Auch wenn NFTs inzwischen auf manchen Marktplätzen wie zum Beispiel Nifty Gateway in US-Dollar gekauft werden können: Ganz überwiegend wird das NFT-Geschäft über Kryptowährungen abgewickelt, und dort vor allem in Ether (ETH). Doch für viele Menschen ist die Kryptowelt ungefähr so weit weg wie der untergegangene Planet Krypton aus den Superman-Comics. Die gute Nachricht: Übermenschliche Fähigkeiten sind nicht erforderlich, um sich mit Ether, Bitcoin und Co. zurechtzufinden. Es ist eher wie beim Autofahren: beim ersten Mal stressig, wenig später reine Routine. In diesem Kapitel bekommst du die nötigen Fahrstunden für die Kryptowelt. Also anschnallen und los!
Um Euro in eine Kryptowährung wie Ether zu tauschen, gehst du an eine Börse (englisch »Exchange«). Das ist wie bei Aktienanlagen, die über Börsen gehandelt werden – auch Kryptowährungen sind für viele Anleger ja ein Investitionsobjekt. Und dass die Preisentwicklung bei NFTs auch vom Etherkurs mit getrieben wird, habe ich schon erwähnt. Man unterscheidet im Kryptobereich zwei Formen von Börsen:
Hinter einer zentralisierten Börse (CEX) steht ein klassisches Unternehmen, das die Käufe und Verkäufe abwickelt und den üblichen Support bietet. Schon im eigenen Interesse wird hier auf Nutzerfreundlichkeit geachtet. Das bedeutet, man findet sich auch als Neuling leichter zurecht. Beispiele für eine CEX sind Binance, Bitpanda, BuyNet, Coinbase, Kraken. Eine dezentralisierte Börse (DEX) ist dagegen ein Programm auf der Blockchain (wo auch sonst ), das einmal aufgesetzt wird und dann automatisch weiterläuft. Das heißt, es gibt keine Institution, an die du dich wenden kannst, wenn du Fragen hast. Durch die Dezentralisierung kann das System weniger leicht gehackt werden, die Gebühren sind niedriger und Anleger genießen Anonymität, da eine DEX nicht der üblichen Finanzaufsicht unterliegt. Diese Anonymität ist übrigens nur gewährleistet, bis jemand das Geld an eine CEX schickt, um es sich auszahlen zu lassen – etwas, worüber der eine oder andere, dann doch nicht ganz so intelligente Verbrecher stolpert. Beispiele für eine DEX sind Uniswap, SushiSwap, PancakeSwap oder 1inch. Auf einer CEX werden alle bekannteren Kryptowährungen gehandelt. Neue Coins dagegen kannst du häufig zunächst nur auf einer DEX kaufen. Entwickelt ihr Wert sich positiv, sind sie dann auch auf einer CEX zu haben – was den Kurs in der Regel weiter steigen lässt.
Ich selbst tausche meine Euro in Kryptowährungen auf Kraken, deren Website leicht zu verstehen ist. Die Funktionen einer Kryptobörse werde ich dir daher an diesem Beispiel erklären. Natürlich kannst du auch eine andere anerkannte Börse für deine Transaktionen wählen. Kraken wickelt Transaktionen über die Fidor Bank ab – was nicht bedeutet, dass du dort ein Konto haben musst. Wichtig zu wissen ist aber: Wenn du bei Kraken oder einer anderen CEX für eine Eurosumme Bitcoin, Ether oder andere Coins erwirbst, liegen deine BTC oder ETH in einer der digitalen Wallets (Geldbörsen) von Kraken. Diese Wallets sind übrigens ebenfalls öffentlich einsehbar. Auch wenn es in deinem digitalen »Kontoauszug« bei Kraken erscheint, hast du so nicht die volle Kontrolle über dein Kryptogeld. Wenn Kraken offline ginge oder gehackt würde, wäre alles weg – nicht anders übrigens als bei deiner Bank, wo du bei einer drohenden Bankenpleite auch nicht mehr an dein Guthaben kommen würdest. Allerdings greift hier bis 100.000 Euro in der Regel die Einlagensicherung.
In der Kryptoszene gibt es den Spruch »Not your keys, not your coins«, frei übersetzt: »Kein persönlicher Zugangsschlüssel (auch private key genannt), kein eigenes Geld«. Nur, wenn du deine Ether, Bitcoin oder andere Coins in deiner persönlichen Wallet aufbewahrst, zu der nur du den Zugangsschlüssel besitzt, nur dann »gehören« sie wirklich dir und sind sicher verwahrt. Vorausgesetzt natürlich, du gehst sorgsam mit deinen Zugangsdaten um. Auch das ist wie im traditionellen Bankgeschäft, wo man den Zettel mit der Geheimzahl für die Bankkarte ja auch nicht unbedingt im Seitenfach seines Geldbeutels aufbewahren sollte. Die am weitesten verbreitete private Wallet im NFT Bereich ist die MetaMask, deren Funktionsweise ich dir im nächsten Abschnitt vorstelle. Du solltest dein Geld also niemals bei Kraken oder einer anderen Börse liegen lassen, sondern auf deine eigene Wallet-Adresse auf der Blockchain transferieren, auf die du dann mit deiner MetaMask zugreifen und so bei entsprechenden Verkaufsplattformen wie OpenSea NFTs erwerben kannst. Auch das erkläre ich dir später noch genauer. Der Zugriff auf die MetaMask kann noch zusätzlich abgesichert werden, indem du eine Art USB-Stick namens »Ledger« benutzt (benannt nach der ausgebenden Firma). Dieser USB-Stick ist also nicht die Wallet, sondern lediglich der Schlüssel dazu, mit einer ziemlich anspruchsvollen Verschlüsselung über eine dir zugeteilte willkürliche Folge von 24 Worten, die du vorsichtshalber nicht digital, sondern auf einem gut versteckten Blatt Papier aufbewahren solltest (siehe auch die Sicherheitshinweise zur MetaMask weiter unten). Kaufen solltest du einen solchen Stick unbedingt nur beim Hersteller direkt unter www.ledger.com, niemals anderswo oder gar gebraucht. Du kannst die MetaMask durchaus auch ohne Ledger verwenden. Dafür vergibst du dir bei Einrichtung der MetaMask selbst ein Passwort. Ich rate dir hier zu einem sehr sicheren, also bitte nicht »1234« oder »Mama1951«. Solltest du dieses Passwort verlieren, kannst du die MetaMask immer wieder über die sogenannte Seedphrase herstellen. Das sind in diesem Fall »nur« zwölf Worte, die du dir ebenfalls auf Papier notieren solltest. Bitte nicht online speichern, nicht abfotografieren und niemals irgendwo einfach so im Netz eingeben. BITTE! Bevor du an einer anderen Stelle als beim Einrichten deiner MetaMask auf einer Seite nur ansatzweise darüber nachdenkst, diese zwölf Worte irgendwo einzugeben, konsultiere einen Menschen, der sich damit auskennt und dem du zu 100 Prozent vertraust.
Falls du dich wie ich für Kraken als Kryptobörse entscheidest, verifizierst du dich bei der Anmeldung am besten komplett. Du kannst wie gesagt auch mit anderen Börsen arbeiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kraken sehr zuverlässig ist und auch der Support schnell reagiert, wenn man ihn mal braucht (was eher selten der Fall ist). Bei der Anmeldung bietet dir Kraken drei Verifizierungsmöglichkeiten: »Starter«, »Intermediate« und »Pro« als umfassendste Variante. »Pro« hat den Vorteil, dass Transfers nicht limitiert sind und du bist zu 10 Millionen pro Tag verbuchen kannst. Das ist ziemlich praktisch, denn wer weiß – vielleicht sind deine NFTs eines Tages mal so viel wert, und dann steht dir beim Verkauf keine Limitierung im Weg. Mein Tipp lautet also: Mach dir einmal die Mühe und verifiziere dich komplett. Zu einer solchen Verifizierung sind Finanzinstitute nach dem Prinzip KYC (»Know your customer«, kenne deine Kunden) übrigens verpflichtet. Achtung, nach der Anmeldung und Verifizierung auf Kraken mit Foto, Ausweis usw. kannst du dein erstes Geld darauf überweisen. Allerdings dauert es 72 Stunden, bis du beispielsweise Ether auf deine MetaMask schicken kannst. Das ist nur bei der ersten Einzahlung so und später nie wieder. Also nicht nervös werden, wenn deine schönen, frisch gekauften Ether sich nicht auf die MetaMask überweisen lassen! Ich formuliere das ab jetzt übrigens so, auch wenn technisch deine Ether nicht auf die MetaMask überwiesen werden, sondern auf eine Wallet-Adresse, auf die du lediglich mit der MetaMask zugreifst.
Bisher existiert die Kraken-Website noch nicht auf Deutsch. Offenbar lohnt sich die Übersetzung für die überschaubare Zahl der Krypto-Insider im deutschsprachigen Raum nicht. Beim folgenden Screenshot meines Accounts übersetze ich dir einige wichtige Begriffe, die dir aber wahrscheinlich schon begegnet sind, wenn du im Ausland mal Geld am Bankautomaten abgehoben hast. Wenn du Euro auf Kraken transferieren willst, gehst du in der oberen Zeile auf »Funding« (Finanzierung) und dann in der linken Spalte auf »Deposit« (hinterlegen, einzahlen). Dort kannst du die Eurosumme eingeben, die du transferieren möchtest. Ich mache das in der Regel per Sofortüberweisung, wähle also »Clear junction (Instant & SEPA)« in der Zeile darunter. Darunter erscheint dann die Bankverbindung, auf die dein Geld transferiert wird (Payward Ltd. mit Adresse) und darunter dann die individuelle Referenznummer deiner Zahlung (»Reference«). Diese Referenz ist wichtig, sie muss exakt so in den Betreff deiner Überweisung eingetragen werden (vgl. Abbildung 14).
Achtung: Du solltest bei Kraken niemals exakt dieselbe Summe mehrfach überweisen, also beispielsweise heute 1.000 Euro, morgen noch einmal 1.000 Euro und übermorgen ein drittes Mal. Kraken unterstellt bei identischen Summen einen Fehler (eine irrtümliche Doppelüberweisung) und friert solche Aktionen ein. Statt »Success« (also »Erfolg« für eine erfolgreiche Transaktion) erscheint dann in der Liste der Transaktionen rechts der Vermerk »On Hold« (»In Wartestellung«). Um die Transaktion in diesem Fall zu Ende zu bringen, musst du den Kraken-Support kontaktieren, der das dann innerhalb von zwei Werktagen erledigt. Solche unnötigen Verzögerungen kannst du ganz einfach verhindern, indem du nicht dreimal hintereinander 1.000 Euro überweist, sondern einmal 1.000, einmal 999 und einmal 1.001 (oder ähnlich). Das gilt übrigens auch für Überweisungen in größeren Zeitabständen: Verzichte auf identische Summen, um Verwirrung zu vermeiden.
Wie wechselst du nun Euro, die du auf Kraken transferiert hast, in Ether? Zunächst gehst du wieder auf »Funding« und schaust unter »Recent transactions« (jüngste Transaktionen) nach, ob dein Geld angekommen ist. Dann wird die überwiesene Summe mit dem Vermerk »Success« in der rechten Spalte versehen. Zum Wechseln gehst du nun auf den »Trade«-Button oben links. Ganz oben unter dem Stichwort »Market« wird das jeweilige Währungspaar angegeben. Über die Lupe daneben kannst du das von dir gesuchte auswählen, in diesem Fall ETH/EUR. Du wählst die Order-Option, wobei »simple« (einfach) für unsere Zwecke reicht. »Limit« bedeutet, dass du den Kaufpreis für 1 Ether nach oben deckelst, also sagst: »Kaufe 1 ETH für nicht mehr als x Euro«. Liegt der Etherkurs längere Zeit über diesem Limit, verzögert das deine Order oder es verhindert sie sogar komplett, wenn der Kurs dauerhaft über dem von dir gesetzten Limit bleibt. Da ich normalerweise relativ zügig Ether für meine Euro erhalten will, um NFTs zu kaufen, ordere ich sie eher zum Marktpreis und wähle »Market« aus. Abhängig von der Eurosumme, die du tauschen willst, gibst du unter »Amount« (Betrag) die entsprechende Ethersumme ein, reduzierst oder erhöhst also die Stellen hinter dem Komma – das bei Kraken (und ganz oft im US-amerikanisch geprägten Kryptobereich) übrigens ein Punkt ist (also 2.1 ETH, nicht 2,1 ETH). Wenn unter »Total« die Eurosumme erscheint, die du ausgeben willst, klickst du unten auf »Buy ETH with EUR« (Kaufe Ether mit Euro). Und da es ein Kauf zum aktuellen Marktpreis ist, geht das blitzschnell. Erst einmal erscheint ein Kontrollfenster, in dem du noch mal alle eingegebenen Daten prüfen kannst. Wenn alles stimmt, klickst du auf »Submit Order« (Order ausführen), und im nächsten Moment ist das auch schon passiert. Das siehst du unter der Überschrift »Closed Orders« (abgeschlossene Orders), wo diese Transaktion dann ganz oben in der Liste auftaucht. Unter »Funding« wiederum kannst du in der Liste »Account Balances« (Kontostände) sehen, dass deine Euro weniger und deine Ether mehr geworden bzw. überhaupt jetzt erst vorhanden sind.
Noch ein Tipp, der dir viel Zeit und Nerverei ersparen kann: Wenn beim Etherkurs eine irritierend hohe Summe erscheint, wird womöglich irrtümlich der Bitcoinkurs angezeigt. Das ist ein Bug, ein Programmierfehler, den Kraken irgendwie nicht in den Griff bekommt. Klicke einfach auf den kreisförmigen Pfeil neben dem »Market«-Symbol oben und lade die Seite neu. Dann stimmt alles. So – damit bist du stolzer Besitzer von Ether, alles gar nicht so schwer! Ich rate dir trotzdem, solche Transaktionen erst einmal mit einer kleinen Summe durchzuspielen, damit du sicher sein kannst, dass alles klappt. Was du außerdem wissen musst: Du kannst Kryptowährungen nur innerhalb desselben Systems überweisen. Wenn du Ether auf eine Bitcoin-Adresse zu transferieren versuchst oder umgekehrt, ist das Geld weg. Unwiederbringlich und nicht einmal bei einem anderen. Wahrscheinlich treibt es als Kryptoschrott durch den Cyberspace.
Falls dir das alles jetzt zu schnell ging: Kraken hat einen ausführlichen »Support«-Bereich mit vielen Erklärungen (https://support.kraken.com/hc/en-us). Wenn du gut Englisch (oder Chinesisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch) kannst, findest du dort weitere Informationen. Und für Mitglieder meines NFT-Mentoring-Kurses habe ich zwei Videos veröffentlicht, in denen ich am Bildschirm die Transaktionen zeige. Wenn dich mein Mentoring interessiert: Infos dazu gibt es in einem kurzen Vorgespräch mit mir oder jemandem aus meinem Team, das du unter https://covl.io/nft buchen kannst.
Eine »Wallet« ist eine digitale Geldbörse. Die brauchst du, um im Kryptobereich am Business teilzunehmen, beispielsweise um NFTs zu kaufen oder dezentralisierte Finanzgeschäfte abzuwickeln. Die MetaMask ist die älteste Ethereum-Wallet und mit inzwischen über 21 Millionen Nutzern weltweit auch die mit der größten Verbreitung. Ein großer Vorteil der MetaMask ist, dass du mit dieser Wallet direkt an NFT-Märkte wie OpenSea und andere dezentralisierte Anwendungen andocken kannst und so mit ein paar Mausklicks Transaktionen durchführst (beispielsweise ein NFT bezahlst). Du musst also nicht jedes Mal mühsam Namen und Adressdaten eingeben, sondern nur deine Wallet verlinken. Das ist im Übrigen einer der größten Unterschiede zwischen Web 2.0, wo du überall Benutzernamen und Passwort brauchst, und Web 3.0 (oder schlicht Web3), in dem du eben ganz einfach deine Wallet verbindest. Technisch gesehen ist die MetaMask eine Browser-Erweiterung (Browser-Extension). Sie funktioniert außer auf dem Chrome Browser auch auf einigen anderen wie Firefox und Edge, Brave. Inzwischen gibt es auch Handy-Anwendungen für iOS und Android. Aus Sicherheitsgründen würde ich dir jedoch eine Installation auf deinem (gesicherten) PC empfehlen. Ich persönlich würde die MetaMask nie auf dem Handy nutzen. Optisch erkennst du die MetaMask an einem orangen Fuchskopf (vgl. Abbildung 16)
ABB. 16: Startseite der MetaMask (https://metamask.io)
Eine MetaMask einzurichten ist vergleichsweise einfach. Wenn du dich einigermaßen routiniert im Netz bewegst und schon die eine oder andere Anwendung auf deinem PC installiert hast, wirst du ohne Probleme den Installierungsanweisungen auf https://metamask.io folgen können. Trotzdem ein paar Hinweise, die dir das Ganze erleichtern. Wichtig ist, dass du den Download ausschließlich auf der echten MetaMask-Website vornimmst und nicht auf irgendwelche Fake-Seiten hereinfällst. Achte also auf die korrekte Website-Adresse des Unternehmens und suche niemals auf Google nach ihr, du bekommst dort Ergebnisse angezeigt, die dich auf Betrugsseiten leiten. Wenn du anschließend auf einen Webstore weitergeleitet wirst, sollte neben der App eine hohe Nutzerzahl genannt werden (inzwischen 10.000.000+ Nutzer). Taucht dort eine niedrige Zahl auf, bist du ebenfalls auf einer Fake-Seite gelandet. Niemals solltest du MetaMask über Google suchen. Die Gefahr, auf einer falschen Seite zu landen, die dich irgendwie dazu bringt, deine geheimen (!) 12 Worte, also deine Seedphrase, einzugeben, ist einfach zu groß. Wenn du die Anwendung heruntergeladen hast, wirst du aufgefordert, ein Password zu erstellen. Dieses Password hat nichts mit deiner späteren Wallet zu tun, es gilt nur für die Webbrowser-Erweiterung. Trotzdem solltest du natürlich ein sicheres Password wählen. Kleiner Pro-Tipp: Nutze einen guten Password-Manager. Solche findest du haufenweise auf den gängigen App-Plattformen. Jeder von ihnen hat eine Funktion, mit der du ein sicheres Passwort generieren kannst, benutze am besten das. Anschließend musst du die Nutzungsbedingungen akzeptieren und gelangst dann auf den Button »Erstellen«.
Jetzt wird es wirklich mega-wichtig: Beim Erstellen der MetaMask wird dir ein geheimer Backup-Schlüssel (oder »Seed«) zugeteilt. Der besteht aus einer willkürlichen Abfolge von zwölf Worten. Notiere dir diese Abfolge sorgfältig auf einem Zettel. Ja, du hast richtig gehört: Nimm ein Blatt Papier und schreibe die Worte buchstabengenau ab, am besten mit Bleistift, denn der bleicht nicht aus. Fotografiere sie nicht ab, speichere sie nicht in einer Worddatei oder auf anderen digitalen Medien. Tu es nicht. Denk gar nicht erst darüber nach. Mach es bitte, bitte, BITTE nicht! Zettel. Papier. Gut verstecken. Sonst nix. Der willkürlich und individuell erzeugte Backup-Schlüssel ist dein »private key«, der funktioniert wie der Schlüssel zu einem Tresor. Wer deinen Backup-Schlüssel besitzt, kann deine Wallet problemlos öffnen und leerräumen, denn der Schlüssel ist der Zugang zu deiner Wallet-Adresse und damit zu deinen Inhalten, die auf der Blockchain liegen. Und wenn du irgendwann millionenteure NFTs besitzt – wovon ich mal ausgehe, wenn du alles richtig machst – wäre es doch schade, wenn dein ganzes Vermögen plötzlich wieder weg wäre. Oder besser gesagt: bei einem anderen.
Beim Aufbewahren deines Backup-Schlüssels bewährt es sich also, ziemlich altmodisch und radikal analog vorzugehen. In meinem Bekanntenkreis gibt es jemanden, der stattdessen ein Foto von seinem Schlüssel gemacht und dieses in die Cloud hochgeladen hat. Das ist leider genauso schlau wie die Strategie von Kasperl und Seppel, eine Kiste mit der unübersehbaren Aufschrift »Vorsicht, Gold!!« durch den Wald vom Räuber Hotzenplotz zu schleppen. Beides zieht böse Buben, ob Hacker oder Räuber, magisch an. Das Ende vom Lied: Gold weg. Wallet leer. Hüte also den Zettel mit deinem MetaMask-Zugang wie ein Einäugiger seinen einzigen Augapfel. Manche geben den Tipp, den Schlüssel mehrfach zu notieren und an verschiedenen Plätzen zu verstecken, für den Fall, dass das Haus abbrennt. Auch ein Gefrierbeutel als Aufbewahrungsort oder den Zettel zu laminieren ist ein guter Gedanke, gegen Wasserschäden. Was immer du tust: Stelle sicher, dass du den Schlüssel wiederfindest, wenn du ihn brauchst. Mit ihm hast du Zugriff auf deine Wallet, auch wenn dein PC unter einen Laster kommt oder dein Laptop geklaut wird. Und noch ein Sicherheitshinweis: Es gibt keinen »MetaMask-Support«, der dich per Direct Message (DM) kontaktiert (genauso wenig wie einen Microsoft-Support, der ein indisches Callcenter beschäftigt). Nochmal zum Mitschreiben: ES GIBT KEINEN METAMASK-SUPPORT PER DIREKTNACHRICHT ÜBER TWITTER ODER DISCORD. Und auch alle E-Mails, die dir unaufgefordert treuherzig Hilfe in Sachen MetaMask anbieten, sind Betrug. Sie verbinden dich mit jemandem, der dich diensteifrig bittet, ihm deinen Rechner freizuschalten, damit er dir helfen kann, teilweise sogar mit paralleler »Betreuung« am Telefon. In Wahrheit hilfst du ihnen dabei, deine Wallet ruckzuck leerzuräumen. Wenn du über die Hinweise im »Support«-Bereich direkt auf der MetaMask-Webseite nicht weiterkommst, wende dich am besten an eine Person, die du persönlich kennst und der du vertraust, aber gib niemals, niemals, niemals deinen Backup-Schlüssel, also deine 12 Worte, heraus! Zum echten MetaMask-Support gelangst du übrigens über den Support-Button in deiner MetaMask.
Nach der Zuteilung deines Backup-Schlüssels wirst du aufgefordert, »Bestätigen Sie Ihre geheime Sicherungsphrase«. Dazu klickst du die gezeigten Kästchen mit den Worten, die du erhalten hast, in der richtigen Reihenfolge an. Das war’s auch schon. Du hast deine eigene MetaMask eingerichtet. Unter »Account« erscheint jetzt deine Wallet-Adresse, eine lange Buchstaben- und Ziffernfolge. Das ist dein »public key«, also dein öffentlicher Schlüssel, den du sehen kannst wie deine Kontonummer. Wenn du diesen Schlüssel bei Etherscan. io eingibst oder von der MetaMask aus auf den Button »Etherscan Main Net« klickst, erhältst du (wie auch jeder andere, der deine Wallet-Adresse kennt) eine Übersicht all deiner Transaktionen. Diese Wallet-Adresse (auch »ENS-Adresse«) kannst du, wie auch im echten Leben deine Kontonummer, problemlos an andere weitergeben, zum Beispiel, wenn dir jemand Geld in deine MetaMask überweisen will oder wenn du zur Teilnahme an einem Gewinnspiel dazu aufgefordert wirst. Deine ENS-Adresse erlaubt lediglich Einsicht in deine Transaktionen, nicht den Zugriff darauf. Und auf der Blockchain ist ohnehin alles öffentlich, du verrätst also kein Geheimnis.1
Theoretisch könntest du auch über die Startseite deiner MetaMask Ether kaufen, denn dort befindet sich ein »Buy«-Button. Dabei fallen allerdings relativ hohe Transaktionsgebühren an. Deshalb solltest du deine Ether eher auf einer Kryptobörse wie Kraken ordern und von dort auf deine MetaMask überweisen. Zum Überweisen gehst du bei Kraken oben in der Leiste auf »Funding« und dort auf die Spalte, die dir deinen ETH-Bestand anzeigt. Wenn du dort auf den rechten Pfeil, der nach oben deutet, klickst, erscheint das Wort »Withdraw« (wörtlich »rausziehen«, also »überweisen«). Dann öffnet sich eine Seite, in der du die Überweisungsdaten eintragen kannst (Abbildung 17 und 18).
Bei »Add new withdrawal address« wirst du dann zu einer »Description« (Beschreibung) aufgefordert. Die lautet sinnvollerweise »MetaMask von DEIN NAME«. In das Feld darunter kopierst du deine öffentliche MetaMask-Wallet-Adresse, den »public key«. Dieser besteht, wie beschrieben, aus einer langen Zahlen- und Buchstabenreihe. Bitte überprüfe diese Ziffer für Ziffer ganz genau. Es gibt Trojaner, die solche Adressen beim Kopieren in die Zwischenablage austauschen, und dann schickst du das Geld auf eine andere Adresse, nicht auf deine. Außerdem trägst du dort die Summe ein, die du überweisen willst (»Withdrawal Amount«). Wenn das deine erste Transaktion bei Kraken ist, geht die wie schon erläutert erst 72 Stunden nach deiner ersten Einzahlung bei Kraken dort raus. Außerdem bekommst du nach der ersten Überweisung an eine neue Wallet-Adresse eine Nachricht an die E-Mail-Adresse, die du bei Kraken hinterlegt hast. Darin wirst du über die anstehende Überweisung informiert und aufgefordert, diese noch einmal ausdrücklich zu bestätigen. All das hat natürlich Sicherheitsgründe. Bei anschließenden Überweisungen von Kraken an dieselbe Adresse (also deine MetaMask) entfällt dieser Zwischenschritt.
Bei all diesen Transaktionen solltest du extrem vorsichtig und gewissenhaft vorgehen. Ein kleiner Schreibfehler – etwa bei deiner MetaMask-Adresse – hat ernsthafte Folgen. Ether, die an eine fehlerhafte Adresse gehen sollen, sind unwiederbringlich verloren. Deswegen solltest du deine MetaMask-Adresse immer direkt in deinem Meta-Mask-Account kopieren, mit copy und paste in das entsprechende Feld bei Kraken einfügen und immer noch mal ganz genau kontrollieren. Wie bei jeder Transaktion auf eine neue Adresse solltest du immer erst mit einer kleinen Summe (zum Beispiel 0,01 ETH) testen, ob alles funktioniert und das Geld auch wirklich ankommt. Erst dann solltest du eine größere Summe senden. Wenn das einmal funktioniert hat, brauchst du das danach nicht jedes Mal wieder zu machen. Und nicht vergessen: Du kannst immer nur innerhalb desselben Netzwerks Überweisungen durchführen. Würdest du Bitcoin an eine Ethereum-Wallet überweisen, wären die Coins weg, und keiner kann dir helfen, sie wiederzubekommen. Es gibt schlicht niemanden, den du anrufen könntest.
Du hast eine MetaMask, du besitzt Ether: Jetzt kann es losgehen! Für den Kauf von NFTs gibt es verschiedene Plattformen, die ich dir im Folgenden vorstelle. Am ausführlichsten gehe ich dabei auf OpenSea ein, denn das ist momentan mit Abstand der größte Handelsplatz für NFTs. OpenSea ist so etwas wie eBay für NFTs, mit anderen Worten: ein Zweitmarkt. Zwar kann man über OpenSea auch selbst NFTs erstellen (»Create«), aber darauf gehe ich hier nicht näher ein. Du kannst gern mal zum Spaß ein Foto als NFT bei OpenSea minten, das ist praktisch selbsterklärend. Ich habe ja schon erklärt, dass viele Projekte direkt auf der Website der Macher gestartet werden und du dort dann NFTs »minten« (zu einem oft vergleichsweise niedrigen Preis »prägen«) kannst. Das ist der Erstmarkt. Sobald die Projekte auf der Website selbst ausverkauft sind, sind sie nur noch auf dem Zweitmarkt zu haben, in der Regel bei OpenSea. Viele Künstler oder Herausgeber von PFP-NFTs verlinken dazu direkt nach dem Verkauf auf die OpenSea-Website. Und du solltest, um solche NFTs sicher kaufen zu können, auch nur den OpenSea-Link auf der offiziellen Website des Projekts oder in deren Discord verwenden. Ende 2017 gegründet, gilt OpenSea als erster NFT-Marktplatz überhaupt.
OpenSea ist leicht zu handhaben. Die Seite bietet eine Reihe von nützlichen Such- und Sortierungsfunktionen, die du nutzen kannst, um dir ein Urteil über den möglichen Wert eines NFTs zu bilden. Um diese kennenzulernen, rate ich dir, das Ganze spielerisch anzugehen. Probiere am besten erst einmal aus, was für Funktionen es gibt, und starte mit dem Kauf eines günstigen NFTs. Es gibt sogar eine Menge kostenlose NFTs, die du geschenkt bekommst. Auch für sie fällt allerdings eine Transaktionsgebühr an, die »Gas Fee«, die mit der Auslastung des Ethereum Netzwerkes schwankt. Ganz umsonst sind also auch kostenlose NFTs nicht.
Um einen NFT zu kaufen, verlinkst du zunächst deine MetaMask mit der OpenSea-Seite. Dazu klickst du auf das altmodische Brieftaschen-Symbol rechts oben auf der Eröffnungsseite (siehe Abbildung 19). Durch alle weiteren Schritte wirst du dann in der MetaMask geführt. Um dir einen Überblick über das Angebot bei OpenSea zu verschaffen, kannst du dir über den Button »Explore« NFTs verschiedener Kategorien anzeigen lassen, neben Kunst beispielsweise auch Musik, Sammelkarten (»Trading Cards«) oder Profile Pics (»Collectibles«). Interessant ist auch der »Stats«-Button, über den du Verkaufsränge unterschiedlicher Zeiträume (24 Stunden, 7 Tage usw.) verfolgen kannst. So siehst du anhand der grünen und roten Prozenthinweise zum Beispiel, welche Verkäufe aktuell massiv anziehen (was auf eine Wertsteigerung hindeuten kann) und welche NFTs inzwischen weniger gefragt sind. Wichtig zu wissen:
ABB. 19: Eröffnungsseite von OpenSea (https://opensea.io/)
Der Haken auf blauem Grund rechts neben dem NFT-Titel zeigt an, dass es sich um eine »verifizierte« Kollektion handelt. Fehlt dieser Haken, hast du es entweder mit Fakes zu tun oder mit Kollektionen, die noch sehr jung sind und die Schwelle des Handelsvolumens von 100 Ether noch nicht erreicht haben, die nötig ist, um einen blauen Haken zu bekommen. Vorsicht, es gibt Betrüger, die versuchen, dich mit einem falschen blauen Haken reinzulegen, indem sie einen blauen Haken per Fotomontage in das Projektbild hineinmontieren. In solchen Fällen kann es auch sein, dass der blaue Haken da ist, aber an der falschen Stelle, zum Beispiel eben nicht auf der rechten, sondern auf der linken Seite. Benutze hierfür einfach meine leicht zu merkende Eselsbrücke: »Ist der blaue Haken rechts, so ist alles rechtens. Ist der blaue Haken links, ist es eine linke Nummer.« Schaue aber auch bei einem blauen Haken rechts immer genau, ob er nicht in das Profilbild des Projektes hineinmontiert wurde, dann ist er zu weit innen. Lass am besten deinen Mauszeiger über dem blauen Haken »schweben«, dann zeigt dir OpenSea »Verified Collection« an. Orientiere dich zur ersten Überprüfung von Projekten auch gerne an den echten NFTs in meinen Wallets »Warrenhimself« oder »Warrenvault«.
Informationen über einen bestimmten NFT bekommst du, indem du einfach draufklickst. Abbildung 20 (siehe nächste Seite) beispielsweise zeigt eine Momentaufnahme zu einem meiner Bored Apes. Wenn du auf »Properties« klickst, öffnen sich kleine Fenster, die dir anzeigen, wie viele andere Affen aus der Serie ein bestimmtes Merkmal aufweisen. Nur 0,8 Prozent aller Bored Apes tragen beispielsweise einen Zuhältermantel (»Pimp Coat«), nur 1 Prozent diesen Party-Hut. Faustregel: Je seltener einzelne Merkmale, desto wertvoller ist in der Regel der NFT. Werte unter 1 Prozent sind sehr interessant.
Auch eventuelle Gebote kannst du bei jedem NFT einsehen. Bei Mister #5437 zahlen sich seltene Attribute (»traits«) Hütchen und Fellmantel mit Geboten über 47 Ether (zum Zeitpunkt des Secreenshots über 200.000 US-Dollar) aus, momentan sind die aktuellen Gebote bei 71 ETH. Etwas weiter unten wird (unter »Item Activity«) bei jedem NFT auch die Verkaufshistorie angezeigt. Die ist in diesem Fall recht kurz, denn ich habe den Affen selbst gemintet und dann nur noch von meiner Wallet »Warrenhimself« in meine Wallet »Warrenvault« geschoben. An dieser kurzen Geschichte wird sich auch nichts ändern, denn ich plane, meine Lieblingsinvestments lange zu halten. In anderen Fällen könntest du hier sehen, ob ein NFT schon häufiger den Besitzer gewechselt hat und wie die Preisentwicklung dabei war.
Wenn du selbst ein Gebot abgeben willst, kannst du das kostenfrei über den Button »Make offer« einstellen und dort auch angeben, wie lange dieses Gebot gelten soll. Der Besitzer eines NFTs kann dieses Gebot jederzeit mit einem Klick annehmen, dann wird der Kauf sofort und sekundenschnell abgewickelt. Solange der Besitzer nicht angenommen hat, kannst du dein Angebot jederzeit canceln. Achtung: Im Gegensatz zum Erstellen eines Offers kostet das Canceln Gas Fee, kann also teuer werden, wenn du wahllos bietest und deine Angebote dann zurückziehen willst. Hinter Angeboten weit unter Preis stecken oft Bots – Programme, die Hunderte, ja sogar Tausende Angebote machen, die weit unter Marktpreis sind. So fischen diese nach NFTs, deren Besitzer unter Wert verkaufen, weil sie vielleicht schnell Geld brauchen oder, was auch oft vorkommt, den wahren Wert ihres Besitzes nicht erkennen und eine »Blaue Mauritius« statt für 1.000 Ether dann leider für 0,25 Ether verkaufen. Neben Einzelgeboten gibt es auf OpenSea auch Auktionen, und zwar zwei Arten: Bei der »English Auction« erhält wie gewohnt der Meistbietende den Zuschlag. Bei der »Dutch Auction« (DA) dagegen sinkt der Preis mit der Zeit und es geht darum, nicht zu früh zuzuschlagen. »Holländische Versteigerung« heißt das deswegen, weil so bis heute in den Niederlanden und manchmal auch auf Jahrmärkten hierzulande Blumen versteigert werden.
Wichtig zu wissen: Es gibt einen sehr lohnenden kleinen Kniff. Wenn du auf OpenSea statt mit Ether (ETH) mit Wrapped Ether (WETH) bietest, kannst du mit nur einem Wrapped Ether zig, ja sogar Hunderte Gebote abgeben. Erst, wenn ein Angebot angenommen wird und deine Wrapped Ether dafür ausgegeben sind, kann dein Offer nicht mehr anderswo angenommen werden. »Wrapped Ether« heißt wörtlich übersetzt »eingewickelte Ether«. Warum es nicht nur Ether, sondern auch Wrapped Ether gibt, das im Detail zu erklären, würde hier zu weit führen. Nur so viel: Der Wrapped Ether weist einen anderen Token-Standard auf als der Ether. Der Kurs ist eins zu eins, 1 ETH entspricht also immer 1 WETH.
Um ETH in WETH zu tauschen (zu »swappen«), gehst du auf eine Dezentralisierte Börse (DEX). Die beiden bekanntesten sind Uniswap (https://app.uniswap.org/#/swap) und SushiSwap (https://app.sushi.com/swap). Auch hier gilt, besuche diese Seiten, setz dir ein Lesezeichen und suche sie nicht über Google. Wenn du auf einer DEX eingibst, welche Summe du tauschen willst und den jeweiligen Ausführungsbutton anklickst, öffnet sich deine MetaMask und du kannst alles Weitere abwickeln. Beim ersten »Swappen« (Tauschen) von ETH in WETH brauchst du in der Regel zwei Transaktionen über die MetaMask. Eine »approve« Transaktion, mit der du erstmal der DEX genehmigst, mit deiner Wallet zu interagieren. Das kostet Gas. Dann erst kommt die eigentliche Transaktion, der Swap-Vorgang. Damit dieser ausgeführt wird, benötigt es eine zweite Transaktion in der MetaMask. Auch diese kostet Gas. Beim nächsten Swapvorgang ist in der Regel die erste »Approve«-Transaktion nicht mehr nötig, du kannst direkt swappen. Sollte eine erfolgte Transaktion nicht sofort in deiner Wallet angezeigt werden, kannst du sie auf Etherscan mit Eingabe deiner Wallet-Adresse prüfen. Im Übrigen gilt auch hier das, was ich immer empfehle: Darauf achten, dass du dich zu Beginn wirklich auf der Original-Unternehmenswebsite befindest, und Transaktionen beim allerersten Mal immer erst mit einer kleinen Summe testen, auch wenn das zweimal Gas Fee bedeutet.
Damit du OpenSea gezielt nutzen kannst, um den Wert eines NFTs einzuschätzen, hier einige wichtige Funktionen noch einmal auf einen Blick.
NÜTZLICHE FUNKTIONEN AUF OPENSEA ZUR WERTEINSCHÄTZUNG EINES NFT |
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Button auf der Website |
Funktion |
Explore |
Hier kannst du dir NFTs nach Kategorien sortiert anzeigen lassen und dir einen allgemeinen Überblick verschaffen. |
Stats (Statistiken) |
Darunter findest du Rankings (Verkaufsränge), die du dir ebenfalls nach Kategorien und nach Zeiträumen (30 Tage / 7 Tage / 24 Std.) anzeigen lassen kannst. Du siehst dann, was im Moment besonders gefragt ist und wo Verkäufe anziehen. Die Spalte Floor Price gibt dabei den derzeit günstigsten Preis an, zu dem ein NFT einer Kollektion angeboten wird. Wenn du sie anklickst, werden dir die NFTs sofort aufsteigend, beginnend mit dem günstigsten Preis, angeordnet. Activity zeigt dir eine Liste momentan abgewickelter Verkäufe und auch NFTs, die gerade in der Sekunde gelistet werden. |
Status |
Links auf der Website kannst du gezielt nach NFTs suchen, die zum Verkauf stehen (Buy Now), nach Auktionen (On Auction), nach solchen, für die schon Gebote vorliegen (Has Offers), sowie nach neuen NFTs (New). |
Wenn du dir eine Serie anzeigen lässt, findest du oben auf der Seite erst einmal eine allgemeine Übersicht, hier am Beispiel des Bored Ape Yacht Club. Du siehst nicht nur das im Original blaue Häkchen für die verifizierte Kollektion, sondern auch, dass es 10.000 Apes gibt (10.0K items), die sich auf 5.900 Besitzer verteilen (5.9K owners), dazu den aktuellen Mindestpreis in ETH (43.7 floor price) sowie das Handelsvolumen (240.1 volume traded). Wenn du auf »volume traded« klickst, zeigt OpenSea dir das Handelsvolumen für verschiedene Zeiträume an. An der Kurve kannst du ablesen, ob der Marktwert eines NFTs bzw. einer Serie gerade sinkt oder Fahrt aufnimmt. |
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Sort by |
Hier findest du rechts auf der Webseite eine weitere Sortierfunktion nach einer ganzen Reihe von Kategorien. Interessant für die Einordnung eines NFTs: Price: Low to High und Price: High to Low. Damit werden die NFTs der gewählten Kategorien nach Preisangaben aufsteigend bzw. absteigend geordnet. Achtung: Maßgeblich sind hier lediglich die Forderungen der Verkäufer, die nicht unbedingt eingelöst werden. Du solltest dir daher unbedingt auch die tatsächlichen Verkäufe und deren Preise ansehen, die bei der Sortierung Recently Sold angezeigt werden. Hier siehst du, welche Preise wirklich erzielt wurden. Insofern ist diese Kategorie auch aussagekräftiger als der »Floor Price«, der sich lediglich aus Forderungen ableitet. Highest Last Sale zeigt dir die teuersten kürzlich verkauften NFTs aus einer Serie an und ist daher auch ein guter Wertindikator. |
Bei jeder Serie/jedem Kunstwerk findest du auch Verlinkungen auf die Projektwebsite sowie auf vorhandene Social-Media-Kanäle (Instagram, Twitter, Discord). Hier gewinnst du wichtige Infos über Macher und Community. Eine große und engagierte Community mit vielen Followern ist ein Indiz für eine potenziell stabile Wertentwicklung. Zur Rolle der Communitys lies bitte auch das nächste Kapitel. |
Auf dem Zweitmarkt hat OpenSea mit aktuell fast 20 Millionen Angeboten praktisch ein Monopol. Daneben gibt es etliche Erstmärkte, auf denen Künstler ihre Werke direkt zum Kauf anbieten können. Das ist zwar auch bei OpenSea der Fall, aber dort dominiert der Weiterverkauf.
Auf Rarible (https://rarible.com/) kann jeder selbst erstellte NFTs zum Kauf anbieten, und zwar ohne Zugangshürden. Es gibt keine Vorauswahl. Im Unterschied dazu sind Erstmärkte, auf denen bekanntere Künstler Werke anbieten, kuratiert. Im nächsten Abschnitt findest du einige aufgelistet. Wenn du dich mit OpenSea angefreundet hast, wirst du dich auf Rarible ebenfalls rasch zurechtfinden, die Funktionen sind ähnlich. Du kannst Gebote abgeben, zu einem festen Preis kaufen oder auch an Live-Auktionen teilnehmen. Die Verkaufsgebühren belaufen sich bei Rarible auf jeweils 2,5 Prozent vom Preis für Verkäufer wie Käufer. OpenSea setzt die gleiche Gebühr ausschließlich beim Verkäufer an. Gehandelt wird wie bei OpenSea in Ether (ETH).
Dies ist eine größtenteils kuratierte Plattform, die ausschließlich Generative Art bietet. Wie im letzten Kapitel unter »Generative Art: Von Autoglyphs bis Chromie Squiggles« ausführlich erläutert, handelt es sich dabei um computergenerierte Serien von Kunstwerken auf der Basis eines vom Künstler geschaffenen Codes. Technisch gesehen sind solche Serien unendlich, in der Praxis werden sie limitiert auf eine fixe Zahl von Werken. Auf Art Blocks (https://www.artblocks.io/) mintest du als Käufer zu einem vorher vom Urheber festgelegten Preis, das heißt, das von dir gekaufte Werk nimmt erst durch deinen Kauf Gestalt an. Du weißt also vorher nicht, wie dein Werk aussieht und ob es zu den spektakuläreren oder weniger spektakulären einer Serie gehören wird. Künstler, die ein kuratiertes Werk platzieren konnten, dürfen anschließend auf dem »Artists’ Playground« (Künstlerspielplatz) ein weiteres nicht kuratiertes Werk anbieten. Du kaufst wie auch bei Rarible oder OpenSea über die Verlinkung mit deiner MetaMask. Art Blocks erhebt vom Käufer 10 Prozent Gebühren auf den Kaufpreis, die bei der Abwicklung der Transaktion automatisch in die Wallet der Plattform fließen.
Wenn du auf »all projects« klickst, erscheint eine Liste der Serien, bei der du sehen kannst, welche Projekte bereits abgeschlossen und nur noch über Zweitmärkte wie OpenSea zu kaufen sind, bei welchen Projekten du noch minten kannst und wann bestimmte neue Projekte starten. Das P neben einem Projekt zeigt dir an, dass es sich um ein »Playground«-Projekt handelt. Wenn du auf ein bestimmtes, noch nicht abgeschlossenes Projekt klickst, siehst du eine Zeile, die angibt, wie groß die Serie ist und wie viele NFTs bereits gemintet wurden. Vor dem Starttermin steht da dann beispielsweise »1 of 1024 minted« (nur das Anschauungsobjekt aus einer Serie von 1024 wurde bereits geprägt). Nach Start des Projekts gibt dir die Geschwindigkeit, mit der Werke gemintet werden, einen ersten Hinweis darauf, wie begehrt diese Serie ist und wie die Preisentwicklung sein könnte. Art Blocks verlinkt bei jedem Projekt auf die Website des Künstlers, sodass du dir dort weitere Infos holen kannst und beispielsweise an seinen Follower-Zahlen bei Instagram, Twitter oder Discord ablesen kannst, wie populär jemand bereits ist.
Diese Plattform vermarktet sich als »premier market for truly rare digital artworks«, sozusagen als Feinkostgeschäft neben dem Supermarkt OpenSea. Dass dies kein leeres Werbeversprechen ist, zeigt die Tatsache, dass MakersPlace in Zusammenarbeit mit Christie’s den Verkauf von Beeples »Everydays«, mit über 69 Millionen US-Dollar der bis dato teuerste NFT aller Zeiten, durchführte.2 MakersPlace (https://makersplace.com/) bietet Unikate ausgewählter Künstler und will auch solchen Kunstschaffenden Zugang zur Welt der NFTs verschaffen, die sich im Kryptobereich noch nicht auskennen. Deshalb können hier Verkäufe nicht nur in Ether, sondern auch über die klassische Kreditkarte abgewickelt werden, wovon man sich die Erschließung weiterer Käufergruppen verspricht. Die Plattform existiert seit April 2019. Auch hier wirst du viele Such- und Sortierfunktionen wiedererkennen, die dir schon bei OpenSea begegnet sind: Preis »Highest to Lowest« und umgekehrt, Kategorien wie »Buy Now«, »In Auction« und »Has Offers«, Filtern nach Künstlern und Kunstformen und vieles mehr.
»Discover rare artworks by world class artists«, lautet das Werbeversprechen von KnownOrigin (https://knownorigin.io/). Die Plattform bietet einen Erst- und einen Zweitmarkt («Primary/Secondary Marketplace«). Verkauft werden überwiegend Unikate, erkennbar an der Kennzeichnung 1/1, sowie kleine Serien. Dabei zeigt beispielsweise 1/10 an, dass du ein Werk aus einer zehnteiligen Serie, also einer Edition, kaufen würdest. Wie auf anderen Plattformen wirst du auch hier auf die Social-Media-Accounts der Künstler verlinkt und kannst dir anhand von Followerzahlen und Engagement der Community einen Eindruck von ihrer Popularität verschaffen und recherchieren, was sie bisher für Werke platziert bzw. an welchen Projekten sie beteiligt waren. Die auf dem Erstmarkt angebotenen Werke sind in der Regel zu moderaten Preisen (unter 1 ETH) zu haben. Spektakuläre Preise verlangen nach einer spektakulären Story, und die existiert hier eben vielfach (noch) nicht. Anders sieht es auf dem Zweitmarkt aus, auf dem für Werke bekannter Künstler wie Pak, XCOPY oder Hackatao sehr hohe Preise aufgerufen werden. Im Menü »Community« gibt es eine »Hall of Fame«, ein Ranking anhand der bis dato erzielten Verkaufserlöse, außerdem den Pfad »Collections«, der eine Reihe von NFT-Projekten vorstellt. Unter »Drops« werden neue Projekte und deren Starttermin angekündigt. Unter »Activity« siehst du, was gerade verkauft, neu angeboten oder mit einem Gebot versehen wurde. Zum Kauf verbindest du über den »Connect«-Button auch hier deine MetaMask oder eine andere Kryptowallet.
Das Besondere dieser Plattform: Du kannst hier NFTs ganz einfach mit deiner Kreditkarte kaufen, brauchst also weder eine Kryptowährung wie Ether noch eine digitale Wallet wie die MetaMask. Du musst lediglich einen Account anlegen und dich zum Start verifizieren. Der Nachteil dieses Vorteils: Da du selbst in der Kryptowelt nicht präsent bist, lagern deine NFTs (im hiesigen Jargon »Nifties«) dann bei Nifty Gateway (https://niftygateway.com/). Dein Zugriff darauf hängt also davon ab, ob es das Unternehmen weiterhin gibt und ob die Plattform zugänglich ist. Wenn du dir selbst den Zugriff sichern willst, brauchst du daher doch eine MetaMask. Dann kannst du ein gekauftes Werk über den Button »Withdraw Nifty« auf deine eigene Wallet-Adresse im Ethereum Mainnet schicken, auf die du dann mit der MetaMask zugreifen kannst. Inzwischen kannst du übrigens auch bei Nifty Gateway mit Ether bezahlen.
»Moment mal, das bringt mich ins Grübeln. Wo liegen denn meine NFTs, wenn ich auf anderen Plattformen wie zum Beispiel OpenSea eine Wallet habe? Bin ich dann von OpenSea abhängig?«
»Du kannst dir die MetaMask vorstellen wie eine Brille, die es dir ermöglicht, auf die Blockchain zu schauen. OpenSea ist auch so eine Brille. Keiner deiner NFTs ›liegt bei OpenSea‹, alle deine NFTs liegen in erster Linie auf der Blockchain. OpenSea ist nur die Brille, die dir deine NFTs zeigt. Bei Nifty Gateway ist das anders. Da liegen die NFTs in ›deiner‹ Wallet bei Nifty Gateway, die erstmal gar nicht deine, sondern die Wallet von Nifty Gateway ist. ›Not your keys, not your coins‹ warnt man in solchen Fällen in der Kryptowelt. Alles, wofür du keinen private key besitzt, befindet sich genau genommen nicht zu 100 Prozent in deinem Besitz. Erst, wenn du deine NFTs von Nifty Gateway auf deine Wallet-Adresse im Ethereum-Netzwerk schickst, hast du mit deiner MetaMask, für die du einen private key in Form deiner aus zwölf Worten bestehenden Seedphrase besitzt, einen exklusiven Zugang dazu.«
»Wo liegen meine NFTs?« ist eine durchaus berechtigte Frage. Es gibt zwei Arten von NFTs. Solche, die »on chain« sind, wie zum Beispiel Art-Blocks-NFTs. Hier ist der Code, mit dem man das Kunstwerk jederzeit ganz einfach wieder herstellen kann, auf der Blockchain hinterlegt. Bei NFTs, die nicht on chain sind, besteht dein Eigentum tatsächlich »nur« daraus, dass innerhalb des NFTs ein Link ist, der auf einen Ort zeigt, an dem die Datei (das Bild, das Video, die Musik usw.) hinterlegt ist. Wie nachhaltig und »sicher« die Datei deines NFTs ist, hängt hier davon ab, wie und wo der Link gehostet ist. Am gängigsten ist, dass die Datei auf IPFS (Interplanetary File System) hinterlegt ist. Hier wird die Datei mehrfach an verschiedenen Stellen dezentral gehostet (aufbewahrt), sodass ein immerwährender Zugriff gewährleistet ist. Ein potenzielles Risiko besteht bei Dateien, die von zentralisierten Firmen wie zum Beispiel OpenSea aufbewahrt werden. Hier könnte die Gefahr bestehen, dass im Falle einer Pleite des Unternehmens das jeweilige File, das mit dem NFT verbunden ist, nicht mehr aufbewahrt wird. Und falls du dich gerade fragst: »Warum macht man das denn nicht alles »on chain«? Es wäre einfach sehr teuer bis unbezahlbar, große Dateien direkt auf der Ethereum-Blockchain zu hosten.
Was Nifty Gateway so interessant macht: Viele bekannte Künstler wie Beeple, Fewocious oder Pak veröffentlichen hier im Rahmen von sogenannten Drops ihre Werke. Du kannst dann zum angegebenen Fixpreis beim vorher auf der Website angekündigten Drop ein Werk erstehen. Bis vor einiger Zeit war dies eine gute Möglichkeit, NFTs günstig zu kaufen und gleich anschließend auf dem Zweitmarkt mit erheblichem Gewinn weiterzuverkaufen (zu »flippen«). Inzwischen ist dieser Boom etwas abgekühlt. Zusätzlich gibt es bei den Projekten spezielle Arten des Verkaufs. Zum einen sind da die »Open Editions«, nach eigener Aussage eine Erfindung des NFT-Künstlers Pak. Hier öffnet sich ein Zeitfenster von 3 Minuten bis hin zu 48 Stunden oder länger. In diesem Zeitfenster kannst du so viele NFTs einer Serie zum angegebenen Preis erstehen, wie du möchtest. Dann gibt es noch das sogenannte »Drawing«. Dabei kannst du zu einem fixen Preis mitmachen, nehmen wir an, 1.500 Dollar. Damit kaufst du sozusagen ein Los. Wenn du dann gezogen wirst und auch wirklich NUR, wenn du gezogen wirst, musst du die 1.500 Dollar bezahlen und bekommst eines der auf beispielsweise 10, 20 oder 50 Stück limitierten Kunstwerke. Und natürlich bietet auch Nifty Gateway Auktionen. Ganz normale, aber auch »silent auctions«, bei denen die Bieter die Gebote abgeben, ohne zu wissen, was die Mitbewerber bieten. Am Schluss bekommt das höchste Gebot den Zuschlag.
Auch zur Marktanalyse bietet Nifty Gateway Infos, indem du dir beim jeweiligen Werk über den Button »View additional details« und den Folgebutton »Global History« die Verkaufsgeschichte anschauen kannst. Wenn du auf dem Zweitmarkt ein Werk kaufen willst, empfiehlt es sich übrigens nachzuschauen, ob es bei OpenSea günstiger zu haben ist als auf Nifty Gateway. Wer als Künstler seine Werke hier platzieren will, muss sich bewerben und bis zur Entscheidung mit einiger Wartezeit rechnen. Neuerdings gibt es neben kuratierten Werken auf der Plattform auch sogenannte »Verified Drops«, die nicht vom Unternehmensteam begutachtet (kuratiert) werden, sondern bei denen lediglich der angegebene Urheber verifiziert wird. Wenn du dich für Nifty Gateway interessierst: Dazu findest du auf meinem YouTube-Kanal unter dem Titel »NFTs mit Bargeld kaufen! So geht Niftygateway« auch ein Video, das die Plattform noch einmal ausführlich erklärt.3
SuperRare (https://superrare.com) versteht sich als exklusiver Marktplatz für die Erstveröffentlichung von Unikaten ausgewählter Künstler. Ende 2021 waren hier knapp 28.000 Werke gelistet – im Vergleich dazu ist OpenSea ein Riese. Zur Unternehmensphilosophie gehört, dass der Community hier vertretener Künstler und Sammler großer Einfluss eingeräumt wird. Aus diesem Grund rief die 2018 gegründete Plattform Mitte 2021 den »SuperRare curation token« ($RARE) ins Leben, der per Airdrop, also als »Geschenk« an jene ausgegeben wurde, die sich zuvor schon bei SuperRare engagiert hatten und Token-Inhabern umfassende Mitspracherechte einräumt, wie zum Beispiel bei der Auswahl neuer Künstler. Mit »Spaces«, digitalen Galerien, für die Künstler sich bewerben können und über deren Teilnehmer gemeinschaftlich abgestimmt wird, und »Exhibitions«, also Ausstellungen, in denen Werke verschiedener Künstler von Kuratoren zusammengefasst werden, greift SuperRare Konventionen des klassischen Kunstmarktes auf. Künstler zahlen hier eine vergleichsweise hohe Verkaufsprovision von 15 Prozent (die allerdings immer noch erheblich niedriger ist als die 30 bis 50 Prozent umfassenden Provisionen »analoger« Galerien), Käufer zahlen 3 Prozent Gebühren. Gehandelt wird in Ether. Bei SuperRare investieren unter anderem wohlhabende Sammler, die der Plattform im Oktober 2021 mit einem Monatsumsatz von 32,65 Millionen US-Dollar ein bis dahin unerreichtes Niveau bescherten.4 Die Suchfunktionen auf SuperRare entsprechen denen anderer Plattformen. Du kannst nach Kunstkategorien und Künstlern suchen, die Preise aufsteigend und absteigend anzeigen lassen, schauen, für welches Kunstwerk es aktuell Gebote gibt, die Verkaufshistorie einzelner Künstler verfolgen und Ähnliches.
Zu SuperRare habe ich noch eine nette Geschichte. Im April 2021 habe ich mich ziemlich viel mit 1/1 Kunst vor allem auf dieser Plattform beschäftigt und einige Werke gekauft, von denen ich glaubte, dass sie ein gutes Investment sein könnten. Investiert habe ich hierfür alles in allem um die 20.000 Euro. Als im August dann der $RARE-Token herauskam, wurde dieser nach einem speziellen Verteilungssystem an Künstler und Sammler der Plattform ausgegeben. Ich erhielt damals als früher Sammler und Unterstützer 23.113 $RARE-Tokens, dafür, dass ich Kunst im Wert von 20.000 Euro gesammelt hatte. Diese 23.113 Tokens waren am 21.11.2021 ziemlich genau 48.075 Euro wert. Sie beteiligen mich bis ans Ende meiner Tage wie den Anteilseigner einer Firma am Erfolg von SuperRare. Jetzt kannst du vielleicht verstehen, warum ich NFTs so liebe .
So viel zu den aktuell wichtigsten Marktplätzen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn du dieses Buch in den Händen hältst, sind sehr wahrscheinlich schon wieder neue Plattformen hinzugekommen. Ich bin aber zuversichtlich, dass du dich mit dem hier erworbenen Know-how auch dort souverän bewegen wirst.
Eine der größten Herausforderungen im NFT-Bereich ist es, den Überblick über seine Investments zu behalten. Nach den ersten paar NFTs ist das noch nicht so schwierig, aber du wirst merken: Wenn dich das Fieber einmal gepackt hat, so wie mich, wirst du sehr schnell zum Jäger und Sammler. Ehe du dich versiehst, verfügst du plötzlich über 10, 20, 50 und irgendwann vielleicht sogar über 300 oder mehr NFTs. Wie haben sich meine Investitionen entwickelt? Was habe ich damals, als ich sie gekauft habe, eigentlich bezahlt? Und was sind die Dinger jetzt wert? Diese Fragen beschäftigten mich mehr und mehr. Die ganzen Daten sind ja da und öffentlich auf der Blockchain einsehbar. »Warum«, fragte ich mich irgendwann, »gibt es denn nicht, genauso wie bei Aktien, eine Portfolio-Software, die einem eine saubere Übersicht verschafft?« Wie es das Universum will, lernte ich »zufällig« einen Blockchain-Programmierer kennen – und zwar einen, der so gut ist, dass er schon bei vielen Projekten ganze Blockchain-Programmierer-Teams überwachte und diese Projekte leitete. Ihm klagte ich mein Leid, dass es kein gutes Tool gebe, das mir, als jemandem, der seine Assets gerne überwacht und schaut, wie sie sich entwickeln, zur Seite steht. Nach vielen Stunden gemeinsamer Zoomcalls und mehreren Monaten Entwicklungszeit mit einem Team versierter Programmierer war es dann endlich so weit. An meinem Geburtstag, dem 9.12., erblickte nftfolio.io das Licht der Welt. Eine NFT-Portfolio-Software, die alles liefert, was ich als NFT-Freak brauche: Was haben meine Assets gekostet? Was sind sie heute wert, und zwar nicht nur nach den Angeboten auf OpenSea, die ja oft Fantasiepreise sind, sondern was sind sie wert nach »recently sold«, also dem letzten Verkauf? Oder auch: Was sind sie wert nach dem letzten Verkauf eines meiner NFTs mit dessen wertvollstem »trait« (du erinnerst dich: einem seltenen Attribut, das es so besonders macht)? Wie viel hat der letzte Verkauf eines Bored Apes mit Pimp Coat eingebracht? Und was hat er mich damals beim Minten gekostet, vor allem inklusive der Gas Fees? Eine der größten Herausforderungen, die bis jetzt ausschließlich diese App meistert. Seit ich dieses Tool benutze, kann ich endlich das tun, was ich am liebsten mache: Jeden Morgen checken, wie sich mein Portfolio entwickelt. Und zwar realistisch. Ich liebe es und kann es, weil ich es selbst entwickelt habe, jedem allerwärmstens empfehlen (https://www.nftfolio.io/). Und zwar egal, ob du Flipper bist, NFTs sammelst oder einfach nur dein Geld gerne siehst.
Schon die Vielzahl der Marktplätze zeigt: Der NFT-Markt ist seit Anfang 2021 förmlich explodiert. Die Zahl der Wallets/Käufer wie auch die Umsätze haben sich in sehr kurzer Zeit vervielfacht. Man kann sich angesichts der täglich wachsenden Angebote, der Vielfalt der Künstler, der vielen Drops und Ankündigungen in der NFT-Welt leicht verlaufen. Ich empfehle dir: Lass dich nicht von der Hoffnung auf sofortige Maximalgewinne zu unüberlegten Handlungen treiben. Du weißt ja: Gier frisst Hirn. Orientiere dich erst einmal und überlege, wo dein Hauptinteresse liegt. Drei grundsätzliche Möglichkeiten, dich im NFT-Bereich zu engagieren, möchte ich dir in diesem Abschnitt vorstellen.
Dies ist die Strategie der Glücksritter: vielversprechende Projekte aufspüren, NFTs zu einem günstigen Preis erwerben oder am besten gleich auf der Originalwebsite minten und anschließend mit hohem Gewinn wieder verkaufen. Dieses Verkaufsprinzip bezeichnet man als »Flippen«, und es ist natürlich nicht auf NFTs beschränkt. Manche Youngster, die früher begehrte Sneakermodelle aufgekauft und gewinnbringend wieder losgeschlagen haben, steigen inzwischen auf NFTs um. Alles, was rar und begehrt ist, lässt sich flippen, wenn du klug einkaufst.
Klar ist: Zum Flippen brauchst du erstens eine halbwegs sichere Einschätzung, welche Projekte schnell und stark im Wert steigen könnten. Ohne Glaskugel bist du dabei auf deine Erfahrung und idealerweise auch wertvolle Insidertipps anderer angewiesen. Zweitens musst du früh dran sein, damit dieses Geschäft sich lohnt – du musst kaufen, bevor der Hype losgeht. Einen Bored Ape konnte man anfangs günstig einkaufen und dann lukrativ flippen. Schon am letzten Veröffentlichungstag hatten sich die Affen-Preise bis zum Abend versechsfacht. Bei den CryptoPunks hat es ein bisschen gedauert, bis die Preise stiegen. Heute werden beide viel zu hoch gehandelt, um ohne gut gefüllte Wallet einen schnellen Ether damit zu machen. Wenn du dich in der Szene auskennst, vielversprechenden Künstlern folgst und dich noch dazu über anstehende »Drops« informierst, sind deine Chancen am besten. Drop-Infos bekommst du auf Verkaufsplattformen, aber auch auf Websites und Social-Media-Accounts der Künstler selbst oder in einschlägigen Gruppen bei Twitter oder Discord. Bist du zu spät dran, ist der Drops meist schon gelutscht, wenn du mir diesen Kalauer erlaubst. Vorsicht ist angebracht bei Artikeln in Online-Medien oder allgemeinen Seiten im Netz, die dir Geheimtipps im NFT-Bereich versprechen. Hinter angeblichen Insidertipps kann sich bezahlte Werbung verbergen (und tut es in der Regel auch). Dann folge lieber anerkannten Influencern, die ich dir im nächsten Kapitel zum Thema »Communities« vorstelle. Und natürlich gibt es auch von Experten geführte Foren und nicht zuletzt meine Mentoring-Gruppe, in der du exklusive Tipps bekommst, vor allem sehr zeitnah, indem ich über meinen Telegramkanal meine Mitglieder schnellstmöglich informiere, wenn etwas Interessantes auftaucht! Bei mir wohlgemerkt nicht zum Flippen, denn ich selbst verfolge fast ausschließlich eine langfristige Buy-and-hold-Strategie, allerdings angereichert mit interessanten Projekten, die schönen, konstanten Cashflow bringen, wie DeFi-Protokolle oder die Decentralgames-Poker-NFTs.
Bei all dem Getöse solltest du immer damit rechnen, dass marketingaffine Künstler oder auch NFT-Besitzer im Netz geschickt einen Hype um bestimmte Projekte erzeugen, und dass dieser Hype nach Projektstart so plötzlich in sich zusammenfällt wie ein Käsesoufflé in kalter Zugluft. In der Szene spricht man dann davon, dass jemand im Eigeninteresse Projekte »shillt«. Damit weißt du auch, was es bedeutet, wenn jemand in den Social Media aufgefordert wird: »Stop shilling your project!« Mehr zum Szenejargon, der für Neulinge ziemlich rätselhaft (eben im Wortsinn »kryptisch«) ist, liest du im nächsten Kapitel. Dort gibt es auch eine Vokabelliste, die dir weiterhilft. Hätte ich sie selbst in meiner Anfangszeit als NFT-Fan schon gehabt, hätte ich viele Stunden Recherche gespart.
»Flippen und schnell mit Gewinn weiterverkaufen, funktioniert das überhaupt noch? Schließlich wird der Markt inzwischen mit NFTs förmlich überschwemmt.«
»Das stimmt: Der Hype, den NFTs ab Sommer 2021 erfahren haben, hat auch dazu geführt, dass immer mehr Projekte auf den Markt geworfen werden, von denen längst nicht alle vielversprechend sind. Einsetzen solltest du beim Flippen daher nur Geld, dessen Verlust du verschmerzen kannst. Und ohne sorgfältige Recherche funktioniert es nicht! Außerdem solltest du die Beurteilungskriterien anlegen, die ich dir hier gleich erkläre. Und wenn du meine ehrliche Meinung hören möchtest: It´s not about timing the market, it´s about time in the market. Ich halte nichts davon zu versuchen, den niedrigsten Einstiegs- und den höchsten Ausstiegspunkt zu erwischen. Ja, findige Flipper haben mit den Bored Apes am 1. Mai 2021 ihr Geld fast versechsfachen können. Mit meiner langfristigen Haltestrategie bin ich bei den Apes inzwischen jedoch bei einer Verneunhundertsiebenunddreißigfachung angekommen.«
Bei der konkreten Einschätzung eines Projekts helfen dir die bekannten Kriterien:
Schau dir daneben auch Daten über den Verkaufsprozess an:
Der Gott aller Flipper ist übrigens Pranksy, ein bekannter NFT-Sammler, der mit Flipping den Grundstein für sein Vermögen gelegt hat. So mintete er gleich zu Beginn 1.500 Bored Apes und verkaufte diese sehr profitabel weiter. Einem Tweet von Pranksy verdanke ich übrigens, dass ich selbst auch zehn Bored Apes gemintet habe. Heute besitzt Pranksy angeblich die größte NFT-Sammlung der Welt, gemessen an der Stückzahl der NFTs.5 Er macht immer wieder Schlagzeilen, wie etwa im September 2021, als er durch den Verkauf eines gerade für 1.000 ETH erstandenen CryptoPunks mit seltenen Merkmalen in nur acht Stunden um 1,22 Millionen US-Dollar reicher wurde. Er verkaufte Punk #6275 für 1.320 ETH weiter. Hätte er sich ein bisschen früher dazu entschlossen, wären sogar 1.600 ETH drin gewesen, was seinen Gewinn fast verdoppelt hätte.6 Ist das Ganze nun Glück oder Pech? Zumindest beweist es: Nobody’s perfect, nicht mal Flipper-Götter. Das deutete sich bereits einen Monat vorher, im August 2021, an, als Pranksy ein angebliches Banksy-NFT erstand und dabei einem Betrüger auf den Leim ging.7 Außer als Sammler macht Pranksy auch durch Charity (Versteigerung von NFTs für gute Zwecke) und als Unternehmer auf sich aufmerksam. Er ist beispielsweise Mitgründer von NFT Boxes (www.nftboxes.io), wo man NFTs nach dem Wundertütenprinzip erwerben kann. Wer sich hinter dem (auf Banksy anspielenden?) Pseudonym »Pranksy« verbirgt, ist übrigens nicht bekannt.
Anders als Flipper setzen Sammler/Investoren auf eine langfristige Wertentwicklung ihrer NFTs. Zu dieser Gruppe zähle ich mich selbst. Wie im Bereich der traditionellen Kunst träumt jeder NFT-Sammler davon, neue Künstler oder Kunstwerke zu entdecken, die dann groß herauskommen und deren Ruhm auf den Sammler abstrahlt. Verantwortlich dafür ist eine Mischung aus Beharrlichkeit, Expertise und ein bisschen Glück – wie ich es beispielsweise beim Minten der Bored Apes hatte, von denen ich genau zum richtigen Zeitpunkt erfuhr. Während beim Flippen der schnelle Gewinn im Vordergrund steht, spielt beim Sammeln die Kunst als solche und die Erwartung langfristiger Wertsteigerungen eine wichtigere Rolle. Als Sammler gehst du dabei vor wie ein Aktionär, der in eine Reihe von Einzelaktien investiert und darauf hofft, dass einige wenige davon durch die Decke gehen und etliche im Wert zumindest stabil bleiben. Dann ist es zu verschmerzen, dass einige andere drastisch an Wert verlieren werden. Natürlich kann man auch beide Strategien – Flippen und Sammeln – parallel verfolgen, siehe Pranksy.
Bekannte Sammler im NFT-Bereich sind neben Pranksy beispielsweise Mark Cuban, der eine beeindruckende Sammlung besitzt, der schon mehrfach erwähnte Gary Vaynerchuk (Gary Vee), Metakovan, der Beeples 69 Millionen teure Collage »Everydays« kaufte, außerdem FlamingoDAO, Jimmy McNelis (J1mmy.eth), Gmoney und Beanie (beaniemaxi). Wenn du dir Sammlungen solcher NFT-Investoren ansehen willst, schaust du am besten, wer sich auf Twitter als interessant herausstellt. Solche Menschen verfügen in der Regel über Adressen mit der Endung .eth. Über diese Adressen findest du deren Wallets. Ein paar interessante Wallets sind die von Beaniemaxi, pranksy.eth, gmoney.eth, j1mmy.eth oder Gennady, das ist eine von Gary Vees Wallets. Meine wichtigsten Wallets findest du unter den Namen »Warrenhimself« und »Warrenvault«. Übrigens kannst du in einer Portfolio-Software wie nftfolio.io jede dieser Wallets verbinden und schauen, wie viel Geld diese Herren in JPEGs angelegt haben.
Als Sammler kannst du dich entweder breit aufstellen oder auf bestimmte Kunstformen konzentrieren. Du könntest zum Beispiel hauptsächlich Fotokunst, ausschließlich Generative Art, vorwiegend NFTs im Filmbereich, nur Werke bestimmter Künstler oder Ähnliches sammeln. Wenn ein Gebiet dich besonders interessiert, bietet sich eine solche Fokussierung an. Umgekehrt sollte nicht unbedingt mit Film-NFTs spekulieren, wer Tarantino für eine italienische Süßspeise hält. Der Vorteil der Fokussierung: Du kannst dir leichter tiefgehende Expertise aufbauen oder schon auf Kenntnisse aus dem Bereich nichtdigitaler Kunst zurückgreifen. Das macht es einfacher zu entscheiden, welchen Künstlern, welchen Twitter-Accounts, Discord-Channels usw. du folgen willst. Und du läufst weniger Gefahr, im immer größer werdenden NFT-Dschungel den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Eine Sammlung aus einem Guss kann überdies einschlägig interessierte Käufer auf dich aufmerksam machen. Und solltest du irgendwann verkaufen wollen, kann der Besitz von bestimmten Sets von Werken sich preissteigernd auswirken. So gibt es zum Beispiel Sammler, die sich ausschließlich auf die schwarz-weißen Mints aller Art Blocks Curated-Projekte spezialisieren, oder Sammler, die nur Bored Apes oder CryptoPunks oder Veefriends sammeln.
Wenn dir momentan das Kleingeld für einen berühmten NFT wie beispielsweise einen CryptoPunk fehlt, kannst du dich trotzdem an einem legendären Projekt beteiligen: Du kaufst Anteile an einem Punk, ähnlich wie beim Kauf von Anteilen an einem Unternehmen durch Aktien. Dazu wird der NFT, der als Ganzes nicht-fungibel (nicht austauschbar) ist, zerschlagen – »fraktionalisiert« – in eine hohe Zahl von identischen Tokens oder Coins. Der NFT ist wohlgemerkt nicht fungibel, die Coins, durch die er fraktionalisiert ist, sind fungibel und können deshalb ganz einfach einzeln gehandelt werden. Die Zahl der Anteile, die Besitzer festlegen, variiert dabei von zehn- oder hunderttausend bis in den Milliardenbereich, wie etwa beim berühmten Doge NFT, ein NFT, der das Originalfoto des DOGE-Coin-Hundes fraktionalisiert. Abhängig davon, wie viele Anteile von einem bestimmten NFT noch verkäuflich sind, kannst du beliebig viele oder nur sehr wenige erwerben – oder dich schon mit kleinen Summen beteiligen, indem du nur den Bruchteil eines Anteils (0,1 beispielsweise, oder auch 0,001) erwirbst. Mit vielleicht nur 100 Euro bist du dann dabei. Kommt es zum »Buyout«, will also jemand alle Anteile und damit das komplette NFT kaufen, setzt auf den Plattformen eine Versteigerung ein. An deren Erlös wirst du dann proportional in Höhe deiner Anteile beteiligt. Für den Anteilserwerb gibt es spezielle Plattformen, auf denen NFT-Besitzer ihre Werke fraktionalisieren und die Anteile zum Kauf anbieten können: Die wichtigste Seite für fraktionalisierte NFTs ist https://fractional.art.
Das alles hört sich einfach an, hat aber auch seine Tücken, denn natürlich musst du auch hier (wie bei jedem NFT-Kauf) sorgfältig abwägen, ob der aktuelle (Anteils-)Preis gerechtfertigt ist. Dazu kannst du dir die Kurshistorie des jeweiligen Coins ansehen (viele gibt es sogar auf coingecko.com) und so prüfen, ob die Anteilspreise aktuell steigen oder sinken. Wenn es sich um einen NFT aus einer größeren Serie handelt, verschaffst du dir am besten zusätzlich einen Überblick über die Preisentwicklung der Serie insgesamt (siehe dazu den Abschnitt über OpenSea und die Suchfunktionen dort). Du kannst beispielsweise nachschauen, zu welchen Preisen vergleichbare NFTs (beispielsweise CryptoPunks mit ähnlicher Merkmalskombination) gehandelt werden. Kürzlich erzielte Verkaufspreise (»Recently Sold«) sind dabei aussagekräftiger als bloße Preisforderungen, die bei der Sortierung »Price: High to Low« oder »Low to High« zugrunde gelegt werden. Dasselbe gilt sinngemäß für die Preise, zu denen Unikate eines bestimmten Künstlers gehandelt werden. Auf dieser Basis kannst du abschätzen, ob ein fraktionalisierter NFT bei Addition aller Anteile aktuell unterbewertet oder schon überbewertet ist.
Außerdem solltest du sorgfältig prüfen, ob du auch wirklich das kaufst, was du glaubst zu kaufen. https://fractional.art warnt neue Nutzer einleitend aus gutem Grund vor Fakes bekannter NFTs und anderen Risiken und hat einen grünen Haken für verifizierte Angebote eingeführt. Hinzu kommt, dass der Verkauf deiner Anteile nicht unbedingt jederzeit möglich ist, da hinter der Fraktionalisierung ein Liquiditätspool steckt. Nur, wenn gerade genügend Ether in diesem Pool sind, bekommst du dein Geld beim Verkauf zurück. Sonst musst du mit Wartezeiten rechnen, bis irgendwann (hoffentlich) wieder genügend Liquidität vorhanden ist, was allerdings spätestens nach einem erfolgten Buyout der Fall ist. Bei fractional.art gibt es dazu den Warnhinweis »This vault has low liquidity, proceed with caution.« Das fasst es ganz gut zusammen: Vorsicht ist nicht nur die Mutter der Porzellankiste, sondern auch die einer vielversprechenden NFT-Wallet! Und je länger du dabei bist, desto sicherer wirst du dich in dieser Welt bewegen. Dabei helfen dir auch Communitys im Netz, die ich dir im nächsten Kapitel vorstelle.
1 Falls du dir die einzelnen Schritte zu einer eigenen MetaMask zusätzlich in einem Video zeigen lassen möchtest, empfehle ich dir dazu das von Kyle Hoss unter dem Titel »MetaMask komplettes Tutorial« (https://www.youtube.com/watch?v=KDnhtAx-xc8)
2 Quelle: https://beta.musikwoche.de/details/462714
3 Vgl. https://www.youtube.com/watch?v=qH8XKDK7POQ
4 Quelle: https://cryptomonday.de/verkaeufe-auf-dem-nft-marktplatz-superrare-erreichen-ein-allzeithoch/
5 Quelle: https://watcher.guru/news/who-is-the-mastermind-behind-bored-ape-yacht-and-cryptokitties
6 Quelle: https://gagadget.com/de/76485-renommierter-nft-sammler-verdient-122-millionen-dollar-in-acht-stunden/
7 Quelle: https://coincierge.de/2021/top-nft-sammler-abgezockt-unbekannte-stehlen-ethereum-im-wert-von-325-000-euro/ Mehr zu Fallen und Risiken in der NFT-Welt im übernächsten Kapitel.