Zentralafrikanische Republik

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»Es war eine Diktatur, aber es gab auch Ordnung und Stabilität. Jetzt gibt es keine gesellschaftliche Verantwortung mehr.«

Provinzgouverneur Michel Yambete 2009 über die zunehmenden Stimmen, die sich nach der Herrschaft Jean-Bédel Bokassas zurücksehnten (siehe Es war einmal).

Name

»Bê-Afrîka« – das Herz Afrikas – nennen die Bewohner die Zentralafrikanische Republik in ihrer Muttersprache Sango.

Rekord

Nirgendwo auf der Welt gibt es so wenig künstliches Licht im Nachthimmel. Und an CO2 produziert hier jeder nur 0,1 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 100-mal mehr. Nur 429 Kilometer des Landes sind asphaltiert und es gibt keine einzige Schiene.

Das können die Zentralafrikaner besser

Im Juli 2012 gelang der zentralafrikanischen Fußballnationalmannschaft das bis dahin Unvorstellbare: »Les Fauves« (»Die Wilden«) besiegten Ägypten, das bis dato beste Team des Kontinents, und warfen es aus der Qualifikation für die Afrikameisterschaft, die diese normalerweise gewinnen. »Die Wilden« standen danach besser als je zuvor in der Weltrangliste: Rang 71, noch vor den Finnen oder den Bulgaren. Zwei Jahre zuvor waren sie noch Allerletzter gewesen.

Danke für …

… die Idee der Einheit der Völker im Herzen Afrikas: Barthélemy Boganda, Priester und erster Premierminister des autonomen Landes, wollte 1957 die ehemaligen zentralafrikanischen Kolonien Frankreichs, Portugals und Belgiens zu den Vereinigten Staaten von Lateinafrika vereinen: vom Tschad bis runter nach Angola. Doch bevor das gelang, kam er 1959 bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben.

Nur hier

Das Bootsrennen auf dem Ubangi findet einmal im Jahr statt, zum Unabhängigkeitstag. Dann schmeißen die Menschen der Hauptstadt Bangui die Lasten aus den Booten. 80 Teams à 60 Mann steigen in die endlos langen Lastenpirogen, aus einem Stamm gehauene Kanus, und rudern stehend den Sieger aus. Der Ubangi-Fluss allein zieht sich über 1000 Kilometer durch das Land und ist mit seinen unzähligen Armen Lebensader und Haupttransportsystem des Landes.

Es war einmal

… ein afrikanischer Kaiser: Armeeoffizier Jean-Bédel Bokassa putschte sich 1966 an die Macht und krönte sich 1970 zum Kaiser. Sein Regime zählte zu den grausamsten, die Afrika je erlebte. Bokassa ließ Menschen mit Flugzeugen über dem Wald abwerfen, Gefangene von Löwen zerfleischen. Bei Folterungen soll er selbst mit Hand angelegt haben. Bis zur »Operation Barracuda«: In der Nacht des 20. September 1979 landeten französische Soldaten. Das war das Ende des Kaiserreichs.

Zentralafrikanische Republik fühlen

Mit der Regenzeit im Juli beginnt die Raupenjagd. Bis September gehen sogar den Fußball-Ligen die Spieler aus, weil sie die Tiere sammeln gehen. Gelb und daumendick, schmecken die Raupen frisch und getrocknet lecker und liefern prima Proteine und Vitamine. Der größte Markt Banguis, »Kilometer 5«, ist dann voll damit.

Warum die Außerirdischen gleich wieder wegfliegen würden

… weil die Chinesen schon da sind. Hier gehen sie weg wie warme Raupen, die Freundschaftspins »China-Zentralafrikanische Republik«, Größe ca. 22 mm, Hartemaille, vergoldet, mit Schmetterlingsverschluss, in Einzelverpackung. Die chinesisch-afrikanische Symbiose: Rohstoffe gegen Krankenhäuser, Hotels und Ingenieure = Entwicklung.

Übrigens

Die heutige Flagge des Landes hatte 1957 Staatspräsident Boganda entworfen: für seine Idee von den Vereinigten Staaten Zentralafrikas (siehe Danke für). Daher hat sie so viele Farben. Sie sollen die Völker eines vereinten Afrika sowie Frankreich repräsentieren.