Für dieses Buch habe ich drei verschiedene Arten von Quellen benutzt: Archivmaterial von Polizei und Gerichten, Presseartikel aus der fraglichen Zeit sowie Interviews. Die Materialfülle ist überwältigend. Ich habe weder etwas hinzuerfinden wollen noch müssen.[1]

Die Unterlagen aus den Gerichtsverhandlungen der ersten Instanz einschließlich Ermittlungsakten befinden sich in Stockholms Stadtarchiv, die des Svea hovrätt in der Zweigstelle des Reichsarchivs in Arninge. Im Stockholmer Polizeiarchiv wird das komplette während des Verfahrens zusammengetragene Material aufbewahrt, einschließlich des «Bodensatzes», der als für die Anklageerhebung nicht relevant angesehen wurde und der in diesem Fall – aufgrund des Umfangs der Ermittlungen – gigantisch ist. Dort lagern auch weitere von mir benutzte Unterlagen, zum Beispiel Personalakten einzelner Polizisten. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Thomas Högberg vom Polizeiarchiv für seine großartige Unterstützung und dafür, dass er mir Unterlagen heraussuchte, von deren Existenz ich keine Ahnung hatte – ich denke da vor allem an die nie vollendete Schilderung des Falles von Kriminaltechniker Wincent Lange. Einiges an Material einzelne Personen betreffend habe ich im Archiv der ehemaligen Ausländerbehörde gefunden.

An damaligen Tageszeitungen habe ich Stockholmstidningen, Dagens Nyheter, Svenska Dagbladet, Aftonbladet und Expressen ausgewertet. Soweit sie nicht in

Folgenden Personen, die mir ihre Zeit und ihre Erinnerungen zu der fraglichen Zeit und dem Ereignis zur Verfügung gestellt haben, möchte ich meinen großen und tiefempfundenen Dank sagen: Johanna Giesswein, Ulla Greber Hatt, Torbjörg Hagström, Thomas Malm, Peter Mobach, Anna Sjöö und Lars Österberg. Ulf von Strauss wohnte zum Zeitpunkt des Mordes zwar nicht in dem Stadtteil, war aber ein ausgezeichneter Guide und Kontakt für mich. Er hat nicht nur ein kleines Archiv zur Geschichte Skönstaholms aufgebaut, sondern zeichnet auch für den hübschen privat gedruckten, von der Wohnungsbaugenossenschaft herausgegebenen Band über den Stadtteil («Skönstaholm») verantwortlich, der mir von großem Nutzen war. In einer kritischen Phase meiner Arbeit erhielt ich unschätzbare Hilfe von Lars-Olov Lampers, der sich nicht nur in der Periode, der Materie und den Archiven auskennt, sondern mich auch in Momenten der Frustration aufmunterte. Meine Lektorin Johanna ist mir mit ihren kreativen Verbesserungs- und Streichungsvorschlägen in der Schlussphase des Schreibens eine große Stütze gewesen.

Ich habe mich verschiedener Quellen bedient, um das Bild von Schweden und der fraglichen Zeit zu entwerfen. Teils habe ich natürlich das oben erwähnte Pressematerial genutzt, teils zeitgenössische Übersichtswerke wie die entsprechenden Jahrgänge des Statistischen Jahrbuchs SCB sowie verschiedene Bände von När var hur. An neuerer Literatur möchte ich gern Kjell Östbergs 1968 – (Järfälla 2018) erwähnen, Lena Lennerheds Frihet att njuta – Sexualdebatten i Sverige på 1960-talet (Stockholm 1994), Klara Arnbergs Motsättningarnas marknad – Den pornografiska pressens kommersiella genombrott och regleringen av pornografi i Sverige 1950–1980 (Stockholm 2010). Göran Häggs Välfärdsåren – Svensk historia 1945–1986 (Stockholm 2005) ist idiosynkratisch und nicht ganz zuverlässig, ermöglicht aber trotzdem wichtige Einblicke. Als ausländische Werke, die dabei helfen, ein Gefühl für die betreffende Zeit zu entwickeln, sind Christopher Brays 1965 – The Year Modern Britain Was Born (London 2014), Gerard deGroots The Sixties Unplugged – A Kaleidoscopic History of a Disorderly Decade (Harvard 2008) und Andrew Grant Jacksons 1965 – The Most Revolutionary Year in Music (New York 2015) zu nennen.

Da mein Zugang zu dem Thema zunächst der eines Historikers war, habe ich notwendigerweise sehr viele Werke aus der mehr kriminologisch orientierten Literatur verwendet. Eine zentrale Persönlichkeit sowohl in den Reihen der damaligen Stockholmer Polizei als auch in dem hier geschilderten Fall ist Kriminalkommissar GW Larsson. Seine Memoiren Mordets verkliga ansikte (Stockholm 1971) vermitteln einen guten Einblick in seine Arbeitsweise und seine Psyche, auch wenn sie wie alle Memoiren cum grano salis gelesen werden sollten. Ich erinnere mich, dass ich vor langer Zeit «Die Profiteure» gelesen habe, einen Roman mit realem Hintergrund, geschrieben von einem Mann mit denselben Initialen, Leif GW Persson (dt. München 2006), und als ich ihn vor der Arbeit an diesem Buch wieder las, bestätigte mir das einesteils, wie gut er

 

P. E.

Uppsala – Madrid – Härnevi im Frühjahr 2019