Wenn du über mein Chippendale-Sofa pinkelst
Die Muse des größten Rocksängers aller Zeiten gewesen zu sein ist eine Ehre, die nicht vielen zuteilwurde. Und viele hätten vieles, wenn nicht alles dafür gegeben, es zu sein. Vor allem wenn der Musiker das Ausnahmetalent Freddie Mercury und der Leadsänger der überaus erfolgreichen britischen Rockband Queen war.
Mercury, der mit nur 45 Jahren an Aids verstarb, war ein großer Katzennarr. Mit insgesamt neun Katzen teilte er Leben und Wohnung: Tom, Jerry, Oscar, Tiffany, Goliath, Miko, Romeo und Lily und Delilah, eine gescheckte Hauskatze, die es liebte, in Wäschebergen zu schlafen. Sie alle bekamen Weihnachtsgeschenke, er sprach mit ihnen durch das Telefon, wenn er auf Tournee war, und sie durften in seinem Bett schlafen.
Delilah inspirierte den Sänger zu dem gleichnamigen Song auf dem Album »Innuendo«, das das letzte sein sollte, das noch zu seinen Lebzeiten im Februar 1991 erschien. Sie war seine erklärte Lieblingskatze, leistete sie ihm doch während seiner unheilbaren Krankheit geduldig Gesellschaft. Wie viel sie für den Sänger bedeutete und wie wichtig sie war, kann man bis heute hören. Der Vollblutmusiker Mercury verpackte seine Gefühle in ein Lied und schuf im wahrsten Sinn des Wortes einen Lobgesang. Delilah spendete ihm Trost in dunklen Stunden und brachte ihn zum Lachen, lenkte ihn ab und gab Hoffnung. Sie war unwiderstehlich.
Bei den Aufnahmen zum Lied verwendete der Gitarrist Brian May zum ersten Mal eine Talkbox, ein Gerät, das den Ton des Instruments in den Mund leitet, um die Miau-Töne zu erzielen.
Dass sie dabei noch Katze sein durfte, verraten allerdings andere Stellen im Lied. Delilah war nicht vor Launen gefeit. Sie biss manchmal zu und zeigte ihre Krallen. Sie fegte den Telefonhörer vom Apparat und pinkelte auf das Sofa. Mercury verzieh ihr alles.
Delilah durfte bleiben. Als Freddie Mercury am 24. November 1991 starb, lag Delilah neben ihm.