»Das ist aber eine Überraschung!«
Die unerwartete rothaarige Besucherin saß auf dem Stuhl neben Sönnchens Schreibtisch und war bereits mit einem Becher Tee versorgt. Susanne Heinemann war sichtlich immer noch erkältet. Sie folgte mir in mein Büro, fand auf dem Schreibtisch einen Platz für ihren dampfenden Becher und nahm so umständlich Platz, als wollte sie den Beginn unseres Gesprächs im letzten Moment noch ein wenig hinauszögern. Heute trug sie einen flauschigen flaschengrünen Pullover zu einer schwarzen Jeans und für das Wetter eindeutig die falschen Schuhe. Ihre Pumps waren schon vom kurzen Weg über den Parkplatz völlig durchnässt. Es war Freitagmorgen, kurz vor neun.
»Danke, dass Sie mich so ohne Anmeldung empfangen«, sagte sie heiser und mit unsicherem Lächeln.
»Ich nehme an, Sie haben die Fahrt nicht auf sich genommen, nur um ein wenig mit mir zu plaudern.«
Sie nickte nachdenklich, zückte ein Papiertaschentuch, tupfte sich die Nase. Dann verstaute sie es wieder in ihrer rehbraunen Handtasche. Klappte diese zu. Betrachtete sie noch für zwei Sekunden. Dann sah sie auf.
»Ich hätte es Ihnen vielleicht gleich sagen sollen. Wie Sie am Telefon sagten, Anita hätte so viel Bargeld gehabt, von dem man nicht weiß, wo es herkommt …« Sie schlug die Augen nieder.
»Da ist Ihnen etwas eingefallen.«
»Ehrlich gesagt, ich habe mich sehr gewundert, wie Anita das letzten April so locker weggesteckt hat. Auf einmal hieß es, sie hat gekündigt, von jetzt auf gleich, und vorher nie ein Wort. Natürlich hat das bei der IFS keinen Spaß mehr gemacht. Mit Konradin und den verrückten Amerikanern, die den Druck immer weiter hochschraubten. Aber trotzdem – man schmeißt doch nicht einfach so die Klamotten hin. Zweimal nicht, wenn man nicht mal was Neues in Aussicht hat, in den heutigen Zeiten! So dicke hatte sie es ja nun auch nicht.«
»Frau Bialas war also guter Dinge, nachdem sie gekündigt hatte?«
»Ich habe sie ausgeschimpft. Richtig geschimpft habe ich mit ihr. ›Woher willst du denn wissen, dass du gleich wieder was findest?‹, habe ich sie gefragt, das ist doch in unserem Alter nicht mehr so leicht. Aber sie hat nur gelacht und mich stehen lassen. Später hat sie mal eine Bemerkung gemacht, und mir ist erst gestern klar geworden, dass das etwas zu bedeuten haben könnte: ›Ich bin erst mal für ein Weilchen versorgt, hat sie gesagt, mach dir um mich mal keinen Kopf.‹«
»Und jetzt haben Sie einen Verdacht, woher diese Zuversicht kam?«
Susanne Heinemann betrachtete missmutig die Griffe ihrer schmalen Handtasche.
»Ich dachte natürlich, sie redet von ihrer Abfindung. Aber dreißigtausend – ich meine, wie lange kann man davon leben, frage ich Sie?«
»Wir vermuten, dass sie jemanden erpresst hat.«
»Und ich vermute, ich kann Ihnen sagen, wen.« Mit einem Ruck sah sie auf. »Ich glaube, es ist Konradin«, sagte sie so eilig, als wollte sie ihren eigenen Zweifeln zuvorkommen. »Sie haben recht, Anita hat ihn erpresst.«
»Womit?«
»Wir waren beide seit Jahren überzeugt, dass er krumme Dinger dreht. Martin, ich meine, Degenhardt, muss es gewusst haben und hat ihn gedeckt. Wahrscheinlich hat er auch was von der Beute abgekriegt, damit er den Mund hält. Natürlich sollten wir anderen nichts davon wissen. Aber wir waren ja auch nicht von gestern. Man wusste ungefähr, was Konradin verdient. Natürlich kam noch einiges dazu an Prämien und Boni. Aber trotzdem, ich bitte Sie: dieses teure Auto, auf einmal nur noch Armani-Anzüge, und ein Jahr später schon das teure Penthouse. War doch klar, dass das nicht mit rechten Dingen zuging.«
»Und woher kam sein vieles Geld, Ihrer Meinung nach?«
»Schmiergelder. Konradin und Martin haben hauptsächlich die großen Sachen gemacht, die Millionenkredite für Firmen. Für Firmen, die nicht immer so gut dastanden, wie es in Konradins Exposé aussah.«
»Damit ich es als Laie richtig verstehe: Herr Fabricius hat halb bankrotten Firmen Kredite verschafft und dafür Provision kassiert?«
»Genau so, ja. Üblich sind in solchen Fällen fünf bis zehn Prozent, habe ich mir sagen lassen. Hätte ihn natürlich sofort seinen Job gekostet, wenn das rausgekommen wäre, weil er gegen den Verhaltenskodex jeder Bank der Welt verstoßen hat.«
»Wie lange lief das schon?«
Sie zog eine gequälte Grimasse und schniefte. »Paar Jahre. Irgendwann hatte Konradin auf einmal diese teure Uhr am Handgelenk. Anfangs hat man sich natürlich nichts weiter gedacht dabei.«
»Haben Sie mit Frau Bialas darüber gesprochen?«
»Wir haben über alles gesprochen. Und dann, letztes Jahr, Anfang März, muss es mächtig Zank gegeben haben. Damals war ich schon nicht mehr dabei. Ich hatte Anita schon länger zugeredet, sie soll sich endlich was anderes suchen. Und Anfang März hatte ich sie endlich so weit. Sie wollte kündigen. Ich hatte sogar schon im Internet nach Alternativen für sie geguckt. Das Angebot war nicht mehr so doll, man hat die Krise damals schon gespürt. Aber es hätte ja auch nicht unbedingt eine Bank sein müssen. In der Zeit ist Anita ungewohnt schweigsam gewesen, ist mir aufgefallen. Man hat gemerkt, wie ihr der Druck zu schaffen machte. Und dann kommt das Mädel eines Abends fröhlich nach Hause und erzählt mir, sie hätte hingeschmissen, Knall auf Fall. Sie hatte ein Personalgespräch gehabt, und Konradin wollte wieder mal ihre Zielzahlen erhöhen. Dabei waren die Monate davor schon nicht mehr so prächtig gelaufen. Und dann muss das eine Wort das andere ergeben haben. Er hat ihr mit der Kündigung gedroht, hat sie mir erzählt. Den Rest nicht, aber ich habe es mir zusammengereimt: Ich denke, sie hat einfach den Spieß umgedreht. Hat gesagt, wenn er sie feuert, dann packt sie aus. Am Ende haben sie sich wohl geeinigt. Sie hat selbst gekündigt, er hat dafür gesorgt, dass sie eine Abfindung kriegt, und aus seiner Privatkasse noch was draufgelegt. Das wird ihn mächtig gefuchst haben, aber was hatte er für eine Wahl? Hätte Anita ihre Drohung wahrgemacht, dann wäre er nicht nur am nächsten Tag seinen Job los gewesen, er hätte auch nirgendwo auf der Welt wieder einen gefunden. Die Banken haben untereinander Verbindungen. Es gibt schwarze Listen. Das ist natürlich nicht legal, aber man weiß, dass es die gibt.«
Susanne Heinemann fummelte ihr Taschentuch hervor, um sich zum hundertsten Mal die Nase abzutupfen. Ihr Handy summte in der Handtasche. Sie ließ es summen.
»Dann war erst mal alles gut. Von dem Geld – es waren dann ja wohl summa summarum fast hundertdreißigtausend, wenn ich Sie richtig verstanden habe – hätte Anita ein paar Jährchen leben können. Nicht in Saus und Braus, aber schon. An laufenden Ausgaben hatte sie nicht viel. Aber dann ist dummerweise die IFS zusammengebrochen, und auf einmal hatte Fabricius nichts mehr zu verlieren. Und außerdem hat er jetzt mehr denn je Bares gebraucht. Das meiste von seinen schönen Sachen war natürlich auf Pump gekauft. Vor der Krise hat ja die halbe Welt auf Pump gelebt. Es wurde ja alles immer nur besser und besser.«
»Und da hat er sein Geld zurückgefordert«, überlegte ich laut. »Da die IFS nicht mehr existierte, hatte er von dieser Seite nichts mehr zu befürchten.«
»Wo kein Kläger mehr ist, ist bekanntlich auch kein Richter.«
»Dann wäre es Fabricius, vor dem sie sich versteckt hat, und nicht Kettenbach?«
Deprimiert sah sie mich an. »Ich hatte Ihnen doch erzählt, dass sie Besuch hatte, am Abend, bevor sie sich abgesetzt hat. Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob das wirklich Armin war, der oben rumgebrüllt hat.«
»Auf irgendeinem Weg gelingt es Fabricius, sie in Heddesheim aufzustöbern«, spann ich den Faden weiter. »Es gibt Streit, er ersticht sie, findet aber sein Geld nicht …«
Nein, das passte nun gar nicht. Hätte Fabricius nach dem Geld gesucht, dann hätte Reuschlin ihn gesehen, der ja zum Zeitpunkt des Mordes in Anita Bialas’ Bett lag und von Geräuschen im Flur aufgewacht war. Hatte Fabricius vielleicht bemerkt, dass sein Opfer nicht allein war, und das Weite gesucht?
Und wie passte John Karenke ins Spiel, der tote Juwelier?
»Und da wäre noch was«, fuhr Susanne Heinemann zaghaft fort. »Ist mir leider auch erst gestern wieder eingefallen. Die Sache mit dem Päckchen.«
»Welches Päckchen?«
»Ich hatte es völlig vergessen, tut mir leid. Erst hatte ja diese merkwürdige Person angerufen.«
»Die wissen wollte, wo Frau Bialas sich aufhält.«
»Richtig. Und ein paar Wochen später ruft ein Mann an. Es war am Mittwochabend zwischen Weihnachten und Neujahr, ich weiß es noch genau. Er hätte ein Päckchen für Anita abzugeben, ein verspätetes Weihnachtsgeschenk, und ob er das bei mir abliefern dürfte, da sie ja anscheinend verreist ist. Ich habe mir nichts dabei gedacht und hatte sowieso vor, in den nächsten Tagen mal wieder nach Heddesheim zu fahren und Anita zu besuchen.«
»Was war in dem Päckchen?«
»Das war ja das Merkwürdige: Es gab gar kein Päckchen. Wie ich sagte, er kann es gerne vorbeibringen, und ich gebe es ihr dann, da hat er sich höflich bedankt und aufgelegt. Es ist aber nie ein Päckchen gekommen.«
»Haben Sie dem Anrufer gesagt, dass Sie vorhatten, nach Heddesheim zu fahren?«
»Heddesheim nicht. Aber dass ich Anita sehen werde, das habe ich ihm dummerweise verraten, ja.«
»Wären Sie imstande, die Stimme des Mannes zu beschreiben?«
»Nicht zu hell, aber auch nicht gerade ein Bass. Kultiviert. Und ausgesucht höflich war er, wirklich. Der hatte Bildung, das hat man gemerkt.«
»Und ist Ihnen vermutlich nach Heddesheim gefolgt.«
»Mir wird angst und bange bei dem Gedanken! Ein Mörder fährt eine Stunde lang hinter mir her, und ich Dussel merke nicht mal was davon!«
»Ein Mörder, der seit eben möglicherweise einen Namen hat.«
»Fabricius? Sie denken wirklich, er war es?«
»Könnte es seine Stimme gewesen sein?«
»Nein.« Sie schüttelte entschieden den Kopf. »Die hätte ich erkannt.«
»Er könnte jemanden gebeten haben, für ihn anzurufen. Getötet hat er Frau Bialas vermutlich nicht mit Vorsatz, sondern im Affekt, im Streit. Sie hat sich ihm in den Weg gestellt, er hat die Nerven verloren …«
Und dann hatte er bemerkt, dass Anita Bialas nicht allein in der Wohnung war, und war Hals über Kopf geflohen? Nein. Das klang alles viel zu konstruiert. Andererseits, Verbrecher tun ja oft die verrücktesten Dinge, reagieren immer wieder irrational, widersinnig, selbst wenn alles läuft wie geplant.
Und Karenke?, nörgelte die Stimme in mir. Wie zur Hölle passte John Karenke in die immer verworrener statt klarer werdende Geschichte?
Balke hustete einige Male, dann ergriff er ein Papier. »Ich habe ein wenig rumtelefoniert, wegen diesem Bankmenschen.« Er räusperte sich noch einmal, aber es half nichts, er blieb heiser. »War nicht weiter schwierig, zum Glück gibt’s ja neidische Nachbarinnen. Das Penthouse hat eine knappe dreiviertel Million gekostet, der Lamborghini schätzungsweise hundertfünfzigtausend. Urlaub hat Fabricius in den letzten drei Jahren nur noch in der Südsee gemacht. Dazu alle paar Wochen eine neue Freundin, eine hübscher als die andere …« Balke ließ das Blatt sinken und sah mir mit matten Augen ins Gesicht. »Um es kurz zu machen: Unser Freund hat schätzungsweise zehnmal so viel Geld ausgegeben, wie er verdient haben kann.«
»Aber Karenke?«, fragte ich in die Runde. »Hat jemand irgendeine Idee, wie das alles zusammenpassen soll?«
Nein, niemand hatte eine Idee.
Draußen regnete es immer noch.
Gestern Abend hatten die Zwillinge sich dreimal zerstritten und zweimal wieder versöhnt. Mit den neuen, breiten Betten waren sie nicht glücklich. Sie fühlten sich einsam darin und gaben sich gegenseitig die Schuld daran.
Theresa fehlte mir, heute war Freitag, und wieder würde ich sie nicht sehen. Meine SMS beantwortete sie nicht, meinen Mails ging es nicht anders, und wie es um die Gesundheit ihres Mannes stand, wusste niemand in der ganzen verfluchten Polizeidirektion, deren oberster Chef er immerhin war.
Da es nichts weiter zu besprechen gab, erhoben sich meine Mitarbeiter und gingen an die Arbeit. Ich blieb allein zurück und fühlte mich elend.
Irgendwann fuhr ich mit dem Lift in den Keller, wo sich die Arrestzellen befanden. Ein uniformierter Kollege schloss mir auf.
»Gut geschlafen?«, fragte ich Armin Kettenbach.
»Wie ein Brett«, seufzte er und rieb sich das Gesicht. »Über zwölf Stunden. War wohl nötig.«
»Sie haben ganz schön Mist gebaut, gestern Abend.«
»Dafür haben Sie mich auch ganz schön verdroschen.«
»Ich lasse Sie jetzt laufen, wenn Sie mir versprechen, umgehend nach Genf zu fahren und lange nicht mehr nach Deutschland zu kommen.«
Er nickte nur und schien sich nicht einmal über die gute Nachricht zu freuen. Dann sah er auf. »Jetzt gleich? Heißt das, ich kann jetzt gehen?«
»Ja. Ich lasse Sie zu Ihrem Wagen bringen.«
»Danke.« Er schüttelte den Kopf, rieb sich die Augen. »Danke schön. Ich … Entschuldigung. Ich bin noch ganz wirr im Kopf.«
»Und wenn ich Ihnen einen Rat mit auf den Weg geben darf: Lassen Sie das mit den Prostituierten. Es tut Ihnen nicht gut.«
Nachdenklich sah er zu Boden. »Ja«, sagte er schließlich. »Ich werd’s versuchen.«
Der trübe Nachmittag zog sich hin. Der Regen wollte nicht enden. Theresa ließ nichts von sich hören. Ich blieb länger im Büro, denn die Woche über war wieder viel unerledigt liegen geblieben, und außerdem hatte ich keine Lust auf das Gezänk und Genörgel meiner Töchter. Um kurz nach sieben, mein Schreibtisch sah inzwischen schon recht ordentlich aus, summte mein Telefon. Sönnchen hatte die Leitung längst auf meinen Apparat umgestellt und war nach Hause gegangen. Am anderen Ende meldete sich eine erschöpfte Frauenstimme.
»LKA Stuttgart, DNA-Analytik, Annika Krüger. Schön, dass ich bei euch noch wen erreiche. Auf allen anderen Nummern auf meinem Zettel ist anscheinend schon Feierabend. Erst ist es ja immer furchtbar dringend, und wenn man dann mit den Ergebnissen kommt, dann ist keiner mehr da, der sich dafür interessiert.«
»Ich bin hier und interessiere mich brennend für Ihre Ergebnisse.«
»Lassen Sie den Schmus«, murmelte sie. »Sehen wir zu, dass wir fertig werden und heimgehen können.«
»Was haben Sie denn Schönes entdeckt?«, fragte ich mit der Freundlichkeit eines Menschen, der in Kürze guten Gewissens sein Büro abschließen wird.
»Schön ist was anderes, weiß Gott. Wissen Sie, dass das jetzt schon meine vierundzwanzigste Überstunde in diesem Jahr ist? Und dabei ist der Januar noch nicht mal rum!«
»Das tut mir leid.«
»Mir auch.« Ich hörte Papier rascheln. »Es geht um Aktenzeichen KF1743, Stichwort: Karenke. Sind Sie in der Sache drin?«
»Im Wesentlichen, ja.«
»Eure Leute haben insgesamt achtzehn Wischproben genommen und uns zur Analyse geschickt. Erst hab ich gedacht, ihr spinnt, wieso denn achtzehn Proben bei so einem glasklaren Fall, aber jetzt …« Sie gähnte laut und lange. »Die erste Probe, Spur sechs, das ist die Referenzprobe vom Opfer.«
Ich nahm den Hörer ans andere Ohr.
»Dann habe ich drei weitere Proben, Nummer drei, fünf und elf, die sind auch vom Opfer. Das muss da ja ausgesehen haben, mein Gott!«
Ich unterdrückte ein Gähnen.
»Interessant wird’s bei Spur zwölf. War da ein Tier am Tatort?«
»Ein Hund.«
»Hab ich mir gedacht. Der ist anscheinend auch verletzt worden.«
»Wir haben ihn leider erschießen müssen.«
»Und dann ist er noch kreuz und quer im Raum rumgelaufen?«
»Heißt das, Sie haben sein Blut an mehreren Stellen nachgewiesen?«
Hatte der Hund etwa doch versucht, seinen Herrn zu verteidigen und war vom Täter verletzt worden?
»Und jetzt passen Sie auf«, fuhr die müde Frau in Stuttgart fort, »jetzt wird’s interessant. Spur fünfzehn und siebzehn. Falls Sie gerade den Plan vor sich liegen haben …«
»Nein.«
»Also, das ist mehr zur Tür hin, und da ist noch eine dritte DNA. Sieht ganz so aus …«
»Als ob der Täter verletzt wäre?« Jetzt saß ich senkrecht in meinem Stuhl.
»Und zwar nicht zu knapp, wenn ich mir die Fotos angucke. Da kriegt man ja das Grausen, mein Gott! Ich denke, der Hund wird ihn gebissen haben. So, jetzt wissen Sie’s. Und wissen Sie auch, was ich jetzt als Nächstes mache?«
»Feierabend?«
»Sie sagen es.«
Täter-DNA, der Jackpot des Mordermittlers. Plötzlich war ich guter Laune.
Ich wählte Balkes Privatnummer, um ihm die sensationelle Neuigkeit mitzuteilen.
Er nahm nach dem ersten Tuten ab.
Während des Telefonats meinte ich, im Hintergrund eine Stimme zu hören. Eine Frauenstimme. War er etwa seit Neuestem nicht mehr solo?