Möhren (Daucus carota subsp. sativus), auch bezeichnet als Karotten oder Wurzeln, sind ein sehr beliebtes Gemüse, sie schmecken sowohl als Rohkostsnack als auch im verarbeiteten Zustand. Ihre ursprüngliche Heimat ist nicht genau bekannt, es wird angenommen, dass die Wild- und Urmöhren ihr Zuhause in Nordafrika, Vorderasien und Südeuropa hatten.
Der Anbau von eigenen Möhren macht viel Spaß, denn ein fertiges Gemüse aus dem Boden zu ziehen, hat etwas Ursprüngliches an sich und lässt besonders Kinderaugen leuchten. Außerdem bringen Möhren viele wichtige Vitamine mit.
Bei sehr schweren, festen Böden kann es passieren, dass die Möhren zwar dick, aber eher kurz werden oder sich schnell verzweigen, weil sie nicht in die Tiefe wurzeln können. Dann kann man Sand in den Boden einarbeiten und ihn so lockern. Alternativ können Sie mit dem Spaten eine etwa 20 Zentimeter tiefe und 3 bis 4 Zentimeter breite Rinne ziehen und diese mit einem Gemisch aus Sand, Erde und gegebenenfalls Dünger füllen. Wenn Sie jetzt in diese Rille säen, haben die Möhren nach unten hin gut Platz.
Möhren werden direkt in den Boden gesät. Auf zu viel Kompost reagieren sie empfindlich. Ich lege die Samen in einem Abstand von 2,5 Zentimetern 1 bis 2 Zentimeter tief in den Boden. Sie können jedoch auch dichter aussäen und später vereinzeln. Wichtig ist, dass die Pflanzen früh vereinzelt werden, wird das nicht gemacht, haben die Wurzeln zu wenig Platz und können sich nicht richtig entwickeln.
Gießen muss man sie kaum, sie gedeihen am besten mit den üblichen Niederschlägen – wenn die denn regelmäßig erfolgen.
Möhren in Kürze
Saattiefe: 1 bis 2 Zentimeter
Direktsaat: Ab April bis Juni
Vorziehen: Kein Vorziehen
Keimdauer: 3 bis 4 Wochen
Auspflanzen ins Beet: Kein Auspflanzen, da ja auch kein Vorziehen möglich ist
Pflanzabstand: 2,5 Zentimeter
Gute Beetnachbarn: Zwiebeln; Möhren und Zwiebeln schützen sich gegenseitig vor Schädlingen
Schlechte Beetnachbarn: Rote Bete
Kulturdauer / Erntereife: Etwa 140 bis 160 Tage
Auch bei Möhren lassen sich durch Beachtung von Fruchtwechsel, Standort und der richtigen Sortenwahl eine Reihe von Problemen verhindern, darunter ein Schießen oder Platzen der Früchte (was auch bei extremer Trockenheit passieren kann), aber auch parasitäre Schädigung wie Möhrenschwärze.
Die Möhrenschwärze wird von einem Pilz (Alternaria dauci) verursacht. Das Kraut zeigt dann anfangs hellgelbe Flecken, die später dunkelgrau werden, mit einem gelblichen Rand, und zusammenfließen. Das Laub vertrocknet und färbt sich schwarz. An den Möhren selbst sind schwarze Faulstellen zu erkennen, die sich im Winterlager noch ausbreiten können. Die Möhrenschwärze befällt aber nicht nur Möhren, auch Sellerie und Petersilie werden gern als Opfer ausgesucht, sogar vor Kohl und Tomaten macht der Pilz nicht halt.
Ist der Boden allzu locker, können schädliche Nematoden sich an den Rübenkörpern laben. Nematoden sind Fadenwürmer, die sowohl als Schädlinge aufkreuzen, aber auch als Nützlinge dienlich sein können. Sie umfassen rund 20000 verschiedene Arten, wobei die weißen oder nahezu farblosen Würmer meist nur wenige Millimeter groß sind und man fast eine Lupe braucht, um sie zu entdecken.
Gelegentlich treten Blattläuse sowie Mehltau auf.
Richtig unangenehm kann die Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) werden. Anfang Juni legt sie ihre Eier in die jungen Möhren ab. Einige Tage später schlüpfen Maden, die sich in die Möhren hineinfressen und braune, gut sichtbare Fraßgänge hinterlassen. Sind die Maden ausgewachsen, wandern sie in den Boden, wo sie sich verpuppen. Noch im selben Jahr gibt es so die zweite Generation Möhrenfliegen. Die betroffenen Möhren sind dann nur noch teilweise verwendbar. Bei starkem Befall kann der Totalausfall der Ernte drohen. Befallene Pflanzen sind sofort zu entsorgen. Darüber hinaus sollten Möhren nicht mit frischem Kompost versorgt werden. Netze und die Nachbarschaft von Zwiebeln können hilfreich sein.