III. Kapitel Die Ergreifung

Die Sonnenbrillenmode soll eher zufällig durch Roy Orbison aufgekommen sein – der im vorangegangenen Jahr mit «Pretty Woman» einen großen Hit gelandet hatte. Er litt an mehreren Sehfehlern, und als er vor einem Konzert seine normale Brille im Flugzeug vergessen hatte, blieb ihm nichts anderes übrig, als mit seiner Sonnenbrille mit geschliffenen Gläsern auf die Bühne zu gehen. Sowohl er als auch das Publikum fand Gefallen daran, und so blieb es dabei.

IV. Kapitel Die Untersuchung

Benannt nach dem Chicagoer Polizisten, der die Technik in den 40er Jahren entwickelt hatte.

Die Abkürzung steht für «Preparation and Planning, Engage and Explain, Account, Closure and Evaluate».

Morans Gegenstück in der deutschen Luftwaffe, Hanns-Joachim Scharff, erzielte erstaunliche Ergebnisse mit gefangen genommenen alliierten Kampfpiloten, zu denen er auf raffinierte Weise einen solchen vertrauensvollen Kontakt aufbaute. Nach Kriegsende wurde Scharff von der amerikanischen Luftwaffe in die USA eingeladen, um über seine Vernehmungskunst zu sprechen. Er blieb, nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und machte sich als Mosaikkünstler einen Namen. Auf der Grundlage von seiner und Morans Technik wurde eine umfangreiche Wissensdatenbank für tatsächlich funktionierende Vernehmungstechniken angelegt (und vice versa), die jedoch außerhalb von Fachkreisen keine größere Bekanntheit erlangte. Die Amerikaner griffen bald wieder auf die herkömmlichen, ebenso brutalen wie ineffektiven Methoden zurück, vor allem in der moralisch selbstgerechten Panik, die nach dem 11. September aufkam.

Diese Studien führten Laurence und Emily Alison an der Universität Liverpool durch. Ihre «Orbit» genannte Technik wird heute unter anderem vom britischen Geheimdienst genutzt.

Und nicht nur in katholischen Ländern. Zu diesem Zeitpunkt war Selbstmord in einigen Teilen der USA noch illegal, und in Großbritannien war er erst vier Jahre vorher entkriminalisiert worden.

Alles begann mit Kristina Ahlmark-Michaneks berühmtem Sachbuch «Jungfrutro och dubbelmoral» 1962, das ihr sowohl Zustimmung als auch Angriffe von anderen Frauen einbrachte. (Einen Überblick über die gesamte Sexualdebatte der 60er Jahre bietet Lena Lennerheds «Frihet att njuta».)

Die Bücher enthielten pornographische Novellen zahlreicher bekannter schwedischer Schriftsteller – unter der Redaktion von Bengt Anderberg.

Randnotiz: Beinahe alle in diesen Zeitschriften publizierten Fotos stammten aus dem Ausland, in erster Linie aus Frankreich. Erst in der zweiten Hälfte der 60er Jahre wurde Schweden auf diesem Gebiet zum Selbstversorger. Und: Viele Intellektuelle oder Pseudointellektuelle oder Schriftsteller in finanzieller Notlage verdienten sich ihre Brötchen, indem sie für solche Zeitschriften Pornonovellen schrieben, die gut bezahlt wurden.

Einzelheiten zu diesem recht komplizierten Prozess finden sich in Klara Arnbergs Abhandlung «Motsättningarnas maknad».

Allein von «Kärlek IIV» verkauften sich 1965 rund 520000 Exemplare, von dem pornographischen Klassiker «Fanny Hill» circa 300000, von den zwei pornographischen Anthologien «Sänghästen I & II» über 140000 Exemplare und so weiter. Taschenbücher sind hierbei nicht berücksichtigt.

Auch heute noch sehenswert ist «Ipcress – Streng geheim» mit Michael Caine in der Hauptrolle. Das Fernsehen zeigte die Serien «Solo für O.N. C.E. L.» (meine persönliche Lieblingsserie, da es noch Jahre dauern würde, bis ich nicht jugendfreie Filme im Kino würde sehen dürfen) sowie «Agent86 Smart» («Mini-Max»). An der Wand über meinem Bett hingen Bilder von Sean Connery als Agent 007.

Keiner der zahlreichen europäischen Farbenproduzenten, bei denen man Erkundigungen einzog, konnte weitergehende Hinweise zu der Mischung geben.

Er hatte die Erlaubnis seiner Vermieterin, auf dem Instrument zu spielen, was er auch oft tat.

Besonders die ältere Generation, die vor dem oder im Krieg aufgewachsen war, beherrschte meist besser Deutsch als Englisch.

Eine Überprüfung in Wien ergab, dass Silvia B. sich bester Gesundheit erfreute und keinerlei Kontakt zu Wagner gehabt hatte, an den sie sich im Übrigen nur undeutlich erinnerte.

Thorander spielte später eine wichtige Rolle in mehreren spektakulären Geiselnahmen während der von Terrorismus geplagten 70er Jahre: dem Mord an dem jugoslawischen Botschafter 1971, dem Drama vom Norrmalmstorg 1973 und der Besetzung der westdeutschen Botschaft durch die RAF 1975. Thorander trat darüber hinaus GW Larssons Nachfolge als Leiter des Dezernats für Gewaltdelikte an, als der in Pension ging.

Heute befindet sich dort das Restaurant «East».

Dass der zugeknöpfte und korrekte Wagner dem Reihentanz Letkiss nichts abgewinnen konnte, ist nachvollziehbar. Für mich steht der Tanz seit meiner Kindheit für das peinliche Finale von Partys, wenn beschwipste Erwachsene herumhüpften, wobei es der eigentliche Clou zu sein schien, dass es keiner schaffte, die Bewegungen synchron auszuführen. Die große Begeisterung der Schweden für den Tanz äußerte sich in jenem Jahr unter anderem in Form eines Weltrekordversuchs in Letkiss, der auf dem Stortorget in Växjö stattfand. Mit mäßigem Resultat.

Dass sein korrekter Nachname Wagner lautete, erfuhr sie übrigens erst gegen Ende der Beziehung.