Nachdem er von der Ankunft der Sakarya in Sulina erfahren hatte, benachrichtigte Perl umgehend die Aguda und teilte ihr mit, dass ihre Gruppe innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage aus Budapest abreisen würde. Danach rief er die DDSG in Wien an, um die Grein für die Fahrt nach Rumänien vorbereiten zu lassen. Wie er mit Direktor Schätz vereinbart hatte, würde sie insgesamt 530 Personen nach Sulina bringen. Perl wusste, sie erwartete ein Wettrennen gegen den Winter, das hoffnungslos erschien. Während er telefonierte, sah er immer wieder aus dem Fenster, in der Angst, es könnte schon zu schneien begonnen haben. Dass die Zeit knapp war, wusste auch Schätz. Er wollte Perl entgegenkommen, machte aber deutlich, dass er die Grein nur losschicken konnte, wenn das Wetter nicht umschlug.
Doch das war an diesem 10. Dezember 1939 nicht Perls einzige Sorge. Als nämlich die Sakarya in Sulina einlief, befand sich nicht nur die Mannschaft an Bord. Bernstein und Hecht waren höchst erstaunt, dass auch einer der Schiffsbesitzer die Reise nach Rumänien auf sich genommen hatte. Avni Nuri Meseregi war 27 Jahre alt und hatte eine äußerst unangenehme Überraschung für alle Beteiligten parat. Als Perl von Bernstein über die Vorgänge in Sulina informiert wurde, verschlug es ihm die Sprache. Wie sich herausstellte, waren sie von Rand hinters Licht geführt worden. Die Türken waren davon ausgegangen, dass ihr Schiff für nur 900 Personen gechartert werden sollte, und zwar für die legale Einreise nach Palästina mit korrekten Visa. Zudem hatten sie bisher noch kein Geld gesehen. Der mit Rand abgeschlossene Vertrag sah vor, dass sie innerhalb von zwölf Stunden nach ihrer Ankunft in Sulina bezahlt werden mussten. Dazu waren Perl und die anderen aber nicht in der Lage, weil Rand die Anzahlung einkassiert hatte und, wie sich nun herausstellte, Faltyns Gruppe ihre Finanzen offenbar von Anfang an verschleiert hatte. In Wirklichkeit verfügte sie über viel weniger Geld, als Perl kalkuliert hatte. Trotz der Unterstützung der lokalen jüdischen Gemeinde blieb nicht viel mehr als ein Pfund pro Kopf für den Rest der Reise übrig.
Ratlos wollte Bernstein von Perl am Telefon wissen, wie es nun weiterginge. Dieser war ebenso verzweifelt und bemühte sich zunächst, seine Gedanken zu ordnen und Ruhe zu bewahren. Im Moment war es das Allerwichtigste, Zeit zu gewinnen. Die Sakarya durfte Sulina unter keinen Umständen verlassen, denn von ihr hing der Erfolg des gesamten Unternehmens ab. Ohne ein Hochseeschiff für den Weitertransport der Flüchtlinge von Rumänien in den Nahen Osten würde die DDSG die Grein in Wien nicht losschicken, und die Menschen auf der Saturnus und vermutlich auch auf der Spyroula würden zurück nach Wien und Prag gebracht werden. Die Reise nach Palästina war die einzige Möglichkeit, diesem sicheren Todesurteil zu entkommen. Daher beauftragte Perl Bernstein, direkt mit den Türken zu verhandeln und eine neue Abmachung zustande zu bringen, selbst wenn diese unvorteilhaft für sie ausfallen sollte. Perl wollte sich unterdessen mit Mandler beraten, dem er als Finanzexperten eine Lösung zutraute und den er bat, selbst nach Rumänien zu kommen.
Es gab aber auch vereinzelte Lichtblicke in dieser misslichen Lage. Dem DDSG-Vertreter in Sulina konnte vorgegaukelt werden, dass die Sakarya bereit war, die Flüchtlinge aufzunehmen, obwohl das nicht stimmte. Zudem sollte es laut Wettervorhersage nicht zu kalt werden und die Donau daher nicht zufrieren. So konnte Perl die Grein aus Wien entgegen allen Erwartungen am 18. Dezember 1939 in Budapest in Empfang nehmen. An Bord hatte sie bereits 226 Passagierinnen und Passagiere, die größtenteils der Wiener Aguda angehörten und dem Transport ebenfalls aus finanziellen Überlegungen angeschlossen worden waren – Perl hatte dafür unter anderem mit Ernst Fink in Zürich ein Arrangement getroffen.226 Mit weiteren 185 Mitgliedern der Budapester Aguda, 105 ungarischen Betarim und 19 Juden aus ungarischen Gefängnissen trat die Grein schließlich die Reise von Budapest nach Sulina an.
Avni Nuri Meseregi, der in Begleitung eines seiner Brüder sowie einer Cousine nach Rumänien gekommen war, war unterdessen nach Bukarest gefahren, wo Bernstein sich ins Zeug legte, ihm das Blaue vom Himmel zu versprechen. In einem für die Schiffseigner äußerst vorteilhaften Vertrag erklärte sie sich bereit, für vier Reisen insgesamt 48.700 Pfund zu bezahlen.227 Dies war für die Türken verlockend, weil die vereinbarte Summe sogar den Wert des Schiffs überstieg. In Wirklichkeit hatten Perl und Bernstein nicht einmal das Geld für die erste, mit 17.100 Pfund veranschlagte Fahrt, aber das wussten ihre Verhandlungspartner nicht. Perl zog ohnehin die Möglichkeit in Betracht, dass es womöglich bei nur einem Transport mit der Sakarya bleiben könnte, da sie sehr auffällig war und schnell die Aufmerksamkeit der Briten erregen würde. Um aber die Türken von der Ernsthaftigkeit ihrer Absichten zu überzeugen, stellte Bernstein Forderungen wie die Installation eines 170-Tonnen-Wassertanks oder Heizungen und elektrisches Licht für den Frachtraum.
Meseregi verlangte im Gegenzug die Hinterlegung des ausgehandelten Betrags bei einer Bank. Nach einigem Zögern und im Wissen, dass dies nicht machbar war, stimmten Perl und Bernstein zu, um den Abbruch der Verhandlungen zu verhindern. Sie mussten die Türken so lange bei Laune halten, bis die Passagierinnen und Passagiere der Grein in Sulina eingetroffen waren. Selbst mit deren Geld hatten sie zwar insgesamt immer noch weniger, als die Türken forderten, aber es würde ihre Position zumindest etwas verbessern. Danach konnten sie immer noch versuchen, den Preis für die einzelnen Fahrten nachzuverhandeln.
Derweil regte sich jedoch Unmut in Mandlers Gruppe, die offenbar den Eindruck hatte, für alle bezahlen zu müssen. Auch deswegen hoffte Perl, dass sein Cousin zur Beruhigung seiner Leute bald nach Rumänien kommen würde. Dessen Ausreise aus dem Protektorat gestaltete sich schwierig. Mandler wollte zunächst einen Vertreter schicken, doch Perl konnte ihn davon überzeugen, dass er selbst vor Ort gebraucht wurde. Eichmann stimmte Mandlers Ausreise zu, machte aber deutlich, dass seine Familie mit Folter zu rechnen habe, sollte er nicht zurückkommen.
Bis zum 23. Dezember 1939 trafen sowohl die Grein als auch Mandler endlich in Rumänien ein. Dieser versuchte nun mit Bernstein, Hecht und Eri Jabotinsky, die Türken zu überreden, den Transfer der Reisenden von den Flussbooten und dem Lastkahn auf die Sakarya gegen eine Anzahlung zu erlauben. Das restliche Geld sei bereits aus Amerika und Südafrika unterwegs, erklärte Mandler und bemühte sich, den beiden jungen Männern klarzumachen, dass sie bei einer erzwungenen Rückkehr der Flüchtlinge ins Deutsche Reich nicht nur ihre bisherige Zeit verschwenden hätten, sondern auch auf das Geschäft verzichten müssten. Dennoch ließen sich die Türken nicht erweichen. Sie bestanden weiterhin auf der Bezahlung des Gesamtbetrags oder auf einer Bankgarantie und drohten mit ihrer Abreise. Für Perl und die anderen wurde es nun eng, denn der Wetterbericht verhieß nichts Gutes.
Perl befand sich mittlerweile auf dem Weg nach Italien. Schließlich hatte er Leone Carpi versprochen, auch etwas für die italienischen Juden zu unternehmen, und wollte zu seinem Wort stehen. Am 19. Dezember 1939, einen Tag nach der Abfahrt der Grein, hatte er daher Budapest in Richtung Jugoslawien verlassen. Die Strecke über Belgrad hatte er gewählt, weil er dort die befreundete Dragoner-Familie aufsuchen wollte. Er kannte sie von revisionistischen Kongressen und wusste, dass sie gute Kontakte zur Regierung ihres Landes unterhielt. Aus diesem Grund wollte er mit ihr die Ausreise jugoslawischer Juden besprechen. Das Problem war allerdings, dass er nur ein Durchreisevisum für Jugoslawien erhalten hatte. Seine Bahnverbindung sah einen Umstieg in Belgrad vor, für einen Besuch bei seinen Bekannten reichten aber die zwei Stunden Aufenthalt, die er bis zu seinem Anschlusszug hatte, nicht aus. Zudem wollte er auch das örtliche DDSG-Büro aufsuchen, um Informationen über das Wetter und die Flussboote zu erhalten. Er hatte mit den Mitarbeitern dort mehrfach telefoniert und war der Meinung, ein persönliches Kennenlernen könnte nicht schaden. Daher beschloss er, einen oder gar zwei Tage in Belgrad zu bleiben. Das würde bei der Ausreise zwar auffallen, aber Perl rechnete nicht mit ernsthaften Konsequenzen. Die Jugoslawen wollten wie alle Balkanländer die Juden loswerden, also würden sie ihn kaum an der Ausreise hindern und ihn einsperren.
Der Grenzbeamte, der ihn bei seiner Einreise kontrollierte, machte ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung. Perls Pass wurde eingezogen und sollte ihm erst wieder im Anschlusszug nach Italien ausgehändigt werden. Damit wollten die Behörden verhindern, dass Transitreisende den Bahnhof verließen und sich absetzten. Perl wusste, dass es ohne triftigen Grund keine gute Idee war, ohne Pass in Belgrad herumzulaufen – also erfand er einen. Er fuhr per Taxi zum besten Hotel der Stadt und nahm sich dort ein Zimmer. Auch wenn er sich nur die billigste Kategorie leisten konnte, hoffte er, die noble Adresse würde die Polizei im Fall der Fälle dazu bringen, ihn besser zu behandeln. Es war derselbe Trick, den er schon in Bukarest angewandt hatte. Dem Rezeptionisten gegenüber gab er an, sein Pass sei bei der Polizei und diese würde ihn am nächsten Tag vorbeibringen. Danach telefonierte er mit der Familie Dragoner und einer alten Freundin aus Wien namens Milana Duduković, ehe er beim Belgrader Büro der DDSG anrief und einen Termin für den nächsten Tag arrangierte. Von Direktor Schätz in Wien erfuhr er, dass die Fahrt der Grein nach Sulina bislang ohne Komplikationen verlaufen war.
Perl blieb nun doch länger als beabsichtigt in Belgrad. Zwar rechnete er jeden Augenblick damit, verhaftet zu werden, aber er wollte erst weiterreisen, wenn er sicher sein konnte, dass die Flüchtlinge nicht mit den Flussbooten zurückgeschickt wurden. Täglich stand er im Austausch mit dem Belgrader Büro der DDSG sowie Hecht und Bernstein in Rumänien. Wie geplant, hatte er auch die Dragoner-Familie aufgesucht und mit ihr unter anderem die Frage erörtert, wie man dem Druck der Briten auf die Donauanrainerstaaten entgegenwirken könnte. Vermutlich war ihm bei diesem Treffen der Gedanke zu seinem nächsten, abermals gewagten Schritt gekommen, denn unmittelbar nach seinem Besuch bei den Dragoners wurde er bei der deutschen Gesandtschaft vorstellig.
Bei einem Diplomaten namens Puhr beschwerte er sich über die Versuche der Briten, den Transit der DDSG-Schiffe durch Jugoslawien zu behindern. Perl wusste von Bernstein und Hecht in Rumänien, dass der Umstieg der Passagierinnen und Passagiere auf die Sakarya immer noch nicht stattgefunden hatte, obwohl das Schiff schon vor zehn Tagen in Sulina angekommen war. Im Gespräch mit Puhr machte er britische Machenschaften dafür verantwortlich, derentwegen die DDSG die ihr aufgetragenen Aufgaben nicht zeitgerecht erfüllen konnte und ihre Flussboote Gefahr liefen, in Rumänien zu stranden. Dass Geldmangel der wahre Grund war, verschwieg er selbstverständlich. Der um die deutschen Schiffe besorgte Diplomat sagte prompt zu, etwas gegen die Briten unternehmen zu wollen. Die Bitte, bei der Polizei eine Aufenthaltsbewilligung für Perl zu erwirken, lehnte er jedoch ab.
Das Damoklesschwert einer Verhaftung schwebte also weiterhin über Perl. Doch bevor es auf ihn herabstürzen würde, erhielt er am Morgen des 24. Dezember 1939 – frisch serviert zum Frühstück – noch eine Horrornachricht: Die DDSG rief ihre Boote zurück.
Als Perl von der Entscheidung der DDSG erfuhr, rief er sofort seine Tante in Wien an, die wiederum Direktor Schätz kontaktierte. Doch auch dieser konnte nichts mehr tun. Die Meteorologen erwarteten ein baldiges Zufrieren der Donau. Die Schiffe mussten daher auf der Stelle zurück, es sei denn, das Belgrader DDSG-Büro konnte der Wiener Zentrale bestätigen, dass sich die Wettervorhersage für die Donau auf dem Balkan geändert hatte.
Perl war ratlos. Was konnte er in dieser Situation noch tun? Während er sich den Kopf zerbrach und mit Milana Duduković in der Lobby seines Hotels auf einen Anruf aus Bukarest wartete, geschah endlich das, womit er seit Tagen gerechnet hatte. Er wurde von zwei Polizisten in Zivil verhaftet, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Perl setzte alles daran, sich herauszureden, und gab an, mit dem Grenzbeamten im Zug Tschechisch gesprochen und irrtümlich gedacht zu haben, dessen Serbokroatisch zu verstehen – so sei er davon ausgegangen, der Mann habe ihm sinngemäß gesagt, er könne ruhig länger in Belgrad bleiben. Es handele sich bei seinem unerlaubten Aufenthalt also nur um ein Missverständnis und nicht um böse Absicht. Die Beamten zeigten sich von dieser Ausrede wenig beeindruckt, gestanden ihm aber immerhin noch zu, ein Telegramm zu versenden. Perl wusste, er hatte keinen Handlungsspielraum mehr und musste alles auf eine Karte setzen, denn schlimmer konnte es nicht mehr werden. Hastig formulierte er eine Botschaft und gab sie Duduković, die sie an die Zentrale der DDSG in Wien, an deren Vertreter in Sulina sowie direkt an Direktor Schätz schicken sollte. Da es mittlerweile früher Nachmittag des Heiligen Abend war, wusste Perl nicht, ob seine Nachricht noch jemanden erreichen würde, aber er musste es zumindest versuchen. Ihr Inhalt lautete: „Alle Vorhersagen bescheinigen wärmeres Wetter an der Donau. Sonnenschein, wärmeres Wetter, kein Niederschlag in der kommenden Woche.“ Damit dieser offensichtliche Bluff zumindest eine kleine Aussicht auf Erfolg hatte, sollte Duduković die Telegramme im Namen des Diplomaten Puhr von der deutschen Gesandtschaft übermitteln.
Perl hatte nun alles versucht, was noch in seiner Macht stand. Duduković weigerte sich zu seinem Entsetzen allerdings, zu gehen. Aus Angst, er könnte von den Polizisten misshandelt werden, bestand sie darauf, ihn zuerst zum Bahnhof zu begleiten. Erst nachdem Perl von den Beamten in Handschellen zum Bahnsteig gebracht worden war, konnte er Duduković überreden, sich von ihm zu verabschieden und das Telegramm aufzugeben. Zusätzlich trug er ihr auf, Liesel Kant zu verständigen und sie zu bitten, sich mit Schätz telefonisch in Verbindung zu setzen. Notfalls sollte seine Tante sogar beim Direktor zu Hause anrufen, damit dieser vom vermeintlichen Telegramm der deutschen Gesandtschaft so schnell wie möglich erfuhr. Denn selbst wenn Schätz Perls Trick durchschaute, was wahrscheinlich war: Mit dem Telegramm würde er immerhin etwas in Händen halten, mit dem er sich vor dem restlichen Direktorium oder der Gestapo rechtfertigen konnte, sollte er sich dazu entscheiden, die Flussboote nicht umkehren zu lassen. Das war zumindest Perls Kalkül. Als er im Zug in Richtung Italien saß, wusste er allerdings nicht, ob es seiner Tante überhaupt gelungen war, Schätz zu erreichen, geschweige denn, ob dieser bereit war, sich der Sache anzunehmen.
Nervenaufreibende Stunden der Ungewissheit lagen vor ihm. Umso überschwänglicher war seine Freude daher, als er nach der Ankunft in Venedig Hecht und Bernstein in Rumänien kontaktierte und zur Abwechslung gute Nachrichten erhielt. Noch waren die Grein und die Saturnus in Sulina. Offenbar hatte die Nachricht aus Belgrad beim Vertreter der DDSG für Verwirrung gesorgt, der über die Weihnachtsfeiertage aber keinen Entscheidungsträger mehr für eine Nachfrage erreichen konnte, weder bei der Zentrale in Wien noch bei der deutschen Gesandtschaft. Der Bluff war nur von kurzer Dauer, aber die dadurch gewonnene Zeit reichte aus. Denn am Abend des 25. Dezember 1939 wurde endlich eine erste Einigung mit den Türken erzielt. Sie gestatteten den Passagierinnen und Passagieren auf der Grein und der Saturnus, gegen eine Anzahlung an Bord der Sakarya zu gehen. Der Transfer erfolgte am zweiten Weihnachtsfeiertag, und die Flussboote der DDSG konnten endlich leer die Rückfahrt antreten.
Perl erfuhr auch, wem sie zu verdanken hatten, dass die Türken ihre Meinung geändert hatten: Leyla, der Cousine des türkischen Schiffeigners. Laut Perl und Hecht dürfte es sich bei der blonden Schönheit Anfang zwanzig eher um die heimliche Freundin eines der jungen Männer gehandelt haben, aber sie fungierte auch als Übersetzerin. Denn Bernstein, Hecht und die anderen deckten zwar eine Vielzahl von Sprachen ab, aber Türkisch war nicht darunter. So waren Leylas Dienste höchst willkommen – ebenso wie ihre Empathie. Denn bei einem Besuch an Bord der Saturnus und der Spyroula hatte sie das Leid der Flüchtlinge mit eigenen Augen gesehen und auf ihre beiden Begleiter eingewirkt.
In Sulina war damit der ärgste Druck gewichen. Die Türken hatten eingesehen, dass eine Umkehr der Grein und der Saturnus mitsamt den Flüchtlingen sie um ihren Gewinn gebracht hätte. Faltyns Gruppe, der langsam das Geld ausging, war allerdings immer noch auf der Spyroula. Ihr verweigerten die Türken den Umstieg.
Eine Lösung musste rasch gefunden werden, denn der Winter schlug nun mit seiner ganzen Kraft zu.