Im Herbst 1936 betrat ein gedrungener junger Mann mit schwarzen Haaren und olivfarbener Haut die Rechtsanwaltskanzlei, in der Willy Perl arbeitete. Sein Name war Moses Krivoshein, und er kam nicht mit leeren Händen. Das Empfehlungsschreiben, das er bei sich hatte, veranlasste Perl, den ihm Unbekannten sofort zu empfangen. Wenn Wolfgang von Weisl als Vorsitzender der österreichischen Revisionisten ihn geschickt hatte, musste es sich zweifellos um eine wichtige Angelegenheit handeln.12
Perl hörte seinem Besucher also aufmerksam zu. Krivoshein stammte wie Jabotinsky aus Russland, war aber nach Palästina ausgewandert und hielt sich derzeit als Student in Italien auf. Nun wollte er etwas gegen die restriktive Einwanderungspolitik der Briten in Palästina unternehmen und hatte sich dazu seine Gedanken gemacht. Zur Umsetzung benötigte er allerdings Hilfe und hatte dabei an Jabotinsky gedacht, den er bewunderte und der sich aufgrund der unüberbrückbaren Differenzen endgültig von Weizmanns WZO abgespalten hatte. Mit der im Vorjahr in Wien gegründeten und in London ansässigen New Zionist Organization (NZO) verfügte Jabotinsky mittlerweile auch über seine eigene Partei, um seine politischen Ziele zu verfolgen.
In der Hoffnung auf Unterstützung hatte Krivoshein sich zunächst vertraulich an von Weisl gewandt, der wiederum die NZO in London hinter vorgehaltener Hand über den gewagten Vorschlag informiert hatte. Jabotinskys neue Organisation stand diesem allerdings sehr negativ gegenüber und wollte damit nichts zu tun haben – zumindest nicht, solange der Erfolg von Krivosheins Vorhaben nicht gesichert war. Aus diesem Grund hatte von Weisl Krivoshein schließlich an die Aktion verwiesen, die für ihre Risikobereitschaft bekannt war und die mit der NZO offiziell nichts zu tun hatte. Dasselbe galt auch für Perl, der dem Bund der Revisionistischen Zionisten nicht länger angehörte und auch kein Mitglied der NZO war.13
Krivoshein schlug ihm nun vor, ein Schiff in einem italienischen Hafen zu chartern, um damit nach Nordafrika zu reisen und die Fiera internazionale di Tripoli zu besuchen. Doch die Messe, die seit 1927 in der damaligen italienischen Kolonie Libyen stattfand und für die Mussolini-Regierung Touristen und Investoren in die Region locken sollte, war nur ein Vorwand. Bei den Passagieren an Bord würde es sich weder um Touristen noch um Investoren handeln, sondern um Mitglieder des Betar, einer 1923 ebenfalls von Jabotinsky gegründeten Jugendbewegung, die sich in ganz Osteuropa, aber auch in Österreich und Deutschland großer Beliebtheit erfreute. Krivoshein wollte mit der Aktion erreichen, dass die Welt ihren Blick auf das Leid der Zionisten richtete. Denn wie verzweifelt mussten diese harmlosen und unschuldigen jungen Leute sein, dass sie bereit waren, ein Schiff in ihre Gewalt zu bringen und auf diese Weise die Landung in Palästina zu erzwingen? Dies, so sein Kalkül, würde die britische Palästina-Politik in ein schlechtes Licht rücken und Unterstützung für die zionistische Sache schaffen.
Perl war begeistert, auch wenn er seine eigenen Schlüsse aus Krivosheins Vorschlag zog. Für ihn war nicht der erhoffte Propagandaeffekt der springende Punkt, sondern vielmehr die Besatzung des gecharterten Schiffs. Denn dessen gewaltsame Übernahme durch die Mitglieder des Betar würde laut Krivosheins Plan nur gespielt sein und die Crew bestünde in Wahrheit aus griechischen Schmugglern, zu denen Krivoshein aufgrund dubioser Geschäfte Kontakte unterhielt und die während der Prohibition illegal Alkohol in die Vereinigten Staaten transportiert hatten. Dieser Teil von Krivosheins Idee war übrigens ein Grund, wieso die NZO seinen Vorschlag abgelehnt hatte: Sie zweifelte an der Vertrauenswürdigkeit der Griechen und wollte erst Informationen über deren Verlässlichkeit einholen – worauf von Weisl lakonisch entgegnet hatte, dass man sich über den Leumund eines Schmugglers wohl kaum bei der Polizei erkundigen könne.14
Perl stand der Zusammenarbeit mit den Schmugglern aufgeschlossener gegenüber, er wollte jedoch gewissermaßen das Gegenteil dessen tun, was Krivoshein beabsichtigte: Anstatt ins Rampenlicht zu drängen, sollten die Betarim, wie die Mitglieder des Betar genannt wurden, mit Hilfe der griechischen Seeleute zunächst versuchen, unbemerkt die Küste Palästinas zu erreichen.15 Sollte es auf dem Weg dorthin der Royal Navy gelingen, das Schiff abzufangen, konnte immer noch auf Krivosheins ursprünglichen Plan zurückgegriffen und eine Landung bei Haifa mit Waffengewalt zu Demonstrationszwecken erzwungen werden.16
Die Idee der heimlichen Einreise nach Palästina war im Herbst 1936, als Krivoshein bei Perl auftauchte, keineswegs neu. Bereits nach den britischen Einreisebeschränkungen der frühen 1920er-Jahre war es zu illegalen Grenzübertritten gekommen. Diese hatten sich jedoch auf Versuche einzelner Personen oder kleiner Gruppen über den Landweg beschränkt, die mangels ausreichender Logistik oftmals mit der Verhaftung durch die Briten endeten. Eine andere Variante war die Einreise mit einem Touristenvisum, um danach auf die Heimreise einfach zu „vergessen“. Auch wurde versucht, unter dem Vorwand einer Weiterreise nach Persien oder in den Irak an ein Transitvisum zu gelangen oder durch Vorlage von Empfehlungsschreiben renommierter Firmen an ein Geschäftsvisum, um angeblich Niederlassungen in Palästina zu gründen oder Geschäftsbeziehungen zu knüpfen.17 Größere und vor allem erfolgreiche heimliche Einwanderungsaktionen hatte es bis zum Besuch von Krivoshein bei Perl allerdings nur zwei gegeben. Im Sommer 1934 hatten die in Griechenland ausgelaufenen Schiffe Velos und Union zusammen knapp 450 jüdische Einwanderinnen und Einwanderer nach Palästina gebracht. Aber schon auf ihrer zweiten Reise, dieses Mal vom bulgarischen Varna aus, wurde die Velos von den Briten aufgebracht und in den Hafen von Piräus zurückgeschickt. So fanden die illegalen Transporte ein Ende.
Willy Perl, 1932
Perl, von seinem Freund und Weggefährten Reuben Hecht später einmal als der „praktische Erfinder“ der illegalen Einwanderung nach Palästina bezeichnet, hatte sich mit dem Thema spätestens seit 1935 beschäftigt.18 Auf dem Gründungskongress der NZO in Wien hatte er ein Referat über die illegale Einwanderung nach Palästina gehalten – wohl vor dem Hintergrund, dass die Mitglieder der revisionistischen Bewegung seit dem Bruch mit der WZO keinen Anspruch mehr auf die in ihrer Zahl stark limitierten Zertifikate hatten, die für eine legale Einwanderung notwendig waren. Diese waren in mehrere Kategorien unterteilt, deren Vergabe unterschiedlich streng gehandhabt wurde. So gab es in der Kategorie A für Personen mit eigenem Vermögen unter anderem die sogenannten „Kapitalistenzertifikate“, für die ein Nachweis über ein Eigenkapital von 1000 Palästina-Pfund erbracht werden musste. Nur diese wurden direkt von den Briten über ihre Konsulate vergeben, während alle anderen Zertifikate über die Palästina-Büros der Jewish Agency zu erhalten waren.19 Diese war der operative Arm der WZO in Palästina sowie das offizielle Vertretungsorgan der dortigen jüdischen Bevölkerung und damit der alleinige Ansprechpartner der britischen Mandatsmacht. Für Jabotinskys Revisionisten war die illegale Einreise daher in den meisten Fällen der einzige Weg nach Palästina, da sie in der Regel wenig Geld hatten und von der Jewish Agency nach dem endgültigen Bruch mit der WZO nur mehr wenige Zertifikate zugewiesen bekamen.
Perl als rational denkender Mensch war sich auch der Tatsache bewusst, dass die heimliche Immigration nur dann eine ernstzunehmende Option sein konnte, wenn sie von erfahrenen Seeleuten durchgeführt wurde, um Fehlschläge zu vermeiden. Erfahrung in heimlichen Operationen auf See konnte man den griechischen Schmugglern schwerlich absprechen, also erklärte er sich bereit, Krivosheins Vorhaben den anderen Mitgliedern der Aktion zu weiteren Beratungen vorzustellen. Nachdem Krivoshein den von Perl vorgeschlagenen Änderungen zugestimmt hatte, kontaktierte Perl umgehend seine Freunde und noch am selben Abend fand ein Treffen in einem kleinen Lokal statt. Bei einem Glas Bier wurde nicht nur die Ausführung von Krivosheins Plan in Perls abgeänderter Version beschlossen, sondern auch gleich ein Motto für die Geheimunternehmung entworfen. Man einigte sich auf die hebräischen Worte Af Al Pi – „Trotz allem“.
Perl versetzte der Gedanke, Hunderten Juden auf einen Schlag die Einreise nach Palästina zu ermöglichen, in grenzenlose Euphorie. Den anderen Teilnehmern an der Zusammenkunft wie Paul Haller, dem eigentlichen Gründer der Aktion, und Erich Deutsch, mit dem Perl im vergangenen Sommer einen Urlaub im Baskenland verbracht und dabei den Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs beobachtet hatte, dürfte es ähnlich ergangen sein. Doch als sich diese anfängliche Begeisterung gelegt hatte, wurden sie schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die ersten Probleme ließen nicht lange auf sich warten.
Die vorgebliche Reise zur Messe nach Tripolis sollte als Pilotprojekt genutzt werden, um die Zusammenarbeit mit den griechischen Schmugglern und die generellen Herausforderungen eines derartigen Unternehmens auszuloten. Doch Perl und seine Mitstreiter stellten rasch fest, dass sich in Österreich dafür kaum „Versuchskaninchen“ finden ließen: Trotz des inländischen Antisemitismus und der Bedrohung, die sich jenseits der Landesgrenze auf deutschem Boden abzeichnete, wollte sich niemand auf das Wagnis einer derartigen Reise einlassen. Perl machte dafür den relativen Wohlstand der heimischen Juden verantwortlich. Also musste die Aktion ihren Blick nach Osten richten, wo wegen weitverbreiteter Armut unter der jüdischen Bevölkerung eine höhere Bereitschaft zur Emigration bestand.
Diese Änderung stellte die Gruppe vor einen Finanzierungsengpass. Ursprünglich hatte der Plan vorgesehen, dass die Passagiere die Kosten von rund sechs britischen Pfund oder 30 US-Dollar pro Person selbst übernehmen sollten. Aber selbst diese relativ geringe Summe war den mittellosen jüdischen Gemeinden im Osten der Tschechoslowakei, in der Karpatenukraine und in Polen, die die Aktion kontaktierte, kaum zuzumuten. Daher mussten andere Geldquellen erschlossen werden. Perl und seinen Gefährten gelang es, den jüdischen Geschäftsmann Hans Perutz als Hauptfinancier zu gewinnen, und auch die Israelitische Kultusgemeinde Wien steuerte einen Teil bei – wobei allerdings auf größte Geheimhaltung Wert gelegt wurde. Offiziell wurde das Geld der Kultusgemeinde als Unterstützung für Durchreisende auf ihrem Weg nach Palästina verwendet.
Nachdem also die finanzielle Frage für den Anfang geklärt war, wurden die notwendigen logistischen Schritte eingeleitet. Der überwiegende Teil der aus dem Osten herbeigerufenen Juden hatte keinerlei Papiere und übte sich damit schon beim Überschreiten der österreichischen Grenze in „illegaler Einreise“. Diejenigen, die dabei von den österreichischen Ordnungskräften verhaftet wurden, konnte Perl als redegewandter Strafverteidiger mit Kontakten zu Justiz und Polizei gegen das Versprechen, sie schleunigst außer Landes zu schaffen, rasch wieder auslösen. Danach ging die Reise weiter ins 30 Kilometer südlich von Wien gelegene Kottingbrunn. Dort hatte die Aktion ein leerstehendes Gebäude aufgetrieben, das als Sammelpunkt für die Ausreisewilligen diente. Dass dies aus Gründen der Geheimhaltung geschah, erscheint aus heutiger Sicht zwar seltsam, da Fremde in einem verhältnismäßig kleinen Ort wie Kottingbrunn eher auffallen mussten als in der Metropole Wien. Jedoch hatte die Aktion beschlossen, nie mehr als drei Personen auf einmal in ihre Kottingbrunner „Burg“ zu bringen. Sicher dort angekommen, erhielten die osteuropäischen Juden eine Ausbildung, die sie auf ihr neues Leben vorbereiten sollte. Auf dem Stundenplan standen neben jüdischer Geschichte und Philosophie sowie Hebräisch auch Exerzieren und der Umgang mit Handfeuerwaffen. Die jungen Männer wurden auf ihre Mission geradezu eingeschworen und sahen sich längst nicht mehr nur als Emigranten. Vielmehr hatte, wie Wolfgang von Weisl es nannte, ein „Kreuzfahrergeist“ von ihnen Besitz ergriffen.20
Zu Beginn des Jahres 1937 erteilte die Aktion der ersten kleinen Gruppe den Marschbefehl und 16 Männer machten sich auf den Weg nach Palästina. Verworfen wurde allerdings die Idee, die Messe in Tripolis als Vorwand für die Reise zu nehmen. Stattdessen reiste Perls „Vorhut“ per Zug über die Balkanhalbinsel nach Athen. Dort wurde sie von Krivoshein in Empfang genommen, der schon zuvor nach Griechenland gefahren war und mit den Schmugglern die Konditionen der Schiffspassage ausverhandelt hatte. Wie improvisiert diese erste Unternehmung der Aktion war, zeigt die Ankunft der Gruppe in Palästina. Als Zielort hatte Krivoshein, der sich mittlerweile den hebräischen Namen „Moshe Galili“ zugelegt hatte, eine Stelle in der Nähe des E-Werks von Haifa gewählt. Dort schwamm er in einer mondlosen Nacht und bei äußerst frischen Wassertemperaturen an Land, um in einer nahen jüdischen Siedlung Unterstützung für seine 16 Schützlinge zu organisieren. Denn bislang hatte die Aktion keinerlei Vorkehrungen in Palästina selbst getroffen. Groß muss daher die Erleichterung in Wien gewesen sein, als am 14. April 1937 und damit einen Tag nach der Ankunft der Gruppe vor Haifa ein Telegramm in Wien eintraf und vom erfolgreichen Ausgang der Operation berichtete.
Perl und die Aktion hatten in Österreich bereits eine gewisse Infrastruktur aufgebaut und ihnen war klar, dass auch am anderen Ende der „Lieferkette“ etwas Entsprechendes dringend erforderlich war. Die Suche nach einem Partner in Palästina dauerte nicht lange, denn es gab dort eine Organisation, die für das Vorhaben der Aktion wie geschaffen war, nämlich die Irgun Zwai Leumi. Bei dieser handelte es sich um eine Untergrundmiliz, die den Revisionisten nahestand und aus der ersten landesweiten jüdischen Selbstverteidigungsorganisation in Palästina hervorgegangen war, der Hagana. Tatsächlich konnte Krivoshein, der sich ihr später anschließen und in einen Bombenanschlag in Rom verwickelt werden sollte, die Irgun zu einer Zusammenarbeit bewegen, sodass diese sich fortan um die Anlandung der von ihm nach Palästina geleiteten Flüchtlinge kümmerte.
Im August verließ er mit 68 Personen Wien per Zug in Richtung Griechenland, vier Monate später folgte eine fast doppelt so große Gruppe. Wieder stammte der überwiegende Teil der Passagiere aus Osteuropa. Um ausreichend Freiwillige für das Projekt der Aktion zu finden, sah Perl sich sogar gezwungen, persönlich in die Karpatenukraine und die Tschechoslowakei zu reisen und die Werbetrommel zu rühren. Dass ausgerechnet ihm diese Aufgabe zufiel, lag daran, dass er aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit und seiner Redegewandtheit der „Außenminister“ und damit das „Gesicht“ der Aktion war. Nur sein Name war denjenigen, die sich für eine Auswanderung nach Palästina interessierten, bekannt.
In Wien selbst wurde die Suche nach Teilnehmenden auch deswegen verkompliziert, weil sich dort mittlerweile der erste Widerstand gegen die Transporte formiert hatte. Dieser ging allerdings nicht von den Briten aus, die in dieser Phase noch gar nichts davon wussten.21 Vielmehr hatte das jüdische Establishment begonnen, der Aktion Probleme zu bereiten. Denn was der „Unruhestifter“ und „Revoluzzer“ Perl tat, hatte sich innerhalb der jüdischen Gemeinde herumgesprochen und wurde bei Weitem nicht von allen gutgeheißen. Vertreter der Kultusgemeinde befragten ihn zu seinen Tätigkeiten und verständigten die Eltern junger Männer und Frauen, um sie explizit vor ihm und seinen riskanten, illegalen Umtrieben zu warnen. Die Ereignisse im März 1938 führten dann allerdings rasch zu einem Umdenken.
Doch bevor die Nacht sich verhängnisvoll über Österreich senkte, erlebte Perl noch eine Begegnung mit langfristigen Konsequenzen – im positiven Sinn. Im Frühsommer des Jahres 1937, kurz bevor sich der zweite Transport der Aktion auf den Weg nach Palästina machte, unternahm er in einer schlaflosen Nacht einen Spaziergang durch den Wiener Stadtpark. Dort traf er auf eine lange Reihe verwaister Stühle, die vermutlich von einem Promenadenkonzert übriggeblieben waren. Doch nicht alle waren leer. Auf einem saß eine junge Frau und sie erregte Perls Aufmerksamkeit. Nach einigem Zögern sprach er sie an – und handelte sich prompt einen Korb ein. Doch er ließ sich davon nicht entmutigen und verwickelte die Unbekannte doch noch in ein Gespräch. Dem Gespräch folgten mehrere Verabredungen, und schließlich wurden der Jude Willy Perl und die Katholikin Leonore Marie Rollig, genannt Lore, ein Paar. Sogar das Thema Heirat wurde schnell spruchreif, jedoch wieder verworfen, weil Perl sich nur eine Jüdin als Frau vorstellen konnte und Lore nicht konvertieren wollte. Also trennten sie sich wieder, doch über Weihnachten 1937, als Perl einen Urlaub in Afrika verbrachte, beschloss er, für seine Liebe zu kämpfen. Der Tod seiner Mutter Camilla im darauffolgenden Januar bestärkte ihn darin. Er nahm das Werben um Lore wieder auf, die diesmal nachgab und einem Übertritt zum Judentum zustimmte. Wieder vereint, erlebten sie wenig später gemeinsam, wie die Wehrmacht die Grenze zu Österreich überschritt und Hitler die „Heimholung“ seines Geburtslandes ins Deutsche Reich verkündete.