Caspar David Friedrich,
Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar), 1808.

Öl auf Leinwand, 115 x 110 cm.

Gemäldegalerie, Dresden.

 

 

Caspar David Friedrich
 (Greifswald, 1774 – Dresden, 1840)

 

 

Friedrich wurde in eine strenge lutherische Familie hinein geboren und war weitgehend Autodidakt. Von 1794 bis 1798 studierte er an der Akademie von Kopenhagen, dann zog er nach Dresden, wo er Philipp Otto Runge, einen anderen deutschen Maler der Romantik, kennen lernte. Seine ersten Werke fertigte er mit Tinte oder als Aquarelle an, erst später, wahrscheinlich im Alter von dreißig Jahren, ging er zum Öl über. Er stellte die norddeutschen Landschaften dar, wobei er das Licht und die Atmosphäre dieser besonderen Umgebung genau beobachtete. Friedrich schuf 1808 eines seiner umstrittensten Gemälde, Das Kreuz im Gebirge. Darauf ist ein Kreuz auf einem bewaldeten Gipfel zu sehen, beinahe wie eine Silhouette vor dem Abendhimmel wird es von den untergehenden Sonnenstrahlen wie von einem natürlichen Heiligenschein umgeben. Zum ersten Mal stellte ein Gemälde eine einfache Landschaft dar.

Eines der bekanntesten Gemälde von Friedrich scheint das ganze Wesen der Romantik zu beschwören, das 1818 gemalte Der Wanderer im Nebel. Ein Mann steht mit dem Rücken zum Betrachter auf einem Felsen und blickt in den Nebel. Im Nebel sind die Berge sichtbar, und der starke Eindruck der Natur vermittelt das Erhabene, ein zentraler Gesichtspunkt der Romantik. Ein Schlaganfall lähmte 1835 Friedrich und er konnte von nun an nicht mehr malen. Fünf Jahre danach starb er.

Wie auch Gainsborough ist Friedrich für seine Landschaften berühmt. Sie zeigen Berge, Hügel und Morgennebel und beruhen auf einer genauen Beobachtung der Natur. Eigentlich spiegeln seine späteren Werke mehr die menschliche Natur, wobei die Berge für seinen unerschütterlichen Glauben stehen und die Bäume Allegorien der Hoffnung sind. Die Landschaften symbolisieren seine geistige Verbindung zur Natur und sein religiöses Streben. Sein Mönch am Meer (1808/1810) zeigt ein bei ihm immer wiederkehrendes Thema, das der Bescheidenheit des Einzelnen angesichts der Größe der Natur. Der Maler, Zeichner und Graveur war einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Romantik.