Mein neuer Chef. Das war er also. So sah er aus. Nicht gerade attraktiv, zumindest nicht auf den ersten Blick. Aber mir gefiel er. Die weiblichen Kolleginnen ware fast ausnahmslos enttäuscht.
„Der Alte war schon hässlich wie eine vertrocknete Kokusnuss …“
Ich musste herzhaft lachen über Annas Vergleich.
„Ist doch wahr. Fast acht Jahre lang habe ich einen äußerst unattraktiven, missmutigen und meist nervenden Chef gehabt. Seit vier Monaten bin ich gespannt auf den Neuen. Hoffe, dass er zumindest besser aussieht. Und was ist? Hässlich ist er, finde ich …“
Sie tat ihm unrecht. Das war zumindest meine Meinung. Aber mein und Annas Männergeschmack hätte unterschiedlicher auch nicht ausfallen können. Zum Glück. Denn wir hingen nicht nur im Büro wie die Kletten zusammen, sondern auch privat. Zogen abends los, um nach geeignetem „Männermaterial“ zu schauen, und kamen uns dabei nicht in die Quere.
Anna legte Wert auf hübsche Männer mit guten Manieren. Ich mochte zwar auch die guten Manieren, auf den ersten Blick zumindest, aber dann, wenn ich mit dem Objekt meiner Begierde alleine war, durfte er diese Manieren zu Gunsten von „Dirty-Talk“ und anderen unanständigen Dingen ruhig ablegen. Unser Sexleben hätte unterschiedlicher nicht sein können. Während Anna die eher kultivierte, normale Liebe vorzog, hatte ich von den geschlechtlichen Dingen mehr die etwas bizarrere Vorstellung. Anna ahnte etwas davon, weil ich ab und zu mal ein klein wenig plauderte, aber das Meiste oder die wesentlichen Dinge behielt ich für mich. Meine wirklichen erotischen Fantasien, die für manche wohl eher düster wirken mussten, die wollte ich mit ihr nicht teilen …
Es heißt ja, dass diejenigen, die gewisse Neigungen beim Sex haben, sich gegenseitig anziehen, es spüren, wenn ihnen jemand über den Weg läuft, der ähnlich empfindet wie sie. Ich glaube daran. Bei mir war es bis jetzt auf jeden Fall meistens so. Und genauso verlief es auch mit dem neuen Chef.
Er holte nach und nach jeden Mitarbeiter zu einer persönlichen Besprechung in sein Büro. Das empfanden zwar alle als ungewöhnlich, aber auch durchaus als sinnvoll. In dem ungefähr halbstündigen Gespräch wollte er seine Angestellten ein wenig kennenlernen und sie sollten sich von ihm einen besseren Eindruck verschaffen können, sofern das in der kurzen Zeit möglich war.
Ich war die Letzte, die zum Gespräch in sein Büro kommen sollte. Später fiel mir auf, dass er mich wohl ganz bewusst zum Schluss ausgewählt hatte. Denn er hatte schon vom ersten Moment an ein Auge auf mich geworfen …
Unser Gespräch verlief zuerst sachlich-seriös. Ich erzählte ihm brav, was ich den ganzen Tag an meinem Schreibtisch so tat, was ich mir von meinem Job so vorstellte, das Übliche. Er schilderte kurz, was ihm arbeitstechnisch am Herzen lag, was er von seinen Mitarbeitern erwartete, das Übliche.
So sehr er sich während unseres Gespräches auch bemühte mir nur in die Augen zu sehen, so wenig schaffte er es. Seine Blicke glitten über meine schmale Figur, blieben viel zu lange an den Brüsten hängen, verweilten auf meinen Schenkeln, meiner Taille und drückten äußerstes Wohlgefallen aus. Unser dienstliches Gespräch war längst zu Ende, es gab keinen Grund mehr für mich sitzen zu bleiben und doch konnte ich mich nicht lösen. Es war da etwas in seinem Blick, das mir meine ausgefallensten erotischen Fantasien bestätigte. Hier vor mir saß endlich mal wieder ein Mann, der genau das Gleiche im Bett wollte wie ich. Es gab für mich keinen Zweifel.
Auch sein eher langweiliges Outfit, der steif wirkende Anzug, die blank geputzten Schuhe, die unglaublich biedere Krawatte konnten mich nicht täuschen. Seine Haltung, Gestik und Mimik drückten es für mich eindeutig aus. Er wollte etwas anderes von einer Frau als die meisten anderen Männer. Und er wollte es von mir!
Schade nur, dass er zufällig mein Chef war, das würde die Angelegenheit nicht gerade einfacher machen. Den Gedanken hatten wir beide in diesem Moment, wie sich später herausstellen sollte.
Kurz bevor ich gehen musste, wollten wir nicht im Vorfeld schon Aufsehen erregen; bevor es wirklich keinen Grund gab, noch länger zu bleiben, stand er auf, kam um den großen Bürotisch herum und stellte sich vor mich.
Sah auf mich herab.
Die Stelle, an der sich die männlichen Schenkel teilen, schwebte direkt vor mir. Und diese Stelle hatte sich eindeutig verdickt. Wölbte sich, wodurch sich der dünne Hosenstoff auffällig spannte. Zum Greifen nah präsentierte er mir seine intime Männlichkeit. Und ich, was tat ich? Ich schaute sehr lange und sehr intensiv darauf, bemerkte mit Wohlgefallen, dass sie noch ein kleines bisschen größer wurde, und tippte sie nur ganz kurz einmal mit dem Zeigefinger an.
Der Mann, der zu dieser Stelle gehörte, zuckte zusammen und stöhnte kaum hörbar auf. Ich stand auf, berührte seine Brust kurz mit meiner, schob mich an ihm vorbei, ging mit wiegenden Schritten zur Tür und drehte mich noch einmal kurz um, bevor ich das Zimmer verließ.
„Akazienstraße 2, ab 20 Uhr! Und bitte pünktlich.“ Ich musste seine Reaktion nicht abwarten. Ich brauchte keine Antwort. Ich wusste, er würde kommen und er würde pünktlich sein.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit angespannter Vorfreude. Das ist ja fast das Spannenste an einer neuen sexuellen Begegnung. Die Fragen, die man sich vorher stellt. „Wie wird er sein, was macht er, was liebt er beim Sex, kann er küssen, ist er fügsam, zu berechnen und und und …“
Anna meinte noch zu mir: „Ich weiß nicht, aber nach dem Gespräch. So übel ist der wohl gar nicht. Irgendwas hat der Mann an sich. Nur was?“
Nun ich wusste es längst, hütete mich aber natürlich etwas dazu zu sagen …
Punkt acht Uhr klingelte es wie vorherzusehen an meiner Tür. Ich war gut vorbereitet auf den Abend. Die Haare hatte ich streng nach oben gesteckt, mein Körper verbarg sich in einem hautengen Latexanzug, durch einen Reißverschluss zu entblößen. Der war gerade so weit nicht geschlossen, dass man genug Ansatz meiner großen Brüste sehen konnte. Und der eigentliche Clou dieses Teils war auf den ersten Blick nicht gleich zu entdecken. Erst dann, wenn ich meine Beine etwas grätschte. Der Anzug war im Schritt geöffnet! Eine Tatsache, die bis jetzt noch jeden Mann aufs Äußerste erregt hatte.
Ich trug hohe Schuhe, ebenfalls aus Lack, und war stark geschminkt. Meine knallroten Lippen passten perfekt zu den Schuhen und den lackierten Fingernägeln. Mein Anblick schlug bei ihm ein wie eine Bombe. Auch das hatte ich so und nicht anders erwartet. Er hatte den Anzug gegen Freizeitkleidung getauscht, die man aber ebenfalls nur als bieder bezeichnen konnte. Trotzdem – er gefiel mir und er würde der Richtige sein.
Ich befahl ihm sich auszuziehen. Sein Körper war nicht perfekt, aber sein Glied dafür umso besser. Es war geradezu riesig. Ich konnte mich nicht erinnern jemals so ein riesiges Glied zur eigenen Benutzung angeboten bekommen zu haben. Ich befahl ihm vor mir auf die Knie zu gehen. Mein Tonfall hatte genau das richtige Timbre für ihn. Er gehorchte sofort und gierig nach mehr. Als ich meine Schenkel vor ihm grätschte, dachte ich einen Moment lang, er würde einen Herzinfarkt bekommen. So erregte ihn mein nackter, obszöner Anblick zwischen den Beinen. Natürlich war ich rasiert. Und zwar komplett. Denn das macht die meisten Kerle noch etwas mehr an, als wenn man ein paar Härchen stehen lässt. Auch er sog hörbar die Luft ein. Sah mich an und wartete ungeduldig auf weitere Anweisungen.
„Zuerst die Schuhe, dann meine Vulva!“
Wenn ein Mann mir die Schuhe leckt, ist das für mich der ideale Auftakt zu einem befriedigenden Sex-Game. Alle Männer, die mir noch fremd sind, lasse ich das tun. Ich halte nichts davon, mit ihnen gleich die härteren, bizarreren Spiele zu spielen. Das geschieht dann bei gegenseitigem Gefallen nach und nach. Man muss erstmal langsam anfangen, sich ein wenig aneinander gewöhnen. Dann, wenn ich den Mann besser kenne und er mich, dann tue ich ausgefallenere Dinge mit ihm. Das „Schuhleck-Spiel“ ist meiner Meinung nach der optimale Einstieg in die etwas andere erotische Beziehung oder Affäre. Es ist noch nichts Besonderes, aber ich kann schon gut erkennen, wie devot mein Partner ist, wie brav er meinen Befehlen folgt, wie gefügig er sein will … Und dieser Mann hier vor mir leckte meine Schuhe mit einer Begeisterung, mit einer stummen Duldsamkeit, dass es eine wahre Freude war. Von vorn nach hinten, oben, unten, er nahm die Absätze in die Hand, fuhr zärtlich mit den Fingern darüber, nahm sie immer wieder in den Mund, glitt mit der Zunge darüber und küsste sie zärtlich. Meine Lust wuchs zusehends, mich von dieser virtuosen Zunge am eigenen Leib verwöhnen zu lassen. Die Schuhe an meinen Füßen glänzten wie noch nie und ich spürte wahre Schauer der Lust durch die Spalte meines Latexanzugs fließen, sodass ich leise stöhnen musste.
Als es an den Schuhen nichts mehr zu lecken gab, befahl ich ihm aufzuhören. Ich ließ mich in meinen riesigen Ohrensesel vorm Fenster fallen, grätschte die Beine, stellte sie rechts und links auf die dicken Armlehnen und winkte ihn heran. Er robbte sich zu mir hin, die prächtige Erektion seines riesigen Gliedes schabte über den hellen Teppichboden. Ein Anblick, der mich maßlos erregte. Ich deutete mit herrischer Geste auf meinen Schritt.
„Leck mich so sauber, wie du es an meinen Schuhen geschafft hast …“, befahl ich ihm und lehnte mich zurück.
Vom ersten Moment an spürte ich, dass noch nie ein Mann mich so gekonnt mit der Zunge stimuliert hatte, wie dieser hier es tun würde. Er traf genau den richtigen Moment, an dem er wo und wie intensiv zu lecken hatte. Seine Zunge war rau und wenig zärtlich, sondern eher hart und unnachgiebig. Eben so, wie ich es mochte …
„Fass dich an!“
Ich wollte neben meiner eigenen Befriedigung noch in den Genuss kommen, bei seiner Stimulation dabei sein zu können. Auch das ist so etwas, was mich immer sehr erregt. Mit festem Griff masturbierte er nun sein prachtvolles Glied, während er mich weiter nicht aus dem Mund ließ.
„Oooh, du schmeckst köstlich …!“, murmelte er zwischen seinen Zungenspielen und ich musste mich langsam an den Lehnen des Sessels festhalten, so brachte er mich in Rage!
Was soll ich sagen … Mein seriöser, durchaus als bieder im eigentlichen Sinne zu bezeichender Chef brachte mich zu mindestens zwei Höhepunkten, bevor er sich laut stöhnend auf meinem hellen Teppich endlud. Mit einer Kraft und einer Quantität, nebenbei bemerkt, die beachtlich war. Drei weitere Orgasmen meinerseits folgten, als ich meinte schon fast besinnungslos vor Lust und Gier zu sein und nicht mehr alles so richtig mitbekam, was sich da zwischen meinen Beinen abspielte …
Es war unglaublich und einmalig. Dieser Abend war der Auftakt zu einer durchweg gelungenen sexuellen Konstellation zwischen uns. Im Laufe der Zeit tat er all das für mich, was ein Mann für mich tun muss, um mich länger bei Laune zu halten. Mein Köder an ihn war, dass er irgendwann mich auch mal ganz besitzen würde. Diejenige, die eigentlich die Stärkere, die Dominantere war, würde sich ihm dann bedingungslos unterwerfen. Dann würde er mit mir tun dürfen, was er wollte. Dann würde er mir Befehle erteilen, denen ich ohne zu fragen nachzukommen hatte. Doch bis dahin war es noch ein weiter, lustvoller Weg …