Laniakea
Lara fand sich nicht wie sonst in einer anderen Welt wieder. Das Kribbeln endete nicht abrupt, sondern blieb bestehen. Sie hob die Hand, die ebenfalls schimmerte und sich ständig aufzulösen und wieder zusammenzusetzen schien. Als würde sie gleich einem Herzschlag pulsieren. Lara sah sich um und hätte vor Aufregung geschrien, wenn auch nur ein Laut über ihre Lippen gedrungen wäre.
Sie schwebte in einem endlosen Raum. Als wäre sie einer der Helden in einem Science-Fiction-Film im All, der auf die klein wirkende Erde blickte. Genauso sah sie nun unzählige Welten vor sich. Planeten, die wie die Erde blaue Meeresflächen hatten und in einem kleinen System weiterer Planeten um eine Sonne kreisten. Lara drehte sich und erkannte, dass sie von solchen Welten umgeben war. Der Anblick war unfassbar schön.
Plötzlich nahm ihre Reise Fahrt auf. Wie auf einer unsichtbaren Rutsche sauste Lara auf die Welten zu, die sich nun vor ihren Augen verdichteten. Immer mehr Welten kamen dazu, und sie musste an Marc denken, der ihr von dem großen Attraktor erzählt hatte. Alle Welten sausten auf einen bestimmten Punkt zu, und das ganze Gebilde schien sich nun von ihr wegzubewegen. Je enger die Welten zusammenrückten, desto mehr nahmen sie eine Kontur an. Wie Fäden sponnen sich ihre Wege zueinander und wurden eins. Ein goldener Schimmer umgab sie und leuchtete so unendlich schön, dass es Lara Tränen in die Augen trieb. Sie erkannte es wieder. Das Gemälde auf Marcs Wand: Laniakea.
Ihre Heimat.