DIE WELT IST IM BEGRIFF, SICH ZU VERÄNDERN ...
1972 war ich Pilot der Marineinfanterie, ein Kampfhubschrauber fliegender Leutnant, und war an Bord eines Flugzeugträgers vor der Küste Vietnams stationiert. Dies war meine zweite Tour nach Vietnam. Meine erste Tour war 1966 als Seekadett, Student in Kings Point, an der US-Handelsmarine-Akademie.
1966 war ich 19 Jahre alt, und befand mich an Bord eines rostigen, massenproduzierten »Victory-Schiffes«, einem Frachtschiff, das gebaut wurde, um im Zweiten Weltkrieg Waffen und Vorräte für den Kampf gegen die Deutschen, Italiener und Japaner zu transportieren. Doch 1966 transportierte das rostige alte Schiff 500-, 750- und 1.000-Pfund-Bomben nach Vietnam.
1972 war ich ein 25-jähriger Pilot an Bord eines anderen Schiffes. Diesmal war es ein Flugzeugträger.
Eines Tages erhielt ich an Bord des Flugzeugträgers einen Brief von meinem reichen Vater: »Präsident Nixon hat den Dollar vom Goldstandard entkoppelt. Achtung, die Welt ist im Begriff, sich zu verändern.«
Präsident Richard Nixon entkoppelte am 15. August 1971 den US-Dollar vom Goldstandard. Er machte seine Ankündigung während der beliebten Fernsehsendung Bonanza. Anscheinend hatte ich diese Episode der TV-Serie und die wichtige Ankündigung des Präsidenten verpasst.
Im Jahr 2018, während ich diese Zeilen schreibe, versteht die Mehrheit der Menschen immer noch nicht die Bedeutung von Nixons Botschaft von 1971. Wie mein reicher Vater sagte: »Die Welt ist im Begriff, sich zu verändern«, und sie hat sich bereits verändert. Bei der Entkoppelung des US-Dollars vom Goldstandard hat Präsident Nixon eine der größten Veränderungen in der Weltgeschichte vorgenommen. Leider gibt es auch heute noch nur wenige Leute, die verstehen, welchen Einfluss diese Veränderung auf unser ganzes Leben und die ganze Welt hat.
1972 hatte ich keine Ahnung, warum oder wie sich die Welt verändern würde. Ich habe die Botschaft von Präsident Nixon nicht verstanden. Doch die Warnung meines reichen Vaters im Jahr 1972 faszinierte mich.
Im Bereitschaftsraum der Piloten an Bord des Flugzeugträgers fand ich ein Exemplar des Wall Street Journal und begann, nach Antworten zu suchen. Sogar das Wall Street Journal berichtete kaum über Gold, mit Ausnahme einiger Kommentare zum Goldpreis, der von 35 US-Dollar pro Unze angestiegen war und nun zwischen 40 US-Dollar und 60 US-Dollar pro Unze schwankte. In einer anderen Publikation fand ich einen Artikel, der von einem »Verrückten« geschrieben war, der voraussagte, dass der Goldpreis auf 100 US-Dollar pro Unze steigen würde.
Der schwankende Goldpreis faszinierte mich. »Warum steigt der Goldpreis?«, fragte ich mich. »Was bedeutet das?«
Ted war ein Kollege, der sich auch für Gold interessierte. In unserer Freizeit begannen wir mit unserer eigenen Studie und forschten, um den Zusammenhang zwischen Gold und dem zukünftigen globalen Wandel besser zu verstehen.
Es hieß, dass Präsident Nixon die Koppelung an den Goldstandard offiziell beendet hatte, weil die Vereinigten Staaten zu viele Volkswagen aus Deutschland, zu viele Toyota aus Japan und zu viel guten Wein aus Frankreich importierten. Die Vereinigten Staaten hatten ein Problem mit ihrer Handelsbilanz.
LEKTION IN FINANZIELLER BILDUNG: Handelsdefizit: Ein Handelsdefizit bedeutet, dass Amerika mehr importierte als exportierte.
Das Problem: Das Problem waren Länder wie Frankreich, Italien und die Schweiz, die keine Zahlung in US-Dollar wollten. Sie wollten mit Gold bezahlt werden. Sie trauten dem US-Dollar nicht.
Die Lösung: Nixon »schloss das Goldfenster«. Das bedeutete, dass kein Gold mehr Amerika verlassen würde.
Wahr oder fake: War das der wahre Grund – oder ein vorgeschobener Grund, das Goldfenster zu schließen?
Wahrscheinlich ein vorgeschobener Grund. Die Welt nannte Präsident Nixon nicht ohne Grund »Tricky Dick«.
Später in diesem Buch werden Sie herausfinden, warum Nixons Grund eine Lüge war. Später in diesem Buch werde ich Ihnen sagen, was meiner Meinung nach der wahre Grund dafür war, den US-Dollar vom Goldstandard zu entkoppeln.
Nixon versprach auch, zum Goldstandard zurückzukehren, sobald die Vereinigten Staaten das Handelsdefizit wieder ausgeglichen hätten. Er hat sein Versprechen nie gehalten. Und er trat im Schatten einer Anklage wegen Vergehen im Amt zurück.
Ted und ich studierten die Karte von Vietnam und fanden bald eine Goldmine. Das Problem war, dass die Vereinigten Staaten 1972 dabei waren, den Krieg zu verlieren und die Goldmine auf der Karte nun in feindlichen Händen war.
Ted und ich gründeten eine Partnerschaft und planten eine Mission für den nächsten Tag. Unser Plan war es, vom Träger zu fliegen, feindliche Linien zu überqueren, die Goldmine zu finden und Gold mit einem Rabatt zu kaufen.
Früh am nächsten Morgen starteten wir vom Flugzeugträger und flogen etwa 25 Meilen über das Meer nach Vietnam. Als wir über die ausgebrannten, schwelenden Wrackteile von Panzern und anderen Fahrzeugen flogen, die von der sich zurückziehenden südvietnamesischen Armee zurückgelassen worden waren, bekamen wir immer mehr Angst. Die nordvietnamesische Armee war auf den Fersen der Südvietnamesen auf dem Weg nach Süden. Als wir die Grenze zum feindlichen Gebiet überschritten hatten, wussten Ted und ich, dass wir in ernsthaften Schwierigkeiten sein würden, wenn wir abgeschossen und gefangen genommen würden. Aus offensichtlichen Gründen hatten wir niemandem an Bord des Schiffes gesagt, wohin wir wollten.
Der Karte folgend, entdeckten wir bald einen großen Hain von Riesenbambus, der das gesuchte Dorf umgab. Es lag etwa 30 Meilen hinter den feindlichen Linien. Anstatt schnell zu landen, zogen wir erst niedrige enge Kreise über dem Dorf, einmal nach links und dann nach rechts. Wären wir beschossen worden, hätten wir die Mission beendet und wären zum Träger zurückgeflogen.
Doch wir wurden nicht beschossen und glaubten uns sicher, und so landeten wir auf einem grasbewachsenen Feld in der Nähe der Reisfelder. Wir fuhren die Motoren runter, machten uns auf den Weg ins Dorf und ließen unseren Crew-Chef beim Hubschrauber zurück.
Noch heute kann ich mich lebhaft daran erinnern, wie Ted und ich hinter feindlichen Linien den Weg durch das Dorf aus ausgetrocknetem Schlamm hinunterschlenderten, vietnamesischen Dorfbewohnern zuwinkten, die Gemüse, Enten und Hühner verkauften. Niemand winkte zurück. Die meisten starrten uns nur an und konnten wohl nicht glauben, dass zwei amerikanische Piloten dumm genug waren, am helllichten Tag in ihr Dorf hereinzuwandern, mitten auf den Bauernmarkt – mitten im Krieg und hinter feindlichen Linien.
Wir lächelten und hoben die Hände und zeigten den Dorfbewohnern, dass wir unbewaffnet waren. Wir hatten unsere persönlichen Handwaffen im Hubschrauber zurückgelassen.
Ted und ich gingen ohne Waffen hinein, weil wir wollten, dass die Dorfbewohner wussten, dass wir als Geschäftsleute mit US-Dollar kamen, nicht als Marineinfanteristen mit Waffen.
Wir trafen einen kleinen Jungen, der uns zum »Goldhändler« mitten im Dorf führte. Die Händlerin, eine kleine Frau, deren Zähne durch das Kauen von Betelnüssen blutrot waren, lächelte und begrüßte uns. Ihr Büro war eine winzige Bambusbaracke, deren Bambusblende hochgezogen war, was darauf hindeutete, dass das Geschäft offen hatte. Nixon hatte das »goldene Fenster« der USA geschlossen, aber ihr goldenes Fenster war offen.
Ted und ich, beide Marinepiloten und Offiziere mit einem Collegeabschluss, erkannten bald, dass wir nichts über Gold wussten. Wir hatten keine Ahnung, wie echtes Gold aussieht.
Die Goldstücke der Vietnamesin waren winzige Nuggets, die in Pillenschachteln aus Kunststoff mit einem Durchmesser von 3 Zoll und einer Dicke von einem halben Zoll aufbewahrt wurden.
Als wir die Kunststoffgehäuse gegen das Licht hielten, warfen wir unseren ersten Blick auf echtes Gold. Leider sah ihr Gold aus wie winzige getrocknete Rosinen, die mit goldener Farbe angemalt worden waren.
»Ist das Gold?«, fragte ich Ted.
»Woher soll ich das wissen?«, gab Ted bissig zurück. »Ich weiß nicht, wie Gold aussieht. Weißt du nicht, wie Gold aussieht?«
»Ich dachte, du wüsstest das«, antwortete ich und schüttelte vor Unglauben den Kopf. »Deshalb bist du mein Partner.«
Der Druck, Geschäfte hinter feindlichen Linien zu tätigen, machte uns zu schaffen. Ted hielt mich für einen Idioten und ich dachte dasselbe von ihm.
Die meisten Unternehmer haben viele Stunden der Wahrheit. Für Ted und mich schlug unsere erste Stunde der Wahrheit, als wir erkannten, dass, obwohl wir vielleicht als Piloten großartige Partner waren, wir beide in Sachen Gold jedoch vollkommene Idioten waren.
Nachdem wir uns beruhigt und erkannt hatten, dass wir beide Idioten waren, begannen wir mit unseren Preisverhandlungen.
Unser Eröffnungsgebot betrug 40 US-Dollar für eine Unze. Ted und ich wussten, dass der »Kassapreis«, der internationale Goldpreis, an diesem Tag etwa 55 US-Dollar betrug. Wir dachten, wir könnten einen Rabatt bekommen, da wir US-Dollar hatten und hinter den feindlichen Linien standen. Die kleine Frau mit den roten Zähnen grinste nur und dachte wahrscheinlich: »Ihr beide seid Idioten. Wisst ihr nicht, dass der Kassapreis für Gold auf der ganzen Welt gleich ist?«
So sehr wir es auch versuchten, sie ließ sich nicht von ihrem Preis abbringen. Sie wusste, dass »Kassa eben Kassa« war. Und inzwischen wusste sie, dass wir richtige Idioten waren. Wenn sie unehrlich gewesen wäre, hätte sie uns getrocknete, goldbemalte Rosinen verkaufen können. Sie hätte uns mit goldener Farbe bemalten Kaninchenkot verkaufen können und wir hätten den Unterschied nicht gemerkt.
Plötzlich wurden unsere Verhandlungen durch hektisches Rufen und verängstigte Schreie unseres Crew-Chefs unterbrochen: »Leutnants, Leutnants, kommen Sie sofort zurück.« Sofort brachen mein Co-Pilot und ich unsere Verhandlungen ab und liefen durch den Bauernmarkt der Dorfbewohner und zurück zum Hubschrauber. Ich hörte ein Quietschen und fühlte mich schlecht, als mir klar wurde, dass ich versehentlich erst ein Huhn und dann eine Ente getreten hatte, als ich zurück zum Hubschrauber sprintete.
In meiner Fantasie tauchten Schreckensszenen auf. Ich konnte Reihen von Vietcong im schwarzen Anzug und nordvietnamesische Armeetruppen in Khaki-Uniformen sehen, die die Reisfelder überquerten und sich unserem Helikopter näherten. Dann fiel mir ein, dass wir unbewaffnet waren und uns nicht verteidigen konnten. Die kleine Frau mit den roten Zähnen hatte Recht: Wir waren Idioten.
Gott sei Dank gab es keinen Vietcong oder NVA. Unser Crew-Chef war in Panik geraten, weil unser Hubschrauber zu sinken begonnen hatte. Das grasbewachsene Feld, auf dem ich es geparkt hatte, war ein altes Reisfeld.
Aufgrund des Gewichts von Motor, Bomben, Maschinengewehren und Munition neigte sich der Hubschrauber nach hinten und versank langsam, der Heckrotor berührte schon fast den Schlamm. Wir mussten den Motor sofort starten oder wir waren verloren.
Unser Crew-Chef war der Kleinste und Leichteste von uns dreien, also setzte er sich auf den Pilotsitz, um den Motor zu starten, während wir, die beiden Piloten, mit unseren Schultern den Heckschaft stützten, um zu verhindern, dass der Heckrotor den Boden berührte.
Der Start klappte einwandfrei, und nun begann sich der Hauptrotor langsam zu drehen. Sobald die Rotorblätter auf Hochtouren waren, begann der Crew-Chef, den Hubschrauber sanft vor und zurück zu schaukeln, und so langsam und vorsichtig die Kufen aus dem klebrigen Schlamm zu befreien, während Ted und ich schrien und riefen und ihn warnten, wenn der sich jetzt drehende Heckrotor zu nahe an den Schlamm zu kommen schien.
Alles lief nach Plan, bis der Hubschrauber freikam und ins Schweben ging. Sofort flog überall stinkender, klebriger Schlamm herum, der Ted und mich mit ekligem Dreck bedeckte, der unsere grünen Fluganzüge, Gesichter und Haare dunkelbraun überzog.
Ich kletterte auf den leeren Pilotsitz, übernahm die Kontrolle über den Hubschrauber, und Ted kletterte auf den anderen Pilotsitz und ersetzte den Crew-Chef, der dann nach hinten kletterte und sich bereit machte, eines der Maschinengewehre zu bedienen.
Es war ein langer, ruhiger Rückflug zum Flugzeugträger. Ted und ich sprachen nicht miteinander, und der Crew-Chef wagte es nicht, uns zu fragen, ob wir Gold bekommen hätten.
Als wir wieder an Bord des Schiffes gelandet waren, versammelten sich Marineinfanteristen und Matrosen um unseren schlammbedeckten Hubschrauber. Nachdem er abgestellt und auf dem Flugdeck gesichert war, stiegen Ted und ich aus. Die Matrosen und Marineinfanteristen starrten nun Ted und mich an, die wir mit noch mehr Schlamm bedeckt waren als unser Hubschrauber. Als wir über das Flugdeck zu den Duschen und unseren Zimmern gingen, sagten wir zu denjenigen, die uns anstarrten, nur: »Fragt bloß nicht.«
Rich Dad Poor Dad wurde erstmals 1997 veröffentlicht. Mein reicher Vater hatte sehr wenig formale Bildung. Mein armer Vater – mein leiblicher Vater – war ein akademisches Genie, der sein Studium in nur zwei Jahren mit einem Bachelor-Abschluss beendete und an der Stanford Universität, der Universität von Chicago und der Northwestern Universität im Magisterkurs studierte und schließlich im Bereich Bildung promovierte. Während meiner Schulzeit war mein Vater der Leiter des Bildungsressorts des Staates Hawaii.3
Ich erwähne meine beiden Väter an dieser Stelle, weil beide Väter völlig entgegengesetzte Philosophien hatten, wenn es darum ging, wie wir lernen.
Mein armer Vater glaubte, dass Fehler bedeuten, dass der Mensch dumm war. Auswendig gelernte »richtige« Antworten waren das eigentliche Maß der Intelligenz.
Die Philosophie meines reichen Vaters war, dass Fehler die Art sind, wie wir Menschen lernen. Er sagte oft: »Man kann durch das Lesen eines Buches kein meisterhafter Golfspieler werden. Du musst eine Menge Fehler machen, bevor du ein echter Golfspieler wirst. Das Gleiche gilt, wenn man ein wirklich reicher Mensch werden will.«
Da ich nie ein akademisches Genie war, befürworte ich die Philosophie meines reichen Vaters über wahres Lernen.
In diesem Buch geht es um Fake-Geld, Fake-Lehrer und Fake-Vermögenswerte. In diesem Buch geht es auch um echtes Geld, echte Lehrer und echte Vermögenswerte.
Als Präsident Nixon den US-Dollar vom Goldstandard nahm, wurde der US-Dollar zu Fake-Geld.
Definition von Fake-Geld: Fake-Geld macht die Reichen reicher, aber die Armen und die Angehörigen der Mittelschicht immer ärmer.
In der Schule fand ich heraus, dass viele meiner Lehrer Fake-Lehrer waren.
Mit einfachen Worten ausgedrückt, sie praktizierten nicht, was sie lehrten.
In der Schule hatte ich viele Fake-Lehrer. Als ich auf die US-Marine-Flugschule kam, waren alle meine Lehrer echte Lehrer. Alle meine Fluglehrer konnten fliegen.
Millionen von Menschen investieren in Fake-Vermögenswerte. Wie ich in Rich Dad Poor Dad schrieb, lautet die Definition eines Vermögenswertes »etwas, das Geld in die Tasche steckt«. Im Fall der meisten Menschen nehmen ihre »Vermögenswerte« ihnen Geld aus der Tasche. Von jedem Gehalt wird in den USA Geld abgezogen und über Altersvorsorgeprogramme wie 401(k)s4, IRAs5 oder staatliche Renten an die Wall Street geschickt.
Jahrelang sparen Millionen »für den Ruhestand« in der Hoffnung, dass sie ein Vielfaches an Geld zurückbekommen. Millionen von Menschen in meinem Alter, Babyboomer, werden bald herausfinden, dass sie nicht genug Geld haben, um sich nach ihrer Pensionierung selbst zu versorgen. Das liegt daran, dass das Geld, das von ihrem Gehalt abgezwackt wurde, in Fake-Vermögenswerte gesteckt wurde, die die Reichen reicher machten – sie selbst jedoch leer ausgehen ließen.
Ich bin gesegnet, viele große wahre Lehrer gehabt zu haben, Lehrer wie meinen reichen Vater. Jedes Mal, wenn ich etwas lernen möchte, ist meine erste Aufgabe, einen echten Lehrer zu finden, jemanden, der das, was er lehrt, auch praktiziert, jeden Tag tut und dabei erfolgreich ist.
Die winzige Vietnamesin war eine weitere meiner echten Lehrerinnen. In nur wenigen Minuten lehrte sie mich nicht nur, was für ein Idiot ich war, sondern sie inspirierte mich auch, mehr zu lernen – nicht nur über Gold, sondern auch über das mysteriöse, magische und wichtige Thema »Geld«, ein Fach, das nicht in der Schule unterrichtet wurde.
Nachdem Ted und ich uns den Schlamm abgeduscht hatten, kehrten wir in den Bereitschaftsraum der Piloten zurück und wurden zu Recht ausgelacht.
Unser befehlshabender Offizier drohte uns mit einer Klage. Der Einsatzleiter drohte damit, dass wir unseren Hubschrauber vor allen anderen waschen sollten. Doch es war der Waffenoffizier, der meine Aufmerksamkeit erregte. Er sagte: »Hättet ihr dieses Gold an Bord gebracht, wärt ihr verhaftet worden.«
»Was? Warum hätte man uns verhaftet?«
»Weil es für Amerikaner illegal ist, Gold zu besitzen.«
»Warum ist es illegal?«, fragte Ted.
Der Waffenoffizier wusste es nicht. Und der Vorfall wurde nicht weiter verfolgt. Schließlich gab es einen Krieg zu führen, und wir hatten wichtigere Missionen, die wir am Morgen fliegen mussten. Das Treffen endete und wir gingen alle zum Abendessen.
Aber ich hatte eine neue Frage im Kopf: Warum war es für Amerikaner illegal, Gold zu besitzen?
Diese Frage veranlasste mich, meine kontinuierliche finanzielle Ausbildung fortzusetzen und meine eigenen Antworten zu suchen.
Wie mein reicher Vater habe ich aus meinen Fehlern gelernt.
Im Laufe der Geschichte dienten viele verschiedene Dinge als »Geld«. Geld nahm die Form von Muscheln, bunten Perlen, Federn, lebenden Tieren und großen Steinen an.
Heute gibt es drei Arten von modernem Geld. Das sind:
Die Fragen, die dieses Buch zu beantworten versucht, sind, welches Geld echt oder fake ist, welche Lehrer wahr oder fake sind und welche Vermögenswerte echt oder fake sind.
IHRE FRAGEN – ROBERT T. KIYOSAKIS ANTWORTEN
F: Wann haben Sie zum ersten Mal daran gedacht, Gold zu kaufen? Und was hatten Sie damit vor?
Barbara E. – Kanada
A: 1972, in dem Jahr, in dem ich anfing, Gold zu kaufen, dachte ich nicht an die Zukunft. Ich war nur neugierig. Ich war nur neugierig auf die Beziehung zwischen Gold und dem US-Dollar.
1972 dachte ich dummerweise, ich könnte Gold zu einem reduzierten Preis kaufen, weil ich hinter den feindlichen Linien war. Je mehr ich über Gold, den US-Dollar und das Fake-Geld erfuhr, desto neugieriger wurde ich.
1983 las ich Bucky Fullers Buch Grunch: Raubzug der Giganten, und das Ausmaß und der Umfang des globalen Geldraubs wurden klarer. Im Jahr 2008 geriet der Geldraub außer Kontrolle, als die Zentralbanken der Welt Billionen von US-Dollar druckten – unter dem Deckmantel der Rettung der Weltwirtschaft. Die Zentralbanken retteten sich selbst und »wir, das Volk« hatten die Rechnung zu begleichen.
Im dritten Teil dieses Buches werden Sie entdecken, wie düster und allgegenwärtig dieser Geldraub heute ist und warum dieser außer Kontrolle geratene Geldraub mich veranlasst, mir Sorgen um die Zukunft zu machen.
F: Warum ist es so schwierig für die Menschen, einem Start-up zu vertrauen?
Momoh S. – Nigeria
A: Ideen gibt es wie Sand am Meer. Millionen von Menschen haben Millionen von Ideen für ein neues Produkt oder Geschäft.
Ohne echte finanzielle Bildung wissen nur sehr wenige Menschen, wie man eine 1-Million-Dollar-Idee in 1 Million Dollar umwandelt. Deshalb vertrauen die meisten Menschen Start-ups nicht.
F: Wenn ich all mein Vermögen in Buchgeld halte, werde ich dann irgendwann alles verlieren?
Noah W. – USA
A: Ja, Sie werden alles verlieren. Wenn wir uns an der Geschichte orientieren können, hat keine einzige Währung in Form von Buchgeld jemals überlebt.
Fake-Geld behält seinen Wert nicht. Könnte der US-Dollar das erste Fake-Geld der Geschichte sein, das für immer überlebt? Ja, aber ich würde nicht darauf wetten.
F: Wie kann man den Kassapreis für Gold bestimmen, nachdem Nixon den US-Dollar vom Goldstandard entkoppelt hat?
Tessa H. – Peru
A: Theoretisch wird der Kassapreis von Gold durch die internationalen freien Märkte bestimmt. Aber das ist nur die Theorie. Heute wird der Goldpreis manipuliert, ebenso wie die meisten Finanzanlagen.
Im dritten Teil dieses Buches gehe ich ausführlicher darauf ein, wie der Goldpreis manipuliert wird, warum er manipuliert wird und warum diese Manipulation nicht viel länger andauern kann.
F: Warum war es für Amerikaner illegal, Gold zu besitzen? Welchen Grund gaben sie dem amerikanischen Volk?
Gordon P. – USA
A: Die Fed, Grunch und die US-Regierung wollten die Kontrolle über die Geldmenge und die Tausenden von kleineren Banken – kleinere Banken, die mit den Großbanken und der Fed konkurrierten – übernehmen.
Vor nicht allzu langer Zeit gab es 20 größere Banken. Heute gibt es nur noch vier Banken, die zu groß sind, um Pleite zu gehen. Jeder ist jetzt in einem kleineren Bankensystem gefangen. Viele vermuten, dass es schon seit Langem der Plan ist, die US-Wirtschaft von ein paar großen Banken und der Fed kontrollieren zu lassen.
F: Woher kannte die Vietnamesin den Goldpreis, wenn es kein Internet gab?
Anthony O. – Australien
A: Sie war eine professionelle Goldverkäuferin. Fachleute müssen den Preis ihrer Produkte kennen. Ich nehme an, dass sie ein Telefon, Funk, ein Radio, eine Zeitung, andere Händler und die Besitzer der Mine als Ressourcen und so die Möglichkeit hatte, mit den globalen Märkten in Kontakt zu bleiben.
Eine relevantere Frage ist: Wie viele Ihrer Freunde wissen, wie hoch der Kassapreis von Gold heute ist? Wie viele von ihnen sind an Gold interessiert?