Einführung Teil 2

FAKE-LEHRER

Die Geschichte von Rich Dad Poor Dad erzählt von zwei Lehrern – zwei großartigen Lehrern.

Mein leiblicher Vater gehörte zur akademischen Elite, wie Dr. Fuller, der Harvard besucht hatte, und Steve Brill, der seinen Abschluss in Yale gemacht hatte. Mein Vater, mein armer Vater, war ein Einser-Schüler in der Highschool und immer Klassenbester. Er absolvierte ein vierjähriges Bachelorstudium in zwei Jahren an der Universität von Hawaii. Anschließend studierte er an der Stanford-Universität, der Universität von Chicago und der Northwestern Universität und promovierte schließlich im Bereich Bildung.

Mein reicher Vater hat die Highschool nie abgeschlossen. Sein Vater starb, als er 13 Jahre alt war, und er übernahm das Familienunternehmen. Trotz mangelnder formaler Ausbildung baute er das Unternehmen zu einer auf allen Inseln Hawaiis vertretenen Hotel- und Restaurantkette aus.

In den 1960er-Jahren machte mein reicher Vater einen mutigen Schritt und kaufte ein kleines Hotel am Strand von Waikiki. Dieses Hotel bildete den Ausgangspunkt für den Ankauf weiterer kleinerer Strandgrundstücke, die an sein Hotel angrenzten.

Wenn ich mir heute das »Hyatt Regency« am Waikiki Strand ansehe, weiß ich, dass mein reicher Vater klein anfing und das riesige Grundstück, auf dem heute das »Hyatt Regency« steht, aus kleinen Grundstücken »zusammenbaute«. Im Jahr 2016 wurde die gesamte Immobilie für 756 Millionen US-Dollar verkauft.

Die Geschichte von Rich Dad Poor Dad

Die Geschichte von Rich Dad Poor Dad begann 1956, als ich neun Jahre alt war und in der vierten Klasse. Ich wuchs in der Zuckerplantagenstadt Hilo auf Hawaii auf, einer schönen Stadt weit weg von den grellen Lichtern des Waikiki-Strandes. Unsere Familie war von Honolulu nach Hilo gezogen, als ich sieben Jahre alt war. Als ich neun Jahre alt war, zogen wir von einer Seite von Hilo auf die andere Seite der Stadt. Mit neun Jahren fand ich mich auf einer neuen Schule mit neuen Klassenkameraden wieder.

Das Erste, was mir an meinen neuen Klassenkameraden auffiel, war, dass sie reich waren. Viele waren Haole, das ist ein hawaiianisches Wort, das oft als Bezeichnung für weiße Menschen verwendet wird. Der Rest war asiatisch-amerikanischer Abstammung, wie ich. Die meisten meiner »weißen« Klassenkameraden waren die Kinder der Besitzer der Zuckerplantagen und der Unternehmen wie dem Autohaus, dem Fleischverpackungsbetrieb, den beiden größten Lebensmittelgeschäften und den Banken. Die Amerikaner asiatischer Abstammung waren die Kinder der Ärzte und Anwälte. Ich war der Sohn eines Lehrers.

Meine Klassenkameraden waren großartig. Sie waren freundlich und gastfreundlich. Ich wusste, dass sie reicher waren als ich, weil die meisten neue Fahrräder hatten und in großen Häusern auf einer privaten Insel lebten. Ihre Eltern waren Mitglieder des Yachtclubs und des Country Clubs, und sie hatten entweder am Strand oder auf ihrer Ranch in den Bergen ein Ferienhaus.

Ich hatte ein gebrauchtes Fahrrad, das mir mein Vater für 5 US-Dollar gekauft hatte. Ich wusste nicht, was der Yachtclub oder der Countryclub war. Die Brücke zur Privatinsel zu überqueren, auf der viele meiner Haole- Klassenkameraden lebten, war wie der Übertritt in eine andere Welt. Ihre Häuser waren unglaublich groß. Als ich in ihre »Zweitwohnungen« eingeladen wurde, konnte ich kaum glauben, wie schön die Strandhäuser oder das Haus auf ihrer Ranch waren.

Unsere Familie lebte in einem älteren Haus, das wir gemietet hatten, zwei Blocks von meiner neuen Schule entfernt, neben der Bibliothek von Hilo. Das Grundstück, auf dem unser Haus damals stand, ist heute ein Parkplatz.

Ich hatte mich noch nie arm gefühlt, bis ich auf eine Schule mit reichen Kindern ging.

Deshalb hob ich im Alter von neun Jahren meine Hand und fragte meine Lehrerin: »Wann werden wir etwas über Geld erfahren?«

Meine Lehrerin, eine ältere Frau kurz vor dem Eintritt in die Rente, stammelte eine Weile herum und antwortete schließlich: »Wir lehren in der Schule nichts über Geld.«

Da steckte mehr in ihrer Antwort als nur die Worte. Es war der Ton, die Energie in ihren Worten, die ihre Botschaft vermittelte. Einen Moment lang hatte ich das Gefühl, in der Sonntagsschule zu sitzen. Ich spürte, dass meine Lehrerin wirklich sagen wollte: »Weißt du nicht, dass ›die Liebe zum Geld die Wurzel alles Bösen‹ und ›Geld schnöder Mammon‹ ist?«

In der Sonntagsschule hatte ich gelernt, dass der schnöde Mammon eine finanzielle Versuchung des Teufels sei.

Da ich nicht mit ihrer Antwort zufrieden war, hakte ich noch einmal nach: »Wann werden wir etwas über Geld erfahren?«

Wieder antwortete sie in einem leicht genervten Ton: »Geh und frag deinen Vater, warum wir in der Schule nichts über Geld unterrichten. Schließlich ist er der Leiter des Bildungsressorts.«

Die Antwort meines armen Vaters

Mein Vater schmunzelte nur, als ich ihm von der Störung im Unterricht erzählte. Er lächelte und sagte: »Mein Sohn, stelle einem Lehrer nie eine Frage, die er nicht beantworten kann. Ein Lehrer muss alle Antworten kennen. Er hat in seiner Ausbildung nicht gelernt zu sagen: ›Ich weiß es nicht‹. Du hast deine Lehrerin in Verlegenheit gebracht.«

»Aber warum weiß sie nichts über Geld?«, fragte ich.

»Weil Lehrer nichts über Geld wissen müssen«, antwortete er.

»Warum ist das so?«, fragte ich zurück.

»Weil Lehrer einen sicheren Arbeitsplatz haben. Sie können nicht gefeuert werden – auch wenn sie schlechte Lehrer sind. Lehrer haben eine staatliche Rente und Gesundheitsversorgung. Deshalb brauchen sie nichts über Geld zu wissen. Und das Beste von allem, Lehrer haben alle Feiertage und den ganzen Sommer frei – und zwar bei voller Bezahlung.«

Immer noch verwirrt fragte ich: »Aber warum, Papa? Benutzen wir nicht alle Geld?« Ich erklärte diese beiden Fragen mit dem Folgenden: »Ich will nur wissen, warum meine Klassenkameraden reich sind und wir nicht.«

»Mein Sohn«, antwortete mein Vater etwas ernster, »du liebst Baseball, nicht wahr?«

»Ja. Ich liebe Baseball«, gab ich zurück.

»Würdest du deine Lehrerin etwas über Baseball fragen?«

»Nein. Sie weiß nichts über Baseball.«

»Und sie weiß auch nichts über das Spiel des Geldes.«

»Aber warum nicht?« Ich bestand darauf. »Warum haben meine Klassenkameraden mehr Geld als wir? Sollte sie mir nichts über Geld beibringen, damit ich wie meine Klassenkameraden reich sein kann?«

Mein Vater schüttelte den Kopf und antwortete: »Du liebst das Angeln, nicht wahr?«

»Ja«, antwortete ich.

»Würdest du deine Lehrerin fragen, wo man Fische fängt?«

»Nein«, antwortete ich.

»Und sie weiß nichts über Geld.« Mein Vater sagte: »Wenn du gut durch die Schule kommen willst, stelle deinem Lehrer keine Fragen zu Themen, von denen er nichts weiß. Wenn gerade Mathematikunterricht ist, stell deinem Lehrer Fragen zur Mathematik. Wenn du im Naturwissenschaftsunterricht bist, stelle deinem Naturwissenschaftslehrer entsprechende Fachfragen. Wenn du das tust, wirst du in der Schule gut abschneiden. Wenn du deine Lehrer dumm dastehen lässt, werden sie dich bloßstellen.«

Der wahre Grund, warum in der Schule nichts über Geld unterrichtet wird.

Mein Vater fuhr dann fort: »Hauptsächlich wird nichts über Geld in der Schule unterrichtet, weil Lehrer nur das unterrichten dürfen, was die Regierung uns erlaubt zu unterrichten.«

»Du lehrst, was die Regierung dir sagt, dass du lehren sollst?« Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte.

Mein Vater nickte und sagte: »Selbst als Leiter des Bildungsressorts habe ich wenig Kontrolle über das, was in der Schule gelehrt wird.«

»Also, wie kann ich dann etwas über Geld lernen?«, fragte ich.

Mein Vater schmunzelte wieder. Und nachdem er einen Moment innegehalten hatte, um nachzudenken, schlug er mir Folgendes vor: »Warum redest du nicht mit Mikes Vater?«

Mike war mein bester Freund. »Warum Mikes Vater?«, fragte ich.

»Weil er Unternehmer ist.«

»Was ist ein Unternehmer?«, fragte ich.

»Jemand, der ein Unternehmen besitzt«, antwortete mein Vater. »Unternehmer haben keine Stelle. Die Aufgabe eines Unternehmers ist es, Arbeitsplätze zu schaffen.«

»Und was bist du? Bist du kein Unternehmer? Du hast Hunderte von Lehrern, die für dich arbeiten.«

»Das ist richtig. Aber ich habe das Schulsystem nicht erschaffen. Ich bin ein Regierungsangestellter, genau wie alle anderen Lehrer. Angestellte und Unternehmer sind sehr unterschiedliche Menschen.«

»Wo ist der Unterschied?«, fragte ich. Ich war neun Jahre alt und seine Worte, die Unterscheidung, die er zwischen den beiden machte, ergaben für mich keinen Sinn. Das Wort Angestellter kannte ich, aber das Wort Unternehmer hatte ich noch nie gehört.

Mein armer Vater erklärte es mir gerne: »Unser Schulsystem bildet Menschen zu Angestellten aus. Diese Mitarbeiter müssen nichts über Geld wissen. Deshalb gibt es in unseren Schulen keine finanzielle Bildung«, sagte er.

»Unternehmer müssen über Geld Bescheid wissen. Wenn ein Unternehmer nichts von Geld weiß, verlieren die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und der Unternehmer ist dann oft arbeitslos.«

Das war die Antwort, nach der ich gesucht hatte. Ich wusste, dass ich ein Angestellter werden konnte. Ich wusste jedoch nicht, ob ich es schaffen würde, Unternehmer zu werden. Und wenn ich ein erfolgreicher Unternehmer werden wollte, musste ich etwas über Geld wissen.

Ein paar Tage später fuhr ich mit dem Fahrrad zu Mikes Haus, wo sein Vater sein Heimbüro hatte, und fragte, ob er mein Lehrer sein wolle.

Und so begann die Geschichte von Rich Dad Poor Dad.

Ist Bildung wichtig?

In den 1960er-Jahren, als ich in Hilo auf Hawaii aufwuchs, war Bildung nicht so wichtig. Hilo war eine Zuckerplantagenstadt. Es gab viele hochbezahlte Stellen, auch für diejenigen, die keinen Abschluss von der Highschool hatten. Die Plantage zahlte hohe Löhne an die Fahrer der großen Zuckerrohrtransporter, Führer der riesigen Feldkräne und Angestellten, die in der Zuckerfabrik die schweren Maschinen bedienten.

Darüber hinaus zahlten die Plantagen den Arbeitnehmern lebenslang ein Gehalt, so dass sie keine Altersvorsorge benötigten. Wer braucht eine finanzielle Ausbildung oder einen Hochschulabschluss, wenn es ein Gehalt auf Lebenszeit gibt? Viele Plantagenarbeiter verdienten mehr Geld als ein Lehrer.

Die Plantagen boten Firmenwohnungen, hatten eigene Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen, Ärzte und Krankenschwestern. Die Plantagen bezahlten ihre Arbeiter gut, kümmerten sich gut um sie und ihre Familien. Und so war eine gute Ausbildung nicht zwingend erforderlich.

Das änderte sich 1994, dem Jahr, in dem die letzte Plantage auf Hawaii stillgelegt wurde. Die Eigentümer verlagerten ihre Zuckerplantagen in Billiglohnländer in Südamerika und Asien.

Die Besitzer, die Eltern meiner Klassenkameraden, wurden reicher, aber die Arbeiter waren nun ärmer.

Hommage an einen großartigen Lehrer

Im Februar 2018 kehrte ich für das 60-jährige Klassentreffen unserer fünften Klasse nach Hilo zurück. Stellen Sie sich das vor: Eine Gruppe, die sich als Zehnjährige kennengelernt hatte, hielt immer noch regelmäßige Klassentreffen ab.

Der Grund für unsere Treffen war nicht unsere Klasse oder unsere Klassenkameraden, sondern die Ehrung unseres Lehrers der fünften Klasse, Mr. Harold Ely, einem der großartigsten Lehrer in unserem Leben.

Mr. Ely hatte mich dazu inspiriert, meine Träume zu verfolgen, obwohl ich zweimal in der Highschool in Englisch durchgefallen war, weil ich nicht schreiben konnte. Ohne Mr. Elys frühe Inspiration hätte ich vielleicht die Highschool abgebrochen. Ohne ihn wäre ich nie in die US-Akademie der Handelsmarine aufgenommen worden und hätte nicht die Welt bereist. Es war sein Unterricht in der fünften Klasse, der mich dazu inspirierte, den großen Entdeckern der Geschichte – Kolumbus, Magellan, Cortés und Cook – zu folgen und einen Weg einzuschlagen, der mich zu dieser Akademie führte, einer sehr schwierigen Schule. Mein Traum war es, nach Tahiti zu segeln, was ich 1968 während meines Studiums an der Akademie auch tat.

Heute bin ich vor allem als Schriftsteller bekannt und reise weiter durch die Welt, um in die Fußstapfen der großen Entdecker zu treten. Nichts davon wäre ohne die Inspiration eines großen Lehrers in der fünften Klasse passiert.

Die wichtigste Lektion, die Mr. Ely unserer Klasse beibrachte, war, wieder aufzustehen, wenn wir auf die Nase gefallen waren, und dass dieses Hinfallen und wieder Aufstehen uns stärker machte. Er lehrte uns auch, uns niemals unserer Träume berauben zu lassen.

Digitale Wohlfahrt

Im Jahr 2018, als ich an diesem Treffen teilnahm, hatte ich Zeit, etwas zu tun, was ich seit Jahren nicht mehr getan hatte: durch die Stadt Hilo zu wandern. Ich war nicht mehr in Hilo gewesen, seit es keine Plantagen mehr auf Hawaii gab.

Überall in den Schaufenstern sah ich Schilder, die das EBT begrüßten. Das Akronym EBT steht für Electronic Benefits Transfer, ein staatliches Wohlfahrtssystem, das die Nahrungsmittelmarken ersetzt hatte. EBT ist ein System, das es einem Empfänger ermöglicht, eine Geldüberweisung von seinem staatlichen Konto an einen Einzelhändler zur Bezahlung der erhaltenen Produkte zu autorisieren. Das EBT-Programm ist seit 2004 in allen 50 Staaten im Einsatz, ebenso wie in Washington, D.C., Puerto Rico, den Virgin Islands und Guam.

Als ich an einem kleinen Lebensmittelgeschäft vorbeikam, fragte ich den Händler nach den EBT-Karten. Er sagte: »Viele Menschen können ohne EBT nicht überleben«, aber in den meisten Fällen ist EBT allein »nicht genug, um eine Familie einen Monat lang zu ernähren«.

Er erzählte mir weiterhin, dass am Anfang jedes Monats um Mitternacht die EBT-Karten elektronisch geladen werden. Die Empfänger stellen sich abends an und stürmen um 00:01 Uhr herein, um Lebensmittel und Vorräte zu kaufen. Das EBT ist in vielerlei Hinsicht ein Spiegel Amerikas und der heutigen Welt.

Wenn wir dies in Beziehung zur Bildung setzen, wirft das folgende Fragen auf: Wird der Schulbesuch die Menschen vor EBT schützen? Eröffnet eine Umschulung wieder Möglichkeiten auf hochbezahlte Stellen?

Eine Million US-Dollar Schulden

Hier ist ein Artikel aus dem Wall Street Journal vom 25. Mai 2018:

Draper, Utah: Mike Meru, ein 37-jähriger Kieferorthopäde, investierte viel in seine Ausbildung. Mit Stand vom Donnerstag schuldete er dem Staat 1.060.945,42 US-Dollar aus seinem Ausbildungsdarlehen.

Herr Meru zahlt nur 1.589,97 US-Dollar pro Monat zurück – nicht genug, um die Zinsen zu decken, so dass seine Schulden aus sieben Jahren an der Universität von Südkalifornien jeden Tag um 130 US-Dollar mehr werden. In 20 Jahren wird sein Schuldenberg 2 Millionen US-Dollar betragen.

Er und seine Frau Melissa sind gegenüber dieser Last abgestumpft und haben sich stattdessen auf die Erziehung ihrer beiden Töchter konzentriert. »Würde man täglich daran denken«, sagte Frau Meru, »bekäme man schnell einen Nervenzusammenbruch.«

Also stellt sich hier ist die Frage: Wenn Mike Meru sich fortbildete, würde dieses Mehr an Bildung sein Millionenproblem lösen?

Hier zitiere ich ein paar Statistiken aus dem Bildungsministerium:

Das bedeutet, dass für Millionen von jungen Menschen die Schulden der Ausbildungsdarlehen ihre größte Belastung sind.

Hier ist eine weitere Frage, die man bedenken sollte: Bietet eine Hochschulausbildung finanzielle Bildung?

Wird Bildung Sie reich machen?

Hier ein Artikel aus der New York Times, ebenfalls vom 25. Mai 2018:

Ein Walmart Mitarbeiter, mit einem Durchschnittsgehalt des Unternehmens von 19.177 US-Dollar müsste mehr als 1.000 Jahre arbeiten, um die 22,2 Millionen US-Dollar zu verdienen, die Doug McMillon, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, 2017 erhalten hat.

Bei Live Nation Entertainment, dem Konzert- und Ticketingunternehmen, müsste ein Mitarbeiter, der einen Durchschnittslohn von 24.406 US-Dollar verdient, 2.893 Jahre lang arbeiten, um die 70,6 Millionen US-Dollar zu verdienen, die sein Vorstandsvorsitzender Michael Rapino im vergangenen Jahr verdient hat.

Und bei Time Warner, wo die durchschnittliche Vergütung relativ gut ausfällt, müsste ein Mitarbeiter, der so viel verdient, noch 651 Jahre arbeiten, um die 49 Millionen US-Dollar zu verdienen, die Jeffrey Bewkes, der Vorstandsvorsitzende, in nur 12 Monaten verdient hat.

Steven Brill zitiert die Forschungsergebnisse in seinem Buch: »Die Einkommen der 1 Prozent Spitzenverdiener stiegen von 2009 bis 2012 um 31,4 Prozent, aber kaum spürbare 0,4 Prozent im Fall der restlichen 99 Prozent.«

Schauen wir uns diese Diagramme noch einmal an:

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Zahlen aus 2007 und in US-Dollar. Quelle: Congressional Budget Office

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Quelle: Congressional Budget Office

Wird mehr Bildung dieses Problem lösen?

Subprime-Bildung

Im Jahr 2008 brach die Weltwirtschaft aufgrund von Subprime-Immobilienhypotheken fast zusammen. Im selben Jahr konnte das Programm des Bundesfamilienbildungskredits (Federal Family Education Loan, FFEL) aufgrund des Zusammenbruchs der Subprime-Hypotheken keine Studentendarlehen vergeben.

Im Jahr 2010 schaffte Präsident Barack Obama FFEL ab und legte fest, dass alle neuen Studiendarlehen »Direktkredite« sein sollten. Private Kreditgeber beginnen, private Studienkredite für Studenten unabhängig von den staatlichen Programmen anzubieten.

Im Jahr 2012 überschritten die Schulden aus Studentenkrediten die 1-Billionen-Dollar-Grenze, ebenso wie die Kreditkartenschulden. Seit 2018 sind die Kredite des Bundes an die Studenten das wichtigste Kapital der US- Regierung.

So wie ich es sehe, entwickelten sich die Vereinigten Staaten von den Subprime-Hypotheken für arme Menschen zu einer Subprime-Ausbildung für arme Studenten. Subprime-Bildungsdarlehen sind die schlimmsten Kredite überhaupt. Eine Subprime-Hypothek kann bei einem Konkurs erlassen werden. Die meisten Subprime-Bildungskredite können nie erlassen werden.

Wird es an den Schulen jemals echte finanzielle Bildung geben? Ohne echte finanzielle Bildung wird Bildung immer als subprime zu klassifizieren sein.

Inflation

In einem früheren Teil dieses Buches habe ich über die Inflation geschrieben. Ohne Inflation würden das Bankensystem, Mandrakes Magic-Money- Show und Grunchs Geldraub nicht funktionieren.

Rekapitulieren wir kurz:

Die New York Times berichtete Folgendes am 30. Juni 2018:

San Francisco ist so teuer, dass man mit einem sechsstelligen Jahreseinkommen trotzdem zu den »Geringverdienern«zählen kann.

Als neuestes Anzeichen der astronomischen Lebenshaltungskosten in Teilen Kaliforniens klassifiziert die Regierung nun vierköpfige Familien, die in drei Bezirken rund um die Bay Area bis zu 117.400 US-Dollar verdienen, als einkommensschwach. […]

Die Bezeichnung »einkommensschwach«ermöglicht es Menschen, sich für bezahlbares Wohnen und eine Vielzahl von staatlichen Programmen zu qualifizieren. […]

Der durchschnittliche Haushalt [im San Francisco-Gebiet], der Wohnbeihilfe erhält, verdient nur 18.000 US-Dollar. […]

Der durchschnittliche Preis eines Hauses ist auf über 1 Million US-Dollar gestiegen. […] Die zweithöchste Schwelle für die Klassifikation als »einkommensschwach«gilt in Honolulu. […]

Platz 9 belegt der Stadtteil New York City, wo eine vierköpfige Familie mit einem Verdienst bis zu 83.450 US-Dollar als einkommensschwach eingestuft wird.

Schon wieder diese lästige Frage: Wird mehr Bildung dieses Problem lösen?

Mehr aus der New York Times

Da war auch die folgende Schlagzeile zu lesen:

Lektion aus den Blue-Wave-Vorwahlen6? Wir kämpfen jetzt alle.

Der Artikel beginnt mit der Geschichte von Alexandria Ocasio-Cortez, einer 28-jährigen Barkeeperin und Demokratischen Sozialistin, die den langjährigen Amtsinhaber Joseph Crowley in der Demokratischen Vorwahl besiegte.

Im Artikel ging es darum, warum der Sozialismus an Popularität gewinnt, und bewarb ein neues Buch mit dem Titel Squeezed (Auf Deutsch: zerquetscht), über die Ursachen, die eine sozialistische Agenda antreiben.

Squeezed: Warum unsere Familien sich Amerika nicht leisten können, untersucht die sich verschlechternden Verhältnisse der Mittelschicht: die Lehrer, die sich mit Nebenjobs als Uber-Fahrer über Wasser halten; die jungen Juniorprofessoren, die Lebensmittelmarken beziehen; die arbeitslosen 50-Jährigen mit wenig Zukunftsperspektiven; die Junioranwälte weit weg von einer Karriere als Partner an der Wall Street, die alle eine schwere Last von Studienkrediten zu tragen haben, und deren Arbeit bereits automatisiert wird.

Im Artikel in der New York Times hieß es weiterhin:

Wenn Sie an einem Ort leben, an dem ein Master-Abschluss keinen Lebensstil zulässt, der sich deutlich von dem eines Bürokaufmanns unterscheidet, und wenn es tatsächlich bedeutet, dass Sie nachts in einer verhassten Kabine schuften und Linsen aus der Dose zum Abendessen essen müssen, die Sie von zu Hause mitgebracht haben, dann werden Sie sich kaum als Mitglied einer privilegierten Elite betrachten und eher geneigt sein, eine Affinität zu den immer größer werdenden Reihen der offensichtlich unterdrückten Menschen zu entdecken, und entsprechend wählen.

Ocasio-Cortez warb in ihrer Kampagne für kostenlose staatliche Krankenversicherung und kostenlose Ausbildung: kostenloses öffentliches College und Berufsschule. Sie gewann mit dieser Botschaft.

Hier taucht diese Frage wieder auf: Würde eine kostenlose Hochschulausbildung das Problem lösen?

Und, wenn die Regierung allen verdienten Menschen 1 Million US-Dollar geben würde, würden die 1 Million US-Dollar sie reich machen?

Wenn Millionen von US-Dollar die Menschen reich machen würden, warum sind dann 60 Prozent der ehemaligen NBA-Spieler innerhalb von fünf Jahren nach ihrer Pensionierung pleite? Warum nutzen die meisten Lotteriegewinner diesen finanziellen Zufall nicht, um ihre finanzielle Zukunft zu sichern? Wir alle haben die Geschichten von Lotteriegewinnern gehört, die gemachte Leute hätten sein können, aber pleite sind.

Lassen Sie uns das auf eine höhere Ebene bringen. Warum ist Amerika, das reichste Land der Weltgeschichte, so tief verschuldet?

Und, meine Lieblingsfrage: Warum gibt es an unseren Schulen keine finanzielle Bildung?

Es gibt viele Gründe, eine Reihe von Antworten, viele Ausreden und viele Lösungen, doch keine davon ist einfach. Das Thema wird weiterhin ausgeklammert und ignoriert. Ein weiteres Projekt wird auf die lange Bank geschoben, und wir fragen uns, warum wir vor dem Problem der wachsenden Einkommensungleichheit stehen.

In Teil 2, Fake-Lehrer, erfahren Sie, wie Sie Fake-Lehrer von echten Lehrern unterscheiden können. Wie mein armer Vater erklärte, wissen die meisten Lehrer nichts über Geld, also wie können sie Ihnen etwas über Geld beibringen?

Aber nicht nur Lehrer wissen nichts über Geld. Viele Finanzexperten wissen wenig über Geld. Die meisten haben das Thema Geld nie wirklich studiert. Die meisten sind nicht reich, und doch werden sie für ihre Arbeit als Finanzberater bezahlt. Viele Finanzexperten stellen das Thema Geld verwirrend dar, indem sie Fachjargon und Wörter verwenden, die die meisten Menschen nicht verstehen – Jargon und Vokabular, die sie klug dastehen lassen und Sie dumm erscheinen lassen. Sie sind keine echten Lehrer. Sie sind Finanzbetrüger.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Seit 1971 das Geld unsichtbar wurde, ist das Wichtigste, was ich tun kann, mein Bestes zu geben, um echte finanzielle Bildung sichtbar zu machen.

Wenn Sie unsichtbares Geld »sehen« können, dann können Sie selbst entscheiden, was real ist und was fake, was eine nicht echte finanzielle Bildung ist.

Wie immer werde ich mein Bestes für KISS tun: Keep It Super Simple. Aber selbst wenn es leicht zu verstehen ist, ist eine echte finanzielle Bildung nicht einfach. Wenn es einfach wäre, wären alle reich.

Wie mein reicher Vater zu sagen pflegte: »Es ist einfacher, einem Mann einen Fisch zu geben, als ihm das Fischen beizubringen.«

Deshalb wächst die Popularität des Sozialismus in Amerika, dem reichsten Land der Weltgeschichte.

Viele Menschen würden lieber Fisch bekommen – denn einen Fisch zu bekommen ist viel einfacher, als das Fischen zu lernen und die Verantwortung für ihre eigene finanzielle Zukunft zu übernehmen.

Echtes Lernen und echte Bildung erfordern viel mehr als nur das Auswendiglernen der richtigen Antworten. So funktioniert das wahre Leben nicht. In der Tat, in Teil 2, Fake-Lehrer, werden Sie unter anderem erfahren, wie die Schule die Menschen arm hält, sogar akademische Elitestudenten wie meinen armen Vater.

Wenn Sie Fisch bekommen wollen, ist dieses Buch nichts für Sie. Wenn Sie bereit sind, das Fischen zu lernen, lesen Sie bitte weiter.