WÄHLEN SIE IHRE LEHRER GUT AUS
»Mayday! Mayday! Mayday!«
»Yankee Tango 96!«
»Motorausfall!«
»Wir stürzen ab!«
Unser Kampfhubschrauber hatte etwa eine Meile vom Flugzeugträger entfernt auf 1.500 Fuß in Ovalen gekreist, als unser Motor ausfiel. Wir kreisten und warteten darauf, dass die größeren Truppentransporthubschrauber starteten. Unsere winzige, einmotorige Maschine war schwer – sehr, sehr schwer mit einer Besatzung von fünf, sechs Maschinengewehren, Munitionskanistern und zwei Raketenbehältern mit 18 Raketen.
Wenn man mich fragt: »Wie fliegt ein Kampfhubschrauber ohne Motor?«, antworte ich: »Wie ein Stein«.
Aufgrund der jahrelangen Übungen in Notfallverfahren, einschließlich eines Absturzes, drückte ich in dem Moment, in dem der Motor ausfiel, reflexartig die Nase des Hubschraubers in Richtung Ozean, obwohl alles in mir schrie, Zieh hoch! Zieh hoch! Zieh hoch! Mehr Power! Mehr Power! Mehr Power! Wenn ich den Steuerknüppel hochgezogen hätte und zusätzliche Power gegeben hätte, um das Höhenruder hochzuziehen, wären wir alle tot.
Hubschrauber gleiten nicht wie Flugzeuge. Wenn der Motor eines Hubschraubers ausfällt, gibt es keine Gleit-Zeit, keine Zeit zum »Nachdenken«, was zu tun ist. Es gibt keine Fallschirme für die Hubschrauberbesatzung. Wenn der Motor ausfällt, stürzen wir ab. Deshalb simulieren wir bei jedem Flug einen Triebwerksausfall, indem wir den Motor abschalten. Ich versichere Ihnen, das Simulieren eines Motorschadens ist beängstigend, obwohl wir wissen, dass wir den Motor wieder einschalten können.
Bei jeder Übung eines Motorausfalls schalten wir den Motor ab, drücken die Nase nach vorne und stellen uns der Möglichkeit zu sterben.
Hubschrauberpiloten sagen sich immer wieder das Mantra:
Piloten, die hochziehen (um den Tod zu vermeiden), werden sterben.
Piloten, die nach vorne drücken (um dem Tod ins Auge zu sehen), werden leben.
Wie die Abbildung von den höheren Ebenen des Lehrens illustriert, haben wir jahrelang einen Motorausfall nach dem anderen »simuliert«. An diesem Tag hatten wir unsere Prüfung und mussten »es wirklich tun«.
Sobald der Motor ausfiel, begann auch die Besatzung, zwei Maschinengewehrschützen und ein Crew-Chef zu tun, was sie in den Übungen gelernt hatten: Sie warfen die Maschinengewehre, Raketen und Munitionsbehälter von Bord. Wir waren gut geübt. Wir mussten jetzt einfach das Richtige tun.
Es gab keine Zeit für Panik. Der Sturz vom Himmel vollzog sich in der Stille einer Zeitlupenaufnahme. Als der Lärm und das Chaos außerhalb des Hubschraubers aus unserem Bewusstsein verschwanden, überkam uns alle eine Ruhe.
Plötzlich, als ich da saß und einen motorlosen Hubschrauber flog, betrat ich eine andere Dimension des Lebens. Später erfuhr ich, dass diese Dimension »nach außen gehen« genannt wird, einige spirituelle Praktiken nennen das »zum Beobachter werden«.
Eine »Ewigkeit« lang gab es einen Bruch in der Realität, die wir »Zeit« nennen. Es schien keine Vergangenheit zu geben, keine Zukunft. Nur die Gegenwart. Nur das »Jetzt«. Ich »beobachtete« mich selbst und die Crew nun aus einer anderen Dimension des Lebens. Ich konnte die Rückseite meines eigenen Helmes sehen, die Helmrückseite meines Co-Piloten, die Crew hinter den Piloten, die systematisch die To-dos auf ihrer Notfall-Checkliste durcharbeiteten. Ich konnte auch den Flugzeugträger und die anderen Schiffe der Flottille in der Ferne und den riesigen Ozean unter uns sehen. Für eine gefühlte »Ewigkeit« befand ich mich außerhalb dieses Moments der Zeit. Ich war außerhalb der »Zeit«. Anstatt Angst zu haben, empfand ich ein Gefühl des Friedens, des Mitgefühls und der Liebe zu mir und meiner Crew, als der Hubschrauber lautlos in die Autorotation in Richtung Meer ging und wir auf unseren möglichen Tod zusteuerten.
Alles in allem war es surreal – nicht von dieser Welt.
Die letzte Phase des Absturzes verlief, wie man so schön sagt, wie im Lehrbuch beschrieben. Es gab keine Panik, keine Angst, nur ein ruhiges Gefühl, in der Gegenwart und außerhalb der Zeit zu stehen. Kurz bevor der Hubschrauber auf das Wasser prallte, zog ich schließlich hoch und ließ die Maschine lautlos, knapp über dem Wasser, »gleiten«. Als wir langsamer wurden, richtete sich die Nase auf, so dass sie nun in den Himmel zeigte, die Rotorblätter schnitten durch die Luft, die Stille wurde nach dem Abwürgen durch ein lautes Wupp, Wupp, Wupp unterbrochen – und dann schaukelte ich die Nase nach vorne, um den Hubschrauber waagerecht zu bekommen, kurz bevor er auf das Wasser traf, und zog ein letztes Mal die Höhensteuerung (den Steuerknüppel, der den Hubschrauber steigen oder sinken lässt), und die in den Rotorblättern gespeicherten Zentrifugalkräfte entfalteten ihre Wirkung: Sie hielten den Kampfhubschrauber ein letztes Mal in der Schwebe und ließen ihn dann sanft auf dem Meer nieder.
Sobald die Maschine das Wasser berührte, kippte sie nach rechts, die Rotorblätter trafen auf das Wasser, und dabei wurden der Motor und das Getriebe abgerissen. Sie schnitten sich durch das Cockpit, als der Hubschrauber anfing, in den Ozean zu sinken, fast so schnell, wie wir in Richtung Ozean gefallen waren.
Alle fünf von uns wurden vier Stunden später von einer motorisierten Barkasse der Marine gerettet. Vier Stunden lang in haifischverseuchtem Wasser zu schwimmen war schrecklicher gewesen als der zweiminütige Sturz vom Himmel.
Während der Nachbesprechung und Untersuchung des Unfalls sagte ich den Ermittlern oder meiner Crew nichts über »das nach außen gehen«. Die Erfahrung lag damals außerhalb meiner Realität, und ich hatte keine Möglichkeit, vernünftig über eine Erfahrung zu sprechen, die ich noch nie zuvor gemacht hatte. Also sagte ich nichts, weil ich nicht wusste, wie ich darüber reden sollte.
Wie bereits erwähnt, kehrte ich aus Vietnam zurück und war ab Januar 1973 für die letzten Jahre meines Militärdienstes auf Hawaii stationiert. Meine Zeit des Fliegens neigte sich dem Ende zu und ich ging, wie die drei Weisen, auf die Suche nach meinen nächsten Lehrern.
Um meinen armen Vater zufriedenzustellen, schrieb ich mich für eine traditionelle Ausbildung ein. Ich bewarb mich für das MBA-Programm an der University von Hawaii. Allerdings interessierte ich mich gar nicht für das MBA-Programm oder die Lehrer und brach das Studium nach sechs Monaten ab.
Auf Vorschlag meines reichen Vaters nahm ich an einem dreitägigen Seminar über Immobilieninvestitionen teil. Ich wollte lernen, mit Schulden oder ohne Anzahlung Geld zu verdienen. Das Seminar und der Lehrer begeisterten mich.
Drei Monate nach diesem dreitägigen Kurs und nachdem ich 100 Objekte analysiert hatte, kaufte ich mein erstes Renditeobjekt, ohne eine Anzahlung leisten zu müssen. Ich hatte zu 100 Prozent fremdfinanziert und steckte 25 US-Dollar im Monat steuerfrei in meine Tasche. Ich hatte also eine unendliche Rendite und eine Erfahrung gewonnen, die mein Leben transformierte.
Ich rief meinen Immobilienlehrer an, um mich bei ihm zu bedanken. Seitdem habe ich fast jedes Jahr ein oder zwei Investmentseminare besucht, um einen höheren finanziellen Bildungsstand zu erreichen, nicht die Sicherheit des Arbeitsplatzes.
Auf Vorschlag meines reichen Vaters begann ich, auch Bewerbungsgespräche mit Unternehmen zu führen, die Verkaufstrainingsprogramme anboten. Mein reicher Vater sagte: »Die wichtigste Fähigkeit eines Unternehmers ist die Fähigkeit zu verkaufen.« Er sagte auch: »Der Umsatz entspricht dem Einkommen. Die meisten Menschen haben finanziell zu kämpfen, weil sie nicht verkaufen können.«
Ein Unternehmen, das professionelles Verkaufstraining als Rendite bewarb, war New York Life, also rief ich an und bat um ein Vorstellungsgespräch. Ich tauchte in der Innenstadt von Honolulu in meiner Marineinfanterie-Uniform auf, was in vielerlei Hinsicht und auf vielen Ebenen riskant war.
Der leitende Angestellte, der für die Einstellung zuständig war, war ein toller Kerl. Er lobte das Verkaufstraining von New York Life in den Himmel und rechnete mir vor, wie viel Geld ich verdienen konnte. Gegen Ende des Interviews stellte er mir Fragen, die mir noch nie zuvor jemand gestellt hatte. Es schien, als würde er sich mehr für meine spirituellen Ziele interessieren als für meine finanziellen und beruflichen Träume. Als er erkannte, dass ich keine Ahnung hatte, wovon er sprach, griff er in seinen Schreibtisch und gab mir eine Eintrittskarte für ein »kostenloses« Gästeseminar.
Da ich nichts Besseres vorhatte, ging ich an dem Abend zu diesem kostenlosen Seminar im Ballsaal »Korallen« des Hilton-Hotels in Waikiki. Diesmal trug ich meine Militäruniform nicht, aber es war wegen meines Marine-Haarschnitts offensichtlich, dass ich beim Militär war. Sofort war ich angenehm überrascht von den Reihen glücklicher, lächelnder Menschen, die mich auf dem Weg in den Ballsaal begrüßt hatten. Niemand spuckte aus oder starrte mich an. Sogar die Frauen waren nett zu mir, was eine echte Überraschung war, denn damals neigten die Frauen dazu, Männer in Uniform zu meiden. Ich vermutete sofort, dass es sich um Schwindler oder Mitglieder einer seltsamen Hippie- oder religiösen Sekte handelte.
An dem Seminar nahmen etwa 300 Gäste teil. Es wurde kein Alkohol serviert, und ich brauchte einen Drink. Ich saß so weit weg von der Rednerbühne wie möglich, und so nah wie möglich an der Tür hinten im Raum. Schließlich begannen all diese glücklich lächelnden Menschen zu klatschen, als eine atemberaubend schöne, in weiß gekleidete Frau namens Marcia Martin, die Bühne betrat und uns begrüßte, bevor sie den Sprecher vorstellte. Werner Erhard war genauso spektakulär, schlank, fit, attraktiv, auch in Weiß gekleidet und dazu noch ein sprachgewandter Redner. Es gab kein Hipphipphurra oder motivierende Falschheit. Obwohl sie sich klar ausdrückten und sprachgewandt waren, hatte ich keine Ahnung, wovon die beiden sprachen.
Es dauerte nicht lange, bis ich am liebsten davongelaufen wäre. Ich wusste zwar, dass es sich um eine der Art von Veranstaltungen handelt, auf der man etwas ohne Zweifel hinzunehmen hatte, aber aus irgendeinem Grund beschloss ich, zumindest bis zur ersten Pause zu bleiben. Selbst in der Pause hatte ich noch keine Ahnung, worüber gesprochen wurde. Ich hörte viel vom »Kriegen«, obwohl ich keine Ahnung hatte, was ich »kriegen« sollte.
In der Pause setzte der Druck ein. Diese fröhlich lächelnden Leute gingen herum und führten harte Verkaufsgespräche mit den Gästen. Ich sah den Manager von New York Life und ging ihm aus dem Weg. Die anderen lächelnden Typen konnte man leicht mit ausgestrecktem Arm wegstoßen. Aber zu den schönen, glücklichen Frauen konnte ich nicht nein sagen.
Die Freundin eines anderen Piloten war dort. Ihr Name war Linda und sie war eine der lächelnden schönen Frauen, also traute ich mich, ihr direkte Fragen zu stellen. »Wie viel bekommst du dafür, für diesen Erhard zu verkaufen?«, war meine erste Frage. Ihre Antwort war: »Wir machen das ohne Bezahlung.«
»Warum tust du das?«, war meine nächste Frage. Als sie diese Frage nicht beantworten konnte, zumindest zur Zufriedenheit meines logischen Verstandes, war ich weg. Ich war bereit zu gehen.
Als ich mich umdrehte, um das Gästeseminar zu verlassen, kam die Freundin meines Pilotenfreundes zu mir und fragte: »Also, wirst du dich für das EST-Seminar anmelden?«
»Auf keinen Fall«, sagte ich. »Ich brauche das nicht, was auch immer es ist.« Sie fragte noch einmal, und wieder sagte ich: »Ich brauche dieses Zeug nicht.«
Als sie die Nase voll davon hatte, sagte sie schließlich: »Von allen Menschen in diesem Raum brauchst du dieses Training am meisten. Du weißt, dass ich deinen Pilotenkollegen Jim liebe. Er will mich heiraten. Aber ich kann ihn nicht heiraten. Er ist noch nicht einmal bereit zu tun, was du heute Abend getan hast: auftauchen und etwas Neues hören, eine andere Art von Bildung. Er braucht dieses zweiwöchige Programm genauso sehr wie du. Ihr Marineinfanteristen zieht die größte, beschissenste Macho-Nummer ab, die euer Leben bestimmt. Ihr seid alle eine einzige Shownummer – großartige Jungs, aber vollkommene Shownummern, reinste Maschinen, vollkommene Roboter. Ich wünschte nur, einer von euch hätte den Mut, einen Blick hinter seinen super-machohaften Marineinfanteristen-Auftritt zu werfen und herauszufinden, wer er wirklich ist.«
Auf einer Ebene war ich verärgert. Auf einer anderen Ebene verstand ich schließlich irgendwie, worüber der Typ bei New York Life, Erhard, und die Freundin meines Pilotenkollegen sprachen. Ich habe es endlich »gekriegt«.
Ich gab also nach, legte meine 35 US-Dollar Anzahlung auf den Tisch für das nächste EST (oder auch Erhard-Seminar-Training), das sich über zwei Wochenenden erstrecken sollte, und ging, ohne zum Gästeseminar zurückzukehren.
Ungefähr einen Monat später ging ich in einen anderen Seminarraum in einem Hotel in Waikiki zu einem mehrtägigen EST-Training. Es gab großartige Lehrer beim Erhard-Seminar-Training. Ich dachte, die Marineinfanteristen seien hart; diese Jungs waren genauso hart, wenn nicht sogar noch härter. Die Eröffnungsansprache von Ausbilder Landon Carter, einem Harvard-Absolventen, lautete: »Euer Leben funktioniert nicht.«
Ich musste zustimmen. Mein Leben sah von außen gut aus, aber von innen wusste ich, dass mein Leben ein Chaos war. Elf Stunden lang durfte niemand auf die Toilette oder in die Pause gehen. 300 Leute saßen dort und gingen von einem Prozess zum nächsten: Wir überprüften unser Leben, das nicht funktionierte.
Nach zwei Wochenenden hatte ich einen Durchbruch. Ich tauchte in eine andere Dimension ein und verstand besser, wohin ich am Tag meines Unfalls gegangen war, an dem Tag, an dem ich »nach außen« gegangen war, den Beobachter getroffen hatte, an dem Tag, an dem ich »Mayday! Mayday! Mayday!« über Funk durchgab – das war der Tag, an dem ich um Hilfe bat.
Der Grund, warum ich nicht über meinen Mayday-Tag sprechen konnte, war mein Verstand. Mein Verstand war das Problem.
Der Grund, warum ich nicht verstehen konnte, worüber der Personalvermittler von New York Life sprach, war mein Verstand. Mein Verstand war mein Problem. Mein Verstand stand der Botschaft im Weg.
Der Grund, warum ich Martin oder Erhard nicht verstehen konnte, war, dass mein Verstand im Weg stand. Jim und ich konnten Linda nicht verstehen, weil unser Verstand im Weg war.
Erst als sie mein Ego beleidigte und uns beide Super-Macho-Shownummern nannte, gab es einen kurzen Riss in der Rüstung meines Geistes, und ich hörte, was sie mir verzweifelt vermitteln wollte.
Es dauerte zwei lange und schmerzhafte Wochenenden, bis die EST-Trainer meinen Verstand aus dem Weg räumen konnten, einen Riss in meiner Macho-Shownummer erzeugten und die Sonne hereinließen.
Als ich am Montag nach dem Seminar zu meiner Staffel zurückkehrte, dachten meine Pilotenkollegen, ich sei Mitglied einer religiösen Sekte geworden, wäre ein Hippie, der Marihuana raucht, oder würde mich als homosexuell outen. Nichts von dem ist wahr gewesen. Ich war hinter meiner Macho-Marine-Shownummer einfach glücklicher und im Frieden mit dem, was ich wirklich bin. Ich war noch glücklicher mit meiner Show. Der Unterschied war, ich wusste, dass es eine Show war, nicht mein wahres Ich.
Nach der EST-Erfahrung wurde ich zu einem so genannten Seminar-Junkie. Wann immer es ein neues Seminar in der Stadt gab, war ich dabei. Je merkwürdiger, je seltsamer, je außergewöhnlicher, desto besser.
Ich wollte einfach nur über meinen begrenzten Verstand und mein Ego hinausgehen und meine Realität testen. Als Filmstar Shirley MacLaine in die Stadt kam, um einen Vortrag über Vorleben zu halten, saß ich im Publikum, hatte einen offenen Geist und tat mein Bestes, um mein Bewusstsein für das Leben zu erweitern.
Meine Pilotenfreunde bei der Marine wussten, dass ich ins kalte Wasser gestürzt war. Ich war aus dem MBA-Programm ausgestiegen und kaufte Immobilien, ohne eigenes Geld zu investieren, also mit 100 Prozent Fremdfinanzierung, und erzielte »unendliche« Renditen. Ich war weniger ein Macho, und vor allem war ich mit mir zufriedener. Ich ging auch mit schönen, glücklichen Frauen aus, die ich zufällig bei diesen Seminaren traf. Jedes Mal, wenn mich ein Marinekollege als »New-Age-Hippie« bezeichnete oder mir andere üble Bemerkungen und Beleidigungen an den Kopf warf, lächelte ich einfach, stellte sie meinem glücklichen, schönen Date vor und fragte sie, wie viel »Glück« sie damit hätten, Frauen in der Offiziersmesse abzuschleppen.
Seit Jahrhunderten sind die Menschen stolz auf die Ausbildung des menschlichen Geistes. Das tun wir immer noch, deshalb verehren so viele Menschen den Altar der Bildung, und so viele Eltern sagen zu ihrem Kind: »Du musst zur Schule gehen.« Oder als Erwachsene sagen wir oft: »Ich mache wieder eine Ausbildung«, in der Hoffnung, uns auf diese Art und Weise aus den finanziellen Herausforderungen des Lebens zu retten.
Die Menschen erkennen, dass es die Entwicklung unseres Geistes ist, die uns von den Tieren unterscheidet. Und zugegeben, der menschliche Verstand hat einige wunderbare Dinge getan, wie zum Beispiel Raketen auf den Mond geschickt, lebensrettende Medikamente entwickelt, wunderbare Kunst entworfen und einen extrem hohen Lebensstandard hervorgebracht.
Das Problem ist, dass der menschliche Geist ein dualistischer, oft egogetriebener Geist ist. Unser Verstand ist wie ein geteilter Bildschirm. Er sieht die Welt durch das Prisma von richtig und falsch, gut und schlecht, hoch und tief, rein und raus, schön und hässlich. Deshalb haben alle Menschen eine gute und eine schlechte Seite.
Viele wunderbare und magische menschliche Erfahrungen entspringen unserem paradoxen Geist. Ebenso wie Kriege, Streitigkeiten, Kämpfe, Scheidungen, Verbrechen, Unglück, Sucht, Depressionen, Morde und Selbstmorde – alles entspringt demselben dualistischen Geist.
Unser Bildungssystem bildet unseren paradoxen Geist aus. Wenn wir keine klugen und dummen Menschen hätten, würden Schulen Pleite gehen.
Religionen würden ohne Heilige und Sünder Pleite gehen. Warum fördern Religionen heilige Kriege und Kreuzzüge gegen andere Religionen?
Alle Wettbewerbe im Sport werden für den paradoxen Geist ausgetragen, mit Gewinner- und Verlierer-Teams. Wenn es keine Gewinner- und Verlierer-Teams gäbe, würde die multimilliardenschwere Sportindustrie Pleite gehen.
Ohne einen Feind, ob real oder imaginär, würde die milliardenschwere globale Militärindustrie Pleite gehen.
Warum betreten so viele Schüler bewaffnet ein Klassenzimmer und ermorden ihre eigenen Klassenkameraden?
Warum geht es in der Werbung darum, uns äußerlich schöner zu machen, während gleichzeitig immer mehr Jugendliche depressiv werden?
Warum sind die Sozialen Medien so gesellschaftsfeindlich?
Ohne Republikaner und Demokraten, Liberale und Konservative hätten wir funktionierende Regierungen.
Die Frage ist, wie schalten wir unseren dualistischen, egogetriebenen Verstand aus, bevor wir uns selbst zerstören?
Die Technik durchläuft einen Evolutionsschritt nach dem anderen. Schauen Sie sich nur an, was seit der Jahrhundertwende passiert ist. Vor einigen Jahren gab es das iPhone noch nicht. Heute sind iPhones überall zu finden.
Wir sind dabei, den Weltraumtourismus und fahrerlose Autos und Lastwagen zu entwickeln.
Die Vereinigten Staaten geben Milliarden für Waffen aus, aber ein Hacker mit einem Laptop kann mehr Schaden an internen Systemen anrichten als alle unsere militärischen Waffen.
In meiner Kindheit wurden die Haustüren nicht abgeschlossen. Heute können Schlösser an den Türen die Raubtiere, Diebe oder Perverse nicht mehr fernhalten. Sie dringen unsichtbar aus aller Welt bei uns ein.
Heute sind Millennials, die in den 1980er-Jahren geboren wurden, Milliardäre. Gleichzeitig nimmt in vielen Teilen der Welt und auch in den Vereinigten Staaten die Jugendarmut zu.
Der menschliche Verstand ist mit Fehlern behaftet.
Das Problem ist, dass sich die Technik weiterentwickelt – der Mensch aber nicht. Die Menschen haben sich in den letzten 500 bis 1.000 Jahren nicht viel verändert.
Im Laufe der Geschichte haben Menschen immer die neueste Technologie gegen andere Menschen eingesetzt. Heute beinhaltet ein Großteil der Sozialen Medien asoziales Mobbing. Das ist das Problem mit dem paradoxen Geist, bei dem die Köpfe beherrscht werden von Dualismus, Egoismus, richtig und falsch, oben und unten, gut und schlecht, die nie die Klappe halten. Wir alle kennen Menschen, die beim Laufen mit sich selbst reden.
In Wirklichkeit sind wir nicht anders. Wir reden immer mit uns selbst, kommentieren, kritisieren, etikettieren und beäugen alles und jeden argwöhnisch. Wie oft haben Sie mit jemandem gesprochen und er war zwar körperlich anwesend, geistig jedoch nicht? Er war im Gespräch mit seinem Verstand. Wie oft waren Sie selbst so im Gespräch mit anderen Menschen?
Damit sich die Menschen entwickeln können, wird die nächste Bildungsstufe erfordern, dass wir unseren Verstand ausschalten, die Klappe halten und uns auf Gott einstimmen.
Nochmals, ich spreche nicht von einem religiösen Gott. Ich unterstütze die Religionsfreiheit. Wir alle wissen, dass Religionen viel zu verantworten haben und viele religiöse Fanatiker im Garten von Gut und Böse gedeihen.
Wenn die Menschen nicht lernen, wie sie ihren paradoxen Geist voller Richtig und Falsch und Dualismen ausschalten können, werden wir unsere durch den Verstand geschaffene Technologie nutzen, um uns selbst zu zerstören. Wenn wir nicht lernen, wie wir unseren Verstand ausschalten können, ist die Menschheit am Ende.
Während eines der New-Age-Seminare, die ich besuchte, erzählte der Moderator diese Geschichte:
Vor nicht allzu langer Zeit waren wir alle glückliche kleine Engel, die im Himmel schwebten.
Eines Tages kündigte GOTT (der Generaldirektor, auf Englisch GOD, the General Overall Director) an: »Ich brauche ein paar Freiwillige, die runter gehen und den Himmel auf Erden erschaffen.«
Sofort hoben alle kleinen Engel ihre Hände und sagten: »Nimm mich, ich gehe. Ich will die Welt retten.«
Nach der Auswahl der neuen Rekruten wurden sie auf den Geburtsvorgang, die Eltern und das zugewiesene Land vorbereitet und man wünschte ihnen »Viel Glück«.
Bevor er sich von Gott und den anderen Engeln verabschiedete, fragte einer der neuen Menschen: »Was kann daran so schwer sein? Will nicht jeder Mensch auf Erden das, was wir haben, den Himmel auf Erden?«
»Ja, das tun sie«, lächelte Gott. »Denkt daran, sie sind auch alle Engel.«
»Warum wird unser Job dann so hart sein? Warum wird es so schwer sein, den Himmel auf Erden zu erschaffen?«
»Weil ich allen Menschen einen Verstand gegeben habe«, sagte Gott.
»Was ist falsch daran, einen Verstand zu haben?«, fragte der neue Mensch.
»Wenn du einen Verstand hast, übernimmt dein Verstand die Führung und du vergisst den Himmel. Das Erste, was deine Eltern tun werden, ist, deinen Geist auf ihre Denkweise zu programmieren, dich in die Kirche schicken, um mehr über den richtigen Gott und den falschen Gott zu erfahren. Und dann schicken sie dich in die Schule, wo deinem Geist beigebracht wird, dass es kluge und dumme Menschen gibt.«
»Also wenn wir auf die Erde kommen, ist es unsere Aufgabe, uns daran zu erinnern, unseren Verstand zu überwinden, und uns daran zu erinnern, dass wir alle Engel sind und den Himmel auf Erden erschaffen?«
»Das ist richtig«, sagte Gott und lächelte. »Das Wort, das der Mensch am häufigsten benutzt, ist das Wort ›Ich‹. Das ›Ich‹ kommt aus dem Ego und dem Verstand. ›Ich‹ steht für Illusion. ›Ich‹ schafft Trennung, nicht Einheit. Sobald ein Kind das Wort ›Ich‹ lernt, ist jede Verbindung zum Himmel verloren.«
Die Engel hörten Gottes Warnung vor dem Wort »Ich«. Schließlich fragte ein Engel: »Und was passiert, wenn wir uns nicht daran erinnern, dass wir alle Engel sind, und den Himmel auf Erden nicht erschaffen?«
»Du wirst weiter sterben und immer wieder geboren werden, bis du dich endlich daran erinnerst, dass du wirklich ein kleiner Engel bist.«
Die kleinen Engel sahen sich gegenseitig an und dann Gott.
»Das wird meine letzte direkte Kommunikation mit euch sein«, sagte Gott. »Gleich wird der Himmel ausgelöscht werden und ihr werdet euren eigenen Verstand erhalten.«
»Aber wie sollen wir mit dir reden?«, fragte einer der Engel.
»Wenn ihr auf die Erde kommt, werdet ihr zu beten lernen. Wenn du betest, redest du, dann rede ich nicht.«
»Wie wirst du mit uns sprechen?«
»Ihr werdet meine Stimme nie wieder hören«, lächelte Gott. »Ich werde mit euch durch Stille kommunizieren.«
»Meinst du Schweigen?«
»Nein«, sagte Gott. »Stille ist dieser Frieden jenseits der Stille. Du spürst Stille, wenn du früh am Morgen einen See betrachtest, bevor der Wind Wellen erzeugt. Stille ist der Frieden, den man spürt, wenn man den Himmel ansieht.«
»Woher sollen wir wissen, dass du mit uns redest?«
»Wenn dein Verstand schweigt und dein Wesen still ist, wirst du wissen, dass ich bei dir bin. Solange dein Verstand spricht, wirst du mich nie hören. Dein Verstand ist sehr arrogant. Dein Verstand wird tatsächlich glauben, dass er mich verstehen kann und klüger ist als ich. Dein Verstand ist extrem arrogant und weiß nichts.«
»Was werden wir wissen?«, fragte ein Engel.
»Du wirst wissen, dass ich bei dir bin, wenn du eins bist mit einem schönen Sonnenuntergang, eins mit den Sternen, eins mit einem Baum, einer Blume, einem sprudelnden Bach. Wenn ihr eins seid mit dem, was außerhalb von euch ist, werdet ihr spüren, dass ich bei euch bin. Wenn dein Verstand still ist und dein Sein ruhig steht, und sich deine innere Seele als eine Einheit mit der Blume oder dem Bach oder dem Menschen vor dir verbindet, bin ich mit dir in der Gegenwart, im Jetzt.«
»Wenn wir eins sind, werden wir bei dir sein?«, fragte einer der Engel. »Ja, sobald ihr euren Verstand empfangt, werdet ihr zwei werden; ihr werdet von all meinen Geschöpfen und Schöpfungen getrennt sein. Dein Verstand wird es kennzeichnen, kritisieren, beurteilen und so tun, als wäre er Gott.«
»Wie können wir uns mit dir verbinden?«
»Durch die Stille, die euch mit den anderen meiner Schöpfungen verbindet. Und du kannst auch meditieren. Wenn du deine innere Schönheit mit der Schönheit außerhalb von dir in Stille und Meditation verbindest, werde ich mit dir sein.«
»Wenn wir beten, reden wir zu dir. Damit du mit uns reden kannst, müssen wir üben, unseren Verstand abzuschalten, still zu sein, zu meditieren, und du wirst mit uns reden?«
»Ja. Aber du wirst nichts hören, was ich sage.«
»Was wird passieren, wenn wir Stille, Meditation und das Sein im Jetzt praktizieren?«, fragte einer der Engel.
»Du wirst immer mehr bei mir sein. Eines Tages wirst du eine Blume sehen und aus deiner Seele, nicht aus deinem Verstand, wirst du sagen: ›Oh, mein Gott‹. Das werde ich sein, wenn ich mit dir durch die Blume rede. Eines Tages wirst du die Unschuld eines Kindes spüren und in deiner Seele berührt sein: ›Oh, mein Gott‹. In diesem Moment werde ich es sein, der mit dir durch dieses Kind spricht. Jedes Mal, wenn deine Seele sagt: ›Oh, mein Gott‹, bin ich bei dir.«
»Und das wirst du sein, der mit uns redet?«, fragte der Engel.
Gott nickte nur. »Jetzt geht. Ihr werdet euch an nichts davon erinnern, aber wenn ihr den Frieden und das Wunder von ›Oh, mein Gott‹ jeden Tag mehr und mehr in eurer Seele spürt, seid ihr bei mir, weil ihr euch daran erinnert, dass ihr ein kleiner Engel seid, der mit mir daran arbeitet, den Himmel auf Erden zu erschaffen«.
»Und eines Tages werden wir jeden Moment in einem ›Oh, mein Gott,‹ einem glückseligen Moment leben?«
Gott nickte nur. »Aber wir müssen keine kleinen Engel auf Erden sein, oder?«, fragte ein anderer Engel.
»Das ist richtig« , lächelte Gott. »Deshalb bekommst du einen geteilten, egogetriebenen Geist. Als Mensch wirst du immer die Freiheit haben zu wählen, welche der beiden Hälften dein Sein sein möchte.
Denke immer daran, dass alles auf Erden Dualität ist. Du wirst zwei Augen und zwei Hände haben. Du wirst in Recht und Unrecht denken, oben und unten. Deine menschliche Herausforderung wird es sein, wieder eins mit dem Leben zu werden, mit allem verbunden, nicht in zwei Teile getrennt.«
Es war Zeit zu gehen. Jedem kleinen Engel überreichte Gott dann schön verpackte Geschenke: »Hier ist dein Verstand. Jeder Verstand ist einzigartig, was bedeutet, dass ihr alle Menschen seid, aber sehr unterschiedliche Wesen. Zu lernen, eins mit dem anderen zu sein, im Geiste verbunden zu sein, einander trotz der Unterschiede zu lieben, wird eure Herausforderung sein.«
Als alle Engel ihre schön verpackten Geschenke entgegennahmen, sagte Gott: »Geht jetzt.«In dem Moment, in dem jeder Engel das wunderschön verpackte Geschenk eines Verstandes bekam, wurde seine Erinnerung an den Himmel gelöscht.
An dem Tag im Jahr 1972, als ich: »Mayday! Mayday! Mayday!« rief, galt das nicht nur für mich, sondern für eine Gruppe von Kameraden, meine fünfköpfige Crew. Selbst im Krieg tun wir alle unser Bestes, um den Himmel hier auf der Erde zu erschaffen. Krieg und Frieden sind die entgegengesetzten Seiten derselben Medaille.
Meine Mutter war eine tiefgläubige Frau. Jedes Mal, wenn ich Dana Carvey sah, wie er am Samstagabend live in der Rolle der tiefgläubigen Frau auftrat, brach ich in Lachen aus. Meine Mutter war nicht so widerwärtig wie die Frau, die Carvey mimte, aber sie hatte Freundinnen, die genauso »kirchenfromm« waren.
Mein Vater war kein gläubiger Mensch. Sein Gottesdienst bestand aus Kaffee zu Hause mit der Sonntagszeitung.
Mutter bestand darauf, dass alle vier Kinder zur Sonntagsschule und in die Kirche gingen. Schließlich revoltierte mein jüngerer Bruder und weigerte sich, weiter dort hinzugehen. Ich machte es ihm nach. Meine beiden Schwestern mochten die Kirche. Eine von ihnen wurde buddhistische Nonne, eine der wenigen westlichen Frauen, die von Seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, ordiniert wurden.
Ich schloss mit meiner Mutter einen Pakt. Ich musste in die Kirche gehen, bis ich 12 Jahre alt war, aber ich konnte meine Kirche wählen. Es musste nicht die Kirche meiner Mutter sein. Ich mochte den Pastor einfach nicht. Bei ihm ging es nicht um Liebe und Frieden. Bei ihm ging es nur um die Hölle, Sünde und Verdammnis.
Etwa zwei Jahre lang ging ich mit meinen Klassenkameraden in ihre Kirchen in der ganzen Stadt. Der Besuch von Gottesdiensten verschiedener Religionen war sehr lehrreich. Der Gottesdienst, der mir am besten gefiel, war derjenige der Pfingstler oder der »Holy Rollers«, wie die Freunde meiner Mutter diese Glaubensgemeinschaft nannten. Meine Mutter war etwas verlegen, dass ihr Sohn ein Holy Roller war, aber wenn ich sang, klatschte und mein Tamburin schüttelte, spürte ich die Gegenwart Gottes.
An meinem 12. Geburtstag hörte ich auf, in die Kirche zu gehen und ging lieber surfen.
In der Nacht vor jeder Mission in Vietnam ging ich allein zum Bug des Flugzeugträgers und saß dort still. Etwa eine Stunde lang saß ich in Ruhe und hörte dem Ansturm der Wellen auf den sie durchteilenden massiven Bug des Trägers zu. Es war friedlich und ich saß in stiller Einsamkeit, als das Schiff sich im Einklang mit den Wellen des Ozeans hob und senkte. Ich meditierte und nahm Kontakt mit dem Geist Gottes auf. In den letzten Minuten betete ich. Ich betete nicht darum zu überleben oder zu töten. Ich betete nur darum, dass ich mutig fliegen würde ... nicht für mich selbst, sondern für meine Crew. Wenn wir sterben würden, dann sei es so, solange wir mutig geflogen waren. Das englische Wort courage (Auf Deutsch: Mut) leitet sich vom altfranzösischen Wort corage oder »Herz« ab. Wir flogen in Liebe, eins miteinander.
Es gibt ein altes Sprichwort: »Es gibt keine Atheisten in Schützengräben.« Als ich vor jeder Mission allein am Bug saß, erinnerte ich mich an den Wunsch meiner Mutter, dass ich in die Kirche gehe. Ich wusste jetzt, warum ihr der Kirchgang so wichtig gewesen war.
Eines Tages führten wir eine medizinische Not-Evakuierung durch. Ein junger Marineinfanterist war auf eine Landmine getreten und wir flogen ihn in ein Feldlazarett. Ein Bein war weg. Er blutete und schrie im Todeskampf nach seiner Mutter. Kurz bevor wir das Krankenhaus erreichten, hörte er auf, nach seiner Mutter zu rufen. Wir alle weinten, als die Mediziner seinen leblosen Körper aus unserem Hubschrauber holten.
Ich ging spazieren und fand einen stillen Platz, um meiner Mutter zu danken. Sie war zwei Jahre zuvor im Alter von 48 Jahren gestorben, als ich noch in der Flugschule in Florida war. Jeden Abend vor einer Mission nahm ich sie in meine Gedanken und Gebete auf, während ich auf dem Bug des Flugzeugträgers saß. Am nächsten Morgen flog ich mit ihrem Geist in meinem Herzen.
Ungefähr einen Monat später, während ich auf einem abgelegenen Feld parkte, bemerkte ich kleine Jungen, die Zündvorrichtungen an unserem Hubschrauber anbrachten. Mein Verstand machte aus ihnen sofort Vietkong. Sie waren keine kleinen Jungen mehr. Sie waren jetzt der Feind. Sofort packte ich einen der Jungen, legte ihm meine Pistole an den Kopf und forderte die anderen Jungen auf, vom Hubschrauber wegzugehen. Der Junge, den ich im Arm hielt, trat nach mir, biss mich und versuchte zu entkommen. Ich zog den Hahn zurück und bereitete mich darauf vor, ihn zu töten.
Plötzlich hörte ich meine Mutter mich anflehen, und sie sagte: »Bitte, bitte, bitte, töte ihn nicht. Ich habe dir nicht das Leben geschenkt, damit du das Kind einer anderen Mutter töten kannst.«
Ich hielt inne und erkannte, dass ich besser auf meine Mutter hören sollte, bevor ich etwas tat, das meine Seele verletzen würde, und legte den Hahn meiner Pistole zurück. Immer noch den Jungen mit einer Hand festhaltend, hob ich in der anderen einen Fußball auf und signalisierte den anderen Jungen, mit mir Fußball zu spielen. Es dauerte eine Weile, aber bald waren wir wieder eins und so spielten alle kleinen Jungs Fußball, anstatt sich gegenseitig umzubringen.
Als ich am Abend zurück zum Flugzeugträger flog, wurde mir klar, dass meine Karriere als Marinesoldat vorbei war.
Ich werde oft gefragt: »Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?«, »Wie haben Sie das beste persönliche Finanzbuch der Geschichte geschrieben?«, »Wie sind Sie in die Oprah-Winfrey-Show gekommen?«, »Wie sind Sie dazu gekommen, zwei Bücher mit Donald Trump, dem heutigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, zu schreiben?«, »Wie haben Sie die Höhen und Tiefen Ihres Lebens gemeistert, die riesigen Fehler, die Misserfolge, den Verrat von Freunden und Partnern, die Verluste und die Gewinne in Millionenhöhe?«.
Es gibt wirklich keine logische Antwort auf diese Fragen. Meine einzige Antwort an Sie, den Leser dieses Buches, ist, dass das Geheimnis meines Erfolgs nichts mit meiner formalen Ausbildung oder dem, was ich in der Schule gelernt habe, zu tun hatte. Das Geheimnis meines Erfolgs gründet in meiner Suche nach spirituellen Lehrern, Lehrern wie meiner Mutter, Linda, der Freundin meines Freundes, die mich dazu brachte, mein Ego fallen zu lassen, New-Age-Seminaren und spirituellen Büchern von noch lebenden oder bereits verstorbenen spirituellen Meistern, die mich lehrten zu schweigen, still zu sein und ein Schüler Gottes, des allumfassenden Generaldirektors, zu werden.
In den 1950er- und 1960er-Jahren schwappten die Wellen alter ostasiatischer und asiatischer Weisheit an die Ufer Amerikas. Hippies, die die Welt bereisten, meist auf der Suche nach Drogen, kamen mit alten Lehren wie Transzendentaler Meditation (TM) und Transaktionsanalyse (TA) nach Hause. Die Beatles gingen nach Indien, um bei ihrem Guru zu studieren, und bald hörte man in ihrer Musik die Einflüsse östlicher Musik.
Getreu der westlichen Kultur wurden alte östliche Praktiken wie zum Beispiel die Meditation modernisiert, oft in Geschwindigkeit und Wirksamkeit gesteigert, neu verpackt und für westliche Gemüter akzeptabler gemacht. Die Westler haben nicht die Zeit oder Geduld, 20 Jahre lang täglich 16 Stunden auf der Suche nach Erleuchtung zu meditieren. Die Westländer wollen es schneller und besser. Das ist der Ausgangspunkt für das EST, Shirley MacLaine, Timothy Leary und LSD, und die New-Age-Seminare, einschließlich Tony Robbins, der Millionen lehrt, wie man über glühende Kohlen geht.
Heute gibt es »Achtsamkeit«, und aus dem EST-Training hat sich Landmark entwickelt.
Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Menschen um Hilfe bitten. Heute ist Michael Phelps, der erfolgreichste Olympionike der Geschichte, der Sprecher der Online-Therapie. Prinz Harry bestätigte, dass er Hilfe brauchte, da er immer noch über den Verlust seiner Mutter, Prinzessin Diana, trauert.
Das Bitten um Hilfe ist der erste Schritt zur Heilung des Schmerzes, den alle Menschen verspüren.
Da eine Vereinigung schwierig ist, das Teilen jedoch einfach, praktizieren meine wichtigsten Teammitglieder die gleichen spirituellen Praktiken wie ich. Das Ziel ist, uns zu einem engeren, stärkeren und produktiveren Team zusammenzuschweißen.
Wir alle folgen dem Prozedere, der in Miracle Morning – die Stunde, die alles verändert von Hal Elrod beschrieben wird:
Regeln für einen Ritter von Ethan Hawke
Der springende Punkt von Pater Anthony de Mello
Die Seele will frei sein von Michael Singer
Jetzt! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle
Ich danke diesen Autoren, dass sie Einblicke in das Gleichnis der kleinen Engel ermöglicht haben.
Das gemeinsame Studium zweimal im Jahr und die Anwendung der gleichen täglichen spirituellen Praktiken vereint uns in einer Welt, die ständig die Dinge voneinander trennt, wie es auch unser Schulsystem tut.
Während der Junior-Highschool kam der Vater eines Freundes in die Klasse, um uns eine Münze zu zeigen, von der er behauptete, dass sie eine der 30 Silbermünzen sei, die Judas bezahlt wurden, um Jesus zu verraten. Die Münze und die Geschichte von Judas’ Verrat hat mich fasziniert.
1972 wurde ich in den »Bereitschaftsdienst« auf die Insel Okinawa gesandt, bevor ich nach Vietnam versetzt wurde, um mich einer einsatzfähigen Kampfstaffel anzuschließen.
Unser Kommandant (CO) auf der Insel Okinawa war mein absoluter Lieblingskommandant. Er war ein »Mustang«, was bedeutet, dass er als Soldat der Marine beigetreten war und während des Zweiten Weltkriegs als Schütze gedient hatte.
Während des Koreakrieges wurde er Offizier und flog den A-1 Skyraider, einen propellergetriebenen Bomber. Die A-1 wurde als »fliegender Schrotthaufen« bezeichnet, weil sie viel Geschütz tragen und sehr lange auf der Station bleiben konnte.
Für den Vietnamkrieg wurde unser CO zum Major befördert und seine Aufgabe war es, neue Piloten wie mich auszubilden, an uns zu feilen, bevor wir in den wirklichen Krieg geschickt wurden.
Eines Tages, während unseres morgendlichen Pilotenmeetings, sagte unser Kommandant: »Einer von euch ist ein Judas.«
Und ähnlich wie die Geschichte von Christus und den Jüngern beim letzten Abendmahl begannen die acht Piloten zu fragen: »Bin ich es?«, »Bin ich der Judas?«.
Unser CO stand etwa fünf Minuten lang schweigend da, beobachtete jeden von uns, wie er sich wand und fragte, ob er der Judas sein könnte. Schließlich hebt einer der Leutnants die Hand und fragt den Major: »Was macht Sie so sicher, dass einer von uns ein Judas ist?«
Unser CO lächelte, freute sich, dass einer von uns ihn endlich in Frage stellte und ihn fragte, was ihn so sicher machte, dass einer von uns ein Judas sei.
Nachdem er etwa eine weitere Minute lang gegrinst hatte, sagte der Major: »Weil in uns allen ein Judas steckt.«
Die acht neuen Piloten saßen einen Moment lang da und ließen seine Antwort einsacken.
Langsam sagte unser CO: »Wenn du zu deinem Einsatzgeschwader kommst, erwarte nicht, dass dich jemand empfängt oder nett zu dir ist. Niemand wird dir vertrauen, weil sie dich nicht kennen. Sie wollen keine Beziehung zu dir aufbauen, weil neue Kampfpiloten oft innerhalb von 30 Tagen tot sind. Sie wissen nicht, wer deine Maschine fliegen wird: ein Marinepilot oder ein Judas. Sie werden nicht wissen, ob man dir vertrauen kann, bis du den Test unter Beschuss bestanden hast. Bis dahin bist du der VN, der verdammte Neuling, ein potenzieller Judas, der sich selbst und seine Marinekollegen verraten wird.«
Nachdem meine Crew und ich aus dem Meer gerettet wurden, wurde ich vom VN zum Piloten befördert.
Heute ist für mich das Wichtigste, den Prozess von »Miracle Morning« zu befolgen. Meditation und das Studium spiritueller Meister ist die Magie in meinem Leben, denn ich habe den Judas in mir besser im Griff.
Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates und heute einer der reichsten und erfolgreichsten Hedgefonds-Manager der Welt, sagte Justin Rohrlich von Maxim Folgendes über Meditation – Rohrlich fasst zusammen:
Dalio, wie jeder Hedge-Fonds-Manager, der sein Geld wert ist, wird die Geheimnisse seiner Anlagestrategie nicht preisgeben. Allerdings nannte er die Transzendentale Meditation, die er als Student ausprobierte, nachdem er hörte, dass die Beatles Praktizierende geworden waren, »den wichtigsten Grund ganz egal für welchen meiner Erfolge« .
Dalio hat Millionen von Dollar an die David Lynch Stiftung gespendet, die sich für die Meditationstechnik einsetzt (Martin Scorsese und Jerry Seinfeld sind auch Anhänger), und er wird die Ausbildung für jeden Bridgewater-Mitarbeiter bezahlen, der sie machen möchte.
Nun aber genug von meinen Gedanken über Meditation, spirituelle Erziehung und Judas.
Judas ist ein falscher Lehrer. Menschen, die dem Judas in ihnen erlauben, anderen in den Rücken zu fallen – oder sich selbst in den Rücken zu fallen – spielen Gott und sind kein Schüler Gottes mehr.
Der wahre Zweck der Meditation und der spirituellen Erziehung ist es, den Judas in uns daran zu erinnern, »dass wir alle kleine Engel sind«.
IMMER NOCH AUF DER SUCHE NACH
WEISEN MÄNNERN UND FRAUEN
Die Rich-Dad-Radioshow
In der Sonntagsschule lernte ich eines der großen Geheimnisse des Lebens kennen: Die drei Weisen waren weise, weil sie auf der Suche nach einem großen Lehrer waren. Als ich neun Jahre alt war, ging ich auf die Suche nach dem Lehrer, der mein reicher Vater wurde. Meine Suche nach großartigen Lehrern dauert bis heute an.
Heute achten die meisten Menschen auf die Nahrung, die sie ihrem Körper zuführen. Wie viele Menschen achten genauso auf die Informationen, die sie ihrem Gehirn bieten? So wie es Menschen und Unternehmen gibt, die minderwertige Nahrung verkaufen, gibt es Menschen und Unternehmen, die minderwertige Informationen verkaufen.
Wie viele Menschen wählen ihre Lehrer zum Thema Geld weise aus? Wie viele Menschen lesen zum Thema Finanzen Bücher oder besuchen Seminare auf der Suche nach weisen Männern und Frauen? Viele Leute würden das gerne tun, sagen sie zumindest, aber sie haben »einfach keine Zeit dazu«. Rich-Dad-Radio wurde für diese Menschen entwickelt.
Es gibt drei Teile meiner Arbeit, die ich liebe. Das sind die folgenden Dinge:
Mit anderen Worten, ich verbringe die meiste Zeit damit, mit weisen Männern und Frauen zu arbeiten und von ihnen zu lernen.
Ich lade Sie ein, jede Woche mit Kim und mir an unserer Rich-Dad-Radio-Show teilzunehmen. Jede Woche diskutieren wir eine Stunde lang Themen und Probleme mit einigen der führenden Köpfe und Vordenker der heutigen Welt. In nur einer Stunde werden Sie mehr lernen als in einer Woche bei der Arbeit. Rich-Dad-Radio ist ein globaler Podcast, der Ihnen die Möglichkeit gibt, von echten Lehrern zu hören und zu lernen.
Alle Rich-Dad-Radioprogramme werden archiviert, das heißt Sie können die Sendungen in Ihrem Verzeichnis hören. Wenn einer unserer Podcasts für Ihre Freunde, Familie oder Kollegen wichtig ist, können Sie sich die Sendung gemeinsam anhören und das Gelernte diskutieren. Ich denke, Sie werden feststellen, dass ihr Wissen und Verständnis über Finanzen sich rasant erweitern werden. In einer Stunde wird Ihr Finanzgenie zum Leben erwachen.
Wie Sie wissen, verändert sich die Welt des Geldes – und zwar schnell. Auch wenn sich das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamt, dreht sich die Welt des Geldes immer schneller. Bucky Fuller prognostizierte, dass die Menschheit in das Zeitalter der »sich beschleunigenden Beschleunigung« eintreten würde. Leider haben, aufgrund eines veralteten Bildungssystems, Millionen von Menschen finanziell zu kämpfen – und hinken immer mehr hinterher.
Hier sind einige der Interviews, die Sie auf Rich-Dad-Radio-Interviews mit sehr weisen Leuten aus der realen Welt des Geldes finden werden. Für diejenigen, die in der heutigen sich wandelnden Welt des Geldes aufholen, vorankommen und immer einen Schritt voraus sein wollen, empfehle ich, sich die folgenden Interviews anzuhören:
G. Edward Griffin: The Creature from Jekyll Island7
G. Edward Griffin öffnete der Welt die Augen der Welt für das Innenleben der mysteriösen und mächtigsten Bank der Welt – der Federal Reserve. Ed ist Forscher. Er sucht nach der echten Wahrheit. Ich nutze jede Gelegenheit, um Ed Griffin zu hören.
Richard Duncan: The Dollar Crisis
Richard Duncan war Ökonom beim Internationalen Währungsfonds und bei der Weltbank. Er ist ein Insider mit Einblicken in die größten Banken der Welt. Heute lebt Richard in Thailand und ist Berater für vermögende Privatpersonen und private Investmentfonds.
Immer wenn ich wissen will, was in der Makro-Welt des Geldes vor sich geht, rufe ich Richard an.
Richard bietet einen Abonnement-Service namens Macro-Watch an. Das Beste an Macro-Watch sind die Charts, die Richard erstellt, indem er Zahlen in leicht verständliche Grafiken verwandelt, so dass Sie sich ein »Bild davon machen« können, was in der Welt vor sich geht.
Nomi Prins: Collusion
Nomi Prins ist eine Insiderin aus dem tiefsten Inneren der Wall Street. Sie war Geschäftsführerin bei Goldman Sachs und Bear Sterns. Nach dem Crash 2008 bereiste Nomi die Welt und erfuhr aus erster Hand, was nach dem Crash wirklich vor sich ging.
Sie hat ihre Ergebnisse in ihrem Buch Collusion: Wie die Zentralbanker die Welt manipulierten veröffentlicht.
Bert Dohmen: Wellington Letter
Wenn Ihr Vermögen an der Börse investiert ist, sollten Sie den Wellington Letter abonnieren. Berts Fähigkeit, das Auf und Ab und die Windungen und Wendungen der Börse vorherzusagen und zu erklären, grenzt an reine Genialität. Er hat frühzeitig Menschen in die Märkte hinein- und wieder herausgeholt – und erklärt, warum. Bert hat die verblüffende Fähigkeit zu sehen, was wirklich auf den Märkten vor sich geht.
Obwohl ich nicht an der Börse investiere, freue ich mich auf den Wellington Letter. Bert nimmt sich die Zeit, mit seiner über 40-jährigen Erfahrung andere Menschen zu bilden und zu informieren, warum die Dinge auf den globalen Märkten so passieren. Er ist ein echter Lehrer, ein Freund und regelmäßiger Gast im Rich-Dad-Radio.
James Rickards: Currency Wars8
Jim ist ein Anwalt und Investmentbanker. Er ist ein Insider aus der Hedge-Fonds-Branche und war bei LTCM, Long Term Capital Management, einem riesigen Hedgefonds, der von Nobelpreisträgern gegründet wurde. LTCM hatte die Weltwirtschaft fast zum Einsturz gebracht, als 1998 der russische Rubel zusammenbrach.
Der Zusammenbruch von LTCM gab Jim Einblicke in die Zerbrechlichkeit der Weltwirtschaft, eine Erfahrung, die er mitnahm, als er Berater des US-Verteidigungsministeriums und der CIA, der Central Intelligence Agency, wurde. Jims Bücher, seine Präsentationen und seine Interviews auf Rich-Dad-Radio sind alarmierend.
Im Folgenden finden Sie Beispiele für weitere Sprecher, die in den archivierten Rich-Dad-Radiosendungen zu finden sind:
Rich-Dad-Radio wird kostenlos von The Rich Dad Company angeboten. Wir empfehlen nichts. Wir verkaufen nichts. Wir bieten nur Fortbildung mit echten Lehrern an. Mehr über Rich-Dad-Radio erfahren Sie unter www.RichDad.com.
IHRE FRAGEN – ROBERT T. KIYOSAKIS ANTWORTEN
F: Haben die Teammitglieder, die Sie umgeben, jetzt ähnliche Persönlichkeiten wie das Team, mit dem Sie in Vietnam gearbeitet haben?
Alejandro B. – Kolumbien
A: Ja und nein. Der größte Unterschied zwischen Marineinfanteristen und Zivilisten im Business ist, dass Marineinfanteristen in der Ausbildung eine extrem vereinende Erfahrung durchlaufen. Die meisten Zivilisten kennen diese Erfahrungen als Boot Camp, Navy Seal Training oder Jump School. Als ich mit meiner Crew flog, waren wir alle Marineinfanteristen, bevor wir zusammen flogen.
Diese gemeinsame Erfahrung mit extremen Bindungen machte uns als Team stärker. Wir kommen aus derselben »Kultur«, »Familie« oder demselben »Stamm«.
Als wir in unseren Hubschrauber stiegen, hatten wir alle unterschiedliche Aufgaben und entsprechend unterschiedliche Ausbildungen. Zum Beispiel hatten zwei von uns eine Ausbildung zum Piloten, zwei eine Ausbildung zum Waffenspezialisten und einer zum Flugzeugmechaniker. Obwohl wir verschiedene Aufgaben hatten, waren wir in erster Linie alle zu Marineinfanteristen ausgebildet.
In der zivilen Welt treffen Menschen mit verschiedenen Erfahrungen, Kulturen und aus verschiedenen Volksstämmen aufeinander. Sie teilen keine extreme verbindende Erfahrung. Als ich zu Xerox kam, das war nach der Akademie und der Marineinfanterie, verbrachte Xerox viel Zeit und Geld damit, die Mitarbeiter dazu zu bringen, Beziehungen miteinander zu knüpfen, um einen »Teamgeist«, eine »Unternehmenskultur« zu entwickeln. Xerox sponserte Teambildungsübungen, Betriebsausflüge und Abendessen mit Auszeichnungen in der Hoffnung, ebenfalls die vom Militär entwickelte Kultur der extrem verbindenden Erfahrungen zu entwickeln. Obwohl ich diese Teambildungsübungen für Unternehmen interessant und nützlich fand, erreichten sie nie das extreme Level, die das Militär entwickelt. Auf einer Skala von 1 bis 10 waren die Beziehungen bei Xerox eine 1 und die der Marineinfanterie eine 100.
Und es gibt eine Sache, die das Team-Building in Unternehmen nie entwickeln kann. Als meine Crew und ich in unseren Hubschrauber stiegen, gab es einen unausgesprochenen Code. Dieser unausgesprochene Code war kein Dienst an Gott, dem Land oder den Marinesoldaten. Der unausgesprochene Code war, dass wir bereit waren, unser Leben füreinander zu geben, für unsere »Gruppe von Brüdern«. (Damals gab es keine Frauen, die im Kampf flogen.)
Eines Tages erhielt mein Teamchef von zu Hause die Nachricht, dass er Vater eines neugeborenen Jungen geworden sei. Am selben Tag flogen wir in den Kampf. Als Pilot war es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass meine Crew kampfbereit war und notfalls bereit zu sterben.
Ich erinnere mich lebhaft daran, dass ich meinen Teamchef fragte: »Ist es für dich in Ordnung, wenn dein Sohn ohne Vater aufwächst?« Ohne zu zögern nickte der Teamchef, lächelte dann und sagte: »Ja, Sir.« Die gute Nachricht ist, dass dieser Teamchef sechs Monate später nach Hause zurückkehrte, um sein erstes Kind kennenzulernen.
Die Marine-Mottos sind:
»Semper fidelis« bedeutet »Immer treu«.
»Tod vor Schande«, was keiner Erklärung bedarf.
Mit einfachen Worten ausgedrückt, sind Marinesoldaten bereit, ihr eigenes Leben zu geben, damit unsere Kameraden in der Marine leben können. Ich habe diese »geistige Ebene« in der zivilen Welt noch nicht gefunden.
F: Was Ihre »Ins Außen gehen«-Erfahrung betrifft, würden Sie sagen, dass dies ähnlich Einsteins Relativitätstheorie ist, da die Zeit für den Betrachter je nach Situation unterschiedlich sein kann?
Brian R. – USA
A: Ich weiß es nicht. Sie müssten diese Frage direkt an Einstein stellen.
Ich persönlich finde es nicht so schwierig, im Außen zu sein. Es ist einfach, sich der Gedanken bewusst zu werden, die aus dem Kopf kommen. Zum Beispiel war ich gestern in einem Bekleidungsgeschäft und konnte meinen Verstand klappern hören und sagen: »Du würdest in dieser Jacke wirklich gut aussehen. Die Leute werden wirklich denken, dass du cool bist, wenn du diese Jacke im Club trägst.«
Habe ich eine Jacke gekauft, die ich nicht brauchte? Das habe ich. Das ist ein echtes Beispiel für meinen Verstand, mein Ego – nicht meinen Geist –, das mein Leben bestimmt. Mit der Erwähnung dieses Phänomens des »ins Außen gehen« möchte ich eigentlich darauf hinweisen, dass der Zweck unserer Schulen darin besteht, unseren Verstand zu entwickeln, nicht unsere Seele. Die Akademie und die Marinesoldaten entwickelten meine Seele, nicht meinen Verstand. Deshalb sind die Worte Mission, Ehre, Kodex, Disziplin und Respekt die wichtigsten Worte beim Militär.
Andere Worte, die ich von den meisten Menschen höre, sind: »Was springt für mich dabei raus?« Das sind die wichtigsten Worte eines gierigen Menschen.
Der Schlüssel zu echter Gesundheit, Reichtum und Glück liegt darin, unseren Verstand und unser Ego nicht unser Leben bestimmen zu lassen.
Der Verstand will wissen: »Wie viel Geld kann ich verdienen?« Die Seele will wissen: »Wie vielen Menschen kann ich dienen?« Möglicherweise müssen Sie »ins Außen gehen«, wenn Sie sich die letztere Frage stellen.
F: Wie unterscheidet man ein »gutes« Seminar von einem Seminar, das von einer Gruppe von Betrugskünstlern abgehalten wird, die versuchen, Sie abzuzocken?
Mark K. – USA
A: Ich tue mein Bestes, um die Worte gut und schlecht zu vermeiden.
Je mehr ich aus dem Kopf gehe und in meinem Herzen lebe, desto mehr kann ich das »Gute im Schlechten« und das »Schlechte im Guten« sehen.
Im Dezember 2018 geriet ich ins Kreuzfeuer, als ich öffentlich sagte: »Ich hoffe, die Börse bricht zusammen.«
Ein echter Investor ist in der Lage, in einem Crash sowohl das Gute als auch das Schlechte zu sehen.
Ein Fake-Investor lebt in einer Fantasiewelt und glaubt tatsächlich (oder glaubt, dass er glaubt), dass ein Börsencrash schlecht ist.
In der realen Welt ist der beste Zeitpunkt für den Kauf einer Investition gleich nach einem Crash. In der Fake-Welt der Investitionen steigen die Märkte immer nur. Märkte stürzen nie ab. Das ist Wahnvorstellung.
Mein reicher Vater lehrte seinen Sohn und mich:
»Gut und Böse sind zwei Seiten derselben Medaille.«
F. Scott Fitzgerald sagte:
»Der Beweis für eine erstklassige Intelligenz ist die Fähigkeit, zwei gegensätzliche Ideen gleichzeitig zu bedenken und dennoch fähig zu sein zu funktionieren.«
In meinen Seminaren sage ich:
»Wenn wir mehr Frieden und Wohlstand in unserem Leben wollen, müssen wir unser Gehirn trainieren, beide Seiten derselben Medaille zu sehen.«
F: Glauben Sie, dass die Einführung des Internets, des iPhones und anderer Technologien letztendlich die Eliten entlarven wird und was sie mit dem Rest von uns gemacht haben?
Joao B. – Brasilien
A: Das ist eine sehr interessante Frage. Meine Antwort ist ja und nein.
Fuller sagte voraus, dass die Menschheit in ein Zeitalter der Integrität eintreten wird. Neue Technologien werden es einfacher machen, das zu »sehen«, was Menschen bisher nicht sehen konnten, und die Fehler im Grunch aufzudecken.
Das Problem ist, dass das Zeitalter der Integrität zu mehr Chaos und Störungen führen wird, da Menschen und Organisationen um ihr Überleben kämpfen, wenn sie bloßgestellt oder ausgelöscht werden, während die Technologien weiterhin die Unwissenden, Korrupten, Faulen und Ineffizienten ausradieren.
Wann immer ich es mir bequem und angenehm mache, denke ich einfach an die Firma Kodak. Vor langer Zeit beherrschte der Kodak-Film die Welt. Im Nu brachte die digitale Fotografie ein riesiges Unternehmen zu Fall.
Das bedeutet, dass keiner von uns in einer Welt der immer schneller werdenden Beschleunigung der Technologie sicher und geschützt ist.
Wie Andy Grove von Intel schrieb: »Nur die Paranoiden überleben.«
Deshalb empfehle ich die spirituelle Bildung. Ihr Verstand ist paranoid. Ihre Seele ist viel mächtiger als Ihr Verstand.