7 Messenger Marketing
In der vermeintlichen Privatheit von Messengern liegt großes Potenzial für die Zukunft. Neben WhatsApp gibt es auch andere Messenger-Dienste die sich steigender Beliebtheit erfreuen, aber WhatsApp hat es geschafft, als Standard-App auf so gut wie jedem Smartphone zu sein, trotz diverser Kritiken und Datenschutzskandale. Wir zeigen Ihnen in diesem Kapitel, wie Sie Messenger Marketing einsetzen können.
Facebook Messenger, WhatsApp, Signal, Threema, Telegram, aber auch Snapchat oder Instagram Direct – das sind derzeit einige der wichtigsten Namen im Messenger-Bereich. Selbst Amazon hat mit dem Kauf des Instant Messengers Wickr dieses Geschäftsfeld für sich entdeckt. Doch warum werden Messenger immer beliebter und wichtiger?
Das Smartphone ist zum ständigen Begleiter und zum wichtigsten Kommunikationsmedium der Gegenwart geworden. 50 % der Befragten in einer Studie im Alter zwischen 18 und 24 Jahren schauen mindestens einmal pro Stunde nach neuen WhatsApp-Messages.[ 40 ]
Es ist schon längst nicht mehr ein simples Kommunikationsgerät, sondern »Schweizer Taschenmesser« mit grenzenlosem Einsatzspektrum, der Alleskönner für jede Lebenslage. Telefonieren ist dabei Nebensache. Nur noch 31 % der Befragten telefonieren täglich. Viel regelmäßiger werden neben der Nutzung bestimmter Apps (Social Media, Online-Shopping, Online-Banking usw.) vor allem WhatsApp und E‐Mails verwendet. Messenger sind als Marketingkanal noch relativ unverbraucht, und die Nutzer sind extrem aufgeschlossen, vor allem dann, wenn konkreter Mehrwert beispielsweise in Form individueller Beratung lockt – egal ob durch Menschen oder Bots und egal wann und wo.
Ihre Kunden erreichen Sie in jedem Fall mehrheitlich (nur) auf dem Smartphone, und mit Messengern eröffnet sich eine weitere Marketingchance, die Sie nutzen sollten.
7.1 Messaging-Apps beliebter als Social Networks
Was viele gar nicht wissen ist, dass Messaging-Apps und ‐Services bei den Nutzerzahlen und der täglichen Nutzung ganz vorne liegen. So ist WhatsApp klar die Nummer Eins noch vor Facebook, YouTube und Instagram.[ 41 ] Messenger Marketing wird auch in den nächsten Jahren die Nase vorn haben, und Messenger werden zu den wichtigsten Plattformen im digitalen Ökosystem. Nur langsam springen die Marketer auf diesen Trend auf. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um mit wirklich guten Angeboten einen Messenger-Kanal aufzubauen.
7.1.1 Das Smartphone ist ständiger Begleiter
Das Smartphone ist aus dem Alltag der Deutschen nicht mehr wegzudenken. Schon im Jahr 2017 besaßen erstmals mehr Deutsche ein Smartphone als einen PC.[ 42 ] Durch Smartphones steigt auch die Nutzungsintensität des mobilen Internets. Mittlerweile surfen gleich viele Deutsche mit PC und Smartphone im Internet. Die Nutzer »kleben« regelrecht an ihren Smartphones.
»In der Regel ist mein Smartphone das Letzte, was ich abends in der Hand habe, und das Erste, auf das ich nach dem Aufwachen schaue. Beim Zähneputzen schaue ich aufs iPhone, auf dem Weg zur Arbeit auch. Dann natürlich in der Mittagspause, auf dem Weg zur Toilette und in der Freizeit sowieso.«[ 43 ]
7.1.2 Weniger telefonieren, mehr Socializing
Telefonieren wird immer mehr zur Nebensache. Nur noch knapp ein Drittel der Mobilfunknutzer nutzt mindestens einmal täglich die klassische Sprachtelefonie. Telefonate wirken zunehmend aufdringlich, und man ist zeitgebunden, während Dialoge per Text, Audionachricht, Bild, GIF und Video die Norm sind und das Messaging rasant ansteigt.
Abbildung 7.1 Socializing steht an zweiter Stelle für Smartsurfer. (Quelle: http://hbr.org/2013/01/how-people-really-use-mobile/ar/1)
7.1.3 Second Screen – warum Sie Ihre Kunden nur noch mobil erreichen
Wer heute den Fernseher einschaltet, hat gleichzeitig sein Smartphone bei sich und den Laptop oder sein Tablet auf dem Couchtisch liegen. Der Second Screen dient dazu, neben dem Fernsehen (First Screen) auch gleichzeitig das Internet zu nutzen. Denken Sie an den sonntäglichen Tatort, der jedes Mal eifrig auf Twitter unter dem Hashtag #tatort kommentiert wird. Andere TV-Serien wie beispielsweise »The Voice of Germany« (#tvog) oder »Germanys next Topmodel« (#GNTM) profitieren ebenfalls vom Second Screen – und nicht zu vergessen ist Mobile Commerce. Endlich können die Zuschauer direkt nach der Werbeeinblendung im TV online und mobil losshoppen! Die Begriffe der Screen-Nutzung haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt – von der Second-Screen-Nutzung hin zur Multi-Screen-Nutzung. Während man unter dem Begriff Second Screen die parallele Nutzung von Fernsehen und Internet versteht, bezeichnet Multi Screen die gleichzeitige Nutzung von mehreren Endgeräten. Ein Beispiel dazu ist, dass Sie z. B. während Sie fernsehen mit Ihrem Tablet oder Laptop WhatsApp-Nachrichten beantworten.
Social TV: Die lebendige Tatort-Community
Der Tatort hat eine sehr aktive Community im Social Web. Auf Twitter zwitschert die Fangemeinde während der Sendung heftig miteinander. Mitunter empfinden die Zuschauer das Geschehen auf Twitter als unterhaltsamer und spannender als das, was am Bildschirm flimmert. Natürlich gibt es auch einen offiziellen Tatort-Account auf Twitter, aber vor allem der Live-Austausch der Tatortzuseher untereinander während der Sendung ist für viele ein Mehrwert.
7.1.4 Messenger-Welten wachsen zusammen
Schon seit Längerem arbeitet der Facebook-Konzern an der Verbindung der Messenger aus Facebook, Instagram und WhatsApp untereinander. Dabei geht es auch um die technisch komplexe Herausforderung, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch zwischen den verschiedenen Messenger-Plattformen herzustellen. Ziel ist ein »Posteingang für alles«. In diesem Rahmen werden auch die Funktionalitäten übertragen und angepasst.