In München sehne ich mich so sehr nach Amerika, dass ich meine blau-weiß gestreif‌te Oshkosh anziehe, mir ein Bandana um den Kopf binde und zur McGraw-Kaserne fahre. Ich hoffe, ohne Überprüfung eingelassen zu werden, denn eigentlich dürfen nur Armeeangehörige auf die Basis, aber in meiner Verkleidung werde ich einfach durchgewinkt und laufe geradewegs in einen riesigen Waschsalon, wo ich lange herumsitze und die anderen Frauen beobachte, ihrem lauten amerikanischen Gezwitscher lausche, den Geruch von amerikanischem Waschmittel einatme, Tide und Bleach und Dr. Bronner’s Magic Soap. Der vertraute Pfefferminzduft überwältigt mich, fast fange ich an zu heulen.

N empfiehlt mir diese Seife, gleich als wir im College zusammenziehen. Man kann alles mir ihr waschen, Haare, Geschirr, Wäsche, man kann sich sogar die Zähne mit ihr putzen. Sie gibt mir eine große Flasche, von da an rieche ich von Kopf bis Fuß nach Pfefferminze und lese unter der Dusche

Nach dieser Tragödie kämpft Dr. Bronner für die Versöhnung der Menschheit, aber da er seine religiösen Pamphlete nicht recht unters Volk bringen kann, druckt er sie auf die Seife, die er nach einem Rezept seines Vaters herstellt: »Absolute Sauberkeit ist göttlich! Ausgeglichene Nahrung für Körper-Geist-Seele ist unsere Medizin! Was immer die Menschheit vereint, ist besser als das, was uns trennt! Die ganze Wahrheit ist unser Gott, die halbe unser Feind! Wir sind alle eins oder nichts! Unite, unite, all one!« Unmöglich, den ganzen Text während einer einzigen Dusche zu lesen. Nie komme ich bis zum Ende. N wird nicht müde, die Seife als Wunder zu preisen. Sie tupft sie auf Insektenstiche, wäscht den Salat mit ihr, weil sie meint, es gäbe kein besseres Desinfizierungsmittel. Alles riecht nach Dr. Bronner’s Magic Soap, wir selbst, unsere Wäsche, einfach alles. Wenn man sie nicht stark verdünnt, brennt sie auf

Okay. I will. I will try.

Schreib über einen GeruchErinnere dich an einen Geruch. Wohin bringt er dich? Schnuppere an einem Gummibärchen und