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Freitag, 29. November

Es ist acht Uhr morgens. Jusuf beendet sein Gespräch und legt das Handy auf den Schreibtisch. Jessica, die neben ihm sitzt, blickt ausdruckslos vor sich hin.

»Das war der Hausverwalter. An der Topeliuksenkatu gibt es einen Eingang zum Fahrradkeller des Hauses. Und von da kommt man auch in die Waschküche«, berichtet Jusuf. »In die Waschküche, die der Liste nach in der letzten Woche nur von den Leuten aus der Wohnung A 23 benutzt worden ist.«

»A 23 ist Lisas Wohnung?«

»Ja. Vielleicht hatten sie viel zu waschen.«

Jessica schließt die Augen und seufzt. »Vom Fahrradkeller kommt man also in die Waschküche und von da ins Treppenhaus?«

»Genau. Dazwischen ist ein langer Gang mit ein paar schweren Türen.«

»Lisa wurde in der Nacht also nicht mit einem Auto in der Topeliuksenkatu abgeholt, sondern ist durch den Fahrradkeller ins Haus gegangen«, sagt Jessica und schüttelt belustigt den Kopf. »Reddick hat Lisas Spur verloren, obwohl sie seit den frühen Morgenstunden im Haus war.«

»Der Hausverwalter sagt, dass es für die Tür zum Fahrradkeller einen eigenen Schlüssel gibt. Den muss Lisa separat in der Tasche gehabt haben, nicht am Schlüsselbund.«

»Aber wenn sie so ins Treppenhaus gekommen ist, warum hat sie dann nicht an ihrer Wohnung geklingelt? Essi war doch zu Hause und hätte ihr aufgemacht.«

»Vielleicht hat im Fahrradkeller jemand auf sie gewartet«, meint Jusuf.

Beide schweigen und versuchen, ihre Gedanken zu ordnen.

»Weißt du was, Jusuf«, sagt Jessica schließlich. »Es tut mir so leid.«

»Was denn?«, fragt Jusuf.

Eine winzige Träne läuft Jessica über die Wange. »Du musst das ohne mich lösen.«

»Aber …«

»Nach der Sitzung bin ich raus aus der Ermittlung«, sagt Jessica, steht auf und geht zum Besprechungszimmer.