Eine Information der Form halber: Das Departement Loire-Atlantique gehört im administrativen Sinn nicht mehr zur Bretagne, seit es ihr im Zuge einer Verwaltungsreform Mitte des 20. Jahrhunderts entrissen wurde. Und das, obwohl die Region historisch angestammter Teil der Bretagne war – und immer noch dazugehört, so das Empfinden der meisten ihrer Einwohner. Das der Franzosen und der übrigen Welt ohnehin. Sie alle würden die Guérande oder Nantes, einst gar die stolze gesamtbretonische Hauptstadt, auch heute ganz selbstverständlich der Bretagne zurechnen.
Nehmen wir an, Sie hätten bei der Anreise den Weg entlang der Loire gewählt, über Hunderte von Kilometern vorbei an Schwerstgewichten der französischen Geschichte. Nördlich des Flusses das Land der Herbstwinde, des Bieres, der dunklen Schieferdächer, im Süden die Öffnung zur Sonne, zum Wein, zum grellen, weichen Tuffstein. Nach diesen Gegensätzen erwartet den Urlauber in der Bretagne ein drittes Kolorit, das weder dies noch jenes ist. Man spürt es erstmals in Pornic, einem kleinen Seebad an der atlantischen Jadeküste.
»Eine Spur zu hübsch«, fand Auguste Renoir die Gegend. Der damals schon geschätzte Maler verbrachte den Sommer 1892 in Pornic und auf der nahen Insel Noirmoutier und schuf dort eine Reihe farbenfroher Gemälde, unter denen ein Strandbild heute besondere Beliebtheit als Kunstdruck genießt. Zu sehen ist La Plage du Château, freilich ohne die Villa Malouine, obwohl sie schon damals das Panorama prägte. Renoir erschien der Prunkbau »zu italienisch«, also unterschlug er ihn. Anderen Gästen in Pornic, das bereits 1830 Kurort war, konnte es nicht exotisch genug zugehen, die Reichen unter ihnen ließen sich Villen in buntem Stilmix bauen. Lenin, oft als berühmter Besucher erwähnt, hielt sich nur für ein paar Tage des Jahres 1910 in Pornic auf (3, Rue Mon-Désir), Max Ernst blieb immerhin den ganzen Sommer 1925 (im heutigen Relais St-Gilles, 7, Rue Fernand de Mun). Von der Villenpracht, von Golfplatz, Casino und Jachthafen in den Schatten gestellt, finden sich in der Altstadt mit der Kirche St-Gilles (19. Jh.) und den Markthallen (16./17. Jh.) noch ein paar der gedrungenen Backsteinhäuser, in denen einst Fischer lebten.
Keim des Ortes ist das Château an der Hafeneinfahrt. Heute in Privatbesitz und nicht der Öffentlichkeit zugänglich, wurde es im 10. Jahrhundert als Wasserburg zum Schutz gegen die Normannen errichtet. Erster Hausherr war ein Alain Barbetorte (»Schiefbart«), der sich gegen die Invasoren behauptete und landeinwärts im heutigen Nantes ein Herzogtum begründete – ein folgenreiches Ereignis, denn westwärts entwickelte sich fortan eine eigensinnige politische Macht: die bretonische. Gilles de Rais oder Retz, Alains später Nachfolger und im Hundertjährigen Krieg Mitstreiter von Jeanne d’Arc, geriet zur tragischen Figur. Wegen des Vorwurfes von schwarzer Magie wurde er 1440 in Nantes hingerichtet. Als »Blaubart« geisterte Gilles durch Opern des 19. Jahrhunderts und fügte sich damit in die romantisierende Verwandlung des Schlosses von Pornic unter der Regie des Architekten Viollet-le-Duc.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Pornic eine Steingutfabrik, ihre Produkte füllen die Souvenirläden der Gegend. Die Thalassotherapie, ein Heilverfahren, für das Meerwasser verwendet wird, etablierte sich erst ab 1990. Wer Strände sucht, sei auf Dupins Spaziergang verwiesen (siehe hier) , bevor es nordwärts zur Loire geht, um in St-Brévin-les-Pins ein Meisterwerk der Technik zu bestaunen. 3356 m lang und 61 m hoch ist die Brücke, die 1972–75 über die Flussmündung geschlagen wurde. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sollte man sie wegen des Seitenwinds nicht queren, was auch bedeutet, dass ein Erinnerungsfoto vom Brückenscheitel über die Loire nur unter Lebensgefahr gelingt. Prägnanter ist ohnehin der Fernblick auf die Brücke, doch achte man dabei auf ein Kunstwerk nebenan: die 130 m lange Aluminiumschlange Serpent d’Océan an der Pointe du Nez-de-Chien. 2012 rückte der chinesische Künstler Huang Yong Ping dieses metallene Ungeheuer an die Stelle, wo Loire und Atlantik verschmelzen. Bei Ebbe wird das Schwanzende der Schlange gerade noch befeuchtet, bei Flut ragt einzig der Kopf noch aus dem Meer. Die Schlange ist Teil einer Kunstaktion namens »Estuaire«, bei der ab 2007 am Unterlauf der Loire dreißig spektakuläre Arbeiten mit Bezug zur eigentümlichen Landschaft des Mündungstrichters installiert wurden.
Napoleons Küstenpfad der Zöllner, der Sentier des Douaniers , führt heute als Fernwanderweg GR 34 einmal um die gesamte Bretagne herum. Hunderte atemberaubende Kilometer Kontakt zwischen Land und Meer. Steigen Sie ein mit einem Spaziergang ab Plage Birochère, südlich vom Zentrum Pornics, und spazieren Sie vom Ort weg Richtung Südosten (im Sommer immer Badesachen dabeihaben). Das Wasser hat etwas leicht Milchiges durch den feinen Tonschlamm auf dem Boden der Bucht. Er macht das Wasser weich und sorgt im Sonnenlicht für mysteriöse grünlich-gräulich-bläuliche Töne, Farbtöne des Meeres, die Sie sonst nicht sehen in der Bretagne.
Warum die Bretagne hier beginnt? Mit einem Mal ist das Wilde da, das Raue, Schroffe, Freie, diese Urkraft – in der Natur, den Landschaften, im Meer. Noch nicht als Ganzes, aber in Momenten! Das spezifisch Bretonische, nicht leicht zu beschreiben, doch deutlich zu spüren. Richtung Süden ist die Welt flach, sanft, harmonisch, der Atlantik zwar auch gewaltig, aber anders. Das Wilde fehlt. Und genau dieses wird von hier an immer da sein, selbst wenn manche bretonische Landschaft an das Mittelmeer oder die Karibik erinnert.
Sie folgen einfach dem Fußweg, der sich, bis zu 20 m über dem Meer, in zahllosen Biegungen an der Küste entlangschlängelt. Linker Hand prachtvolle Villen, Jugendstil, diskret in kleinen Pinienwäldchen verborgen. Alle mit hübschen Namen, meist Frauennamen, wie Boote. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die gerade erfundene »Sommerfrische« erblühte, wurde auch Pornic zum Ferienörtchen und der Süden des Städtchens Residenz wohlhabender Pariser. Verglichen mit den Villen etwa in Dinard sind sie eher bescheiden, haben dafür aber umso mehr Charme und Flair. Charme ist überhaupt das Stichwort für den Spaziergang, alles hier hat einen eigenen sanften Charme, auch die zahlreichen kleinen, teils gut versteckten Strände, zu denen man vom Zöllnerweg hinabsteigen muss.
Alle hundert Meter stehen pêcheries im Meer, verwegene, grazile Holzkonstruktionen, zuweilen erscheinen sie wie Skulpturen oder gigantische Insekten. Kleine Fischerhütten auf sechs, sieben Meter hohen Stelzen, abenteuerlich in die Felsen gebaut, manchmal nur über Stege erreichbar, mit einem großen »Balkon« und einem hölzernen Kranarm. Daran ist ein Netz mit vier Verstrebungen fixiert, nicht größer als zehn Quadratmeter. Bei Ebbe stehen die Hütten auf Sand oder Fels, bei Flut im Meer. Dann lassen die Fischer die Netze herunter, warten kurz und ziehen sie abrupt wieder hoch. So fangen sie das, was an Meerestieren der Küste nahe kommt: anguille (Aal), chinchard (Bastardmakrele), crevette (Garnele), lieu jaune (Pollack) oder sole (Seezunge).
Ihren Rundgang beenden Sie am Ausgangspunkt, dem Strand Birochère. Dort wartet die Bar à vin et à manger Le 21 (www.le21-pornic.fr ). Sie sitzen 20 m über dem Meer, schauen in die Ferne, vor Ihnen eine Bucht mit kleinem Sandstrand, typisch für die Gegend. Nach dem Aperitif wechseln Sie an Ihren Tisch im urgemütlichen kleinen Restaurant, alles einfach, aber wunderschön. Vielleicht lassen Sie sich ja vom carré d’agneau brulé et épicé, jus d’agneau au tandoori, millefeuille de pomme de terre et poireau verführen (gewürztes, im Tandoori-Ofen gebackenes Lammkarree mit Jus, dazu Kartoffeln und Lauch im Blätterteig).
Man begegnet an Frankreichs Atlantikküste mehrfach dem Phänomen, dass die alten Hafenstädte ein gutes Stück landeinwärts liegen, im Schutz einer breiten Flussmündung. So verhält es sich in Bordeaux, so ist es in Nantes. Der Kolonialhandel mit Segelschiffen wurde dort abgewickelt, doch in der Neuzeit zählten die Vorteile einer strategisch günstigen Lage weniger, es überwogen die logistischen Nachteile. Der Hafenbetrieb verlagerte sich flussabwärts nach Paimbœuf und schließlich direkt an den Atlantik, nach St-Nazaire, wo die heute 71000 Einwohner unter anderem in den Werften oder beim Flugzeugbauer Airbus Arbeit finden. Auch wenn das erste Hafenbecken schon im 19. Jahrhundert entstand, hat sich in der Stadt nur wenig alte Bausubstanz erhalten, weil St-Nazaire als U-Boot-Festung der Nazis Ziel der Alliierten war. Die verbliebenen Bunker beherbergen heute vorbildlich gestaltete Museen zu Schiffsbau, Transatlantikfahrten, Emigration und Stadtgeschichte.
Mit seinem westlichen Vorort St-Marc kann St-Nazaire auch mit einem bedeutenden Ort der Kinogeschichte aufwarten. Als sich Frankreich zu Beginn der 1950er-Jahre von den Schrecken des Krieges zu erholen begann, drehte Regisseur und Schauspieler Jacques Tati »Die Ferien des Monsieur Hulot« und spießte darin die Kuriositäten des neuzeitlichen Ferienbetriebs auf. Viele Szenen entstanden zwar in Pariser Studios, doch Außenaufnahmen spielten rings um das Hôtel de la Plage in St-Marc. Es ist mittlerweile umfassend modernisiert und lässt wenig vom alten Flair erahnen, aber vor der Tür steht ein Monsieur Hulot aus Bronze, der seinen Körper entschieden gegen die Meeresbrise stemmt und doch machtlos dabei zusehen muss, wie ihm jährlich die metallene Pfeife geklaut wird.
In Pornic, am Rand des Muscadet-Gebietes, beschreitet ein paradiesisch gelegenes kleines Weingut unkonventionelle Wege des Kelterns: die Éco-Domaine La Fontaine (www.ecodomaine-la-fontaine.fr ). Zum Bio-Weingut gesellen sich Bio-Gemüsegärten, große Kräuterbeete, zwei wunderbare Restaurants, ein Café, eine Boutique mit regionalen Köstlichkeiten und ein Chambre d’hôte; das alles 100 m vom Meer entfernt in schönster Landschaft. Viel Charme, eine – wie verzauberte – Welt für sich, ganze zwölf Hektar groß, Sie können überall flanieren. Großartig auch für Kinder, es gibt viele Tiere, auch welche zum Streicheln, wie die beiden bezaubernden Esel. Einige der Reben stehen dicht am Meer. Probieren Sie, ob Sie die leichte Jod-Note schmecken, die die Gischt zu den Trauben trägt. Die Experimentierfreude zeigt sich schon an den Rebsorten: Chenin blanc und Grolleau gris für den Weißwein, die man üblicherweise weiter östlich im Anjou antrifft, Cabernet Franc und Abouriou für den Roten, eher im Südwesten Frankreichs verbreitet.
Das da eben könnte Cannes gewesen sein. Oder Fréjus, Ste-Maxime, Antibes. Ein Ort an der Côte d’Azur jedenfalls. So sonnig, so quirlig, so dicht bebaut mit Bettenburgen und in zweiter Reihe so aristokratisch und mondän. Als im späten 19. Jahrhundert die Eisenbahn an der Bucht von La Baule-Escoublac anlangte, trafen auch die Urlauber ein. Beim Springreiter-Cup Longines FEI weht heute noch ein royales Flair wie in Ascot, stets im Bewusstsein, dass die Rennbahn von Escoublac über ehemalige Salinen gebreitet wurde. Solche Natur lässt sich zähmen, aber nicht vertreiben. Also wird es Richtung Westen an der Côte Sauvage unweigerlich salzig, auch felsig, ein traumhafter Fleck Erde mit Blick auf den Horizont. In Batz-sur-Mer besteht die seltene Gelegenheit, alles mal von oben zu betrachten. Das Dorf hat nämlich nicht nur ein Museum zur Salzgewinnung und im alten Bunker, dem Grand Blockhaus, ein Museum zur Besatzungszeit zu bieten. Es preist vielmehr auch stolz den höchsten Punkt der Halbinsel an: den 70 m hohen Turm der Kirche St-Guénolé. Der Rundumblick lässt staunen, wie eng man zwischen den offenen Atlantik im Süden und die schillernden Salzmarschen im Norden gezwängt ist. Das Muster der Salinen zeigt sich als ein kleines Wunderwerk, ein uraltes Erbe von Menschenhand, eine Welt für sich, in der bretonisches Gold geschürft wird. Dupins dritter Fall spielt dort im Netz schmaler Straßen und Fußwege, umschwirrt von Legionen an Vögeln, vertieft in eine ungewöhnliche Handwerkstradition, gespiegelt von flirrenden Wasserbecken. Aber vor den kniffligen Mordfall ist für den Koffeinanbeter Dupin ein petit café gesetzt, möglichst auf einer Sonnenterrasse in Le Croisic. Den Weg dorthin sollten Autofahrer linksherum nehmen, vorbei am Menhir de la Pierre Longue und dem Fort de l’Océan. Wo könnte die Welt schöner sein?
»Es war annähernd Ebbe, die Motorboote lagen träge im letzten tiefgrünen algigen Wasser der alten Hafenanlage aus mächtigem, bemoostem Stein; die Segelboote standen hoch aufragend auf ihren Schwertern wie unbeirrbare Monumente der See. Das alles direkt vor Dupins Nase, aber vier, fünf Meter tiefer, sodass er jetzt vor allem ein Gewimmel von Masten und Stahlseilen sah. Bei Flut – und auch das mochte Dupin hier sehr – schaukelten die Boote auf derselben Höhe wie die Fußgänger und Cafébesucher. Das türkisfarbene Meer der Lagune hinter der Hafenanlage mit seinen walrückenartigen weißen Sandbänken war spiegelglatt, schläfrig noch von der Nacht. Der Himmel hoch und weit, strahlend blau. Ein besonderes Kristallblau heute.«
Bretonisches Gold, Seite 59/60
Auch wenn Trubel nicht jeden stört, auch wenn die endlos lange Zeile der Freizeitarchitektur ihren eigenen Reiz besitzt, auch wenn hinter der modern bebauten Strandpromenade noch reichlich Villen der Gründerzeit schlummern: La Baule wirkt nicht so glaubhaft bretonisch wie das 10 km westlich gelegene Le Croisic. Dort quert man vom großen Parkplatz am Place du 8 Mai aus eine üppig mit Blumen bestückte Brücke und sieht vor sich am Quai eine reiche Auswahl an Cafés und Restaurants – nur kein Grand Large, in dem Nolwenn ihren Vorgesetzten Dupin einquartiert hat. Das aber soll nicht weiter betrüben, denn die sole à la meunière, auf die der Kommissar sich freut, ist ein Klassiker und deshalb auch bei anderen guten Köchen des Ortes erhältlich. Für Dupin wird diese in gesalzener Butter goldbraun gebratene Seezunge Müllerin-Art so etwas wie das Warten auf Godot, weil ihn der Termindruck immer wieder vom Leckerbissen abhält.
Nun ist Le Croisic für Fisch heute nicht gar so bekannt wie für Langusten, rosa Krabben, Krebse oder Jakobsmuscheln, für die es am Hafen das alte Auktionshaus gibt, die Ancienne Criée. Dupin-Leser werden ahnen, dass es natürlich ein Bretone war, René Sibille aus Le Croisic, der 1850 die Krabbenreuse erfand. Da hatte der Hafen aber seine erste Blüte schon lange hinter sich. Weil die Ankerplätze beim Städtchen Guérande (siehe hier) ab dem späten Mittelalter versandeten, wanderten Fischerei und Salzhandel nach Le Croisic. Den Reichtum bezeugen u.a. das spätere Rathaus Hôtel d’Aiguillin von 1675 und drei Kirchen aus dem 15./16. Jahrhundert. Die Fischer zogen bei ihren Ausfahrten bis Neufundland, um Hering und Kabeljau zu fangen. Vom Salzhandel blieben als Kuriosum der Mont Lénigo und der Mont Esprit an den beiden Enden der Hafenpromenade: Die Segelschiffe, die das Salz an Bord nahmen, trugen auf der Hinreise Sand als Ballast, den sie im Hafen abluden und so die beiden Hügel auftürmten.
Badetauglicher Strand ist auf der Halbinsel rar. An der Nordostseite vereiteln Salinen das Vergnügen, im Süden mahnt die Wildheit der Felsküste zur Vorsicht. Der Plage St-Goustan bei der gleichnamigen Kapelle bietet sich als Kompromiss an und besitzt mit der Mojito Bar auch einen beliebten Treff für den Abend. Am Océarium vorbei, einem der größten privaten Aquarien Frankreichs (Avenue de St-Goustan, www.ocearium-croisic.fr ), gelangt man vom Strand aus Richtung Süden in knapp dreißig Gehminuten zum Parc de Penn-Avel an der Côte Sauvage und kann dort die Flora des Mittelmeers genießen. Wer gut zu Fuß ist, wird aber die zweieinhalbstündige Runde um die Halbinsel reizvoller finden, vielleicht mit Start und Ziel am Bahnhof. Der wurde wegen Croisics Beliebtheit schon 1879 eröffnet und besitzt mit dem TGV Atlantique eine superschnelle Direktverbindung nach Paris.
»Das Krankenhaus lag auf einer kleinen Anhöhe direkt vor der Stadt, man hatte einen perfekten Blick auf das mittelalterliche stimmungsvolle Guérande – drastischer konnte der Kontrast zum sterilen grellen Licht und der funktionellen Neubau-Architektur der Klinik nicht sein. Dupin fühlte sich an die Ville Close in Concarneau erinnert, es hatte etwas Tröstliches, wie die gewaltigen Stadtmauern und Türme in warmem Licht erstrahlten.«
Bretonisches Gold, Seite 38
Kekse und Konserven. Als eifriger Souvenirjäger kauft man in der Bretagne das eine oder das andere oder beides, dazu vielleicht Keramik aus Quimper, einen verkorkten Cidre aus Fouesnant und einen Ringelpulli von Armor Lux. Doch verweilen wir bei den Dosen, oft kunstvoll bedruckt. Sie hatten wirtschaftliche Bedeutung für die bretonische Küste, manche Orte lebten überhaupt nur auf, weil es ab dem 19. Jahrhundert möglich war, die Fischfänge unter Blechverschluss haltbar zu machen. Die Straße der Ölsardinen begann entgegen John Steinbeck also nicht im Kramladen eines Chinesen in Monterey, sondern in Frankreich. Napoleon wollte, dass seinen Truppen Hunger erspart blieb, und spornte Erfinder an, eine Methode zur Konservierung von Speisen zu entwickeln. So kam es zur Blechdose, an der freilich auch Menschen starben. Denn verschlossen wurde sie anfangs mit aufgelötetem Blei, das zu Vergiftungen führte.
Die sanftere Methode war das Pökeln, erprobt über Jahrhunderte, gar Jahrtausende. Babylonier, Ägypter, Sumerer nutzten Salze, um bei Fleisch und Fisch das Verderben zu bremsen. Ob sie es ahnten oder nicht – Salz entzieht Wasser, auch den Mikroorganismen, die andernfalls Vorräte zersetzen würden. Die Methode funktioniert nicht zuverlässig, schafft aber eine Überbrückungszeit. Gewiss, Gold wiegt in jeder Hinsicht schwerer, nur kann man es nicht essen, sodass auch Salz zu einer Währung wurde – zum »Bretonischen Gold«. Eine Art Schlüssel zur Himmelspforte, und die Guérande hatte dank ihrer vorgelagerten Lagune eine Position an deren Türklinke.
Man benötigt ein wenig Starthilfe, um sich die einstige Bedeutung des Städtchens als Zentrum des Salzhandels ausmalen zu können. Freilich, wer aus Richtung St-Nazaire über flaches Land kilometerweit an Gräsern und niederem Gehölz entlangsteuert, staunt dann doch über dieses kleine Wunder inmitten der Salinen, der marais salants, wie man in Frankreich sagt. Als Route des Marais führt die D92 an den Salzgärten vorbei von Ost nach West. An den großen Salzgärten, muss man sagen, von den kleinen sei später die Rede.
Guérande heißt die gesamte Gemeinde, die etwa einhundert Dörfer und knapp 16000 Einwohner umfasst. Aber im engeren Sinne ist damit der alte Sitz der Salzbarone gemeint, eine Rundsiedlung mit trutziger Stadtmauer aus dem Mittelalter. Das Krankenhaus von 1858, in dem Kommissar Dupin eine Schusswunde verarzten lässt, liegt am südöstlichen Stadtrand, die Polizeistation wie auch ein Kino am nordöstlichen. Allerlei Modernes ist um den Ortskern gesprenkelt, nur darf man es getrost ignorieren und den Blick auf den mittelalterlichen Rundling lenken. Über 1333 m erstreckt sich die begehbare, in der Nacht illuminierte Stadtmauer, die den Wohlstand schützte. Heute schlägt ein ringförmiger Boulevard als Einbahnstraße einen Zirkel um das Prachtstück, dessen Steinquader sich hier und da im alten Wassergraben spiegeln. Zugang gewährt im Norden die Porte Vannetaise, von der eine historische Straße Richtung Vannes verläuft. Aus Richtung der Salinen findet man zusätzlich Einlass durch die Stadttore Saillé, St-Michel (darin heute das Musée du Pays de Guérande ) und Bizienne. So kam die frische Salzware an der Südseite in die Stadt hinein, um nach Norden hin ausgeführt zu werden. Doch nur teilweise, denn es existierte ehemals auch ein Hafen mit eigenen Handelsschiffen, der jedoch verlandete.
Jean-Luc Bannalecs eindringlicher Tipp: Spazieren Sie nicht in der Mittagshitze, sondern bei Sonnenauf- oder -untergang über den Mauerring. Gebaut wurde der steinerne Kranz 1343–1488 und ergibt ein kleines Carcassonne, wie man hier sagt, nur dass es in Guérande echtes Mittelalter und nicht nachempfundenes aus dem 19. Jahrhundert ist. Es gab ältere Befestigungen, es gab auch frühchristliche Aktivitäten. Aber erst nach dem Ende des Erbfolgekrieges 1341–64 ließ es sich hier am Handel mit Wein und Salz verdienen. Die Mönche in der Gegend, die ihren Messwein brauchten und gern ein Zusatzschlückchen tranken, siedelten hier außerdem Reben an. Die Revolution aber setzte Kloster und Weinbau ein Ende, während dem Salz erst die vertrackten Konserven den Boden entzogen. Wenn hernach noch jemand vorbeischaute, waren es ab 1870 Urlauber aus La Baule, die zu Fuß in zwei Stunden zur imposanten Festung am Salzrand gelangten.
Solcher Pioniergeist ist mittlerweile erstickt, längst hat die Moderne den Besucherstrom anschwellen lassen. Man shoppt, isst und trinkt rings um den Place St-Aubin mit der gotischen Stiftskirche Collégiale St-Aubin, deren Turm einen Rundumblick bietet. Mittwochs und samstags schaut man gar hinab auf das Markttreiben, das sich von 9 bis 13 Uhr um die Kirche legt. Ein klassisch klassenloser Ort für alle ist gerne schon am frühen Morgen das zentrale café du coin: Chez Lucien.
Salz überall, am Boden, in der Luft, im Mund. Gwen Ran (daher Guérande), das weiße Land aus den vier Elementen, die die Alchemie des Salzes ausmachen: Meer, Sonne, Erde und Wind. Eine große Meeresbucht einst, dann eine Lagune, ein Watt, Schwemmland, das sich geschickte Menschenhand schon im frühen Mittelalter zunutze gemacht hat, gelegen auf einer Halbinsel, die der tosende Atlantik zwischen Loire und Vilaine schuf. Das mittelalterliche Guérande markiert die nördliche Ausdehnung der Salzgärten, im Süden verlieren sie sich in das verbliebene Stück der Lagune, auf deren anderer Seite das bezaubernde Hafenstädtchen Le Croisic liegt. Im mächtigen Rhythmus der Gezeiten versorgt der Atlantik die Lagune mit Wasser und führt es den feinen Kapillaren der Salzgärten zu. Ein unendlich verzweigtes, ausgeklügeltes System von Kanälen, Speicherbecken, Vorwärmbecken, Verdunstungsbecken, Erntebecken, das ursprünglich nur einen Zweck hatte: das durch Schleusen eingefangene Meer so langsam es ging auf eine Reise zu schicken, auf der Sonne und Wind es beinahe restlos verdunsten ließen, bis sich die ersten Kristalle bildeten. Das Salz war die reine Essenz des Meeres.
Lassen Sie Ihr Auto am Rande der angrenzenden Dörfer stehen, laufen Sie in Richtung Lagune und verlieren Sie sich in dieser Welt! Verirren Sie sich auf den schmalen Sträßchen und grasigen Wegen in dieser verrückten, bizarren, einzigartigen Gegend. Sehen und riechen Sie das Salz, das beste Salz der Welt, von den besten Küchenchefs genutzt. Geradezu mystisch wird es im Gwen Ran bei Sonnenuntergang, dem großen Farb-Exzess, der sich überall in den Becken spiegelt.
Wie ein Emmentaler mit besonders großen Löchern – etwa so sieht die Lagune aus der Luft aus. Was man sich da so löchrig vorstellt, erweist sich am Boden als eine Art nasses Weideland mit wenigen Fixpunkten, darunter die salorges, die Holzschuppen, in denen die Salzernte lagert. Saillé und Pradel heißen die beiden Ankergemeinden auf dem wässrigen grün-weißen Teppich, dem das bretonische Gold entnommen wird. Im einen Ort macht die Info- und Ausstellungsstätte Maison des Paludiers (http://maisondespaludiers.fr ) mit dem uralten Handwerk der Salzgewinnung vertraut, im anderen erledigt Terre de Sel (www.terredesel.com , im Krimi Centre du Sel genannt) die gleiche Aufgabe, nur offenkundig von einem kräftigeren Finanzpolster aus. Das Salzzentrum von Saillé derweil ist auf seine Art »pur«, betrieben von der Kooperative der unabhängigen Salzbauern. Diese Schieflage lässt Konflikte vermuten, die den Kommissar dann auch durch den Fall begleiten.
Vor Ort nimmt sich die Situation weniger spektakulär aus. Ob Maison oder Terre, hier wie dort haben gestandene Salzveteranen ihre Besuchergruppen im Schlepptau und berichten wortreich – mitunter auch in deutscher Sprache – von einem Traditionsgewerbe, das an Wissenschaft grenzt. Der fiktive Salzbauer Guy Jaffrezic fasst das für den Kommissar schulmeisterlich zusammen:
»Die wichtigste Unterscheidung ist die zwischen Gros Sel und Fleur de Sel. [… ] Die ›Blume des Salzes‹ ist das feinste, das edelste aller Salze der Welt, auch das seltenste. – Wussten Sie, dass es bis in die Achtziger für die Konservierung von Sardinen eingesetzt wurde und allgemein eher als minderwertig galt? [… ] Direkt nach der Ernte hat es ein Veilchenaroma und einen leicht rosigen Schimmer. Nach dem Trocknen ist es strahlend weiß! [… ] Es bildet sich nur bei perfekten Wetterverhältnissen. Auf wahrhaft alchimistische Weise. Viel Sonne, geringe Luftfeuchtigkeit und ein beständiger Wind, der weder zu stark noch zu schwach sein darf. [… ] Der leichte Wind bläst die feinen, nahe der Oberfläche schwebenden Salzkristalle zusammen, was eine eisähnliche Schicht erzeugt. Fleur de Sel schwimmt auf dem Wasser! [… ] Ist der Wind zu kräftig oder wird das Wasser im Erntebecken unvorsichtig bewegt, sinkt das Fleur de Sel zu Boden und ist verloren. [… ] Ordinäres Salz, das sogenannte ›Speisesalz‹, besteht zu über 99 Prozent aus reinem Natriumchlorid. Eine Zumutung! Unsere Salze zu nur 91 Prozent, der Rest aus verbliebener Feuchtigkeit, reinem Meerwasser also, wir nennen es die ›Salzmutter‹, und vor allem aus zahlreichen lebenswichtigen Mineralien und Spurenelementen. [… ] Sechzig verschiedene! [… ] Das macht seinen einzigartigen Geschmack aus! [… ] Das einzige Salz mit einem Bouquet! [… ] Feinschmecker auf der ganzen Welt verehren unser bretonisches Fleur de Sel! Ein Teil des kulinarischen Erbes der Menschheit. [… ] Sehen Sie, das ist das normale Gros Sel. Das wird unser Sel Moulin. – Es bildet sich anders als das Fleur de Sel, die Salzkristalle setzen sich auf den Tonböden des Erntebeckens ab. – Wenn Wind und Sonne wollen! Die Böden geben dem Salz die besondere hellgraue Farbe.«
Bretonisches Gold, Auszug aus Seite 86–89
Sel de Guérande und Fleur de Sel de Guérande, das grobe und das feine Meersalz, erhielten 2012 das Gütesiegel IGP , das die Herkunft verbürgt und die hochwertigen Produkte gegen billige Importe schützt. Während der Klimawandel vielfach katastrophale Folgen hat, profitiert Salz gar noch von trockenen Sommern.
Was Bannalec für dieses Land noch anfügen möchte: Der Legende nach kamen die typisch bretonischen Crêpes mit süßem und Galettes mit herzhaftem Belag aus der Guérande. Von Galettes spricht man aber nur im Norden, im südlichen Finistère dagegen von crêpes au blé noir, zubereitet aus Buchweizenmehl. Serviert wurde das früher als einfacher Pfannkuchen mit Resten vom Vortag, doch mittlerweile ist die Präsentation der Crêpes auf dem Teller fast zu einer Kunstgattung geworden.
»Eine kleine traurige Königstochter verlor eines Tages alle Lust am Essen und begann zu hungern – ein findiger Koch kam auf die Idee, ein Essen herzustellen, das man in der Pfanne hin und her werfen konnte – sie fand es ein Spektakel, aß und war gerettet!«
Bretonisches Gold, Seite 236
Ein wackliger Holztisch und ein Stuhl genügen Gwendal Gourves, um das Leben zu genießen. Das wettergegerbte Gesicht zur Sonne und zum Salz gerichtet, wühlt er sich durch den krümeligen gräulichen Haufen auf der Tischplatte, trennt einen ganzen Nachmittag lang Steinchen von Meersalz. Nein, langweilig finde er das überhaupt nicht. Er sei ja an der frischen Luft und immer von Vögeln umschwirrt, ein Paradies. Gwendal hat Rückendeckung: Wenige Meter hinter ihm steht sein Geschäftspartner an der Straße nach La Turballe und verkauft von einer provisorischen Theke aus Salzprodukte an Durchreisende. Es sind Bilder aus einem archaischen Frankreich, dessen Tage gezählt sein dürften. Denn wie lange noch genehmigt Brüssel solche unkonventionellen Handelswege? Wie lange ernährt das Geschäft seinen Betreiber bzw. in diesem Fall sogar noch einen Mitstreiter? Kaum denkbar, dass sich eine nächste Generation von solchen Perspektiven locken lässt.
Dabei ist Salz generell ein unverwüstlicher Dauerbrenner und das Salz der Guérande ein begehrtes Spitzenprodukt. Gwendal aber führt sein Geschäft als »unabhängiger« paludier. Das klingt nach Freiheit, entpuppt sich allerdings als ein Mehr an Mühsal und Unsicherheit. Zwölf Salzbecken besitzt er, jedes etwa sieben mal zehn Meter groß – zwei weitere würde er benötigen, um Mitglied der Kooperative werden und ihr den Salzverkauf über das Maison des Paludiers überlassen zu können. Das aber wird wohl ein Traum bleiben, denn die Parzellen sind teuer und begehrt. Also muss Gwendal schuften und sein Lebenswerk im Alleingang meistern.
»Sobald der letzte Paludier abends die Salinen verlassen hat, gehören die Salinen nicht mehr uns Menschen. Sie merken es sofort. [… ] Dann gehören die Salinen ihnen, und sie kommen hervor, die Zwerge: zehn, hundert, tausend. Mit Schubkarren in Blau – in Blau, wie ihre Fässer. Sie haben früher nachts die Salinen des Mikaël bestellt, dem es zu viel Arbeit war, bis sie eines Nachts einen gigantischen Salzberg aufgeschüttet hatten, der alle Salinen unter sich begrub, fünfzig Meter reinstes Salz.«
Bretonisches Gold, Seite 90
Gold. Echtes Gold. Auch diesen Traum hat es in der Guérande gegeben. 1852 zogen Glücksritter an die Mündung der Vilaine, um bei Pénestin nach dem Edelmetall zu suchen. Der Strand Plage de la Mine d’Or, wo heute Gleitschirmflieger von der Steilwand starten, bewahrt im Namen noch eine Erinnerung an das gescheiterte Unternehmen. In dieser Gegend, am anderen Flussufer bei der Pointe du Moustoir, endet Dupins dritter Fall mit einer Festnahme. »Weißes Gold« gibt es derweil nur diesseits der Vilaine-Mündung, vor allem im Bassin de Mès an der Bucht von Mesquer. Dies sind Europas nördlichste Salinen, 350 ha groß und damit ein Zwerg gegen die 1650 ha messenden Salzfelder beim Ort Guérande. Sie haben aber den Vorteil, dass dort weniger Autoverkehr herrscht, man also geruhsamer durch die Landschaft radeln kann, bevor der Ausflug im Badeort Mesquer-Quimiac endet, vielleicht am Plage de Sorlock. Nicht weit von dort wurde an der Landspitze Pointe de Merquel für die Verfilmung von »Bretonisches Gold« ein Leichenfund inszeniert.
Gleich neben dem weißen Land schlummert nahezu unbekannt das »schwarze Land«: La Brière. Eine magische Welt aus schwarzem Torf, Mooren, Wäldchen, reetgedeckten Steinhäusern – und vor allem Teichen, kleinen Seen und zahllosen Kanälen, Bächen, Flüssen. Eine unberührte Wasser- und Märchenwelt, der Zeit und dem Raum entrückt. Still, völlig still, bis auf das Gezwitscher der vielen Vogelarten, die unendliche Konzerte geben. Inmitten der Wasserlandschaft: sieben legendäre Inselchen. Eine Landschaft und zahllose Legenden. Menhire und Dolmen zeugen von der besonderen Aura, die man hier wohl immer schon spürte. Zum Besuch gehört ein lautloser Ausflug mit einer chaland, der typischen Barke der Brière, am besten bei Sonnenaufgang.
Mit 40000 ha ist der Parc Naturel Régional de Brière eines der größten Feuchtgebiete Europas, einst gestaltet durch den Torfabbau. Längst wurde dieses Handwerk aufgegeben, auch Schilf und Binsen für die Dächer der traditionellen Häuser schneidet hier keiner mehr. So kämpft der Naturpark gegen Verlandung, aber auch gegen das Vordringen einer fremden Fauna. Paradebeispiel ist die Nutria (Biberratte), letztlich eine Zuwanderin aus Südamerika. Von der chaland aus, dem Kahn, den man am Port de Bréca besteigt, sieht man sie inzwischen häufiger als den heimischen Fischotter. Motorlärm würde die Idylle allzu sehr stören, deshalb wird das Boot von einem Ortskundigen gestakt, der seine Fahrgäste zugleich mit vogelkundlichem Wissen versorgt. Während man selbst bei so einem Ausflug schnell die Orientierung verliert, verlässt sich der Bootsmann auf seine Erfahrung und auf die Position der acht deutlich unterschiedlichen Kirchtürme, die über den Horizont lugen.
Mit Kerhinet existiert im Park ein Museumsdorf, in dem man der traditionellen Lebensweise nachspüren kann. Achtzehn der einst verfallenen Schilfdachhäuser sind restauriert, im 19. Jahrhundert lebten in ihnen fünfzehn kinderreiche Familien. 1973, als Kerhinet an die Parkverwaltung verkauft wurde, waren nur noch zwei Personen verblieben.