Eine Kursreihe soll zwar thematisch geplant, jedoch nicht als zwingender Ablauf festgelegt werden, da die Säuglinge, bedingt durch ihr Entwicklungsalter, durch ihre stark tagesformabhängige Aufnahmefähigkeit und emotionale Instabilität sowie durch ihre mitunter unregelmäßige Teilnahme ganz allmählich daran gewöhnt werden, sich im Wasser wohl zu fühlen und sich darin frei zu bewegen. Sie erhalten ganzheitliche[1] Anregungen, die sie auffordern, sich dem Umfeld zuzuwenden. Das Anlernen spezifischer Reaktionen kann zwar angebahnt, aber noch nicht zeitüberdauernd erlernt (zunächst nur gewöhnt) werden, solange der Säugling lediglich einen Teil der Reize aufnehmen und verarbeiten kann. Sein Erinnerungsvermögen hat sich entwicklungspsychologisch noch nicht vollständig entwickelt.
Vier methodisch-didaktische Prinzipien sind grundlegend für die Stundengestaltung: Die Unterrichtssituationen sollten den Säugling ganzheitlich, entwicklungsgemäß und gesundheitlich fördern, und es sollte wassergemäß – d. h. in Harmonie mit dem Wasser – gearbeitet werden. Dabei sind die Inhalte im methodischen und zeitlichen Verlauf stets vom Leichten zum Schweren und vom Einfachen zum Komplexen aufzubauen und zu vermitteln. Es gilt, das Eltern-Kind-Spiel technisch im Unterricht anzuregen; dabei sind die Eltern ebenso wie die Kinder als Lernende zu betrachten.
Wird ein Kurs mit Neueinsteigern begonnen, so ist mit wenigen Unterrichtsinhalten zu beginnen, damit die Teilnehmer nicht überfordert werden. Um die Gruppe zusammenzuführen und alle Teilnehmer an die Umgebung und den Verlauf zu gewöhnen, ist der Unterricht in langsamem Tempo und mit Kennenlern- und Orientierungsspielen zu gestalten. Der Kursleiter erklärt und begründet seine Anregungen. Er hat sich auf eine Vielfalt von Problemchen einzustellen, die es zu regeln gilt: Anpassungsschwierigkeiten des Säuglings, Unsicherheiten der Eltern und zurückhaltende Kommunikation untereinander treten auf, solange sich noch nicht eine gewisse Routine eingespielt hat.
Bei Wiederanmeldern wird der Unterricht fortlaufend – dem Entwicklungsalter der Kinder angepasst – so weitergeführt, dass er auf dem Bekannten aufbaut. Das schließt auch das Wiederholen und Variieren von Inhalten ein. Bei längeren Ausfall- und Urlaubszeiten ist stets eine erneute Eingewöhnung und auch Wiederholung einzuplanen.
Es hat sich eine Unterrichtsplanung bewährt, bei der jeweils ein Schwerpunktthema herausgegriffen wird und ein Spielgegenstand intensiver in seinen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten angeboten wird.
Für 3-6-monatige Säuglinge (Neueinsteiger) kann die Kursreihe folgendermaßen thematisch aufgebaut werden (Muster):
Kursstunde und Schwerpunktthema: | Geräte oder Materialien: |
---|---|
1. Stunde: Dusch-, Raum-, Becken- und Gruppengewöhnung sowie erste Grifftechniken: Herz-an-Herz, Gegenüberstellung, Kelch | Bunte Becher |
2. Stunde: Kennenlernspiele und Wassergussmethode sowie Grifftechniken Körbchen und Relax | Puppe und Schüsseln |
3. Stunde: Eigenschaften des Wassers und Übungswirkungen sowie Grifftechnik Beintunnel | Schwämme und Leine mit Klammern |
4. Stunde: Wassergewöhnung und Tauchmethoden sowie Grifftechnik Armwiege | Puppe und Plastikentchen |
5. Stunde:Fortbewegungsanregung und Grifftechnik Ober-Tablett | Bälle und Schüsseln |
6. Stunde: Eltern-Kind-Interaktion und Grifftechnik Tête-à-Tête | Egg-Flips |
7. Stunde: Kind-Kind-Interaktion und Grifftechniken Kran und Armsitz | Heulrohre |
8. Stunde: Gruppenspiel und Kindertausch sowie Grifftechnik Sandwich | Bauklötze |
9. Stunde: Entspannungsmöglichkeiten sowie Grifftechnik Wasserwiege | Poolnudeln und Tücher mit Klemmen sowie Musik |
10. Stunde: Wahrnehmungsspiele sowie Grifftechnik Schlepp | Topfkratzer und Kosmetikschwämmchen |
Das Unterrichtskonzept einer einzelnen Kursstunde ist stets vierphasig aufgebaut und soll insgesamt maximal 30 bzw. 45 Minuten[2] betragen:
Dusch-, Raum-, Becken-, Gruppengewöhnung
Bunte Becher
Zu Unterrichtsbeginn sollten kurze Erklärungen zum nachfolgenden Ablauf, zum Verhalten bei Unwohlsein des Säuglings im Wasser und Hinweise zum Duschen, Pflegen und zum Ankleiden gegeben werden. Wie geduscht werden kann, ob sitzend, stehend oder mithilfe einer Wanne und mit dem Schlauch, sollte demonstriert und das hygienische Verhalten im Schwimmbad erklärt werden. In den ersten Stunden sollte dem Säugling deutlicher Körperkontakt gegeben werden, damit er sich in der fremden Umgebung sicher fühlt.
BL = Bauchlage
E = Eltern
K = Kind
KL = Kursleiter
RL = Rückenlage
TN = Teilnehmer
re = rechts, li = links
vw = vorwärts, rw = rückwärts
Vermitteln der wichtigsten Griffe
Schüsseln, Puppe, Plastikenten
Zu Unterrichtsbeginn sollte der Inhalt der letzten Stunde kurz in Erinnerung gerufen werden. Das Duschen und Hineingehen ins Wasser sollte wiederholend angeleitet werden. Außerdem sollte das kindliche Befinden nach der ersten Stunde erfragt werden (z. B. Schlafverhalten).
BL = Bauchlage
E = Eltern
K = Kind
KL = Kursleiter
RL = Rückenlage
TN = Teilnehmer
re = rechts, li = links
vw = vorwärts, rw = rückwärts
Vertiefen der Gusstechnik, Demonstrieren der Tauchtechnik
Schüsseln, Gummiringe, Schwimmmatten
Den Unterrichtsbeginn (Raumgewöhnung) können die TN selbstständig durchführen. Anschließend wird ein Kreis gebildet zu einem kurzen Gespräch und dem Anleiten zum Gruppenspiel.
BL = Bauchlage
E = Eltern
K = Kind
KL = Kursleiter
RL = Rückenlage
TN = Teilnehmer
re = rechts, li = links
vw = vorwärts, rw = rückwärts
Um das Eltern-Kind-Schwimmen variationsreich zu gestalten, sollte man sich der Vielzahl von bekannten Bewegungsmöglichkeiten bewusst sein, die ins Wasser übertragbar sind. Eltern können sich im Wasser gehend, laufend, hüpfend, galoppierend, twistend, springend, drehend fortbewegen und die Bewegungsrichtungen vor-, rück- und seitwärts sowie auf- und abwärts variieren. Diese Richtungen können verändert werden durch bestimmte räumliche Vorgaben (z. B. Kurven, Achterkreise, Schleifen) oder Veränderungen, welche der Dynamik (z .B. kraftvollleicht), dem Tempo (z. B. schnell-langsam) und der Rhythmik (z. B. kurz-kurz-lang) unterliegen. Das Kind erfährt durch das Mitbewegtwerden verschiedene Bewegungsrhythmen und wird in seiner Orientierungsfähigkeit geschult. Lieder, Sprechtexte oder Musik (z. B. per Kassettenrekorder oder CD) unterstützen rhythmisch die Koordination der Bewegung.
Um den Unterricht in der Gruppe aufzulockern, zu variieren und zielgemäß zu gestalten, können verschiedene Organisationsformen ausgewählt werden:
Um den Eltern mit ihren Kindern Orientierungshilfen zu geben, ist es methodisch geschickt, Hilfsmittel einzusetzen, z. B. Markierungshütchen, Seile, Mattentunnel, Leinen, bunte Bretter. Sie vereinfachen das Erklären und sind unübersehbar.
Halte- und Tragegriffe stellen beim Säuglingsschwimmen ein wesentliches Unterrichtselement dar. Mit dem Erklären und Einüben der Griffe wird den Eltern der sichere Umgang mit ihrem Kind im Wasser vermittelt.
Das Kind, das als Nichtschwimmer auf die Unterstützung und Aufsicht im Wasser angewiesen ist, soll sich durch die Tragkraft der elterlichen Hände sicher und geborgen fühlen, damit es das Erlebnisfeld Wasser angstfrei und mit Wohlbefinden erfährt. Nur aus einer sicheren Position heraus wird das Kind von sich aus neugierig werden und seine Umwelt entdecken wollen.
Im Wasser herrschen andere physikalische Bedingungen als an Land. Die Auftriebskraft erleichtert dem Kind die muskuläre Halte- und Bewegungsarbeit in der horizontalen Lage. Allerdings stellt das ausdauernde Halten des Kopfs über der Wasseroberfläche für das Kind auf Grund seiner Körperproportionen, fehlender Muskelkraft, unkoordinierter Massebewegungen und Orientierungsschwierigkeiten eine große Leistung und Anstrengung dar. Damit die kindliche Kopfhaltung gesichert und erleichtert wird, ist das Kind in einer diagonalen Lageposition (45°) nach vornüber zu halten. Die Hand wird unterhalb des Brustbeins positioniert, wo sich der Massenmittelpunkt befindet.
Diese Stellung eröffnet dem Kind einen freien und dreidimensionalen Bewegungsraum, erleichtert seine Aufrichtbestrebungen und vergrößert seinen Wahrnehmungsradius. Das Kind liegt verhältnismäßig ausdauernd und gerne in dieser Position.
Griffe sollen das Kind sichern, d. h. die mangelnde Auftriebs- und Fortbewegungskraft des Kindes muss durch die elterliche Hand ergänzt werden. Der Kopf des Kindes soll sich deutlich über der Wasseroberfläche befinden (kein Wasserschlucken), ohne dass sich das Kind überstrecken muss (keine Querfalten am Rücken, die Füße im Wasser).
Der Haltegriff ist so fest anzusetzen, dass sich das Kind gehalten fühlt, jedoch so locker, dass der Griff den Körper und seinen Bewegungs- und Aktionsraum nicht einengt (insbesondere im Schulterbereich).
Die muskuläre Haltearbeit der Eltern soll dem Auftrieb des Wassers und den eigenständigen Halte- und Bewegungskräften des Kindes angepasst werden. Die Griffe werden entsprechend der motorischen Entwicklung des Kindes eingesetzt und sollen seine bevorzugte Lage berücksichtigen.
Bis zum sechsten Monat kann das Kind noch nicht ausdauernd in der Bauchlage liegen; es fühlt sich in der Rücken- und Seitlage auch sehr wohl. Mit Beginn der Vertikalisierung bevorzugt das Kind die nahezu aufrechte Position, sodass man das Kind stehend halten sollte. Im zweiten Lebenshalbjahr lehnt das Kind vermehrt die Rückenlage ab und kann sich bereits sehr ausdauernd in der horizontalen Bauchlage bewegen.
Der Schwierigkeitsgrad der Griffe ist im Unterricht methodisch aufzubauen, damit Eltern und Kinder nicht überfordert werden. Die beidhändigen Griffe sind als leichte und sichere Griffe zu Kursbeginn zu üben bzw. anzuwenden, die einhändigen Griffe erst nach einiger Zeit des Zutrauens und sicheren Umgangs mit dem Kind.
Griffe, die mehr Muskelkraft und Konzentration erfordern, sind mit einfachen und leichten Tragemöglichkeiten abzuwechseln, um nicht selbst zu ermüden oder zu verkrampfen.
Auf das Eintauchen der Körper der Eltern bis zu den Schultern ist ausdrücklich zu achten. Die gleiche Augenhöhe von Eltern und Kind ist wichtig. Sie vermittelt Nähe, Sicherheit und Vertrauen (Ausnahmen: Rückenlagepositionen des Kindes). Die Eltern haben ihren Blick auf das Gesicht des Kindes zu konzentrieren, um seine Blickrichtung und sein Empfinden angemessen kontrollieren zu können.
Es wird zwischen beidhändigen und einhändigen Grifftechniken in der Bauch- oder Rückenlage und in der Sitz- und Standhalte des Kindes unterschieden. Die Seitlage wird nur als Übergangslage beim Handling oder als Übung zur Gleichgewichtsstimulation eingesetzt.
Die Eltern haben die Aufgabe, das Kind mit den Händen und mit dem Blick zu sichern, unabhängig von ihrer Stellung zum Kind: frontal, seitlich oder rückwärtig.
Alle Griffbezeichnungen beschreiben die Stellung zum Kind und den Unterstützungspunkt am Körper. Sie sind eigens für die Kurspraxis mit einem bildlichen Kurzbegriff formuliert. Die Beschreibung und bildliche Darstellung sind bewusst z. T. spiegelbildlich erfolgt, um die praktische Anwendung je nach Händigkeit (links oder rechts) dem Ausführenden zu überlassen.
Die Griffe werden stets aus der Grundposition der Gegenüberstellung heraus beschrieben und bebildert. Linkshänder verfahren entsprechend spiegelbildlich. Neben den altersspezifischen Voraussetzungen werden das Handling, die Vor- und Nachteile des Griffs sowie Spielanregungen im Einzelnen ausgeführt.
Der frontale Armtragegriff eignet sich zum Einsteigen ins Schwimmbecken mit Säuglingen unter sechs Monaten. Kinder diesen Alters bedürfen noch der Körper- und Kopfstabilisation und des Hautkontakts, was durch die großflächige Auflagefläche am Körper gegeben ist. Bei älteren Säuglingen wird diese Position zu Unterrichtsbeginn nur selten eingenommen, denn sie drängen dazu, sich sofort dem Wasser zuwenden zu können, und werden auch wegen ihres Körpergewichts bereits im Hüftsitz mit Blick zum Wasser getragen (s. Grifftechnik B).
Die Kinder werden frontal auf die Brust des Erwachsenen gelegt, sodass sie über die Schulter des Erwachsenen schauen können. Es empfiehlt sich, das Kind etwas seitlich zu tragen, um die andere Hand zum Festhalten am Einstiegsgeländer zu benutzen. Der Unterarm drückt den kindlichen Körper an die elterliche Brust; die Ellenbeuge befindet sich dabei auf Gesäßhöhe des Kindes; die Hand stabilisiert breit gefächert den Kopf- und Schulterbereich des Kindes. Die Kinder genießen es vermehrt, auf der Herzseite getragen zu werden, weil sich durch den engen Hautkontakt der Herzschlag erspüren lässt und Körperwärme übertragen wird, die Geborgenheit und Verbundenheit vermittelt (vgl. Abb. 1).
Auf Grund des engen Hautkontakts wird das Kind behutsam an die fremde Umgebung gewöhnt. Die Eltern gehen mit ruhiger Zusprache im Becken umher, sodass das Kind verschiedene visuelle Beobachtungsmöglichkeiten hat und die Körper sanft vom Wasser umspült werden. Je nach Einstiegsmöglichkeit und Wassertiefe des Beckens werden die Körper schrittweise bis zu den Schultern eingetaucht. Während der eine Arm das Kind hält, kann die andere Hand den Rücken des Kindes nass streichen und wie selbstverständlich leicht massieren.
Eltern mögen diesen Griff wegen der reduzierten Bewegungsaktivität des Kindes zwar als nachteilig empfinden. Er bewährt sich jedoch in den ersten Stunden deshalb, weil er einen Stundenbeginn mit bewusst viel Körperkontakt ermöglicht, der Verhaltenssicherheit zwischen Eltern und Kind erzeugt. Dieser Griff sollte zum Ritual werden, indem er ständig zum Einstieg in die Unterrichtsstunde angewandt wird. Bei jüngeren Kindern bewährt sich die Kopf-an-Kopf-Position als vorteilhafte Kopfstabilisation. Der Griff fixiert den Oberkörper, nicht jedoch die Beine. Das Kind kann die Umgebung durch den Blick über die Schulter des Elternteils beobachten und zeigt durch sein Verhalten den Eltern an, wann der Zeitpunkt gekommen ist, sich aus der behütenden, engen Haltung herauszulösen, und signalisiert somit seine Bereitschaft zu Aktivität. Es richtet sich nämlich auf, hebt den Kopf an und dreht den Oberkörper auf.
Abb. 1
Die Eltern sind darauf hinzuweisen, das Kind auf ihrer Kopfhöhe zu tragen, sodass dessen Sicht nicht eingeschränkt wird. Der Körper soll ganz langsam ins Wasser eingetaucht werden, weil das Kind auf Brusthöhe kurzfristig durch den Wasserdruck und die Temperatureinwirkung zu vertieftem Atmen stärker angeregt wird.
Dieser Griff wird ab dem zweiten Lebenshalbjahr angewandt.
Der Tragende setzt sich das Kind mit gegrätschter Beinstellung seitlich auf die Hüfte, sodass dessen Oberkörper dabei nach vorne gerichtet ist und beide Arme vor der Brust des Tragenden frei hantieren können. Wird z. B. das Kind auf der linken Hüfte getragen, so greift die linke Hand den linken Oberschenkel des Kindes (Henkeltragehaltung) oder um die Taille des Kindes. Der rechte Arm ist zum Hantieren frei (vgl. Abb. 2).
Dieser Griff eignet sich zum Einsteigen ins Schwimmbecken bei wassergewöhnten Kindern, wenn breite Treppenstufen zum Einstieg vorhanden sind.
Die Kinder haben freie Sicht zum Wasser und können das Einsteigen ins Becken visuell mitvollziehen. Der Erwachsene hat eine Hand zum Sichern am Einstiegsgeländer frei. Nachteilig ist, dass die Beine des Kindes bei weiter Spreizung fixiert sind und durch frontale Armhaltung kein enger Hautkontakt möglich ist.
Es ist darauf zu achten, dass das Kind beide Arme vor dem Körper des Erwachsenen hält, damit ein Zurückziehen der Schultern (Retraktion) vermieden wird. Spielanregungen
Abb. 2
Die Hände sind aufzustellen und unter den Achseln des Säuglings unter vier Monaten so zu positionieren, dass die Fingerspitzen (Zeige- und Mittelfinger) in den Nacken des Kindes reichen, um ein Rückfallen des Kopfs wegen mangelnder Kopfkontrolle zu verhindern. Bei älteren Säuglingen werden die Hände breit gefächert an den Körperseiten des Kindes angelegt, sodass sein Rumpf am Brustkorb stabilisiert wird und die Schultern frei beweglich bleiben. Wenn der Rumpf des Kindes gewachsen, also länger geworden ist, wird das Kind nur noch über der Hüfte in der Taille gehalten.
Aus dem frontalen Armtragegriff wird das Kind mit beiden Händen an den Körperseiten gefasst und vor dem Körper auf gleicher Blickhöhe gehalten. Die Finger liegen breit gefächert auf Höhe der Schulterblätter. Bei jüngeren Kindern reichen die Finger bis in den Nacken hinauf, bei älteren Kindern nur bis an den unteren Rand der Schulterblätter. Die Daumen liegen locker auf Höhe der unteren Rippenbögen auf (vgl. Abb. 3).
Dieser Griff wird in der Akklimatisationsphase verwandt. Er wird bei Schwungübungen gegen den Wasserwiderstand in alle Bewegungsrichtungen eingesetzt, sodass verschiedene Körperbereiche angeströmt werden. Diese Übungen dienen der Körperwahrnehmung und der Muskeltonusregulierung. Möchte man den Strecktonus des Kindes reduzieren, so wird das Kind um 90° vor dem Körper gedreht und nach rechts und links geschoben, sodass der Rücken des Kindes angeströmt wird. Zur Reduzierung des Beugetonus lässt man die Bauchseite des Kindes entsprechend vom Wasser anspülen. Beim Auf- und Niederheben (Hüpfen) des Kindes vor dem Körper wird das Herz-Kreislauf-System angeregt und die Beine werden gelockert. Durch verschiedene Eintauchtiefen variiert man die Wirkung.
Die Hände rutschen nach einiger Zeit in den Achselbereich des Kindes, sodass die Schultern und Arme des Kindes hochgeschoben werden. Bleibt der Griff zu lange und stark fixiert, so wird der Blutstrom der Arme behindert. Deshalb muss der Griff zwischenzeitlich korrigiert werden, indem die Hände erneut über der Hüfte positioniert werden.
Bei Säuglingen, die noch keine stabile Kopfhaltung besitzen, sollte man mit den Fingerspitzen den Hinterkopf bzw. Nackenbereich sichern, um ein plötzliches Rückfallen des Kopfs zu verhindern.
„Es tanzt ein Bi-Ba-Butzelmann”.
Abb. 3
Für Säuglinge unter sechs Monaten, die ihren Kopf noch nicht ausdauernd halten können, sehr gut geeignet. Ältere Säuglinge (ab sechs Monaten) bevorzugen zumeist ein offenes Blickfeld und Bewegungsfreiheit in den Armen, um zu greifen und zu planschen, ein Grund, sie zunehmend seltener in dieser Position im Wasser zu halten.
Aus dem Achselgriff heraus werden die elterlichen Hände so weit unter der Brust des Kindes zusammengeschoben, dass die Daumenballen ein Dreieck bilden. Die Daumen verbleiben locker gehalten vor dem Schultergelenk. Durch das Rückwärtsgehen des Elternteils und den Auftrieb gelangt das Kind in die Bauchlageposition. Der Tragende drückt die Daumenballen bis an die Wasseroberfläche hoch, damit der Kopf des Kindes am Kinn gestützt werden kann. Die gefächerten Hände bieten dem Brustkorb des Kindes eine großflächige Auflage (vgl. Abb. 4).
Nach der Phase des Akklimatisierens mit engem Körperkontakt und einigen passiven Beweglichkeits- und Lockerungsübungen, setzt nun für das Kind die Phase der aktiven Bewegungen bei von nun an gelockertem Körperkontakt ein. Mit dem beidhändigen frontalen Bauchlagegriff wird das Kind in sicherer Bauchlage gehalten, sodass sich die Beine frei aktiv bewegen können. Dieser Griff ist durch die beidhändige Führung sowohl für die Eltern als auch für die Kinder sehr einfach und kippsicher, sodass er sich gut für den Kurs- und Stundenbeginn eignet, um sich fort- und auch auf der Stelle zu bewegen. Durch den direkten Blickkontakt kann das Kind unmittelbar angesprochen (und auch motiviert) werden unter bewusstem Einsatz des Mienenspiels (Gesichtsmimik wahrnehmen).
Die Vorteile dieses Griffs liegen in seiner Einfachheit bei großer Sicherheit für die Eltern und in der vis-à-vis-Ansprache für das Kind, dessen symmetrische Kopf- und Körperhaltung dabei trainiert wird. Werden die Schultern fixiert, so wird das Kind in seinen Armbewegungen eingeschränkt. Ein loses Fassen der Schultern erlaubt noch geringe Bewegungen.
Bei der Körperstellung der Eltern ist darauf zu achten und hinzuweisen, „bis zu den Schultern einzutauchen”, damit sie sich auf gleicher Augenhöhe mit ihrem Kind befinden. Der Hinweis „bis zu den Schultern eintauchen”, ist deshalb angeraten, weil viele Eltern erfahrungsgemäß nicht langfristig eine gebeugte Beinstellung im Wasser beibehalten.
Abb. 4
Dieser Griff eignet sich gut für Säuglinge unter sechs Monaten, weil hier der Körper großflächig stabilisiert und die unruhigen, zappeligen Bewegungen gesichert werden. Bei älteren Säuglingen wird dieser Griff zunehmend seltener eingesetzt, da sie sich bereits von den Unterarmen des Erwachsenen wegdrücken oder seitlich drehen möchten.
Aus dem Achselgriff heraus wird das Kind seitlich gelegt und mit der linken Hand im Achselgriff gehalten, sodass sich die rechte Hand unter die linke Brusthälfte des Kindes schieben kann, und zwar so weit, dass der kleine Finger der Hand auf Bauchnabelhöhe liegt. Nachfolgend wird das Körpergewicht des Kindes mit der rechten Hand gehalten, sodass sich die linke Hand entsprechend parallel unter die rechte Brusthälfte schieben kann. Die Kleinfingerseiten beider Hände berühren sich. Die Daumen und Zeigefinger liegen hinter den Achseln an den Körperseiten und verhindern damit ein seitliches Kippen oder fußwärtiges Abrutschen des Kindes. Der Tragende drückt seine Handwurzelballen hoch, bis diese die Wasseroberfläche durchbrechen. Dabei bewegt er sich rückwärts gehend (vgl. Abb. 5).
Dieser Griff kann eingesetzt werden, wenn sich das Kind bereits akklimatisiert hat. Der enge Körperkontakt wird aufgegeben, der Blickkontakt jedoch beibehalten. Durch die beidhändige Ausführungsform ist der Griff einfach zu handhaben und kippsicher, sodass er in den ersten Stunden an die Eltern vermittelt werden sollte. Der Tragende und das Kind können sich in dieser Position gegenseitig aufmerksam wahrnehmen und miteinander durch Blickkontakt, Gesichtsmimik und Ansprache kommunizieren. Bei gleichmäßiger Unterstützung des kindlichen Rumpfs können die symmetrische Kopf- und Körperhaltung sowie die gleichmäßige Bewegungsaktivität der Arme und Beine von den Eltern überprüft werden. Beobachtete Verspannungen der Rumpfmuskulatur, Seitigkeit oder Schiefhaltung des Kindes können mit Schwungübungen sowie visuellen und akustischen Anreizen therapeutisch „bearbeitet“ werden.
Die beidhändige Tragweise ist für die Eltern muskulär nicht zu anstrengend, sodass sie relativ unverkrampft diese Position beibehalten können. Je sicherer und lockerer die Eltern diesen Griff ausführen, desto freier und unbeschwerter bewegt sich das Kind. Ängstliche Kinder erhalten durch die Gesichtsnähe unmittelbar Zuspruch und Blickkontakt; sie können auch mit ihren Händen das elterliche Gesicht oder die Unterarme berühren. Die überstreckte Handgelenkhaltung ist ungewohnt und kann bei gewichtigen Kindern nicht sehr ausdauernd beibehalten werden. Für ältere Kinder ist die Unterstützungsfläche zu groß, um hinreichend zu ausgleichenden Bewegungen gefordert zu werden. Kinder, die an Land bereits in Bauchlage kreiseln, verlangen auch im Wasser mehr körperliche Freiheit, um sich zu drehen und sich neuen Wahrnehmungsreizen zuzuwenden. Von daher wird der Griff von ihnen als einschränkend empfunden.
Abb. 5
Das Eintauchen der Eltern mit ihren Schultern ins Wasser und die gleiche Augenhöhe mit ihren Kindern sind zu beachten. Wenn der Griff von den Eltern als unsicher empfunden wird, können die Daumen an die Körperseiten direkt hinter die Achseln gelegt werden.
Für Kinder ab dem achten/neunten Lebensmonat geeignet, wenn sie sich schon häufiger in den Stand hochdrücken und erste Kletterversuche starten.
Das Kind wird aus dem frontalen Achselgriff auf einen angehobenen Oberschenkel gesetzt. Dann wird dem Kind erst der eine Daumen, dann der andere Daumen zum Festhalten angeboten. Wenn das Kind beide Daumen festhält, wird das Bein wieder zum Boden abgestellt und das Kind durch zügiges Rückwärtsgehen neben dem Körper gezogen oder im Kreis gezogen, um die Beine gegen den Wasserwiderstand zur Wasseroberfläche hin aufzutreiben. Zum Ausruhen wird das Kind an die Brust gezogen und auf der elterlichen Oberkörperrücklage kann das Kind eine Stand- und Kletterfläche vorfinden oder einfach auf die Brust gelegt ausruhen (vgl. Abb. 6).
Als Fortbewegungsvariation und bei Singspielen einsetzbar (Karussell). Die Kinder üben ihre Halte- und Stützkraft, vorausgesetzt, sie haben ihre Arme leicht angebeugt und die elterlichen Hände befinden sich unter der Wasseroberfläche, sodass sich das Kind darauf abstützen kann. Beim Slalomlauf (rechts- und linksseitiges Ziehen) werden die Körperseiten angeströmt und die Armkraft der Kinder herausgefordert.
Vorteilhaft ist die geringe Unterstützung für das Kind, da die Auftriebskraft des Wassers optimal ausgenutzt wird. Die Kinder lassen – je nach Motivation und wechselnden Aufmerksamkeitsschwerpunkten – mitunter unverhofft die Daumen los, sodass der Tragende das Kind sofort an den Körperseiten oder Armen fangen muss. Aus dieser eigenen Unsicherheit heraus halten Eltern gern die Hand des Kindes aktiv fest, wodurch jedoch das eigenständige Halten des Kindes unterbunden und die Handgelenke unnötig fixiert werden.
Die Eltern sollen nicht die Kinder, sondern die Kinder die Daumen der Eltern festhalten. Die elterlichen Finger sind nur ganz locker auf den Handrücken des Kindes aufgelegt.
Abb. 6
Für Kinder im zweiten Lebenshalbjahr, die bereits über eine ausreichende Körperstabilisation verfügen.
Aus dem frontalen Achselgriff wird das Kind um die Längsachse um 180° gedreht und auf den rechten Oberschenkel gesetzt. Nun werden die Arme unter den Achseln des Kindes durchgeschoben und die Hände vor der Brust des Kindes gefaltet (vgl. Abb. 7).
Seitliche Schwünge oder Karussell gegen den Wasserwiderstand ausführen. Bei Spielphasen, in denen Materialien verwandt werden, kann das Kind gut greifen.
Vorteilhaft ist die geringe muskuläre Haltearbeit für die Eltern und die aufrechte Stellung des Kindes. Fremdelnde Kinder oder solche mit einem starken Verlangen nach Körperkontakt zur Bezugsperson drehen sich häufig aus dieser Position zum Körper der Eltern und lassen sich ungern in diesem Tragegriff halten, es sei denn, dass sie sich auf das Hantieren mit einem Spielzeug konzentrieren.
Nachteilig ist, dass der elterliche Armring meist so groß ist, dass das Kind beim Lösen aus der Achselaufhängung schnell gehalten werden muss, um gesichert zu werden. Durch die Körperstellung der Bezugsperson zum Kind ist der Blickkontakt kaum möglich, die Kopfstellung des Kindes ist nur schwierig zu kontrollieren.
Eltern können aufrecht ohne viel Haltearbeit durch das Wasser gehen. Die Haltearbeit wird jedoch schwieriger, wenn die Eltern ins Wasser eingetaucht vorwärts gehen und die Arme fast gestreckt mit Last nach vorne an der Wasseroberfläche halten (langer Hebel).
Abb. 7
Der Griff ist nicht bei Säuglingen unter dem sechsten Lebensmonat zu verwenden, weil ihre Körperstabilität und die muskuläre Haltekraft der Rückenmuskulatur noch nicht hinreichend vorhanden bzw. ausgebildet ist.
Aus dem frontalen Achselgriff wird das Kind um 180° nach rechts gedreht und leicht bauchwärts auf den linken Unterarm gelegt. Die rechte Hand umgreift die rechte Taille des Kindes, die linke Hand folgt mit dem Umgreifen an die linke Taillenseite. Da sich das Kind aus dieser Position gerne nach vorne legt, sollten Zeige- und Mittelfinger die bauchwärts gelegenen Rippenbögen unterstützen. Das Kind wird in diagonaler Schräglage zur Wasseroberfläche gehalten. Die Arme des Tragenden sollten leicht gebeugt und rechtsseitig vom eigenen Körper gehalten werden, damit die Kopfposition und der Gesichtsausdruck des Kindes annährend aus der Profilansicht beobachtet werden können und bei Unsicherheit des Kindes beruhigender Zuspruch mit Blick- und Hautkontakt (vis-à-vis) hergestellt werden kann (vgl. Abb. 8).
Dieser Griff eignet sich für verschiedene Spielformen mit Gegenständen zum Greifen, Beckenrandspiele, Interaktionsspiele.
Bei offenem Blickfeld und von der Bezugsperson weggewandt, kann das Kind andere Personen und Gegenstände wahrnehmen und sich ihnen zuwenden. Nachteilig ist, dass sich die Kopfposition des Kindes nicht Auge in Auge mit der Bezugsperson befindet und somit darauf zu achten ist, dass das Kind kein Wasser schluckt.
Die Haltepersonen sind darauf hinzuweisen, die Kopfposition des Kindes aus der Nahezuprofilansicht aufmerksam zu beobachten. Diese neue Selbstständigkeit kann Unsicherheit hervorrufen. Das Kind ist dann mit seinem Rücken eng an die Brust des Elternteils zu nehmen, um das Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.
Abb. 8
Dieser Griff ist erst bei ausreichender Kraft der Rückenmuskulatur und bei Körperstabilität im zweiten Lebenshalbjahr des Kindes einzusetzen, wenn die Kinder möglichst schon die Arme ausstrecken können.
Beide Elternteile befinden sich in der Schrittstellung. Aus dem Achselgriff wird das Kind um 180° nach rechts gedreht und mit dem linken Unterarm an den eigenen Körper gedrückt. Die rechte Hand löst sich aus dem Achselbereich des Kindes und fasst in seinen Taillenbereich um. Die linke Hand wird entsprechend auf der anderen Taillenseite positioniert. Die Hände sind breit gefächert, die Fingerspitzen reichen bis zu den Rippenbögen. Der gegenüberstehende Elternteil taucht bis auf Kopfhöhe des Kindes ein und macht mit Spritzern oder Händeklatschen auf sich aufmerksam. Wenn das Kind schaut, werden die Hände über der Wasseroberfläche ausgestreckt, damit es sie sehen kann. Zur Übergabe wird das Kind in eine 45°-Lage nach vorne gekippt und zum Gegenüber geschoben. Der Annehmende fasst in den Achselbereich und nimmt das Kind an seinen Körper, um erneut umzufassen und das Kind wieder zurückzuschieben (vgl. Abb. 9).
Dieser Griff, verbunden mit dem Schieben an der Wasseroberfläche, stellt eine Übung für das Gleiten dar. Die jüngeren Kinder planschen vorrangig mit den Händen, die älteren Kinder unterstützen bereits mit ihren Beinbewegungen das Vorankommen. Je älter das Kind wird, desto mehr vergrößern die Eltern die Übungsdistanz. Nachdem die Kinder an das eher ruhige Zuschieben gewöhnt sind, können sie in weiteren Lernschritten auch leicht zugeworfen (mit kurzem Untertauchen) oder unter Wasser zugeschoben werden.
Dieser Griff fördert die Aufmerksamkeit und das Vertrauen zu den beiden Bezugspersonen, schreibt allerdings dem Kind die Bewegungsrichtung vor.
Die Hände sollen sich bei der Übergabe nicht überlappen.
Abb. 9
Für Kinder am Ende des zweiten Lebenshalbjahres anzuwenden, die bereits durch ihr tägliches Krabbeln eine ausreichende Stützkraft erlangt haben.
Aus dem Achselgriff wird das Kind seitlich geschwenkt und dann einhändig in der Handgabel der linken Hand gehalten, während die rechte Hand sich aus dem Achselbereich löst und an den Oberarm und Ellbogen des Kindes fasst. Nun wird das Körpergewicht des Kindes in die rechte Hand verlagert, sodass auch die linke Hand am anderen Oberarm und Ellbogen anfasst (vgl. Abb. 10).
Der Griff aktiviert die Stützkraft des Kindes. Er dient dazu, die Verwendung von Auftriebshilfen (Schwimmflügel, Schwimmreifen, Schwimmsprosse) vorzubereiten. Die Eltern gehen dabei rückwärts; das Kind unterstützt diese Fortbewegung (unwillkürlich oder auf Ermunterung) mit den Beinen.
Der Griff verbessert – dosiert angewandt – die Stützkraft. Wird die Übung zu lange ausgeführt, lässt die Armaktivität wegen der fixierten Arme nach.
Es ist darauf zu achten, dass die Eltern die Arme nicht seitlich auseinander weichen lassen, weil sich das Kind dann nicht stützen kann. Die Hände sind unterhalb der Schultern zu positionieren. Die Schultern der Eltern sind eingetaucht und der Kopf auf Blickhöhe zu ihrem Kind. Der Handschalengriff kann auch variiert eingesetzt werden, indem die Hände unter den Füßen oder einhändig unter dem Gesäß unterstützen. Er stellt eine Balanceübung für das Kind dar oder kann als Ausgangshaltung zum Abspringen vom Beckenrand dienen (vgl. Abb. 10).
Abb. 10
Für Säuglinge unter sechs Monaten sehr gut geeignet, denn ihr Körpergewicht und ihr Brustkorbumfang lassen noch zu, von Eltern einhändig gehalten zu werden. Die Überstreckung des Handgelenks ermöglicht es, die kindliche Kopfhaltung zu unterstützen. Die symmetrische Körperhaltung in der Bauchlage kann längerfristig von Eltern beobachtet und vom Kind geübt werden.
Bei älteren Säuglingen (ab sechs Monaten) und bei Kindern, die sich an Land bereits um ihre Längsachse drehen können, stellt diese Halteposition für den Tragenden insofern eine Schwierigkeit dar, als das Kind nicht mehr ruhig auf der Hand liegt und auf Grund seines Körpergewichts nur noch unter großer Kraftbelastung aus dem Handgelenk gehalten werden kann. Das Kind ist nun stärker an seinem Umfeld interessiert und will sich diesem zuwenden.
Aus dem Achselgriff heraus wird das Kind über die Körperseite in die linke Hand (Daumen-Zeigefinger-Mulde) gekippt. Bei Säuglingen, deren Kopf noch nicht stabil gehalten wird, sollten Zeige- und Mittelfinger den Kopf zusätzlich stützen. Die rechte Hand aus der Achsel des Kindes lösen und breit gefächert unter das Brustbein des Kindes legen, sodass die Fingerspitzen bis zum Bauchnabel reichen. Das Kind wird auf die Hand in die Bauchlageposition gekippt, die linke Hand löst sich aus dem Achselbereich und legt sich auf den Nacken und Hinterkopfbereich des Kindes, um die anfängliche Halteunsicherheit zu stabilisieren. Der Daumenballen der rechten haltenden Hand wird bis an die Wasseroberfläche hochgedrückt, sodass das Kinn des Kindes bei Bedarf unterstützt werden kann. Die linke Hand schöpft Wasser auf den Rücken des Kindes. So werden sowohl die Bewegungsaktivität des Kindes angeregt als auch der Rücken vor dem Auskühlen bewahrt (vgl. Abb. 11).
Mit dem Griff werden die Bewegungen des Kindes aktiviert. Das Kind bewegt sich mit allen Extremitäten ganz frei bei geringer Unterstützungsfläche. Im ersten Lebenshalbjahr kann das Kind sein Körpergewicht noch nicht ausbalancieren. Ein seitliches Kippen muss durch die Eltern ausgeglichen werden. Ältere Kinder werden durch die geringe Unterstützungsfläche zum Halten des Gleichgewichts angeregt. Der direkte Blickkontakt fördert den symmetrischen Haltungsaufbau und die Eltern-Kind-Kommunikation.
Dieser Griff lässt dem Kind große Bewegungsfreiheit für alle Gliedmaßen. Daraus ergeben sich Impulse zu Ausgleichsbewegungen für das Gleichgewicht. Maßgeblich dafür ist die geringe Unterstützungsfläche. Die freie Hand kann durch wasserspritzende Bewegungen das Kind motorisch weiter anregen.
Der Griff wird von den Eltern gelegentlich als unvorteilhaft empfunden. Das resultiert aus ihrer Halteunsicherheit, weil sich gerade die jüngeren Säuglinge reflexartig, unkoordiniert und unruhig bewegen.
Abb. 11
Die Eltern sind bis zu den Schultern ins Wasser eingetaucht und auf gleicher Augenhöhe mit ihrem Kind. Auf korrektes Handling wegen Halteunsicherheit ist zu achten, insbesondere auf das Spreizen der Finger, um die Unterstützungsfläche unter dem Brustkorb zu vergrößern.
Dieser Griff ist im ersten Lebenshalbjahr universell brauchbar. In den ersten Lebensmonaten kann die freie Hand von hinten die Kopfhaltung zusätzlich stabilisieren.
Aus dem frontalen Achselgriff wird das Kind um 180° nach links gedreht und auf den linken Unterarm gelegt, sodass der rechte Arm sich von der Achsel löst und sich zwischen den Beinen bis zum Brustbein durchschiebt. Die Hand sollte breit gefächert den Brustkorb unterstützen. Die linke Hand löst sich ebenfalls von der Achsel und kann nun das Spiel des Kindes oder im Nackenbereich seine Kopfhaltung unterstützen. Der rechte tragende Unterarm wird steil zur Wasseroberfläche hin angestellt; das Kind kann beide Arme frei bewegen. Sollte die Lage des Kindes als instabil empfunden werden, so ist das Kind zur Lagestabilisation durch stärkeres Anwinkeln des Arms enger an die Körperseite anzudrücken (vgl. Abb. 12).
Dieser Griff ist vorrangig beim Eltern-Kind-Spiel mit Materialien zu verwenden, ferner beim zügigen Vorwärtslaufen mit Wellentechnik, bei Bewegungsliedern mit Finger- und Spritzspielen sowie zur Bewegungsstimulation der Arme und Hände des Kindes durch passives Bewegen der Arme auf Grund der Wasserbewegung. Wird die freie Hand in den Nackenbereich gelegt, kann das Kind gegen den Wasserwiderstand seitlich nach rechts und links gezogen werden, sodass besonders die freien Arme für die Körperwahrnehmung angeströmt werden.
Das freie Blickfeld für das Kind und die einfache Ausführung machen den Griff beliebt. Eine gewisse Bewegungseinschränkung der Kinderbeine tritt dabei ein.
Die Eltern gehen bis zu den Schultern eingetaucht vorwärts und halten dabei das Kind so weit seitlich, dass sie das Gesicht einsehen können.
Abb. 12
In der Kreisaufstellung oder in der Gegenüberstellung mit einem anderen Eltern-Kind-Paar ausführen.
Der Griff eignet sich für ein Kind, das längerfristig über eine stabile Kopfhaltung verfügt (5./6. Monat). Dieser Griff ist nur bei Kindern anzuwenden, die bereits ein vermehrtes Selbstständigkeitsstreben zeigen, da dem Kind bei dieser Übung der ständige Blickkontakt mit dem Elternteil fehlt.
Aus dem frontalen Achselgriff wird das Kind nach seitlichem Wiegen mit der rechten Hand einhändig seitlich liegend festgehalten, sodass die linke Hand von der Achsel gelöst und quer unter dem Brustbein des Kindes positioniert werden kann (Finger aufgefächert). Nun wird das Kind in die Bauchlage gekippt, sodass die rechte Hand von der Achsel gelöst und quer auf den Schulterbereich des Kindes zum Stabilisieren der Lage aufgelegt werden kann oder sich wasserschöpfend frei bewegt. Die Haltehand sollte direkt vor dem Körper des Tragenden gehalten werden, damit das Kind im Halbprofil beobachtet werden kann. Das Kind ist so hoch zu halten, dass der Rücken keine Hautfalten bildet, denn diese weisen auf eine überstreckte Wirbelsäule hin; das Kinn des Kindes befindet sich über der Wasseroberfläche, die Eltern tauchen bis zu ihren Schultern ins Wasser und befinden sich auf Kopfhöhe ihres Kindes (vgl. Abb. 13).
Dieser Griff eignet sich besonders zur zielgerichteten Fortbewegung; das Kind wird mit Wasserspritzern zum Eigenbewegen angeregt; seine Gliedmaßen sind frei beweglich. Zur Gleichgewichtsstimulation wird das Kind angehoben und gesenkt. Beim Karussellspielen kann der Handwechsel von den Eltern geübt werden. Durch Schwungübungen gegen den Wasserwiderstand (vor und rück) werden die Wirbelsäule und die Beine beweglich gemacht. Variiert man die Eintauchtiefe, so werden die Körperpartien unterschiedlich stark angeströmt. Der Griff eignet sich auch für Beckenrandspiele (heran und weg), Kontaktspiele mit anderen Kindern (nah und fern) und zum Einfangen und Ergreifen von verschiedenen Geräten und Spielmaterialien.
Das Kind hat ein freies Blickfeld und alle Bewegungsmöglichkeiten. Für die Eltern ist der Griff relativ einfach anzuwenden. Er belastet das Handgelenk bei der seitlichen Haltung nur wenig. Das Kind kann durch die zweite Hand auf dem Schulterbereich gut stabilisiert werden, und auch für das Spritzen von Wasser erscheint den Eltern die Balance und das Halten sicherer als beim frontalen Bauchlagegriff. Fremdelnde oder Körperkontakt suchende Kinder drehen sich jedoch aus dieser Position häufig zum Körper der Eltern und sind daher nicht längerfristig für diesem Tragegriff zu begeistern. Nachteilig wird z. T. die eingeschränkte Sicht der Eltern zum Gesicht des Kindes empfunden, was sich allerdings durch eine Halteposition direkt vor dem Körper der Eltern weit gehend vermeiden lässt.
Eltern tauchen bis zu den Schultern ein und gehen seitwärts oder mit gedrehtem Unterkörper vorwärts, um das Kind dabei stetig zu beobachten.
Abb. 13
Ein Universalgriff für jedes Lebensalter, da sowohl Kopf als auch Körper stabilisiert werden können.
Aus dem frontalen Achselgriff wird das Kind um 180° nach rechts gedreht und mit dem linken Unterarm an die Brust des Elternteils herangenommen. Die Handstellung sollte so verändert werden, dass die linke Hand etwas tiefer unter die Achsel greift und das Kind die Arme frei bewegen kann. Die Hand soll flach und breit gefächert ungefähr am Rippenbogen anliegen. Kind und Tragender befinden sich dabei in etwa auf gleicher Kopfhöhe (vgl. Abb. 14).
Dieser Griff eignet sich besonders für Eltern-Kind-Spiele mit Materialien oder für zügiges Vorwärtslaufen mit Wellentechnik, bei Bewegungsliedern mit Finger- und Spritzspielen sowie zur Stimulation der Arme und Hände durch passives Bewegen der Arme. Mit der freien Hand im Nacken des Kindes kann sein Körper gegen den Wasserwiderstand nach rechts und links gezogen werden, sodass vor allem die Arme angeströmt werden und somit der Körper bewusster wahrgenommen wird.
Der Griff ist einfach auszuführen. Die Lage des Kindes kann durch den engen Körperkontakt gut stabilisiert werden. Das Kind hat ein freies Blickfeld. Blickkontakt und Kontrollblick der Eltern zum Gesicht des Kindes sind allerdings eingeschränkt.
Die Eltern gehen bis zu den Schultern eingetaucht vorwärts und beobachten dabei ständig das Kind.
Abb. 14
Der Griff kann erst angewandt werden, wenn das Kind eine gewisse Kopfstabilität erlangt hat (ca. vier Monate); anderenfalls ist das Sichern vor dem Wasserschlucken auf Grund der mangelnden Sicht auf die Kopfhaltung in dieser Trageposition nicht gewährleistet, wenn man bis zu den Schultern eingetaucht im Wasser steht.
Aus dem Achselgriff legt sich der Tragende das Kind mit dessen Brust auf die linke Schulter und hält es mit linker gespreizter Hand am Brustkorb; die Auflagefläche (Schulter) wird durch seitliches Anheben oder Ausstrecken des linken Oberarms noch verbreitert. Die rechte Hand wird zur Lagestabilisation des Kindes auf den Schulterblattbereich des Kindes gelegt oder schöpft gelegentlich Wasser auf den Rücken des Kindes. Die Arme des Kindes können sowohl an den Schultern des Erwachsenen ruhen als auch mit den Händen im Wasser planschen (vgl. Abb. 15).
Eignet sich zum Unterrichtsbeginn, da der Griff viel Körperkontakt ermöglicht, dem Kind Sicherheit von der Lage her gewährleistet und es bei freier Sicht räumlich akklimatisiert. Der Griff kann auch variiert eingesetzt werden, indem die Eltern nach dem Ablegen des Kindes auf der Schulter mit beiden Händen an dessen Füße fassen, um diese zu führen und damit zur Eigenbewegung (z. B. zum Strampeln und Treten) zu animieren. Auch eine Fußmassage für das Kind kann in dieser Position erfolgen.
Die Eltern können die Beinbewegungen der Kinder optimal beobachten. Blickkontakt und Kontrollblick der Eltern zum Gesicht des Kindes sind nicht gegeben. Weil die Kinderarme z. T. auf der elterlichen Schulter ‚ruhen‘ bzw. stützen, fehlt etwas lebhafte Bewegung.
Die Eltern gehen rückwärts, damit die Beine des Kindes auftreiben und das Kind in der vorwärts gerichteten Fortbewegung unterstützt wird. Sie tauchen ihren Oberkörper so weit ein, dass sich ihre Schultern knapp über der Wasseroberfläche befinden.
Abb. 15
Griff im zweiten Lebenshalbjahr einsetzen, weil dann der Schultergürtel ausreichend muskulär gefestigt ist. Der Griff soll nur bei Kindern angewandt werden, die sich bereits dem Umfeld zuwenden und nach Selbstständigkeit streben.
Aus dem frontalen Achselgriff wird das Kind um 90° nach rechts gedreht und mit der Brust so auf dem Unterarm der haltenden Person abgelegt, dass sich das Kind nun in der Bauchlage befindet. Daumen und Zeigefinger der linken Hand bilden dabei einen Ring um den Oberarm des Kindes. Die Ringhaltung muss locker ausgeführt werden, um die Blutzirkulation nicht zu behindern. Die rechte Hand wird von der Achsel des Kindes gelöst und kann den Rücken des Kindes nass streichen. Die Haltehand wird direkt vor dem Körper des Erwachsenen gehalten, damit Körperhaltung, Blickrichtung und Gesichtsausdruck des Kindes im Profil beobachtet werden können. Beim Hochhalten darf der Rücken keine Hautfalten aufweisen, die auf eine Überstreckung der Wirbelsäule hinweisen; das Kinn des Kindes befindet sich über der Wasseroberfläche. Schultertiefes Eintauchen der Eltern und gleiche Kopfhöhe mit ihrem Kind sind wichtig (vgl. Abb. 16).
Dieser Griff eignet sich für Massagen an Füßen und im Nacken- und Rückenbereich sowie zur Anregung der Beinaktivität durch geführte Beinkickbewegungen. Die freie Hand kann durch Wasserspritzer die Eigenaktivität des Kindes anregen oder durch Umfassen des Oberschenkels in der Hüftbeuge zum Herausheben des Kindes eingesetzt werden (Fliegerspiele). Legt man die Hand an den Hinterkopf, so kann das Kind in die ruhige Rückenlageposition (Relax (S)) gebracht werden.
Der Griff bietet dem Kind ein freies Blickfeld und Bewegungsfreiheit in den Beinen. Die Lage des Kindes ist durch den Oberarmring mit der Hand gut zu stabilisieren; dabei treten kaum Balanceschwierigkeiten oder Halteunsicherheiten auf, wenn der Unterarm parallel zur Wasseroberfläche gehalten und ziehend bewegt wird. Fremdelnde Kinder oder nach Körperkontakt suchende Kinder drehen sich häufig zum Körper der Eltern und sind dann nicht längerfristig in diesem Tragegriff zu halten. Von der haltenden Person wird statische Haltekraft beansprucht, da dieser Griff mit gestrecktem Haltearm (langer Hebel) ausgeführt wird. Der Oberarmring vermindert die freie Beweglichkeit der Arme des Kindes. Ständiger Blickkontakt ist nicht möglich.
Die Eltern bewegen sich drehend oder seitwärts durch das Wasser. Die Oberarmringhaltung kann auch in der Weise aufgelöst werden, dass man die Hand unter der Achsel des Kindes durchschiebt, sodass sie an der Rückseite des Oberarms sichernd stützt.
Abb. 16
Besonders in den ersten Lebensmonaten (bis vier bzw. fünf Monate) anwenden, da die Kinder in diesem Alter ihren Körper besser in der Rückenlage stabilisieren können und keine Haltekraft für den Kopf aufwenden müssen. Ist das Kind in der Lage, sich selbstständig von der Rücken- in die Bauchlage zu drehen, so lehnt es häufig die Rückenlage im Wasser ab. Erst ab dem ersten Lebensjahr wird die Rückenlage häufig wieder akzeptiert.
Das Kind befindet sich im frontalen Armtragegriff auf der Herzseite. Die linke Hand stützt großflächig den Rücken im Schulter- und Lendenbereich. Die rechte Hand fasst diagonal über den Körper an das äußere (rechte) Schultergelenk des Kindes. Mit Daumen und Zeigefinger wird ein Ring gebildet. Der Unterarm stützt den Hinterkopf des Kindes. Über die Längsachse wird das Kind in die Rückenlage gebracht. Der Körper soll möglichst tief im Wasser liegen. Das Gesicht bleibt wasserfrei, der aus dem Wasser herausragende Brustbereich wird mit der freien Hand mit Wasser benetzt. Lehnen Kinder auch die Kopflage im Wasser ab, wird der Kopf höher mit wasserfreien Ohren gestützt. Der Tragende steht aufrecht mit dem Gesicht über das Kind gebeugt, sodass Blickkontakt besteht (vgl. Abb. 17).
Die Rückenlage dient als zwischenzeitliche Erholungspause für das Kind und zur Armentlastung für die Eltern. Außerdem sollten dem Kind im ersten Lebensjahr wechselnde Bewegungs- und Lagereize angeboten werden, da es sich noch nicht selbstständig drehen oder fortbewegen kann. Somit wird Einseitigkeiten entgegengewirkt, die zu Fehlbelastungen oder Fehlstellungen führen könnten. In Rückenlage werden für das Kind die wahrnehmbaren visuellen Reize reduziert. Der Auftrieb wirkt in Rückenlage besonders günstig, wodurch Muskel- und Gelenksysteme entlastet werden. Diese physikalische Veränderung wird vom Kind sinnlich wahrgenommen und stimuliert die Haut- und Lagesinne (Gleichgewichtsorgane, Haut).
Durch die Fixierung wird Haltesicherheit erzeugt. Die andere Hand ist frei, weshalb dieser Griff auch für das häusliche Waschen in der kleinen Badewanne empfohlen wird. Doch kann das Kind den fixierten Arm nicht bewegen.
Den Schulterring nur locker halten. Die Eltern bieten ihren Kindern Blickkontakt. Ist ein Kind der Rückenlage abgeneigt, so ist der Kopf höher (Ohren wasserfrei) zu halten und mit der freien Hand wird den Fußsohlen Hautkontakt gegeben, damit das Kind Sicherheit fühlt.
Abb. 17
Der Griff eignet sich gut für Säuglinge in den ersten Monaten, die noch gerne auf dem Rücken liegen. Bei älteren und sehr aktiven Säuglingen, die sich bereits häufig auf den Bauch drehen, hängt es von der Situation und Tagesform ab, ob sie diese Rückenlage akzeptieren. Spielen sie mit einem Gegenstand oder ihren Händen oder sind bereits etwas müde, so nehmen sie diese reizärmere Lage gerne an. Wenn ein Säugling seine Wasserempfindlichkeit im Kopfbereich abgelegt hat, kann man den Hinterkopf ins Wasser hineinbetten.
Aus der Gegenüberstellung wird der Säugling in die Daumen-Zeigefinger-Gabel nach rechts auf die Körperseite gekippt; dabei stützen der Zeige- und Mittelfinger den Nackenbereich des Säuglings ab, um ein Rückfallen des Kopfs zu verhindern. Nun schiebt sich die linke Hand an den Hinterkopf des Kindes, sodass der Handwurzelballen die Schulterblätter stützt und die Finger den Nackenbereich bis an den Hinterkopf überspannen. Liegt das Kind ruhig und ausbalanciert im Wasser, kann sich die rechte Hand lösen, um zum Erlangen der Aufmerksamkeit des Kindes mit den Fingern zu spielen. Das Kind sollte so tief im Wasser liegen, sodass nur noch das Gesicht herausschaut. Der Auftrieb des Wassers bewirkt bei tiefer und entspannter Körperlage (Ohren im Wasser), dass das Kind nahezu selbstständig schwebt und nur geringfügig unterstützt werden muss. Bei unruhiger Körperlage sichert die rechte Hand am Brustbein. Man kann das Kind je nach Belieben sowohl frontal vor dem eigenen Körper als auch seitlich gedreht durch das Wasser ziehen (vgl. Abb. 18).
In diesem Griff erholen sich die Kinder in Unterrichtspausen und zum -ende, wenn sie von der muskulären Anstrengung und den Reizen ermüdet sind. Fühlen sich die Kinder in dieser Lage bei der geringen Unterstützung wohl, ist dies ein Zeichen für ihr Vertrauen ins Wasser und in die Bezugsperson und die Fähigkeit zu entspannen. In Rückenlage werden nämlich einige Reize ausgeschaltet (Insichgehen) und der Auftrieb, welcher den Körper insgesamt entlastet, wird optimal genutzt.
Die Eltern leisten geringe muskuläre Haltearbeit; bei älteren und unruhigen Kindern ist das einhändige Halten mitunter unsicher, kann aber durch die zweite Hand am Brustbein stabilisiert werden. Fremdelnde oder Körperkontakt suchende Kinder drehen sich häufig zum Körper der Eltern oder möchten das Gesicht der Eltern an ihrem spüren, wenn sie in dieser Lage liegen. Die visuelle Reizaufnahme für das Kind ist nur gering, wird jedoch in der Entspannungsphase auch nicht gewünscht.
Die Eltern sollten sich ihrem Kind stets so zuwenden, dass sie es zur friedlichen Akzeptanz dieser Lage durch Blickkontakt, ruhiges Zusprechen oder Wangennähe einstimmen können.
Abb. 18
Weil Säuglinge unter sechs Monaten als Liegekinder noch die Rückenlage der Bauchlage vorziehen, ist es angebracht, diese häufiger einzunehmen. Das Kopfheben fällt ihnen in der Bauchlage noch schwer, weil sie hier muskulär schnell ermüden. Ältere Säuglinge bevorzugen dagegen die Bauchlage, da sie aus dieser Position ihre Umgebung besser beobachten können und bereits bestrebt sind, ihre Fortbewegung in der Bauchlage zu üben.
Aus dem frontalen Achselgriff wird das Kind um 90° nach rechts gedreht und bäuchlings auf den linken Unterarm gelegt, sodass die rechte Hand gelöst werden kann. Mit der rechten Hand wird nun der Hinterkopf des Kindes gestützt und das Kind in die Rückenlage gekippt, bis der Kopf auf der Schulter aufliegt. Nun kann sich die rechte Hand wieder lösen und ist frei zum Hantieren (vgl. Abb. 19).
In dieser Position können sich sowohl das Kind als auch die Eltern entspannen. Das Kind wird vom Kopfhalten, die Eltern werden vom Tragen und Heben entlastet. Während die jüngeren Säuglinge gerne flach in der Rückenlage liegen, sollte man ältere Kinder eher in einer Sitzlageposition halten, weil sie so das Umfeld besser beobachten können und sich ruhiger verhalten. Der Griff kann auch variiert werden, indem die tragenden Hände die Waden oder Fußsohlen des Kindes umgreifen.
Die Schultern der Eltern befinden sich deutlich über der Wasserlinie, damit das Kind beim Ausruhen kein Wasser schluckt. Der Auftrieb des Körpers und die Lage des Kopfs auf der Schulter reichen aus, den Körper ohne festzuhalten so zu sichern, dass der Kopf nicht von der Schulter rutscht.
Abb. 19
Für Säuglinge unter sechs Monaten wegen der großen Unterstützungsfläche zur Kopf- und Körperstabilisation sehr gut geeignet.
Bei Säuglingen, die bereits die Bauchlage vorziehen, kann die angeführte Position auch zum Sitzen – mit einem Spielzeug – abgewandelt werden.
Aus dem Achselgriff heraus wird das Kind leicht seitlich gelegt, ein Unterarm wird unter dessen Rücken geschoben, bis die Innenhand als Schale den Hinterkopf des Kindes stützt. Der andere Arm wird entsprechend parallel unter die andere Körperseite des Kindes gelegt. Die Füße liegen auf beiden Schultern des Tragenden. Es ist darauf zu achten, dass die Fußsohlen des Kindes nicht die Brust des Tragenden berühren, da es durch den Fußsohlenreiz versucht ist, sich abzudrücken (vgl. Abb. 20).
Zum Ende des Unterrichts sollen Entspannung und Ruhe einkehren. Der Körper hat nach der Anstrengung das Bedürfnis danach. Dieser Griff lässt körperlich und seelisch unter intensivem Blickkontakt und Ansprache entspannen.
Durch das beidarmige Halten ist das Kind sicher, großflächig und stabil gelagert und verspürt intensiven Haut- und Blickkontakt. Demgegenüber wird die Auftriebskraft des Wassers nicht ausgenutzt und dem Kind wenig Bewegung abverlangt.
Das Gesäß des Kindes befindet sich auf Brusthöhe des Erwachsenen. Die Füße des Kindes ruhen auf den Schultern bzw. seitlich des Halses. Die Kinder genießen in dieser Position innige Ansprache und den Blickkontakt. Dabei spielen sie gern mit Händen und Mund am Spielmaterial.
Abb. 20
Für Kinder ab dem dritten Lebensmonat geeignet, wenn ihr Kopf bereits an das Wasser gewöhnt ist. Ab ungefähr dem achten Monat wird die Rückenlageposition von den Kindern nicht mehr gerne eingenommen, weil ihre zunehmende Wahrnehmung sie anregt, sich aufzurichten.
Aus der Gegenüberstellung wird die rechte Hand gelöst und flach an die rechte Schulter des Kindes mit den Fingerspitzen zum Schulterblatt und dem Daumen am Schlüsselbein gelegt, der Kopf des Kindes liegt dabei auf dem Unterarm. Mit diesem Griff wird das Kind über die Seite in die Rückenlage gedreht.
Nachfolgend wird die linke Hand von der Taille gelöst und an die linke Schulter des Kindes gelegt, nun liegt das Kind mit den Schultern auf beiden Händen, der Kopf wird auf den Unterarmen gestützt und der Blick richtet sich von oben auf das Kind.
In dieser Lage kann sich das Kind entspannen, sein Körper wird durch den Auftrieb vollständig entlastet, die Arme sind frei, um z. B. einen Gegenstand zu halten, die Beine können ungehindert strampeln. Wird das Kind schlängelnd durch das Wasser gezogen, wird es in dieser Haltung zur Bewegung herausgefordert. Wird das Kind gegen einen Widerstand (Beckenrand, Hände, Rücken, Matte) geschoben oder dreht es leicht um die Längsachse, so regen die Berührungs- und Lageveränderungsreize die Zehen- und Beinaktivitäten an.
Der Griff soll jedoch im Wesentlichen der Entspannung dienen, um die Haltemuskulatur zu entlasten und die Reize abzuschwächen. Die Konzentration des Kindes ist auf die Bezugsperson gerichtet, die durch leichtes seitwärtiges Schaukeln, Wiegelieder oder Musik seine körperliche und seelische Anspannung herunterregelt.
Die Lage des Kindes auf dem Wasser beansprucht die Eltern körperlich wenig. Der „verkehrte“ Überkopfblick ist für die Eltern-Kind-Kommunikation ungewohnt.
Das Überkopfzuneigen und -halten vermittelt dem Kind Nähe und Sicherheit. Dazu taucht der Tragende etwa kinntief ein und berührt wechselseitig die Wangen des Kindes mit den eigenen.
Für Kinder ab dem achten Lebensmonat geeignet, wenn sie die Entwicklungsstufe des alleinigen Sitzens erreicht haben.
Das Kind wird aus dem frontalen Achselgriff um 180° nach links gedreht und auf dem rechten Unterarm abgelegt. Die linke Hand löst sich aus dem Achselbereich und wird angewinkelt und mit der Handinnenfläche nach oben unter das Gesäß geschoben.
Nun wird das Kind mit rechts auf den linken Unterarm gesetzt. Die elterliche Brust dient dem Kind als Rückenlehne. Die rechte Hand sichert das Kind auf dem Brustbein vor dem Nachvornneigen. Zum Absprung wird die sichernde Hand gelöst (vgl. Abb. 21).
Dieser Griff wird im Schwimmbecken mit einem unvorteilhaften Beckenrand (z. B. keine Griffkante) empfohlen. Die Kinder können aus dieser Halteform ihre ersten Sprungerfahrungen machen. Der stützende Arm kann in der Höhe über der Wasseroberfläche variiert werden, d. h, die Höhe wird methodisch gesteigert und mit ihr der allmähliche Aufbau der Übungsschwierigkeit.
Dem Kind wird vor dem Abkippen ein visuelles Ziel (z. B. anderer Elternteil, Ball o. Ä.) aufgezeigt. Dieser Reiz löst die Motivation zum Bewegen dorthin aus. Begonnen wird mit einem auf dem Wasser liegenden Gegenstand, den das Kind anvisiert. Es lehnt sich aus seinem aufrechten Sitz nach vorne und wird mit der rechten Hand aufgefangen und zum Gegenstand begleitet.
Die Übung eignet sich besonders – statt mit einem Gegenstand – mit einer zweiten Person, die beobachtend den Abstand zum Kind verändern kann. Wenn die Sprungweite vom Elternteil nach einiger Erfahrung eingeschätzt werden kann, können die Kinder zum Beckenrand, zur Treppe oder zur fixierten Schwimmmatte hinhechten.
Beim Hechten zu fixierten Gegenständen eignet sich zu Übungsbeginn die weiche Schwimmmatte. Sie vermeidet im Falle der Fehleinschätzung des Abstands Verletzungen und schürt keine Angst vor Verletzungen.
Abb. 21
Die Absprunghöhe ist sehr variabel. Weil es die Kinder bevorzugen, zu den Eltern hin- statt wegzuspringen, wären dafür beide Elternteile erforderlich oder ein anderer gegenständlicher Anreiz am Beckenrand.
Es hat sich herausgestellt, dass bei ein-elterlicher Ausführung Unsicherheiten entstehen, welche Distanz zu wählen ist. Um Verletzungen vorzubeugen, ist stets eine größere Distanz angebracht, damit das Kind mit ausgestreckten Armen darauf zugleitet und von dem Elternteil von hinten zusätzlich noch etwas angeschoben werden kann.
Sollte ein Kind ängstlich sein, ist unbedingt Geduld zu üben; keinesfalls darf man das Kind „mit Gewalt“ nach vorn kippen. Der angezielte Elternteil soll sich nicht bewegen, damit das Kind das Ziel fixieren und die Entfernung einschätzen kann, bis es zum Start bereit ist.
Wichtig ist, dass das Kind nicht aufrecht aus dem Griff nach unten rutscht, sondern sich aus dem Sitzen mit dem Oberkörper nach vorne legt, die so genannte Bauchplatscherhaltung einnimmt, bei welcher der Körper mit dem Bauch auf das Wasser fällt.
Unterwasseransicht: Untertauchen nach dem Absprung vom Armsitz
Der Abfaller aus dem Sitzen ist für Kinder ab dem achten Monat geeignet, wenn sie das alleinige Sitzen beherrschen. Das freie Stehen wird allgemein ab dem 10. Lebensmonat erreicht; dann kann die Übung auch aus dem Stand erfolgen.
Die Hände werden in der Taille angesetzt, mit den Daumen auf den Rippenbögen und den Fingern auf den Schulterblättern. Zum kopfwärtigen Abgleiten aus dem Sitz ist darauf zu achten, dass die Kniekehlen des Kindes mit der Sitzkante (Beckenrand) abschließen; die locker herabhängenden Unterschenkel stabilisieren die Haltung.
Mit dem Strecken der Arme in die Vorhalte setzt die Bereitschaft zum Abgleiten ein; sie wird durch Vorbeugen des Oberkörpers ausgelöst, wobei sich der Bauch des Kindes seinen Oberschenkeln nähert. Diese Haltung ist recht exakt einzunehmen, um zu gewährleisten, dass sich das Kind beim Absprung von der Wand entfernt und sich nicht verletzen kann.
Durch Wortsignale wird das Kind auf den Zeitpunkt des Fallens vorbereitet („1-2-3”). Es lernt, sich darauf einzustellen und ist vor unerwarteten (negativen) Überraschungen geschützt. Das Kind zeigt das erwartete Eintauchen des Kopfs ins Wasser durch den Augen- und Mundschluss sowie das Atemstocken an. Wenn diese Kriterien beachtet werden, kann der Kopf des Kindes kurzzeitig mit ins Wasser eintauchen, indem man das Kind erst später auffängt. Nimmt das Kind diesen Verlauf bereitwillig auf, so kann die Tauchzeit verlängert werden (1, 2, 3 Sekunden). Beginnt das Kind, auch die Beine zu bewegen, so wird es erst nach dem eigenständigen Auftauchen vom Tragenden wieder aufgenommen.
Wird das Abgleiten aus dem Stand von den Treppenstufen aus geübt, so soll das Kind anfangs bauchtief im Wasser sitzen, weil es noch nicht abspringt, sondern sich lediglich nach vorne beugt oder auch häufig senkrecht bleibt. Bei letzterer Variante besteht Verletzungsgefahr.
Ist das Kind noch unentschlossen und verlangt Körperkontakt, so reicht der Erwachsene ihm die Daumen zum selbstständigen Festhalten. Um beim Vorfallen des Kindes einem Zusammenprall auszuweichen, werden die Arme lang gestreckt und die Füße stehen dabei in Schrittstellung, um auf das zurückgestellte Bein nach hinten ausweichen zu können.
Die elterlichen Hände werden an der Wasseroberfläche gehalten, auf die sich das Kind im Flug stützen (nicht hängen) kann. Die Haltung schützt vor Hand-, Ellbogen- oder Schultergelenkverletzungen (vgl. Abb. 22).
Abb. 22
Der Griff dient dem Anbahnen des kopfgesteuerten Gleitens und Springens.
Ein zu geringer Abstand zwischen Eltern und Kind, wozu die Eltern aus übertriebener Sorge oft neigen, birgt Verletzungsgefahr. Das Kind darf nicht ins Wasser gezogen, sondern lediglich motiviert und unterstützt werden, damit das Fallen aus eigenem Antrieb zustande kommt.
Das Auflösen der Hilfestellung ist wegen des zu verringernden Körperkontakts ein schwer abzustimmender Prozess. Wird der Schwierigkeitsgrad gesteigert, bedarf es stetiger Wiederholungen und Unterstützung, um Sicherheit und Vertrauen zu gewinnen.
Bei Sprungübungen ist darauf zu achten, dass das Kind nach ersten, ganz einfachen Wiederholungen den Zeitpunkt seiner Sprungbereitschaft selbst bestimmt; anfangs kann das Kind durch Klatschen, Spritzen, Anbieten und deutliches Zeigen der Hände dazu ermutigt und veranlasst werden. Übereifrige Kinder sind zu bremsen, um das Sprungtiming zwischen Eltern und Kind aufeinander abzustimmen. Erst muss die Sicherheit gewährleistet sein! Ein Dreierzählrhythmus trägt dazu bei, die Sicherheit und gemeinsame Aufmerksamkeit zu unterstützen.
Die Eltern können anfangs frontal zum Kind stehen, weil das Kind noch nicht weit springt und sich nur vorwärts direkt auf den Erwachsenen hin orientiert. Bei zunehmender Sprungweite ist die elterliche Schrittstellung zum Ausweichen erforderlich. Es ist zu bedenken, dass der Wasserwiderstand kein schnelles Rückwärtsausweichen ermöglicht. Eine seitliche Stellung ist deshalb vorteilhafter. Dann muss dem Kind allerdings die Sprungstelle auf der Wasseroberfläche angezeigt werden (durch Handpatschen), weil es andernfalls doch wieder direkt auf die Eltern zuspringen wird.
Um das weite Springen zu fördern, kann in der seitlichen Stellung auch eine Hand gereicht werden.
Der Reitergriff ist für Kinder am Ende des ersten Lebensjahres geeignet, die bereits das alleinige Sitzen beherrschen, deren Schultergürtelmuskulatur schon für den kurzfristigen Hang an beiden Händen kräftig genug ausgebildet ist und die sich nach Aufforderung bereitwillig an den elterlichen Schultern festhalten können.
Der Erwachsene setzt sich das Kind mit dem Rücken angelehnt an die eigene Brust auf den angehobenen Oberschenkel. Die elterlichen Hände lösen sich aus der Taille des Kindes und bieten dem Kind die Zeigefinger zum Anfassen an. Der Daumen sichert dabei nur leicht den Handrücken der Kinderhände. Indem sich der Oberschenkel absenkt, hält der Erwachsene das Kind im Hang und leitet eine Drehbewegung des Kindes nach links mit dem rechten Arm ein (wie eine Drehung beim Paartanz), sodass das Kind geschultert – bzw. auf dem Rücken im Huckepack zum Sitzen kommt.
Nachfolgend löst sich erst die eine, dann die andere Hand von den Händen des Kindes, um dieses an den Oberschenkeln nahe der Hüftbeuge zu sichern (vgl. Abb. 23). Alternativ können auch bei breitem Spreizsitz des Kindes die Hände des Tragenden im unteren Bereich des Rückens den Reitersitz sichern.
Das Absteigen sollte das Kind üben, indem sich der Tragende ganz nah seitlich an den Beckenrand stellt, auf die Griffkante am Beckenrand klopft und das Kind durch sprachliche Aufforderung zum eigenständigen Umgreifen von den Schultern an den Beckenrand anregt.
Der Griff eignet sich für Spiel- und Bewegungsformen in der Aufwärmphase einer Unterrichtsstunde. Aus der Sicherheit vermittelnden körpernahen Tragehaltung kann sich das Kind bei guter Sicht langsam mit dem Wasser, der Gruppe und dem Schwimmbecken vertraut machen und wird auf einfache Weise durch den Erwachsenen mitbewegt.
Das Tragen des Kindes auf dem Rücken ist für Eltern angenehm, weil das Gewicht des Kindes hier kaum als Belastung empfunden wird. Etwas Unsicherheit kann bei den Eltern auftreten, weil sie die kindliche Reaktion nicht sehen können und sich sorgen, weil sie ein Herunterkippen des Kindes vom Rücken durch dessen Zurückneigen und mangelndes eigenständiges Festhalten befürchten. Das Kind genießt den freien Blick und den engen Körperkontakt. Allerdings ist es häufig nicht längerfristig gewillt, die Position in der Bauchlage einzuhalten, weil es sich aufrichten und drehen möchte und Bewegungsfreiheit in den Beinen und Armen haben möchte.
Bei diesem Griff ist darauf zu achten, dass die Eltern beim Schultern des Kindes seine Hände nur leicht umfassen. Im Wesentlichen sollte sich das Kind festhalten. Beim Umfassen sollte ganz bewusst erst eine Hand losgelassen werden und durch ein Klopfen auf die eigenen Schultern zum Anfassen an den Schultern aufgefordert werden. Dann erst folgt das Lösen der anderen Hand. Der Oberkörper des Elternteils ist beim ersten Einüben des Griffs weit vorzulehnen, damit das Kind zunächst einmal auf dem Rücken liegt, bevor es sitzt, um einem Rückfallen des Kindes vorzubeugen.
Abb. 23
Kommen das Kind und der Erwachsene mit dem Griff gut zurecht, kann sich der Erwachsene in den aufrechten Stand aufrichten und sogar das Kind zum Festhalten mit Händen und Beinen sowie zu Ausgleichsbewegungen durch plötzliche Vor-, Rück- und Seitbewegungen herausfordern. Auch ein eigenständiges Sichern des Kindes ohne elterliche Hilfestellung ist bei geübten Eltern und Kindern umsetzbar, dann haben die Eltern die Hände zum Bewegen, Planschen oder Unterstützen der eigenen Laufbewegung frei.
Eines der vorrangigen Ziele des Säuglingsschwimmens (s. Kap. 4.2) ist die Wassergewöhnung, d. h. der Säugling soll den Wasseraufenthalt entspannt, angenehm und als lern- und erfahrungsreiche Auseinandersetzung mit seinem Umfeld erfahren. Die Beziehung zum Wasser beginnt im Mutterleib.
Mit den Vorerfahrungen der Wassergewöhnung im familiären Kreis (s. Kap. 5.2) ist der Säugling auf den ersten Schwimmtag vorbereitet. Hier wird die Wassergewöhnung mittels der Wassergussmethode fortgesetzt sowie der Säugling mit den Eigenschaften und Wirkungen des Elements (s. Kap. 1.2) vertraut gemacht.
Das Wasser beeinträchtigt das Atmen und wird vom Säugling individuell erlebt und emotional unterschiedlich bewertet. Die Wassergussmethode geht sowohl von einem Atemschutzreflex im jungen Säuglingsalter (bis rund acht Monate) als auch von einem lebenslangen Mund-Nase-Reflex des Menschen aus. Diese Reflexe werden bei Berührung des Gesichts mit Wasser ausgelöst. Damit sich der Säugling an sein angemessenes Verhalten auf diesen Reiz gewöhnt, wird, unter Beachtung der kindlichen emotionalen und körperlichen Reaktionen, eine schrittweise Wassergewöhnung mithilfe von dosierten Wassergüssen am Kopf vorgenommen.
Die Wassergussmethode sensibilisiert den Säugling einerseits in seiner Wahrnehmung von Wasser mit dem Ziel, dass er innere Bereitschaft („emotional readiness”) und ein bewusstes Schutzverhalten erlangt. Sie soll ihn andererseits in dem Sinne desensibilisieren, dass er ein kurzfristiges Eintauchen des Gesichts oder Kopfes ins Wasser ohne Stress erleben lernt. Auch die Eltern können sich vergewissern, dass sich ihr Kind kurzfristig schützen kann. Während bisherige Tauchtechniken (Anspitz-, Anpust-, Lift- oder Wortbegleittechniken) darauf abzielen, ein anpassendes Verhalten des Säuglings einzuüben (zu konditionieren) und den frühkindlichen Atemschutzreflex auszunutzen, dass der Säugling kein Wasser schluckt oder einatmet (aspiriert), geht die Wassergussmethode vom theoretischen Konzept des aktiven Auffassungslernens (perzeptiven Lernens) aus. D. h., der Säugling soll erst in einem Alter getaucht werden, in dem er das Wasser kennen gelernt und angenommen hat, es visuell und taktil wahrnimmt und es emotional und motivational neutral bzw. positiv bewertet: sehen, fühlen, spüren, empfinden und als angenehm verarbeiten.
Abb. 24: Negative Reaktion nach Wassergusstest
Der Wassergusstest wird in der ersten Hälfte einer Unterrichtsstunde eingesetzt, wenn der Säugling sich einerseits im Wassermilieu eingewöhnt (akklimatisiert) hat und andererseits noch nicht durch neue Reize übermüdet ist, also zu einem Zeitpunkt, in dem er aufnahmefähig und aufmerksam ist.
Ist der Säugling an das Wasser gewöhnt, wird das kurzfristige Untertauchen eine physiologische Schutzreaktion ohne Angstgefühl auslösen. Tauchsituationen und -reaktionen können bei Säuglingen im ersten Lebensjahr aus der Bauchlage heraus (am besten Delfinbewegung) nach dem Wassergießen zustande kommen oder am Ende des ersten Lebensjahres aus spielerischen Situationen des Fliegens, Fallens und Springens entwickelt werden. Je älter die Kinder, desto mehr kann durch gerätemäßige (materiale), sprachliche (verbale) oder Vorbild gebende (imitative) Aufforderungen das selbstständige Tauchen an den Treppenstufen oder am Beckenrand auf diesem Wege von Erfahren und Nachahmen erlernt werden.
Ziel dieser Methode ist, dem Säugling eine Wassererfahrung anzubieten, die es ihm ermöglicht, sich an das Wasser anzupassen, sich zu schützen, ohne in Stress zu geraten, oder im Sinne der Desensibilisierung seine bereits aufgebaute Angst abzubauen.
Ablauf der Wassergussmethode, um die Tauchbereitschaft zu ermitteln:
Der Säugling wird in Bauchlage, Mutter oder Vater frontal zugewandt, auf beiden Händen gehalten. Die Lehrperson steht neben der Mutter oder dem Vater, spricht den Säugling an und überprüft als Erstes die Aufmerksamkeit des Säuglings.
Abb. 25: Positive bzw. neutrale Reaktion nach Wassergusstest
Mit einer wassergefüllten Schüssel wird auf das Wasser geklopft und dann aus ihr ein Wasserstrahl auf Kopfhöhe vor den Augen des Säuglings in seiner erreichbaren Nähe herabgegossen. Im Idealfall fixiert der Säugling den Strahl mit seinem Blick und greift danach. In der folgenden Phase wird der Wasserstrahl unter dem aufmerksamen kindlichen Blick (der möglicherweise wieder herausgefordert werden muss!) von Arm und Schulter des Säuglings an den Hinterkopf (Hinterhauptbein) gelenkt. Gleichzeitig erhalten die Eltern durch das Anzählen des Kursleiters („eins”) bereits ein Zeichen zum aufmerksamen Beobachten. Der Säugling nimmt das Wasser taktil wahr und blickt günstigstenfalls versonnen (introvertiert). Bei „zwei” wird der Wasserstrahl über den Scheitel (Scheitelbein) und bei „drei” über das Gesicht (Stirnbein) des Säuglings gegossen.
Im Idealfall schließt der Säugling daraufhin kurzzeitig seine Augenlider und den Mund, öffnet dann seine Augen weit und blockiert für 2-4 Sekunden die Atmung, während der Wasserschleier über seinem Gesicht liegt. Reißt der Wasserschleier ab, orientiert sich der Säugling zum Elternteil oder zur Schüssel, greift danach und löst seinen Mundschluss durch Kaubewegungen wieder auf (vgl. Abb. 25).
Die Beobachtungskriterien für das Verhalten des Säuglings nach dem Wassergusstest beziehen sich auf die Gesichtsmimik, die Körpersprache, das Lautieren und die Orientierung. Ein negatives Verhalten drückt sich durch Orientierungslosigkeit, vermehrte Muskelanspannung, unruhiges Lautieren und abweisende Gesichtsmimik aus (vgl. Abb. 24 rechts).
Die Reaktion des Säuglings wird positiv bewertet, wenn der Säugling sich sofort orientiert, zum Spiel übergeht, keine körperliche Anspannung zeigt und nach Ansprache und Lob freudig reagiert. Eine neutrale Beurteilung wird vorgenommen, wenn weder eine ängstliche noch eine freudige Stimmung über die Gesichtsmimik ausgedrückt wird, keine vermehrte Muskelanspannung beobachtet wird und die Orientierung nach kurzer Zeit wieder eintritt.
Die Tauchbereitschaft des Säuglings kann angenommen werden, wenn der Säugling den Wasserreiz bewusst und angstfrei erlebt. Das setzt voraus, dass er den Reiz visuell, taktil und kognitiv wahrnimmt und anschließend gefühlsmäßig, mimisch und in seinem Körperverhalten neutral bzw. positiv beantwortet.
Reagiert der Säugling auf den Wassergusstest positiv oder neutral, erfolgt unmittelbar nach dem erneuten Wasserguss ein Tauchversuch (vgl. Abb. 26).
Die Tauchbereitschaft wird in den folgenden Schwimmstunden für jedes Kind erneut überprüft, weil sie von unterschiedlichen Faktoren, vorrangig jedoch von emotionalen Befindlichkeiten, abhängt.
Abb. 26: Erneuter Wasserguss
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen die Tagesform, die Entwicklungsphase, die Erregbarkeit, die Aufnahmebereitschaft, die Wasservertrautheit und das Urvertrauen des Säuglings, das Handling und die Einstellungsfähigkeit der Eltern sowie die Beobachtungsgabe und aufmerksame Betreuungsfähigkeit des Kursleiters.
Die Vorteile dieser Methode liegen zum einen in der Möglichkeit zur Diagnose (Ermittlung der Tauchbereitschaft), zum anderen in der Möglichkeit zur Intervention (Desensibilisierung der Wasserangst). Es können differenzierte Anwendungsveränderungen (viel oder wenig Wasser) vorgenommen werden.
Der Wassergusstest wird vom Tauchzwang losgelöst durchgeführt. Die Kriterien zum Beurteilen der Säuglingsreaktionen richten sich nach den Befindlichkeiten und Wahrnehmungsfähigkeiten des Säuglings, um den Mundschluss und die Dauer der Atempause des Säuglings zu überprüfen.
Mit dieser Methode werden die individuellen Fähigkeiten und Reaktionen des Säuglings an der Wasseroberfläche relativ sicher bestimmt. Mit ihr wird die Tauchbereitschaft des Säuglings ermittelt – im Gegensatz zu bisherigen Tauchtechniken, die völlig auf das Vorhandensein eines Reflexes vertrauen und das Tauchen als Versuchund-Irrtums-Handlung durchführen. Letztere können deshalb auch eine langfristig negative Konditionierung nicht ausschließen.
Abb. 27: Tauchen mit der Wassergussmethode
Anmerkung: Es gibt international eine Reihe unterschiedlicher Tauchtechniken. Die im Zusammenhang mit der Wassergussmethode und den anderen erwähnten Tauchmethoden stehende Frage, ob, wie und in welchen Altersphasen sich der Mensch reflexgesteuert, instinktiv oder bewusst vor dem Wasser schützt, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Bei gesunden jungen Säuglingen (jünger als sechs Monate) geht man davon aus, dass der Atemschutzreflex ein Eindringen des Wassers in die Lunge verhindert. Durch ein wiederholt angewandtes Signal (Anpusten, Anspritzen, Körperanheben, verbale Aufforderung) wird der Reflex ausgelöst und konditioniert. Der Säugling wird stets unmittelbar nach dem Signal für wenige Sekunden untergetaucht. Dieses Untertauchen erfolgt aus der waagerechten oder senkrechten Körperposition des Säuglings (vgl. Bresgen & Diem, 1981; Ahr, 19932; Raabe-Oetker, 1998).
Bei älteren Säuglingen wird das bewusste Reagieren auf ein Signal mit nachfolgendem Untertauchen beschrieben (vgl. van Dyk, 1996). Mithilfe eines kinästhetischen Reizes (Herausheben des Körpers) wird der Säugling auf das anschließende Untertauchen vorbereitet (vgl. Kochen & McCabe, 1986).
Das bewusste Erlernen des Untertauchens wird bei Bauermeister (19849, S. 65) mit Kleinkindern ab 18 Monaten beschrieben. Sie lernen das Untertauchen durch spielerische Anweisungen und Nachahmen. Auf das instinktive Atemanhalten des Kindes beim Benetzen des Gesichts mit Wasser weist Hunt-Newman (1967, S. 42) hin.
Auch Camus, Moulin & Navarro (1994, S. 237ff.) gehen davon aus, dass jeder Mensch altersunabhängig durch den Mund-Nase-Reflex und die Anatomie des Hals-Nasen-Rachenraums (Stimmritze) vor dem Eindringen von Wasser in die Lunge geschützt ist.
Das Ablaufschema (vgl. Abb. 28) verdeutlicht zusammenfassend die Wasserguss- und Tauchmethode:
Abb. 28: Ablaufschema zur Ermittlung der Tauchbereitschaft mit der Wassergussmethode und Tauchen
Die Wassergussmethode ist das Ergebnis von langjährigen Beobachtungen und einer gesonderten Studie der Autorin, dass mit ihrer Hilfe die Tauchbereitschaft von Säuglingen angemessen bestimmt werden kann. Diese Methode richtet sich am jeweiligen Verhalten des Säuglings aus.
Grundsätzliches zum Tauchen und zu den Tauchkriterien
Es wird unterschieden zwischen passiven Bewegungsübungen, bei denen der Säugling von der Bezugsperson durch das Wasser bewegt wird, und aktiven Bewegungsübungen, bei denen der Säugling durch Spielanreize und -anregungen herausgefordert wird, sich selbst zu bewegen.
Diese Bewegungsübungen, einem Übungskatalog (Cherek, 1984) entnommen und um eigene Übungsideen erweitert, setzen den Widerstand und den Auftrieb des Wassers bewusst als Bewegungsreiz oder -hilfe ein:
Der Aufenthalt im Wasser ersetzt größtenteils ein anderes Spielgerät, da bereits das Wasser selbst, das Schwimmbecken und die Gruppe variantenreiche Spielmöglichkeiten darstellen. Je mehr Greiffähigkeit ein Säugling entwickelt, desto stärker interessiert er sich dafür, sein gegenständliches Umfeld zu erforschen.
Einige Spielideen ohne Geräte oder Materialien werden nachfolgend beschrieben:
Kreis- und Gruppenspiele
Interaktionsspiele zwischen Eltern und Kind
Interaktionsspiele mit anderen Kindern
Sie zielen auf soziales Lernen und Entfalten von Gruppenverhalten ab, indem die Kinder sich gegenseitig wahrnehmen und miteinander spielen.
Sie sensibilisieren die betreffenden Sinne und verbessern die sensomotorischen Einordnungsleistungen (sensomotorische Integration). Um feinsinnig wahrzunehmen, eignet sich das Arbeiten mit Kontrasten. Anhand der Gegensatzpaare sind in der Vorbereitung des Unterrichts bereits Themen zu entdecken oder bestimmte Materialien auszuwählen, um Spiel- und Erlebnisanregungen zu kreieren:
Typische Spielformen
Spielgeräte und -materialien reizen die Säuglinge, sich auf sie zu oder mit ihnen zu bewegen oder sie zu erproben und zu erforschen. Im Unterricht unterstützen sie den Wassergewöhnungsprozess und können gelegentlich als Auftriebshilfe verwandt werden.
Die Beschaffenheit von Spielmaterialien muss ungefährlich, wassertauglich, hygienisch und lagerbar sein. Gemäß dem methodischen Unterrichtsaufbau werden sie erst nach der Wassergewöhnung und Übungen (Beweglichmachung, Tauchen) dosiert angeboten. Sie sind entwicklungsgerecht einzusetzen, d. h., dem körperlichen, motorischen, geistigen Entwicklungsstand und der sinnesorganischen Entwicklung entsprechend, und sollen nicht überstimulieren.
Bei der Auswahl aus den Klein- und Großgeräten gilt es zu beachten, dass größere Geräte den Säugling häufig überfordern und nicht jedes Material von ihm akzeptiert wird. In der Praxis hat sich bewährt, die Säuglinge nur schrittweise an unbekannte Geräte und Materialien heranzuführen und sie nicht damit zu überrumpeln (z. B. Schwimmmatte).
Folgende Geräte und Materialien eignen sich zur anregenden und kreativen Spielgestaltung:
(überliefert, umgedichtet, in der Kurspraxis kreiert, in Fortbildungen kennen gelernt, ...) Die Betonungen und Medodien sind auf der Homepage der Autorin (www.eltern-kind-schwimmen.de) als mp3-Dateien zum Anhören und Herunterladen vorbereitet.
„Achtung, Achtung, wir werden jetzt groß – und dann geht es los.“
„Hallo, hallo, wie schön, dass ihr, da seid,
hallo, hallo, wie schön, dass es euch gibt.
Die x-x ist da, der x-x ist da und x-x ist da, jetzt sind wir alle da, viderallalalala.“
„Wir woll’n euch begrüßen und machen das so:
Hallo (patsch, patsch), hallo (patsch, patsch).“
„Auf dem Rhein (xx) woll’n wir fahren, wo die Schifflein sich dreh’n,
und das Schifflein heißt xx (Elternname), und die xx (Kindername) darf sich dreh’n.“
„Kommt alle her, hallo-hallo, kommt alle her, seid mit uns froh,
kommt alle her, klatscht in die Hand, kommt doch her und macht mit.
Kommt alle her, die Musik spielt, kommt alle her, singt dieses Lied,
kommt alle her, hüpft in die Luft, kommt doch her und macht mit.
Kommt alle her, ob klein – ob groß, kommt alle her, hier ist was los,
kommt alle her, strampelt herum, kommt doch her und macht mit.
Kommt alle her, hier ist was los, kommt alle her, strampelt herum,
kommt alle her, hüpft in die Luft, kommt doch her und macht mit.“
„Herschaun, hallo (3 ×), jetzt fangen wir alle an.
Fangen an zu tanzen (schwenken, drehen, ...), tanzen,
tanzen, fangen an zu tanzen –taaa-ha-han-zen.“
„Hallo, Lotta (xx), hallo, Lotta, wir winken dir zu,
hallo, Lotta, hallo, Lotta, erst wir und dann du.“
(Ein Eltern-Kind-Paar in der Kreismitte, sich langsam drehend.)
„Guten Morgen, guten Morgen, wir winken uns zu,
guten Morgen, guten Morgen, erst ich und dann du.“
(Alternativ anstatt winken: nicken, spritzen, strampeln).
„Hal-lo, hal-lo, kommt doch schnell her,
lasset uns singen, tanzen und schwimmen, hal-lo, hal-lo, kommt doch schnell her.“
„Hurra, hurra, die Schwimmzeit ist nun da.
Ich hole meine Freundin ab und fahr mit ihr bergauf, bergab.
Hurra, hurra, die Schwimmzeit ist nun da.“
„Wir wollen eine Reise machen und die geht nach Madrid,
nicht gewartet, schnell gestartet, wer kommt mit?
Du und du, ihr beide, ihr könnt mit mir geh’n,
die ander’n hol ich auch noch ab, denn keiner bleibt hier steh’n.“
„Tuff, tuff, tuff, die Eisenbahn, wer will mit nach Kölle (xx) fahr‘n,
die Lotta (xx) ist noch vorne d’ran, doch bald schließt sie hinten an.“
„Tuff, tuff, tuff, die Eisenbahn, wer will mit durch den Tunnel fahr‘n,
alleine fahren mag ich nicht, d’rum neh’m ich mir viele Freunde mit.“
„Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf,
und wenn’s genug geregnet hat, dann hört’s auch wieder auf.“
„Pitsch und patsch, pitsch und patsch,
der Regen macht die Haare nass,
fällt von der Nase auf den Mund
und von dem Mund dann auf den Bauch,
dort ruht der Regen sich dann aus (Pause)
und fällt mit einem großen Platsch auf die Erde, patsch.“
(Hand auf das Wasser schlagen.)
„Wenn meine Finger munter sind, dann zappeln sie herum,
sie spielen auf dem Wasser (he-)rum, hei-di-de-wi-de-bum”.
„Komm‘, mein Kind, jetzt schwimmen wir, beide Hände reich ich dir,
einmal hin, einmal her, rundherum, das fällt nicht schwer.“
„Es schwimmt ein Wi-Wa-Wasserkind in unserem Kreis herum wi-de-bum,
es schwimmt ein Wi-Wa-Wasserkind in unserem Kreis herum.
Er rüttelt sich und schüttelt sich und spritzt das Wasser hinter sich,
es schwimmt ein Wi-Wa-Wasserkind in unserem Kreis herum.“
„Hopp, hopp, hopp, Pferdchen, lauf Galopp.
Über Stock und über Steine, aber brech dir nicht die Beine,
hopp, hopp, hopp, Pferdchen, lauf Galopp.“
„Frösche in der Nacht, die sind so einsam,
Frösche in der Nacht, die woll’n gemeinsam
schwimmen geh’n im Teich, auf einmal kommt der Scheich,
und dann geht’s: quak, quak, (hüpf, hüpf) schwapp-di-du-dapp,
quak. quak, schwapp-di-du-dapp, quak, quak, schwapp-di-du-dapp, schwapp.“
„Ich möcht so gerne schwimmen, komm, schwimm mit mir (2 ×),
alleine macht’s mir keine Freud‘, am schönsten ist’s wenn wir zu zweit
schwimmen, schwimmen, schwimmen ringsherum.“
(Variation: planschen, spritzen).
„Wir spritzen jetzt im Kreise, man hört uns kaum, ganz leise,
so spritzen wir, so spritzen wir, so spritzen wir im Kreise.“
(Variation: strampeln, hüpfen).
„Komm, wir wollen spritzen,
spritzen, spritzen, komm, wir wollen spritzen, spritzen hier im Kreis.
Spritzen hier, spritzen da, spritzen das ist wunderbar (2x)“
(Alternativ: planschen, hüpfen).
„Regentröpfchen, Regentröpfchen, fallt den Kindern auf die Köpfchen!
Wer sich in den Regen stellt, wird gewaschen ohne Geld.
Regentröpfchen, Regentröpfchen, fallt auf uns!“
„Wie das Schifflein auf dem Meer
schaukelt hin und schaukelt her.
Wie das Schifflein auf dem Meer
schaukelt hin und her.“
„Große Uhren machen tick-tack, tick-tack,
kleine Uhren machen tic-ke, tac-ke, tic-ke, tac-ke und die ganz, ganz kleinen Uhren ticke,
tacke, ticke, tacke, ticke tacke, und die Wecker grrrrrrrr.“
„Ich hab gefischt, ich hab‘ gefischt, ich hab die ganze Nacht gefischt,
doch hab ich keinen Fisch erwischt – nur dich.“
„Die Engelchen werden geschaukelt (3 ×),
bis in den Himmel hinein” (hochheben, -werfen).“
„Einmal hoch und einmal tief, einmal gerade – einmal schief,
einmal dunkel – einmal hell, einmal langsam – einmal schnell.“
„Nach vorne, nach hinten, nach rechts und nach links,
nach oben, nach unten, nach rechts und nach links.
Holla-di-hia, holla-di-ho, holla-di-hos-sa-sa, holla-di-ho (2 ×).“
„Dreh dich, dreh dich, dreh dich um, so und jetzt mal andersrum.“ (Kind um die
Längsachse durch beidhändiges Hochwerfen und Umfassen herumdrehen
recht/links.)
„Hier bei uns im Schwimmbad steht ein Karussell.
Manchmal fährt es langsam, manchmal fährt es schnell.“
Anhalten, Handwechseln, losfahren (um Richtungswechsel einzuleiten).
„Ich bin ein kleiner Hampelmann, der Arm und Bein bewegen kann, erst hüpf ich nach
rechts, nach rechts, dann hüpf ich nach links,
dann flieg‘ ich ganz hoch, ganz hoch, dann sink ich ganz tief,
und dreh mich rundherum – wi-de-bum.“
„Ich habe einen großen roten Luftballon,
der fliegt immer höher, er fliegt mir fast davon,
an der langen Leine, hol ich ihn zurück,
jetzt ist er wieder bei mir, was hab ich für ein Glück.“
„Wir sind die grünen Frösche und hüpfen durch die Welt,
wir hüpfen hin und hüpfen her so wie es uns gefällt.
Quak-quak, quak-quak, quak-quak quak“ (2 ×).
„Eins, zwei, drei im Sauseschritt, schwimmen alle Kinder mit.
Die Lotta (xx) ist jetzt an der Reih, sie schwimmt an uns vorbei.
Hoch und runter, rund’rum dreh’n, 3 × hüpfen und jetzt steh’n.“
„Eine Schnecke, eine Schnecke, krabbelt rauf,
krabbelt rauf, krabbelt wieder runter,
krabbelt wieder runter, kitzelt auf dem Bauch, kitzelt auf dem Bauch.“
„Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, schwimmen auf dem See,
die Eltern blubbern in das
Wasser, die Kinder fliegen in
die Höh.“
„Alle meine Babies
schwimmen hier umher,
schwimmen hier umher,
strampeln mit den Beinen,
plantschen ist nicht
schwer.“
(Schulterbalancegriff,
Hände greifen an die Beine des
Kindes und führen
Strampelbewegungen aus).
„Guten Morgen, ihr Beine, wie heißt ihr denn?
Ich heiße Hampel, ich heiße Strampel.
Ich bin das Füßchen Übermut, und ich bin das Füßchen Tunichtgut.
Übermut und Tunichtgut gehen auf die Reise.
Patschen durch alle Sümpfe, nass sind Schuh und Strümpfe.
Schaut die Katze um die Eck, laufen alle beide weg!“
„Wenn unsere Füße munter sind, dann zappeln sie herum.
Sie strampeln wild im Wasser rum, hei-wide-wide-bum.“
„Wie hoch springt der Floh, wie hoch springt der Floh?
So hoch, ja, so hoch springt der Floh“.
(Füße berühren die Oberschenkel/den Bauch des Erwachsenen.)
„Die Schwimmkinder sind lustig, die Schwimmkinder sind froh,
sie strampeln im Wasser, und machen das so.“
„Zeigt her euere Füße, zeigt her den Bauch im Nu
und sehet den fleißigen Schwimmkindern zu:
Sie strampeln, sie strampeln, sie strampeln den ganzen Tag,
sie strampeln, sie strampeln, sie strampeln den ganzen Tag.“
(Zusammenschieben und Auseinanderweichen der Gruppe im Kreis. Die Füße der
Kinder berühren sich dabei in der Kreismitte.)
„Wozu sind die Füße da, Füße da, Füße da,
Füße sind zum Strampeln da, tralalalalaaaa.“ (Alternativ mit Händen planschen.)
„Bäume schaukeln, Busse schaukeln, Gondeln schaukeln hin und her.
Enten schaukeln, Kinder schaukeln wie Schiffe auf dem Meer.“
„Wie das Schiffchen auf dem Meer schaukelt hin und schaukelt her.“
„Schlaf, Kindlein, schlaf, sei stille nun und brav,
mach deine müden Äuglein zu, dann schläfst du ein und träumst im Nu,
schlaf, Kindlein, schlaf.“
„La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu,
wie die kleinen Babies schlafen, drum schlaf auch du.“
„Stille, stille, kein Geräusch gemacht. Darum seid nur alle still,
weil mein Kindlein schlafen will, stille, stille, kein Geräusch gemacht.“
„Nun sind alle pitschenass, das Spiel mit dem Wasser machte großen Spaß.
Wir strampelten und hampelten und machen jetzt trotz allem Schluss, weil es sein
muss. Bis zum nächsten Mal bleibt alle gesund und munter,
dann starten wir wieder um so bunter.“
„Das Schwimmen ist aus, wir geh’n jetzt nach Haus,
wenn ihr müd seid, legt euch nieder, wenn es schön war, dann kommt wieder,
das Schwimmen ist aus, wir gehen jetzt nach Haus.“
„Alle Leut’, alle Leut’, geh’n jetzt nach Haus.
Große Leut’,
kleine Leut’, dicke Leut’, dünne Leut’, alle Leut’, alle Leut’, geh’n jetzt nach Haus.
Geh’n in ihr Kämmerlein, lassen fünf gerade sein,
alle Leut’, alle Leut‘, geh’n jetzt nach Haus.
Sagen auf Wiedersehen, denn es war wieder
schön,
alle Leut’, alle Leut‘, geh’n jetzt nach Haus,
Schwimmen ist aus.“
„Wenn der Mond am Himmel steht und die
Sonne schlafen geht,
heißt es dann, für heut ist Schluss – auf
Wiederseh’n mit diesem Kuss.“
(Handkuss in die Runde schicken.)
„Das Schwimmen ist aus – für dich kleine Maus.
Wir sehen uns bald wieder und singen unsere
Lieder,“
„Wann und wo,
wann und wo, sehen wir uns wieder und sind froh?
Nächsten x-x (Wochentag) hier am Ort,
macht es schön und kommt gut fort.“
Schwimmhilfen können grundsätzlich etwa ab dem 10. Lebensmonat eingesetzt werden, wenn das Kind erste Gleichgewichtsreaktionen besitzt und durch das vermehrte Krabbeln Stützfähigkeit im Schultergürtel erlangt hat. Die Unterstützung durch Schwimmhilfen soll jedoch im ersten Lebensjahr stets nur kurzfristig – wenn überhaupt – erfolgen, um das vorrangige Ziel der gemeinsamen aktiven Bewegung von Eltern und Kind beizubehalten und die Bewegungsfreiheit des Säuglings möglichst wenig einzuschränken.
Methodisch betrachtet, bestehen beim Einsatz von Schwimmhilfen folgende Bedenken:
Der Einsatz von Schwimmhilfen soll auch im Unterricht oder bei der Einführung gegenüber den Eltern thematisiert werden, um ihnen die Vor- und Nachteile von Auftriebshilfen bewusst zu machen und praktische Tipps für Kauf und Anwendung geben zu können. Vorteile von Schwimmhilfen sind:
Als Schwimm- oder Auftriebshilfen werden im Säuglingsalter vorwiegend Schwimmflügel, Schwimmreifen, Schwimmsprossen oder Poolnudeln mit Steckverbindungen verwandt (Adressen im Anhang). Schwimmweste, Schwimmei, Schwimmgürtel, Schwimmkissen kommen erst im späteren Alter zum Einsatz.
[1] Lerngelegenheiten, die zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen, d. h. sowohl die körperlich-motorischen als auch die sozialen, emotionalen und intellektuellen Fähigkeiten herausbilden helfen und die Wahrnehmung sensibilisieren.
[2] Bei Säuglingen bis sechs Monate 30 Minuten, bei Säuglingen über sechs Monate 45 Minuten.
[3] Der Wassergusstest überprüft die emotionale Einstellung des Säuglings zum Wasser, indem er durch fließendes Wasser – nicht spritzend – schrittweise an das Medium heranführt [s. Kap. 6.2.3].