„Aber das Leiden unseres Herrn und seine heilige Menschheit, die war ihm nie so von Grund auf lieb, und deshalb dünkt ihm, dass er erst (jetzt) zu leben beginne, und jetzt erst beginnt er so recht mit allen Tugenden und heiligen Übungen. Und dies (neue Leben) wächst in ihm in wesenhafter Weise im Kleinsten wie in dem Größten; denn das Größte und das Kleinste sind in ihm eins. Denn Gott hat auch in der Natur alles so geordnet, dass das Niederste dem Höchsten antwortet. Der Himmel ist das höchste und das Erdreich ist das niederste. Nun wirkt der Himmel nirgends fruchtbarer als in der Niederung der Erde. Und so wirkt die Hoheit Gottes nirgendwo fruchtbarer und göttlicher als in der tiefsten Niederung des Menschen; und wie die Sonne die Feuchtigkeit aus der niederen Erde zieht, so zieht der hohe Gott den Geist (des Menschen) zu sich hinauf.“

Durch die „starke Liebe“ wird also der Geist des Menschen angetrieben, so „das er tuot einen úberswank“2184 („dass er einen Überstieg vollzieht“), um mittels der Erkenntnis über die eigene Nichtigkeit zu einem „gotformigen menschen“2185 („gottförmigen Menschen“) zu werden, der in Einheit mit der Liebe Gottes lebt und Gott seinen „vatter heissen“2186 („Vater nennen“) kann. In diesem gottförmigen Leben

„kumet dem menschen in einem blike in was er tuon sol oder do er fúr bitten sol, oder er lichte bredien sol.“2187

„erkennt der Mensch in einem Augenblick, was er tun oder wofür er bitten soll oder was er etwa predigen soll.“

Das Denken und Tun des Menschen ist ganz von Gottes Liebe erfüllt. Deshalb darf dieser Mensch auch als ein gottförmiger Mensch bezeichnet werden. Fassen wir nun mit Taulers Worten die Eigenschaften der „starken Liebe“ zusammen:

„Zuo dem ersten das si den geist des menschen also úberswenklichen erhebt in jenem den er mint, und zúhet in verre us der eigenschaft und vermúgen und wúrklicheit der krefte gehugnisse und wille. Dis ist úber alle wise und sinne. Die ander eigenschaft: das si so tieffe nider trukt in den grunt, das ist in ein vernúten das grundelos ist, und ist die demuetkeit unbekentlich den sinnen und hat do iren namen verlorn. Die dritte eigenschaft ist das die minne denne den menschen machet al weselich; das ist ein wunder und get also in und ist aller dinge also ze friden, wie alle ding koment, und enhat nút vil wúrklicheit, denne stet in einer stillen ruowe und ist bereit war in der herre fueren oder mit im wúrken welle, als ein knecht der vor sines herren tofellen stot unde nút anders entuot denne sicht den herren an, was er von im welle, das er bereit si das ze tuonde.“2188

„Zum Ersten, dass sie den Geist des Menschen in überschwänglicher Weise in jenen erhebt, den er liebt, und (ihn) weit wegzieht von allem Eigenen, von allem Können und Wirken des Gedächtnisses und des Willens. Das geht über alle Weisen des Verstandes und über alle Sinne. Die andere Eigenschaft ist, dass diese Liebe daraufhin (den Geist des Menschen) so tief niederdrückt in den Grund, das heißt in ein unergründliches Vernichten. Diese Demut ist (aber) den Sinnen nicht (mehr) fassbar und hat dort (im Bereich ihrer Fassbarkeit) ihren Namen verloren. Die dritte Eigenschaft ist, dass die Liebe den Menschen wesenhaft macht; das ist ein Wunder und betrifft das innere (Leben); (er aber) bleibt in allen Lebenslagen zufrieden, wie die Dinge (auch) kommen mögen; er zeigt nicht viel (äußere) Wirksamkeit, denn er befindet sich in einer stillen Ruhe. Er ist bereit (da hinzugehen), wohin der Herr ihn führen oder (wo er) mit ihm wirken will; (ganz) wie ein Knecht, der vor seines Herren Tafel steht und nichts anderes tut, als (seinen) Herrn anzusehen, um bereit zu sein, nur das zu tun, was er von ihm will.“

IV. Auf den Berg der Seligpreisungen steigen

In der Allerheiligenpredigt2189 legt Tauler die acht Seligkeiten – die Seligpreisungen – als Tugenden aus: Dabei handelt es sich bei den ersten beiden Seligkeiten um die Armut des Geistes2190 und die Sanftmut2191; bei der dritten und achten spricht Tauler über das Leiden.2192 Die vierte Tugend ist das Streben nach Gerechtigkeit: Die Gerechten fällen kein ungerechtes Urteil über andere, denn sie lassen sich weder von Sympathien noch vom persönlichen Vorteil leiten; weder von

„gunst noch ungunst, noch zuo mime nutze noch zuo minen frúnden, noch zuo minre eren, noch loben noch schelten, noch were dekein valsch, urteil, noch gunst noch ungunst; wo man disen grunt funde der möhte man loben, wanne der were einen edeln grunt ufgegangen.“2193

„Gunst noch Ungunst, noch zu meinem Nutze oder dem meiner Freunde, weder zum (Nutzen) meiner Ehre, Lob oder Tadel; da wäre keine Falschheit, Urteil noch Gunst noch Ungunst; wo man diesen Grund fände, diesen möchte man loben, denn der wäre einen edlen Grund hinaufgegangen.“

Zur Tugend der Gerechtigkeit gelangt der Mensch, wenn er sich in Demut, Gottesfurcht, Gelassenheit und Sanftmut übt.2194 Wer sich in seinem Leben in Gerechtigkeit übt, wird Gerechtigkeit bei Gott finden; das geschieht, wenn er in seinen Grund einkehrt: „Suochent alleine Got, der ist das gewore rich“2195 („Suchet allein Gott, er ist das wahre Reich“). Gottes Gerechtigkeit wird denen offenbar, die ihn „innerlichen suochent und in meinent und sich an in lossent“2196 („innerlich suchen und [nur] ihn im Sinn haben und sich ihm überlassen“).

Die fünfte Seligkeit betrifft die Barmherzigen: Für Tauler ist ein barmherziger Mensch ein „reht göttelich mensche“2197 („wahrhaft göttlicher Mensch“), denn alle Werke Gottes sind von seiner Barmherzigkeit erfüllt. Barmherzigkeit wird aus Liebe und Güte geboren:

„Darumb sint die woren gotzfrúnt in der worheit vil barmherztig, und sint den súndern und den lidenden vil gloubiger wan andere die der minnen nút enhant.“2198

„Darum sind die wahren Gottesfreunde in der Wahrheit sehr barmherzig, und sie sind den Sündern und den Leidenden gegenüber vertrauensvoller als die anderen, die die Liebe nicht (in sich) haben.“

Der Barmherzige verurteilt keinen Menschen vorschnell, und er hat Mitleid mit den Leidenden. So zeigt sich Barmherzigkeit nicht nur in der gelebten Nächstenliebe, sondern auch in der Art, wie auf das Leiden und auf die Fehlhaltungen anderer Menschen reagiert wird. Wer seinem Mitmenschen die Barmherzigkeit nicht versagt, dem wird sie auch nicht von Gott versagt.2199

Auf die Barmherzigkeit kommt Tauler auch in zwei anderen Predigten zu sprechen.2200 In diesen spricht er zunächst von einem Tun und einem Lassen:

„Das tuon das uns hie fúr wirt geleit, das ist das wir súllen sin barmherzig. Das lossen das ist, wir súllen nieman verurteilen.“2201

„Das Tun, das uns hier vorgelegt wird, das ist, dass wir barmherzig sein sollen. Das Lassen ist, wir sollen niemanden verurteilen.“

Jeder soll sich gegenüber dem Nächsten in Barmherzigkeit üben,

„in aller der wise do er es bedarf..., och an dem vertragende sine gebreste mit barmherzikeit.“2202

„in aller Weise, in der er es bedarf ..., auch im Ertragen seiner Gebrechen mit Barmherzigkeit.“

Barmherzigkeit zeigt sich in der Fähigkeit zum Mitleiden:

„Wo er den in lidende weis, es si inwendig oder uswendig, und solt mit herzeklicher mitleidunge von Gotte begeren das er in troeste.“2203

„Wo er (jemanden) leidend weiß, es sei innerlich oder äußerlich, soll (er) mit herzlichem Mitleid von Gott begehren, dass er ihn tröste.“

Barmherzigkeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Fürbitte, sondern beinhaltet auch ein konkretes Tun – zumindest ein gütiges Wort2204:

„Kanst du och im uswendig gehelfen, es sie mit rate oder mit gaben, es sie mit worten oder mit werken, als verre als es an dich kumet, das solt du tuon.“2205

„Kannst du ihm auch äußerlich helfen, es sei mit Rat oder mit Gaben, es sei mit Worten oder mit Werken, wenn es an dich herankommt, (dann) sollst du das tun.“

Aber statt sich in Barmherzigkeit zu üben, richten und verurteilen die Menschen einander. Das ungerechte Verurteilen und Richten ist für Tauler ein schweres Vergehen2206:

„Kinder, wissent das diser gebrest also grossen mordigen schaden iezunt tuot gemeinlichen under den lúten, das das ein ungebruevet und ungezalt wunder ist. Kinder, tuont wie vil guoter werke ir wellent von grossen uswendigen werken und ufsetzen, weler kúnne die sin: der guoten werke hat der túfel sinen spot, ist das ir in disem gebresten stont. Nieman enneme sich des an das er des andern richter si.“2207

„Kinder, wisset, dass dieses Gebrechen einen großen, tödlichen Schaden jetzt allgemein anrichtet unter den Leuten, dass das gar nicht geschildert und aufgezählt werden kann. Kinder, tut so viele gute Werke wie ihr wollt, große äußerliche Werke und Vorhaben, welcher Art sie auch seien: über die guten Werke spottet der Teufel, (wenn) ihr in diesem Gebrechen steht. Niemand nehme sich das Recht, dem anderen Richter zu sein.“

Derjenige, der andere verurteilt, fordert von diesem nämlich etwas, wozu er selbst nicht imstande ist: „so enkonde er sich selber hie nie gemachen, das er were als er sin solte und als sich gerne hette“2208 („so kann er sich selber nie machen, dass er so wäre, wie er sein sollte [oder] wie er sich gerne sähe“). Aber dennoch fügt er seinem Nächsten auch noch zusätzliches Leiden hinzu:

„Als ein slag vellet uf den menschen al zehant sunder beraten, so kumet dis und leit des sinen dar zuo, das ze beswerende und ze verkerende und das in dem aller boesten und sweresten fúr ze bringende, und die leide zunge von der unzellich leit kumet, die ist al zehant do, e denne er zuo siner bescheidenheit kome.“2209

„Trifft ein Schlag (ein Unglück) den Menschen, sofort (und) ohne zu überlegen, kommt dieser und legt das Seine dazu, (so) dass er es erschwert und verfälscht und das Leiden ins böseste und schwerste Licht bringt, und die böse Zunge, von der unendlich viel Leid kommt, die ist sofort da, ehe man zur Einsicht kommt.“

Deshalb fordert Tauler, auf die Wortwahl und die Art, wie man spricht, genau zu achten:

„Ir ensullent niemer úweren munt uf getuon, ir súllent e driwerbe úch betrachten ob úwere wort súllen sin zuo den eren Gotz und úwers nechsten besserunge und úch selber bringen friden inwendig und uswendig.“2210

„Ihr sollt niemals euren Mund auftun, (ehe) ihr euch dreimal gefragt habt, ob euere Worte zur Ehre Gottes und zur Besserung eueres Nächsten sind und ob sie euch selber inneren und äußeren Frieden bringen.“

Tauler aber bleibt Realist: Wem es aufgetragen ist zu Richten, z.B. Richtern und Priestern, der soll es in Güte, Sanftmut und mit freundlicher Miene und mit freundlichen Worten tun: „Und es ist groeslichen den pfaffen verbotten das si nút herteklichen súllen stroffen, die richter sint der kilchen“2211 („Und es ist strengstens den Priestern, die Richter in der Kirche sind, verboten, hart zu strafen“). Wenn jemand gerichtet werden muss, dann soll dies im Heiligen Geist geschehen:

„Mer wo der heilige geist urteilet durch den menschen als des not ist, do beitet man statten und stunden als stat hat; nút das man eine wunden heilen welle und zwo dobi slahe zu ungestuemekeit, und nút swere wort noch gelas noch unmúgende den nehsten verkleinet und vernútet in andere hertze, sunder uz minne und senftmuetekeit, und daz der mensche bi ime selber in demuetekeit und in armuote sines geistes.“2212

„Aber wo der Heilige Geist urteilt durch den Menschen, wenn dies notwendig ist, da warte man Zeit und Stunde und Gelegenheit ab; nicht, dass man eine Wunde heilen wolle und zwei dazu schlage aus Ungestüm, und (dass) man weder mit schwerem Wort noch mit Gebaren noch mit Abneigung den Nächsten verkleinere und vernichte in den Herzen der anderen, sondern (dass man richte) aus Liebe und Sanftmut und dass der Mensch (dabei) bei sich selber bleibt in Demut und in Armut seines Geistes.“

Wer zur rechten Zeit, am rechten Ort und sachlich richtet, ohne dass der zu Verurteilende dabei sein „Gesicht verliert“, kann den Betreffenden durch die Barmherzigkeit und Sanftmut, die er ihm entgegenbringt, derart beschämen, dass dieser zu einer wahrhaftigen Umkehr bereit ist.2213 Wer aber über andere richten will, muss sich selber kennen und sich ganz dem Heiligen Geist überlassen können: „Kerent uch zuo úch selber und nement úwer eigene gebresten war“2214 („Kehrt euch zu euch selbst und nehmt eure eigenen Gebrechen wahr“).

Mit der sechsten Seligkeit sind die Friedfertigen gemeint; sie sind Kinder Gottes.2215 Sie sind von einem Frieden erfüllt, den ihnen niemand mehr nehmen kann. Dieser Friede ist ihnen von Gott geschenkt worden, weil sie sich in Liebe und Leid ganz seinem Willen überlassen haben:

„Des hant sú ire werk und alles ir leben alzuomole in gotte, nút noch menschlicher wisen sunder in götlicher úbernatúrlicher wisen, in der kraft des vatters und in der wisheit des súnes, und in der sússen minne des heiligen geistes sint sú getouffet und also domit durchgangen des in iren friden nieman mag genemen.“2216

„Deshalb tun sie ihr Werk und alles in ihrem Leben gänzlich in Gott, nicht nach menschlicher Weise, sondern in göttlicher übernatürlicher Weise; in der Kraft des Vaters und in der Weisheit des Sohnes und in der süßen Liebe des Heiligen Geistes sind sie getauft und so davon durchdrungen, dass ihnen ihren Frieden niemand nehmen kann.“

Dieser wahre Friede ist das Geschenk, das dem Menschen in der Einung mit der innertrinitarischen Wirkkraft Gottes zuteil wird:

„Waz der einborne sun hat von naturen, das wurt in von gnoden gegeben, wanne die fridesamen die werdent in der worheit in gotte und usser gottes hertzen geborn, wanne dieser fride enmag niergent anders geborn werden.“2217

„Was der eingeborene Sohn hat von Natur, das wird ihnen aus Gnade gegeben, denn die Friedfertigen werden in Wahrheit in Gott und aus Gottes Herzen geboren, denn dieser Friede kann nirgendwo anders geboren werden.“

Aus diesem Grund wird der Mensch für Tauler gottförmig:

„Wenne sich das ungenante, das namenlos das in der selen ist, in Got zemole kert, so volget und kert sich da mit alles das namen hat in dem menschen. ... In disem so sprach Got sinen woren friden. ... Dis sint die menschen die S. Dyonisius nemmet gotformige menschen.“2218

„Wenn sich das Ungenannte, das Namenlose, welches in der Seele ist (im Grund), zu Gott ganz kehrt, so folgt und kehrt sich damit alles, was Namen hat im Menschen. ... In diesen (Menschen) sprach Gott seinen wahren Frieden. ... Das sind die Menschen, die St. Dionysius gottförmige Menschen nennt.“

Weil dieser Friede von Gott stammt, ist er göttlich2219 bzw. der wahre und wesentliche Friede2220. Diese Menschen sind zwar auch großen Anfechtungen und einem äußeren Unfrieden ausgeliefert, doch sie verlieren dadurch niemals ihren inneren Frieden:

„Dise menschen werdent in irem grunde als unbeweglich und in einem goettlichen friden gesat, das si weder liep noch leit, hert noch weich enmag entsetzen.“2221

„Diese Menschen werden in ihrem Grund so unerschütterlich und finden in (sich) einen göttlichen Frieden, (so) dass sie weder Lieb noch Leid, weder Hart noch Weich entsetzen können...“

Denn „also vil in Gotte, als vil in friden, und als vil us Gotte, als vil us friden“2222 („soviel man in Gott ist, so viel [ist man] im Frieden, und so viel man [von] Gott entfernt ist, so viel [ist man] vom Frieden [entfernt]“). Die Friedfertigen – die Tauler auch die Seligen und wahren Zeugen2223 nennt – nehmen alles, was ihnen anheimfällt, als von Gott gegeben an und wollen deshalb alles wieder Gott zurückerstatten:

„Si nement alle ding von Gotte und tragent im alle ding luterlichen wider uf, und blibent si in friden, wie Got alle ding fuegt, noch denne das der usser mensche wol mag vil groeslichen liden und och beweget werden. Dis sint selige mensche.“2224

„Sie nehmen alle Dinge von Gott an und tragen ihm alle Dinge lauter wieder zurück, und sie bleiben in Frieden, wie Gott alle Dinge auch fügt, (selbst) wenn auch der äußere Mensch wohl sehr viel leiden mag und auch erschüttert wird. Dies sind selige Menschen.“

Obwohl sie auch großes Leid erdulden müssen, sind sie dennoch so voll der göttlichen Liebe, dass sie diese weitergeben möchten – doch es ist Gott selbst, der über diese Liebe verfügt:

„Dise edeln personen die hant sú also durchgangen, wer es not, sú soltent dis lant irme friden wol berihten, wan sú sint so vol liehtes von der ewiger wisheit die sú hat durchflossen, und ouch also vol minnen, möhtent sú selber entfliessen innewendig und ussewendig in worer minne irs nehsten, sú entfliessent in selber in rehter minner und úberflússen, und anders envindet man nút an ir denne minne und fride, so man sú anrüret.“2225

„Diese edlen Personen sind so durchdrungen, wäre es nötig, sie könnten diesem Land wohl ihren Frieden bringen, denn sie sind so voll des Lichtes der ewigen Weisheit, die sie durchflossen hat, und auch so voll Liebe, könnten sie selber innerlich und äußerlich ausfließen in wahrer Liebe zu ihrem Nächsten, sie entflössen sich selbst in rechter Liebe und Überfließen, und nichts anderes findet man in ihnen als Liebe und Friede, wo man sie (auch) berührt.“

Auch für die Erlangung des wahren Friedens gilt: Eine wichtige Voraussetzung ist die Selbsterkenntnis.2226 Wer den wahren und wesentlichen Frieden in sich finden will, der muss den Dieb und den Mörder in sich zur Strecke bringen: Unter dem Dieb versteht Tauler die Haltung, in egozentrischer Weise alles auf sich selbst zu beziehen und nur dem Eigenwillen zu folgen; mit dem Mörder ist die Haltung des Verurteilens gemeint.2227 Dieb und Mörder sollen durch die Selbsterkenntnis „sterben“: „Kinder, hie were wor weselich fride, do der diep und der moerder alle bede tot werent“2228 („Kinder, hier entstünde ein wahrer, wesentlicher Friede, wenn der Dieb und der Mörder, alle beide, tot wären“). Wenn Dieb und Mörder „sterben“, dann ist der Mensch dazu in der Lage, in allen Dingen im Frieden zu bleiben, d.h. mit allem in einem gelassenen, d.h. gleichmütigen, unabhängigen Verhältnis zu stehen. Dann darf er sich eine wahre Braut Christi nennen2229: Die wahre Braut lebt in allen Dingen im Frieden, so dass „keine creature múge entfriden in sinre innewendikeit“2230 („kein Geschöpf ihr den Frieden ihrer Innerlichkeit nehmen kann“). Deswegen verzichtet sie auch auf alle Dinge, die ihr diesen Frieden nehmen können.

Mit drei Widersachern lebt die wahre Braut im Frieden: mit der „Welt“, mit dem „Feind“ und mit dem eigenen „Fleisch“. Im Frieden mit der „Welt“ lebt man, wenn man völlig frei ist gegenüber allem, was die Welt zu geben vermag:

„Das du nút enahtest was dir die welte getuon mag, sú neme dir, sú gebe dir; darzuo kommest du mit volkomenre getult.“2231

„Dass du nicht beachtest, was dir die Welt tun mag; sie nehme dir, sie gebe dir; dahin kommst du mit vollkommener Geduld.“

Im wahren Frieden mit dem „Feind“ zu leben, heißt nicht, sich seinen Versuchungen einfach hinzugeben, sondern sie mit andächtigem Gebet zu bekämpfen.2232 Das Gebet ist für Tauler der einzige Weg, auch in Anfechtungen im Frieden zu bleiben, weil hierin den Hindernissen des Feindes weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird und der Mensch sich dabei ganz auf Gott hin ausrichtet:

„Wenne der mensche gewar wurt der fúrinen pfile die ime do her kumment schiessen, die ime sin geistlichen friden wellent benemen, so gebe er sich zuohant mit gewalte in sin innig gebet und enahte der hindernisse nút.“2233

„Wenn dem Menschen die feurigen Pfeile gewahr werden, die ihm zugeschossen werden (und) die ihm seinen geistlichen Frieden nehmen wollen, so gebe er sich sogleich mit Nachdruck dem innigen Gebet hin und beachte die Hindernisse nicht.“

Schließlich: „Du solt ouch haben friden mit dir selber“2234 („Du sollst auch Frieden mit dir selber haben“). Um auf dem Weg zu Gott nicht behindert zu werden, muss sich der Leib des Menschen – d.h. sein äußerer Mensch – im völligen Frieden befinden, indem er sich der Führung des menschlichen Geistes – in diesem Fall meint Tauler die natürliche Vernunft – überlässt. Hierzu gibt er vier Ratschläge:

„Das erste, das du dime lichamen abeziehest an essende, an trinckende und an sloffende und alleme gemache, und obe du sihst daz er úbelen wil, so lege im einen hamen an mit scharpfen disciplinen. – Das ander, das du solt widersache haben dem turste der welte und allen weltlichen dingen und sorgen der welte. ... Daz dirte ist daz du habest ein ufgerihtet gemuete in Got, alle zit ein gegenwertekeit Gottes. ... Das vierde ist: du solt dine naturlichen sinne underbrochen hat und solt ir gewaltig sin und zuo aller zit: du solt sehen und nút sehen, und niemer dine ougen noch dine oren ufgeben zuo keinre itelkeit, noch dinen munt niemer ufgetuon wanne zu nutze, dine hende noch dine fuesse noch enkein din gelesse, denne in grosseme getwange und in innehande in grosser sicherheit, das do niemer in gevalle noch gesehen werde denne daz zuomole goettelich ist.“2235

„Das Erste, dass du deinem Leib abziehst an Essen, an Trinken, Schlafen und an Bequemlichkeit, und wenn du siehst, dass er Übles will, dann lege ihm Zügel an mit scharfen Disziplinen. – Das andere (das Zweite), dass du sollst Widersacher sein dem Durst der Welt und allen weltlichen Dingen und Sorgen. ... Das Dritte ist, dass du habest ein auf Gott gerichtetes Gemüt, (das) alle Zeit in der Gegenwart Gottes (lebt). ... Das Vierte ist: Du sollst deine natürlichen Sinne gezähmt und in Gewalt haben zu jeder Zeit. Du sollst sehen und (doch) nicht sehen, und niemals weder deine Augen noch Ohren auftun zu irgendeiner Nichtigkeit, noch deinen Mund auftun, es sei denn zum Nutze; deine Hände, deine Füße, etwas in deinem Betragen in großer Zucht und in Gewalt und in großer Sicherheit (halten), damit niemals in dich gelange noch an dir gesehen werde als das, was gänzlich göttlich ist.“

Der äußere Mensch soll also – erstens – nur das bekommen, was er zum Leben wirklich notwendig braucht; er soll sich schließlich – zweitens – nicht von den Dingen der Welt und den Sorgen vereinnahmen lassen, sondern sie in ausgeglichener Weise annehmen; dann können – drittens – auch alle seine Kräfte im Gemüt geordnet, d.h. auf Gott ausgerichtet werden.2236 Das menschliche Gemüt wird frei von allen Hindernissen – von allen Vorstellungen und Bildern der Geschöpfe –, so dass Gott den Menschen ganz erfüllen kann.2237 Der vierte Punkt fasst noch einmal alles zusammen: Der Mensch soll in Gelassenheit leben. Denn wer in einem ausgeglichenen Gemüt in der Welt leben, wer mit den Dingen umgehen kann, ohne sie besitzen zu wollen, und wer genau auf sein Betragen achtet – und darüber hinaus auch das Leiden gleichmütig annimmt – , kann von Gott erfüllt werden. Auf dem Weg zum göttlichen Frieden braucht man allerdings viel Geduld und vor allem Zeit:

„Der mensche tuo was er tuo und lege es an wie er welle, er enkummet niemer zuo worem friden noch enwurt niemer ein weselich himmelsch mensche, es ensi denne daz der mensche kumme an sine viertzig jor.“2238

„Der tue, was er wolle, und fange an, wie er es wolle, er kommt niemals zu wahrem Frieden noch wird er jemals ein wesenhafter Mensch des Himmels, bevor er komme an sein vierzigstes Jahr.“

Die siebte Tugend ist die Reinheit des Herzens: Darunter können wir ein von Geschöpfen „luter fri unbekumbert hertze“2239 („lauteres, freies ungehindertes Herz“) verstehen, damit Gott den Grund im Menschen „lidig und blos“2240 („ledig und bloß“) vorfindet. Die reinen Menschen werden Gott in der Wahrheit schauen2241: „Die reinikeit ist darumb sere zuo lobende, wanne sú ein steten ungehinderten ingang hat“2242 („Die Reinheit ist darum sehr zu loben, da sie einen steten ungehinderten Zugang [zu Gott] hat“). Die Reinheit des Herzens wird dagegen befleckt, wenn der Mensch aus freiem Willen sein Herz den Geschöpfen zukehrt und in ihnen seine Ruhe sucht:

„Also vil er raste nimmet und vindet in dem daz got nút enist, also vil scheidet er sich von gotte, und also wurt daz gesihte gottes verdúnstert in ime, daz er got in rastender wisen in ime nút gesehen mag.“2243

„So viel er Rast nimmt und findet in dem, was Gott nicht ist, so viel scheidet er sich von Gott, und so wird das Gesicht Gottes verdunkelt in ihm, so dass er Gott in ruhender Weise in sich nicht erblicken kann.“

Für Tauler muss also der Mensch luter und lidig („lauter und ledig“) sein, damit Gott in seinem Grund gefunden werden kann und der Mensch ein reines Herz erhält.2244

V. Zusammenfassung: die fünf Tore zur Gesundung des Menschen

Am Freitag nach dem ersten Fastensonntag predigt Tauler über die Heilung eines Kranken am Teich Betesda.2245 Dieser Teich liegt an fünf Pforten.2246 Tauler deutet diese fünf Tore als fünf Tugendübungen, durch die der Mensch gesunden kann. Der folgende Predigtabschnitt fasst die wichtigsten Gedanken zusammen, was Tauler unter einem Tugendleben versteht:

„Nu an disem tiche worent fúnf pforten, vor den lagent ein grosse menige der siechen, daz sú alle wartetent der bewegunge des wassers, und welicher aller erst darin kam, der wart on allen zwifel gesunt von welichem siechtagen er hatte. ... Die fúnf pforten dis tiches mag man nemen in eime sinne die heilgen fúnf wunden unsers herren, durch die und in den wir alle gesunt sint worden. Aber in einem andern sinne so sint diese fúnf pforten fúnf uebunge der tugende mit underscheide genomen. Alleine uns ir aller not si, doch ist ein mensche an eime teile kranker wan an dem andern, und danvon bedarf er me flisses sich mit underscheide zuo uebende an einer me dan an der andern. – Die erste pforte an disen uebungen das ist eine tieffe verworffene demuetekeit, daz der mensche von ime selber zuomole nút enthalte und kúnne sich in lidender wisen gedrucken under Got und alle creaturen unde ein ieglich ding wo es herkome, das er daz demuetecliche von Gotte neme und von nieman anders, und las sich Gotte in einer demuetigen vorhte, in woreme versmohende sich selber in allen dingen, in liebe und in leide, in habende und in darbende. – Die ander pforte das ist ein flissig bibliben bi dem grunde. ... Der mensche solte in allen sinen werken und uzgengen sins grundes ein flissig warnemen haben und darin sehen mit allem ernste. ... Die dirte pforte von disen daz ist ein war wesenlicher ruwe der súnden. Welicher ist daz? das ist eine gantz war abeker von allem dem daz nút luter Got enist oder des Got nút ein ware sache enist, und ein war gantz zuoker zuo Gotte mit allem dem daz man ist; und dan mit einer versaster getrúwunge versinken in das minnenkliche luter guot das Got ist, ... in eime vollen bereiten willen, den liebsten willen Gottes zuo tuonde als verre als er mag. ... Die vierde pforte ist ein willig armuote. ... Zuo dem wesenlichen armuote sint wir alle geruoffet, alle die Gottes frúnde wellent sin, das ist das Gott uns alleine besitze unsern grunt und daz wir von keinen dingen besessen haben in armuote unsers geistes. ... Kinder, dis ist daz wore wesenliche armuote, zuo dem alle guote menschen in der worheit gehoerent und daz Got von in wil, und so daz sú habent ein fri, lidig, erhaben gemuete, das ungevangen ist von allen dingen, noch mit luste noch mit liebe, und stet in der bereitschaft alle ding zuo lossende, obe es Got wolte gelossen haben. ... Die fúnfte pforte ist daz der mensche Gotte steteclichen ein wieder in und uftragen habe, also daz man von ime enpfangen hat luterlichen, also wider in den ursprung, in den grunt do es uzgeflossen ist. O kinder, die in dise pforten wol und recht geroten weren, wie ein minnenklich ding das were!“2247

„Nun, an diesem Teich waren fünf Pforten; vor denen lag eine große Menge Siecher, alle, um auf die Bewegung des Wassers zu warten; und wer zuerst hineinstieg, der ward ohne jeden Zweifel gesund, welche Krankheit er auch hatte. ... Die fünf Pforten dieses Teiches kann man deuten in einem Sinn als die fünf Wunden unseres Herrn. Aber in einem anderen Sinn sind diese fünf Pforten fünf Tugendübungen, jedoch mit Unterschied. Obgleich wir ihrer aller bedürfen, ist doch ein Mensch an einem Teil schwächer als an einem anderen; und daher bedarf er mehr des Fleißes, sich mit Unterscheidung in einer Tugend mehr zu üben als in einer anderen. – Das erste Tor dieser Übungen ist die tiefe, unterwürfige Demut, dass der Mensch von sich selber gar nichts halte und in leidender Weise sich unter Gott beugen könne unter alle Geschöpfe und ein jegliches Ding, wo es herkomme, demütig als von Gott kommend, und von niemand anderem annehme und sich Gott in demütiger Furcht überlasse, in wahrer Verschmähung seiner selbst in allen Dingen, in Lieb und Leid, im Haben und Darben. – Die andere Pforte ist das eifrige Verharren in dem Grunde. ... Der Mensch sollte in all seinen Werken und in all seinem Ausgehen stets eifrig auf seinen Grund merken und mit allem Ernst da hineinblicken. ... Die dritte dieser fünf Pforten ist die wahre, wirkliche Reue über die Sünden. Was ist das? Das ist eine gänzliche und wahre Abkehr von allem, was nicht lauter Gott ist oder wovon Gott nicht die wahre Ursache ist, und eine wahre völlige Hinkehr zu Gott mit allem, was man ist; und dann mit einem unerschütterlichen Vertrauen ein Versinken in das liebreiche, lautere Gut, das Gott ist, ... in dem vollen, bereiten Willen, den liebsten Willen Gottes zu tun, so weit als der Mensch nur kann. ... Die vierte Pforte ist die freiwillige Armut. ... Zu der wesentlichen Armut aber sind wir alle gerufen, die Gottes Freunde sein wollen, das heißt, dass Gott unseren Grund allein besitze und wir von keinem anderen Dinge besessen sind, wie Gott sie von uns besessen haben will, in Armut unseres Geistes. ... Kinder, das ist die wahre wesentliche Armut, die sich für alle guten Menschen in Wahrheit gehört und die Gott von ihnen will, und so, dass sie ein freies, lediges, erhabenes Gemüt haben, von keinem Ding in Fesseln geschlagen, weder von Verlangen noch von Liebe, ein Gemüt, das bereit ist, alle Dinge zu lassen, falls Gott es haben wollte. ... Die fünfte Pforte ist, dass der Mensch anhaltend alles Gott so aufopfere, dass man alles, was man von Gott empfangen hat, in lauterer Weise wiederum in den Ursprung, den Grund, von dem es ausgeflossen, zurückbringt. O Kinder, die welche wahrhaft und gänzlich unter diese Pforten kämen, wie herrlich wäre das!“

1969 Vgl. Langer 2004, 387 – 390; Gandlau 1993, 191 – 228, 241 – 281, 293 – 321; Hoffmann 1961, 211, 222 – 229; Kihm 1961, 277f.; Weilner 1961, 199f.; Karch 1947, 61ff.; Just 1923, 40ff.

1970 Zur Gelassenheit, Abgeschiedenheit und Armut des Geistes bei Meister Eckhart: Siehe zweiter Teil, drittes Kapitel, IV. Zum Ursprung der Armut des Geistes in der dominikanischen Spiritualität: Siehe erster Teil, erstes Kapitel, I.

1971 Siehe folgender Abschnitt, 2.

1972 Hel 1, 347 (H 60).

1973 Vgl. Hel 1, 347 (H 60). Vgl. Gandlau 1993, 216; Haas 1982, 209; Hoffmann 1961, 224ff.

1974 Vgl. Hel 1, 347 (H 60).

1975 V 60f, 311,24ff. (H 31).

1976 Vgl. u.a. V 75, 404,8 – 13, in der Tauler von den Waffen Christi gegen die Versuchungen spricht. Diese Waffen sind Sanftmut und Demut.

1977 V 70, 381,29 (H 66).

1978 Vgl. u.a. V 70, 381,20f. (H 66); V 15, 70,19f. (H 15b).

1979 V 52, 237,31f. (H 57).

1980 V 23, 96,2ff.. Siehe auch dieser Teil, viertes Kapitel, III, 2.

1981 Vgl. V 23, 96,4f.

1982 Zur Verehrung der Wunden Christi vgl. Gandlau 1993, 10196.

1983 V 46, 206,17 – 22 (H 54), Predigt zu Sir 24, 7 am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel: „Überall suchte ich eine bleibende Statt.“ Vgl. auch mit Predigt V 8, 35,14 – 37,18.

1984 V 46, 206,26ff. (H 54).

1985 V 46, 206,28 – 32 (H 54).

1986 V 46, 207,1f. (H 54).

1987 V 46, 207,7 – 11 (H 54).

1988 Bzw. Demut, Liebe und Besonnenheit. Zum Tugendleben als Nachfolge vgl. Hoffmann 1961, 222 – 227.

1989 V 55 (H 64), Predigt zu Lk 5,27f.: „Folge mir. Und jener verließ alles und folgte ihm nach.“

1990 V 55, 254,12 – 16 (H 64).

1991 Vgl. V 23,93,3ff. Die Tugendtriade Demut, Sanftmut und Geduld findet sich auch u.a. in V 53, 241,15 (H 65); V 60f., 312,26 (H 31); V 70, 381,2 (H 66). Vgl. Gandlau 204160. Zu den natürlichen Tugenden bei Tauler vgl. Gandlau 1993, 203 – 217.

1992 V 55, 258,10ff. (H 64).

1993 Vgl. V 23, 93,10 – 13, 96,5. Vgl. Gandlau 1993, 250 – 255.

1994 Vgl. V 55, 256,5f. (H 64).

1995 V 55, 256,11f. (H 64).

1996 V 55, 256,13f. (H 64).

1997 V 55, 256,14f. (H 64). Vgl. Übersetzung H 64, 498.

1998 Auch Meister Eckhart bringt die drei höchsten Seelenvermögen mit den göttlichen Tugenden in Zusammenhang (vgl. Predigt 32, Largier Bd. 1, 360,11 – 362,18). Allerdings ersetzt er die memoria durch die irascibilis. Eckhart setzt die „bekantnisse“ (Vernunft) mit dem Glauben, die „ûfkriegende kraft“ (irascibilis, Zorneskraft) mit der Hoffnung und die Willenskraft mit der Liebe in Beziehung. Eckhart folgt in der Zuweisung der Zorneskraft an die Hoffnung Albertus Magnus, Sententiae III, d.26 a.3, gegen Thomas, Sth. II-II q.18 a.1., der sie dem Willen zuweist. Vgl. Largier Bd. 1, 1993, 978.

1999 V 55, 256,17 (H 64).

2000 V 55, 256,17 – 24 (H 64). Zum Verständnis vgl. Eckhart, RdU, Largier Bd. 2, 410,28 – 412,2: „Sunder man sol dar nâch stân und niemer ûfhoeren, biz man die tugent gewinne in irm wesene und in irm grunde. Und daz man sie habe, daz mac man an dem prüeven: als man sich ze der tugent vindet geneiget vor allen dingen, und wenne man diu werk der tugent würket âne bereitunge des willen und würket sie ûz sunder eigenen ûfsaz einer gerehten oder grôzen sache und si würket sich als mêr durch sich selber und durch die minne der tugent und umbe kein warumbe – denne hât man die tugent volkomenlîche und niht ê“ („Man soll vielmehr danach trachten und nimmer aufhören, bis man die Tugend in ihrem Wesen und Grunde gewinne. Und dass man sie habe, das kann man daran erkennen: wenn man sich vor allen anderen Dingen zur Tugend geneigt findet und wenn man die Werke der Tugend wirkt ohne [besondere] Bereitung des Willens und sie ohne besonderen eigenen Vorsatz zu einer gerechten und großen Sache wirkt, sie sich vielmehr um ihrer selbst willen und aus Liebe zur Tugend und um keines Warum willen wirkt, – dann hat man die Tugend vollkommen und eher nicht“). Es geht Tauler um ein Tugendleben „um keines Warum willen“. Wer eins mit der Tugend ist, hat sie „vergessen“. Vgl. Haas 1995, 40f.

2001 Vgl. V 60h, 322,11f. (H 35).

2002 V 70, 381, 11ff. (H 66). Vgl. V 70, 381,20f. (H 66); V 36, 139,26ff.; V 55, 256,23f.

2003 Vgl. V 60h, 322,6f.; 328,5 (H 35). Wie bei Eckhart nimmt auch bei Tauler innerhalb der Gelassenheit die Demut, neben der Abgeschiedenheit und der Armut des Geistes, eine bedeutende Rolle ein. Zur Demut bei Eckhart vgl. Haas 1995, 36f.. Vgl. Gandlau 1993, 206ff.; Zekorn 1993, 91ff.

2004 V 60h, 323,16f. (H 35).

2005 Vgl. u.a. V 22, 90,13f.

2006 Vgl. u.a. V 65, 355,25f. (H 59); Hel 1, 349 (H 60). Siehe auch dieser Teil, neuntes Kapitel, II, 2.

2007 Vgl. u.a. V 20, 90,27f.

2008 V 8, 35,27 – 32.

2009 Vgl. V 60h, 322,19 – 31 (H 35); Siehe auch dieser Teil, neuntes Kapitel, II.

2010 V 60h, 322,31ff. (H 35).

2011 V 64, 347,34 (H 53). Vgl. Gandlau 1993, 208ff.

2012 Hel 1, 349 (H 60). Vgl. Gandlau 1993, 209f.

2013 Vgl. V 2, 15,23ff. Siehe auch dieses Kapitel, III.

2014 V 70, 381,14 – 19 (H 66).

2015 Hel 1, 349 (H 60).

2016 Vgl. V 70, 381,22 (H 66).

2017 V 70, 381,22f. (H 66).

2018 Hel 2, 355 (H 71).

2019 Vgl. u.a. Hel 1, 356 (H 71).

2020 Vgl. Hel 2, 356 (H 71).

2021 V 75, 405,11f.

2022 V 75, 405,17.

2023 Vgl. V 70, 381,23f. (H 66).

2024 V 47, 209,17f. (H 61).

2025 V 70, 381,3f. (H 66). Vgl. Eph 4,2.

2026 Vgl. u.a. V 53, 214,25 – 33.

2027 Wenn der Mensch von Gottes Liebe erfüllt ist, d.h. so liebt wie Gott liebt: Siehe dieser Teil, drittes Kapitel, II, 2.3.; dieses Kapitel, III.

2028 Vgl. u.a. V 60h, 322,33 – 323,1 (H 35).

2029 Vgl. dieser Teil, drittes Kapitel, II, 2.3.

2030 Vgl. u.a. V 60h, 323,1f. (H 35): „Von naturen minnet der mensche“ („Von Natur liebt der Mensch“).

2031 Vgl. u.a V 23, 94,4.

2032 Zum konkreten Tugendweg der Liebe: Siehe dieses Kapitel, III.

2033 V 60h, 322,9.323,9 (H 35). bescheidenheit = Einsicht, Verständigkeit, Verstand, Mündigkeit. Vgl. Lexer 16, Sp. 2.

2034 Übersetzung H 35, 252.253.

2035 Wir müssen uns an dieser Stelle nur noch zur Besonnenheit äußern. Für Tauler entspricht die Besonnenheit der Kardinaltugend Klugheit. Vgl. folgender Abschnitt, II.

2036 Zur Vernunft innerhalb eines Tugendlebens vgl. Gandlau 1993, 255 – 262.

2037 V 60h, 323,9 – 16 (H 35).

2038 Vgl. Langer 2004, 376 – 385; Gnädinger 1993, 272 – 286.

2039 V 53, 242,17 (H 65).

2040 Erste Predigt zu Eph 4,1 – 6 am 17. Sonntag nach Pfingsten: „Als der Gefangene im Herrn ermahne ich euch, Brüder!“

2041 V 53, 242,17 – 21 (H 65).

2042 Die erste Stufe ist in dieser Predigt der Weg der Gottes- und Nächstenliebe; Liebe als eingepflanzte natürliche Tugend des Menschen (Vgl. dieser Teil, drittes Kapitel, II, 2.3). Der höchste und oberste Weg ist, dem Vorbild Christi innerlich und äußerlich nachzufolgen, in wirkender und leidender Weise. D.h.: dieser Mensch ist ganz von Christus erfüllt, in der Weise, dass der Sohn im und durch diesen Menschen wirkt. Vgl. V 53, 243,23 – 31 (H 65).

2043 Gemeint ist die Gottes- und Nächstenliebe als natürliche Tugend des Menschen.

2044 Vgl. V 23, 96,1f. und H 23, 159.

2045 V 23, 96,3 – 6. Zu den sieben Gaben des Heiligen Geistes: Siehe dieser Teil, viertes Kapitel, III, 2.

2046 Hel 1, 349 (H 60).

2047 Vgl. Hel 1, 349 (H 60).

2048 Tauler bedient sich der Argumentation der religiösen Armutsbewegungen, aber auch der häretischen Gruppen: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5, 29), die damit auch ihren Widerstand gegen den Papst und die Bischöfe begründeten. Dergleichen hat Tauler nicht im Sinn. Er stellt die Autorität des Papstes oder der Bischöfe niemals in Frage. Vgl. V 55, 255,10 – 21 (H 64), wo sich Tauler ausdrücklich der kirchlichen Autorität unterwirft: Siehe dieser Teil, siebtes Kapitel, II. Zur Armutsbewegung: Siehe u.a.erster Teil, drittes Kapitel, I.

2049 V 63, 342,4f. (H 42).

2050 Vgl. V 63, 342,3 (H 42).

2051 V 63, 342, 23ff. (H 42).

2052 V 43, 187,8ff. (H 45).

2053 V 60h, 326,30 – 327,1 (H 35).

2054 „vollbracht hat nach seinem eigenen Willen“ (vgl. H 35, 2583).

2055 Vgl. zweiter Teil, erstes Kapitel, I, 3; drittes Kapitel, IV, 3. Vgl. Langer 2004, 376f.

2056 Vgl. V 8, 36,21 – 25. In Hel 2 ,354 (H 71) spricht Tauler von denen, die ohne Absicht und nicht aus freiem Willen in Armut leben. Über diese soll man allerdings nicht hart urteilen, weil auch Christus deren Sünden gnädig übersieht aufgrund ihrer Armut. Vgl. Langer 2004, 377 – 380; Gnädinger 1993, 272ff.

2057 Vgl. V 8, 35,16.36,21. In V 8 spricht Tauler von fünf Pforten: Demut, Verharren im Grund, wahrhaftige Reue, freiwillige Armut und die Rückgabe aller Gaben an Gott.

2058 Vgl. Hel 2, 354 (H 71).

2059 Vgl. Eckhart, Predigt 52, Largier Bd. 1, 550 – 563. Siehe zweiter Teil, drittes Kapitel, IV, 3. Vgl. Haas 1995, 37f.

2060 V 8, 36,26 – 29. Vgl. 2 Kor 6,10.

2061 Vgl. V 8, 37,6f.; Hel 2, 355 (H 71).

2062 V 8,37,3 – 6. Vgl. Hel 2, 354 (H 71).

2063 Vgl. Hel 2, 355 (H 71): in Freigebigkeit, Mäßigkeit, Demut, ledige Lauterkeit (d.h. innere Loslösung von allen Dingen bei äußerem Besitz).

2064 Hel 2, 354f. (H 71). Tauler spricht hier zu Ordensleuten!

2065 Hel 2, 355 (H 71).

2066 Vgl. Hel 2, 355 (H 71).

2067 Hel 2, 355 (H 71).

2068 V 36, 139,29 – 32.

2069 V 5, 23,9 – 17.

2070 Auch hier folgt Tauler Meister Eckhart: Vgl. RdU, Largier Bd. 2, 410, 7 – 18. Siehe auch zweiter Teil, drittes Kapitel, IV, 3. Vgl. Haas 1995, 36 – 44; Ders. 1989 (a), 49f., 346f.; Gnädinger 1993, 276.

2071 V 64, 348,27 – 34 (H 53).

2072 V 60e, 306,11f. (H 25).

2073 Vgl. die „Arbeit der Nacht“: Siehe dieser Teil, neuntes Kapitel, IV. Vgl. Gnädinger 1993, 280f.

2074 Vgl. Langer 2004, 380 – 385; Gnädinger 1993, 281 – 286. Die biblischen Vorbilder für die „resignatio ad infernum“ sind Mose (Ex 32,30 – 35) und Paulus (Röm 9,1 – 5). Wertschätzung findet die „resignatio ad infernum“ auch bei Mechthild von Magdeburg, bei Jan Ruusbroec und in der anonymen Theologie deutsch: Siehe hierzu Gnädinger 1993, 281f., 285f..

2075 V 67, 368,4 – 8 (H 63).

2076 Vgl. dieser Teil, neuntes Kapitel, II. Vgl. Gnädinger 1993, 284.

2077 Vgl. dieser Teil, neuntes Kapitel, IV, 4; Gnädinger 1993, 284f.

2078 Vgl. Gnädinger 1993, 283f.

2079 V 46, 205,13 – 16 (H 54). Vgl. Hiob 1,22; 17,16.

2080 V 46, 205,21ff. (H 54).

2081 Vgl. Langer 2004, 385; Gnädinger 1993, 285.

2082 V 46, 205,30f. (H 54).

2083 Vgl. V 24, 97,13 – 16.

2084 V 23, V 24. In beiden Predigten spricht Tauler über 1 Petr. 4,8: „Seid besonnen und harret im Gebet.“

2085 Siehe zweiter Teil, drittes Kapitel, IV, 2. Vgl. Haas 1995, 44 – 48.

2086 V 23, 91,20ff.

2087 V 23, 91,23.

2088 V 23, 91,23ff.

2089 V 23, 91,25 – 28.

2090 Vgl. V 26, 105,21 – 25.

2091 V 23, 92,1f.. Vgl. V 24, 97,13.

2092 Im Folgenden spricht Tauler ausschließlich über die wahre Abgeschiedenheit.

2093 V 23, 92,5ff.

2094 „Scheiden“ bedeutet trennen, absondern, scheiden; vgl. Lexer 180, Sp. 3.

2095 V 23, 92,7 – 11.

2096 V 23, 92,26 – 32.

2097 V 23, 93,3ff.

2098 V 23, 93,5.

2099 Hofmann ergänzt in seiner Übersetzung: „sie werden auch Haupt- und Kardinaltugenden genannt“; vgl. H 1553.

2100 V 23, 93,9.

2101 V 23, 93,4f.

2102 Zum Wirken des Heiligen Geistes im Menschen: Siehe dieser Teil, viertes Kapitel, I – III.

2103 Vgl. V 23, 96,26. Siehe auch dieses Kapitel, I.

2104 V 23, 93,10 – 13. Zu den Gnaden: der Heilige Geist als Trost und als Spender der sieben Gaben: Siehe dieser Teil, viertes Kapitel, III, 2.

2105 V 23, 92,24ff.. Vgl. u.a. die Predigten zum Fest Dreifaltigkeit: V 43 (H 45); V 72 (H 46).

2106 Vgl. V 76, 408,6. Zur Gottes- und Nächstenliebe: Siehe dieser Teil, drittes Kapitel, II, 2.3.

2107 Richard, De IV gradibus violentae caritatis, PL 196, Sp. 1195 – 1224. Vgl. Gnädinger 1993, 398ff ; Müller 1923, 416.

2108 Bernhard, cant 20, 3,4, Winkler V, 278 – 283. Vgl. Gnädinger 1993, 401ff.

2109 Vgl. V 60b, 290,18 (H 18); V 61, 333,14 (H 44).

2110 V 60b, 290,18ff. (H 18).

2111 Vgl. V 60b, 290,20 – 25 (H 18). Tauler legt an dieser Stelle einen Vers aus dem Hohelied aus: „Liebe Schwester, mein Herz hast du verwundet mit einem deiner Augen und einem Haar deines Halses.“ Unkorrigierte, unleserliche Textstelle im Predigtcorpus nach Hld. 4,9: „Verzaubert hast du mich, meine Schwester Braut, ja verzaubert mit einem Blick deiner Augen, mit einer Perle deiner Halskette“ (Siehe V 60b, 290Anm).

2112 V 60b, 291,2 – 7 (H 18).

2113 Zum ganzen Absatz: Vgl. V 60b, 291,9 – 19 (H 18).

2114 V 60b, 290,27 (H 18). Vgl. V 61, 333,17 (H 44).

2115 V 61, 333,19f. (H 44).

2116 Vgl. V 60b, 291,20ff. (H 18). Vgl. Gnädinger 1993, 399; Müller 1923, 415f.

2117 V 61, 333,21ff. (H 44).

2118 Vgl. Augustinus, conf. X, 29,40, CCL 27, 176. Vgl. Gnädinger 1993, 384.

2119 V 61, 333,24 – 27 (H 44).

2120 V 60b, 290,28 (H 18).

2121 V 60b, 290.31 (H 18).

2122 V 61, 333,32 (H 44); rasen = rasen, anstürmen, toben. Vgl. Lexer 164, Sp.1, 437, Sp.2.

2123 Die quälende Liebe ist der dritte Grad; die verzehrende und rasende Liebe ist der vierte Grad der Liebe.

2124 Zur quälenden Liebe zitiert er Hld. 5,8: „ ‚Ir tochteren von Jerusalem, vindet ir minen geminten, sagent im das ich von minne qwele‘ “(„Ihr Töchter von Jerusalem, findet meinen Geliebten, sagt ihm da die Liebe quält´“) (V 60b, 290,29f. (H 18)). Beim vierten Grad der Liebe – der verzehrenden Liebe“ – beschränkt sich Tauler ebenfalls auf ein Zitat aus Psalm 118: „ ‚Defecit; min sele die ist verzert und ist ab genomen, herre, in dinem heile‘ “ („ ‚Defecit – meine Seele verzehrt sich und schwindet dahin, Herr, in deinem Heil‘ “) (V 60b, 290,32f. (H 18)).

2125 V 61, 334,9 (H 44). Hier verbindet Tauler die alle Sinne übersteigende Liebe Richards mit der Logosmystik des Dionysios Areopagita. Vgl. Gnädinger 1993, 399.

2126 V 61, 335,9 (H 44).

2127 V 61, 334,1 (H 44).

2128 V 61, 334,1 (H 44).

2129 V 61, 334,2 (H 44).

2130 V 61, 334,2 (H 44).

2131 V 61, 334,3 (H 44).

2132 V 61, 334,2f. (H 44).

2133 V 61, 334,4 – 7 (H 44).

2134 Vgl. V 61, 334,9f. (H 44).

2135 V 61, 335,9ff. (H 44).

2136 V 61, 335,12 – 15 (H 44).

2137 Vgl. V 61, 335,16f. (H 44).

2138 Vgl. V 61, 335,17f. (H 44).

2139 V 61, 335,21 (H 44).

2140 V 61, 335,22f. (H 44).

2141 Vgl. V 61, 335,20f. (H 44).

2142 V 61, 335,28 (H 44).

2143 Vgl. V 61, 335,24f. (H 44).

2144 V 61, 335,29f. (H 44).

2145 V 61, 334,16ff. (H 44). Tauler zitiert Dionysios Areopagita: Vgl. Gnädinger 1993, 399f.

2146 V 61, 334,18ff. (H 44). Vgl. Joh 17,21; Augustinus, conf. VII, 10,16, CCL 27, 103f. Vgl. Gnädinger 1993, 385.

2147 Vgl. V 61, 334,21 (H 44).

2148 Predigt zu Lk. 10,27: „Du sollst dem Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“ Lukas zititert Dtn. 6,5. Tauler geht jedoch auf die Frage des Gesetzeslehrers ein: Was müsse er tun, um das ewige Leben zu gewinnen.

2149 Die weise Liebe nennt Tauler auch die vernünftige Liebe: Vgl. V 54, 249,1 (H 52).

2150 Tauler nennt sie auch die starke, freie Liebe und die wesentliche Liebe: Vgl. V 54, 251,1; 252,20 (H 52).

2151 Vgl. Bernhard, cant 20, Winkler V, 276 – 291. Vgl. V 54, 247,33 – 248,1 (H 52).

2152 V 54, 247, 32 – 248,1 (H 52).

2153 V 54, 248,3-5 (H 52).

2154 Vgl. Bernhard, cant. 20, 6, Winkler V, 284 – 287.

2155 V 54, 248,10 (H 52).

2156 V 54, 248, 10f. (H 52).

2157 V 54, 248,13 (H 52).

2158 V 54, 248,15 (H 52).

2159 V 54, 249,5 (H 52).

2160 V 54, 248,16ff. (H 52).

2161 Vgl. Bernhard, cant. 20, 7, Winkler V, 286 – 289.

2162 Vgl. Bernhard, cant. 20, 8, Winkler V, 288, 289.

2163 Vgl. Bernhard, cant. 20, 9, Winkler V, 288 – 291.

2164 V 54, 248,33 (H 52).

2165 Vgl. V 54, 248,34f. (H 52).

2166 V 54, 248,33 (H 52).

2167 Vgl. V 54, 249,3 (H 52): „Nu brúve, liebes kint, wie du her zuo komen solt. Du solt din gemuete in keren an ewige ding.“ („Nun prüfe, liebes Kind, wie du dahin kommen kannst. Du sollst dein Gemüt in die ewigen Dinge [Gottes] einkehren“).

2168 V 54, 249,5 – 9 (H 52).

2169 Vgl. Bernhard, cant. 20, 9, Winkler V, 288 – 291.

2170 V 54, 249,33 – 250,1 (H 52).

2171 V 54, 249,20-25 (H 52). Vgl. Bernhard, cant. 20, 8, Winkler V, 288, 289.

2172 Vgl. Gnädinger 1993, 401. Gnädinger sieht die Verbindung zu Dionysios erst in der „starken Liebe“: „Tauler löst die höchste Liebesstufe aus dem engen christologischen Zusammenhang, in dem sie bei Bernhard von Clairvaux steht. Er versteht sie im Sinne der dionysischen Mystik ekstatisch.“ Vgl. Ps-Dionysios, Namen, Suchla 1988; Ders., himmlische Hierarchie; kirchliche Hierarchie, Heil 1986, PG 3; Ruh 1989, 56 – 59; Ders. 1990, Bd. I., 31 – 82, (zur Dionysiosrezeption im Abendland: bes. 71-82).

2173 V 54, 249,27-32 (H 52).

2174 Vgl. V 54, 251,2 (H 52).

2175 V 54,251,1 (H 52).

2176 Vgl. Bernhard, cant. 20, 3 – 5, 9, Winkler V, 278 – 283, 288 – 291: Bernhard zufolge liebt Christus die Menschen mit der Stärke Gottes, die er selber ist, und erlöste sie, indem er sich selbst erniedrigte und Fleisch annahm. Durch diese Liebe wurde dem Menschen Standhaftigkeit und Tatkraft geschenkt, wie er am Beispiel des Apostels Petrus ausführt. Der Mensch antwortet nun auf Gottes Stärke, indem er Christus zunächst mit der süßen, dann mit der weisen und schließlich mit Hilfe des Heiligen Geistes mit der starken Liebe liebt, d.h. der Mensch liebt mit der Liebe, die Christus selbst ist. Die starke Liebe ist für Bernhard eine geistige Liebe, in welcher Christus durch den Menschen liebt und lebt.

2177 V 54, 251,1 (H 52).

2178 V 54, 251,6 – 10 (H 52).

2179 V 54, 251,9 – 25 (H 52).

2180 V 54, 251,27 (H 52).

2181 V 54, 251,27 – 30 (H 52).

2182 Vgl. Phil. 2,6 – 11: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr – zur Ehre Gottes des Vaters.“

2183 V 54, 251, 33 – 252,11 (H 52).

2184 V 54, 252, 17 (H 52).

2185 V 54, 253,17 (H 52).

2186 V 54, 253,17 (H 52).

2187 V 54, 253,21f. (H 52).

2188 V 54,252,21 – 33 (H 52).

2189 Hel 2, 354 – 361 (H 71), Predigt zu Mt. 5,1ff.: „Als Jesus die Volksscharen sah, stieg er auf den Berg.“

2190 Vgl. Hel 2, 354 (H 71). Siehe hierzu dieses Kapitel, I, 2.

2191 Vgl. Hel 2, 355f. (H 71). Siehe hierzu dieses Kapitel, I, 1.

2192 Vgl. Hel 2, 356f.360f. (H 71): Selig die Weinenden (4. Tugend): über die Sünden der Welt; Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden (8.Tugend): an Gott leiden. Vgl. u.a. dieses Teil, neuntes Kapitel, III.

2193 Hel 2, 357 (H 71).

2194 Vgl. V 40, 167,26ff. (H 43).

2195 V 66, 361,30 (H 62).

2196 V 66, 362,13ff. (H 62).

2197 Hel 2, 357 (H 71).

2198 Hel 2, 357 (H 71).

2199 Vgl. Hel 2, 358 (H 71). Vgl. Taulers Gedanken zu den Gottesfreunden: Siehe dieser Teil, siebtes Kapitel.

2200 V 38 und V 62 (H 39), Predigten zu Lk. 6,36 am vierten Sonntag nach Dreifaltigkeit: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“

2201 V 38, 147,24f.

2202 V 62, 336,9ff. (H 39).

2203 V 38, 148,5ff.

2204 Vgl. V 38, 148,10.

2205 V 38, 148,7ff.

2206 Vgl. Taulers Gedanken zu den pharisäischen Christen: Siehe dieser Teil, sechstes Kapitel, I, 1.

2207 V 38, 148,15 – 21.

2208 V 38, 148,24ff.

2209 V 62, 336,12 – 16 (H 39).

2210 V 38, 149,7ff.

2211 V 38, 148,35f.

2212 V 16, 74,17 – 22. Vgl. V 27, 113,4 – 9.

2213 Vgl. u.a. V 47, 209,13 – 19 (H 61).

2214 V 38, 148,31.

2215 Vgl. Hel 2, 358; 359 (H 71).

2216 Hel 2, 358 (H 71). Vgl. u.a. V 50, 228,24 (H 56).

2217 Hel 2, 359 (H 71). Vgl. u.a. V 70, 382,32f. (H 66): Der Mensch wird ein Geist mit Gott.

2218 V 41, 174,15ff.19.22.

2219 Vgl. u.a. V 60f., 312,1 (H 31); V 68, 375,30 (H 67).

2220 Vgl. u.a. V 19, 79,27; V 27, 113,28; V 50, 228,22 (H 56); V 55, 258,24 (H 64); V 70, 383,1 (H 66).

2221 V 68, 375,29f. (H 67). Vgl. u.a. V 44, 193,5f. (H 49).

2222 V 60f., 312,1f. (H 31).

2223 V 21, 86,18f.

2224 V 55, 258,24 – 27 (H 64).

2225 Hel 2, 358f. (H 71).

2226 Vgl. u.a. V 27, 113,10f.

2227 Vgl. V 27, 112,10 – 13.21f.

2228 V 27, 113,28f.

2229 Vgl. u.a. V 80, 424,9 – 16.

2230 V 80, 424,15f. (H 79).

2231 V 80, 424,22ff. (H 79).

2232 Vgl. Zekorn 1993, 94 – 148; Mieth 1969, 283 – 290.

2233 V 80, 424,30 – 33 (H 79).

2234 V 80, 425,4 (H 79).

2235 V 80, 425,10 – 427,7 (H 79).

2236 Vgl. u.a. V 80, 425,30 – 33 (H 79).

2237 Vgl. u.a. V 80, 426,28ff. (H 79).

2238 V 19, 79,21 – 24. Und er braucht laut Tauler noch einmal zehn Jahre, ehe er vom Heiligen Geist in höchster Weise erfüllt wird und er ganz in den Ursprung zurückfließt. In V 70, 383,8 (H 66) betont Tauler, dass man den Frieden nicht innerhalb kurzer Zeit erreichen kann. Und in V 56, 264,25f. (H 70) sagt Tauler: Junge Menschen müssten viel Zeit ihrem inneren Leben widmen, bis sie ihr wahres Wesen in Gott gefunden haben. In V 2, 15,25 – 16,8 findet sich ein Predigtabschnitt, der die Thematik des Reifens auf dem Weg zu Gott aufnimmt. Der Mensch reift erst durch das Vorbild Jesu zum vollkommenen Manne, um dann im Land der Beschauung, d.h. in den wahren Frieden „überzufahren“. Vgl. Rehe 1989; Weilner 1961, die den Reifungsweg des Menschen bei Tauler zum Thema gemacht haben.

2239 Hel 2, 359 (H 71).

2240 Hel 2, 359 (H 71).

2241 Hel 2, 359 (H 71).

2242 Hel 2, 360 (H 71).

2243 Hel 2, 359 (H 71).

2244 Zu luterkeit und lidikeit bei Tauler vgl. Zekorn 1993, 80 – 83.

2245 V 8, Predigt zu Joh 5,1 – 18: „Es war ein Fest der Juden.“

2246 Im Gegensatz zu Joh 5,2, wo von fünf Hallen die Rede ist. H 8, 54 übersetzt entsprechend der Bibelstelle.

2247 V 8, 35,14 – 37,18. Vgl. V 46, 206,17 – 207,11 (H 54). Die Übersetzung orientiert sich an H 8, 54ff.