Unerwarteter Ärger

Am nächsten Morgen brütete Ryan in Throlls Arbeitszimmer über einigen alten Büchern, als sein Vater eintrat.

»Wie geht’s der Schulter?«, erkundigte sich Dad.

Ryan rieb sich die Schulter. »Gut soweit, nur ein bisschen wund. Aber schon viel besser.« Er hatte seinem Vater vom Bogenschießen erzählt. Allerdings lautete die offizielle Fassung für Gwen, dass er sich die Schulter beim Tragen des Sacks mit Hühnerfutter gezerrt hatte. Was Ryan zutiefst widerstrebte – vor allem, weil Aaron zwei Säcke getragen hatte. Dennoch war er bereit, Sloanes Geheimnis zu wahren.

»Gut, denn die Lieferung ist da«, sagte sein Vater. »Wie sich herausgestellt hat, wird gerade der Lagerschuppen für die Schmiede gebaut. Es kommt also eine Menge Zeug hierher zur Lagerung. Wie auch immer, anscheinend konnte Ezra nur eine Person entbehren, um die Lieferung herzubringen. Da dein Bruder mit Sloane unterwegs ist und ihr bei Hausarbeiten hilft, wirst wohl du beim Entladen des Wagens anpacken müssen.«

Pflichtbewusst erhob sich Ryan. »Sicher, Dad. Helfen du und Throll auch mit?«

»Nein, nur du. Throll und ich treffen uns mit der Witwe des früheren Schmieds, um Vorkehrungen zu besprechen, damit ich die Schmiede übernehmen kann. Was mich zu deiner zweiten Aufgabe führt. Wenn du die Lieferung ablädst, verfrachtest du so viel wie möglich davon auf Throlls Handkarre und bringst es dann zur Schmiede. Sie liegt an der gleichen Straße etwa zehn Minuten östlich. An der Seite des Gebäudes hängt ein großer bemalter Amboss, du kannst es also gar nicht übersehen.«

Als Ryan draußen ankam, waren sein Vater und Throll bereits weg. Ein spindeldürrer Lieferant wartete auf ihn vor einem fast randvoll mit Kohle und Eisenerz gefüllten Wagen. Sie mussten fast eine Stunde lang schaufeln, um zwei ordentliche Haufen in der Scheune der Lancasters zu schaffen. Dann brauchten sie eine weitere Weile, um von beidem etwas auf den kleinen Handwagen zu laden. Als sie fertig waren, verbeugte sich der Liefermann höflich vor Ryan.

»Danke für die Unterstützung. Ich soll außerdem eine Entschuldigung von Ezra übermitteln. Die Lieferung des Blasebalgs für die Schmiede könnte sich verzögern. Er hat mich mit diesen Waren vorausgeschickt.«

Ryan dankte ihm für die Hilfe und die Ehrlichkeit. Insgeheim wünschte er, das schwere Eisenerz und die Kohle hätten sich ebenfalls verspätet.

Nachdem der Mann gegangen war, trat Ryan zu Throlls Schubkarre und wollte sie in Bewegung setzen. Allerdings musste er feststellen, dass sie die ganze Zeit im Schlamm gestanden hatte. Ganz gleich, wie sehr er sich dagegenstemmte, sie blieb stecken. Wieso gerate immer ich in solche Situationen?

Nachdem er über das Problem nachgedacht hatte, fand er in einer Ecke der Scheune einen großen, stabilen Stock. Den keilte er zwischen den schlammigen Boden und eines der Räder des Wagens. So schuf er einen Hebel. Als er das gesamte Gewicht darauflegte, geriet der Wagen langsam in Bewegung, und nach kurzer Zeit kündete ein lautes Schmatzgeräusch davon, dass er das Rad befreit hatte. Lächelnd kehrte Ryan zum hinteren Teil des Wagens zurück, schob erneut und behielt den Schwung bei, bis er den Schlamm hinter sich gelassen hatte.

Ryan war auf der Straße noch nicht weit gekommen, als er von hinten eine Stimme rufen hörte.

»He! Wohin willst du mit meinem Wagen?«

Ryan schaute zurück und erblickte den Unruhestifter vom Vortag, den Sloane »Schneck« genannt hatte. Diesmal jedoch war er nicht allein. Bei ihm befanden sich drei andere grobschlächtig wirkende Jungen. Zwar alle kleiner als Schneck, aber mindestens so groß wie Ryan.

Ryan stöhnte. Das würde kein gutes Ende nehmen.

»Du hast mich schon gehört, Wicht!«, brüllte Schneck. »Wohin willst du mit meinem Wagen und meinem Kram?«

Ryan seufzte. »Hör mal, Schne... äh, Schling. Das ist Throll Lancasters Wagen, und die Sachen sind für die Schmiede meines Vaters. Sowohl mein Vater als auch Throll erwarten mich.«

Schneck und seine Freunde kamen auf Ryan zu. Aus der Nähe stellte Ryan fest, dass Schnecks Nase von ihrer Begegnung am Vortag verfärbt und geschwollen war. Vielleicht ein Segen für ihn, denn seine Begleiter mieften, als hätten sie nicht mehr gebadet, seit sie zuletzt der Regen erwischt hatte. Was ziemlich lange her zu sein schien. Abgesehen davon, dass Schneck wieder seinen Knüppel in der Hand hielt, waren sie unbewaffnet.

»Ich sage, das ist mein Wagen«, verkündete Schneck. »Du sagst, er gehört Throll Lancaster.« Er bückte sich, bis sich seine gebrochene Nase nah vor Ryans Gesicht befand. »Also ... nennst du mich einen Lügner?«

Ryan erwiderte nichts, wich aber auch nicht zurück und hielt den Blickkontakt aufrecht.

Schneck richtete sich wieder auf. »He, Dominic«, sagte er, »gibt’s irgendwas, das mich wütender macht, als ein Lügner genannt zu werden?«

Dominic antwortete mit einem deutlichen Lispeln. »Bin mir ziemlich sicher, dass du den Letzten alle gemacht hast. Stimmt’s, Kendrick?«

»Ja, Dom«, bestätigte Kendrick. »Genau das hat er getan.«

Es stand fest, dass diese Jungen Ryan nicht einfach seiner Wege ziehen lassen würden. Aber er dachte an etwas zurück, das sein Vater zu ihm gesagt hatte. Nichts ist es wert, sein Leben dafür aufzugeben . Wenn diese Jungs ihn – und Throll Lancaster – bestehlen wollten, dann sollten sie ruhig. Letztlich würde der Gerechtigkeit genüge getan werden.

»Ich entschuldige mich«, sagte er. »Man muss mir etwas Falsches gesagt haben. Offensichtlich gehört das dir. Du kannst es haben, Schling.«

Der Raufbold grinste gehässig. »Zu spät, Wicht. Zeit für dich, zu bezahlen.« Schling klatschte sich den Knüppel in die Handfläche.

Ryan wappnete sich für den Angriff. Er hatte nie dafür trainiert, sich gegen vier Gegner auf einmal zu verteidigen.

Der Junge namens Kendrick stürzte sich als Erster auf ihn. Ryan reagierte mit einem kraftvollen Tritt seitlich gegen das Knie des Burschen, in dem dabei hörbar etwas brach. Kendrick schrie gellend auf und fiel zu Boden, das Bein in unnatürlichem Winkel verrenkt.

Als Nächster versuchte es der namenlose Junge und streckte die Hand nach Ryans Hals aus. Ryan fing das Handgelenk ab, duckte sich und fegte seinem Angreifer die Beine unter dem Körper weg. Der Junge wollte Ryan mit sich zu Boden ziehen, doch Ryan schlug die Handfläche gegen den Arm, der ihn hielt, während er gleichzeitig in entgegengesetzter Richtung am Handgelenk seines Gegners zog. Der Arm knackte und krümmte sich am Ellbogen nach hinten.

Der Junge heulte vor Schmerz auf.

Ryan sprang zurück, bereit für den nächsten Angriff. Sein Herz pochte wild, und Schweiß lief ihm über den Rücken, aber nun standen seine Chancen deutlich besser. Kendrick war außer Gefecht, der andere Bursche rannte bereits davon und hielt sich dabei den Arm. Somit gab es nur noch Schneck und Dominic.

Allerdings zog Dominic ein Messer hinten aus der Hose hervor.

Das veränderte die Gleichung. Trotzdem blieb Ryan besorgter wegen Schneck. Er war der Anführer der kleinen Bande und sann auf Rache. Dominic befolgte nur die Anweisungen seines Bosses.

Die beiden Raufbolde umkreisten Ryan und näherten sich ihm deutlich vorsichtiger als ihre Freunde. Und koordinierter. Beide griffen gleichzeitig an.

Ryan handelte reflexartig. Er brachte einen Rückwärtstritt direkt gegen Schnecks gebrochene Nase an, von der ein Sprühnebel aus Blut explodierte. Ryan blieb durch das Manöver in der perfekten Position zurück, um sich Dominic zu stellen, allerdings reagierte er den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Dominics Messer schlitzte über Ryans Oberarm, und es wurde kein oberflächlicher Schnitt. Blut strömte reichlich aus der Wunde.

»Was ist hier los?«, rief eine Stimme.

Ryan drehte sich um und sah einen Wagen, der die Straße entlang in ihre Richtung rumpelte. Dominic und Schneck nahmen Reißaus und ließen ihren Freund Kendrick zurück, der mittlerweile bewusstlos auf dem Boden lag.

Der Fahrer des Wagens hopste neben Ryan herab. »Was ist passiert, Junge? Bist du verletzt?«

Als Ryan erklärte, was vorgefallen war, holte der Mann einen langen weißen Stoffstreifen aus der Tasche und wickelte ihn fest um Ryans Arm, bis die Blutung nachließ.

»Wenn nur die Hälfte von deinen Worten stimmt, Junge, kämpfst du besser, als man dir rein äußerlich zutrauen würde. Aber ich nehme an, der Bursche mit dem gebrochenen Bein ist Beweis genug.« Er schlang sich Ryans heilen Arm über die Schulter und half ihm auf den Wagen. Dann zog er den bewusstlosen Raufbold von der Straße und meinte: »Den komme ich später holen, aber du musst sofort versorgt werden. Ich bringe dich zurück zum Haus des Protektors. Ich wage zu vermuten, dass Frau Lancaster mit Nadel und Faden besser umgehen kann als ich.«

Als das Adrenalin von dem Kampf versiegte und der Mann den Wagen wendete, um zurück zu Throlls Haus zu fahren, verzog Ryan bei den brennenden Schmerzen der Wunde das Gesicht zu einer Grimasse. Sein Arm fühlte sich schwach an und pochte in Einklang mit seinem Herzschlag.

»Was hatte ich doch für Glück, dass du gerade rechtzeitig aufgekreuzt bist«, meinte er. »Ich will mir gar nicht ausmalen, was sonst hätte passieren können.«

»Manchmal landen wir genau da, wo wir sein müssen«, erwiderte der Mann knapp. »Wie sich herausstellt, wollte ich zum selben Ort wie du. Mein Vater hat mich gebeten, diese Blasebälge zur neuen Schmiede zu liefern.« Er deutete mit dem Daumen auf etwas mit einer Plane Abgedecktes auf der Ladefläche.

»Dein Vater? Also bist du Ezras Sohn?«

Der Mann lächelte. »Genau. Itzik heiße ich.«

Er streckte die Hand aus, und Ryan schüttelte sie. Itzik schien ungefähr so alt wie Ryans Vater zu sein und hatte ein paar graue Strähnen im schwarzen Haar. Obwohl kreuz und quer über seine Wangen etliche Narben verliefen, vermittelte er einen freundlichen Eindruck.

Itzik schnalzte mit den Zügeln und trieb das Pferd vorwärts. Es dauerte nur wenige Minuten, bis Itzik den Wagen vor der Scheune der Lancasters zum Stehen brachte. Gwen und Aubrey kamen gerade aus dem Viehstall.

»Hallo, Frau Lancaster«, rief Itzik hinunter.

Gwen grinste. »Itzik, du Narr. Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du mich Gwen nennen sollst?«

»Ich bitte um Entschuldigung, Frau ... äh ... Gwen«, stammelte Itzik und wandte den Blick ab. »Ich hab hier einen Jungen, der muss am Arm genäht werden.«

»Was ist mit seinem Arm?«, kreischte Ryans Mutter.

Als Ryan vom Wagen hopste, eilten beide Frauen an seine Seite.

»Ich entschuldige mich dann mal ... Gwen«, verkündete Itzik. »Da sind noch ein verletzter Junge und ein Wagen, der geborgen werden muss. Der junge Mann hier wird dir alles darüber erzählen.«

»Natürlich. Danke, Itzik.«

Als Itzik wieder losfuhr, schilderte Ryan, was sich zugetragen hatte. Gwen untersuchte die Wunde, während er sprach. Er hatte seinen Bericht noch nicht mal beendet, als sie erklärte: »Ich muss etwas holen, um die Wunde auszuwaschen, bevor ich sie verschließe. Sie ist tief, und ich will nicht, dass sie eitert.«

Gwen eilte zurück ins Haus. Sie kam mit einer Schale voll bräunlicher Flüssigkeit und einem Stock zurück. »Hier«, sagte sie und reichte ihm den Stock. »Beiß da drauf. Es wird wehtun, wenn ich die Wunde reinige. Aber besser, es tut jetzt weh und heilt, als dass du später den Arm verlierst.«

»Den Arm verlieren?« Ryans Mutter wurde leichenblass.

»Keine Sorge, Aubrey«, beruhigte Gwen mit sanfterer Stimme. »Deshalb reinige ich die Wunde ja gründlich.« Sie hielt die Schale hoch. »Dies ist sehr starker Wein. Bei tiefen Schnitten wie diesen wirkt er wahre Wunder.«

Ryan biss auf den Stock und ergriff die Hand seiner Mutter.

Gwen teilte vorsichtig die Ränder der aufgeschlitzten Haut und goss den Wein direkt in die Wunde. Vermutlich wusch die Flüssigkeit das Blut und den Dreck weg. Aber Ryan nahm nur den brennenden, sengenden Schmerz wahr – Höllenqualen, wie er sie noch nie zuvor verspürt hatte. Ihm wurde schwindlig, und er fürchtete, in Ohnmacht zu fallen. Als das Brennen endlich nachließ, stellte er fest, dass er den Stock entzweigebissen hatte.

Gwen holte eine sehr feine Nadel und einen drahtigen Faden aus einer Tasche ihres Kleids. Aber kaum hatte sie den Faden durch das Nadelöhr gefädelt, griff Ryans Mutter danach.

»Lass mich die Wunde nähen«, sagte sie.

»Traust du mir das nicht zu?«, fragte Gwen kurz angebunden.

»Nein, nein, das ist es nicht. Es ist nur ... Na ja, er ist halt mein Kleiner, und ...«

Gwen lächelte herzlich. »Sag nichts mehr.« Sie reichte ihr die Nadel.

»Kannst du nur zusehen und darauf achten, dass ich es richtig mache?«

Gwen legte Ma die Hand auf die Schulter. »Natürlich.«

Zu Ryans Überraschung verspürte er fast keinen Schmerz, als seine Mutter die Wunde nähte, nur ein entferntes Druckgefühl. Vielleicht hatte ihn der intensive, von dem Wein verursachte Schmerz für diese harmlosen Nadelstiche abgestumpft. Ehe er sich versah, wickelte Ma seinen Arm in ein sauberes, von Gwen zur Verfügung gestelltes Tuch.

Bis dahin hatte sich Ryans Mutter gut im Griff behalten. Doch kaum hatte sie ihre Aufgabe erledigt, übernahmen ihre Emotionen die Kontrolle. »Oh Ryan!«, stieß sie kläglich aus und warf die Arme um ihn. »Es tut mir so leid, dass du verletzt worden bist. Ich kann nicht fassen, dass so etwas passieren konnte.«

Aber genauso schnell, wie sie ihn umarmt hatte, fielen ihre Arme von ihm ab, und ihre Knie knickten ein. Ryan stellte fest, dass er sie mit dem heilen Arm stützen musste, damit sie nicht zu Boden sackte. Behutsam legte er sie hin. »Ma? Ma! Was ist denn los?«

Sie erwiderte nichts. Denn sie war ohnmächtig geworden.

Gwen kniete sich hin und drückte die Handfläche auf die Stirn von Ryans Mutter. Nach einem Moment nickte Gwen. »Sie hatte bloß einen langen Tag. Dass ihr Junge verletzt worden ist, war wohl einfach zu viel für sie.«

Noch während sie die Worte aussprach, öffnete Ma flatternd die Lider. »Oh mein ... Was ist passiert?«

»Du bist ohnmächtig geworden, Ma!« Ryan spürte, wie seine Anspannung in ein unangebrachtes nervöses Lachen umschlug. »Und du hast mich zu Tode erschreckt.«

Wackelig rappelte sich Ma auf und stützte sich sowohl auf Gwen als auch auf Ryan. »Tut mir leid, ich ... ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich glaube, ich muss nur etwas essen und mich kurz ausruhen.« Sie lächelte Ryan an. »Aber es geht mir gut. Wirklich. Ich bin nur froh, dass dir nichts Schlimmeres passiert ist.«

Damit löste sie sich von Ryans und Gwens helfenden Händen und stand aus eigener Kraft.

»Bist du sicher, Ma?«

»Ich bin mir sicher. Ich schäme mich zwar, es zuzugeben, aber ich die harte Arbeit der Landwirtschaft einfach nicht gewohnt.«

»Wenn das so ist ... Hast du was dagegen, wenn ich versuche, Itzik einzuholen? Da ist noch ein verletzter Junge. Ich will mich vergewissern, dass er versorgt wird. Außerdem verlässt sich Dad darauf, dass ich die Kohle und das Erz zur Schmiede bringe.«

»Ist das dein Ernst?«, fragte Ma. »Auf keinen Fall! Du hättest bei einem Kampf fast den Arm verloren! Du gehst nirgendwohin.«

Ryan verdrehte die Augen. »Ich hab nicht fast den Arm verloren, Ma. Tatsächlich«, sagte er und streckte stolz die Brust vor, »haben mich vier Typen angegriffen, und ich hab trotzdem nur einen kleinen Schnitt davongetragen. Der Kampfsportunterricht macht sich echt bezahlt – schon erstaunlich, wie gut es funktioniert.«

»Ein kleiner Schnitt! Du hättest draufgehen können. Das nächste Mal greifen diese Rowdys dich vielleicht mit mehr als nur einem Messer und einem Knüppel an.«

Ryan runzelte die Stirn. Damit brachte Ma ein triftiges Argument vor. Alles ließ sich mit Kampfsport nicht bewältigen.

Er wandte sich an Gwen. »Meinst du, Throll würde mir beibringen, wie man mit einem Schwert umgeht?«

Ma schrie gellend auf. »Ryan!«

»Was ist? Du hast doch gerade gesagt ...«

Ma holte tief Luft und versuchte sichtlich, sich zu beruhigen. Nach einer kurzen Pause schüttelte sie den Kopf. »Weißt du was? Du hast recht. Wir sind jetzt in Trimoria. Hier sind die Dinge eben anders. Vielleicht ist es gar keine so schlechte Idee.«

Gwen lächelte. »Wenn deine Mutter es erlaubt, Ryan, bin ich sicher, Throll hilft dir gern dabei zu lernen, was du seiner Meinung nach können musst, um dich zu verteidigen. Du brauchst ihn nur zu fragen.«

Ryan verspürte einen Anflug von Tatendrang. Er drehte den verletzten Arm im Kreis und zuckte mit den Schultern. Tatsächlich verspürte er keinerlei Schmerzen. Es war unglaublich. Vielleicht war der Alkohol in seinen Blutkreislauf gesickert und hatte ihn gegen den Schmerz betäubt.

»Dann frage ich ihn sofort. Und helfe Itzik. Und Kendrick. Und Dad. Ist das in Ordnung? Ehrlich Ma, ich fühle mich großartig.«

Seine Mutter schüttelte ungläubig den Kopf, aber Ryan bemerkte das verhaltene Grinsen, das durch den strengen Blick schimmerte, den sie krampfhaft aufrechtzuerhalten versuchte. »Offensichtlich kann ich dich nicht davon abhalten. Also geh schon. Lass dich nur nicht wieder in einen Kampf verwickeln, wenn du es irgendwie vermeiden kannst.«

Ryan schmunzelte und trabte die Straße entlang los in Richtung der Schmiede. Und als er die Schritte beschleunigte, konnte er kaum glauben, wie gut er sich fühlte. Tatsächlich besser, energiegeladener, gesünder ... als vor dem Kampf.

Warum fühle ich mich so großartig?