1
Scheitern oder prosperieren?

Die Zeit, in der wir leben

Wenn Michelangelo in unserer heutigen Zeit, inmitten den Turbulenzen, die unser modernes Zeitalter kennzeichnen, wiedergeboren werden würde, würde er scheitern oder erneut zu Ruhm gelangen?

Jedes Jahr strömen Millionen von Menschen in die Sixtinische Kapelle, um ehrfürchtig Michelangelo Buonarrotis Werk Die Erschaffung Adams zu bestaunen. Noch mehr Menschen strömen in den Louvre, um Leonardo da Vincis Mona Lisa zu bewundern. Fünf Jahrhunderte lang haben wir diese Meisterwerke der Renaissance sorgfältig konserviert und als Objekte der Schönheit und Inspiration verehrt.

Sie sind aber auch eine Herausforderung.

Die Künstler, die diese genialen Kunstwerke von 500 Jahren geschaffen haben, lebten keineswegs in einem magischen Zeitalter universeller Schönheit, sondern eher in einer äußerst turbulenten Zeit, die von historischen Meilensteinen und Entdeckungen gekennzeichnet war, aber auch von verheerenden Katastrophen. Dank Gutenbergs Erfindung der Druckerpresse (in den 1450er-Jahren), Kolumbus’ Entdeckung der Neuen Welt (1492) und Vasco da Gamas Entdeckung der Seeroute zu Asiens Reichtümern (1497), war die Welt auf beispiellose Weise näher zusammengerückt. Das Schicksal der Menschheit veränderte sich in mancherlei Hinsicht sogar radikal. Der Schwarze Tod war endlich besiegt, Europas Bevölkerung befand sich auf dem Weg der Regenerierung und allgemeine Gesundheit, Bildung und Wohlstand nahmen zu.

Diese Bedingungen brachten das Genie zum Blühen, das zeigen die Leistungen jener Zeit (insbesondere zwischen den 1490er-Jahren und den 1520er-Jahren) wie Kopernikus’ revolutionäre Theorie über einen Kosmos, in dem die Sonne den Mittelpunkt bildet (1510er-Jahre) und andere bahnbrechende Fortschritte, die in einem breiten Spektrum an Disziplinen, von der Biologie über Technik und Navigation bis zur Medizin erzielt wurden. Grundlegende allgemein bekannte »Wahrheiten«, die über Jahrhunderte – wenn nicht Jahrtausende – Bestand hatten, wurden plötzlich über den Haufen geworfen: Die Erde stand nicht still. Die Sonne drehte sich nicht um die Erde. Die »bekannte« Welt bildete nicht einmal die Hälfte des gesamten Planeten. Das menschliche Herz war nicht die Seele, sondern ein Muskel mit Pumpfunktion. In wenigen Jahrzehnten ließ der Buchdruck die Buchproduktion von einigen Hundert auf Millionen Exemplare pro Jahr anschwellen, und die darin veröffentlichten seltsamen Fakten und neuen Ideen verbreiteten sich schneller und weiter als je zuvor.

Aber auch die Risiken und Gefahren erlebten eine neue Blütezeit. Grauenhafte neue Krankheiten verbreiteten sich wie Lauffeuer auf beiden Seiten des nun erdteilverbindenden Atlantiks. Mithilfe einer »neuen« Waffe, dem Schießpulver, eroberten die Osmanen in einer beeindruckenden Serie an Land- und Seesiegen, die einen bedrohlichen Schatten über ganz Europa warfen, den östlichen Mittelmeerraum für den Islam. Martin Luther (1483–1546) nutzte die neue Drucktechnik, um flammende Predigten gegen die katholische Kirche zu verbreiten, die zum Auslöser einer gewaltigen Welle an religiös motivierter Gewalt wurden, die den gesamten Kontinent erfasste. Die Kirche, die seit mehr als 1000 Jahren jede Herausforderung ihrer Autorität überstanden hatte und zur wichtigsten und allgegenwärtigen Autorität im europäischen Leben geworden war, spaltete sich unter dieser immensen Belastung.

So waren die Zeiten beschaffen, als Michelangelo am 8. September 1504 im italienischen Florenz seine Statue David auf dem Hauptplatz der Stadt enthüllte. Die imposante Statue aus feinstem Carrara-Marmor mit ihrer stolzen Höhe von mehr als fünf Metern und einem Gewicht von mehr als sechs Tonnen war ein Monument des Reichtums der Stadt und der Fertigkeiten ihres Erschaffers (siehe Abbildung 1.1).

Die alttestamentarische Geschichte von David und Goliath, die von einem tapferen jungen Krieger handelt, der nach echter Underdog-Manier in einem einzigen Kampf einen unwahrscheinlichen Sieg über einen feindlichen Riesen errang, ist bestens bekannt. Dem Moment, den Michelangelo in Marmor verewigte, haftet jedoch etwas ganz Neues, Unbekanntes an. Er muss diejenigen, die dem Moment der Enthüllung der Statue beiwohnten, in einige Verwirrung gestürzt haben. Davids Gesicht und Nacken sind gespannt. Seine Augenbrauen zusammengezogen und sein konzentrierter Blick richtet sich auf einen fernen Punkt. So steht er da, nicht triumphierend einen Fuß auf den Leichnam seines Feindes platziert (das Standardporträt), aber bereit und mit der unbarmherzigen Entschlossenheit desjenigen, der weiß, welchen Schritt er als Nächstes tut, aber nicht weiß, welche Folgen er haben wird. Und dann erkennen die Betrachter plötzlich klar die Botschaft des Künstlers: Michelangelo hat in David den schicksalhaften Augenblick zwischen Entschluss und Handlung verewigt; zwischen der Erkenntnis, was er tun muss, und dem Mutfassen zur Ausführung des Unvermeidlichen.

Die Betrachter erkannten wohl diesen Moment wieder. Denn sie lebten in ihm.

Die Vergangenheit ist Prolog

Das gilt auch für uns.

Das gegenwärtige Zeitalter gleicht einem Wettkampf: zwischen den positiven und den negativen Konsequenzen der globalen Vernetzung und der menschlichen Entwicklung; zwischen den Kräften der Inklusion und der Exklusion; zwischen der Blütezeit der Genialität und der Blütezeit der Risiken und Gefahren. Ob wir untergehen oder uns zu neuer Blüte aufschwingen, ob das 21. Jahrhundert als eines der besten oder schlimmsten Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte in die Geschichtsbücher eingeht, hängt davon ab, was wir alle tun, um die Möglichkeiten zu fördern und die Gefahren zu dämpfen, die dieser Wettkampf mit sich bringt.

Abb_1.1.jpg

Abbildung 1.1 Ein in Stein gemeißelter Augenblick. Michelangelo Buonarroti (1475–1564), David (1501–1504) – Detail. Florenz. Bildnachweis: Art Resource.

Der Einsatz könnte nicht höher sein. Jeder von uns hat das gefährliche Glück, in einem historischen Augenblick geboren worden zu sein – einem entscheidenden Augenblick –, in dem Ereignisse und Entscheidungen, die zu unseren Lebzeiten getroffen werden, die Bedingungen unzähliger zukünftiger Lebenszeiten diktieren werden.

Ja, jede Generation glaubt von sich, maßgeblich zu sein, aber dieses Mal trifft es zu. Die langfristigen Fakten sprechen lauter, als unsere Egos es je könnten. Die Urbanisierung der Menschheit, die vor ungefähr 10.000 Jahren von unseren steinzeitlichen Vorfahren begonnen wurde, hat in unserer eigenen Lebenszeit die 50-Prozent-Marke überschritten.1 Wir sind die erste Generation der urbanen Epoche. Die weltweite Kohlendioxidemission hat die Treibhausgase in der Atmosphäre auf ein beispielloses Niveau getrieben; 14 der 15 heißesten Jahre seit dem Beginn der Klimaaufzeichnung fielen in das 21. Jahrhundert.2 Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ist die Zahl der Armen weltweit zurückgegangen (um mehr als eine Milliarde Menschen seit 1990) und gleichzeitig hat die Weltbevölkerung zugenommen (um ungefähr zwei Milliarden Menschen). Die Zahl der lebenden Wissenschaftler übertrifft die Zahl aller Wissenschaftler der Geschichte, die bis 1980 gelebt haben, und – was zum Teil ihren Errungenschaften zu verdanken ist – die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den vergangenen 50 Jahren stärker angestiegen als in den vorhergehenden 1000 Jahren.

Aber auch kurze Zeiträume können Geschichte machen. Das Internet, das vor 20 Jahren praktisch noch nicht existierte, vernetzte im Jahr 2005 eine Milliarde Menschen, im Jahr 2010 zwei Milliarden Menschen und im Jahr 2015 drei Milliarden Menschen. Inzwischen ist mehr als die Hälfte der Menschheit online.3 China hat sich von einem isolierten, selbstgenügsamen Land in den größten Exporteur und die größte Ökonomie der Welt verwandelt. Indien folgt ihm auf den Fersen. Die Berliner Mauer ist weg und der Zusammenprall zweier unversöhnlicher Wirtschaftsideologien, der die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt hat, ist mit ihr verschwunden. All diese Dinge wirken wie uralte Nachrichten, wenn man sie gegen die Schlagzeilen hält, die uns seit der Jahrtausendwende beherrschen: der 11. September, verheerende Tsunamis und Wirbelstürme, eine globale Finanzkrise, die selbst die bestbezahlten Gehirne der Welt auf dem linken Fuß erwischte, eine nukleare Kernschmelze im hypersicheren Japan; Selbstmordattentäter im Herzen von Paris, der Stadt der Liebe; Aufstände gegen die Ungleichheit – und glücklichere Ereignisse wie die Explosion von mobilen und sozialen Medien, die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, die Erfindung des 3D-Drucks, der Bruch mit langwährenden Tabus wie der gleichgeschlechtlichen Ehe, die Entdeckung von Gravitationswellen und der Entdeckung erdähnlicher Planeten, die um nahegelegene Sterne kreisen.

Es scheint, als würden wir jeden Tag einen neuen Schock erleben. Und der Schock selbst ist der schlagendste Beweis, dass dieses Zeitalter vollkommen anders ist als andere, weil es seine Daten aus sich selbst heraus generiert. Schock ist unser persönlicher Beweis für den historischen Wandel – ein psychischer Zusammenprall zwischen Erwartungen und der Realität – und er ist das unermüdliche Thema in unserem Leben. Er rüttelt uns auf und regt uns an und wird es auch weiterhin tun. In diesem Moment sprechen wir kaum über Geotechnik, organische Energie, superintelligente Maschinen, biotechnische Plagen, Nanofabriken oder künstliche menschliche Chromosomen, aber schon in der nahen Zukunft – Überraschung! – könnte es passieren, dass wir über nichts anderes mehr sprechen.

Uns mangelt es an der nötigen Perspektive

Aus Unkenntnis der großen Richtung lassen wir uns von unmittelbaren Krisen und den Ängsten, die sie auslösen, bedrängen, um nicht zu sagen, tyrannisieren. Wir ziehen uns zurück, anstatt offen auf die Herausforderungen zuzugehen. In einem Zeitalter, das beherztes Handeln verlangt, neigen wir zu Verzagtheit. Global betrachtet, gibt das die derzeitige Stimmung wieder. Unter den US-Bürgern, die einst die größten Förderer und Befürworter des Freihandels waren, wächst inzwischen die Ablehnung.4 Weltweit häuft beziehungsweise verteilt die Industrie Rekordsummen an Bargeld an ihre Aktionäre, anstatt das Geld zu investieren. Ende 2015 hielten die globalen Unternehmen schätzungsweise mehr als 15 Billionen Dollar in Bargeld und Bargeldäquivalenten – viermal so viel wie noch vor einem Jahrzehnt.5 Insgesamt verteilten die Unternehmen des S&P 500 fast alle Gewinne des Jahres 2014 an ihre Aktionäre (in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen), anstatt in neue Projekte und Ideen zu investieren.6 Sowohl der extreme rechte Flügel der Politik (der die Öffnung der Gesellschaft für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Immigration und globale Verantwortlichkeiten zurückdrehen möchte) als auch die extreme Linke (die versucht, die Öffnung der Gesellschaft für Handel und privatwirtschaftliche Unternehmungen rückgängig zu machen) erfahren in großen Teilen der entwickelten Welt einen vermehrten Zulauf. In den 1990er-Jahren war das Wort »Globalisierung« allgegenwärtig. Für viele bedeutete es unter anderem ein weltweites Zusammenrücken und das Versprechen einer besseren Welt für alle. Heute ist das Wort zunehmend unpopulär (außer unter Politikern, die es als bequemen Sündenbock für die Probleme missbrauchen, für die sie keine Lösung finden) (siehe Abbildung 1.2).

Goldin_Grafik_1_2.jpg

Abbildung 1.2 Die Zahl der Google-Sucheingaben für »Globalisierung« sinkt seit einem Jahrzehnt. Quelle: Google Trends (2015). »Interest over Time: Globalization«. Aufgerufen unter www.google.com/trends.

Was uns fehlt und wir so dringend brauchen, ist Perspektive. Mit der richtigen Perspektive können wir den Wettbewerb erkennen, der unser Leben definiert, und unseren eigenen Willen besser gegen die breiteren Kräfte behaupten, die die Welt prägen. Wenn sich Erschütterndes ereignet, wir schockiert sind, können wir einen Schritt zurücktreten und das Ereignis in einen breiteren Kontext stellen, was uns eine größere Kontrolle über seine Bedeutung (und unsere Reaktion) ermöglicht. Zivile und politische Führer müssen perspektivisch denken, um eine überzeugende Vision zu entwickeln, die eine Beziehung zwischen den großen Triebkräften der Veränderung und unserem Alltagsleben herstellt. Geschäftsleute brauchen eine klare Perspektive, um sich im Chaos der allgegenwärtigen Informations- und Nachrichtenflut zu orientieren und kluge Entscheidungen zu treffen. Die Jugend braucht Perspektiven, um Antworten auf ihre großen, brennenden Fragen und einen Weg zur Verwirklichung ihrer Leidenschaften zu finden. Eine Perspektive zu haben befähigt uns, die Summe der einzelnen gelebten Tage in ein übergeordnetes Narrativ zu verwandeln. Und erhöht unsere Chancen, das 21. Jahrhundert gemeinsam zum besten Jahrhundert der Menschheitsgeschichte zu machen.

»Perspektive ist Orientierung und Eingangstor; ohne sie gelingt nichts wirklich gut.«7 Als Leonardo da Vinci (1452–1519) diese Worte schrieb, beriet und betreute er andere Künstler, er hätte aber leicht seine gesamte Generation beraten können. Als Zeitgenosse Michelangelos (1475–1564) lebte Leonardo in genau dem Augenblick des schicksalhaften Wettkampfes, den Michelangelo in Marmor gemeißelt hatte. Um eine Perspektive über unser derzeitiges Zeitalter zu gewinnen, müssen wir nur zurücktreten, einen Blick in die Vergangenheit werfen und erkennen: Das ist alles schon dagewesen. Die Kräfte, die vor 500 Jahren in Europa zusammenspielten, Genialität freisetzten und die soziale Ordnung umwälzten, sind in unserer Lebenszeit erneut aktiv. Nur dass sie heute stärker und weltumspannend sind.

Das ist die zentrale Botschaft dieses Buches. Sie sollte uns mit einer Mischung aus Hoffnung und Entschlossenheit erfüllen. Hoffnung, weil wir die Renaissance 500 Jahre später immer noch als eines der aufgeklärtesten und strahlendsten Zeitalter der Menschheit feiern. Wenn wir unser eigenes goldenes Zeitalter erreichen wollen, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen. Die Bedingungen sind gegeben. Wir können diesen Augenblick nutzen und eine neue Blütezeit herbeiführen, die die Blütezeit der Renaissance oder irgendeine andere Hochzeit in der Geschichte in Bezug auf ihre Größenordnung, ihre geografische Reichweite und ihre positiven Folgen für das Wohlergehen der Menschheit bei Weitem in den Schatten stellen wird. Dazu brauchen wir Entschlossenheit, denn dieses neue goldene Zeitalter wird nicht von alleine eintreten; wir müssen es errichten.

Das ist kein einfaches Unterfangen. Im Jahr 1517 schrieb Niccolò Machiavelli (1469–1527), einer der größten Philosophen seiner Zeit und Gründungsvater der modernen politischen Wissenschaften:

Wer die Zukunft voraussehen will, muss sich mit der Vergangenheit beschäftigen, denn menschliche Ereignisse ähneln stets denen vergangener Zeiten. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass sie von Menschen herbeigeführt werden, die von immer gleicher Leidenschaft angetrieben wurden und immer angetrieben sein werden. Das Ergebnis ist, dass in jedem Zeitalter die gleichen Probleme auftreten.8

Wir sind gewarnt. Die Renaissance war eine Zeit der großen Aufstände und Umstürze, die die Gesellschaft bis zur Bruchstelle und gelegentlich darüber hinaus belastete. Nun riskieren wir erneut große Turbulenzen – auf individueller und gesellschaftlicher Ebene und als Spezies. Einige Male sind wir bereits gestrauchelt. Diese Episoden haben viele von uns zu Zynikern und Kassandras gemacht. Wenn wir erneut zu wahrer Größe gelangen wollen, zu der die Menschheit durchaus befähigt ist, müssen wir uns das Vertrauen bewahren, dass sie erreichbar ist. Wir müssen alles tun, um diese Größe Wirklichkeit werden zu lassen. Der Nutzen des Fortschritts muss einer möglichst breiten Gemeinschaft zugutekommen. Und wir müssen uns gegenseitig helfen, die Erschütterungen zu überstehen, die niemand kommen sieht.

Der Weg, der vor uns liegt

Wir stellen die Gegenwart in vier Buchabschnitten als eine zweite Renaissance dar.

Teil I, »Die Fakten, die ein Zeitalter zur Renaissance machen«, legt die wichtigen harten Fakten unseres Zeitalters dar und entkräftet die saloppe und oft unverantwortliche Rhetorik, die heute die öffentliche Diskussion bestimmt. Wir treten einen Schritt zurück und verdeutlichen die verbindenden und entwicklungsorientierten Kräfte, die die Renaissance vor 500 Jahren definierten und die die Welt, in der wir leben, im vergangenen Vierteljahrhundert völlig verändert hat. Kolumbus’ Entdeckungsreisen, der Fall der Berliner Mauer – beide Ereignisse unterstreichen den Zusammenbruch langwährender Barrieren der Ignoranz und der Mythen und die Öffnung unverbrauchter, weltweiter Systeme des politischen und wirtschaftlichen Austausches. Gutenbergs Druckerpresse, das Internet – beide Technologien haben die menschliche Kommunikation von Grund auf verändert: Informationsfülle, billige Informationsverteilung, radikale Vielfalt und eine breite Partizipation.

Damals wie heute lagen dem menschlichen Fortschritt entwicklungsorientierte Kräfte zugrunde: Fortschritte im Gesundheitswesen, steigende Bildung und Wohlstand. Epidemien und Kriege, die beiden größten Verhinderer des Fortschritts im Verlauf der gesamten Menschheitsgeschichte, wurden in den Jahrzehnten vor Beginn der Renaissance seltener. Heute ist das Massensterben auf weiten Schlachtfeldern Vergangenheit – selbst unter Berücksichtigung der Gewalt im syrischen Bürgerkrieg –, und erfolgreiche Kampagnen gegen Krankheiten und altersbedingte Gebrechen haben die Lebenserwartung weltweit um fast zwei ganze Jahrzehnte erhöht.9 In der ersten Renaissance wurden Lese- und Rechenfertigkeiten, die einst privilegierte Kenntnisse einer kleinen Elite gewesen waren, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute ist die heranwachsende Generation junger Erwachsener die erste Generation in der Geschichte, die beinahe weltweit alphabetisiert ist.

Diese Revolutionen auf den Gebieten Technologie, Demografie, Gesundheit und Volkswirtschaft haben der Summe der menschlichen Aktivitäten eine enorme Dynamik und Vitalität verliehen. Mit jedem Dynamikschub akkumulieren und reinvestieren wir mehr Humankapital und intensivieren unsere weltweiten Handels-, Tausch- und Kommunikationsbeziehungen, bis – wie Teil II darlegen wird – eine neue »Blütezeit der Genialität« entsteht, die uns einen weiteren großen Schub verleiht.

Das positive Vermächtnis der Renaissance bestand in einer explosionsartigen Zunahme der Genialität, die sich in außerordentlichen Errungenschaften in der europäischen Kunst, Wissenschaft und Philosophie manifestierte, die in der Geschichte unvergleichlich sind. Sie brachten Europa in den folgenden Jahrhunderten auf den Kurs in Richtung einer wissenschaftlichen Revolution und Aufklärung. Wir befinden uns derzeit erneut inmitten einer explosionsartigen Entfaltung von Genialität, deren Umfang und Reichweite die erste Renaissance bei Weitem in den Schatten stellt. Das wissen wir erstens, weil alle Bedingungen erneut gegeben sind, und zweitens aufgrund der Zahl der fundamentalen Durchbrüche, die wir bereits verzeichnen. Wir werden zeigen, wie die Kräfte, die derzeit auf uns wirken – und die wir in Teil I identifizieren werden –, dazu beitragen, der Genialität zu einer neuen Blütezeit zu verhelfen, und wir werden einen Eindruck von den tief greifenden Veränderungen geben, die diese Blütezeit für die Menschheit bereithalten wird. Außerdem beschreiben wir unsere zunehmenden Möglichkeiten, kollektive Errungenschaften zu erzielen: unsere neue, disruptive Fähigkeit zur weltweiten Zusammenarbeit und zum Wissensaustausch, die die Grenzen des Möglichen immer weiter ausdehnt. Während der Renaissance entstanden in kollektiver Anstrengung die größten Kathedralen der Welt. Heute ermöglicht die weltweite Kollaboration die Entwicklung neuer Heilmethoden für Krankheiten. Das geschieht, indem die Wissensbasis der Menschheit in ein multilinguales Instrument verwandelt und das sichtbare Universum analysiert und kartiert wird.

Teil III, »Blütezeit der Risiken«, bringt den hoffnungsvollen Überschwang durch Mahnung zur Vorsicht ins Gleichgewicht. Dieselben verbindenden, entwicklungsorientierten Kräfte, die die menschliche Vorstellungskraft antreiben, sorgen zugleich für eine gefährlich hohe Komplexität und Konzentration unserer Aktivitäten. Diese doppelten Folgen des rasanten Fortschritts machen uns für eine besonders gefährliche Form der Risiken anfällig: systemische Risiken. Vor 500 Jahren lösten systemische Erschütterungen einige der verheerendsten Krisen aus – merkwürdige neue Krankheiten, die sich wie eine biblische Plage über die Menschheit ausbreiteten und ganze Regionen entvölkerten; ruinöse Finanzkrisen in neuen Kreditmärkten; den Untergang ganzer Gemeinden entlang der Seidenstraße, als sich mit der neu entdeckten Seeroute nach Asien ein vorteilhafterer Handelsweg eröffnete. Die Finanzkrise von 2008 hat uns gelehrt, systemische Risiken ernst zu nehmen, aber wir sind uns noch nicht vollständig darüber im Klaren, wie weit sie sich bereits ausgebreitet haben.

Auch in unserer Nationalpolitik und unserem geopolitischen System nehmen die systemischen Risiken zu. Ein Renaissancezeitalter bringt große Sieger und große Verlierer hervor. Die Bande unseres traditionellen Gesellschaftsvertrags werden schwächer, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, da die Technologien, die Solidarität und sogar Rebellion ermöglichen und fördern, demokratisiert werden und an Einfluss gewinnen. Vor 500 Jahren unterhöhlten das Fegefeuer der Eitelkeiten, Religionskriege, die Inquisition und häufige Volksaufstände den Frieden, in dem Genialität gedeiht, und löschten einige der brillantesten Köpfe des Zeitalters aus. Heute versuchen die Stimmen des Extremismus, Protektionismus und der Xenophobie erneut, die Bande zu zerreißen, die die Genialität beflügeln, während der wachsende Unmut der Bevölkerung unsere öffentlichen Institutionen der Legitimität beraubt hat, die sie benötigen, um wagemutig zu handeln.

Unsere Reise endet mit Teil IV, »Wettlauf um unsere Zukunft«. Wir legen dar, was wir gemeinsam tun müssen – Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft –, um die Größe zu erlangen, die dieses Zeitalter ermöglicht, und die Krisen zu überwinden, die es bereithält. Werden wir erneut den Glanz der ersten Renaissance erstrahlen sehen? Ihr düsteres Elend erleben? Oder beides? Das sind die Fragen – unser Goliath–, mit denen wir uns ohne Scheuklappen auseinandersetzen müssen.

Begriffsklärung

Zuerst müssen wir jedoch drei Fragen klären.

Was bedeutet »Renaissance« eigentlich?

Geschichtsstudenten auf der ganzen Welt setzen sich seit mehr als einem Jahrhundert mit dieser Frage auseinander. »Weder zeitlich noch in Bezug auf seinen Inhalt, seine Reichweite oder seine Bedeutung ist das Konzept Renaissance definiert. Es leidet unter Schwammigkeit, Unvollständigkeit und Zufälligkeit ... es ist beinahe ein nicht verwendbarer Begriff.«10 Das schrieb der niederländische Historiker Johan Huizinga im Jahr 1920. Seitdem ist die akademische Debatte undurchsichtiger geworden. Das Hauptproblem, das Historiker mit dem Begriff »Renaissance« haben, ist, dass er irrtümlicherweise den Eindruck vermittelt, diese Epoche sei ein reines Vergnügen gewesen. Er wurde erstmalig von dem italienischen Kunsthistoriker Giorgio Vasari (1511–1574) in seinen 1550 erschienenen zwei- bzw. dreibändigen (1568) biografischen Kunstlexika verwendet, um jüngste künstlerische Trends zu glorifizieren und sie von dem bisherigen gotischen Stil abzugrenzen. Die europäischen Historiker des 19. Jahrhunderts übernahmen ihn und erweiterten seine Bedeutung, um eine Zeit der künstlerischen, kulturellen und intellektuellen Blütezeit zu beschreiben (eine Bedeutung, die sich im Englischen bis heute in Ausdrücken wie dem Renaissance Man – Universalgenie – erhalten hat). Damit lieferten sie aber keine nüchterne Beschreibung der Epoche, in der Leonardo, Michelangelo und ihre künstlerischen Zeitgenossen lebten, sondern weckten die Vorstellung, das »Europa der Renaissance« habe andere Zivilisationen sprunghaft überholt – eine Idee, die sowohl Ursprung als auch Rechtfertigung für den europäischen Imperialismus des 19. Jahrhundert bildete.11

Heute weisen Historiker gerne darauf hin, dass das »Europa der Renaissance« auch seine hässlichen Seiten hatte. Wir sollten nicht vergessen, dass in weniger als zehn Jahren, nachdem Michelangelo seine Fresken in der Sixtinischen Kapelle fertiggestellt hatte, Masern und andere europäische Krankheiten beinahe die Azteken, Inkas und andere indigene Bevölkerungen in der Neuen Welt ausgerottet hätten. Wenn Historiker den Begriff »Renaissance« verwenden, gehen sie damit kritisch und vorsichtig um. In erster Linie meinen sie damit eine »Wiedergeburt« bestimmter Wissensgebiete, Stile und Werte des griechischen und römischen Altertums im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts.

In diesem Buch beginnen wir mit der populären Bedeutung des Begriffs Renaissance, das heißt, der Beschreibung einer seltenen Phase der allgemeinen Blütezeit. Dieses Konzept ist ein guter Ausgangspunkt, da es auch eine gute Beschreibung unsere gegenwärtige Welt liefert. Allerdings nur, wenn wir in der Lage sind, beide Seiten derselben Medaille zu sehen. Im Verlauf der Betrachtung dieser beiden Seiten betonen wir, dass die Renaissance damals wie heute Gutes und Schlechtes, Genie und Gefahr im Überfluss birgt. Am Ende kommen wir zu einer klaren Definition: Eine Renaissance ist ein Wettkampf um die Zukunft in einem Moment, in dem außerordentlich viel auf dem Spiel steht.

Wann fand die Renaissance statt?

Die Geschichte ist ein unteilbares Ganzes: Wenn Sie genau hinsehen, erkennen Sie Handlungsfäden, die ein Kapitel mit dem nächsten verweben. Historiker unterteilen die Menschheitsgeschichte in Epochen und definieren deren jeweiligen »Anfang« und ihr »Ende«, um das Verständnis unserer Entwicklung zu erleichtern und den breiten Geschichtsverlauf zu verdeutlichen, aber diese Zäsuren dienen lediglich der groben Orientierung und sind keineswegs fest gefügt.

In diesem Buch beleuchten wir in erster Linie ein einziges Jahrhundert, und zwar die Zeit von 1450 bis 1550. Das Jahr 1450 ist ein solider Ausgangspunkt. Leonardo da Vinci wurde 1452 geboren, und in der Zeit von 1452 bis 1454 fanden mehrere Ereignisse statt, die der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein ganz anderes Gesicht geben sollten, als der ersten Hälfte. Die folgenden Ereignisse fanden ungefähr zur gleichen Zeit statt: England und Frankreich beendeten ihren Hundertjährigen Krieg, eine gewalttätige Unterbrechung und Zerstörung des täglichen Lebens, die seit 1337 angedauert hatte; Konstantinopel, die Hauptstadt des antiken römischen Ostreiches und seit mehr als 1100 Jahren Bollwerk der europäischen Zivilisation gegen östliche Invasoren, kapitulierte unter den neuen, mit Schießpulver bestückten Kanonen des Osmanischen Reiches; und die kriegerischen italienischen Stadtstaaten – Mailand, Venedig, Florenz, Neapel und der Kirchenstaat – formierten sich zur Italienischen Liga, einem gegenseitigen Nichtangriffspakt, der es der gesamten italienischen Halbinsel ermöglichte, abzurüsten und ihre Energien in friedliche Vorhaben zu investieren.12

Aus ähnlichen Gründen definieren wir 1990 als ungefähres Anfangsdatum einer zweiten Renaissance. In nur wenigen Jahren fanden folgende Ereignisse statt: das Ende des Kalten Kriegs, der Fall der Berliner Mauer, Chinas Eintritt in die Weltwirtschaft und der Beginn des kommerziellen Internets. Plötzlich schien uns die Welt eine andere zu sein. Und wie wir in Teil I sehen werden, belegen belastbare Daten, dass diese Periode in der Tat anders war.

Wir beziffern das Ende der ersten Renaissance auf ungefähr das Jahr 1550. Wir müssen die Weiterentwicklung der Ideen und Ereignisse natürlich bis zu ihrem Ende weiterverfolgen, um ihre Bedeutung für das übergeordnete Gesamtgeschehen zu verdeutlichen. In der Praxis liefert ein Jahrhundert jedoch eine gute Perspektive über zahlreiche Veränderungen. Bereits um 1550 zeichneten sich die positiven und negativen Konsequenzen der Renaissance ab – die Ergebnisse der klugen und weniger klugen Entscheidungen, die die Menschen in dieser Zeit getroffen hatten.

Wir treffen keine Prognose über das wahrscheinliche Ende der zweiten Renaissance. Das gegenwärtige »Zeitalter« ist jedoch breiter angelegt, als das laufende Jahr oder das laufende Jahrzehnt. Vielmehr handelt es sich um ein Phänomen – einen Wettkampf –, der das gesamte 21. Jahrhundert prägen wird.

Warum fokussieren wir auf Europa?

Renaissancen, so wie wir sie definieren, finden sich in jeder Zivilisation. Was sich im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts ereignete, weist einige breite Parallelen zur klassischen Maya-Periode (300–900 n. Chr.), den ersten Jahrhunderten der koreanischen Chosŏn-Dynastie (1392–1897), dem islamischen Goldenen Zeitalter (750–1260), Chinas Tang-Dynastie (618–907), Indiens Gupta-Reich (320–550) und dem Mogul-Reich unter Akbar, genannt »der Große« (1556–1605), auf. Wir ermutigen alle, sich mit diesen Epochen auseinanderzusetzen, um größere Erkenntnisse über unsere heutige Zeit zu gewinnen. Dieses Buch gewinnt seine Perspektive aus einem bestimmten Moment in der europäischen Geschichte.

Warum? Nicht weil das Europa des 15. Jahrhunderts die am höchsten entwickelte Zivilisation der damaligen Zeit war. Diese Auszeichnung gebührt China, die dieses Privileg über viele Jahrhunderte bewahrt hat. Bereits im 12. Jahrhundert war Chinas damalige Hauptstadt Kaifeng eine Millionenstadt. 300 Jahre vor Gutenberg erzeugten chinesische Blockdrucker bereits Bücher im Massendruck, und zwar so billig, dass sich selbst Haushalte mit bescheidenen Einkünften Bücher leisten konnten.13 Das Staatswesen des Osmanischen Reiches des 15. und 16. Jahrhunderts, das sich an Europas östlicher Türschwelle befand, war ebenfalls wesentlich höher entwickelt und kosmopolitischer, als alles, was Machiavelli beschrieb. Und die bei Weitem größte Glaubensgemeinschaft der Welt waren die Moslems, nicht die Christen. Europa galt als unterentwickeltes Hinterland. Viele Weltkarten aus jener Zeit spiegeln diese Auffassung wider. Mit Beginn der Renaissance setzte jedoch ein abrupter Wandel ein. In den folgenden Jahrhunderten schloss Europa zu anderen Zivilisationen auf, überholte sie auf fast allen Gebieten des menschlichen Fortschritts und prägte die grundlegenden Strukturen der Welt, in der wir heute leben. Europa ist sozusagen der engste Verwandte, der bis zur Gegenwart die unmittelbarsten Lektionen bietet.

Natürlich gibt es im Detail viele Unterschiede zwischen den heutigen Ereignissen und den Ereignissen vor 500 Jahren. Bedeuten diese Unterschiede jedoch, dass wir die Lektionen ignorieren sollten, die uns die Vergangenheit über unser eigenes Zeitalter der Blüte von Genie und Gefahr zu vermitteln hat? Das müssen Sie selbst entscheiden. Wir glauben, dass Sie zu derselben Erkenntnis kommen werden:

Wir befinden uns in einer zweiten Renaissance.


1 Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen (2014). World Urbanization Prospects: The 2014 Revision Highlights. New York: United Nations.

2 Geenhalgh, Emily (2015). »2014 State of the Climate: Earth’s Surface Temperature.« National Oceanic and Atmospheric Administration. Aufgerufen unter www.climate.gov.

3 Internet Live Stats (2015). »Internet Users.« Aufgerufen unter www.internetlivestats.com/internet-users.

4 Pew Research Center (9. Novvember 2010). »Public Support for Increased Trade, except with South Korea and China. Fewer See Benefits from Free Trade Agreements.« Pew Research Center Global Attitudes and Trends. Aufgerufen unter www.people-press.org.

5 Rasmus, Jack (21. September 2015). »Global Corporate Cash Piles Exceed $ 15 Trillion.« TelesurTV. Aufgerufen unter www.telesurtv.net/english/opinion; Dolan, Mike (2014). »Analysis: Corporate Cash May Not All Flow Back with Recovery.« Reuters. Aufgerufen unter www.reuters.com.

6 Bost, Callie und Lu Wang (6.Oktober 2014). »S&P 500 Companies Spend Almost All Profits on Buybacks.« Bloomberg. Aufgerufen unter www.bloomberg.com.

7 DaVinci, Leonardo (145-1519) (1955). »Chapter XXIX: Precepts of the Painter – of the Error Made by Those Who Practice without Science.« In The Notebooks of Leondardo da Vinci, herausgegeben von E. MacCurdy. New York: George Braziller.

8 Machiavelli, Niccolò (1469-1527) (1940). »Discourses on the First Ten Books of Titus Livius, Third Book, Chapter XLIII: Natives of the Same Country Preserve for All Time the Same Characteristics.« In The Prince and the Discourses, herausgegeben von C. E. Detmold, M. Lerner, L. Ricci und E. Vincent. New York: The Modern Library.

9 Pettersson, Therese und Peter Wallensteen (2015). »Armed Conflicts, 1946-2014.« Journal of Peace Research 52(4): S. 536-550.

10 Huizinga, Johan (1959). »The Problem of the Renaissance.« In Men and Ideas: History, the Middle Ages, the Renaissance (Essays by Johan Huizinga). New York: Meridian Books.

11 Brotton, Jerry (2002). The Renaissance Bazaar: From the Silk Road to Michelangelo. Oxford: Oxford University Press.

12 Hale, J. R. (1985). War and Society in Renaissance Europe, 1450-1620. London: Fontana Press.

13 Asian Art Museum (2015). »The Invention of Woodblock Printing in the Tang (618-906) and Song (960-1279) Dynasties.« Aufgerufen unter education.asianart.org.