Ich krallte mich in seinem glänzenden Haar fest und ließ es geschehen. Er hob eines meiner Beine an und drehte es zur Seite, damit ich mich ihm offen präsentierte. Seine Finger erregten mich, seine Zunge machte mich rasend. Mein Stöhnen spornte ihn an. Er bahnte sich einen Weg zu meiner Klitoris und hatte innerhalb von Sekunden meine Lust komplett im Griff. Noch nie hatte mich ein Mann so rasant erobert. Ich schloss die Augen und gab mich seinen sanften und erfahrenen Berührungen hin. Meine Knie zitterten und mein Unterleib zog sich zusammen. Meine Brustwarzen richteten sich auf und meine Lust fing an zu fließen. Es war beeindruckend, was da zwischen meinen Schenkeln passierte. Heiße Schauer durchzogen meinen Unterleib. Meine Brüste hüpften bei jeder Berührung seiner Lippen, meine Klitoris zitterte heftig bei jeder Liebkosung seiner Zunge.
Hatte dieser Mann den Blitzschnell-Oralorgasmus erfunden? Woher wusste er so zielsicher, wie er mich zu verwöhnen hatte? Ich hatte immer geglaubt, jede Klitoris sei anders und somit auch anders zu behandeln und bräuchte eine gewisse Zeit, um fachgerecht erobert und zum Beben gebracht zu werden. Nun schien es, als wenn er diese, meine Mitte schon tausendmal mit seinem Mund verwöhnt und zum Höhepunkt gebracht hatte. Die Hitze kroch mir zwischen die Schenkel hoch, wärmte meinen Unterleib und brachte meine Weiblichkeit zum Kochen. Kaum zwei Minuten, nachdem ich an die Kellerwand gedrückt worden war, kam ich …
Benommen griff ich zwischen Guilianos Beine, als er sich aufrichtete, um mich zu küssen. Doch er hielt meine Hände fest.
„Nächstes Mal. Wir müssen wieder hoch.“
So erschienen wir keine vier Minuten später voll beladen mit den unterschiedlichsten Weinen wieder hinterm Tresen. Niemand schien etwas zu argwöhnen – aber wie auch. Wir waren ja kaum weggewesen. Ich versuchte normal zu atmen und völlig unbeteiligt zu gucken, was verständlicherweise nach so einer Aktion nicht ganz einfach war. In Windeseile verstauten wir die Flaschen.
„Wir brauchen mehr Wein – komm …“
Wieder verschwanden wir im Keller. Nun übernahm ich die Regie beim schnellen Oralsex. Guiliano öffnete seinen Reißverschluss, kaum dass die Kellertür hinter uns zugefallen war. Sein Glied war prall und ungeduldig. Ich verlor keine Zeit. So wie mein scharfer Italiener. Er drückte meinen Kopf sanft, aber bestimmt nach unten. Ich beeilte mich, weil ich erstens unglaublich hungrig auf seinen Penis war und ich mich ranhalten musste. Die Zeit in Form von Pasquale saß uns im Nacken.
Ich griff nach der prallen Versuchung und schob sie mir ohne Umwege in den Mund. Guiliano stöhnte erleichtert auf.
„Daran habe ich gedacht. Fast die ganze Zeit …“
Meine Lippen schlossen sich fest um den breiten Schaft und bearbeiteten ihn in einem gleichmäßigen Rhythmus, der bald schneller und intensiver wurde. Sein Glied wuchs zwischen meinen Lippen. Es schmeckte verführerisch und ich hätte trotz der verbotenen Situation ewig weitermachen können, wenn sich mein heißer Italiener nicht viel zu schnell entladen hätte. Er unterdrückte ein allzu lautes Stöhnen und hatte sich leider auch sonst sehr gut im Griff.
Ich war nämlich mittlerweile so heiß, dass ich alles mit ihm getan hätte. Egal, was oben in der Bar lief. Egal, was mein Chef sagen würde. Aber Guiliano hatte natürlich mehr zu verlieren als ich. Er presste seinen süßen Hintern zusammen. All seine Muskeln waren angespannt. Schweiß stand auf seiner Stirn. Er öffnete nur ganz leicht den Mund und eine Art heiseres Zischen entwich, als ihm die Ekstase für einen kurzen Moment dann doch die Sinne raubte. Aber er brauchte nicht lange, um wieder klar denken zu können, und so waren wir bald oben hinter der Bar und verstauten unsere Ware.
Keinen Moment zu früh. Pasquale stürmte herein und fuchtelte mit Armen und Beinen, um hektische Anweisungen zu erteilen. Ich schaute ganz unschuldig in sein angespanntes Gesicht und lächelte entspannt. Er warf seinem Bruder einen Blick zu, der gerade geschäftig unsere Weinflaschen hin- und herräumte. Nichts, aber auch gar nichts war auffällig …
Es ergab sich keine weitere Gelegenheit für uns, noch mal gemeinsam zu verschwinden. Als es endlich Zeit war nach Hause zu gehen, stand Guilianos fürsorgende oder auch misstrauische Ehefrau vor der Tür, um ihn abzuholen. Wir warfen uns noch einen hungrigen Blick zu, bevor er gehen musste. Pasquale sah mich ganz eigentümlich von der Seite an, als ich mich verabschiedete. Er traute uns anscheinend nicht. Konnte aber zum Glück nichts beweisen …
Als ich zu Hause meine verschwitzten Sachen auszog, fiel ein kleiner Zettel mit einer Handy-Nummer aus der Rocktasche. Wie hatte mein scharfer Italiener es geschafft, mir den zuzustecken, ohne dass ich etwas bemerkt hatte?
Ich schlief mit der prickelnden Gewissheit ein, dass unser verheißungsvolles Vorspiel noch ein richtig geiles Nachspiel haben würde …