Hungrig wie junge Wölfe kommen wir aus der Schule. Das Essen steht schon auf dem Tisch, aber wir können nicht essen, denn der Vater ist noch nicht da. Hinter dem Rücken der Mutter schleichen wir um den Esstisch, stibitzen mit den Fingern ein wenig Gurkensalat, ein paar knusprige Nudeln vom Nudelauf‌lauf. Endlos zieht sich das Warten in die Länge. Jetzt ist es schon fast halb zwei, und er ist immer noch nicht da. Der Auf‌lauf wird zurück in den Ofen geschoben. Der Gurkensalat ist bereits deutlich geschrumpft. Wir stöhnen und jammern, endlich kommt der Vater, und wir dürfen uns setzen. Immer in derselben Sitzordnung. Wir essen blitzschnell, in Sorge, weniger als die Geschwister zu bekommen. Wir kippeln auf den Stühlen, fast waagerecht kann ich den Stuhl in der Luft halten. Nicht kankeln, heißt das. Nicht kankeln, nicht streiten, Ellenbogen vom Tisch. Manchmal nimmt mein Vater wortlos meinen Ellenbogen und haut ihn auf den Tisch. Er schweigt, er ist der große Schweiger.

Meine Mutter kocht jeden Tag. Heißgeliebte Gerichte wie grüner Kopfsalat mit Zucker, überbackener Fischauf‌lauf mit Kartoffelbrei, Reisauf‌lauf mit sauren Kirschen, Apfelreis mit kleinen Bratwürstchen, die Saucisschen heißen, süße Erbsensuppe mit Grießklößchen und rohem Schinken, Nudelauf‌lauf mit Schinken. Die Auf‌lauf‌form wird ausgekratzt und -geschleckt, bis keine einzige Nudel mehr vorhanden ist. Wir sollen nicht an den Kühlschrank gehen, aber jedes Kind öffnet ihn heimlich. Wenn

Schreib über das Essen in deiner KindheitSchreib über das Essen in deiner Kindheit. Was hast du gern gegessen? Was nicht? Was war dein Lieblingsessen? Wer saß mit am Tisch? Wie sah die Küche aus? Wer hat gekocht?

Schreib über deine MutterSchreib über deine Mutter und die Zeit, die du mit ihr verbracht hast. Wo warst du mit ihr? In der Küche? Im Wohnzimmer? Im Wald? Im Garten?