An schwarzer Mauer verkrüppelte Bäume starren

Siehst du ihn da vorne die Schaufenster entlangschlendern? Das ist er. Der Hühnergeneral. Mit einer Frau, die nicht seine ist, aber das war auch nicht zu erwarten. Seine Frau, die arme Seele, verbringt ihre Tage in einer Pflegeeinrichtung.

Zweimal war ich sie besuchen, habe Kuchen mitgebracht, wie Rotkäppchen. Habe rotkäppchenartige Fragen gestellt. Hühnergenerälin, warum hast du so dünne Arme? So trübe Augen? So einen irrlichternden Blick?

Sie hat mir darauf nicht geantwortet, auf anderes aber schon. Hat irgendwann meine Hand gestreichelt, und ich habe ihr versprochen, dass ich nicht wiederkomme.

Wir können näher herangehen, er wird uns nicht erkennen, er ist kurzsichtig, weißt du? Aber zu eitel für eine Brille, wenn er mit einer Frau unterwegs ist, die er später flachlegen will.

Ja, ich sehe auch, dass sie viel zu jung und hübsch für ihn ist. Aber was macht das schon, er hat Geld, und er wird sie jetzt gleich ins Al Borgo ausführen, so wie ich ihn kenne. Dort sind Ambiente und Essen hervorragend, aber die Portionen nicht so riesig, dass sie später kotzen muss, wenn er sich auf sie legt.

Ach komm, schau nicht so entrüstet. Ich will es mir auch nicht bildlich vorstellen, aber ob wir die Dinge beim Namen nennen oder nicht – sie passieren eben.

So, da vorne wird er gleich links abbiegen, aber wir gehen einfach geradeaus weiter. Wir müssen ihm nicht bis ins Lokal folgen, umso mehr, als ich fürchte, dass er sich leider doch nicht als Ziel eignet. Noch nicht. Ich sehe keine Chance, ihn in das vorhandene Muster einflechten zu können. Er wird warten müssen, der Hühnergeneral, aber sein Tag wird kommen.