Wat Phnom Santuk Am buddhistischen Tempelberg lassen sich zahlreiche liegende Buddhas entdecken. siehe >>
7 Sambor Prei Kuk Faszinierend sind die prä-angkorianischen Tempelbauten unter schattigen Bäumen. siehe >>
Preah Khan Die abgeschiedene, große Tempelstätte aus dem 11./12. Jh. hat man oft ganz für sich allein. siehe >>
8 Koh Ker Die von Bäumen umrankten Tempelruinen aus der Zeit Jayavarmans IV. locken Besucher an – fernab der Touristenströme. siehe >>
Prasat Preah Vihear Der beeindruckende Bergtempel an der Grenze zu Thailand begeistert schon allein wegen seiner einzigartigen Lage. siehe >>
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Die Region Zentralkambodscha erstreckt sich nördlich von Phnom Penh bis zur thailändischen Grenze und umfasst die Provinzen Kompong Thom in der Landesmitte sowie Preah Vihear und Oddar Meanchey im Norden. In diesem spärlich besiedelten Landesteil leben überwiegend Bauern, die wie seit Jahrhunderten unter großer Mühsal den kargen Boden bestellen. In der Region finden sich beeindruckende Tempelanlagen, die einen Besuch lohnen.
Ist man mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs, bietet sich zwischen Phnom Penh und Kompong Thom ein Abstecher zu dem kleinen Tempel Prasat Kuhak Nokor aus dem 11. Jh. an. Die Stadt Kompong Thom liegt im Herzen Kambodschas an der Nationalstraße 6 zwischen Phnom Penh und Siem Reap. Von hier aus lassen sich Ausflüge zu den Tempelanlagen Sambor Prei Kuk, Preah Khan und zu dem nahe gelegenen Wat Phnom Santuk besonders gut organisieren.
Sambor Prei Kuk, jene Tempelstadt der Zhenla, die im 7. Jh., also noch vor dem berühmten Angkor Wat, entstand, liegt 35 km nordöstlich von Kompong Thom. Ausgebildete Guides aus den Dörfern bieten sich als Führer an. Der Ausflug zu der einsam gelegenen, aus dem 11./12. Jh. stammenden Tempelanlage Preah Khan gestaltet sich indes etwas schwieriger: Über eine recht gute Staubpiste gelangt man in knapp 3 Std. ans Ziel. Touristengruppen kommen selten hierher, meist kann man die Tempel ganz für sich allein erkunden. Besser zu erreichen ist der auf einem Berg gelegene buddhistische Wallfahrtsort Wat Phnom Santuk südöstlich von Kompong Thom, der nicht nur fantastische Panoramablicke, sondern auch jede Menge Stupas, Pagoden und in den Fels gehauene Buddhastatuen bietet.
Weitere sehenswerte Orte sind von Siem Reap (s. auch Kap. Siem Reap und die Tempel von Angkor) einfacher und bequemer zu erreichen. Dazu gehört das Vogelschutzgebiet Tmatboey, wo der Riesenibis, Kambodschas Nationalvogel, sowie vom Aussterben bedrohte Kranicharten ein Refugium gefunden haben und im Rahmen einer geführten Tour mit Glück gesichtet werden können. Auch die noch immer vom Dschungel überwachsene Tempelanlage Koh Ker lohnt einen Abstecher von Siem Reap. Koh Ker diente im 10. Jh. kurzzeitig als Hauptstadt des Khmer-Reiches und ist eines der größten Tempelareale Kambodschas. Ebenfalls als Tagestour kann Prasat Preah Vihear besichtigt werden. Der am Dangrek-Gebirge an der Grenze zu Thailand gelegene mächtige Bergtempel, der auf das 9. Jh. zurückgeht und um den es zwischen Thailand und Kambodscha bis in jüngste Zeit immer wieder blutige Auseinandersetzungen gab, fasziniert die Besucher aufgrund des einzigartigen länglichen Grundrisses und der Lage auf einem Bergkamm mit fantastischer Aussicht. Die kleine touristisch unerschlossene Stadt Tbeng Meanchey ist die Hauptstadt der Provinz Preah Vihear und bietet sich für einen kurzen Zwischenstopp an.
In der Provinz Oddar Meanchey ist Anlong Veng nahe der thailändischen Grenze als Rückzugsort der Roten Khmer in die Schlagzeilen geraten. Das Grab Pol Pots und seines Mitstreiters Ta Mok können ebenso besucht werden wie die Ruinen ihrer letzten Zufluchtsstätten. In Cho-Aam gibt es einen internationalen Grenzübergang, doch die Weiterreise in Thailand gestaltet sich umständlich. Der Grenzübergang O’Smach ist auf der thailändischen Seite besser angebunden.
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Geografisch gesehen liegt die Provinz Kompong Thom in der Mitte Kambodschas. Sie ist nach Mondulkiri mit 13 814 km2 die zweitgrößte des Landes. Etwa 650 000 Menschen leben hier, mehr als 90 % davon sind Khmer, daneben sind chinesischstämmige Einwohner, Vietnamesen und Cham in der Region ansässig.
Kompong Thom ist eine landwirtschaftlich geprägte Provinz, Reisfelder bestimmen in weiten Teilen das Landschaftsbild. Einmal im Jahr wird der Reis, das Hauptanbauprodukt der Provinz, geerntet, in wenigen Gebieten sogar zweimal. Darüber hinaus gedeihen hier Cashew-Nüsse, Bohnen, Wassermelonen, Mangos, Kokos- und Areca-Nüsse, große Flächen sind für den Anbau von Kautschuk gerodet worden. Der überwiegende Teil der Bewohner sind Bauern. Da Kambodschas zweitlängster Fluss, der Stoeng Sen, durch die Provinz fließt, stellt an dem Fluss und an den Seen zudem die Fischerei eine wichtige Einnahmequelle dar. Große Industrien haben sich hier nicht angesiedelt. Touristisch interessant ist Kompong Thom wegen seiner Tempel Sambor Prei Kuk und Phnom Santuk.
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Übernachtung:
Essen:
Sonstiges:
Transport:
Boote Richtung Kompong Chhnang
Viele Reisende erleben das knapp 180 km nördlich von Phnom Penh gelegene Kompong Thom [5149] nur während eines kurzen Busstopps auf ihrem Weg von der Hauptstadt nach Siem Reap. Dabei hat die Stadt, am Fluss Stoeng Sen, durchaus ihren Reiz. Der Besucher findet hier ein authentisches Kambodscha mit ausreichend touristischer Infrastruktur. Ausflüge zu den Tempelstätten Sambor Prei Kuk und Preah Khan sind ab Kompong Thom problemlos zu organisieren.
Bewohnt war das Gebiet bereits im 1. Jh. während der Funan-Periode durch khmer- und kuaystämmige Einwohner. Unter der Herrschaft der Zhenla im 6./7. Jh. bauten deren Könige das nahe Sambor Prei Kuk (siehe >>) zur Hauptstadt aus.
Strategische Bedeutung hatte Kompong Thom auch während der Angkor-Zeit. Jayavarman VII. (reg. 1181–ca. 1220) ließ eine befestigte Straße bauen, die Kompong Thom mit der damaligen Hauptstadt Angkor Thom verband. Anfang der 1970er-Jahre war die Provinz Ziel schwerer Bombardierungen durch die US-Luftwaffe im Kampf gegen die kommunistischen Vietnamesen.
Am 18. April 1975 kapitulierte Kompong Thom vor den Roten Khmer, die Stadt wurde entvölkert. Am 9. Januar 1979 drängten vietnamesische Truppen die Schergen Pol Pots zurück, doch bis Anfang 1993 kam es weiterhin zu Gefechten zwischen den Roten Khmer und Regierungstruppen. Erst seit 1996 ist die Provinz Kompong Thom befriedet und vollständig in den Machtbereich der Regierung integriert.
Der Fluss Stoeng Sen teilt die Stadt in zwei Hälften. Die südliche Seite bewohnten während der Kolonialzeit die Franzosen, hier liegen der Kompong-Thom-Markt, zahlreiche Hotels, Restaurants, die Tourist Information und die Haltestellen für Busse und Sammeltaxis. Ein guter Orientierungspunkt ist das sechsstöckige Arunras Hotel im Zentrum. Auf der „kambodschanischen“ Nordseite des Flusses befinden sich der Markt Psar Chas, das Museum und der sehenswerte Wat Kompong Thom.
Kompong Thom bietet keine besonderen Sehenswürdigkeiten, dennoch ist ein Spaziergang durch die überschaubare Stadt am Sen-Fluss reizvoll. Das Zentrum bildet der geschäftige Kompong-Thom-Markt. Die südwestliche Flussseite ist zu einer Promenade ausgebaut worden, in einem schattigen Park am Flussufer erblickt man eine Skulptur der britischen Künstlerin Sasha Constable: Drei Fische balancieren eine Weltkugel, hergestellt ist das Kunstwerk aus alten Waffen. Entlang dieser Flussseite sind einige schöne Beispiele kolonialer Architektur erhalten geblieben, u. a. der Palast des ehemaligen französischen Gouverneurs. In dessen Garten leben in drei Mahagoni-Bäumen Hunderte von Flughunden, die sich gegen Sonnenuntergang auf Futtersuche begeben.
Zwei Brücken überspannen den Stoeng-Sen-Fluss, die schmale Steinbrücke wurde 1927 von den Franzosen erbaut. Am Flussufer liegt der „alte Markt“ Psar Chas (linker Hand unter dem blauen Dach). Wer hier stöbert, wird Verkaufsstände für traditionelle Medizin entdecken: Getrocknete Wurzeln, Rinden und Kräuter werden aus Säcken verkauft. Wer mag, kann versuchen, per Zeichensprache herauszufinden, wogegen sie helfen sollen.
Folgt man der N6 500 m in nördliche Richtung, erreicht man Wat Kompong Thom. In der sehenswerten bunten Klosteranlage leben 140 Mönche, zudem befindet sich hier der Sitz des höchsten buddhistischen Würdenträgers der Region. Das Klostergebäude in den verblassenden Farben ähnelt fast einem von Gaudí entworfenen Gebäude, Garudas halten das Dach, verschiedene Figuren und Ornamente zieren die Balkonbrüstungen. Um einen Bodhi-Baum sind Buddhas Lebensabschnitte dargestellt. Beeindruckend ist das ausdrucksvolle Gemälde der trauernden Gemeinde hinter dem liegenden Buddha. Der Vihear ist über und über mit bunten Bildern geschmückt, denen leider Feuchtigkeit und die Ausscheidungen der hier nistenden Fledermäuse zugesetzt haben.
Das Kompong-Thom-Museum, N6, befindet sich 2 km hinter der Brücke Richtung Siem Reap. Die beiden Löwen vor dem tempelartigen Gebäude stammen aus Sambor Prei Kuk, genau wie die meisten Exponate im Inneren. Mo–Fr 8.30–20 Uhr (falls verschlossen, den Wächter herausklopfen, er schließt gerne auf), Eintritt frei.
An Unterkünften mangelt es in Kompong Thom nicht, wobei sich Zimmer und Preise in den Guesthouses ähneln. Alle bieten ihren Gästen kostenloses WLAN. Ein Bauboom ist ausgebrochen, seit bekannt wurde, dass die Chancen der Tempelanlage Sambor Prei Kuk recht gut stehen, in Kürze in den Status des Unesco-Weltkulturerbes gehoben zu werden.
Arunras Guesthouse, N6, Tel. 092-316 070, [9432]. Viele hübsche kleine Zimmer mit hellem Fliesenboden und modernen Bädern, Kaltwasser. Leider die meisten ohne Fenster (dafür auch ohne Straßenlärm). Ventilator oder AC. –
Arunras Hotel, N6, Tel. 092-316 070, [9433]. 6 Stockwerke mit Fahrstuhl. Die Zimmer sind zwar nicht besonders modern, dafür großzügig geschnitten und mit Holzmöbeln eingerichtet, manche mit großem Balkon. Schlechte WLAN-Verbindung in den Zimmern.
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Khmer Homestay, N6, 45 km südlich Richtung Phnom Penh, Tel. 012-635 718, www.khmerhomestaybaray.com, [9434]. 10 Stelzenhütten in einem hübschen Garten werden von der sehr gut Englisch sprechenden Besitzerin vermietet. Alle mit Matratze, Moskitonetz, Ventilator und gepflegtem Gemeinschaftsbad. Das Dorf Somrong schließt sich hinter dem Garten an. Geboten werden Ausflüge ins Dorf, Touren mit dem Ochsenkarren oder Kurse in Reisnudelherstellung. US$10 p. P.
Sambor Village Hotel, Democrat St., 600 östlich des Zentrums, Tel. 062-961 391, www.samborvillage.com, [9437]. Herrliche, fast schon ländliche Lage am Stoeng-Sen-Fluss. 19 Bungalows im Boutique-Stil stehen zwischen tropischen Pflanzen. Eine große Suite mit offenem Bad zum Zimmer und Jacuzzi. Großer Pool. Restaurant. Kostenloser Fahrradverleih. Organisieren Ausflüge und Bootsfahrten auf dem Sen-Fluss. Wer im Restaurant speist, kann den Pool kostenlos nutzen. Inkl. Frühstück. –
Santepheap Guesthouse, 23 Democrat St., Tel. 077-476 869, stp23guesthouse@yahoo.com, [9435]. In einer ruhigen Seitenstraße. Im aus Holz und Stein erbauten Vorderhaus günstige, aber recht dunkle Zimmer. Schöner sind die Räume im neueren Anbau: großzügige Zimmer mit TV, Bäder mit Kaltwasser. Der Besitzer ist hilfsbereit, und die Zimmer sind penibel sauber.
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Stung Sen Royal Garden Hotel, N6, Tel. 062-961 228, [9436]. Großzügige AC-Zimmer mit Schrank, Schreibtisch und TV möbliert. Bad mit Warmwasser, manche Zimmer mit Badewanne. Schön ist das Zimmer mit der großen Terrasse über dem Haupteingang.
Günstige, einfache Essensstände findet man bis zum frühen Abend an und auf den beiden Märkten Psar Chas und Kompong Thom. In der Seitenstraße gegenüber dem Arunras Hotel gibt es eine einfache Garküche, die Busreisende auf dem Zwischenstopp mit Essen versorgt (bis 21.30 Uhr). Zwischen dem Kompong-Thom-Markt und dem Arunras Hotel öffnen abends einige einfache Essensstände. Ein schicker Nachtmarkt wird zurzeit gegenüber der Acleda Bank gebaut.
Arunras Hotel und Guesthouse (s. o.). Hotel und Gh. haben zu Recht beliebte Restaurants. Es gibt nicht nur hervorragenden illy-Kaffee, sondern auch eine große Auswahl authentischer Khmer-Gerichte. Beliebt bei Einheimischen wie Touristen. Morgens werden gute Nudelsuppen, aber auch Westliches zum Frühstück serviert. 6–21 Uhr.
Kompong Thom Restaurant, N6, Tel. 012-324 355. Das ansprechende Restaurant im Zentrum hat eine tolle kleine Terrasse mit Flussblick. Angeboten werden Khmer-Gerichte wie Wasserbüffel mit Zitronengras, aber auch Pasta und westliches Frühstück. Aufmerksamer Service, dafür etwas teurer. WLAN. 6.30–21 Uhr.
Prum Bayon, Democrat St. Das Ecklokal ist mittags und abends immer gut besucht – aus gutem Grund. Frisch zubereitete Khmer-Gerichte für 7000 Riel. 6–21 Uhr.
Run Amok!, Democrat St., Tel. 017-916 219. Der Neuseeländer Richard McDonald ist nicht nur eine wandelnde Auskunftei über Kompong Thom. In dem Gartenlokal macht er auch hervorragende Pizzas und Hamburger. Ein paar klassische Khmer-Gerichte gibt es aber auch. 17–22 Uhr.
Im Garten des Sambor Village Hotels speist man in angenehmer Atmosphäre. Das Personal ist freundlich und zuvorkommend, und die Khmer-Gerichte sind hervorragend. In der Hauptsaison besser reservieren. 17–22 Uhr.
Zur abendlichen Unterhaltung tragen viele Karaoke-Bars bei. Beliebt bei jungen Einheimischen ist der A-C-Park-Club mit Biergarten, ab 18 Uhr.
Sokhom Travel, St. 3, Tel. 012-691 527, guideimsokhom@yahoo.com. Mr. Sokhom hat ein kleines Büro in seinem Wohnhaus. Er hat viele Informationen auf Lager und organisiert 1- bis 4-tägige Touren zu den Tempeln Sambor Prei Kuk, Preah Khan, Koh Ker und Beng Mealea mit dem Taxi.
Mr. Has Sophy, Tel. 012-682 100, veranstaltet 2-tägige Touren mit dem Moped inkl. Homestay-Übernachtung zu den Tempeln Sambor Prei Kuk und Preah Khan für US$60 p. P. zzgl. Übernachtung US$5; 3- bis 4-tägige Trips inkl. Preah Vihear, Koh Ker, Beng Mealea bis nach Siem Reap für US$150 p. P. zzgl. Übernachtung.
Dinge des alltäglichen Bedarfs kaufen Einheimische im Kompong-Thom-Markt oder Psar Chas. Gut sortiert sind die Minimärkte an den Sokimex-, Tela- und Total-Tankstellen im Zentrum.
Bei Sokhom Travel, St. 3, Tel. 012-691 527, gibt es Fahrräder für US$2/Tag und Motorräder für US$7/Tag.
Acleda Bank, N6, 2 km südlich des Zentrums. Geldautomaten für Visa- und MasterCard und Western-Union-Service. Mo–Fr 7.30–16, Sa 7.30–12 Uhr.
Canadia Bank, N6. Geldautomat ohne Zusatzgebühr für MasterCard, Visa, Cirrus, Geldwechsel, MoneyGram-Service. Mo–Fr 8–15.30, Sa 8–11.30 Uhr.
Tourist Information, St. 1. Es gibt kein Infomaterial, die Angestellten sprechen aber Englisch und versuchen, Fragen zu beantworten. Mo–Fr 7.30–11.30 und 14.30–17 Uhr.
Gute Informationen gibt es bei Richard im Run Amok! Restaurant und bei Mr. Sokhom.
Ein Internetcafé an der N6, 2000 Riel/Std.
Hauptpost an der N6. Postkarten, Briefmarken und Paketdienst EMS. Die hilfsbereiten Angestellten sprechen Englisch. Mo–Fr 7.30–17.30 Uhr.
Motorradtaxis und Tuk-Tuks stehen vor dem Arunras Hotel und fahren durch die Stadt auf der Suche nach Kundschaft.
Kompong Thom liegt an der N6 zwischen Phnom Penh (170 km) und Siem Reap (147 km). Busse in beide Richtungen passieren Kompong Thom im Stundentakt. Die meisten legen am Arunras Hotel eine Pause ein. Falls noch Platz ist, kann problemlos zugestiegen werden. Tickets der Busgesellschaften wie Rith Mony, Phnom Penh Sorya und GST werden bei den 3 mobilen Verkaufsstellen gegenüber dem Arunras Hotel verkauft. Capitol Tours im Frisörladen Nähe Markt, Phnom Penh Sorya hat ein Büro am Elefanten-Tiger-Denkmal.
KOMPONG CHAM, um 8 und 10 Uhr für US$6 in 2 Std. Von dort Verbindungen nach KRATIE (US$12), STUNG TRENG (US$18) und SEN MONOROM (US$18);
PHNOM PENH, um 7.30, 9.30, 10, 10.30, 11.30, 12, 12.30, 13, 13.30, 14, 14.30, 15, 16.30 und 17 Uhr für US$5 in 4 Std.;
POIPET, um 11 Uhr für US$15 in 5 1/2 Std.;
SIEM REAP, um 10.30, 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr für US$5 in 3 Std.;
SISOPHON, um 11 Uhr für US$15 in 5 Std.;
SRA EM, um 11, 12 und 12.30 Uhr für US$10 in 5 1/2 Std.;
TBENG MEACHEY, um 12.30 Uhr für US$5 in 3 Std.
Starten vom Taxistand an der Democrat St. und an der nördlichen Brückenseite.
KOMPONG CHAM, mit dem Sammeltaxi für US$5 in 2 Std., mit dem Minibus für US$3,75 in 2 1/2 Std.;
PHNOM PENH, mit dem Sammeltaxi für US$6,25 in 3 Std., mit dem Minibus für US$3,75 in 3 1/2 Std.;
SIEM REAP, mit dem Sammeltaxi für US$6 in 2 1/2 Std.;
TBENG MEACHEY, mit dem Sammeltaxi für US$6,25 in 2 1/2 Std. Von dort weiter nach Sra Em für Prasat-Preah-Vihear-Tempel.
Einfache überdachte, kleine Holzboote liegen am Psar Chas und fahren Richtung KOMPONG CHHNANG um 9 Uhr für US$8 in 7 Std. bis Chhnok Tru (ganzes Boot US$100). Die anstrengende Fahrt führt am reizvollen, landwirtschaftlich geprägten Flussufer vorbei, ist aber nur fortgeschrittenen Travellern zu empfehlen (es gibt keine Sitzbänke, und nach Möglichkeit wird das Boot so voll gepackt, bis wirklich kein Reiskorn mehr Platz hat). Mit dem Motorradtaxi weiter nach Kompong Chhnang. Hilfe beim Anheuern bieten Englisch sprechende Mopedfahrer oder Richard im Run Amok! Restaurant.
Von Kompong Thom aus können zahlreiche Sehenswürdigkeiten angesteuert werden. Die ehemalige Tempelstadt Sambor Prei Kuk aus dem 7. Jh. ist von Kompong Thom bequem über eine recht gute Straße zu erreichen. Die Tempel von Preah Khan können in einem anstrengenden Trip erkundet werden. Mit einem Taxi ist es möglich, beide Anlagen in einer langen Tour an einem Tag zu besuchen. Manch einer entscheidet sich für eine zweitägige Tour mit einer Homestay-Übernachtung bei Preah Khan. Näher bei Kompong Thom reizen der Tempelberg Phnom Santuk mit seiner unglaublichen Vielzahl von Tempeln und Buddhastatuen und der etwas skurril wirkende Wat Sampeau. Sehenswert sind auch die Herstellungsprozesse eines fein gewebten Schals oder eines riesigen Steinbuddhas.
In den Fels gemeißelte Buddhafiguren auf dem Tempelberg Phnom Santuk
Rund 18 km südöstlich von Kompong Thom erhebt sich bei Santuk der 207 m hohe Tempelberg, ein wichtiger buddhistischer Wallfahrtsort. 809 anstrengende Stufen führen vom Fuße des Berges, wo einfache Restauranthütten den Parkplatz säumen, zum Gipfel. Die Treppe ziert ein Naga-Geländer, der Schlangenkörper wird rechts von Männer-, links von Frauendarstellungen gehalten. Einfacher ist die Anfahrt über die steile asphaltierte Straße.
Auf dem Gipfel wird man nicht nur mit einer fantastischen Aussicht belohnt, man hat fast das Gefühl, in einem buddhistischen Themenpark angekommen zu sein: Am Berghang und auf dem Gipfel befinden sich zahlreiche Stupas, teils aus dem 15. Jh., viele neueren Datums. Es wird vermutet, dass König Ponhea Dharma Reacha (reg. 1474–1497) die erste Pagode auf dem Berg gründete und seine Asche hier beisetzen ließ. Ein vielstöckiger chinesischer Tempel ist mit Porzellanfiguren geschmückt. Außerdem lassen sich zahllose liegende Buddhas entdecken, teils vor Jahrhunderten in den Fels gehauen, neuere in Beton gegossen, und gleich zwei Fußabdrücke des „Erwachten“ (Buddha). Besucher werfen Münzen in einen Felsspalt, um für die Erfüllung eines Wunsches zu beten.
Die Jugendlichen, die sich vor Ort als Führer anbieten, sprechen zwar kein Englisch, führen aber gut durch die fast unüberschaubar große Anlage. Am Wochenende kommen viele Kambodschaner hierher, unter der Woche hat man die Anlage fast für sich alleine. Eintritt US$2.
Wer die 809 Stufen nicht laufen will: Es gibt einen Motorrad-Shuttle-Service vom Parkplatz für US$5 (hin und zurück), (US$3 für die Auffahrt). Motorradtaxifahrer scheuen die steile Auffahrt.
Von Kompong Thom erreicht man Wat Phnom Santuk mit dem Tuk-Tuk oder Motorradtaxi für US$15/8 in 40 Min.
14 km südlich von Kompong Thom liegt das Dorf Kakaoh. Reisenden auf der N6 von Phnom Penh Richtung Siem Reap fallen die Steinmetzarbeiten rechts und links der Nationalstraße auf. Die besten Steinmetze stellen hier meisterliche Buddhafiguren, Löwen, Apsaras und andere Figuren her.
Mitten im Nirgendwo, 12 km östlich von Kompong Thom, steht dieses schrille, skurrile und bunte Heiligtum. Die 2008 errichtete Pagode hat die Form eines riesigen zweistöckigen Bootes. Etwas kleiner fallen zwei weitere goldene und silberne Boote auf dem Gelände aus. Viele Darstellungen beziehen sich auf die Legende um eine Frau mit magischen Haaren, die alles Böse abhält, eine abgewandelte Version der Geschichte siehe >>. Im „Hauptschiff“ verkünden Wahrsager gegen Spende die Zukunft. Gestiftet wurde das Ganze von erfolgreichen Geschäftsleuten, Einheimische kommen gern hierher, um sich die Zukunft vorhersagen zu lassen.
Anfahrt mit dem Tuk-Tuk/Motorradtaxi für US$10/5. Kürzer ist die Anfahrt mit dem Motorradtaxi, wenn der Fluss per Boot (2000 Riel p. P.) überquert wird.
Auf der Seidenfarm
Die sehenswerte Santuk-Seidenfarm im Dorf Samnak, 16 km südlich von Kompong Thom, wird von dem Amerikaner Bud Gibbons, Tel. 012-906 604, gibbonsbud@gmail.com, und seiner kambodschanischen Frau Nevin betrieben. Besuchern wird hier der gesamte Produktionsprozess eines Seidenartikels nahe gebracht: von der Seidenraupe, die sich von Maulbeerblättern ernährt, über die Verpuppung im Kokon, die Gewinnung der goldenen Khmer-Rohseide bis hin zum Färben und anschließenden Weben. Die Gibbons unterstützen die lokale Bevölkerung, schaffen Arbeitsplätze und zahlen den Frauen Zusatzleistungen wie drei Monate Mutterschaftsurlaub. Natürlich können die fertigen Schals auch für US$20–30 käuflich erworben werden. Mo–Fr 7–10 und 11–16 Uhr, Eintritt frei.
Detailansicht der Karte folgt
Die beeindruckende Tempelstätte [5150] liegt 35 km nordöstlich von Kompong Thom. Die Anfahrt ist eine Reise durch das ländliche Kambodscha entlang palmengesäumter Dörfer und Reisfelder. Obwohl bisher nur von wenigen Touristen besucht, zählt Sambor Prei Kuk zu den bedeutendsten Tempelanlagen Kambodschas und steht seit 1992 auf der Anwärterliste zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Chancen stehen gut, dass die Tempelanlage 2015 den begehrten Status erhält. Auf dem Areal, das insgesamt eine Ausdehnung von 6 km von Ost nach West und 4,5 km von Nord nach Süd hat, sind insgesamt 293 Tempel verzeichnet. Knapp 60 Türme (prasat) sind unschwer als solche zu erkennen, die meisten davon stammen aus dem 7. Jh. Archäologen vermuten weitere Schätze unter der Erde.
Die Tempelgruppen liegen nur wenige hundert Meter auseinander, die Sandwege sind gepflegt, und viele Bäume spenden Schatten. Die Hauptgruppen sind ausgeschildert, dennoch empfiehlt es sich, einen Führer zu engagieren und für den Besuch mindestens 2 Std. einzuplanen.
Forscher der japanischen Universität Waseda belegten, dass bereits König Bhavavarman I. 598 in Sambor Prei Kuk oder in der Nähe die Hauptstadt bzw. eine bedeutende Stätte des Zhenla-Reiches mit Namen Bhavapura errichtete. Nach seinem Tod zog sein Bruder Mahendravarman von Vat Phou (im heutigen Südlaos) nach Sambor Prei Kuk. Ab 610 hieß die Hauptstadt des Zhenla-Reiches Isanapura, nach dem Namen von Mahendravarmans Sohn Ishanavarman I. (reg. 610–628). Während seiner Regentschaft herrschten die Zhenla über weite Teile des heutigen Kambodschas, Teile Thailands und des südlichen Laos. Die meisten der Tempel gehen auf diese Zeit zurück.
Die Basis des Baustils findet sich in der indische Tempelbaukunst. Dennoch hat sich in Isanapura ein ganz eigener Stil entwickelt, auch Sambor-Prei-Kuk-Stil genannt: Auf Sandstein-Plattformen stehen quadratische, rechteckige oder achteckige Ziegelsteintürme. Die Türöffnung befindet sich an der Ostseite, alle anderen Seiten haben Scheintüren. Die Türstürze sind reich verziert und die Skulpturen oft fast lebensgroß und fein gearbeitet. Drei Materialien wurden verwendet: Laterit für die Außenmauern, Ziegel für die Türme und Sandstein für dekorative Elemente. Im 7. Jh. sollen fast 20 000 Menschen in Isanapura gelebt haben. Isanavarmans Sohn Bhavavarman II. herrschte ebenfalls von dort. Zu Beginn des 9. Jhs. zog König Jayavarman II. nach Phnom Kulen. Wie lange Isanapura als Hauptstadt diente bzw. wann genau Sambor Prei Kuk dem Verfall überlassen wurde, ist noch nicht hinreichend erforscht.
Bereits in den 1920er-Jahren begannen französische Forscher die drei Tempelkomplexe vom Dschungel zu befreien. Zwischen 1969 und 1973 flogen die Amerikaner Bombenangriffe, und mit der Machtergreifung der Roten Khmer übernahm die Natur wieder das Kommando. 1994 wurde mit der Restaurierung begonnen, viele Tempel sind bereits wieder instand gesetzt, die Arbeiten werden derzeit hauptsächlich von Japan finanziert.
Nördlich der Zufahrtsstraße steht Ashram Issey. Der kleine, halb zerstörte Tempel stammt aus dem Jahr 598 und weist hinduistische Bauelemente auf. Ein ganz ähnlicher Tempel ist auch in Phnom Da (siehe >>) zu finden. Ein tolles Fotomotiv sind die Überreste eines Tempels, der fast vollständig von einer Würgefeige bedeckt ist. Einheimische nennen die Ruine nach diesem Baum Prasat Dam Chrey.
Es werden drei Haupt-Tempelkomplexe unterschieden:
Südlich der Straße liegt dieser Tempelkomplex, dessen Bauwerke einst zu den größten bekannten Tempelbereichen gehörten. Die Türme stammen aus der Vor-Angkor-Zeit, aus dem 7. Jh., der Haupteingang liegt im Osten. Von den einst über 51 Tempeln (sambor bedeutet viele) stehen heute noch ganze elf Bauwerke. Als Erstes passiert man eine Yoni mit einem Lingam. Die Yoni ist eine Kopie, das Original steht im Museum von Kompong Thom (siehe >>). Der nächste Tempel (Nr. 9) enthält eine Kopie der Statue der Göttin Durga (Durga, die zweite Frau Shivas, ist Göttin des Krieges; das Original befindet sich im Nationalmuseum von Phnom Penh, siehe >>). Der Haupttempel, der einer Reinkarnation Shivas, Gambhireshvara, gewidmet ist, ist der einzige, der vier Öffnungen in alle Himmelsrichtungen aufweist. Hier sind noch Reste der ursprünglichen Verzierung aus Pflanzensäften zu erkennen. Tempel Nr. 10 enthält die Kopie einer Statue, die halb Shiva, halb Vishnu darstellt und Harihara genannt wird (auch hier ist das Original in Phnom Penh zu bewundern). Eine Besonderheit ist die Darstellung mit ausgestellter Hüfte, denn üblich sind sonst rein statische Darstellungen.
An der Südseite erkennt man einen achteckigen Turm, das Oktagon. Die acht Ecken korrespondieren mit Vishnu, der üblicherweise mit acht Armen darstellt wird. Die hier gefundene Kalkin-Figur (Reinkarnation Vishnus mit einem Pferdegesicht) befindet sich heute in Paris im Musée Guimet. Der Turm ist außen mit „Fliegenden Palästen“ verziert. Legenden zufolge benutzen Götter diese Konstruktionen, um von Ort zu Ort zu fliegen.
Wirklich minenfrei?
Während des Vietnamkriegs trafen zahlreiche Bomben der Amerikaner das Tempelgebiet und beschädigten einige Bauwerke schwer, fast 300 Bombenkrater sind bis heute auszumachen. Das Gelände gilt als minenfrei und von Blindgängern geräumt. Dennoch sollte man besser nicht zu weit vom Weg abweichen.
Die Gruppe stammt ebenfalls aus dem 7. Jh., wurde jedoch von Jayavarman II. im Jahre 802 umgebaut. Sie bestand aus 42 Tempeln, heute steht nur noch ein Ziegelsteinturm. Der 30 m hohe Turm des zentralen Heiligtums wird wegen der beiden Löwen am Eingang Löwentempel (Prasat bedeutet Tempelturm, Tao ist der Löwe) genannt. Ursprünglich bewachten je zwei der Löwen im Angkor-Stil die Aufgänge. Die Statuen sind aufwendig gearbeitet, die Mähnen der Löwen lockig. Drei der Löwen stehen heute in Kompong Thom (zwei vor dem Museum, ein weiterer im Departement of Culture and Arts). Im Inneren des Prasats befinden sich zerbrochene Yonis.
Zwischen Zentraler Gruppe und Südgruppe, 200 m südwestlich, liegt Prasat Trapeang Ropeak. Von den ursprünglich fünf Türmen in Quincunx-Form ist der zentrale Prasat erhalten geblieben.
Der in Größe und Schmuck beeindruckendste Bereich diente als Staatstempel IshanavarmansI. und stammt ebenfalls aus dem 7. Jh. Von den Einheimischen wird er auch Prasat Neak Puon genannt. Die erste äußere Umfassungsmauer ist aus Laterit gebaut, am Außeneingang befinden sich Steinplatten mit Inschriften. Die innere zweite Mauer ist besser erhalten, sie ist aus Ziegelsteinen gefertigt, auf deren Innenseite 80 Ziegelsteinmedaillons Geschichten aus dem Ramayana-Epos erzählen.
Von den einst 35 Tempeltürmen sind noch ganze sieben erhalten. Das zentrale Heiligtum, dessen Türsturz mit einer Naga geschmückt ist, war Shiva gewidmet. Innen im 30 m hohen Ziegelsteinturm befindet sich eine große Yoni, auf der einst ein Lingam stand. Ein weiterer überdachter, heute halb zerbrochener Turm enthielt einen silbernen Nandi (das Transporttier Shivas). Leider ist es verschwunden. Zur Gruppe gehören fünf achteckige Türme, deren Außenreliefs „fliegende Paläste“ darstellen. Eine mächtige Würgefeige umfängt das Osttor.
Etwa 2 km abseits liegt die Gruppe Prasat Krol Romeas, deren acht große Ziegeltürme im Wald verstreut stehen.
Eintritt US$3.
Homestay-Übernachtungen im Dorf Okrou Kae oder Sambor, 2–3 km von Sambor Prei Kuk entfernt, für US$4 p. P.
Einfache Restaurants befinden sich am Ticketschalter.
Isanborei Craft Hut, Tel. 092-254 829, www.samborpreikuk.com. Das gemeindebasierte Projekt entstand aus der Zusammenarbeit der Khiri Reach Foundation und der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Am Ticketschalter werden Produkte, die in den umliegenden Dörfern hergestellt werden, zum Verkauf angeboten. Besucher können auch die Werkstätten, in denen die Bambus- und Seidenarbeiten hergestellt werden, besichtigen. Isanborei Craft Hut vermittelt gut ausgebildete Führer für Sambor Prei Kuk für US$6 (2–3 Std., länger US$10). Außerdem Ochsenkarrenfahrten für US$5 (1–2 Pers.) und Fahrradverleih für US$3/Tag.
Von Kompong Thom in 45–60 Min. mit dem Taxi/Tuk-Tuk/Motorradtaxi für US$25/15/10.
Rund 72 km südlich von Kompong Thom liegt Prasat Kuhak Nokor, auch Kuk Nokor genannt. Mächtig ragen die geschwärzten Lateritsteine des Tempels hinter einer bunten Pagode neueren Datums hervor. Die restaurierte Anlage an einem Baray ist gepflegt und einladend. Ein paar wenige Tourgruppen machen hier einen kurzen Zwischenstopp, Individualreisende finden seltener den Weg hierhin.
Kuhak Nokor wurde im 11. Jh. von Suryavarman I. erbaut. Die massive intakte Außenmauer ist durch vier Gopurams unterbrochen, das Eingangstor befindet sich im Osten. Das halb eingestürzte Gebäude an der Südseite diente wahrscheinlich als Unterkunft für Mönche. Über dem Eingang zum Zentralheiligtum zeigt ein fein gearbeiteter Türsturz einen dreiköpfigen Elefanten (Airavata). Das Innere ist wie eine Galerie mit Nischen gestaltet. Ein Lingam stand einst im Zentralheiligtum, heute ist noch eine zerbrochene Yoni zu erkennen. Der Turm des Zentralheiligtums ist dunkel und von Fledermäusen bewohnt. Eintritt US$2.
Man erreicht die Tempelanlage mit den Bussen zwischen Phnom Penh und Siem Reap, muss dann am Dorf Tang Kok aussteigen – vom Abzweig 2 km in westlicher Richtung. Alternativ mit dem Taxi/Motorradtaxi von Kompong Thom für US$60/30 in 2 Std. (hin und zurück).
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Die im Norden des Landes gelegene Provinz war bisher nur schwer zu erreichen, das hat sich zum Glück geändert. Grund für den Ausbau des Straßensystems waren nicht zuletzt die Auseinandersetzungen Kambodschas mit Thailand um den Besitzanspruch auf den Tempel Prasat Preah Vihear. Drei großartige Bauwerke machen die Reise in den Norden lohnenswert: die Tempelanlagen Preah Khan, Koh Ker und Prasat Preah Vihear.
Die Tempelanlage Preah Khan liegt abgeschieden 120 km von Kompong Thom und 70 km von Tbeng Meanchey entfernt. Sie ist über die asphaltierte N64 und die (in der Trockenzeit) gut befahrbare Staubstraße N66 zu erreichen. Von Einheimischen wird Preah Khan auch als Prasat Bakan (eine andere Aussprache aus dem Khmer) oder Kompong Svay (nach dem Distrikt, in dem sie liegt) bezeichnet – um Verwechselungen mit dem gleichnamigen Tempel in Angkor zu vermeiden. Fachleute nennen Preah Khan deshalb auch Bakan Svay Rolay.
Die Anlage ist nicht exakt nach Osten ausgerichtet, sondern wie hinduistische Tempel ein wenig nach Norden verschoben. Daher geht man davon aus, dass der ursprüngliche Tempel im 9. Jh., noch vor der Angkor-Periode, errichtet wurde. Mit dem Bau begonnen hatte Suryavarman I. (reg. 1001–ca. 1050), erweitert wurde die Anlage unter Suryavarman II. (reg. 1113–ca. 1150). Später baute Jayavarman VII. (reg. 1181–ca. 1220), einer der bedeutendsten Könige von Angkor, die Tempel zu einer buddhistischen Stätte samt dazugehöriger Stadt aus. Der Sandsteinkopf Jayavarmans VII., heute eines der Prunkstücke im Nationalmuseum in Phnom Penh, wurde hier gefunden. Bis zur Fertigstellung seiner neuen Hauptstadt Angkor Thom diente Preah Khan wahrscheinlich vorübergehend als Hauptstadt und war zu seiner Blütezeit sogar größer als Angkor Thom. Das fast 5 km2 große Gelände ist von einer Mauer umgeben und damit die größte eingefasste Tempelstätte Kambodschas. Die Tempelanlage war und ist durch eine Straße mit den Tempeln von Angkor verbunden.
Der Haupttempel-Komplex von Preah Khan stammt aus dem 12. Jh. und wurde wahrscheinlich von Suryavarman II. erbaut.
Besucher betreten Preah Khan von der Ostseite über einen Damm, dessen Unterseite von einem Schwanenfries geschmückt ist. Hinter dem Osttor mit seinen drei Türmen lag das ehemalige Stadtgebiet, heute sind die Pfahlbauten verfallen, und dem Besucher eröffnet sich der Blick auf eine nahezu freie Fläche. Nach 200 m folgt eine weitere Umfassungsmauer, das beeindruckende Tor ist fest im Griff von Würgefeigen. Die Reste mehrerer Türme und „Bibliotheken“ sind erhalten. Das kreuzförmige Zentralheiligtum war von vier Gopurams aus zu betreten.
Mitte der 1990er-Jahre wurde der zentrale Tempelkomplex restauriert. Dann verbreitete sich das Gerücht, dass unter den Tempeltürmen Statuen vergraben seien. Tempelräuber rückten mit Baggern und Bohrmaschinen an, und die Türme fielen in sich zusammen. Heute stehen nur noch der West- und der Nordturm.
Der Prasat Preah Stung westlich des Sees wird auch Prasat Muk Buon (vier Gesichter) genannt. Er stammt aus dem 11. Jh. und besitzt reichhaltige Verzierungen. Von einer Außenmauer umgeben, weisen alle vier Seiten Eingangstore auf, in deren Mitte sich ein Gesichterturm im Bayon-Stil befindet, typisch für die Epoche Jayavarmans VII. 50 m außerhalb in östlicher Richtung liegt ein faszinierendes Relief mit dreiköpfigen Vögeln im Gras.
Prasat Preah Thkol nennt sich der Mebon in der Mitte des Barays (2,98 km x 518 m), der nur in der Trockenzeit erreichbar ist. Der Tempel ist von einer Außenmauer umgeben. Auf dem gut erhaltenen Zentralturm ist auf jeder Seite eine beeindruckend große Garuda-Figur zu erkennen. Vier weitere stark beschädigte Türme stehen im Innenbereich.
Der Prasat Damrei (Elefantenheiligtum) am Ostrand des Wasserbeckens besitzt vier Aufgänge, die auf den 15 m hohen pyramidenförmigen Tempel führen, der auf der oberen Ebene von zwei gemeißelten Elefanten bewacht wird; zwei weitere sind im Nationalmuseum in Phnom Penh zu besichtigen. Drei enthauptete Löwen bewachen ebenfalls die obere Ebene. Der einfache neue Holztempel auf der Plattform beherbergt eine Ganesha-Figur. Die vier Eingangstore sind mit zahlreichen Apsara-Darstellungen und Ornamenten geschmückt.
Eintritt US$5 (falls Kasse besetzt ist). Am Tempelgelände gibt es keine Essens- oder Getränkestände.
Von Kompong Thom erreicht man den Tempel mit dem Motorradtaxi für US$40 in 3 Std., Tuk-Tuk für US$70 in 4 1/2 Std., mit dem Taxi für US$100 in 2 Std. (hin und zurück).
Wer viel Zeit bei den Tempeln verbringen oder den Besuch von Sambor Prei Kuk und Preah Khan verbinden möchte, der kann bei Familie Senkin im 3 km entfernten Dorf Ta Seng übernachten, Tel. 097-890 739, US$5. Im Haus steht den Gästen ein Bett mit Moskitonetz, abgetrennt durch einen Vorhang, zur Verfügung. Gemeinschaftsbad mit Hocktoilette und Schöpfdusche. Im Haus selbst gibt es keinen Strom, im Dorf zwischen 18 und 21 Uhr. Abendessen und Frühstück gibt es bei der Familie für US$5 p. P. Im Dorf existieren zudem 2 einfache Restaurants.
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Koh Ker, lange Zeit von dichtem Dschungel überwuchert, war einst für kurze Zeit die Hauptstadt des Khmer-Reiches. Die Gründung der neuen Hauptstadt resultierte aus einem Machtkampf zwischen den beiden Söhnen von Yashovarman I. (reg. 889–ca. 915) und einem Onkel. Nach dem Tod der beiden Brüder ernannte sich 928 der Onkel – Jayavarman IV. – zum König. Dem hinduistischen Glauben anhängend, nannte er die Stadt Lingapura (Stadt der Lingas). Lingapura war von 928 bis 944 Hauptstadt des Angkor-Reiches, bis die nachfolgenden Könige nach Angkor zogen. Jayavarman IV. (reg. 928–941) ließ einen Großteil der Tempel errichten. Auch sein Sohn Harshavarman II. (reg. 941–944) residierte während seiner kurzen Amtszeit in Koh Ker. Forscher konnten mittlerweile 184 Bauwerke auf 81 km2 ausmachen. Der Baustil unterscheidet sich deutlich von jenem in Angkor. Die Architektur zeichnet sich durch hohe und schlanke Türme und große dekorative, in Bewegung befindliche Figuren aus. Fachleute gaben dem Stil daher einen eigenständigen Namen: Koh-Ker-Stil. Die große Garuda-Figur in der Eingangshalle des Nationalmuseums in Phnom Penh ist hier gefunden worden. Koh Ker steht seit 1992 auf der Anwärterliste zum Unesco-Weltkulturerbe.
Die unbefestigte Straße zwischen den Bauwerken ist in einem sehr guten Zustand und von Minen befreit, dennoch sollte man besser Vorsicht walten lassen und auf den Wegen bleiben. Die Anlage wird bisher kaum von Touristengruppen besucht, sie ist wunderbar ruhig, und manchen Tempel hat man für sich ganz allein. Die Bauwerke sind noch nicht restauriert, viele Tempelruinen von Würgefeigen umschlungen – die Atmosphäre ist friedlich und manchmal richtiggehend verwunschen. Südöstlich liegt das als Rahal bezeichnete Wasserreservoir.
Die Tempel werden im Allgemeinen in drei Gruppen eingeteilt:
Hierzu gehören Prasat Thom und Prasat Krohom, die von einer gemeinsamen Außenumfriedung umgebenen ältesten Bauwerke der Anlage. Besucher werden als Erstes den Prasat Krohom („Roter Tempel“) sehen, der aus drei Gopurams besteht. Der erste Gopuram hat einen übergroßen Eingang. Ein Säulengang führt zum zweiten Gopuram, auf dessen Türsturz ein dreiköpfiger Elefant, auf dem Shiva reitet, zu erkennen ist; Wächterfiguren sind in die Türpfosten gemeißelt, dahinter befindet sich eine stark zerstörte Nandi-Figur. Der dritte Gopuram ist ein kreuzförmiger Tempel aus rotem Backstein (daher der Name „Roter Tempel“). Das Bauwerk schmückte einst ein 4 m hoher, achtarmiger tanzender Shiva. Davon ist nur ein Fragment der Hand erhalten, das im Nationalmuseum in Phnom Penh zu sehen ist.
Ein weiterer Damm mit einem stark beschädigten Naga-Geländer führt zum Hauptheiligtum Prasat Thom. Die Ziegelsteintürme, die früher auf dem Gelände standen, sind zusammengefallen. Teils hat der Zahn der Zeit an den Bauwerken genagt, teils wurden sie von Einheimischen auf der Suche nach verborgenen Schätzen zerstört. Beeindruckend ist die prachtvolle Pyramide (Prang), die an ein aztekisches Bauwerk aus Mittelamerika erinnert. 36 m hoch, aus sieben Stufen bestehend, symbolisiert sie den Berg Mehru und sollte als Staatstempel Jayavarmans IV. dienen, blieb aber unvollendet. Die Kantenlänge beträgt 62 m. Überlieferungen zufolge soll die Spitze ein 4,6 m hoher Lingam geziert haben. Der Aufgang ist für Besucher gesperrt. Riesige Statuen standen wohl einst auf dem Gelände, dessen äußere Umfassungsmauer mit steinernen Lotosknospen verziert ist.
Sie liegt 2–3 km östlich und besteht aus über einem Dutzend Ziegelsteintürmen oder Heiligtümern, die mehrere hundert Meter auseinander stehen. Die schönsten darunter sind, von Prasat Thom kommend:
Prasat Leung, in dem halb verfallenen Sandsteinturm steht ein großer steinerner Lingam.
Prasat Sralao ist nach den Bäumen mit den weißen Stämmen benannt, die malerisch auf der Ruine wachsen. Der Tempel wird auch Prasat Andong Kuk genannt.
Prasat Kra Chap ist im Banteay-Srei-Stil gebaut (Banteay Srei wurde allerdings erst später errichtet). Eine Baumwurzel umfängt die äußere Umrandung. Im ersten Gopuram sind noch Inschriften aus dem 10. Jh. zu erkennen. Das Zentralheiligtum ist zusammengefallen und von einem großen Mahagoni-Baum überwuchert. Auf der Außenmauer des Heiligtums sieht man in Frontalansicht Shiva auf Nandi reiten.
Prasat Banteay Pi Chean, die „Festung mit zwei Umfriedungen“. In der Mitte steht ein schwarzer Turm aus Lavagestein, Inschriften zieren die Säulen, in Inneren befand sich einst ein Lingam.
Prasat Chrap besteht aus drei Laterittürmen in einer Reihe.
Prasat Damrei (Elefanten-Tempel) wird bewacht von Löwen und vier Elefantenstatuen an den Eckpunkten. Das zentrale Heiligtum ist ein 15 m hoher Ziegelturm. Den östlichen Türsturz und einzigen Eingang ziert ein wunderbar erhaltenes Relief eines Elefantenkopfes, auf dem Shiva thront.
Die Gruppe besteht aus mehreren Prasats und liegt südlich des Haupttempels und des Wasserbeckens. Die reizvollsten darunter sind von Süden nach Norden:
Prasat Pram ist einer der beeindruckendsten Tempel von Koh Ker. Von den fünf (pram) Türmen ist einer komplett von Würgefeigen umschlossen. Prasat Pram fasziniert mit der Symbiose von Natur und den vom Menschen erschaffenen Bauwerk die Besucher ähnlich wie Ta Prohm in Angkor. Der Tempel ist unvollendet geblieben, die Türstürze weisen keinerlei Verzierungen auf.
Prasat Neang Khmao (Tempel der schwarzen Damen). Sein Name stammt wahrscheinlich von dem schwarzen Lateritturm. In Inneren ist eine Plattform zu erkennen, die eine Yoni darstellt. Der Türrahmen ist aus Sandstein gefertigt und mit Blumenornamenten verziert.
Prasat Chin (chinesischer Tempel). Die drei Laterittürme symbolisieren Brahma, Vishnu und Shiva. Der Turm linker Hand weist ein Relief über dem Türsturz auf, auf dem Garuda auf zwei dreiköpfigen Schlangen steht. Die dort gefundene Statue zweier kämpfender Affen, Sugriva und Vali aus dem Ramayana-Epos, befindet sich im Nationalmuseum von Phnom Penh.
Eintritt US$10, am Ticketschalter zu bezahlen.
Mom Morokod Koh Ker Guesthouse, 100 m vom Ticketschalter, Tel. 078-365 656, [9429]. Steinhaus mit 11 sauberen und großen Zimmern, alle mit 2 Doppelbetten, Ventilator und Bad. Strom ab 18 Uhr. Auf Wunsch auch Essen.
Ponloeu Preah Chan Guesthouse, zwischen Srayong und Ticketschalter, Tel. 012-906 080, mothsareth@gmail.com, [9428]. Im Holzhaus einfache Zimmer mit einem Bett und Ventilator. Gemeinschaftsbad draußen mit Schöpfdusche und Hocktoilette. Im Obergeschoss gibt es ein Zimmer mit angebautem Bad.
Gute einfache Restaurants am Prasat Thom, nach der Spezialität Wildschwein oder Hirsch fragen. Im Dorf Srayong, 8 km von Koh Ker, Essensstände am Markt und ein einfaches Restaurant.
Von Tbeng Meanchey (70 km) in knapp 3 Std.; von Siem Reap (100 km) in 2 1/2 Std. mit eigenem Fahrzeug. Mit dem Sammeltaxi (falls genügend Passagiere) von Siem Reap und Tbeng Meanchey bis Srayong für US$10 in 3 Std. Ab Srayong Rundfahrt mit dem Motorradtaxi für US$10.
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Die Provinzhauptstadt Tbeng Meanchey [9485], rund 150 km nördlich von Kompong Thom, wird oft einfach Preah Vihear genannt. Die verschlafene Stadt hat keine besonderen Attraktionen zu bieten, dafür lernen Besucher hier authentisches kambodschanisches Alltagsleben kennen. Zudem bietet sich Tbeng Meanchey als Ausgangspunkt für Besuche der Tempelstätten Prasat Preah Vihear, Koh Ker oder Preah Khan an – vorausgesetzt man reist mit einem Fahrer an oder verfügt über ausreichende Sprachkenntnisse, um eine solche Tour vor Ort zu organisieren. Auch das Vogelschutzgebiet Tmatboey ist von hier aus leicht zu erreichen, theoretisch zumindest. Praktisch gestaltet sich die Tour allein deshalb schwieriger, weil so gut wie keiner im Ort Englisch spricht, was die Organisation eines Taxis oder Motorradtaxifahrers außerordentlich erschwert.
Das Zentrum bildet der Markt, Psar Kompong Pronak Preah Vihear genannt, und die große Haltestelle, an der Taxifahrer auf Fahrgäste warten. Nur die Hauptstraßen sind geteert, alle Querstraßen sind rote Staubpisten.
Interessant ist ein Besuch der Webereiwerkstatt Weaves of Cambodia, 450 m östlich des Krankenhauses, Tel. 092-346 415, www.weavescambodia.com. In der von der Vietnam Veterans of America Foundation gegründeten Seidenweberei werden hochwertige Seidenschals und Sarongs, überwiegend für den Export, hergestellt. Mittlerweile gehört der Betrieb der Designerin Carol Cassidy. Beschäftigt werden dort Menschen, die durch die Folgen von Landminenunfällen oder Kinderlähmung beeinträchtigt sind. Der Manager Toch Sar zeigt gern die einzelnen Produktionsschritte und bietet die handgefertigten Schals zum Verkauf (US$30–45). Mo–Sa 7.30–11 und 13–17 Uhr.
Tbeng Meanchey bietet eine ganze Reihe von Unterkünften, empfehlenswert fanden wir nur die aufgeführten.
Heng Heng Hotel, Mlou Prey St., Tel. 097-777 7497, [9488]. Von außen wirkt das Hotel protziger und teurer, als es ist. Saubere kleine Zimmer mit TV, Ventilator oder AC. WLAN. –
Home Vattanak Guesthouse, St. A14, Tel. 064-636 3000, [9487]. Das Haus liegt in einer ruhigen Seitenstraße, 500 m vom Markt entfernt. Kaum zu glauben, dass in Tbeng Meanchey eine derart luxuriöse Unterkunft zu finden ist. 27 geschmackvolle AC-Zimmer. Die Superior- und VIP-Zimmer sind mit vielen lackierten schweren Holzmöbeln ausgestattet. Tolle Bäder mit Dusche oder Wanne. An der Rezeption wird Englisch gesprochen. WLAN. –
Günstige Essensstände gibt es rund um den Markt.
Das Phnom Tbeng Restaurant, Mlou Prey St., Tel. 092-661 473, hat zwar nur ein kambodschanisches Schild, aber eine englische Speisekarte und einen Kellner, der Englisch spricht. Gute chinesische und Khmer-Gerichte, ab US$3 für eine kleine (ausreichende) Portion. WLAN. 6.30–22 Uhr.
Acleda Bank, Geldautomaten für Visa, Western-Union-Service. Mo–Fr 7.30–16, Sa 7.30–12 Uhr.
Canadia Bank, der gebührenfreier Geldautomat akzeptiert MasterCard und Visa, Geldwechsel, MoneyGram-Service. Mo–Fr 8–15.30, Sa 8–11.30 Uhr.
Tourist Information, Mlou Prey St., Tel. 012-496 154. Mo–Fr 7.30–11.30 und 14–17 Uhr, besser vormittags versuchen.
Die Busgesellschaften GST, Rith Mony, Phnom Penh Sorya, Phal Bophan und Chum Sovann haben ein Verkaufsbüro in Tbeng Meanchey. Busse fahren von den Ticketverkaufsstellen ab.
KOMPONG THOM, mit den Bussen Richtung Phnom Penh, US$4 in 3 Std.;
PHNOM PENH, alle Gesellschaften fahren zwischen 6.30 und 8 Uhr für US$5 in 7 Std.;
SRA EM, mit GST um 15.30 Uhr für US$5 in 2 Std.
KOH KER, Richtung Siem Reap nach Srayong für US$10 in 3 Std.;
KOMPONG THOM, für US$6 in 3 Std.;
SIEM REAP, unregelmäßig für US$10 in 5 Std.;
SRA EM (für Prasat Preah Vihear), für US$7 in 2 Std.
Ganzes Taxi nach Kompong Thom für US$45, nach Siem Reap für US$50 und Prasat Preah Vihear für US$50 (hin und zurück US$80).
30 km nördlich von Tbeng Meanchey liegt das kleine Dorf Tmatboey. Hier, im Nordwesten der Preah-Vihear-Provinz mit seinen Savannen aus Sümpfen und Grasland, befindet sich einer der letzten Orte dieser Erde, an denen der Weißschulteribis (Pseudibis davisoni) nistet und Kambodschas Nationalvogel, der Riesenibis (Pseudibis gigantea), beheimatet ist. Ornithologen und Vogelfreunde können hier zudem den ebenfalls auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten stehenden Großen Adjudanten sowie Saruskraniche sichten. Die Wildlife Conservation Society (WCS), www.wcs.org, gründete im Dorf Tmatboey mitten im Kulen-Promtep-Naturschutzgebiet ein kommunales Ökoprojekt. Die Initiative bietet den Dorfbewohnern Bildung und Arbeit, im Gegenzug verpflichten sie sich dem Schutz der Ibisse.
Von Siem Reap erreicht man Tmatboey in 4 Std., von Tbeng Meanchey in 1 Std. mit dem Auto. Ausflüge inkl. Übernachtung organisiert das Sam Veasna Center, www.samveasna.org, in Siem Reap (US$485 p. P. inkl. 2 Übernachtungen bei 4 Pers.). Mehrtagestouren sind auch über www.SeeCambodiaDifferently.com buchbar.
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Legende:
Seit 2008 gehört der Tempel Preah Vihear zum Unesco-Weltkulturerbe und ist damit als Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft anerkannt. Die herrliche Lage auf einem 650 m hohen Gipfel im zerklüfteten Dangkrek-Gebirge macht ihn zu einem ganz besonders beeindruckenden angkorianischen Tempel. Der Ausblick hinter dem Zentralheiligtum ist atemberaubend: Jenseits der ebenen Fläche fällt der Bergrücken fast senkrecht in die Tiefe, und bei guter Sicht schweift das Auge kilometerweit über Reisfelder und Palmyrapalmen – in der Ferne ist sogar Phnom Kulen auszumachen. Besonders beeindruckend sind die Ausblicke zum Sonnenauf- oder -untergang. Die Anlage ist seit Jahrzehnten Gegenstand eines teilweise blutigen Grenzkonflikts mit Thailand (Kasten siehe >>). Vor einem Besuch sollte man sich unbedingt über die aktuelle Situation informieren.
Preah Vihear unterscheidet sich maßgeblich von allen anderen angkorianischen Bauwerken in Kambodscha. Nicht nur die Tempelachse weist einen ungewöhnlichen Verlauf auf: von Nord nach Süd; die vollständig aus Sandstein errichtete Anlage ist zudem nicht konzentrisch angelegt (also von außen nach innen mit entsprechenden Umfassungsmauern), sondern es liegen vier Ebenen hintereinander, die durch Prachtstraßen miteinander verbunden sind. Der Tempel ist Shiva geweiht und trägt daher auch den Namen Shikhareshavara (Ort der Gottheit Shiva). Der Berg selbst symbolisiert dabei den heiligen Berg Mehru.
Mit dem Tempelbau begonnen wurde vermutlich im Jahr 900 unter der Herrschaft von Yashovarman I. (reg. 889–ca. 915). Die nachfolgenden Könige erweiterten den Tempelkomplex, große Teile werden Suryavarman I. zugeschrieben. Unter Suryavarman II., dem Erbauer von Angkor Wat, wurde der Bau im Jahr 1150 vollendet.
Prasat Preah Vihear auf einem Gipfel des Dangkrek-Gebirges
Vom Parkplatz auf dem Gipfel gelangt man zunächst zu einem Hof, der mit siebenköpfigen Naga-Statuen geschmückt ist. Die graue Sandsteintreppe aus 178 Stufen ist der ursprüngliche Nordaufgang und bildet heute den Zugang von Thailand aus. Dahinter befindet sich der fünfte Gopuram. Der stark verfallene Pavillon ist auf der alten 2000-Riel-Banknote abgebildet. Theoretisch ist der Tempel auch über die Osttreppe begehbar. Der zweieinhalbstündige Aufstieg über 2242 Stufen ist allerdings nur extrem sportlichen Besuchern zu empfehlen. Zum Zeitpunkt der Recherche war die Treppe aufgrund von Soldatenstellungen geschlossen.
Die nachfolgende 275 m lange breite erste Prachtstraße war wohl einst mit Laternen beleuchtet – in damaliger Zeit muss es ein beeindruckendes Bild gewesen sein. Linker Hand liegt das königliche Bad Srah Srang.
In den kreisrunden Bodenlöchern vor den Stufen zum vierten Gopuram wurden einst Opfergaben aufgestellt. Auf dem Giebel des vierten Gopuram ist auf der Südseite eine Episode aus der Geschichte vom „Kirnen des Milchozeans“ (Kasten siehe >>) dargestellt: Der Gott Vishnu erscheint als Schildkröte, die den Berg Mehru auf dem Rücken trägt. Die um den Berg geschlungene Schlange Vasuki fungiert als Seil, an dem Götter und Dämonen ziehen, um das Unsterblichkeitselixier zu gewinnen. Der Türsturz linker Hand zeigt Vishnu, wie er eine Schlange tötet.
Dann folgt die 100 m lange zweite Prachtstraße, an deren Ende der kreuzförmige dritte Gopuram steht. Den Giebel ziert eine Szene aus dem Mahabarata: Krishna hält einen Berg über die Menschen als Schutz vor den Sintfluten des Regengottes Indra. Der rückwärtige Giebel ist feiner ausgearbeitet: Shiva reitet auf der Kuh Nandi. Die beiden Steinhäuser rechts und links dienten als Pilgerunterkünfte.
Am Ende der kürzeren dritten Prachtstraße steht der zweite Gopuram, an dessen Türpfosten Inschriften zu erkennen sind. Dann folgt das stark verfallene Zentralheiligtum auf dem Gipfel, das noch zwei „Bibliotheken“ aufweist, eingefasst von einer Galerie aus Sandstein. Durch den Säulengang gelangt man zum Aussichtspunkt.
7–16.30 Uhr.
Tauziehen um Prasat Preah Vihear
Der kambodschanisch-thailändische Konflikt um Preah Vihear schwelt schon seit Anfang des 20. Jhs. Von 1863 an stand Kambodscha unter französischem Protektorat. 1904 unterzeichneten Frankreich und Thailand einen Vertrag, in dem Frankreich das Land südlich der Dangkrek-Berge erhielt, Grenzverlauf sollte die Wasserscheide des Dangkrek-Gebirges sein. Durch diesen Grenzverlauf bedingt, lag der Tempel nun auf thailändischer Seite. In einem 1907 unterschriebenen Vertrag zwischen Thailand und Frankreich, in dem Thailand weitere Gebiete an Frankreich abtrat, wurde der Grenzverlauf auf einer Karte an einem Bachlauf festgemacht, nun lag der Tempel wieder auf kambodschanischer Seite. Thailand übte jedoch weiterhin die Amtsgewalt über Preah Vihear aus. 1934 wurde von thailändischen Ingenieuren der Grenzverlauf neu vermessen, und wie es der Zufall wollte, lag der Tempel nun wieder auf thailändischer Seite. Im 1942 unterschriebenen Tokio-Vertrag (in dem sich Thailand mit Japan verbündete), erhielt Thailand alles Land zurück, das unter der Herrschaft von Rama V. an Frankreich abgetreten worden war. Damit lag Preah Vihear nun festgeschrieben auf thailändischem Gebiet. Zwischen 1949 und 1958 bekräftigte erst Frankreich mit Zustimmung Kambodschas seinen Anspruch auf den Tempel und auf das Gebiet rund um Preah Vihear. Nach der Unabhängigkeit Kambodschas trat die Regierung für die Rechtsansprüche des Landes ein. Als Reaktion besetzte 1959 die thailändische Armee das Gebiet. König Sihanouk als damaliger Premierminister brachte den Fall vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag. Nach einem Urteil des IGH von 1962 gehörte der Tempel Preah Vihear zu Kambodscha, gemäß der Landkarte von 1907. Unklar blieb jedoch die Hoheit über ein 4,6 km2 großes Gebiet um den Tempel. In den 1970er-Jahren war die Gegend unter der Kontrolle der Roten Khmer, der Zugang war nur von thailändischer Seite aus möglich. Erst im August 1998 öffnete die kambodschanische Regierung den Tempel für den Tourismus.
Prasat Preah Vihear wird Weltkulturerbe
Der Konflikt entbrannte 2008 erneut, als im Vorfeld der Ernennung zum Weltkulturerbe durch die Unesco Karten des Gebietes um den Tempel neu erstellt wurden. Die von Phnom Penh angefertigte Karte musste vom thailändischen Parlament bestätigt werden. In Thailand wurden Proteste laut, ein Stück thailändisches Land läge nun auf kambodschanischer Seite. Die kambodschanische Regierung sperrte daraufhin den Tempel ab. Der thailändische Außenminister trat zurück, und ab Oktober 2008 kam es zu Schusswechseln an der Grenze. Die Situation spitzte sich weiter zu, mit der Folge, dass die militärische Invasion Thailands nicht nur das Leben von Soldaten und Zivilisten forderte, sondern auch die Tempelanlage von Granaten beschädigt wurde. 2009 brannte während eines Feuergefechts ein Dorf am Fuße des Tempels nieder. Angeblich wohnten die Dörfler auf thailändischem Gebiet. 2011 kam es erneut zu Schusswechseln und dem Einsatz von Raketen und Streubomben auf beiden Seiten. Im Juli 2011 ordnete der Internationale Gerichtshof den Abzug aller Truppen und die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone an. Im Juli 2012 zogen beide Länder ihre Truppen ab.
Das Ende des Grenzkonflikts?
Nach beinahe weiteren 2 1/2 Jahren entschied der IGH am 11. November 2013 einstimmig, dass das 4,6 km2 große Gebiet rund um den Tempelberg zu Kambodscha und nicht zum thailändischen Staatsgebiet gehört. Fraglich bleibt, ob das Urteil einen Schlussstrich unter die Auseinandersetzung ziehen wird. Reisende sollten sich daher vor einem Besuch unbedingt über die Sicherheitslage informieren.
Vorsicht Landminen! Die Region wurde von den Roten Khmer vermint, die Räumungsarbeiten waren jedoch kurz vor dem neuen Aufkeimen des Grenzkonfliktes abgeschlossen. Während der jüngsten Grenzstreitigkeiten kamen jedoch wieder Soldaten durch Minen ums Leben. Es spricht einiges dafür, dass von beiden Seiten neue Minen gelegt worden waren. Deshalb sollte man unbedingt auf den gekennzeichneten Wegen bleiben. Das Tempelgelände selbst ist minenfrei.
Anfahrt: Von Anlong Veng gelangt man mit dem Sammeltaxi für US$6 in 1 1/2 Std. bis Sra Em. Von Tbeng Meachey mit dem Sammeltaxi für US$7 in 1 1/2 Std. oder mit dem GST Bus um 15.30 Uhr für US$5 in 2 Std., beide bis Sra Em. Von Sra Em sind es 25 km bis zum Ticketschalter, mit dem Motorradtaxi ab Kreisverkehr Sra Em für US$15 (hin und zurück). Als Tagesausflug von Siem Reap in 4 Std. mit einem gemieteten Auto um US$100.
Der Ticketschalter befindet sich am Fuße des Berges. Wer nicht mit einem Allradfahrzeug anreist, bezahlt hier die Auffahrt zum Tempel: US$25 für einen Pick-up (6 Pers.) oder US$5 für ein Motorradtaxi (Hin- und Rückfahrt). Für normale Fahrzeuge ist der Weg zu steil. 7–16.30 Uhr. Wer zum Sonnenaufgang da sein will, sollte sich vorher anmelden, Tel. 088-6858 7777. Hier werden englischsprachige Tourguides für US$15 vermittelt (zum Zeitpunkt der Recherche gab es nur einen), ein Ausweisdokument ist vorzuzeigen.
Die steile, gut ausgebaute Serpentinenstraße führt den Berg hinauf bis zu einem Parkplatz mit Garküchen und Erfrischungsständen. Von hier sind es noch 5 Min. zu Fuß zum fünften Gopuram.
Der nächste Ort, 25 km südlich des Tempels Prasat Preah Vihear, ist Sra Em. Die kleine Stadt besteht hauptsächlich aus einem Kreis-verkehr und dem angrenzenden Markt.
Preah Vihear Boutique Hotel, 500 m vom Kreisverkehr Richtung Prasat Preah Vihear, Tel. 088-346 0501, [9480]. Boutiquehotel, das den Namen verdient: elegante AC-Zimmer mit Balkon oder Terrasse rund um einen schönen Pool. Dunkle Holzmöbel, dezente Beleuchtung, Flatscreen, Minibar, Granitbad mit abgetrennter großer Glasdusche. Überdachtes Restaurant auf der 1. Etage. Loungebereich. Inkl. Frühstück. WLAN.
Sok San Guesthouse, 1 km vom Kreisverkehr Richtung Anlong Veng, Tel. 097-715 3839. Ordentliche, aber spärlich möblierte Zimmer, wahlweise mit Ventilator oder AC. Restaurant. WLAN. –
Einfache Essensstände am Markt im Kreisverkehr. Im Sok San Guesthouse und Preah Vihear Boutique Hotel gibt es ein gutes Restaurant.
Die Busgesellschaften Liang U.S. Express, Rith Mony und GST haben einen Ticketschalter am Kreisverkehr in Sra Em.
PHNOM PENH, zwischen 7 und 8 Uhr für US$10 in 10 Std. (über Kompong Thom für den gleichen Preis).
Sammeltaxis und Motorradtaxifahrer warten am Kreisverkehr.
ANLONG VENG, für US$7 in 1 1/2 Std.;
SIEM REAP, für US$15 in 4 Std.;
TBENG MEANCHEY, für US$7 in 1 1/2 Std.
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In der abgelegenen Provinz Oddar Meanchey im Nordwesten des Landes befinden sich zwei wenig genutzte internationale Grenzübergänge nach Thailand. Ausländische Besucher zieht es allenfalls nach Anlong Veng. Hier lebten der Führungskader der Roten Khmer und ihre Soldaten samt Familien noch Jahrzehnte nach dem Machtverlust zusammen. Pol Pots Grabstätte ist heute eine seltsame Touristenattraktion mit mäßigem Wert für westliche Besucher. Provinzhauptstadt ist Samraong, die Stadt wird von den Einheimischen auch nach der Provinz Oddar Meanchey genannt.
Die staubige Grenzstadt, 124 km nördlich von Siem Reap, bräuchte kaum Erwähnung zu finden, wenn hier nicht Pol Pot sein letztes Versteck und auch seinen Tod gefunden hätte. In Anlong Veng [9438] verschanzten sich Spitzenkader der Roten Khmer und ihre Soldaten, um gegen die Regierungstruppen zu kämpfen. Pol Pot, Nuon Chea, Khieu Samphan und Ta Mok – sie alle fanden hier Unterschlupf. Pol Pot wurde Mitte 1997 von seinen einstigen Gefolgsleuten zu Hausarrest verurteilt und starb am 15. April 1998 in Anlong Veng, kurz vor der geplanten Ergreifung durch die Regierungstruppen. Ob er an einer Herzattacke starb oder – wie einige behaupteten – ermordet wurde, konnte nie geklärt werden. Hastig wurde sein Leichnam eingeäschert. Bis Ende 1998 leistete Ta Mok (auch als der Einbeinige, der Schlächter oder Bruder Nr. 5 bekannt) mit den letzten Soldaten der Khmer Rouge Widerstand. 1999 konnte auch Ta Mok festgenommen werden, er starb am 21. Juli 2006 in einem Gefängnis in Phnom Penh, bevor das internationale Tribunal (Kasten siehe >>) ihm den Prozess machen konnte. Einige der Bewohner von Anlong Veng verehren die Führer der Roten Khmer bis heute, waren sie doch früher selbst aktive Rote Khmer oder sind deren Nachfahren. Das Ansehen Ta Moks wird besonders hochgehalten, da er z. B. die öffentliche Schule bauen ließ. Heute stehen die meisten Einwohner der Regierungspartei CPP nahe, unter Hun Sen (selbst ein ehemaliger Roter Khmer) wurden viele Khmer-Rouge-Soldaten in dessen Dienst übernommen.
Das Zentrum liegt rund um einen Kreisverkehr, dessen Mitte ein Denkmal mit einer Friedenstaube ziert, das von Hun Sen in Auftrag gegeben wurde. Die Straße nach Norden führt Richtung Grenze, nach Süden geht es nach Siem Reap und im Osten nach Sra Em und Prasat Preah Vihear. Bisher sind in dem unspektakulären Anlong Veng nur ehemalige Rote-Khmer-Quartiere und -Grabstätten zu besichtigen.
Das Haus von Ta Mok wird von den Dorfbewohnern oft besucht. Es liegt an einem künstlichen See, den Ta Mok persönlich anlegen ließ. In dem zweistöckigen Holzhaus ist bis auf einige kitschige Bilder vom Prasat-Preah-Vihear-Tempel, Angkor Wat und einem Wasserfall nichts mehr zu sehen, alles wurde geplündert. Ein Altar zu seinen Ehren steht am Hauseingang. Einheimische opfern hier Räucherstäbchen und Geld. Im Garten sind ein alter Radio-Funkwagen und zwei Gefangenen-Käfige ausgestellt. Von der Terrasse hat man einen spektakulären Blick auf den See, aus dem abgestorbene Baumstümpfe ragen. In der Mitte des Sees entdeckt man ein kleines Ziegelsteingebäude, es ist das Plumpsklo des ehemaligen Hauses von Pol Pot. Eintritt US$2.
Eine Reise zu den Wohn- und Grabstätten der Khmer Rouge
Das Grab von Ta Mok befindet sich 7 km hinter seinem Haus im Dorf Tumnup Leu, von der Straße Richtung Grenze geht es rechts ab. Nach 400 m steht neben einer Pagode das eindrucksvolle, von seinem Enkel 2009 erbaute Beton-Mausoleum.
Folgt man der gut ausgebauten Straße Richtung Grenze, passiert man einen Felsbrocken in der Straßenmitte. Die Roten Khmer haben dort Statuen in den Fels gehauen. Eine Frau mit einem Bündel Bambus auf dem Kopf und zwei uniformierte Soldaten sind zu erkennen, Letzteren haben Regierungstruppen die Köpfe abgeschlagen. Der Platz dient ebenfalls als Stätte des Gebets.
In Grenznähe liegt die Einäscherungsstätte Pol Pots. Seine Leiche wurde zusammen mit Autoreifen, alten Möbeln und Müll verbrannt. Ein Schild weist zu dem überdachten Erdhügel, dessen Umzäunung aus alten Flaschen besteht.
Folgt man der sandigen Piste für 7 km, erreicht man die letzte Zufluchtsstätte Ta Moks. Von seinem Haus stehen nur noch drei Grundmauern, sie sind mit Graffiti übersät. Spektakulär ist der Blick von der Klippe (auch Ta Moks Klippe genannt). Das dort ansässige Khnong Phnom Dankrek Guesthouse bietet einfache Zimmer und ein Restaurant. Enthusiasten nehmen weitere 8 km über eine schlechte Straße durch dünn besiedelte Wald-, Gras- und landwirtschaftlich genutzte Flächen auf sich, um zur letzten Zufluchtsstätte von Pol Pot im Dschungel zu gelangen. Das bunkerartige, unterkellerte Steinhaus ist jedoch komplett geplündert. Wenige Meter davor weist ein Schild auf die nicht mehr vorhandenen Überreste von Khieu Samphans Haus hin. Laut einem Schild ist die Gegend von Minen geräumt, dennoch sollte man besser auf den ausgetretenen Pfaden bleiben und nicht zu tief in den Dschungel wandern.
Ein geplantes Museumsprojekt ist einstweilig gestoppt. Der ehemalige stellvertretende Distriktgouverneur Nhem En war früher Hauptfotograf im Tuol-Sleng-Foltergefängnis (alle Inhaftierten wurden bei Einlieferung fotografiert, ein Katalog des Schreckens) und besitzt noch 1200 Fotos von „Delinquenten“ und Privatfotos der gesamten Führungsspitze der Roten Khmer. Sein Ziel ist es, ein „Khmer-Rouge-Versöhnungszentrum“ nahe Anlong Veng zu bauen. Aus seinem Privatbestand will er Gewehre, Kampfanzüge, Kameras und Fotos beisteuern, bisher fehlen jedoch Sponsoren für dieses Projekt.
Anfahrt: Eine Rundfahrt mit dem Motorradtaxi zu Ta Moks Haus, zur Grenze sowie zu Pol Pots Grab und Haus ist für US$15 möglich, etwa 3 Std. müssen veranschlagt werden. Kaum einer der Motorradtaxifahrer spricht Englisch.
Freiwilligenarbeit im Elefantencamp
Das Cambodia Elephant Sanctuary, ca. 20 km südlich von Anlong Veng an der Straße 67, www.elephantnaturepark.org/enp/en/22-elephant-sanctuary-cambodia-weekly-volunteer, ist ein Tipp für alle, die eine sinnvolle Freiwilligenarbeit suchen. Es ist ein Ableger des Elephant Nature Parks, der in den 1990er-Jahren im thailändischen Chiang Mai gegründet wurde. Das Projekt in Kambodscha ist erst im Aufbau begriffen, zu tun gibt es viel. Schwerpunkt ist neben der täglichen Tierpflege die Wiederaufforstung des Waldes, um bedrohten Tieren wie dem Asiatischen Elefanten eine Heimat zu geben. Derzeit leben zwei Elefanten und Affen unterschiedlicher Arten auf dem Gelände. Geplant ist der Bau einer Schule, in der Kinder auch Unterricht in Sachen Naturschutz erhalten sollen. Freiwilligenarbeit von einer bis zu acht Wochen Dauer ist möglich. Kosten: US$400/Woche. Darin enthalten sind die Übernachtung in einfachen Bambushütten mit Gemeinschaftsbad, täglich drei Mahlzeiten und der Hin- und Rücktransport von/nach Siem Reap oder der thailändischen Grenze bei O’Smach.
In diesen Hotels wird ein wenig Englisch gesprochen. Alle haben kostenloses WLAN.
Monorom Guesthouse, 300 m nördlich des Kreisverkehrs, Tel. 065-690 0468. Ordentliche, saubere Ventilator- oder AC-Zimmer im zurückversetzten Haus. Schöne helle Bäder mit Warmwasser. Restaurant an der Straße. –
New Lucky Star Guesthouse, vom Kreisverkehr 150 m Richtung Sra Em, Tel. 011-998 384, [9440]. Die zentrale Lage ist ein großer Vorteil dieses Hauses; an der Straße gibt es ein Restaurant und einen Supermarkt. Die Zimmer sind nichts Besonderes, doch ihre Größe ist ein weiteres Plus. Möbliert mit Schrank, Schreibtisch und TV. Wahlweise gibt es Ventilator und kaltes oder warmes Wasser oder AC-Zimmer mit Warmwasser. Hilfsbereite Besitzerin. –
Günstige Essensstände am Markt und Richtung Kreisverkehr. Abends öffnen zahlreiche einfache Restaurants am Kreisverkehr Richtung Siem Reap. Da selten Englisch gesprochen wird, behilft sich der Hungrige mit einem Blick in den Topf und einem Fingerzeig.
Im hübschen Restaurant des New Lucky Star Guesthouse auf der 1. Etage werden gute Khmer-Gerichte serviert. 6–21 Uhr.
Sieng Hai Restaurant, 100 m vom Kreisverkehr in nördlicher Richtung. Es gibt eine englische Speisekarte, und das Personal spricht auch ein wenig Englisch. Schmackhafte Khmer- und Thai-Gerichte, nicht ganz günstig. 7–21 Uhr.
Die Nachfahren der Roten Khmer
Die Bewohner Anlong Vengs begegnen Besuchern freundlich und zurückhaltend. Doch all diese Menschen sind Nachfahren der Roten Khmer. Eine Aufarbeitung der Geschehnisse hat nie stattgefunden, und so sind auch die Enkel wohl zerrissen zwischen Achtung vor den eigenen Verwandten und der Ahnung, dass diese Unrecht begangen haben.
Es mutet schon seltsam an, mitten im Wald in einer Ruine zu stehen, in der Massenmörder wie Pol Pot und Ta Mok gelebt haben – gewöhnungsbedürftig gestaltet sich auch die Fahrt auf dem Rücksitz eines Mopedtaxis zu den letzten Zufluchtsstätten: Fast alle Männer, die einem auf den schmalen Sandpfaden entgegenkommen, sind in militärischen Tarnfarben gekleidet. Manch einer hat ein Gewehr geschultert, oder man wird Zeuge einer Schießübung. Der Ausflug ist etwas verstörend und nur wirklich Geschichtsinteressierten zu empfehlen.
Acleda Bank, neben dem New Lucky Star Guesthouse. Die einzige Bank hat einen Geldautomaten für Visa- und MasterCard und bietet Western-Union-Service. Mo–Fr 7.30–16, Sa 7.30–12 Uhr.
Die Busgesellschaften Rith Mony und Liang U.S. Express binden Anlong Veng an Siem Reap, Phnom Penh, Battambang und Sisophon an. Der Ticketschalter von Rith Mony befindet sich neben dem Sieng Hai Restaurant, der von Liang U.S. auf der anderen Straßenseite. Von dort starten auch die Busse.
BATTAMBANG, mit Liang U.S. Express um 8 Uhr für US$10 in 8 Std.;
PHNOM PENH, mit Liang U.S. Express um 8 Uhr für US$10 in 10 Std.; mit Rith Mony um 7 Uhr für US$10 in 10 Std.;
SIEM REAP, mit Rith Mony um 7 Uhr für US$5 in 2 1/2 Std.;
SISOPHON, mit Rith Mony um 7 Uhr für US$10 in 6 Std.
Fahrer warten am Kreisverkehr.
SIEM REAP, für US$5 in 2 Std.;
SRA EM, für US$6 in 1 1/2 Std.;
TBENG MEANCHEY, für US$12 in 2 1/2 Std.
Zwei abgeschiedene Grenzübergänge nach Thailand liegen innerhalb der Provinz Oddar Meanchey.
Der Grenzübergang (siehe >>) liegt 20 km von Anlong Veng entfernt. Nicht zu übersehen ist der luxuriöse, riesige Kasino- und Hotelneubau 200 m vor dem Grenzübergang. Anreise von oder bis zur Grenze Cho-Aam (7–20 Uhr) mit dem Motorradtaxi für US$5. Verbindungen für US$5 ab/bis Anlong Veng s. oben.
Weiterreise in Thailand: Der Grenzort ist auf thailändischer Seite extrem abgelegen. Motorradtaxis warten auf Kundschaft Richtung Prasat.
Der kleine kambodschanische Grenzort O’Smach (siehe >>) liegt 70 km von Anlong Veng, 40 km von der Provinzhauptstadt Samraong und etwa 200 km von Sisophon oder Siem Reap entfernt. Die Straßen sind gut ausgebaut. Im Ort gibt es einige Guesthouses und einfache Restaurants entlang der N68.
Hinter der Grenze fährt man mit dem Minibus bis Surin, von dort unter anderem Verbindungen nach Bangkok stdl. für 380–520 Baht in 7 Std., Chiang Mai 5x tgl. in 15–18 Std. für bis zu 1000 Baht, Ubon mehrmals tgl. in 3 Std. für 120–210 Baht.