Am Tage trieb ich mich in den weiten, vom Walde begrenzten Heiden umher. Wie wenig bedurfte ich für meine Träumereien! Ein welkes Blatt, das der Wind vor mir hertrug, ein einsames Waldhaus, aus welchem der Rauch zu den bereits kahl gewordnen Wipfeln der Bäume emporstieg, das Moos, das beim Wehn des Nords am Stamm der Eiche zitterte; ein abgelegener Fels, ein einsamer Weiher, in dem das schwanke Schilfrohr flüsterte! Auch der einzelne Kirchthurm, der sich aus dem fernen Thal erhob, zog meine Blicke an; oft folgte ich mit den Augen dem Fluge der Zugvögel über meinem Haupt. Ich dachte mir die unbekannten Gestade, die fernen Länder, wohin sie ziehen, und wünschte sie auf ihrem Zuge durchs Weltmeer begleiten zu können. Ein geheimer Instinkt quälte mich; ich fühlte, dass ich selbst nichts weiter war als ein Reisender; doch eine Stimme vom Himmel schien mir zuzurufen: Sterblicher! Die Zeit deiner Wanderung ist noch nicht gekommen; warte, bis der Wind der Wüste sich erhebt, dann wirst auch du deinen Flug nach jenen Zonen nehmen, nach welchen sich deine Seele sehnt.
Erhebt euch bald, erwünschte Stürme, um René recht bald ins bessere Leben hinüberzutragen! So sprach ich, und eilte mit großen Schritten vorwärts; mein Antlitz glühte, der Wind schlug mir die Locken ins Angesicht, ich fühlte weder Regen noch Frost; ich war entzückt, geängstigt, und doch wieder von dem Traumbild meines Herzens wie von einem Quälgeiste verfolgt.