Hökarängen ist ein Vorort südlich von Stockholm. Dorthin gelangt man am einfachsten mit der «grünen Linie» der U-Bahn. Als ich diese Fahrt unternehme, kommt es mir vor, als würde ich rückwärts durch das Gedächtnis der Stadt reisen: von den fünfhundert Jahre alten Giebelhäusern in Gamla Stan zunächst in die Dunkelheit hinunter und dann wieder hinauf und über das Wasser bei Skanstull, wo tief unten zwischen Lagerschuppen und überfüllten Bootsstegen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert vorüberhuschen, vorbei an den Punkthäusern in Skärmarbrink, an den Zeilenhäusern der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts in Blåsut, an den hübschen, aber selbstverliebten Villen der Jahrhundertwende in Sandsborg, an dem fröhlichen Durcheinander kleiner pastellfarbener 30er-Jahre-Holzhäuser in Tallkrogen. Die Architektur wird immer radikaler, symmetrischer, blutleerer, die Autos immer dominanter, während gleichzeitig die dazwischenliegenden Flächen aus Natur immer größer werden: Wiesen, Baumgruppen, zutage tretende Felsen. Nach knapp zwanzig Minuten Fahrt hält die Bahn in Hökarängen.
Dort fallen als Erstes mehrere große, hohe, wuchtige Wohnhäuser auf, die signalisieren, dass es sich bei Hökarängen um keinen alten Stadtteil handelt. Ein Fußweg führt an der Feuerwache vorbei in die Siedlung hinein, rechter Hand sieht man eine hohe Felsenkuppe und linker Hand einige von Rasen, Grills und runden Trampolinen umgebene Mehrfamilienhäuser. Der Weg macht eine sanfte Biegung, durchdringt die Vegetation, man passiert eine Pferdekoppel, und orangerote Ziegeldächer schimmern durch die Baumkronen. Skönstaholm. Dann öffnet sich der Blättervorhang, und man sieht niedrige Reihenhäuser, Blumenbeete, Büsche, Birken, Apfelbäume. Auf den kleinen Rasenflächen spielen Kinder, werkeln Leute in Beeten oder trinken Kaffee. Womöglich fällt einem ein besonderes Detail auf: Die Neigung der Dächer ist auf der Vorder- und Rückseite der Häuser unterschiedlich. Tritt man auf die Straße hinaus, folgt der Blick den in Grün eingebetteten Häuserzeilen gen Süden, wo sich das Wohngebiet zum Licht und den tiefer liegenden Feldern hin öffnet. Das ist der Söndagsvägen. Als ich das erste Mal dort stand, dachte ich, dies müsse eins der idyllischsten Viertel von ganz Stockholm sein.
Der größte Teil von Hökarängen wurde von der Stadt Stockholm während der späten 40er und frühen 50er Jahre erbaut und ist ein Beispiel dafür, was der schwedische Wohlfahrtsstaat im besten Falle leisten konnte. Damals, nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Zuwanderung vom Land in die Stadt so richtig in Schwung kam, die Wohnungsnot akut war und allgemeine Enge herrschte, wurden in einem Ring rund um Stockholm ganz neue Wohngebiete errichtet, Mustersiedlungen, die zu gleichen Teilen von deutschem Funktionalismus, angelsächsischen New-Town-Ideen und unerschrocken optimistischer schwedischer Ingenieurskunst inspiriert waren.
Das Ergebnis waren eine Art Kleinstädte von ungefähr gleicher Größe, die mit Zirkel, Winkelhaken und Rechenschieber geplant und dann schnell aus dem Boden gestampft worden waren, zum Wohnen ebenso gedacht wie zum Arbeiten, mit jeweils eigenen Zentren mit Ladengeschäften und allen öffentlichen Einrichtungen für die Einwohner – Schulen, Spielplätzen, Bibliotheken, Apotheken, Kindertagesstätten, Schwimmhallen, Sportplätzen, Wohnungen für alleinstehende Mütter, Kinder- und Jugendhilfe, psychiatrischer Beratung, Kinos, Armenfürsorge, Kirche. Sie wurden unmittelbar an einer der U-Bahn-Linien platziert, mit klar markierten Intervallen unberührter Natur dazwischen, zur Versorgung mit Licht, Grün und als leicht erreichbare Erholungsgebiete. Bodenständiger Utopismus paarte sich mit Modernitätsgläubigkeit: Die diesen Gebilden zugrunde liegende Studie umfasste auch Pläne zum Bau von Landeplätzen für jene privaten Kleinhubschrauber, in denen man damals das Transportmittel der Zukunft sah.
Hökarängen ist ein Beispiel für gelungenen Wohnungsbau des schwedischen «Volksheims». Die Häuser entsprechen menschlichem Maß: Es sind überwiegend schmale, zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser, die in unterschiedlichen Winkeln zueinander stehen und gut in das hügelige, bewaldete Gelände eingefügt sind. Und obwohl das Konzept mit solcherart modernistischen Zeilenhäusern im ganzen Stadtteil – ja, sogar in großen Teilen Schwedens – dasselbe war, bemühten sich die Architekten hier darum, eine allzu geisttötende Monotonie zu vermeiden. Das fällt sogar dem Besucher auf. Farben, Muster, Fassadendetails variieren, offenbar sind die Unterschiede bei Fenstern, Eingangstüren, Balkons wohldurchdacht. Hier und dort finden sich kleine Reliefs. Auch die Ausführung soll durchweg von hoher Qualität sein. Das Volksheim, das man hier errichtete, sollte nicht nur modern sein, «eine Stadt, die offen ist», wie es in einem Gedicht von Ragnar Thoursie heißt, sondern auch von Dauer.
In vielerlei Hinsicht war vor allem die erste Hälfte der 60er Jahre eine glückliche Epoche in Schweden. Die Gesellschaftsbildung war beinahe beendet, ja vollendet, die Wissenschaft galt als gute Sache, Gegensätze näherten sich immer mehr an, alle Ideologien waren tot, die Zukunft hell und unendlich. Während dieser Jahre herrschte ein grenzenloser Optimismus, den nichts besser veranschaulicht als der Wettlauf im Weltraum. Der Wettkampf zwischen den USA und der Sowjetunion darum, wer zuerst einen Menschen auf den Mond schicken könnte, erregte enormes Aufsehen, auch in Schweden, und viele verfolgten aufmerksam die einzelnen Starts und die an sie geknüpften Erwartungen, kannten die Namen der Astronauten, ungeachtet ihrer Nationalität. Die rein praktische Bedeutung dieser Missionen war von weit geringerem Gewicht als die ideelle: Der Mensch lebte jetzt im Weltraumzeitalter, einer neuen Ära, in der alles möglich war. Tekniken idag sagte in der Ausgabe von 1965 zum Beispiel voraus, dass fliegende Autos vor dem Durchbruch stünden, dass gigantische Luftkissenboote schon bald den Atlantik überqueren und innerhalb der nächsten zehn Jahre der erste Mensch seinen Fuß auf den Mars setzen würde – die Mondmissionen waren da bereits ein alter Hut.
Alle Kurven in den Statistiken wiesen nach oben. In den knapp zehn Jahren von 1956 bis 1965 hatte sich das schwedische Bruttosozialprodukt pro Kopf verdoppelt. Im vorangegangenen Jahr, 1964, war es um 7,2 Prozent gewachsen, eine Zahl, die in der Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts selten erreicht wurde. Innerhalb von sieben Jahren war die industrielle Produktion Schwedens um ebenso unglaubliche 66 Prozent gewachsen. Und das bei einem Minimum an Konflikten. In Schweden gab es praktisch keine Arbeitsniederlegungen – vor allem im Vergleich mit den USA[1], dem gelobten Land der Streiks. Die Arbeitslosigkeit war verschwindend gering. Wer einen Job suchte, wurde sofort fündig, denn wenn es an etwas fehlte, dann an Arbeitskräften. Dem versuchte man mit Arbeitsmigration abzuhelfen, in erster Linie aus Finnland und den anderen nordischen Ländern, aber auch von Deutschen, Österreichern, Italienern und Ungarn. Die schwedische Handelsflotte war fast so groß wie die französische. Ungefähr jedes zehnte Schiff, das irgendwo auf der Welt vom Stapel lief, war auf einer schwedischen Werft gebaut worden. Die Gewinne verblieben nicht allein bei den Besitzern der Exportunternehmen, sondern kamen auch der Mehrzahl der Bevölkerung zugute. Die Einkommensunterschiede verringerten sich, und die Löhne stiegen Jahr für Jahr. Die Steuern waren zwar höher als irgendwo sonst[2], doch was spielte das für eine Rolle, da sich der Lebensstandard ebenso auf Rekordniveau befand und Schweden die niedrigsten Arbeitslosenzahlen der Welt hatte?
Der Ministerpräsident hieß Tage Erlander, ein eher zurückhaltender Intellektueller aus Lund, groß und schlaksig, zu dessen liebsten Freizeitbeschäftigungen das Lesen von Romanen gehörte, ein Mann, dessen Gestalt zu jener Zeit geradezu landesväterliche Proportionen anzunehmen begann. (Eine kleine, liebevoll karikierte Tonfigur von Erlander nahm in dem Zuhause meiner Kindheit einen Ehrenplatz ein.) 1966 hatte er seine Position zwanzig Jahre lang inne, und die Sozialdemokraten waren seit fast 30 Jahren an der Regierung. Bei der Reichstagswahl 1964 hatte die Partei 47,3 Prozent der Stimmen erhalten, was im Vergleich mit der Kommunalwahl 1962, in der ihr Stimmenanteil 50,1 Prozent betragen hatte, eine Enttäuschung war. Dennoch blieb die Partei weiterhin dominant: Die Sozialdemokraten hatten mehr Mitglieder als alle anderen Parteien zusammengenommen. Dominanz bedeutete jedoch nicht automatisch auch Streitbarkeit. Die Ideologien waren wie gesagt tot – oder lagen im Sterben – und die Politik der Zukunft würde vor allem fürsorgliche Machtausübung von Technokraten und Bürokraten sein: Zukunft hieß Verwaltung, moderner Ordnungssinn, soziale Ingenieurskunst. Niemand stellte die Marktwirtschaft in Frage. Oder die Mischwirtschaft, wie sie damals genannt wurde, denn der Staat besaß viele große Unternehmen und Monopole.
Liberale Nationalökonomen konnten lediglich konstatieren, dass das schwedische System in der Praxis funktionierte, ohne dass es dazu eine passende Theorie gab. In den Augen anderer sah es so aus, als ob Schweden den goldenen Mittelweg zwischen amerikanischem Raubtierkapitalismus und sowjetischer Planwirtschaft gefunden hätte. Der Wohlstand wuchs von Jahr zu Jahr, egal, welche Maßstäbe man anlegte: privater Konsum oder Durchschnittseinkommen oder durchschnittlicher Stundenlohn, Anzahl der Telefone oder der Fernsehgeräte oder der Privatautos. Nicht zuletzt mit dem eigenen Auto fanden die der Modernität huldigenden Schweden in diesem ungewohnten, doch wunderbaren Wohlstand zu sich selbst; ein Umstand, der jedoch eine leicht vorhersehbare Kehrseite in Form wachsender Staus und zunehmender Verkehrsunfälle mit sich brachte.
Kein Problem war jedoch so groß, dass man es nicht mittels rationalem Denken im Verein mit massiven staatlichen Maßnahmen lindern konnte. Diese hochrationale Welt war auf dem besten Weg, alles, was an die traurige, irrationale Vergangenheit erinnerte, hinter sich zu lassen: alte Häuser, alte Erinnerungen, alte Denkmuster. Der Krieg war vergessen, die Große Wirtschaftskrise davor verdrängt, die atomare Bedrohung sublimiert. Überhaupt erschien Geschichte irrelevant, und in gebildeten und intellektuellen Kreisen wurde selbst die Religion mit milder Nachsicht behandelt, als etwas, das ebenfalls bald der Vergangenheit angehören würde.
Wer es im Sommer 1965 wagte, mit dem Auto in südlicher Richtung durch Stockholm zu fahren (auf der linken Straßenseite, denn noch galt Linksverkehr), zum Beispiel eben nach Hökarängen oder in Richtung des neu eröffneten Warenhauses bei Kungens kurva (wo allen zahlenkundigen Schwarzsehern zum Trotz bereits die sagenhafte Erfolgsgeschichte des unbekannten Playboys Ingvar Kamprad begann), konnte die großen Abrissarbeiten im Zentrum der Stadt nicht übersehen. Zahlreiche alte Häuser, von denen einige bis auf das 17. Jahrhundert zurückgingen, wurden von Baggern und Pressluftbohrern zermalmt; alles, um Platz für Kaufhäuser oder ein anderes garantiert superrationales architektonisches Prachtstück zu machen. Eins davon war Åhléns neues, großes Warenhaus mit seinen neun Etagen im Stockholmer Zentrum, das im vorangegangenen Jahr eröffnet worden war. (Und es war keineswegs das einzige seiner Art: Innerhalb von fünf, sechs Jahren sollte Schweden das Land mit der größten Kaufhausdichte pro Kopf in Europa sein. Diese Konsum-Kathedralen gaben auf ihre Art der Zukunftsfaszination Ausdruck, die das Land ergriffen hatte, und erwuchsen oft aus der Symbiose von verschiedenen kolossalen Wohnungsbauprojekten mit ebenso kolossalen Um- und Ausbauten des Straßennetzes, die allerorten in Schweden im Gange waren.) Außerhalb der City schossen hinter dem bewaldeten Horizont ganz, halb oder zu einem Viertel fertige Riesenmonolithe von Wohnhäusern in die Höhe, in Beton gegossene Versprechen, dass auch der jahrzehntealte Wohnungsmangel noch bezwungen werden würde. Überall sah man Baukräne, denn Stockholm wuchs, im wahrsten Sinne des Wortes, dass es nur so krachte.
Doch nicht alles war groß angelegt. Ursprünglich sollte ganz Hökarängen aus Reihenhäusern bestehen. Eine für Schweden recht neue und umstrittene Wohnform, vor der einige ältere Sozialdemokraten instinktiv zurückschreckten, weil sie sie an die verhassten Gesindehäuser der Güter denken ließ. Andere wiesen mit dem Rechenschieber in der Hand darauf hin, dass bei dieser Bauform der Quadratmeter mehr koste als bei den üblichen Mehrfamilienhäusern, und eine unheilige Allianz aus Kommunalpolitikern und Bauindustrie wollte deshalb lieber auf richtig große Projekte setzen. Die orthodoxen Ideologen des Funktionalismus fanden, kleine Reihenhaussiedlungen gehörten zu dem Grauenerregendsten, was man sich vorstellen könne, sie sprachen im Falsett von Dreck und Hysterie und unkten, Wohnungen mit eigenen kleinen Rasenstücken würden die Bewohner «verbürgerlichen». Nein, solche Siedlungen entsprachen den futuristischen und großangelegten Zukunftsvisionen in keiner Weise. Sie sahen ganz einfach nicht «modern» genug aus. Zu jenem Zeitpunkt, 1965, hatten Ideologen, Geschäftsleute und Bauunternehmer gewonnen.
Es ist bezeichnend, dass die letzten in Hökarängen erbauten Häuser – jene oben erwähnten, die einem bei der Ankunft mit der U-Bahn sofort auffallen – Betonklötze waren, Eindringlinge aus der nahen Zukunft: in ihrer neobrutalistisch geometrischen Form und ihrer standardisierten, industrialisierten Ausführung signalisierten sie nicht nur, dass das sogenannte Millionenprogramm bald aufgelegt werden würde, sondern auch, dass das «Volksheim» vor dem Übergang zu einer neuen Phase stand. Aus den Originalplänen zur Erbauung einer kleinteiligen Musterstadt wurde nicht mehr als eine Enklave: die Reihenhaussiedlung im südöstlichen Teil Hökarängens – Skönstaholm.
Skönstaholm wurde von Mitarbeitern des kommunalen Liegenschaftsamts entworfen und von 1950 bis 1952 durch die Stadt Stockholm erbaut.[3] Die Siedlung ist idyllisch. Die auffallend jungen und ambitionierten Architekten haben sich bemüht, ihr menschliches Maß und einen eigenen Charakter zu verleihen. Es gibt hier neun unterschiedliche Haustypen in einem «Volksheimarchitektur» genannten Stil, vielleicht dem einzigen durch und durch schwedischen Architekturstil, und die Häuser waren ein Abbild davon, wie man sich dieses Volksheim vorstellte. Es war kleinteilig, baute formal auf der Erschaffung einer starken Gemeinschaft auf, jedoch ohne Konformismus und mit ausreichend Platz für das Individuelle. Struktur und Symbol in einem. Die Häuserzeilen waren sorgfältig in das bewaldete und hügelige Terrain eingefügt, wobei man oftmals sogar Rücksicht auf einzelne Bäume genommen hatte. Tüchtige kommunale Landschaftsarchitekten hatten das Ganze vollendet, indem sie die Bebauung mit einer abwechslungsreichen, nach Süden hin abfallenden Parklandschaft umgaben.[4] Genau wie im übrigen Hökarängen verliehen Details, die noch heute zu sehen sind, jeder Reihenhauszeile ihre besondere Eigenart. (Zum Beispiel sind die Türen entweder blau, grün, gelbbraun, lackschwarz oder schokoladenbraun gestrichen, es gibt eine vorgegebene Anzahl verschiedener Typen von Fenstern sowie fünf verschiedene Ausführungen der Wandlampen.) Uniformität sollte vermieden werden. Hier sollten keine Massenwesen wohnen, sondern Menschen, bei denen sich Kollektiv und Individualismus eine gesunde Balance hielten. Eine Mustersiedlung.
Doch obwohl die Reihenhäuser verhältnismäßig klein waren – die meisten hatten drei Zimmer und Küche bei gut achtzig Quadratmetern –, war die Errichtung der Häuserzeilen recht kostspielig, was sich in den Mieten niederschlug. Der Quadratmeterpreis war etwa doppelt so hoch wie in der Stockholmer Innenstadt. Wer in diesem Teil Hökarängens eine Wohnung suchte, musste sich einer Einkommensprüfung unterziehen. Außerdem wurde erwartet, dass man Kinder hatte. Hier zu wohnen, war also nicht allein teuer. Anfang der 50er Jahre war Hökarängen im Allgemeinen und Skönstaholm im Besonderen der südlichste Außenposten Stockholms. Jenseits der Häuser erstreckten sich Getreidefelder und Wald, und der heute stark befahrene Nynäsleden schlängelte sich als Schotterstraße dahin. Vom Balkon eines der nach Süden ausgerichteten Häuser aus konnte man in der Ferne noch das Wasser des Drevviken-Sees glitzern sehen.
In Skönstaholm zogen schnell die bessergestellten Mieter ein: Ingenieure, Architekten, Wirtschaftsprüfer, Ärzte, höhere Angestellte, Lehrer sowie andere Angehörige der gebildeten Mittelklasse. Die Siedlung war vom Rest Hökarängens durch einen Waldstreifen und den hohen Felsen getrennt. Doch beide Bereiche wurden durch den Söndagsvägen, der vom nördlichen Teil des Stadtteils bis zur Reihenhaussiedlung im Süden verlief, miteinander verbunden.
Und ebendort, in der Nummer 88, geschah der Mord.