Inhalt
Lathmon, ein britischer Fürst, bediente sich Fingals Abwesenheit in Irland, um in Morven einzufallen und rückte bis zum königlichen Sitze Selma vor. Fingal landete zu gleicher Zeit, und Lathmon zog sich auf eine Anhöhe zurück, wo sein Heer bei der Nacht angegriffen und er selber von Ossian und Gaul, dem Sohn Mornis, gefangen wurde. Das Gedicht beginnt mit dem ersten Erscheinen Fingals an der Küste.
Selma, deine Hallen sind schweigend.
Man hört keinen Schall in den Wäldern von Morven.
An der Küste taumelt einsam die Welle.
Der schweigende Sonnenstrahl herrscht an dem Felde.
Wie der Bogen des Regens schreiten die Töchter von Morven heran; sie schauen gegen das grünende Erin, die weißen Segel des Königs zu entdecken.
Er hatte zu kehren versprochen,
aber es fliegen die Winde des Nords!
Wer stürzt von dem östlichen Hügel,
einem Strome von Schatten vergleichbar?
Es ist das Kriegsheer von Lathmon.
Er hat die Abwesenheit Fingals vernommen.
er vertraut sich dem Winde des Nords.
Seine Seele schimmert mit Freude.
Warum kommst du, o Lathmon?
Die Mächtigen sind nicht in Selma.
Werden Morvens Töchter kämpfen mit dir?
aber halt, mächtiger Stromsegel, in deinem Lauf!
Sieht Lathmon nicht jene Segel? Aber hinter dir braust der heulende Sturm,
Fingal verfolgt deine Schritte.
Wir stürzten in die Baie von Carmona.
Ossian stieg den Hügel hinan;
dreymal schlug er auf seinen wölbigten Schild.
Die Felsen von Morven verhallten’s;
die hüpfenden Rehe sprangen hervor.
Der Feind ward von mir verstört;
er versammelte sein düsteres Heer.
Ich stand’, wie eine Wolke am Himmel,
frohlockend in den Waffen meiner Jugend.