Kapitel 15

Zehn Fehler, die Sie beim Schreiben von KI-Prompts vermeiden sollten

IN DIESEM KAPITEL

  • Effiziente Prompts erstellen
  • Auf Fehler in der Ausgabe prüfen
  • Sich nicht ohne Überprüfung der Genauigkeit auf KI verlassen

Wenn Sie neu in der Erstellung von KI-Prompts sind, können Sie leicht Fehler machen. Der richtige Umgang mit KI-Tools macht Sie produktiver und effizienter. Aber wenn Sie nicht aufpassen, können Sie sich schlechte Angewohnheiten aneignen, während Sie noch lernen. In diesem Kapitel finden Sie eine Liste von zehn Fehlern, die Sie von Anfang an vermeiden sollten.

Nicht genug Zeit für die Ausarbeitung und Prüfung von Prompts aufwenden

Ein häufiger Fehler bei der Verwendung von KI-Tools besteht darin, dass man sich nicht die Mühe macht, die Prompts sorgfältig zu formulieren. Sie könnten leicht in Versuchung geraten, schnell einen Prompt zu tippen und eine Antwort von der KI entgegenzunehmen, aber eilige Prompts führen in der Regel zu mittelmäßigen Ergebnissen. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, Ihren Prompt klar zu formulieren, erhöhen Sie Ihre Chancen, die gewünschte Antwort zu erhalten. Eine schlechte Antwort bedeutet, dass Sie den Prompt auswerten müssen, um zu sehen, wo Sie ihn klarer formulieren oder verbessern können. Dies ist ein iterativer Prozess, also seien Sie nicht überrascht, wenn Sie Ihre Prompts mehrmals überarbeiten müssen.

Wie jede Fähigkeit erfordert auch die Entwicklung wirksamer Prompts Übung und Geduld. Der Schlüssel ist, dem Drang zu widerstehen, Abkürzungen zu nehmen. Nehmen Sie sich die nötige Zeit, um die KI zu einer guten Antwort zu führen.

Die Illusion haben, die KI verstehe den Kontext oder Subtext

Es kann leicht passieren, die Fähigkeiten von KI-Tools zu überschätzen und anzunehmen, dass sie die Bedeutung von Sprache so verstehen wie Menschen. Aktuelle KI-Tools nehmen die Dinge wörtlich. Sie verstehen nicht wirklich den Kontext eines Gesprächs. Ein KI-Assistent ist zwar darauf trainiert, Muster und Zusammenhänge zu erkennen und kennt diese Dinge als Konzepte (wie Normen, Emotionen oder Sarkasmus), die alle auf dem Kontext beruhen, aber es fällt ihm schwer, sie zuverlässig zu erkennen.

Der Mensch kann zwischen den Zeilen lesen und die Bedeutung hinter dem Geschriebenen verstehen. Eine KI interpretiert Anweisungen und Aufforderungen in einem sehr wörtlichen Sinne – sie versteht die Bedeutung dahinter nicht. Man kann nicht davon ausgehen, dass eine KI Konzepte versteht, für die sie nicht trainiert wurde.

Zu allgemeine oder vage Fragen stellen

Vermeiden Sie bei der Interaktion mit einer KI zu weit gefasste oder vage Fragen. Die KI funktioniert am besten, wenn Sie ihr klare, spezifische Aufforderungen geben. Prompts wie »Erzähle mir etwas über die Geschichte des Menschen« oder »Erkläre das Bewusstsein« sind so, als würde man die KI bitten, das gesamte Internet zu durchsuchen. Die Antwort wird wahrscheinlich nicht zielgerichtet sein. Die KI hat kein Gespür dafür, welche Informationen relevant oder wichtig sind, also müssen Sie sich neu konzentrieren und es erneut versuchen.

Gute Prompts sind direkter. Sie können mit einem Prompt wie »Fasse diese Forschungsarbeit in zwei Absätzen zusammen« oder »Schreibe einen Artikel mit 500 Wörtern über schattenbedürftige Sommerpflanzen« beginnen. Der Prompt sollte dem KI Grenzen und einen Kontext geben, um ihre Antwort zu gestalten. Es ist auch hilfreich, von allgemeinen zu immer spezifischeren Fragen überzugehen.

Sie können mit allgemeinen Fragen zu einem Thema beginnen und dann gezielte Anfragen zu spezifischen Details stellen. Konkrete Beispiele leiten die KI an. Der Schlüssel liegt darin, der KI präzise Aufforderungen zu geben, die sich direkt auf die gewünschten Informationen beziehen, statt eine Anfrage mit einer vagen, unbegrenzten Frage zu tippen. Konkrete, spezifische Fragen führen zu den besten KI-Ergebnissen.

Ausgaben nicht auf Fehler und Verzerrungen überprüfen

Ein häufiger Fehler bei der Verwendung von KI-Anwendungen besteht darin, die Ergebnisse für bare Münze zu nehmen, ohne sie zu überprüfen. KI-Systeme können Voreingenommenheit widerspiegeln oder Text generieren, der richtig erscheint, aber Fehler enthält. Nur weil der Inhalt von einer KI stammt, heißt das nicht, dass er unbedingt korrekt ist. Es ist wichtig, die KI-Antworten zu überprüfen, statt der Technologie blind zu vertrauen. Achten Sie auf Fälle von Voreingenommenheit, in denen bestimmte demografische Gruppen negativ charakterisiert oder Klischees verstärkt werden.

Überprüfen Sie Fakten und Zahlen immer anhand anderer Quellen. Achten Sie auf Logik, die darauf hinweist, dass die KI »verwirrt« war. Ein Feedback, wenn die KI einen Fehler macht, kann ihr Training weiter verbessern. Der Schlüssel liegt darin, Antworten skeptisch zu betrachten, statt davon auszugehen, dass die KI immer perfekte Ergebnisse liefert. Wie bei jedem menschlichen Teammitglied ist es wichtig, die Arbeit zu überprüfen, bevor man sie einsetzt. Eine sorgfältige Beaufsichtigung von KI-Tools mindert die Risiken.

Beleidigende, unethische oder gefährliche Prompts verwenden

Ein Hauptproblem bei der Arbeit mit KI ist, dass die Anwendungen unbeabsichtigt Vorurteile verstärken können, wenn Benutzer beleidigende, unethische oder gefährliche Prompts schreiben. Die KI generiert für jede Eingabe eine Ausgabe, selbst wenn Sie eine beleidigende Antwort verlangen. Antworten der KI in unangemessener Sprache oder potenzieller Diskriminierung können Vorurteile aus den Daten verstärken, auf denen das Modell trainiert wurde.

Wenn die Benutzer bei der Formulierung von Prompts vorsichtig sind, kann dies dazu beitragen, die Technologie zu durchdachteren Antworten zu bewegen.

KI kann den Launen bösartiger Benutzer ausgesetzt sein. Mehr über die damit verbundenen ethischen Fragen erfahren Sie in den Kapiteln 13 und 14.

Zu hohe Erwartungen an die Originalität oder Kreativität der KI haben

Ein häufiger Fehler bei der Verwendung von KI-Apps besteht darin, zu viel originelle Gedanken oder Kreativität zu erwarten. KI-Tools können einzigartige Kombinationen aus Text, Bildern und anderen Medien erstellen, aber es gibt Grenzen.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind KI-Apps nur in der Lage, vorhandene Informationen und Muster zu neuen Kombinationen zusammenzufügen. Sie können keine wirklich bahnbrechenden Antworten geben. Eine KI hat kein natürliches kreatives Gespür wie menschliche Künstler oder Denker. Ihre Trainingsdaten bestehen nur aus vergangenen und aktuellen Werken. Auch wenn eine KI neue Werke schaffen kann, ist es unrealistisch, ein »Meisterwerk« zu erwarten.

Generierte Inhalte wortwörtlich kopieren

Ein großer Fehler, den Benutzer beim ersten Einsatz von KI-Tools machen, ist es, den Text wortwörtlich zu übernehmen, ohne ihn zu bearbeiten oder zu überarbeiten. Künstliche Intelligenz kann Text produzieren, der gut geschrieben zu sein scheint, aber in Wirklichkeit eine eher grobe Ausgabe ist, die einer gründlichen Überarbeitung bedarf. Das gedankenlose Kopieren der unbearbeiteten Ausgabe kann zu einer unklaren und generischen Arbeit führen. (Außerdem ist es unethisch, den Text als den eigenen auszugeben.)

Am besten verwenden Sie die Vorschläge als Ausgangspunkt, auf den Sie mit Ihren eigenen Worten und Bearbeitungen aufbauen, um dem Endprodukt den letzten Schliff zu geben. Behalten Sie die starken Teile bei, und machen Sie etwas Originelles daraus. Das Wichtigste ist, dass die KI-App Ihre Arbeit unterstützt und nicht ersetzt. Mit der richtigen Bearbeitung und dem richtigen Schliff können Sie etwas produzieren, auf das Sie stolz sein werden.

Zu wenige Beispiele und Anwendungsfälle bereitstellen

Wenn Sie eine KI-Anwendung für eine neue Aufgabe trainieren, besteht ein häufiger Fehler darin, zu wenige Beispiele für Eingaben zu liefern. Menschen können in der Regel aus wenigen Beispielen extrapolieren, KI-Apps jedoch nicht. Eine KI muss mit Beispielen gefüttert werden, um den vollen Umfang des Falles zu erfassen. Sie müssen die KI mit verschiedenen Anwendungsfällen versorgen, damit sie effektiv verallgemeinern kann.

Ebenso führt die Beschränkung der Prompts auf einige wenige Beispiele zu schlechten Ergebnissen, da die KI kaum Hinweise auf die Grenzen der Aufgabe hat. Die Bereitstellung verschiedener Beispiele hilft der KI, sich ein Bild davon zu machen, wie sie reagieren soll. Wenn man Geduld hat und viele Beispiele liefert, kann die KI angemessen reagieren.

Unangepasste Prompts für unterschiedliche Anwendungsfälle verwenden

Ein häufiger Fehler bei der Arbeit mit KI-Tools ist der Versuch, denselben allgemeinen Prompt für alle Ihre Anwendungsfälle zu verwenden. Es ist zwar einfacher, einen einheitlichen Prompt zu erstellen, aber das Ergebnis ist enttäuschend. Jeder Anwendungsfall und jede Anwendung hat seine bzw. ihre eigenen Ziele und Informationen, die vermittelt werden müssen, wie in diesem Buch beschrieben. So sollte beispielsweise ein Prompt für einen kreativen Sachbuchartikel anders formuliert werden als ein Prompt für einen medizinischen Artikel.

Ein Inventar von Prompts, die für verschiedene Anwendungsfälle entwickelt wurden, ermöglicht der KI eine schnelle Anpassung an unterschiedliche Bedürfnisse. Einige Beispiele haben Sie in diesem Buch kennengelernt. Der Schlüssel ist die Anpassung. Der Aufbau einer Bibliothek spezialisierter Prompts ist eine Investition, die sich auszahlt.

Aufgaben übermäßig von KI abhängig machen, die besser für Menschen geeignet sind

Fast jeder ist begeistert von der Nutzung von KI-Tools, wenn sie ihm helfen, seine Arbeit zu erleichtern. Aber es ist wichtig, sich nicht zu sehr von ihnen abhängig zu machen. KI ist großartig für Aufgaben wie Automatisierung und Personalisierung, aber die Anwendung eines ethischen Verhaltens und die Vermittlung von Empathie sind immer noch menschliche Stärken.