FROSCH FRISST FROSCH
Jeongans Leiche traf am Wochenende in der Bibliothek ein. Es war aber nicht Hanja, sondern sein Anwalt, der aus dem Wagen stieg. Zwei Männer in schwarzen Anzügen zogen Jeongan aus dem Kofferraum, in den er achtlos hineingestopft worden war, und schleppten ihn in Old Raccoons Arbeitszimmer. Hanjas Anwalt folgte ihnen auf dem Fuß. Als die Männer in den Anzügen wieder fort waren, begrüßte der Anwalt Old Raccoon mit einer ehrerbietigen Verbeugung genau im rechten Winkel.
»Wir sind genauso bestürzt wie Sie«, sagte der Anwalt. »Jeongan hat eine Linie überschritten, die man nicht überschreiten sollte. Natürlich hätten wir Sie vorher konsultieren sollen, aber die Situation wurde plötzlich allzu dringlich …«
Old Raccoon zog den Reißverschluss am Leichensack so weit auf, dass er Jeongan identifizieren konnte. Dessen Gesicht war bläulich und im Augenblick des Entsetzens erstarrt.
»Eine Linie, die man nicht überschreiten sollte.« Old Raccoon sprach langsam und ruhig, als ermahne er ein Kind. »Vielleicht werde ich senil, aber wenn junge Leute heutzutage um den heißen Brei herumreden, verstehe ich nicht mehr, was sie sagen wollen. Sagen Sie es klar und deutlich, Herr Staatsanwalt. Was für eine Linie wurde überschritten?«
Hanjas Anwalt hatte früher als Staatsanwalt gearbeitet, und die Leute redeten ihn immer noch mit seiner alten Berufsbezeichnung an, obwohl er diesen Beruf längst nicht mehr ausübte.
»Jeongan hatte eine Liste mit den Namen und Standorten unserer Plotter – mindestens fünf an der Zahl. Wir nehmen an, er wollte ein Geschäft mit einem anderen Unternehmen machen. Wie Sie wissen, sind Informationen dieser Art extrem heikel, und deshalb haben wir …« Er ließ den Satz in der Schwebe.
»Mit welchem Unternehmen?«
»Mit ein paar Leuten aus China. Sie wollten ihm drei Milliarden won zahlen.«
Old Raccoon runzelte die Stirn. »Sie erwarten, dass ich das glaube? Woher soll Jeongan eine Liste eurer Plotter haben, wenn nicht mal ich weiß, wer sie sind? Solche geheimen Informationen bewahren Sie doch sicher nicht zwischen den Seiten eines Telefonbuchs auf.«
Der Anwalt zögerte, bevor er antwortete. »Wir haben noch nicht schlüssig geklärt, wie er an die Liste gekommen ist. Sobald wir es wissen, wird der Boss persönlich zu Ihnen kommen und Ihnen umfassend Bericht erstatten.«
Old Raccoon zog den Reißverschluss ganz auf. Er zählte sieben Messerstiche in Jeongans Hals, Brust und Bauch. »Hat Hanja den Befehl gegeben?«
»Der Boss ist zurzeit im Ausland.«
»Wer war es dann?«
»Ich habe befohlen, ihn zu überwältigen und festzusetzen, aber Jeongan zu fangen ist nicht so leicht. Ich vermute, unserem Mann ist ein Missgeschick unterlaufen.«
»Ein Missgeschick …«, wiederholte Old Raccoon.
Der Anwalt warf einen verstohlenen Blick auf Old Raccoons Gesicht und sagte: »Er wird gründlich bestraft werden.«
Old Raccoon schaute ihn verachtungsvoll an. »Gründlich? Das heißt, ihr werdet ihn hinrichten?«
Der Anwalt drückte die Faust auf seinen Mund und tat, als müsse er husten. Er machte ein verlegenes Gesicht.
»Oder habt ihr die ganze Zeit geplant, meinen Springer gegen einen eurer Bauern auszutauschen?«, fragte Old Raccoon.
Raeseng knirschte bei der Erwähnung eines Schachspiels mit den Zähnen. Der Anwalt presste immer noch die Faust an den Mund und sah beklommen aus.
»Wir haben allein in den letzten zwei Monaten drei Plotter verloren«, erklärte er höflich. »Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob Jeongan etwas damit zu tun hatte, aber unsere Lage ist heikel. Außerdem steht die Wahl bevor. Wir hoffen, Sie haben Verständnis für unsere Situation.«
Als Old Raccoon von drei toten Plottern hörte, legte er den Kopf schräg. Er rollte die Ärmel hoch und untersuchte die Stichwunden an Jeongans Leiche mit bloßen Händen. Der Jäger hatte seine Beute langsam zur Strecke gebracht; er hatte am Rand des Körpers begonnen und sich zur Mitte vorgearbeitet, als die Beute schwächer wurde. Bei Trainer und Chu war genauso verfahren worden.
»Der Friseur?«, fragte Old Raccoon.
»Nein. Es war ein junger Messermann. Ehemaliger yakuza …«
Der Anwalt hatte die Lüge auf der Stelle parat. Old Raccoon schnaubte höhnisch und betastete die Stelle, wo das Messer Jeongans Herz durchbohrt hatte – höchstwahrscheinlich der tödliche Stich.
»Beeindruckende Messerarbeit für einen jungen Mann. Wie heißt er?«
Der Anwalt zögerte und versuchte offensichtlich zu improvisieren. »Er nennt sich Dalja.«
»Wie alt?«
»Fünfundzwanzig.«
»Sehr jung. Also gut – bringen Sie mir seine Leiche, und wir sind uns einig. Wir dürfen ihn nicht in dem Glauben lassen, es sei okay, die Bibliothek zu bedrohen, und er könne damit durchkommen. Das würde ihm zu Kopf steigen.«
Raeseng starrte ihn überrascht an, aber Old Raccoon verzog keine Miene. Der Anwalt überlegte kurz und nickte dann.
»Gut, abgemacht. Wenn es erledigt ist, verfasse ich einen Lagebericht und lasse ihn zustellen.«
»Ich brauche keinen verdammten Lagebericht!« Old Raccoon schrie plötzlich. »Was glauben Sie, was das hier ist? Die Regierung?«
»Verzeihen Sie.« Der Anwalt ließ den Kopf hängen.
»Sie können jetzt gehen. Wir kümmern uns um Jeongans Leichnam.«
Der Anwalt vollführte noch einmal eine höfliche Neunzig-Grad- Verbeugung, bevor er ging.
Erst als er weg war, gestattete Old Raccoon sich, seinen Schmerz zu zeigen. Seine kerzengerade Gestalt schien in sich zusammenzusinken. Er stützte sich mit beiden Händen auf den Tisch und schaute lange in Jeongans Gesicht, bevor er dem jungen Mann die Hand auf die Stirn legte.
Ohne den Blick von Jeongan zu wenden, fragte er Raeseng: »Wie ist Jeongan an die Liste mit Hanjas Plottern gekommen?«
»Ich habe keine Ahnung.«
»Und keine Vermutung?«
»Nein.«
Vielleicht war Jeongan darüber gestolpert, als er Dr. Kangs Versteck gefunden hatte. Aber war es wahrscheinlich, dass die Plotter eine Liste mit Namen und Adressen herumliegen ließen, über die jemand stolpern konnte? Nie im Leben. Mito musste einen Köder für ihn ausgelegt haben, und er hatte ihn geschluckt. Wie ein Idiot. Hatte er wirklich geglaubt, er könnte eine Liste von Plottern verkaufen, ohne erwischt zu werden? Das musste doch schiefgehen.
»Was zum Teufel ist hier los?«, fragte Old Raccoon.
»Wenn du es nicht weißt, dann weiß ich es erst recht nicht«, sagte Raeseng.
»Hat Jeongan von jemand anderem Befehle entgegengenommen?«
»Er hat die Bestandteile einer Bombe zurückverfolgt, aber das hatte nichts mit den Plottern zu tun.«
»Drei Plotter tot, Jeongan erstochen, alle rasseln mit dem Säbel, als würde gleich die Hölle losbrechen – und ich weiß nichts?«, brüllte Old Raccoon, und seine Augen waren rot.
»Bist du deswegen wütend?!«
»Was?« Old Raccoon funkelte ihn an.
»Du bist nicht wütend wegen Jeongan. Dein Stolz ist verletzt, einfach, weil man dich nicht informiert hat, stimmt’s? Jeongan ist tot! Siehst du das nicht?« Raeseng nahm Jeongans Kopf in beide Hände und drehte ihn so, dass Old Raccoon ihm ins Gesicht sehen musste.
»Wer interessiert sich für deinen Stolz? Wenn du informiert worden wärst, machte das Jeongan nicht wieder lebendig – also warum kümmert es dich, ob du wusstest, was los ist, oder nicht? Ganz offensichtlich hat der Friseur ihn umgebracht, aber du regelst die Angelegenheit, indem du einen anderen Kerl umlegen lässt? Zur Hölle mit dir und deinen elenden Berechnungen! Ich glaube, wir sind dir alle gleichgültig. Wir sind alle nur Figuren auf deinem Schachbrett. Wieso interessiert es dich da, ob dein Springer oder dein Turm oder sonst was geschlagen wird? Solange du spielst, sind wir sowieso alle tot.«
Old Raccoons Hände zitterten. Raeseng liefen die Tränen über das Gesicht.
»Bring ihn in den Keller«, sagte Old Raccoon schließlich sanft. »Wir müssen ihn waschen und fertig machen.«
»Ist das wirklich Jeongan?« Bear war schockiert.
Raeseng schwieg.
»Armer Jeongan! Armer kleiner Jeongan! So jung! Ich habe deinen Vater eingeäschert, und jetzt äschere ich dich ein. Was ist nur aus dieser Welt geworden?« Bear strich Jeongan im Leichensack über die Wange.
Raeseng zündete sich eine Zigarette an. Old Raccoon war im Auto geblieben. Bear ließ sich zu Boden fallen und weinte lange, ehe er wieder aufstand. Er klopfte sich die Hose ab und warf gewohnheitsmäßig einen prüfenden Blick auf die Umgebung, bevor er zum Auto ging und an das hintere Seitenfenster klopfte. Old Raccoon ließ das Fenster einen Spaltbreit herunter.
Bear wischte sich mit dem Handrücken über die Augen und sagte: »Soll ich dann anfangen, Herr Raccoon? Es dauert nicht mehr lange, und die Sonne geht auf.«
Old Raccoon nickte. Bear holte die Karre aus dem Schuppen und nickte Raeseng zu. Der schnippte seine Zigarette weg und ging zum Kofferraum. Zusammen hoben sie Jeongans Leichnam auf die Karre. Offenbar stimmte es, wenn gesagt wurde, die Toten seien schwerer als die Lebenden. Jeongan schien eine Tonne zu wiegen.
Bear bremste die Karre vor dem Ofen und breitete eine Matte aus. Ans obere Ende stellte er einen kleinen Tisch, den er mit einer Kerze, Räucherstäbchen, einer Flasche Reiswein und Weinbechern schmückte. Raeseng hielt sich abseits und sah zu. Bear zündete den Weihrauch an, überzeugte sich, dass nichts fehlte, und ging zurück zu Old Raccoons Wagen.
»Herr Raccoon, es ist alles bereit.«
Old Raccoon starrte ausdruckslos aus dem Fenster, ohne ein Wort zu sagen.
Bear wartete ungefähr zehn Sekunden ab. »Schön, ich denke, dann fangen wir ohne Sie an.«
Old Raccoon nickte kaum merklich. Bear verbeugte sich und kehrte zu der Matte zurück.
Er zündete noch ein Räucherstäbchen an, goss Wein in einen Becher und hob den Becher wie zum Opfer, bevor er ihn austrank und sich zweimal verneigte. Er schaute zu Raeseng herüber, und der stand auf, zündete noch ein paar Räucherstäbchen an und nahm einen Weinbecher. Bear schenkte ihm ein. Raeseng hob den Becher und verneigte sich zweimal. Dann stand er da wie in Trance, bis Bear ihm auf die Schulter klopfte und den Tisch und die Matte wegräumte. Raeseng war immer noch benommen, und Bear hob Jeongan allein auf das Tablett. Bevor er die Ofentür schloss, warf er Raeseng noch einen Blick zu, aber Raesengs Gesicht blieb ausdruckslos. Bear schaltete den Ofen ein.
Als die Flammen aufzüngelten, holte Bear eine Flasche soju und setzte sich neben Raeseng. Er trank einen Schluck und reichte Raeseng die Flasche. Raeseng nahm sie und trank ebenfalls, bevor er sie zurückgab. Bear hielt die Flasche in der Hand und starrte wortlos in den Ofen.
Jeongan-der-Schatten war tot. Jeongan, der sich einem bestimmten Lebensstil verschworen hatte, und nun würde sich niemand an sein Leben erinnern, er hatte ein Leben geführt, leicht und unbestimmt wie ein Dunsthauch und zu leben ohne Liebe oder Hass, Verrat, Kränkung oder Erinnerung, ebenso wenig präsent wie – der Tod. Warum hatte man ihn umgebracht? Niemand hätte einen Unterschied bemerkt, wenn sie ihn hätten leben lassen. Raeseng hatte einen schattenlosen Mann vor Augen, der in der prallen Sonne auf einem hohen Berggipfel in der Wüste stand, und er dachte: Wie soll ich jetzt leben ohne einen Schatten?
Wenn er Jeongan nicht hinzugezogen hätte, wäre Raeseng vielleicht als Nächster an der Reihe gewesen. Er hätte sich nicht die Mühe gemacht, ihn hinzuzuziehen, wenn Jeongan mit einem anderen Auftrag beschäftigt gewesen wäre. Der Tracker hatte mit dieser Bombensache nichts zu tun gehabt, bis Raeseng ihn dazugeholt hatte. Er hätte sich allein darum kümmern sollen, aber stattdessen hatte er ihn hinzugezogen, und jetzt war Jeongan tot. Er war zu einem Schatten geworden genau wie sein Vater und wurde in Bears Ofen verbrannt wie sein Vater. Raeseng stellte sich vor, wie die sengenden Flammen in Bears Verbrennungsofen Jeongans Blut und Knochen in Rauch und Asche verwandelten. Wenn man die Asche im Wind verstreute, wäre er vergessen, wie er es immer gewollt hatte.
Die Sonne ging auf. Bear warf einen Blick auf die Uhr und sah dann nach, ob jemand den Berg heraufkam. Er öffnete die Ofentür und zog das Tablett mit einem langen Eisenhaken heraus, obwohl die Hitze noch nicht ganz verflogen war. So frisch verbrannt, sahen Jeongans weiße Knochen zerbrechlich aus, als könnten sie jeden Augenblick zerfallen. Bear fischte sie mit einer billigen Zange, wie man sie in einer Eisenwarenhandlung bekam, aus der Asche. Wieder schaute er auf die Uhr und spähte den Berg hinunter. Dann schaufelte er das, was von Jeongan übrig war, in den eisernen Mörser und machte sich an die Arbeit. Offensichtlich beunruhigte ihn die Vorstellung, dass plötzlich Kunden kommen könnten.
Nach weniger als fünf Minuten hörte er auf, schüttete die Asche in eine Schatulle aus Ahornholz und schlug sie in ein weißes Tuch ein. Zerknirscht reichte er Raeseng die Schatulle.
»Du hättest früher kommen sollen. Für ihn hätte ich gern besser gearbeitet, aber wir haben nicht genug Zeit.«
Raeseng nahm die Urne in Empfang und gab Bear dafür einen Umschlag.
»Das ist schon gut«, sagte er nüchtern. »Ist ja nicht so, dass die Toten ins Leben zurückkehren, wenn man die Knochen nur feiner mahlt.«
Mit rot geränderten Augen nahm Bear den Umschlag entgegen. »Dieser Jeongan war ein guter Junge«, sagte er unter Tränen.
»Danke für deine Hilfe. Wir sehen uns später.«
Als Raeseng die Urne auf den Beifahrersitz stellte und den Motor anließ, ging Bear ans hintere Seitenfenster, um sich von Old Raccoon zu verabschieden.
»Auf Wiedersehen, Herr Raccoon. Und viel Glück.«
Old Raccoon schaute ihn kurz an und nickte.
Auf der Rückfahrt nach Seoul hielt Raeseng auf einer Anhöhe an. Old Raccoon beobachtete wortlos, wie er Jeongans Urne vom Beifahrersitz nahm.
»Ich bin gleich wieder da«, sagte Raeseng, ohne ihn anzusehen.
Der kurze Bergpfad endete an einem steilen Abgrund. Es war windig hier, ein guter Platz, um Asche zu verstreuen. Raeseng streifte ein Paar weiße Handschuhe über, öffnete die Schatulle und nahm eine Handvoll. Als er die Hand öffnete, erfasste eine Windbö, die an der Steilwand heraufwehte, die Asche und wirbelte sie in die Höhe. Raeseng musste plötzlich an einen blöden Witz denken, den Jeongan einmal gemacht hatte.
»Ich frage mich, ob mein Talent, dass sich niemand an mich erinnert, vielleicht erblich ist. Eine Art Obskuritätsgen, das ich von meinem Vater geerbt habe und das in meine DNA eingebunden ist. Das wäre der Grund, weshalb meine Mutter nie traurig war, als sie ihn verlassen hatte. Wenn man sich an jemanden nicht erinnert, braucht man auch nicht traurig zu sein. Ziemlich cooles Gen, was?«
»Was ist so cool an einer derart blöden DNA?«, hatte Raeseng gefragt.
Jeongan hatte gelacht. »Ich kann jemanden übers Ohr hauen, den ich schon einmal übers Ohr gehauen habe, und ich kann eine Frau anbaggern, mit der ich schon mal Schluss gemacht habe, und sie noch einmal abservieren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Denn sie alle werden sich sowieso nicht an mein Gesicht erinnern.«
An dem Morgen, nachdem er Jeongans Asche verstreut hatte, nahm Raeseng ein ausgiebiges heißes Bad. Danach öffnete er den Kleiderschrank und betrachtete eine ganze Weile seine Garderobe, bevor er ein weißes Buttondown-Hemd, eine schwarze Lederjacke und eine Jeans auswählte. Während er seine Haut mit Feuchtigkeitslotion einrieb und sich das Haar zurückkämmte, wurde ihm bewusst, wie lange es her war, dass er einen so friedlichen Morgen erlebt hatte. Die Bangigkeit, die ihn normalerweise plagte, war für den Augenblick verschwunden. Er betrachtete sich im Spiegel und grinste.
»Verdammt, siehst du gut aus«, sagte er zu seinem Spiegelbild.
Er zog eine Schublade auf. Darin lagen Chus Henckels-Messer und eine russische PB-6P9-Pistole mit Schalldämpfer. Er klopfte mit der Fingerspitze auf den Kolben. Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster nahm er das Messer und ließ die Pistole liegen.
Sein erstes Ziel war der M. Rindfleisch-Markt. Dort arbeitete ein exzentrischer alter Mann namens Heesu. Die Leute nannten Old Heesu den König des Fleischmarkts. Jeder, der auf dem Markt arbeitete, musste ihm eine monatliche Gebühr zahlen. Drogendealer, Gangster, Organhändler, Betrüger, Mittelsmänner für Auftragskiller, Hehler, Zuhälter – niemand war ausgenommen.
Sogar Hanja und Old Raccoon mussten Old Heesu dafür bezahlen, dass sie auf dem Markt ihre Geschäfte abwickeln durften. Aber Old Heesus Gebühr betrug nicht mehr als fünfzigtausend won pro Monat. Er nahm niemals mehr, nur weil jemand mehr verdiente, und er kassierte niemals weniger, nur weil jemand weniger einnahm. Solange man bezahlte, war ihm egal, was man tat. Was hatte es für einen Sinn, müde fünfzigtausend zu kassieren? Wechselte er mit dem Geld die durchgebrannten Glühlampen auf dem Markt? Niemand wusste es.
Als Raeseng die Tür zu Old Heesus Laden öffnete, sah er zwei Männer – der eine war Ende fünfzig mit einem runzligen Gesicht, der andere Anfang zwanzig und sah aus wie ein Teenager –, die eine Kuh ausweideten. Der mit dem Babyface hob Gedärme aus einem roten Eimer, während der Ältere mit einem kleinen Krummmesser die Leber und die Lunge aus dem Kadaver schnitt. Jedes Organ wanderte in einen eigenen Eimer. Als Raeseng sich vor einen der Eimer stellte, hielt der Ältere inne und sah zu ihm auf.
»Ich möchte zu Herrn Heesu«, sagte Raeseng höflich.
»Wer bist du?«
»Ich komme vom ›Dog House‹.«
Der Ältere musterte ihn und wandte sich dann an den Jüngeren.
»Lass das jetzt und geh zu Herrn Heesu. Sag ihm, er hat Besuch. Aus der Bibliothek.«
Der junge Mann ließ die Därme in den Eimer fallen und ging ins Geschäft. Der Ältere zog seine Gummihandschuhe aus und setzte sich auf eine Bank. Er schob einen Löffel Reissuppe in den Mund und trank einen Schluck soju hinterher. Saurer Blutgeruch wehte aus dem Eimer mit den Därmen herauf. Der Geruch war überall, aber der Mann schlürfte seine Suppe, als machte ihm das überhaupt nichts aus. Gleich darauf kam der Mann mit dem Babyface zurück.
»Er sagt, du sollst reinkommen.«
Old Heesu saß an einem niedrigen Tisch und las Zeitung. Neben einer Tasse mit schwarzem Kaffee, einer halb leeren Flasche soju , einem Schälchen Sesamöl und einem Aschenbecher, in dem eine Zigarette qualmte, lagen eine rohe Leber, die aussah, als sei sie eben aus der Kuh gekommen, und ein kleines Messer. Raeseng verbeugte sich.
»Lange nicht gesehen. Alles in Ordnung mit Old Raccoon?« Old Heesu ließ seine Zeitung sinken.
»Ja.«
»Nach allem, was ich höre, war es in letzter Zeit nicht allzu friedlich bei ihm.«
»Tja, nach allem, was ich sehe«, sagte Raeseng, »geht es bei ihm eigentlich fast immer ziemlich friedlich zu. Aber vielleicht verliert er in letzter Zeit auch einfach das Interesse am Frieden.«
»Ach ja? Natürlich, die meisten Gerüchte, die auf dem Fleischmarkt kursieren, sind ein Haufen Pferdekacke.«
Old Heesu gluckste und trank einen Schluck Kaffee. Dann nahm er die Zigarette aus dem Aschenbecher. Sie war ausgegangen, und er zündete sie wieder an. »Und was führt dich an diesen stinkenden Ort?«
»Ich wollte dich etwas fragen.«
»Schieß los.«
»Ich suche den Friseur. Du weißt, wo ich ihn finden kann, oder?«
Old Heesu zog die Brauen hoch und starrte Raeseng an. »Warum machst du den weiten Weg hierher, um mir eine Frage zu stellen, die Old Raccoon dir auch hätte beantworten können? Er hockt vielleicht immer nur in seiner Bibliothek herum, aber es gibt nichts, was er nicht weiß.«
»Er würde es mir niemals sagen.«
»Steht der Friseur auf der Liste eines Plotters?«
»Nein. Es ist was Persönliches.«
Ein boshafter Ausdruck erschien auf Old Heesus Gesicht. Vielleicht würde die Sache doch noch Spaß machen. »Sag nicht, du willst dir die Haare schneiden lassen.«
»Doch, genau das will ich.«
Old Heesu lächelte und drückte seine Zigarette gewissenhaft aus. Viel war nicht mehr übrig, aber es war klar, dass er vorhatte, sie später wieder anzuzünden. »Wie denn? Du bist nicht so clever wie diese bleistiftkauenden Plotter. Und ich nehme an, du wirst weder eine Pistole benutzen noch irgendwo eine Sprengladung anbringen.«
»Ich nehme ein Messer.«
»Raeseng gegen den Friseur …« Er schloss die Augen fest und murmelte: »Wie das wohl enden würde?«
In diesem Augenblick kam Babyface ins Büro gestürzt. »Großvater, Gukmangbong will nicht gehen, solange wir ihm nicht ein Paket Kutteln geben.«
»Wir sind ausverkauft. Sag ihm, er soll Donnerstag wiederkommen, Dann haben wir mehr.«
»Du weißt doch, wie er ist. Er hört nicht zu.«
Old Heesu lachte. »Was macht der alte Mangbong denn da draußen?«
»Er hat sich auf den Boden geworfen und hört nicht auf, zu heulen und zu schreien. Das Gleiche hat er beim letzten Mal zwei Stunden lang durchgehalten. Wir konnten überhaupt nicht arbeiten. Er ist eine echte Nervensäge!« Babyface wusste nicht weiter.
Old Heesu lachte wieder und schüttelte den Kopf. »Ach, dieser Mangbong. Er war so viel glücklicher, als er noch Leute abstechen durfte. Der Ruhestand bringt ihm nichts als Verdruss. Ich sag dir was, Junge. Nimm ein bisschen von Kims Ware weg und sag Mangbong, er soll vorläufig sehen, wie weit er damit kommt. Und er soll früh am Donnerstagmorgen kommen, wenn die gute Ware geliefert wird.«
»Jawohl.« Der junge Mann sah erleichtert aus, als er ging.
Old Heesu gluckste weiter – ohne Zweifel war es der Gedanke an den alten Mangbong, der schluchzend auf dem Boden lag –, während er sich ein Glas soju einschenkte. Er schnitt ein Stück von der rohen Leber ab, tauchte es ins Sesamöl und aß es. »Komisch, aber je älter man wird, desto besser wird man darin, Messer abzuwehren, aber gegen Tränen komme ich immer noch nicht an. Ich schwöre dir, Tränen sind mächtiger als Worte.«
Er schnitt noch eine Scheibe von der rohen Leber ab, tauchte sie ins Öl und gab sie Raeseng, der zögernd hineinbiss.
»Frisch, nicht?«, fragte Old Heesu.
»Ja, vorzüglich. Aber es sieht scheußlich aus.«
Old Heesu nickte und bot ihm auch ein Glas soju an. Raeseng nahm es.
»So ist das Leben. Nicht viel dran. Nur eine große, stinkende, dreckige, schmierige Masse. Aber wenn du einmal davon gekostet hast – ah! Dann ist es gar nicht so übel. Manchmal ist es sogar vorzüglich. Also wie wär’s? Ich finde, du solltest jetzt nach Hause gehen und gar nichts tun. Und du solltest öfter vorbeikommen und mit mir trinken.«
»Mein Messer ist schon aus der Scheide«, sagte Raeseng grimmig.
»Na und? Das ist doch gar nichts. Schieb es einfach wieder hinein und geh nach Hause.«
»Erst Trainer, dann Chu und jetzt Jeongan. Es kommt mir jedenfalls so vor, als habe mir der Friseur den Fehdehandschuh hingeworfen.« Raeseng verzog den Mund. »Mit dem Verlust der ersten beiden hätte ich leben können, aber alle drei? Das ist einfach zu viel. Und ich vermute, ich bin als Nächster an der Reihe. Die Gerüchte hast du ja sicher gehört. Aber selbst wenn die Dinge anders lägen, wäre mir nicht unbedingt ein langes Leben bestimmt.«
Raeseng trank sein soju . Old Heesu schnitt sich eine Scheibe Leber ab und gab sie ihm. Raeseng aß sie und goss Old Heesu ein Glas soju ein.
»Was gibst du mir dafür?«, fragte Old Heesu.
»Ich dachte, mir machen’s uns einfach: Bargeld. Bargeld hält den Fleischmarkt in Bewegung.«
»Vier Riesen.«
Raeseng zog seine Brieftasche heraus, aber Old Heesu winkte ab.
»Du kannst mich später bezahlen. Falls du lebend zurückkommst.«
»Und wenn ich sterbe, darf ich es behalten?« Raeseng lachte.
»Nimm es als Reisespesen für die Unterwelt. Ich darf nicht zu geizig sein. Das tut der Seele nicht gut.«
Old Heesu lächelte mitleidig und trank sein Glas leer. Dann schrieb er die Adresse des Friseurs auf einen Zettel und zeigte ihn Raeseng, der nickte. Old Heesu zündete den Zettel an und legte ihn in den Aschenbecher. Als das Papier zu Asche verbrannt war, stand Raeseng auf. Er verbeugte sich höflich vor Old Heesu und verließ den Laden.
Das Taxi hielt vor dem kleinen Supermarkt, aber Mito war nicht da. Stattdessen saß eine junge Frau von Anfang zwanzig an der Kasse. Raeseng ging hinein.
»Willkommen«, sagte die Angestellte.
Raeseng blickte sich im Geschäft um. Wie es aussah, war Mito nicht zur Arbeit gekommen. Er nahm eine Dose Kaffee aus dem Kühlschrank und zwei Hot Breaks aus einem Regal.
»Die Frau, die immer hier gearbeitet hat – hat sie gekündigt?«, fragte er.
»Sie meinen Mito? Ja, die hat vor ein paar Tagen aufgehört«, antwortete sie gleichgültig, während sie seine Einkäufe scannte.
»Ah ja.« Raeseng nickte.
Er setzte sich an einen Tisch vor dem Geschäft und nahm einen Schluck von dem Dosenkaffee. Dann rauchte er eine Zigarette. Es war ein klarer Novembertag. Vielleicht würde er in ein paar Stunden durch die Hand des Friseurs sterben, aber merkwürdigerweise empfand er weder Nervosität noch Angst. Es war ein perfekter Vormittag, perfektes Wetter für einen Spaziergang. Er nahm eins der Hot Breaks aus der Tasche, packte es aus und biss hinein. Seltsam, dass Süßigkeiten auch dann noch süß schmecken konnten, wenn ein Freund tot war.
»Der Friseur, Hanja, Mito«, murmelte er, den Mund voll Hot Break, und schaute in den Himmel.
Die Festplatte, die er Mito gestohlen hatte, enthielt zahllose technische Pläne von Aufzügen, Sensoren, Überwachungskameras, Monitoren und Beleuchtungssystemen. Es war, als hätte er die Hausaufgaben einer Ingenieurstudentin gestohlen. Aber als er genauer hinschaute, fand er eine einzelne Plotterdatei, geschickt versteckt zwischen Hunderten von anderen Dokumenten. Sie enthielt das Foto eines fünfundvierzigjährigen Ingenieurs mit beginnender Glatze, der in einem Aufzugschacht gestorben war. Er musste einer von Hanjas drei Plottern sein, die Mito umgebracht hatte.
Es war ein einfacher Plan: Der Mann drückt auf den Aufzugknopf. Er liest die Zeitung, während er wartet, denn er ist ein vielbeschäftigter Mann. Der Lift fährt hinauf in den siebzehnten Stock.
Aber in Wirklichkeit steigen nur die Ziffern auf dem digitalen Display, nicht der Fahrstuhl selbst. Die Tür öffnet sich mit einem freundlichen ping . Ein Licht geht an. Ohne den Blick von der Zeitung zu wenden, macht der Mann einen Schritt ins Leere. Abblende.
Hätte jemand im Internet nach »Aufzug Unfall« gesucht, hätte er wohl einen Artikel über einen Mann gefunden, der ungefähr einen Monat zuvor wegen eines defekten Aufzugsensors in den Tod gestürzt war. Weiter hätte es da geheißen, die Aufzugsfirma habe behauptet, technisch sei mit der Anlage alles in Ordnung gewesen. Der Hausmeister des Apartmentgebäudes habe erklärt, der fragliche Lift sei regelmäßig inspiziert worden, bei der letzten Inspektion seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, und auch die Sicherheitskameras hätten nichts Ungewöhnliches aufgezeichnet. Eine Verwandte des toten Ingenieurs habe schluchzend gefragt: »Ein kerngesunder Mann ist tot, und niemand übernimmt die Verantwortung?«
Raeseng aß den Rest seines Hot Breaks und ging. An der Kreuzung überlegte er, ob er zu Mitos Apartment oder zu Misas Strickladen gehen sollte, und dann wanderte er langsam in Richtung Strickladen.
Zum Glück war Misa nicht da. Mito war allein. Sie saß in einem Schaukelstuhl und strickte. Strickte einfach, wie eine Bäuerin, die ihr Tagewerk hinter sich hatte und mit dem Abend nichts Besseres anzufangen wusste. Sie sah ihn an und brachte eine Reihe zu Ende, bevor sie aufstand. Sie kam herüber und hielt das fast fertige Kleidungsstück an seine Schultern, um Maß zu nehmen.
»Hey, es ist genau richtig. Ich stricke es für dich.«
Zufrieden kehrte sie zu ihrem Schaukelstuhl zurück und strickte weiter. Raeseng schnaubte und zog sich einen Stuhl heran.
»Ich habe gehört, Jeongan ist gestorben«, sagte sie, ohne aufzublicken.
»Ja, dank dir«, sagte er stirnrunzelnd.
»Und jetzt bist du hier, um mich umzubringen?«
Raeseng nahm das Wollknäuel vom Tisch und rollte es auf der flachen Hand hin und her.
»Ich habe mich noch nicht entschieden. Soll ich dich umbringen, dann Hanja und dann den Friseur, oder erst den Friseur, dann Hanja und dann dich?«
»In dem Fall töte mich zuletzt, bitte. Ich habe noch viel zu tun. Ich muss das hier fertig stricken, bevor der Winter kommt. Und ich muss ein Zuhause für Misa finden, Hanja und Old Raccoon zusammen mit dem Rest dieses Drecks erledigen, und dann …«
»Du hältst dich für witzig.« Raesengs Stimme klang frostig.
Mito blickte von ihrer Strickerei auf. »Keine Sorge«, sagte sie. »Falls du mich nicht umbringst, wenn alles vorbei ist, kümmere ich mich selbst darum.«
»Willst du Selbstmord begehen?«
»Ja.«
Raeseng starrte sie an. Sie schaute ihn mit einem naiven Blick an, der zu sagen schien: Kleinigkeit .
»Kein Wunder, dass du so furchtlos bist. Du hast die ganze Zeit vorgehabt, Schluss zu machen.«
Mito strickte weiter. Ihr geschickter, geübter Umgang mit den Nadeln hatte etwas Resolutes.
»Warum?«, fragte er. »Lass dir mit deinem cleveren Verstand doch einen großartigen Plan einfallen. Bring alle Plotter um und als Bonus sämtliche Killer obendrein, und wenn du die Welt so gesäubert hast, wie es dir gefällt, kannst du mit Misa und dieser schielenden Tussi nach Übersee fliehen und ein glückliches Leben führen.«
»Das würde ich gern tun, aber irgendwann hat sich auch die süße kleine Mito in ein Monster verwandelt.«
Ihr Blick verhärtete sich. Sie legte Wolle und Stricknadeln in den Korb und stellte ihn zur Seite. Dann verschränkte sie die Finger ineinander und reckte die Arme über den Kopf.
»Du kennst die Geschichte«, sagte sie. Die traurige Geschichte von dem Helden, der ein Monster zur Strecke bringt, nur um am Ende selbst zu einem Monster zu werden. Ich bin dieser tragische Held. Was kann ich da tun? Wenn meine Arbeit getan ist, wird dieses arme, grausige Monster auch die gute Mito erledigen. Aber hey – wenn du dann immer noch wütend bist, kannst du diese Aufgabe gern selbst übernehmen.«
»Macht es dir Spaß, Leute nach deinen Plänen sterben zu lassen?«
»Ganz und gar nicht.« Sie lachte matt. »Jeongans Tod war schmerzlich, nicht wahr? Für mich auch. Es tut jedes Mal weh, immer schon. Jede Person, die du und ich umgebracht haben. Und all die Menschen, die sie hinterlassen haben, auch.«
Raeseng funkelte sie an. Sie zuckte nicht mit der Wimper. Er schaute auf seine Schuhspitze hinunter. Da war ein getrockneter Blutfleck, der aus Old Heesus Laden stammen musste. Er stand auf.
»Der Friseur, dann Hanja, dann du. Sieh zu, dass du bis dahin mit deinem Stricken fertig bist.«
Mito riss die Augen auf. »Der Friseur wird dich umbringen!«
»Wow, ich schätze, ich war ein ziemlich miserabler Killer«, sagte er und lachte leise. »Niemand will auf mich wetten.«
»Unternimm noch nichts«, sagte sie. »Ich habe einen Plan. Ich werde den Friseur und Hanja und die kleine Mito umbringen, ganz so, wie du es willst.«
Er schnaubte verächtlich. »Habe ich es dir nicht schon beim letzten Mal gesagt? Ich verstecke mich nicht unter deinem Rock. Ich behaupte nicht, dass ich nicht aus anderen Gründen dort hinkriechen würde, aber um ehrlich zu sein, niederträchtige, dürre Mädels wie du waren noch nie mein Typ.«
Er holte den zweiten Hot-Break-Riegel aus der Tasche und legte ihn auf den Tisch.
»Hier. Ein Geschenk.«
Mito starrte ihn verdutzt an. Er lächelte und ging dann langsam zur Tür.
»Du dummes Arschloch. Wenn du zum Friseur gehst, bist du ein toter Mann!« Mitos laute Stimme folgte ihm, als er zur Tür hinausging.