Besucher aus Europa reisen in der Regel mit dem Flugzeug an. Da es von Europa aus jedoch keine Direktflüge nach Kambodscha gibt, ist ein Zwischenstopp unvermeidlich. Von den Nachbarländern Thailand, Vietnam und Laos gibt es regelmäßige Flugverbindungen, alternativ kann man auch auf dem Landweg nach Kambodscha einreisen. Per Bus, Taxi, zu Fuß, mit der Bahn (von Thailand bis zur Grenze) oder auf dem Wasserweg (von Vietnam): Zahlreiche Grenzübergänge sind bereits für Touristen geöffnet.
Kambodscha besitzt zwei internationale Flughäfen: den Phnom Penh International Airport und den Siem Reap International Airport. Der Flughafen von Sihanoukville nennt sich zwar ebenfalls „International“, wird jedoch noch nicht aus dem Ausland angeflogen. Wichtige Drehscheiben bei der Anreise sind nach wie vor Bangkok (Thailand) und Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam), darüber hinaus gibt es eine Vielzahl innerasiatischer Flugverbindungen.
Folgende Airlines fliegen Kambodscha an:
Air Asia, www.airasia.com. Die Budget-Fluglinie verbindet Kuala Lumpur 2x tgl. mit Phnom Penh und 1x tgl. mit Siem Reap, in etwas über 1 Std.
Bangkok Airways, www.bangkokair.com. 4x tgl. von Bangkok nach Phnom Penh, 5x tgl. nach Siem Reap, beide Flüge etwa 1 Std.
Cambodia Angkor Air, www.cambodiaangkorair.com. Die kambodschanische Airline fliegt tgl. von Bangkok, Ha Noi und Ho-Chi-Minh-Stadt nach Phnom Penh und Siem Reap.
Jetstar, www.jetstar.com. Budget-Linie, fliegt tgl. von Singapore nach Phnom Penh und mehrmals wöchentl. nach Siem Reap, 2 Std.
Lao Airlines, www.laoairlines.com. Sie verbindet Luang Prabang und Pakxe mit Siem Reap in etwa 1 Std.
Myanmar Airways International, www.maiair.com. Mehrere Flüge von Yangon nach Phnom Penh.
Asiana Airlines, eu.flyasiana.com. Tgl. von Frankfurt nach Seoul, Anschlüsse nach Phnom Penh und Siem Reap.
Cathay Pacific Airways, www.cathaypacific.com. Tgl. ab Frankfurt und Zürich nach Hong Kong, weiter mit Dragon Air, www.dragonair.com, nach Phnom Penh.
China Eastern Airlines, de.ceair.com. Tgl. von Frankfurt über Shanghai nach Phnom Penh.
Condor, www.condor.com. Fliegt zwischen November und Ende März 2x wöchentl. von Düsseldorf und Frankfurt über Bangkok (Phuket) nach Phnom Penh.
Eva Air, www.evaair.com. In Kooperation mit Bangkok Airways, fliegt mehrmals wöchentl. von Wien über Bangkok nach Phnom Penh.
Korean Air, www.koreanair.com. Tgl. von Frankfurt über Seoul nach Phnom Penh und Siem Reap.
Lufthansa, www.lufthansa.com. In Kooperation mit Thai Airways, tgl. von Frankfurt via Bangkok nach Phnom Penh.
Malaysia Airlines, www.malaysiaairlines.com. 5x wöchentl. von Frankfurt über Kuala Lumpur nach Phnom Penh und 1x in der Woche über Kuala Lumpur nach Siem Reap.
Singapore Airlines, www.singaporeair.com. Von Frankfurt und Zürich nach Singapore und weiter mit Silk Air, www.silkair.com, nach Phnom Penh und Siem Reap.
Thai Airways, www.thaiairways.com. Tgl. von Frankfurt, München und Zürich via Bangkok nach Phnom Penh.
Vietnam Airlines, www.vietnamairlines.com. Von Frankfurt via Ha Noi oder Ho-Chi-Minh-Stadt nach Phnom Penh oder Siem Reap.
Weniger fliegen – länger bleiben! Reisen und Klimawandel
Der Klimawandel ist vielleicht das dringlichste Thema, mit dem wir uns in Zukunft befassen müssen. Wer reist, erzeugt auch CO2: Der Flugverkehr trägt mit einem Anteil von bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Wir sehen das Reisen dennoch als Bereicherung: Es verbindet Menschen und Kulturen und kann einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes leisten. Reisen bringt aber auch eine Verantwortung mit sich. Dazu gehört darüber nachzudenken, wie oft wir fliegen und was wir tun können, um die Umweltschäden auszugleichen, die wir mit unseren Reisen verursachen. Wir können insgesamt weniger reisen – oder weniger fliegen, länger bleiben und Nachtflüge meiden (da sie mehr Schaden verursachen). Und wir können einen Beitrag an ein Ausgleichsprogramm wie www.atmosfair.de leisten.
Dabei ermittelt ein Emissionsrechner, wie viel CO2 der Flug produziert und was es kostet, eine vergleichbare Menge Klimagase einzusparen. Mit dem Betrag werden Projekte in Entwicklungsländern unterstützt, die den Ausstoß von Klimagasen verringern helfen.
Die Flugdauer aus dem deutschsprachigen Raum nach Kambodscha kann 14 Std. und mehr betragen, je nach Umsteigeort und Aufenthaltsdauer.
In der Nebensaison (Ende April–Juni, Sep–Okt) bekommt man Flugtickets schon ab 600 €, während man in der Hauptreisezeit, insbesondere ab Mitte Dezember, mit Flugpreisen ab 900 € rechnen muss. Je früher gebucht, desto günstiger ist häufig das Ticket. Gabelflüge, z. B. Einreise in Phnom Penh und Abflug von Siem Reap, sparen wenig Zeit, sind aber oft teurer.
Flugtickets können über ein Reisebüro bzw. einen Reiseveranstalter gebucht werden, online über ein Vergleichsportal oder direkt bei der Fluggesellschaft. Flüge, die man über das Internet bucht, sind meist preiswerter. Es reicht, die Flugbestätigung als E-Ticket auszudrucken. Wer über ein Reisebüro gebucht hat, erhält die Unterlagen eine Woche vor Reiseantritt zugesandt.
Südostasien-Reisende, die sich kurzfristig unterwegs überlegen, nach Kambodscha zu fliegen, können in zahlreichen Reisebüros, z. B. in Bangkok, Vientiane, Ha Noi oder Ho-Chi-Minh-Stadt, buchen. Das Ticket wird i.d.R. direkt vom Reisebüro ausgestellt. Mittels Kreditkarte bzw. mit paypal oder anderen Zahlungsmöglichkeiten im Netz können Online-Flugtickets von überall unterwegs gekauft werden. Die Flugbestätigung wird per E-Mail verschickt. Einige Airlines wollen einen Ausdruck sehen, bei den meisten Check-ins ist dies jedoch nicht nötig.
Vergleichsportale/Flugsuchmaschinen:
Thailand, Vietnam und Laos: Wer aus den Nachbarländern auf dem Landweg nach Kambodscha einreisen möchte, kann dies an zahlreichen Grenzübergängen, die für Ausländer geöffnet sind, tun: sechs aus Thailand, acht aus Vietnam und ein Grenzübergang aus Laos. An allen Grenzübergängen ist ein kambodschanisches Visum erhältlich. Wer ohne Passfoto einreist, zahlt zusätzlich US$1–2.
Nicht immer bleibt es bei den im Folgenden genannten Preisen, denn der ein oder andere Zöllner hält schon einmal die Hand auf, bevor er sein Stempelchen setzt. Da es nicht an allen Übergängen Geldautomaten gibt bzw. diese nicht immer funktionstüchtig sind, sollten Einreisewillige etwa US$40 in bar und in möglichst kleinen Scheinen dabeihaben. Zudem werden an einzelnen Übergängen „Gesundheits-Checks“ durchgeführt. Wer seinen Impfausweis vorzeigen kann, spart US$1 fürs Fiebermessen.
Fast alle Grenzübergänge sind von 6–22 Uhr geöffnet. Visa on Arrival gibt es an der Grenze (Touristenvisum zur einmaligen Einreise US$30, ein Monat Gültigkeit). Oft werden zusätzliche „Bearbeitungsgebühren“ erhoben (siehe >>, Poipet, und siehe >>, Koh Kong). E-Visa (siehe >>) werden nur in Poipet, Koh Kong und Bavet akzeptiert.
Der vielfach genutzte Grenzübergang von Bangkok Richtung Siem Reap oder Phnom Penh ist per Eisenbahn oder Bus erreichbar.
Anreise mit Zug und Bus: 2x tgl., um 5.55 und 13.05 Uhr, fährt ein Zug von Bangkok Hauptbahnhof Hua Lamphong bis Aranyaprathet für 111/48 Baht (2./3. Klasse) in 4 1/2–5 1/2 Std. Mit dem Tuk-Tuk (6 km, 20 Min., 80 Baht) oder öffentlichen Bus (15 Baht) geht es zur Grenze, die zu Fuß überquert wird.
Anreise mit dem Bus: Busse starten vom Northern Busterminal (Mo Chit) in Bangkok um 5, 6 und 9.30 Uhr und fahren für 228 Baht in 4 Std. bis Aranyaprathet. Direkt hinter der Grenze in Poipet warten die kostenlosen Shuttle-Busse zum International Tourist Terminal, wo teure Bustickets zur Weiterreise nach Battambang, Siem Reap und Phnom Penh verkauft werden. Günstiger wird es, wenn man in den Büros der Busgesellschaften in Poipet (siehe >>) bucht. Wer ein durchgehendes Busticket von Bangkok bis Siem Reap, Battambang oder Phnom Penh in der Tasche hat, wechselt den Bus im International Tourist Terminal.
Besonders bequem ist die Anreise mit Direktbussen von Bangkok (ab Northern Busterminal) bis Phnom Penh oder Siem Reap mit Nattakan.
Der Grenzübergang bietet sich für diejenigen an, die von Thailands Ostküste kommen oder ihre Reise durch Kambodscha an der Küste und auf den Inseln beginnen wollen.
Anreise mit dem Bus: Von Bangkok geht es bis Trat mit den Bussen ab Eastern Bus Terminal (Ekkamai) 12x tgl. von 4–24 Uhr für 230–310 Baht in 5–6 Std. Vom Northern Bus Terminal (Mo Chit) um 7.30, 11 und 22 Uhr für 280 Baht in 4 Std. Mit den Minibussen ab Victory Monument oder Khaosan Road für 300 Baht in 4 Std. Minibusse fahren weiter vom Busbahnhof in Trat in zur Grenze Ban Hat Lek (95 km), etwa stdl. von 6–18 Uhr (wenn der Minibus voll ist) für 120 Baht in 60–90 Min. Über die Grenze geht es zu Fuß. Dann mit dem Tuk-Tuk/Motorradtaxi für US$7/3 ins 12 km entfernte Koh Kong.
Der ruhige Grenzübergang ist eine Alternative, wenn man von Thailands Ostküste Richtung Battambang unterwegs ist.
Anreise mit dem Bus: Von Bangkok fahren Busse ab Eastern Bus Terminal (Ekkamai) nach Chantaburi stdl. von 5–24 Uhr für 210 Baht in 4–5 Std. Ab Northern Bus Terminal (Mo Chit) um 6.30, 12, 14 und 17 Uhr für 220 Baht in 4 Std. Von Chantaburi geht es nach Ban Pak Kard (80 km) mit dem Minibus für 150 Baht in 60–90 Min. Hinter der Grenze, im kleinen Ort Psar Prum, bringen Motorradtaxis und Sammeltaxis für 100 Baht Reisende ins 22 km entfernte Pailin.
Warnung vor Billiganbietern!
Immer wieder gibt es Meldungen von Diebstählen aus den sogenannten Khaosan-Road-Bussen. Dabei wird nicht nur das Gepäck aus dem Laderaum durchsucht und um mehr oder weniger Wertvolles erleichtert, das Gleiche gilt auch für kleinere Gepäckstücke aus dem Fußraum. Zudem werden von Bangkok aus recht komfortable Busse eingesetzt, hinter der Grenze erfolgt der Weitertransport dann aber häufig mit klapprigen Minibussen. Der günstigste Fahrpreis ist also nicht unbedingt die beste Alternative, zumal die Fahrt oft erheblich länger dauert als zugesagt, überhöhte Beträge für ein Visum kassiert oder ein Mindestumtausch von Dollar in Riel gefordert werden.
Ein weiterer – aufgrund schlechter Verbindungen wenig genutzter – internationaler Grenzübergang ist der 40 km nördlich von Pailin gelegene Grenzort Kamrieng (Ban Laem in Thailand). Hinter der Grenze bieten Mopedtaxifahrer ihre Fahrdienste bis nach Pailin an.
Der Grenzübergang im Norden Kambodschas ist mit den Bussen von Bangkok ab Northern Busterminal (Mo Chit) nach Surin erreichbar, 12x tgl. von 7–23 Uhr für 280–350 Baht in 7 Std. Von dort mit Minibussen zum 70 km südlich liegenden Grenzort Chong Jom. Direkt hinter der Grenze, 6–22 Uhr, in O’Smach gibt es Verbindungen per Bus oder Sammeltaxi nach Phnom Penh, Siem Reap oder Sisophon (siehe >>). 100 m hinter dem Grenzübergang, auf kambodschanischer Seite, gibt es ein Ticketbüro von Rith Mony. Tgl. um 7.15 Uhr startet ein Bus Richtung Phnom Penh (für US$12 in 10 Std.), über Siem Reap (für US$6,25 in 4 Std.) und Kompong Thom (für US$11,25 in 6 Std.). Nebenan warten Sammeltaxi-Fahrer auf Kundschaft: Samroang für US$2,75 in 1 Std., Siem Reap für US$7,50 in 3 1/2 Std., Sisophon für US$7,50 in 3 1/2 Std.
Der abgeschiedene ruhige Grenzübergang, 7–20 Uhr, liegt etwa 90 km von Surin entfernt. Von Surin mit dem Minibus und Songthaew über Prasat bis nach Chong Sa Ngam. Hinter der Grenze in Cho-Aam warten Motorradtaxis, die für US$5 ins 20 km entfernte Anlong Veng fahren.
Die Grenzübergänge sind meist von 7–17 Uhr geöffnet. Visa gibt es an der Grenze (US$30 für ein Touristenvisum zur einmaligen Einreise mit einem Monat Gültigkeit), E-Visa werden nur in Bavet akzeptiert. (Für alle, die diese Grenzübergänge in die andere Richtung nutzen möchten, sei daran erinnert, dass für Vietnam ein Visa vorab besorgt werden muss, nach Vietnam gibt es keine Visa on Arrival).
Der stark frequentierte Grenzübergang, 6–22 Uhr, liegt 200 km südöstlich von Phnom Penh. Zahlreiche Direktbusse starten zwischen 8 und 12 Uhr in Ho-Chi-Minh-Stadt, US$12–18, Fahrzeit 6 Std.
Per Boot geht es bis Phnom Penh über den Bassac-Fluss. Mehrere Anbieter betreiben Schnellboote, ab Chau Doc um 8 Uhr für US$25–35 in 5 Std. Die ebenfalls verfügbaren Kombi-Touren mit Bus und Boot sind weniger komfortabel und dauern etwa 8 Std. Als 2- bzw. 3-Tages-Deltatour ab US$20 p. P.
Der Grenzübergang liegt 20 km südwestlich von Chau Doc. Hinter der Grenze verkehren Motorradtaxis (US$15) und Sammeltaxis (US$5) ins 40 km entfernte Takeo.
Ein Motorradtaxi von Ha Tien bis zum vietnamesischen Grenzort Xa Xia kostet etwa 50 000 Dong. Zu Fuß geht es über die Grenze, 6–18 Uhr. Dort warten Motorradtaxis, die für US$10 bis Kep (40 km) oder US$18 bis Kampot (65 km) fahren. Gelegentlich verkehren Taxis bis Kep/Kampot für US$25/35. Bequemer ist die Anreise mit einer durchgebuchten Tour. Diese werden u. a. von fast jedem Reisebüro auf Phu Quoc oder dem Hai Phuong Hotel in Ha Tien vermittelt.
Dieser Grenzübergang verbindet Plei Ku in Vietnam mit Banlung in der Rattanakiri-Provinz; ab Plei Ku um 8 Uhr in 5 Std. für 170 000 Dong.
Die Grenzübergänge in den Provinzen Kompong Cham, Xa Mat – Trapeang Phlong, in Prey Veng, Dinh Ba – Banteay Chakrei, oder der Grenzübergang südlich von Snuol in der Provinz Kratie, Loc Ninh – Trapeang Sre, werden nur selten von Reisenden genutzt.
Der einzige Grenzübergang von Laos, 180 km von Pakxe entfernt (auch Dong Krolor genannt), ist von 7–17 Uhr geöffnet, das kambodschanische Visum an der Grenze erhältlich. Die kambodschanische Busgesellschaft Phnom Penh Sorya, www.ppsoryatransport.com, fährt um 7.30 Uhr von Pakxe über Viertausend Inseln, Stung Treng und Kratie Richtung Phnom Penh (US$27 in 12 Std.). Busse der laotischen Gesellschaft Kriang Kai fahren ebenfalls um 7.30 Uhr ab Pakxe. Hier werden hinter der Grenze die Busse gewechselt. An diesem Grenzübergang gibt es keinen Geldautomaten. Laotische Zöllner verlangen US$5 für den Ausreisestempel.
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Deutsche Botschaft
76-78, St. 214 (Rue Yougoslavie), Phnom Penh
Tel. 023-216 193, im Notfall Tel. 010-990 002, Fax 217 016, www.phnom-penh.diplo.de
Mo–Fr 8.30–11.30 Uhr.
Österreich unterhält keine Botschaft in Kambodscha. Die Vertretung wird von der deutschen Botschaft übernommen, die nächste österreichische Botschaft befindet sich in Thailand:
Q. House Lumpini, Unit 1801, 18th Floor, Sathorn Tai Rd., Bangkok 10120
Tel. +66 2-105 6710, Fax 401 6161, www.bmeia.gv.at
Mo–Fr 9–12 Uhr.
Generalkonsulat
53 D St. 242, Phnom Penh
Tel. 023-219 045, Fax 213 375, swissconsulate@online.com
Mo–Fr 8–11 und 14–16 Uhr, außer Fr nachmittags.
Botschaft in Bangkok
35 North Wireless Rd., Bangkok 10330
Tel. +66 2-674 6900, Fax 2-674 6901, www.eda.admin.ch/bangkok
Mo–Fr 9–11.30 Uhr.
Laotische Botschaft
15-17 Mao Tsetung Blvd., Phnom Penh
Tel. 023-982 632, Fax 720 907, laoembpp@canintel.com
Mo–Fr 8.30–11.30 und 14–17 Uhr.
Thailändische Botschaft
196 Preah Norodom Blvd., Phnom Penh
Tel. 023-726 306, Fax 726 303, www.thaiembassy.org/phnompenh
Mo–Fr 8.30–11 Uhr.
Vietnamesische Botschaft
436 Monivong Blvd., Phnom Penh
Tel. 023-726 274, Fax 726 495, www.vietnamembassy-cambodia.org/en
Mo–Fr 8–11.30 und 14–16.30 Uhr.
Generalkonsulat
Street 3, Battambang
Tel. 053-952 894, Fax 888 866
310 Ekkreach St., Sihanoukville
Tel. 034-933 466, Fax 933 669
Königliche Botschaft von Kambodscha
Benjamin-Vogelsdorff-Str. 2, 13187 Berlin
Tel. 030-486 37 901, Fax 486 37 937, www.kambodscha-botschaft.de
Mo–Fr 9–12.30 und 13.30–17 Uhr.
In Österreich gibt es keine kambodschanische Vertretung, für Österreich zuständig ist Belgien:
264 A Avenue de Tervuren, B-1150 Brüssel
Tel. +32 2-772 0372, Fax 772 0376, amcambel@skynet.be
Mo–Fr 9–13 und 14–17 Uhr.
Botschaft
3, Chemin Taverney, 1218 Grand-Saconnex
Tel. 022-788 7773, Fax 788 7774, www.cambodiaembassy.ch
Mo–Fr 10–12 und 14–16 Uhr.
Generalkonsulat
Winterthurerstr. 549, 8051 Zürich
Tel. 044-887 2727, Fax 044-888 4424, www.cambodiaconsulate.ch
Visa: Do–Fr 9–12.30 Uhr.
Embassy of Cambodia
518/4 Pracha Uthit Rd., Bangkok 10310
Tel. 02-957 5851, Fax 957 5850, recbkk@cscoms.com
Botschaft
71 A Tran Hang Dao, Ha Noi
Tel. 04-3942 4788, Fax 3942 3225, ach@fpt.vn
Honorarkonsulat
41 Phung Khac Khoan, Ho-Chi-Minh-Stadt
Tel. 08-3829 2751, Fax 3829 2744, cambocg@hcm.unn.vn
Embassy of Cambodia
Thadeua Rd. KM 2, Vientiane, BP 34
Tel. 021-314 950, Fax 314 951, recamlao@laotel.com
Embassy of Cambodia
46 Jalan U-Thant, 55000 Kuala Lumpur
Tel. 03-4257 1150, Fax 4257 1157, embassyofcambodia-malaysia.org
Embassy of Cambodia
400 Orchard Rd., #10-03/04 Orchard Towers, Singapore 238875
Tel. 6341 9785, Fax 6341 9201, cambodiaembassy@pacific.net.sg
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Souvenirjäger finden vor allem in Kambodschas Touristenzentren Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville die Gelegenheit, schöne und ausgefallene Mitbringsel zu erstehen. Hochwertige Schals aus Seiden- oder Baumwollstoffen, Kunsthandwerk, Taschen, Schmuck oder Dekoratives aus Silber und Holz werden in kleinen Shops und auf Märkten feilgeboten. Es lohnt sich, nach Läden Ausschau zu halten, die Ausbildungs- und Produktionsstätten unterhalten, die Behinderte, Jugendliche oder Frauen aus schwierigen Lebenssituationen beschäftigen – mit gutem Gewissen macht der Einkaufsspaß doppelt so viel Freude.
Shoppingcenter sind weitgehend unbekannt in Kambodscha. In Phnom Penh existieren drei Shoppingparadiese nach westlichem Vorbild, in Siem Reap hat ein Konsumtempel geöffnet.
In den kleinen Boutiquen und Souvenirläden, die in den Touristenzentren ihre Türen geöffnet haben, werden oft hervorragende – und teure – Schnitzarbeiten, Dekoratives oder Originelles aus Designerhand angeboten. Um die Qualität und den Preis besser einschätzen zu können, sollte man sich vorher auf den Märkten über das Angebot informieren.
Vor allem außerhalb der touristisch geprägten Orte lohnt ein Bummel über den Markt (psar), der in kleineren Ortschaften meist unter offenem Himmel abgehalten wird und dessen Angebot sich in erster Linie an Einheimische richtet: Hier stehen Alltagsprodukte zum Verkauf: Textilien, Haushaltsgegenstände, Kosmetik- und Sanitärartikel sowie natürlich Lebensmittel, darunter exotische Gewürze und tropische Früchte. Auch Essensstände dürfen nicht fehlen. In den von Touristen frequentierten Märkten wie dem Russenmarkt (Tuol Tom Poung) in Phnom Penh und dem Psar Chas in Siem Reap richtet sich ein Teil des Angebots an Touristen: Kunsthandwerk, Souvenirs und Imitate unterschiedlichster Qualität werden angeboten. Die aus Thailand bekannten Nachtmärkte mit Souvenirs und günstigen Essensständen gibt es bisher nur in Siem Reap.
Kambodscha ist bekannt für hochwertiges Kunsthandwerk. Viele Produkte können direkt in den Werkstätten bzw. angrenzenden Souvenirshops erworben werden. Schöne und praktische kramas (Tücher aus Baumwolle und Seide) werden in den Seidenweberdörfern bei Phnom Penh und Kompong Cham hergestellt, auch in Siem Reap oder Stung Treng können Werkstätten besichtigt werden. Feine Silberwaren stellen die Silberschmiede in den Dörfern Kompong Luong und Prek Gdam bei Phnom Penh her. Die schönsten Tonarbeiten stammen aus Ondoung Rossey bei Kompong Chhnang, und die Steinmetze bei Kompong Thom sind für ihre Arbeiten im ganzen Land bekannt. Viele dieser kunsthandwerklichen Produkte werden in Phnom Penh angeboten.
In vielen Orten betreiben Steinmetze ihr filigranes Handwerk.
Antiquitäten wie Figuren, Porzellan, Möbel oder dekorative Gegenstände werden in Phnom Penh und Siem Reap angeboten. Diese dürfen nur mit Exportgenehmigung außer Landes gebracht werden, in lizenzierten Geschäften unbedingt auf einen Nachweis der Ausfuhrerlaubnis vom Ministry of Culture And Fine Arts, 227 Norodom Blvd., Phnom Penh, bestehen. Reproduktionen sind oft in alter Handwerkstradition hergestellt und auf alt getrimmt – dafür aber nicht weniger dekorativ.
Auf den Märkten ist die Auswahl an Textilien riesig, doch oft richtet sich das Angebot allein an die heimischen Käufer. Für den Durchschnittstouristen bedeutet dies, dass Kleidung oft viel zu klein ist (viele Kambodschaner/innen sind ausnehmend schlank, sodass die modernen Hosen derzeit selbst den Schaufensterpuppen nicht passen und die Reißverschlüsse offen stehen) und in puncto Farb- und Stoffauswahl nicht dem europäischen Geschmack entsprechen. Neben sehr kurzen engen Röcken mit teils absurden Mustern und Farben für die Businessfrau, sind seit jeher auch infantile Teddybärendrucke mit vielen Herzchen für erwachsene Frauen beliebt. In Phnom Penh und Siem Reap werden zunehmend Stücke lokaler Designer verkauft – oft ausgefallen und kreativ.
Auf den von Touristen frequentierten Märkten lassen sich T-Shirts, Hemden, Jeans und Outdoorbekleidung bekannter Modemarken erstehen – als Kopie von manchmal zweifelhafter Qualität, aber auch als 2. Wahl Artikel aus den Textilfabriken.
In exklusiveren Boutiquen werden Kleider und Hemden aus Seide in wenigen Tagen nach Maß geschneidert. In Phnom Penh werden zudem Schuhe passgenau hergestellt siehe >>.
Die Auswahl an Taschen ist riesig: Handtaschen mit bekannten Logos, daneben originelle Stücke aus recycelten Reissäcken und anderen Materialien: in der Heimat ein toller Hingucker, den sonst keiner hat. Naturnaher sind die Tragetaschen aus den Bergdörfer in Rattanakiri und Mondulkiri: Der dunkle grobe Stoff ist mit geometrischen Streifenmustern und Motiven gewebt.
Rucksäcke und Koffer bekannter „Marken“ werden in Geschäften und auf den Märkten angeboten – unbedingt die Verarbeitung prüfen, sonst hält das neue Stück nicht, was es verspricht.
Das Feilschen um den Preis
Während die Waren in Shoppingcentern und Geschäften zu Festpreisen verkauft werden, gehört das Handeln auf Märkten zum Ritual. Denn ohne das übliche Feilschen um den Preis würde das Geschäftemachen schlichtweg keinen Spaß machen. Die Preise, die Ausländern genannt werden, sind dabei meist völlig überhöht. Als Einstiegspreis sollte man rund 50 % der geforderten Summe nennen, meist einigt man sich dann auf 70–80 % des ursprünglichen Preises. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, hilft auch freundliches Verabschieden, denn meist unterbreitet einem der Händler dann ein besseres Angebot. Verkaufsgespräche sollte jedoch nur beginnen, wer ernsthaft etwas kaufen möchte. In Boutiquen oder teuren Antiquitätenläden ist auch für den gewieften Feilscher selten mehr als 5–10 % Preisnachlass auszuhandeln.
In Phnom Penh, Siem Reap und Battambang werden mitunter recht kitschige Gemälde angeboten, es eröffnen jedoch immer mehr Galerien, die kreative Werke einheimischer Künstler zeigen. Wenige haben sich auch auf eindrucksvolle Fotografien spezialisiert. Die Leinwände werden zum Transport vom Rahmen genommen und sind gerollt gut zu transportieren. Zuhause angekommen, muss das Werk dann wieder auf einen Rahmen gespannt werden.
Öffnungszeiten
Märkte unter freiem Himmel öffnen in den frühen Morgenstunden, viele Stände werden zum frühen Nachmittag bereits abgebaut. Geschäfte und Marktstände in Phnom Penh und Siem Reap mit Angeboten, die sich an Touristen richten, öffnen meist zwischen 8 und 9 Uhr, Geschäftsschluss ist 20/21 Uhr. In Provinzstädten öffnen Geschäfte des allgemeinen Bedarfs gegen 7 Uhr, spätestens 19 Uhr ist Feierabend. Die meisten Läden und Märkte sind sieben Tage in der Woche geöffnet. Lediglich zu Festtagen wie dem chinesischen Neujahr im Februar, dem kambodschanischen Jahresanfang Mitte April oder dem Ahnenfest Bonn Phchum Ben Ende September/Anfang Oktober sind viele Geschäfte geschlossen, die Städte wirken dann wie ausgestorben.
Die Gegend um Pailin und die Provinz Rattanakiri waren bekannt für ihre hochwertigen Edelsteine. Die Minen sind fast erschöpft, die auf den Märkten angebotenen Steine heute meist von minderer Qualität. Nur wer sich wirklich mit Edelsteinen auskennt, sollte einen Kauf in Erwägung ziehen.
Typisch Kambodschanisch sind die aus Silberlegierung hergestellten kleinen, filigran verzierten Betelnussdosen. Beliebt sind auch die versilberten Behältnisse in Form von Früchten oder Tieren. Die massiven Opferschalen sind teuer, denn sie bestehen ganz aus Silber und sind kunstvoll verziert.
Die silbernen Halsketten, Ohrringe und Armreifen kommen meist aus Indonesien, in Kambodscha wird traditionell Gold als Schmuck getragen, er dient gleichzeitig als Geldanlage. Goldschmuck wird in überall in Geschäften und auf den Märkten angeboten.
Buddhas, Apsaras oder hinduistische Götter: als Holzschnitzarbeit, aus Marmor gehauen oder in Bronze gegossen, mit oder ohne Einlegearbeiten, auf alt getrimmt oder bunt – beim Stöbern lassen sich tolle Stücke entdecken. Wer im Anschluss noch Thailand oder Laos bereist: Die Ausfuhr von Buddhastatuen (auch jene, die nicht antik sind) ist dort nur mit Genehmigung erlaubt.
Die kleinen Figuren in Tier- oder Menschengestalt sind Opiumgewichte, mit denen der Wert der Ware ausgewogen wurde.
Die Provinz Mondulkiri ist berühmt für ihren wohlschmeckenden Kaffee, und in Kampot wächst der weltweit bekannte Pfeffer. Wer es nicht bis in diese Provinzen schafft, kann Kaffee und Pfeffer aus Kambodscha auch in Phnom Penh erstehen. In Mondulkiri wird außerdem Honig hergestellt, und in Battambang gibt es das einzige Weingut Kambodschas (siehe >>).
Einzigartig und nur in Kambodscha erhältlich sind die karierten Baumwollschals, die krama genannt werden. Die Khmer verwenden sie als Schal, als Kleidungsstück um die Hüften gewickelt genutzt, oder als Kopfbedeckung. Sie schützen vor Kälte, Sonne und Staub. Sehr schön sind auch Stücke aus hochwertiger Seide. Aus Baumwolle sind sie erst etwas steif, nach kalter Wäsche jedoch erfüllen sie am besten die wärmende und kühlende Funktion. Kramas gibt es überall für wenige Dollar zu kaufen, in verschiedensten Farben und Ausführungen.
Rattan, aber auch Bambus, wird zur Herstellung von Körben, Schalen, Bechern und Platzdecken verwendet – ein praktisches und schönes Mitbringsel. Ausgefallen sind die „Rucksäcke“ der Bergstämme in Rattanakiri (khapa), die zum Transport von Waren benutzt werden.
Traditionell wird in Kambodscha handgewebte Seide verkauft, in vielen Seidenweberdörfern und Werkstätten kann bei der Herstellung des hochwertigen Stoffes zugeschaut werden. Zu kaufen gibt es meist fertige Produkte wie Seidenschals, Kissenbezüge, Hemden oder Kleider.
Was nicht ins Gepäck gehört
Der Kauf von gefälschten Markenprodukten zum persönlichen Gebrauch ist nicht strafbar, solange die Reisefreimenge in Höhe von 430 € nicht überschritten wird. Dennoch ist Vorsicht angebracht: Nachgemachte Textilien oder DVDs sind oft von schlechter Qualität, Sonnenbrillen können durch mangelnden UV-Schutz die Augen schädigen. Und bei teuren Uhren sehen die Zöllner genauer hin. Auch wer gleich viele Hosen im Gepäck hat, läuft Gefahr, als Händler zur Kasse gebeten zu werden. Gefährlich wird der Kauf von gefälschten Medikamenten. Im günstigen Fall sind sie nutzlos, im schlechtesten gesundheitsgefährdend. Der Kauf von Produkten geschützter Tierarten und Pflanzen, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen, kann mit hohen Geldstrafen und sogar Haft geahndet werden.
Frische Zutaten, mild, aber raffiniert aromatisch: Kambodschas Küche ist ausgesprochen schmackhaft. Während im Nachbarland Thailand vieles sehr scharf gewürzt ist, fehlt diese Schärfe in der kambodschanischen Küche nahezu völlig. Auch die für viele asiatische Länder so typische Fischsauce findet in Kambodschas Küche weit seltener Verwendung. Dafür ist die Melange, die chinesische, vietnamesische, thailändische und französische Einflüsse vereinigt, sehr vielfältig. Je näher der Reisende der thailändischen Grenze kommt, desto häufiger stehen auch schärfere Currys auf der Speisekarte. Daneben gibt es chinesische Gerichte wie gebratene Ente oder süß-saures Essen. Auch pho – vietnamesische Nudelsuppen – sind verbreitet. Allgegenwärtig ist ein Erbe der Franzosen: das Baguette. Europäische und andere asiatische Küchen bereichern die gastronomische Vielfalt in Phnom Penh und Siem Reap.
Grundnahrungsmittel und Hauptzutat jeder Mahlzeit ist Reis. Es gibt ihn als weißen Reis, als süßen Klebreis in Süßigkeiten und als Nudeln. Welchen Stellenwert der Reis in Kambodschas Küche hat, erkennt man auch daran, dass „essen“ bay gnam heißt, wörtlich übersetzt: „gekochten Reis essen“.
Eine typisch kambodschanische Mahlzeit besteht, vom Reis abgesehen, aus mindestens drei Gerichten. Eines davon ist eine Suppe, hinzukommen ein Fisch- und Fleischgericht sowie viel Gemüse. Jedes Gericht sollte entweder süß, sauer, salzig, scharf oder bitter sein. Am besten sind mehrere Geschmacksrichtungen in einem Gericht vereinigt.
Kambodschaner sind wahre Meister in der Herstellung von Pasten, deren Zutaten eine Menge von Gewürzen enthalten. Verwendet werden z. B. Koriander, Nelke, Zimt, Anis, Kardamom, Ingwer, Zitronengras, Knoblauch, Chilis, Zwiebeln und Limetten. Eine Paste aus solchen Zutaten wird kroeung genannt und ist Bestandteil vieler Gerichte. Die zweite Paste, für die die kambodschanische Küche berühmt ist, ist prahok: fermentierte Fischpaste. Mehrere Tage wird Fisch in Salz eingelegt. Das Ergebnis ist würzig, aber erstaunlich wenig fischig. Prahok wird zum Würzen, aber auch als Dipp zu rohem Gemüse gegessen. Werden statt Fisch Garnelen verwendet, wird die Paste kapi genannt.
Khmer lassen sich für unseren Geschmack ungewöhnliche Dinge schmecken: darunter Insekten, Spinnen, Käfer, Larven, Ameisen, Schlangen, Entenföten, Algen, Innereien, Rotwild, Spatzen, Eidechsen, Fischblasen und Frösche – all das steht auf Speisekarten oder ist an Essensständen zu haben. Keine Sorge: Ungefragt bekommt man dieses Essen nicht serviert.
Kleine Garküchen gehören in Asien zum Alltagsbild. Überall, wo viele Menschen zusammenkommen, werden an Straßenständen Snacks verkauft. Bereits gegen 5.30 Uhr öffnen die ersten Foodstalls (haang kuyteav) und bieten typisches Khmer-Frühstück wie Nudelsuppen (kuyteav) und Reisbrei (borbor) sowie Dampfbrötchen mit Fleischfüllung an. In den Abendstunden füllen sich Parks und öffentliche Plätze. Mobile Wagen und Garküchen offerieren dann geröstete Maiskolben, frittierte Bananen, befruchtete Eier, Schnecken, Muscheln oder Baguettes. Nachtmärkte gibt es in fast jeder Provinzstadt – allerdings öffnen hier in den Abendstunden nur ein paar Stände, die Obstsäfte (tök krolok) oder Süßes anbieten. Lohnend ist der große Nachtmarkt in Battambang, der einladend am Flussufer liegt. Der Nachtmarkt von Siem Reap bietet nur wenige Garküchen, hier werden fast ausschließlich Souvenirs verkauft.
Auf Märkten finden sich ebenfalls Essensstände. Hier gibt es meist auch Sitzplätze, und so sind diese improvisierten Restaurants ein idealer Ort, um dem bunten Treiben zuzuschauen.
Geregelte Öffnungszeiten existieren nicht. Während einige Straßenstrände frühmorgens aufmachen, um Frühstücks-Snacks zu verkaufen, sind andere bis spät in die Nacht in Betrieb, um Nachtschwärmer mit Essen zu versorgen.
In den einfachen Restaurants (haang bye) braucht es keine Speisekarte, denn die Gerichte sind vorgekocht und stehen in großen Töpfen aufgereiht am Eingang. Einfach unter den Deckel schauen und auswählen. Das Essen wird zusammen mit Reis, oft auch einer Suppe, an den Tisch gebracht. Dünner chinesischer Tee zur Selbstbedienung gehört ebenfalls dazu. Eine solche Mahlzeit kostet etwa 6000 Riel.
Auch außerhalb der touristischen Zentren in größeren Städten gibt es mindestens ein gehobenes kambodschanisches Restaurant (meist ohne englische Speisekarte). Die Portionen sind sehr großzügig bemessen und haben ihren Preis (um US$6). Überall dort, wo Touristen verkehren, gibt es Restaurants mit englischer Speisekarte. Hauptgerichte kosten etwa US$3–6. In Phnom Penh und Siem Reap ist die internationale Küche bestens vertreten, so haben sich hier u. a. sehr gute französische Restaurants, aber auch Edel-Italiener etabliert, die entsprechend teuer sind. Wer die asiatische Küche bevorzugt, hat hier die Möglichkeit, Japanisch, Vietnamesisch, Koreanisch oder Indisch zu essen. In Hotelanlagen und Guesthouses ist das Essen oft an den westlichen Geschmack angepasst.
Kaum eine Fastfood-Kette hat bisher den kambodschanischen Markt erobert. Nur Burger King hat die ersten Filialen in Phnom Penh und am Flughafen eröffnet; KFC und Pizza Company sind in Phnom Penh und Siem Reap vertreten. Bei Jugendlichen ebenfalls beliebt sind deren einheimische Nachahmer – die bekannteste ist Lucky Burger mit Filialen in größeren Städten.
Auch hier sind die Öffnungszeiten variabel. Viele Restaurants sind den ganzen Tag geöffnet, servieren Frühstück, Mittagessen und schließen abends gegen 22 Uhr oder wenn der letzte Gast gegangen ist. In der Provinz sind Restaurants meist von 6 Uhr morgens bis 20 oder 21 Uhr geöffnet. Restaurants der gehobenen Kategorie haben meist nur über Mittag (11.30–14.30 Uhr) und am Abend geöffnet (17–22 Uhr), mit einem Ruhetag in der Woche.
In Restaurants sind 5–10 % der Rechnungssumme als Trinkgeld angemessen. Kein Trinkgeld muss gezahlt werden, wenn auf der Rechnung bereits eine Servicegebühr ausgewiesen ist. Trinkgeld wird nicht erwartet in einfachen Restaurants, an Straßen- oder Marktständen.
Kochkurse
Für Interessierte sind Kochkurse eine tolle Gelegenheit, die kambodschanische Küche näher kennenzulernen. In Phnom Penh, Siem Reap, Battambang und Sihanoukville gibt es jeweils mindestens einen Anbieter von Kochkursen, der einen in die Geheimnisse der kambodschanischen Kochkunst einweiht. Den Auftakt bildet fast immer ein gemeinsamer Marktbesuch, bei dem frische Zutaten gekauft werden und die Teilnehmer etwas über die teils exotischen Gemüse- und Obstsorten lernen. Dann wird geschnippelt, gestampft, geröstet, gebraten und der Wok geschwenkt. Alle Gerichte werden anschließend gemeinsam verzehrt.
Zu Mittag und Abend wird üblicherweise im Kreise der Familie gegessen. Auf dem Boden wird eine Bambusmatte ausgebreitet, auf deren Mitte Schüsseln mit Speisen gestellt werden: eine Schüssel Reis, eine mit Suppe und kleinere Portionen Fisch, Fleisch und Gemüse. Jeder erhält eine Schüssel mit kleinem Teller, Stäbchen und Besteck (Gabel und Löffel). Auch im Restaurant werden alle Gerichte möglichst zeitgleich auf den Tisch gestellt. Es bedient sich jeder mit dem gemeinsamen Servierlöffel.
Grundsätzlich wird mit dem Löffel gegessen, die Gabel dient zum Zerteilen der Speisen und als Hilfe, um das Essen auf den Löffel zu schieben. Stäbchen werden nur bei Nudelgerichten benutzt. Üblich ist es, dass Schalen und Besteck vor der Mahlzeit mit den bereitliegenden Servietten geputzt werden.
Die Khmer essen zwar grundsätzlich nicht mit den Fingern, man darf aber ruhig mit der rechten Hand nach Essen greifen – doch nie mit der linken, diese gilt als unrein. Essstäbchen nicht V-förmig in der Schale liegen lassen – das ist ein Symbol für den Tod. Auch der Löffel gehört mit der offenen Seite neben oder auf den Teller. Wasser wird oft erst am Ende des Essens gereicht, denn traditionell wird damit das Ende der Mahlzeit angezeigt.
Kambodschaner essen recht früh: Vor 8 Uhr sind alle mit dem Frühstück fertig, das Mittagessen wird gegen 12 Uhr verzehrt, und bereits gegen 18 Uhr wird zu Abend gegessen. Viele Khmer nehmen ihr Abendessen von einer Garküche mit nach Hause, um es dann gemeinsam im Kreise der Familie zu essen.
Snacks werden fast überall auf der Straße angeboten. Bekannt sind gefüllte Baguettes mit Paté, Hackfleisch, Sardinen oder eingelegtem Gemüse. Mobile Straßenstände offerieren Maiskolben, Schnecken und Muscheln für den kleinen Hunger zwischendurch. Würste, Fleischspieße oder Kochbananen werden über Holzkohlegrills geröstet. Gefüllte Pfannkuchen, bany chaev, sind aus Maismehl gefertigt, mit Kurkuma gelb gefärbt und mit einer Mischung aus Schweinehack, Krabben und Bohnensprossen gefüllt. Sie werden in Fischsauce mit Erdnüssen getunkt. In der süßen Variante sind sie mit einer Creme bestrichen. Einfach zu transportieren und sehr sättigend ist krolan. Das mit Klebreis, Kokosmilch und dunklen Bohnen gefüllte Bambusrohr ist über Holzkohle gegart. Beliebt bei Einheimischen sind auch die weißen Dampfbrötchen, noam bpaow, gefüllt mit Schweinehack oder in der süßen Variation mit Mungbohnenpaste. Eier werden ebenfalls geschätzt und in allen Varianten angeboten. Sogenannte 1000-jährige Eier werden solange in Salzlake eingelegt, bis sich die Schale fast schwarz gefärbt hat. Die Konsistenz von Eigelb und Eiweiß erinnert an weich gekochte Eier. Eine weitere Delikatesse sind angebrütete Enteneier, bpong dtia gowne. Sie werden vorsichtig geöffnet, die Flüssigkeit ausgesaugt und das fast fertige Embryo mitsamt des Dotters ausgelöffelt – gewürzt mit Essig, Salz und Pfeffer. Experimentierfreudige Naturen können auch frittierte Käfer, Heuschrecken oder Spinnen probieren. Interessant ist der Samen der Lotosblume, der aus den Lotosknospen zu schälen ist. Er schmeckt ähnlich wie frische Erbsen. Lotosblumen werden zu drei bis fünf Stück im Bündel verkauft.
Nationalgerichte Amok und Loc Lac
Amok und Loc Lac dürfen auf keiner Speisekarte fehlen, diese Gerichte gibt es nur in Kambodscha. Die Grundzutat von Amok ist eine Paste aus Zwiebeln, Zitronengras, Chilis, Knoblauch, Ingwer, Limetten und Fischsauce. Zusammen mit Kokosnusssaft wird Fisch oder auch Fleisch gedünstet. Klassisch wird das Ganze im Bananenblatt oder in einer Kokosnuss serviert. Loc Lac ist ein Gericht aus kurz angebratenen Rindfleischstücken, serviert auf einem Bett aus Tomaten und Gurken, darüber gibt es oft noch ein Spiegelei. Das Fleisch wird mit einer Sauce aus Salz, Pfeffer und Limetten gegessen – einfach und köstlich.
Kambodschaner lieben Suppen (samlor), die immer heiß serviert werden. In einfachen Restaurants gibt es meist eine klare Suppe, die zusammen mit der Mahlzeit auf den Tisch kommt. Einzigartig und einen Versuch wert sind die in kambodschanischen Restaurants üblichen „sauren Suppen“ (samlor machou). Es gibt sie mit Fisch, Fleisch, verschiedensten Gemüsesorten und Kräutern. Die typische Säure erhalten sie durch die Früchte des Tamarinden-Baumes. Beliebt sind auch die suki-Suppen mit Gemüse, Fisch und Fleisch. Zum Frühstück essen Kambodschaner gerne ihre kuyteav. Diese Nudelsuppe mit Fleisch, Gemüse und frischen Sojakeimen wird nach Bedarf mit Limetten, Chilis oder fertiger Sauce nachgewürzt. Bobor ist ein Reisbrei. Meist ist er ungewürzt, sodass man ihn mit den bereitgestellten Beilagen wie Fisch, Eier, gebratenem Gemüse, Ingwer und Chili selbst würzen kann. Er wird traditionell zum Frühstück serviert, ist aber auch mittags und abends erhältlich.
Kambodscha ist von großen Wasserläufen durchzogen, beherbergt Südostasiens größten Süßwassersee und grenzt an den Golf von Thailand. Kein Wunder, dass Fische und Meerestiere ganz oben auf der Speisekarte stehen. Fisch (trey) wird gegrillt, frittiert, getrocknet, geräuchert, in Salz eingelegt oder zu Fischpaste, prahok, verarbeitet. Trey ahng ist einfach gegrillter Fisch, er wird auch in Salat oder Spinatblätter gewickelt und in teuk trey (Fischsauce mit Erdnüssen) getunkt. Sehr empfehlenswert ist teuk kroeung, ein Gericht, in dem Fisch in prahok gekocht wird. Als Appetithappen wird Fisch zusammen mit Reis in Bananenblättern verkauft (nem sach trey). Die Melange sollte über Nacht ziehen und ist nur für Europäer mit robustem Magen empfehlenswert. Kha trey ist in Palmzucker geschwenkter Fisch. Das süße und aromatische Gericht, zu dem grüne Mangos gegessen werden, ist ein beliebter Picknick-Snack.
Gute und günstige Essensstände gibt es auf fast jedem Markt.
Krabbeltiere zum Knuspern
Sie dienen dem Westler eher als exotisches Fotomotiv: Körbe, die randvoll mit frittierten Insekten oder Spinnen gefüllt sind. Der Ort Skuon bei Kompong Cham ist bekannt für ping peang, behaarte Tarantel, und kantes long, schwarze Wasserkäfer. Überall am Straßenrand werden sie frittiert verkauft. Ebenso beliebt sind charet bampong, Heuschrecken. Dieser Snack wird nachts mithilfe beleuchteter Folien auf den Feldern gefangen. Die Heuschrecken fliegen gegen die Bespannung und fallen ins darunter stehende Wasserbecken. Auch Ameisen, porng ang-krang, sind beliebt, deren Eier werden als Spezialitäten in Khmer-Restaurants angeboten.
Rind, Schwein und Huhn, frittiert oder gegrillt, sind auf allen Speisekarten zu finden. Auch an den Straßenständen wird Fleisch angeboten: meist auf Spießen über Holzkohle gegrillt. Rindfleisch ist seltener und somit teurer, da Kühe in Kambodscha vornehmlich als Arbeitstiere eingesetzt werden. Das kambodschanische Rindfleisch ist oft zäh, in westlichen Restaurants wird meist zartere Importware verarbeitet. Geflügel wird oft komplett kleingehackt, und dann gilt es, während des Essens die Knochenstücke herauszupicken. Beliebt sind auch die herzhaften und zugleich süßen gegrillten Schweinerippchen mit einer Glasur aus Palmzucker.
Die kambodschanischen Currys mit Schweine-, Hühnchen- oder Rindfleisch ähneln denen aus Thailand, sind aber im Geschmack deutlich milder. Typisch kambodschanisch ist chhar kdao: Dabei wird Huhn oder Rind zusammen mit Zutaten wie Zitronengras, Kaffirlimonenblättern, Basilikum und Galangal (eine Ingwerart) gebraten. Auf den meisten Speisekarten ist auch Frosch zu finden, selten dagegen Wildgerichte. Bei Einheimischen beliebt und eine tolle Sache, wenn man zu mehreren Personen essen geht, ist die kambodschanische Fondue-Variante chhnang phnom pleung, „Feuerhügel-Topf“. Rohe Fleisch- oder Fischsorten, dazu Gemüse und Nudeln, werden auf kleinen Tellern gereicht. Auf dem konisch geformten Topf wird das Fleisch gegrillt, in der umlaufenden Vertiefung werden Gemüse und Nudeln in Brühe gekocht.
Neben Reis, der meist gekocht oder als Reisbrei (borbor) serviert wird (s. o.), werden in der asiatischen Küche auch Nudeln als Kohlehydrat-Lieferant verwendet. Dünne Reis- und Glasnudeln, aber auch gelbe Eiernudeln (mee) finden in Nudelsuppen Verwendung. An Straßenständen gibt es zum Frühstück kalte weiße Reisnudeln, num banh chok, die, mit warmer roter oder grüner Currysauce übergossen (samla nam-ya und samla khmer), sehr gut munden. Dazu werden aromatische Blätter zum Drüberstreuen gereicht.
Bei einem Gang über den Markt lassen sich viele für den Westler fremdartige Gemüsesorten entdecken. Gebratenes Gemüse steht fast immer auf der Speisekarte, je nach Saison sind es Kohlsorten, Karotten, Bohnen, Zucchini, Kürbis, Auberginen, Gurken und Tomaten. Der wohlschmeckende Wasserspinat (trakoun) wird als Beilage mit Sojasauce und für Suppen verwendet. Die gekochten Stengel von Lotosblumen, Seerosen und junge Bananenstauden dienen ebenfalls als gesunde Beilagen. Gefüllte Tomaten stehen oft auf dem Speisezettel, die Füllung enthält normalerweise Schweinefleisch. Eingelegtes, säuerlich schmeckendes Gemüse wird als Appetithappen genossen oder als Baguettefüllung verwendet.
Die leckeren kambodschanischen Salate haben mit den unsrigen wenig gemeinsam. Fleisch, Fisch oder Meerestiere gehören dazu, sie werden oft leicht säuerlich zubereitet, Koriander steht meist auf der Zutatenliste. Aromatisch ist ein phlea sadj koo: Rindfleisch wird in Streifen geschnitten und mit Koriander, Pfefferminze und Zitronengras abgeschmeckt. Ähnlich den in Thailand und Laos servierten laab-Salaten, wird in Kambodscha gehacktes, gekochtes Schweinefleisch, Rind oder Huhn mit Chilis, Essig, Knoblauch und Minze angemacht. Köstlich ist auch ein Bananenblütensalat, Salat von grünen Mangos, Pomelos oder Lotosstengeln. In Phnom Penh und Siem Reap gibt es inzwischen Salatbars nach europäischem Vorbild.
Allgegenwärtig und französisches Erbe sind Baguettes. Überall auf den Märkten oder an Straßenecken sind die Weißbrote zu haben. Wahlweise mit Paté, Sardinen, eingelegtem Gemüse oder auch schon mal mit französischem Weichkäse belegt. In der süßen Variante gibt es eine Kugel Eis dazwischen. In den größeren Städten bietet mindestens eine Bäckerei süße Kuchen und Backwaren an. Desserts sind selten, oft besteht der Nachtisch aus Obst. Süße asiatische Köstlichkeiten gibt es an Marktplätzen. Viele sind aus gesüßtem Klebreis hergestellt. Wahlweise werden sie mit Mungbohnen, kandierten Früchten oder Gelee versetzt und zusammen mit Kokosmilch, gesüßter Kondensmilch und geraspeltem Eis verfeinert.
Vegetarier und Veganer
Strenge Vegetarier oder Veganer haben es nicht ganz leicht in Kambodscha. Denn auch wenn die Kambodschaner behaupten, es sei kein Fleisch oder Fisch im Gericht: Die würzige Fischpaste prahok ist in den meisten Gerichten enthalten. Auf vielen Speisekarten ist gebratenes Gemüse mit Reis zu finden. Es wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach im gleichen Wok zubereitet, in dem vorher Fisch oder Fleisch gedünstet wurde. Inder, traditionell mit dem Prinzip der fleischlosen Ernährung vertraut, servieren meist sehr gute vegetarische Küche. Am besten bei der Bestellung ot dak sadj (ohne Fleisch), ot dak trey (ohne Fisch) sagen. Veganer sollten darauf hinweisen, dass keine Eier verwendet werden (ot yoh bpong mawn). In den Touristenzentren gibt es mittlerweile vegetarische und sogar vegane Restaurants.
Unbedingt probieren sollte man die herrlichen Früchte, die auf den Märkten angeboten werden: Bananen, Mangos, Ananas, Papayas, Melonen, Orangen und Mandarinen sind auch bei uns bekannt. Die im Bündel verkauften rötlich haarigen Rambutan und die runden hellbraunen Longan ähneln in Geschmack und Konsistenz Litschis. Violettfarbene Mangosteen haben weißes, sehr fein süßlich schmeckendes Fruchtfleisch unter der dicken Schale. Die hübschen pinken Drachenfrüchte schmecken recht neutral, ein wenig erinnert das weiße, mit schwarzen winzigen Kernen durchsetzte Fruchtfleisch an Kiwis. Die fast monströs groß werdende Jackfruit wird portionsweise verkauft. Durian schätzen wegen ihres penetranten Geruches dagegen nur wenige Ausländer, wenngleich das Innere der stacheligen Frucht köstlich ist.
Leitungswasser sollte auf keinen Fall getrunken werden (es ist höchstens zum Zähneputzen geeignet). Man sollte auf Trinkwasser aus Flaschen zurückgreifen, das überall preiswert zu erhalten ist (1 l ab 1500 Riel). Eiswürfel sind normalerweise unproblematisch, sie werden in lokalen Fabriken aus aufbereitetem Wasser hergestellt. In der Provinz kann es im Einzelfall zu Verunreinigungen während des Transportweges kommen.
Softdrinks der namhaften Hersteller sind fast überall erhältlich, die einheimischen Varianten sind sehr süß (2000–4000 Riel fürs Dosengetränk). Fruchtshakes, tök krolok, werden aus frischem saisonalem Obst mit Zuckersirup oder gesüßter Kondensmilch und geraspeltem Eis zubereitet. Manchmal wird das Ganze noch mit einem Ei verquirlt. Ein guter Energiespender ist ein frisch gepresster Zuckerrohrsaft, tök ampoew, der überall an den mobilen Pressen zu bekommen ist; oft ist er mit einem Schuss Zitronen oder Orangensaft abgeschmeckt (1000 Riel). Günstig sind auch die jungen grünen Kokosnüsse (tök doung), die man für 1000 Riel am Markt und bis zu 4000 Riel im Restaurant bekommt: Ihr Saft ist erfrischend, gesund und vitaminreich.
Tee gibt es überall, entweder warm oder in einem Glas mit viel Eis. In kambodschanischen Restaurants steht er oft auf den Tischen und wird nicht extra berechnet. Meist handelt es sich um grünen Tee oder Jasmintee.
Kaffee (kaafee) wird schwarz oder mit gesüßter Kondensmilch serviert, gern auch kalt mit viel Eis. Kambodschanischer Kaffee kommt aus Mondulkiri oder Rattanakiri, manche Restaurants versetzen ihn mit Kakaopulver oder anderen geheimen Zutaten – das Ergebnis ist oft ein interessanter, wohlschmeckender und kräftiger Wachmacher. Bis zum frühen Nachmittag wird Kaffee in Restaurants ausgeschenkt. Wen es abends nach Kaffee gelüstet, der ist auf westliche Restaurants angewiesen. In touristischen Cafés werden auch die uns bekannten Kaffeespezialitäten serviert.
Weitverbreitet ist die lokale Biermarke Angkor aus Sihanoukville, in der Flasche und Dose (0,33 l für US$1) oder frisch gezapft für US$0,50–1,50. Weitere kambodschanische Marken sind Anchor und Cambodia. Singapores Tiger Beer wird ebenfalls in Kambodscha gebraut. Black Panther ist ein beliebtes dunkles Bier mit 8 % Alkoholgehalt. Ausländische Marken, auch deutsches Weißbier, sind in westlichen Restaurants in den touristischen Zentren erhältlich. Kalt schmeckt Bier natürlich am besten. In ländlichen Gegenden, wo die Kühlung nicht so funktioniert, kann man es den Einheimischen nachmachen: Bier mit Eis bestellen (som tök koh).
In Kambodscha wird von den Bergvölkern Reiswein hergestellt und vornehmlich auch von ihnen getrunken. Vergorener Reis wird in Tonkrügen oft monatelang vergraben. Jede Sippe hat ihre eigenen Zutaten, sodass der Reiswein ganz unterschiedlich schmecken kann. Sollte man auf einer Tour eingeladen werden: unbedingt probieren, ablehnen gilt als unhöflich. Wer keinen Alkohol trinkt, kann einfach so tun als ob und den Becher oder Strohhalm weiterreichen.
Einheimische Weine sind zudem Palm- oder Ingwerweine. Palmwein wird täglich aus den Früchten der Palmyrapalme destilliert. Straßenhändler verkaufen das am frühen Morgen noch leicht alkoholische und im Laufe des Tages sehr stark alkoholische Getränk in Bambus- oder Plastikcontainern an der Straße. Es ist mit Vorsicht zu genießen, denn der Alkoholgehalt ist oft nicht ohne!
In der Nähe von Battambang gibt es Kambodschas einziges Weingut (siehe >>). Eine ganz eigene Note haben der dort hergestellte Wein und Cognac.
Erlesene Weine, importiert aus der ganzen Welt, stehen in guten Restaurants auf der Karte. Sie sind i.d.R. sehr teuer. Durchaus akzeptable Tropfen gibt es auch in den Supermärkten. Europäische, südamerikanische oder australische Weine kosten ab US$5.
Spirituosen sind nur in den von Touristen frequentierten Lokalen und Nachtclubs erhältlich sowie in den Supermärkten der großen Städte.
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Reisen wirkt sich auf die Umwelt und die besuchten Menschen aus. Das fängt beim Flug an und hört bei der Nutzung lokaler Ressourcen auf. Touristen verbrauchen durchschnittlich mehr Strom und produzieren mehr CO2 und Müll als die Einheimischen. Lebensmittel, auf die viele unterwegs nicht verzichten möchten, werden aufwendig und umweltschädlich importiert. Auch werden Beschäftigte im Tourismus oft schlecht bezahlt, arbeiten mehr als acht Stunden täglich und erhalten meist keine Sozialleistungen. Natürlich hat der Tourismus auch gute Seiten. Er hat vielen Menschen einen Weg aus der Armut gezeigt, ihnen ermöglicht, einen Beruf zu ergreifen, sich weiterzubilden. Er stimuliert lokale Investitionen, verbindet Kulturen und trägt zur Gleichberechtigung der Geschlechter bei. Vielerorts hat er Naturräume geschützt, die ohne Touristen dem Kommerz zum Opfer gefallen wären.
Als bewusst reisender Tourist kann man heute vieles bewirken. Wer wissen möchte, wie er umweltfreundlich und sozial verantwortlich reisen kann, findet neben den Tipps hier im Buch unter folgenden Adressen zahlreiche Anregungen:
Forum anders reisen, Wippertstr. 2, 79100 Freiburg, Tel. 0761-4012 6990, www.forumandersreisen.de. Im Forum anders reisen haben sich über hundert kleine und mittlere Reiseveranstalter zusammengeschlossen. Sie streben eine nachhaltige Tourismusform an, die laut eigenen Angaben „langfristig ökologisch tragbar, wirtschaftlich machbar sowie ethisch und sozial gerecht für ortsansässige Gemeinschaften sein soll“.
Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e. V., Bahnhofstr. 8, 82229 Seefeld-Hechendorf, Tel. 08152-999 010, www.studienkreis.org. Der Verein beschäftigt sich mit entwicklungsbezogener Informations- und Bildungsarbeit im Tourismus.
Tourism Watch, www.tourism-watch.de. Auf der Website sind Hintergrundberichte zu den Themen Tourismuspolitik, Umwelt, Menschenrechte und Wirtschaft in Englisch und Deutsch verfügbar. Darüber hinaus findet man dort Links, Literaturkritiken, aktuelle Veranstaltungshinweise und Publikationen.
Traverdo, www.traverdo.de. Internetplattform, die touristische Projekte präsentiert, welche auf kreative Weise Bildung und Einkommen für lokale Gemeinschaften gewährleisten und zum Erhalt ihrer Umwelt beitragen.
Fair und grün – gewusst wo
Einrichtungen, die sich durch besonders umweltfreundliches oder sozial verträgliches Verhalten auszeichnen, sind in diesem Buch mit einem Baum gekennzeichnet. Sie verwenden z. B. Solarenergie, nutzen Trockentoiletten, um Kompost herzustellen, zahlen faire Löhne, investieren in soziale Projekte, propagieren einen nachhaltigen Tourismus oder stellen Besuchern Informationen für umweltverträgliches Verhalten bereit.
Beim Umweltschutz ist jeder Einzelne gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und die zwei goldenen Regeln anzuwenden: alle Plätze so zu verlassen, wie man sie selbst gerne vorfinden würde. Take nothing but pictures, leave nothing but footprints.
Den durch die An- und Abreise verursachen CO2-Ausstoß mit Hilfe des Kompensationsprogramms einer nachweislich korrekt agierenden Klimaagentur (z. B. www.atmosfair.org oder www.myclimate.ch) neutralisieren.
Inlandflüge vermeiden und stattdessen andere Verkehrsmittel wie Bus und Zug nutzen.
Klimaanlagen vermeiden, Licht und AC ausstellen, wenn man das Zimmer verlässt.
Keine Souvenirs aus bedrohten Pflanzen oder Tieren kaufen! Das Washingtoner Artenschutzabkommen verbietet deren Import nach Europa.
Hotels, Fluggesellschaften, Reiseveranstalter etc. nach ihren Umweltschutzmaßnahmen fragen und auswählen.
Pfandflaschen kaufen und auf Dosen verzichten. Softdrinks nicht in kleine Plastiktüten umfüllen lassen!
Statt mit Batterien mit aufladbaren Akkus reisen, und wenn Batterien sich nicht vermeiden lassen, diese mit nach Hause nehmen – in Kambodscha werden sie garantiert nicht vernünftig entsorgt.
Toilettenpapier und andere Hygieneartikel nicht in die Toilette, sondern in die daneben stehenden Eimer werfen!
Beim Einkauf die Ware nicht in Tüten packen lassen
In vielen Gebieten ist Wasser ein äußerst knappes Gut. Daher bitte sparsam mit dem kostbaren Nass umgehen. Touristen gelten in den Tropen als die größten Wasserverschwender.
Wer die ungeklärte Entsorgung von Abwasser nicht hinnehmen möchte, kann Besitzer und Betreiber von Resorts und Restaurants darauf ansprechen: Steter Tropfen höhlt den Stein.
Auf respektvollen Umgang mit der Bevölkerung und den Angestellten der Tourismusbetriebe achten und ggf. auch Mitreisende oder den Touristenführer darauf hinweisen.
Reisende, die am Dorfleben und Homestays teilnehmen, tragen dazu bei, in ländlichen Gegenden Einkommen zu generieren. Homestays können über das Cambodia Community-Based Ecotourism Network, www.ccben.org, gebucht werden. Ein Teil der Erlöse fließt in einen Gemeinschaftsfonds.
Den persönlichen Wohlstand nicht zur Schau stellen. Bettelnden Kindern kein Geld geben. Wirksamer ist es, einer Hilfsorganisation Geld zu spenden.
Kleinen lokalen Hotels, Restaurants, Reiseveranstaltern, Guides etc. gegenüber großen nationalen und internationalen Ketten den Vorzug geben – das erhöht die Chance, zu lokalen Einkommen beizutragen.
Kunsthandwerk soweit möglich direkt beim Produzenten bzw. Kleinunternehmer (wie dem Strandverkäufer) kaufen und Zwischenhändler umgehen.
Landwirtschaftlichen Produkten aus der Umgebung den Vorzug vor importierten Waren geben.
Auf fair gehandelte und biologisch erzeugte Waren zurückgreifen.
Plastikmüll vermeiden, organischen Müll vergraben, nicht organischen Müll mit in die nächste Stadt nehmen sowie Flora und Fauna ungestört lassen. Ehrgeizige Reisende sammeln den herumliegenden Müll auf einer Trekkingroute bzw. am Flussufer auf.
Beim Buchen eines Treks möglichst darauf achten, dass die Agentur ihren Mitarbeitern (Guides, Trägern, Köchen) einen fairen Lohn, Ausrüstung, Verpflegung garantiert.
Familienunternehmen oder Agenturen den Vorzug geben, die Schulungen und Lobbyarbeit in Sachen Naturschutz in den Dörfern organisieren.
Beim Buchen eines Treks in ländlichen Gebieten nachfragen, ob die lokale Bevölkerung von dem Besuch profitiert. Sofern möglich, sollte man einen Guide aus den Dörfern anheuern. Darauf achten, dass für getane Arbeit ein gerechter Lohn bezahlt wird.
Waisenhausbesuche
Waisenhausbesuche gehören in Kambodscha für viele zum festen Tourprogramm. Über den Nutzen der Besuche für die Kinder gehen die Meinungen auseinander. Die meisten Kinderschutzorganisationen raten von einem Besuch ab. Mit Anstieg der Touristenzahlen hat sich auch die Zahl der „Waisenhäuser“ verdoppelt: Derzeit werden von 269 Waisenhäusern nur 21 staatlich betrieben. Nicht selten werden die Kinder aus Schulen „ausgeliehen“, um sie Touristen zu zeigen. Und: Viele der Kinder haben noch Eltern und sind gar keine Waisen. Schätzungen von Unicef zufolge haben nur 28 % der Kinder beide Elternteile verloren.
Häufig vertrauen Eltern Waisenhausbetreibern ihre Kinder in dem Glauben an, diese erhielten die Chance auf ein besseres Leben. Das Betreiben eines Waisenhauses ist jedoch zu einem lukrativen Geschäftszweig geworden. Die Häuser sind als profitorientiertes Unternehmen aufgezogen, Gelder oder Sachspenden kommen oft gar nicht bei den Kindern an. Je ärmlicher die Kinder gekleidet sind, je unwürdiger die Unterbringung, umso mehr Spenden erhoffen sich die Betreiber. Schulbildung oder eine ausgewogene Ernährung erhoffen sich die Eltern, doch die Realität sieht oft anders aus. In letzter Zeit sind neben dem Vorwurf der Verwahrlosung auch Missbrauchsfälle bekannt geworden.
Natürlich gibt es auch in Kambodscha Waisenhäuser, die gut geführt sind und eine exzellente Arbeit leisten. Einige werden von privaten Förderern unterstützt und brauchen keine Spenden durch Waisenhaustourismus. Andere sind auf diese Einnahmequelle angewiesen.
Für Besucher ist es schwer, gute von schlechten Häusern zu unterscheiden. Warnhinweise können sein: mangelhafte sanitäre Einrichtungen, unausgewogenes Essen, Mädchen und Jungen teilen sich einen Schlafsaal, vor Ort sind kaum Betreuer oder Touristen haben unbeaufsichtigt Zugang zu den Kindern. All dies deutet auf ein schlecht geführtes Heim hin.
Wer Anzeichen von Gewalt und Missbrauch erkennt, der kann sich an die Menschenrechtsorganisation Sisha wenden, www.sisha.org, Notfall Tel. 017-382 877, 24 Std., Englisch/Khmer.
Weitere Informationen unter www.thinkchildsafe.org.
Friends International, www.friends-international.org, in Zusammenarbeit mit Unicef wirbt für die Kampagne „Children are not tourist attractions”.
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Kambodschaner verbringen Feiertage am liebsten im Familien- und Freundeskreis. Kein Wunder, dass an den höchsten Feiertagen, dem Khmer-Neujahr Mitte April und dem Ahnenfest Bonn Phchum Ben im September/Oktober, das halbe Land unterwegs ist. Familien und Freunde treffen sich, unternehmen Ausflüge und veranstalten gemeinsame Picknicks. Auch Tempelbesuche stehen auf dem Programm.
Es gibt staatliche Feiertage, deren Termine in dem uns bekannten gregorianischen Kalender festgelegt sind. Fällt ein solcher Tag auf ein Wochenende, ist der Montag arbeitsfrei. Außerdem gibt es traditionelle und religiöse Feiertage, die sich nach dem Mondkalender richten und daher variable Daten haben. Die Festtage schwanken jedes Jahr, da der Beginn und die Länge des Mondkalenders nicht mit dem gregorianischen Kalender übereinstimmen (siehe >>).
1. Januar: Neujahr, staatlicher Feiertag. Nur wenige Kambodschaner feiern Silvester, das kambodschanische Neujahr ist im April.
7. Januar: Nationaler Gedenktag anlässlich der Zerschlagung der Herrschaft der Roten Khmer 1979 durch die Vietnamesen.
Ende Januar–Mitte Februar: Chinesisches Neujahr (chaul chnam chen) und vietnamesisches Neujahr (tet). Viele Chinesen und Vietnamesen schließen für einige Tage ihre Geschäfte. Vielerorts werden Drachentänze aufgeführt. Auch wenn es kein offizieller kambodschanischer Feiertag ist, die Khmer feiern eifrig mit.
Neujahrsfest
Das kambodschanische Neujahr (chaul chnam khmer) Mitte April kennzeichnet das Ende der Erntezeit und ist das wichtigste traditionelle Fest des Landes. Das Haus wird geputzt und mit Lampions, Kerzen und Räucherstäbchen geschmückt. Mit Opfergaben gedenkt man in Tempeln den Ahnen. Familien kommen zum Essen oder zu gemeinsamen Ausflügen zusammen.
Vor allem junge Kambodschaner tanzen auf den Straßen und vergnügen sich mit traditionellen Spielen wie angkunh (eine Art Boule-Spiel – Jungen gegen Mädchen –, bei dem keine Kugeln, sondern die flachen Nüsse des Angkunh-Baumes geworfen werden) oder chol chhoung (zwei Gruppen von 10–20 Personen stehen sich gegenüber und werfen sich einen verknoteten krama-Schal zu; wird der Schal nicht gefangen und ein Mitspieler getroffen, muss die Gruppe singen oder tanzen). Für viele Männer in ländlichen Gebieten ist es die Gelegenheit, sich den Mädchen zu präsentieren und auf Brautschau zu gehen.
Viele Geschäfte sind geschlossen, sogar in Phnom Penh sind die Straßen wie leergefegt. Die Preise für Unterkunft, Transport und Essen steigen in diesen Tagen merklich an. Das gilt insbesondere für Transportmittel, die zudem bereits viele Tage vorher ausgebucht sind. Auch Hotels in Urlaubsregionen wie Sihanoukville sind sehr teuer, spontan wird man kaum ein Zimmer bekommen.
Meak Bochea: Religiöser Feiertag, er erinnert an eine spontane Versammlung von 1250 Mönchen, die Buddhas Predigten hören wollten. Gläubige besuchen an diesem Tag die Tempel, um den Gesängen und Gebeten der Mönche beizuwohnen.
8. März: Internationaler Tag der Frauen.
14.–16. April: Kambodschanisches Neujahr (chaul chnam khmer), das wichtigste traditionelle Fest des Landes (s. Kasten).
1. Mai: Internationaler Tag der Arbeit
Bonn Visaka Bochea: Höchster buddhistischer Feiertag, der an die Geburt, Erleuchtung und den Tod Buddhas erinnert. Mönche ziehen mit Kerzen durch die Stadt, am eindrucksvollsten ist das Fest in Angkor Wat.
Bonn Chroat Preah Nongkoal: Königliche Pflugzeremonie. Angeführt von der königlichen Familie, findet das Fest vor dem Nationalmuseum in Phnom Penh statt. Das Datum markiert den Beginn der Aussaat. Vier königliche Ochsengespanne pflügen symbolisch dreimal den Boden vor dem Museum. Anschließend bieten anwesende Bauern und die königlichen Angestellten den Tieren in sieben vergoldeten Eimern Reis, Mais, Sesam, Bohnen, Gras, Wasser und Wein an. Ihre Wahl wird interpretiert und so Ernten, Überschwemmungen, Epidemien oder starke Regenfälle vorhergesagt. Schlimmes wird der Legende nach über Kambodscha hineinbrechen, wenn ein Ochse aus dem aufgestellten Becher Wein trinkt.
13.–15. Mai: Geburtstagsfeierlichkeiten für König Norodom Sihamoni mit großem Feuerwerk am Flussufer in Phnom Penh.
1. Juni: Internationaler Tag der Kinder.
18. Juni: Geburtstag der Königin-Mutter Norodom Monineath Sihanouk. Es gibt keine Feierlichkeiten, ist aber trotzdem ein arbeitsfreier Tag.
24. September: Tag der Verfassungsgebung 1993.
Ende September–Anfang Oktober: Bonn Phchum Ben, 2- bis 3-tägiges Ahnenfest.
Bonn Phchum Ben – das Ahnenfest
Es ist das hohe buddhistische Fest für die Ahnen und dauert drei Tage, gefeiert wird es Ende September, Anfang Oktober. Kambodschaner kehren in ihre Heimatdörfer zurück, um den Geistern ihrer Vorfahren Opfer in die Tempel zu bringen: Blumen, Kerzen, Papiergeld, aber auch Speisen und Getränke. Die Seelen suchen in sieben Wats nach Gaben ihrer Angehörigen und verfallen in tiefe Trauer, sollten sie nichts vorfinden. Am letzten Tag des Festes versammeln sich die Menschen in den Pagoden, um gemeinsam mit den Mönchen für die Seelen der Verstorbenen zu beten. Verkehrsmittel sind in dieser Zeit teurer und überfüllt – Busse besser rechtzeitig reservieren!
15. Oktober: Gedenkfeier für König Norodom Sihanouk, der an diesem Tag im Jahr 2013 verstarb.
23. Oktober: Gedenktag zum Friedensvertrag von Paris 1991.
29. Oktober: Krönungstag des Königs Norodom Sihamoni. Abends findet am Ufer des Tonle Sap in Phnom Penh ein Feuerwerk statt.
Bonn Om Touk: Das „Wasserfestival“ wird an drei Tagen gefeiert. Es sind die zwei Tage des Vollmonds und der erste Tag im abnehmenden Mond zwischen Ende Oktober und Mitte November. Das Fest markiert ein einmaliges Naturschauspiel des Tonle-Sap-Flusses: den Richtungswechsel im Strömungsverlauf (Kasten siehe >>). Zu diesem Anlass finden Bootsrennen bei Phnom Penh und Siem Reap statt. Über 200 Boote tummeln sich dann auf dem Tonle Sap: 25 m lang, bunt bemalt und mit 20–30 Rudern besetzt. Im Jahre 2010 brach während der Feierlichkeiten auf einer Brücke Panik aus, 350 Menschen starben. Der Tod König Sihanouks, die Flutkatastrophe und Wahlproteste 2013 waren weitere Gründe, das Fest in den Folgejahren nicht zu feiern. Ab 2014 sollen die Bootsrennen aber wieder wie gewohnt stattfinden. Bonn Om Touk markiert auch den Beginn der Fischfangsaison.
9. November: Tag der Unabhängigkeit von Frankreich 1953. Der Tag wird mit Umzügen und Ansprachen am Independence Monument in Phnom Penh gefeiert.
10. Dezember: Internationaler Tag der Menschenrechte.
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Die meisten Kambodschaner lassen sich gern fotografieren. Man sollte vor dem Fotografieren oder Filmen aber unbedingt höflich das Einverständnis einholen, sei es durch Worte oder eine Geste. In den seltensten Fällen wird man auf Ablehnung stoßen. Einige Angehörige der indigenen ethnischen Minderheiten (Khmer Loeu) lehnen fotografische Aufnahmen generell ab, das gilt auch für das Fotografieren ihrer Kinder. Besonders respektvoll sollte der Umgang mit Mönchen sein. Bei religiösen Zeremonien (vor allem Totenfeiern) gilt absolute Zurückhaltung.
Kambodschaner fotografieren selbst leidenschaftlich gern, nicht selten wird man als Tourist gebeten, bei einer Gruppenaufnahme mit zu posieren. In den Provinzen werden Touristen von Kindern nahezu bedrängt, ein Foto zu schießen, und es gibt ein freudiges Hallo, wenn man ihnen die Bilder oder Videoaufnahmen zeigt, einige verlangen Geld dafür.
In den meisten Internetcafés und Fotoläden können die digitalen Bilder auf CD bzw. DVD gebrannt werden. Digital- und Videokameras samt Batterien, SD-Karten, Stativen und USB-Sticks sind in großer Auswahl in Phnom Penh und Siem Reap zu kaufen.
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Das Land ist für Frauen – auch wenn sie allein unterwegs sind – problemlos zu bereisen. Kambodschaner verhalten sich in der Regel höflich und respektvoll gegenüber ausländischen Touristinnen.
Allerdings sollten Frauen einige Regeln beachten. So ist aufreizende Kleidung überall unangebracht. Kambodschanische Frauen kleiden sich sehr konservativ. Insbesondere bei Besuchen von Tempeln und Pagoden müssen Schultern und Knie als Zeichen des Respekts bedeckt sein. In Angkor sieht man zunehmend Touristinnen in kurzen Hosen und ohne Schulterbedeckung. Viele Tempel darf frau so gekleidet allerdings nicht betreten (bei den Bekleidungsregeln für Frauen achten die Tempelwächter strikter auf Einhaltung derselben als bei den Männern). Manchmal wird ein übergeworfener krama als Schulterbedeckung akzeptiert.
Badenixen in Bikinis gehören an touristischen Stränden mittlerweile zum normalen Bild. Wer den Strand verlässt, sollte sich jedoch unbedingt etwas überziehen, um Belästigungen zu vermeiden – wenngleich sich viele Kambodschaner in solchen Situationen eher beschämt wegdrehen. An abgelegeneren Orten ist es ratsam, es den Einheimischen nachzumachen und ein T-Shirt zum Baden überzuziehen.
Wie überall auf der Welt gilt: Übertriebene Vertraulichkeit kann von Männern missverstanden werden. Einsame Straßenzüge sollten Alleinreisende nachts besser meiden. Einen großen Bogen sollte frau auch um Gruppen angetrunkener Männer machen. Kommt es dennoch einmal zu Übergriffsversuchen, genügt oft ein lautes „No“. Auch lautes Schimpfen hilft, um andere auf die Situation aufmerksam zu machen. Oft ist bereits diese Aufmerksamkeit dem Mann peinlich, und er wird beschämt das Weite suchen.
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Neben der Landeswährung, dem Riel, fungiert der US-Dollar als gängiges Zahlungsmittel. Hotels, Reisebüros, Souvenirläden, Touranbieter und westliche Restaurants geben ihre Preise in Dollar an. Wo üblicherweise nur Einheimische kaufen, in einfachen Restaurants oder auf dem Markt, werden die Preise in Riel genannt.
Der Wechselkurs in Geschäften oder Restaurants ist seit Jahren konstant. Hier gilt: US$1 sind 4000 Riel. Rechnungsbeträge können zum genannten Kurs auch gemischt in Dollar und Riel bezahlt werden. Wechselgeld unter US$1 wird in Riel herausgegeben. Riel-Banknoten existieren in der Stückelung zu 100, 500, 1000, 2000, 5000, 10 000, 20 000, 50 000 und 100 000 Riel, Riel-Münzen gibt es nicht. Beschädigte und verschmutzte Dollarnoten werden nicht akzeptiert, auch beim Wechselgeld sollten Reisende solche Noten ablehnen. Riel hingegen werden immer akzeptiert.
Nahe der thailändischen Grenze kann problemlos in Baht bezahlt werden.
Riel tauschen?
Wer nicht gerade in die tiefste Provinz reist, braucht keine Riel zu tauschen. US-Dollar sind ein gängiges Zahlungsmittel, und in kleinen Scheinen kann damit auch an Straßenständen und auf einheimischen Märkten gezahlt werden. Wechselgeld wird in Dollar, aber auch in Riel ausgegeben, sodass der Reisende meist eine kleinere Summe Riel in der Tasche hat.
Wechselkurse
1 € | = 5300 Riel | 10 000 Riel = 1,90 € |
1 sFr | = 4300 Riel | 10 000 Riel = 2,30 sFr |
1 US$ | = 4150 Riel | 10 000 Riel = 2,40 US$ |
1 Baht | = 125 Riel | 10 000 Riel = 80 Baht |
Aktuelle Wechselkurse unter www.bankenverband.de/service/waehrungsrechner |
Zahlreiche Banken wechseln Bargeld in Dollar oder Riel, geben Bargeld auf Vorlage der Kreditkarte und des Reisepasses. Travellers Cheques werden hingegen nur noch von wenigen Banken oder Hotels in den großen Städten akzeptiert, bei Ausstellung und Einlösung wird eine Gebühr von 1–2 % erhoben.
Dollar und Euro, in Grenznähe auch thailändische Baht und vietnamesische Dong, werden zudem in Wechselstuben oder kleinen Läden getauscht, die sich meist rund um den Markt befinden. Auch Juweliere und Goldhändler tätigen Wechselgeschäfte. Der Kurs ist häufig etwas besser als bei Banken. Uns sind keine Betrugsfälle bekannt, dennoch sollte man das Geld genau nachzählen.
Fast in jeder Stadt gibt es mindestens eine Bankniederlassung mit einem Geldautomaten. Banken wechseln Fremdwährung wie Euro in US-Dollar, zahlen Bargeld auf die Kreditkarte bei Vorlage des Reisepasses (1–2 % Gebühr) aus oder wechseln Reiseschecks. Die Kernöffnungszeit der meisten Banken ist Mo–Fr 8–15.30 Uhr, einige auch Sa 8–11 Uhr. Weitverbreitet sind Filialen der Acleda Bank, www.acledabank.com.kh. Deren Geldautomaten akzeptierten lange nur Visa, seit einer Umrüstung gibt es auch Geld auf andere Kreditkarten wie MasterCard. Die Canadia Bank, www.canadiabank.com.kh, arbeitet ohne Transaktionsgebühr (siehe >>).
An Banken und in den touristischen Zentren sind überall Geldautomaten (ATM) zu finden. Mit Kreditkarte (am besten Visa- und MasterCard, American Express und Diners werden nur von wenigen Geldautomaten akzeptiert) und Geheimnummer bekommen Reisende Bargeld. Die Auszahlung erfolgt immer in US-Dollarnoten.
Die Kosten für eine Barabhebung sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Bis auf die Canadia Bank (und DKB Visa) erheben alle Banken bei der Barabhebung eine Bearbeitungsgebühr von 1–3 % (siehe >>). Bei Belastung des heimischen Kontos fallen oft nochmals 1–2 % Auslandseinsatz-Entgelt an, manchmal sogar zuzüglich eines festen Betrages für Bargeldauszahlung. Am besten lässt man sich vor der Reise von seinem Geldinstitut beraten.
Viele Kunden haben ein Verfügungslimit auf ihren Kreditkarten. Unbedingt das geltende Abhebelimit erfragen und bei Bedarf anpassen. Karten, die im Ausland eingesetzt werden, lösen unter Umständen einen Missbrauchsverdacht bei der heimischen Bank aus, die Karte wird dann gesperrt. Besser vor Reiseantritt die Bank kontaktieren. Zurzeit werden viele Geldautomaten umgestellt, mit ec-Karten kann man fast nirgendwo mehr Geld abheben.
An den Flughäfen Phnom Penh und Siem Reap gibt es Geldautomaten, ebenso in den Banken der Grenzorte Poipet, Bavet und Koh Kong. Hier erhält man Dollar, folglich muss man sich nicht unbedingt vor der Reise ausreichend versorgen. Wer noch kein kambodschanisches Visum im Pass hat, muss bei der Einreise für das Visum mindestens US$30 bezahlen (manchmal kommen Kosten hinzu, siehe >>) – dieser Betrag sollte vorrätig gehalten werden.
Kreditkarten als Zahlungsmittel werden nicht überall akzeptiert, meist nur in größeren Hotels, westlichen Restaurants, Souvenirgeschäften und Reisebüros. Oft wird eine Gebühr von 1–3 % aufgeschlagen. Visa- und MasterCard ist weitverbreitet, American Express oder Diners Club werden dagegen nur selten angenommen.
Kostenlos Geld abheben
Wer mit der Kreditkarte am Geldautomaten Geld abhebt, zahlt zusätzlich eine Transaktionsgebühr in Höhe von 1–3 % der abgehobenen Summe. Nur die Canadia Bank, www.canadiabank.com.kh, sieht von einer solchen Belastung ab. Die Geldautomaten akzeptieren Visa- und MasterCard. Auch Bargeldauszahlungen auf Vorlage der Kreditkarte und des Reisepasses sind kostenlos.
Wer die Visakarte der DKB Bank nutzt, kann sich die Transaktionsgebühren nach der Reise von der Bank erstatten lassen. Damit entfällt die Suche nach einer Bank ohne Gebühren; s. auch eXTra [9423].
Wer sich aus der Heimat Geld schicken lassen will, kann das problemlos über MoneyGram, www.moneygram.de, oder Western Union, www.westernunion.de, veranlassen. Online-Transaktionen werden über die Kreditkarte gebucht, Überweisungen können bei Filialen der Deutschen Postbank getätigt werden. Der Einzahlende erhält eine Code-Nummer, die dem Empfänger mitgeteilt werden muss. Innerhalb von wenigen Stunden ist das Geld nach Vorlage des Reisepasses und der Code-Nummer bei einer Bank, die mit MoneyGram (Canadia Bank) oder Western Union (Acleda, Cambodia Asia Bank und Singapore Banking Cooperation) zusammenarbeitet, verfügbar. Diese Form der Geldbeschaffung ist nur im Notfall ratsam, denn die Gebühren sind recht hoch.
Sperrung von Bank- und Kreditkarten
Bei Verlust der Bank- oder Kreditkarte sollte umgehend die Bank verständigt werden.
Tel. +49-116 116, Tel. +49-30 4050 4050
American Express, Tel. +49-69-9797 2000
MasterCard, Tel. +1-636 722 7111
Visa, Tel. +1-303 967 1096, www.visa.de
Weitere Sperrnummern unter: www.kartensicherheit.de
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Wer überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und schon mal die Dienste eines Motorradtaxis in Anspruch nimmt, greift am besten auf den altbewährten Rucksack zurück. Koffer sind für diejenigen bequem, die ihren nicht weit rollen werden. Ein Tagesrucksack ist für Touren und Besichtigungen unerlässlich: Wasser, Sonnenmilch, Reiselektüre und Mückenschutz sollten hineinpassen.
Kambodschaner sind in puncto Kleidung sehr penibel und beurteilen Menschen aufgrund ihrer äußeren Erscheinung. Die mitgenommene Kleidung sollte daher sauber, ordentlich und nicht aufreizend sein.
Auch wenn Kambodscha ein tropisches Reiseland ist: unbedingt warme Kleidung einpacken. Nicht nur in der kühlen Jahreszeit (November–Januar) kann es abends recht frisch werden. Auch in den Bergen (Mondulkiri und Rattanakiri) ist es oft kälter als erwartet. Und bei einem starken Regenschauer fällt die Temperatur bisweilen schlagartig von 40 °C auf gefühlte 10 °C. Auch wer mit öffentlichen Bussen und Booten unterwegs ist, ist mit warmer Kleidung gut beraten, denn meist wird die Klimaanlage so eingestellt, dass es recht kalt ist. Trekkingschuhe sind bei Wanderungen in den Bergen sinnvoll, sonst reichen auch gute Trekkingsandalen oder Turnschuhe.
Wertsachen sollten unbedingt unter der Kleidung getragen werden, am besten mit einem Hüftgurt. Dokumente zusätzlich mit einer Plastikhülle vor Nässe und Schweiß schützen.
Ein dünner Schlafsack oder ein Laken sind hilfreich für diejenigen, die eine mehrtägige Trekkingtour unternehmen wollen oder in einfachen Unterkünften nächtigen. Wer sich überwiegend in den einfachen Unterkünften einquartiert, sollte vorsichtshalber auch ein Vorhängeschloss für die Tür dabeihaben. Wenn die Türe sich so nicht sichern lässt, ist das Gepäck damit sicher abzuschließen. Eine Taschenlampe für Stromausfälle sollte außerdem immer griffbereit sein. Nicht alle Unterkünfte haben einen zusätzlichen Generator.
Unerlässlich ist ein ausreichender Sonnenschutz. Nicht nur Sonnenmilch, sondern auch eine Kopfbedeckung gehört ins Gepäck. Unbedingt auf Moskitoschutz achten: In vielen Gebieten Kambodschas herrscht akute Malariagefahr. In der Dämmerung stechen die Mücken zu – gut eincremen und besser langärmelige Sachen und Strümpfe anziehen.
Gepäck-Check
Kleidung
Badekleidung, für Frauen Badeanzug oder nicht zu winziger Bikini
Baumwolltuch zum Schutz vor Staub, Sonne oder Zugluft
Feste Schuhe für Trekking-Touren; in der Trockenzeit und für Wanderungen reichen Turnschuhe
Hosen/Röcke aus Baumwolle oder leichten Materialien, nicht zu eng
Jacke, für An- und Abreise, kühle Nächte oder klimatisierte Busse/Boote
Kurze Hosen, bei Männern knielang, bei Frauen bis übers Knie
Sandalen, aus denen man einfach hinein- und hinausschlüpfen kann
Socken für den Abend als Moskitoschutz
Sonnenschutz: Hut, Brille, Sonnenmilch
T-Shirts/Polos mit Ärmeln
Unterwäsche aus Baumwolle oder feinen, schnell trocknenden Materialien
Hygiene und Pflege
Feuchties (zur Hygiene unterwegs)
Tampons (nur in wenigen Supermärkten in den großen Städten zu kaufen, Binden hingegen bekommt man überall)
Toilettenpapier (auf öffentlichen Toiletten nicht vorhanden)
Für einfache Unterkünfte
Adapter (in einfachen Unterkünften sind die Steckdosen oft „ausgeleiert“)
Gummischlappen für Bad und Dusche
Handtücher (wer im Dorm übernachtet)
Klebeband, gegen Löcher im Moskitonetz
Kleine Nägel oder Reißzwecken zum Befestigen des Moskitonetzes
Kordel als Wäscheleine oder zum Aufhängen des Moskitonetzes
Leinenschlafsack/Bettbezug (da Laken in einfachen Hotels nicht unbedingt immer gewechselt werden)
Moskitonetz
Plastikbürste zum Reinigen der Wäsche oder Schuhe
Vorhängeschlösser fürs Gepäck und die Zimmertür
Sonstiges
Flugunterlagen
Fotoapparat, Ladegerät und Ersatzakkus
Geld (Bargeld, Kreditkarte(n))
Handy und Ladegerät
Impfpass
Kopien aller Dokumente
Laptop, Tablet, Netbook und Ladegerät
Nähzeug (Nadel, Faden, Sicherheitsnadel)
Passbilder fürs Visum
Plastiktüten für schmutzige Wäsche und als Nässeschutz
Reiseapotheke (siehe >>)
Reiseführer, Landkarten, Reiselektüre
Reisepass (evtl. internationaler Studentenausweis, Personalausweis)
Reisewecker oder Handy
Taschenlampe (ggf. Batterie oder Ladegerät)
Taschenmesser
Einen Wäschedienst bieten fast alle Unterkünfte an: Für 500–1000 Riel pro Wäschestück oder US$1–3 pro Kilo wird gewaschen und getrocknet. Wäschereien im ganzen Land offerieren den gleichen Service zum ähnlichen Preis. In der Trockenzeit erhält man seine Sachen innerhalb von 24 Std. zurück. In Phnom Penh und Siem Reap gibt es auch Waschsalons mit Wäschetrockner, was vor allem in der Regenzeit von Vorteil ist.
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Wer sich auf den ausgetretenen touristischen Pfaden durchs Land bewegt, setzt sich nur geringen gesundheitlichen Gefahren aus. Dennoch: Kambodscha ist ein armes Land, die hygienischen Bedingungen sind andere als daheim, und die medizinische Versorgung außerhalb von Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville ist mangelhaft (s. u.).
Selten passiert mehr, als dass ein aufgekratzter Mückenstich oder eine Abschürfung schlecht verheilen. Dennoch besteht ein latentes Entzündungsrisiko, deshalb sollte man Wunden gut desinfizieren und verbinden. Den ein oder anderen erwischt ein Magen-Darminfekt, der gut selbst zu behandeln ist. Außerhalb der touristischen Hotspots besteht zudem Malariagefahr. Weitere Informationen zu möglichen Erkrankungen, Vorbeugung und Behandlung siehe >>, Reisemedizin zum Nachschlagen.
Auswahl tropenmedizinischer Institute
Deutschland
Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit
Spandauer Damm 130, Haus 10, 14050 Berlin, Tel. 030-301 166, tropeninstitut.charite.de
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Str. 74, 20359 Hamburg, Tel. 040-428 180, www.bni-hamburg.de
Tropeninstitut der LMU
Leopoldstr. 5, 80802 München, Tel. 089-2180 13500, www.klinikum.uni-muenchen.de/Abteilung-fuer-Infektions-und-Tropenmedizin/de/index.html
Österreich
Zentrum für Reisemedizin Alserstr. 48/2, 1090 Wien, Tel. 01-403 8343, www.reisemed.at
Schweiz
Schweizerisches Tropen- und Public-Health-Institut Socinstr. 57, 4002 Basel, Tel. 061-284 81111, www.swisstph.ch
Rechtzeitig vor Reiseantritt sollte der eigene Impfschutz überprüft werden. Für Kambodscha sind keine Impfungen vorgeschrieben, empfohlen wird aber die Kontrolle (die letzte Immunisierung sollte nicht länger als zehn Jahre zurückliegen) des Basisimpfschutzes. Dazu gehören Tetanus (Wundstarrkrampf), Polio (Kinderlähmung), Diphterie, Keuchhusten und Masern. Darüber hinaus raten Ärzte und Tropenmediziner zu einer Immunisierung gegen Hepatitis A. Bei Reisen in entlegenere Gebiete oder Langzeitaufenthalten empfehlen Mediziner zusätzlichen Impfschutz gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis.
Nur wenige Gebiete in Kambodscha gelten als malariafrei. Sinnvoll ist in puncto Malaria in jedem Fall eine Impfberatung (möglichst frühzeitig) bei einem Arzt. In Abhängigkeit von der Reiseplanung kann eine Prophylaxe eingenommen werden, ein Notfallmedikament mitgeführt oder die Frage geklärt werden, ob man darauf verzichtet. Einige Impfungen müssen bis zu acht Wochen vor Reiseantritt erfolgen. Eine Malaria-Prophylaxe beginnt – in Abhängigkeit vom gewählten Mittel – bis zu zwei Wochen vor Einreise in gefährdete Gebiete.
Wer aus einem Gelbfieber-Infektionsgebiet (West- und Zentralafrika, Südamerika) nach Kambodscha einreist, muss eine Impfung gegen Gelbfieber nachweisen.
Alle Impfungen sollten im Internationalen Impfpass eingetragen sein. Die Mitnahme des Impfpasses ist sinnvoll, so weiß im Zweifelsfall jeder Arzt, gegen welche Krankheiten man geimpft ist.
Vorschlag für eine Reiseapotheke
Aufgrund der rudimentären medizinischen Versorgung in der Provinz gehört unbedingt eine Reiseapotheke ins Gepäck:
Basisausstattung
Fieberthermometer
Mückenschutz
Verbandszeug (Heftpflaster, Leukoplast, Mullbinden, elastische Binde, sterile Kompressen, Dreiecktuch)
Schmerzen und Fieber
Antibiotika* (gegen bakterielle Infekte, in Absprache mit dem Arzt, sinnvoll ist ein Breitbandantibiotikum)
Buscopan (gegen Magenkrämpfe)
Paracetamol, Dolormin (keine acetylsalicylsäurehaltigen Medikamente)
Magen- und Darmerkrankungen
Elektrolytpulver zum Trinken (Elotrans, für Kinder: Oralpädon-Pulver)
Mittel gegen Sodbrennen
Mittel gegen Verstopfung (Dulcolax, Laxoberal)
Tabletten gegen Durchfall (z. B. Imodium akut und Vaprino)
Erkrankungen der Haut
Antibiotische Salbe
Anti-Pilz-Salbe (Fungizid ratio, Canesten)
Augentropfen gegen Bindehautentzündungen (Berberil, Yxin)
Cortison-Creme (bei starkem Juckreiz oder Entzündungen, Soventol Hydrocortison, Ebenol Creme)
Desinfektionsmittel (Betaisadona-Lösung, Kodan-Tinktur)
Mittel gegen Juckreiz (bei Insektenstichen und Allergien, Soventol Gel, Azaron, Fenistil, Teldane-Tabletten)
Wund- und Heilsalbe (Bepanthen)
Erkältungskrankheiten
Halsschmerztabletten
Hustenstiller/Schleimlöser
Nasenspray
Reisekrankheit
Vomex
Evtl. Malaria-Prophylaxe *
ärztl. empfohlenes Mittel zur Prophylaxe oder Standby-Therapie (siehe >>).
Alle regelmäßig benötigten Medikamente sollte man in ausreichenden Mengen mitnehmen. Hitzeempfindliche Medikamente wie Zäpfchen sind nicht zu empfehlen. Bitte bei Medikamenten Wechselwirkungen und Gegenanzeigen beachten und sich vom Apotheker beraten lassen.
* in Deutschland rezeptpflichtig
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Nur in Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville gibt es Kliniken, die einen internationalen Standard erreichen. In den staatlichen Krankenhäusern ist die technische Ausrüstung, Hygiene und Patientenbetreuung dürftig. Privatkliniken sind den staatlichen Häusern vorzuziehen. Sie sind meist besser ausgestattet und werden oft von einem internationalen Ärzteteam betrieben. In der Provinz bedeutet „Clinic“ eine etwas bessere Arztpraxis (Empfehlungen englischsprachiger Ärzte und Privatklinken im jeweiligen Regionalkapitel). Die Behandlung in Krankenhäusern und bei Ärzten muss bar bezahlt werden (ab US$20, in den internationalen Kliniken US$100–150 jeweils für die Erstbehandlung zzgl. Medikamente). Die internationalen Kliniken in Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville klären die Abrechnung mit den heimischen Krankenkassen.
Bei schweren und ernsthaften Krankheiten sollte man sich – sofern möglich – in den hervorragend ausgestatteten Krankenhäusern in Bangkok behandeln lassen. Die vorgenannten Kliniken arbeiten mit dem Bangkok Hospital in Thailand zusammen und können einen Krankentransport veranlassen.
Wichtig ist es, vor Reiseantritt den Krankenversicherungsschutz zu überprüfen und ggf. eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die auch einen Krankentransport bzw. Reiserückholversicherung einschließt (siehe >>).
Die Apotheken, meist 7–20 Uhr, sind gut ausgestattet, die Beratung lässt aber meist zu wünschen übrig. Viele Medikamente sind günstiger als in Europa, allerdings werden auch gefälschte Arzneimittel vertrieben, die für den Nicht-Mediziner kaum zu erkennen sind.
Das Leitungswasser in Kambodscha ist nicht zum Trinken geeignet. Abgefülltes Trinkwasser in Plastikflaschen ist überall erhältlich (darauf achten, dass der Plastikverschluss unbeschädigt ist). Tee, der kostenlos in einfachen Restaurants gereicht wird, wurde aufgebrüht und ist unbedenklich. Eiswürfel werden grundsätzlich aus Trinkwasser hergestellt, dennoch kann es in der Provinz durch den Transport zu Verunreinigungen kommen. Empfindliche Mägen sollten dort vorsichtig sein. Speiseeis in westlich orientierten Cafés sollte in Ordnung sein, aufgrund von Salmonellengefahr wird jedoch davon abgeraten, auf dem Land Speiseeis von fliegenden Händlern zu kaufen.
Bei Nahrungsmitteln gilt: am besten gekocht, gebraten oder geschält. Das Essen auch in einfachen Restaurants ist normalerweise unbedenklich zu genießen. Am besten sollte man das Restaurant aussuchen, in dem die meisten Khmer sitzen, denn sie sind sehr kritisch, was das Essen angeht. Auch Straßenstände sind meist unbedenklich, zumindest dort, wo das Essen frisch zubereitet wird.
Mit persönlicher Hygiene können zudem viele Magen- und Darmerkrankungen vermieden werden: möglichst oft die Hände mit Seife waschen. Maßnahmen bei Durchfall oder Verstopfung siehe >>.
Wichtig ist es, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Erwachsene sollten mindestens 3 l am Tag trinken.
Nicht zu unterschätzen sind Erkältungskrankheiten: schnell verkühlt man sich, wenn es abends frischer wird oder eine Klimaanlage den Bus herunterkühlt. Über Nacht sollte man besser den Ventilator oder die Klimaanlage ausschalten.
Unbedingt vor der Sonne schützen: nicht nur Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist in den Tropen unersetzlich, auch eine Kopfbedeckung und eine gute Sonnenbrille gehören zur Ausstattung. Mit einem Sonnenstich ist nicht zu spaßen.
Mückenstiche sind nicht nur unangenehm, Stechmücken können Malaria (siehe >>) und Dengue-Fieber (siehe >>) übertragen: Dagegen helfen mückenabweisende Mittel, auch als Hautcreme; in den Abendstunden langärmelige Kleidung tragen; besser unter einem Moskitonetz schlafen und stehende Gewässer meiden.
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In Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt es kein offizielles kambodschanisches Touristeninformationsbüro. Ehrenamtlich fungiert in Deutschland als kambodschanisches Informationsbüro:
ICS (Indochina Services)
Steinerstr. 15A, 2. OG, 81369 München, Tel. 089-2190 98660
Die freundlichen Mitarbeiter geben gern (und fundiert) Auskunft.
Vor Ort gibt es oft gute Informationen in Hotels, bei Besitzern von Guesthouses, Reisebüros und Touranbietern. Offizielle staatliche Touristeninformationen existieren in den größeren Provinzstädten. Die Mitarbeiter sprechen ein wenig Englisch oder Französisch, halten aber meist wenige Informationen bereit, Mo–Fr 8–11 und 14–16 Uhr.
Zahlreiche Informationen sind über das Internet verfügbar. Hier eine nützliche Auswahl:
Auswärtiges Amt Deutschland
www.auswaertiges-amt.de
Außenministerium Österreich
www.bmeia.gv.at
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
www.dfae.admin.ch
Cambodia Community-Based Ecotourism Network
www.ccben.org
Genereller Überblick zu Ökoprojekten in Kambodscha.
Canby Publications
www.canbypublications.com
Ausführliches Reiseportal in Englisch mit vielen Links.
Go Cambodia
www.gocambodia.com
Informatives Portal: Business, Reisen, Kochrezepte oder Frauenrechte – alles über Kambodscha.
Kambodscha entdecken
www.kambodscha-info.de
Deutschsprachige Webseite mit Informationen, vielen Fotos und einem Forum.
Kambodschas Flughäfen
www.cambodia-airports.com
Homepage der Flughäfen in Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville – anschaulich mit aktuellen Starts und Landungen und Flughafenübersicht.
Mekong Responsible Tourism
www.mekongresponsibletourism.org
Allgemeine Informationen über Kambodscha und ausführliche Beschreibungen u. a. von Ökotourismus-Projekten, Unterkünften, Restaurants und Shops.
Ministry of tourism of Cambodia
www.tourismcambodia.org
Offizielle Webseite des Fremdenverkehrsministeriums. Guter Überblick über Unter-künfte, Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Feiertage und Festivals.
Phnom Penh
www.phnompenh.gov.kh
Ausführliche Webseite über die Hauptstadt Phnom Penh: wichtige Telefonnummern, Geschichte mit alten Fotos, Business-Möglichkeiten und touristische Infos.
Reisetipps für Kambodscha
www.kambodscha-reise.info
Professionell gestaltete und informative Kambodscha-Seite in deutscher Sprache.
Stefan Loose
www.stefan-loose.de/reise-ziele/asien/kambodscha/
Von dieser das Buch ergänzenden Seite führen Links zu den Leser- und Autoren-Updates, in den Kambodscha-Club (mit aktuellen Hinweisen, vielen Bildern, Buchungs- und Bewertungsmöglichkeiten) und ins Forum (der Plattform für wichtige Fragen rund ums Reisen). Außerdem zahlreiche weitere Informationen zu Fair & Grün.
Bayon Peranik
www.bayonpearnik.com
Unterhaltsame Homepage des gleichnamigen Magazins mit Informationen zu allen Provinzen. Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Ausgehtipps.
Cambodia Daily
www.cambodiadaily.com
Ausgewählte Artikel aus der täglichen englischsprachigen Zeitung.
Cambodian Information Centre
www.cambodia.org
Publizierte Artikel der letzten Jahre, nach Themenkreisen sortiert.
Kambodschanische Allgemeine Zeitung
www.k-a-z.info
Deutschsprachige Zeitung mit aktuellen Informationen über Kambodscha.
Phnom Penh Post
www.phnompenhpost.com
Online kann man die Montag bis Freitag erscheinende englischsprachige Zeitung lesen: gute Artikel über Politik, Wirtschaft, Lifestyle und Sport.
Andy Brouwer
www.andybrouwer.co.uk
Enthusiastischer Blog des in Kambodscha lebenden Autors, tolle Bilder und aktuelle Geschichten.
Don Kong
www.kambodscha.don-kong.com
Unterhaltsamer Blog mit Links zu informativen Videoclips: wie man als deutscher Auswanderer in Sihanoukville lebt.
Dr. Markus Karbaum
www.cambodia-news.net
Deutscher Blog zu wichtigen tagespolitischen Themen des Landes: professionell und sehr informativ.
ChildSafe
www.childsafe-cambodia.org
Weltweit operierende Hilfsorganisation: Die Webseite berichtet über Beispiele von sexuellen Übergriffen oder Ausbeutung. Hilfreiche Telefonnummern und Kontaktadressen, sollten Missbrauchsfälle beobachtet werden.
ConCert
www.concertcambodia.org
Webseite gegen die Armut – guter Überblick über Projekte, die nachhaltig Kinderarmut bekämpfen, Freiwilligenarbeit und Ökotourismus.
König Norodom Sihamoni
www.norodomsihamoni.org
Webseite des Königs. Sein Lebenslauf ist nachzulesen, es gibt Videos und Fotos seiner offiziellen Termine.
terre des hommes
www.tdh.de/was-wir-tun/projekte/suedostasien/kambodscha.html
Das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk, www.tdh.de, finanziert u. a. ein Schutzzentrum für Straßenkinder und engagiert sich im Umweltbereich.
Völkermordtribunal
www.cambodiatribunal.org
Aktuelle Berichterstattung über das Khmer-Rouge-Tribunal.
www.eccc.gov.kh
Offizielle Webseite des Tribunals.
Die Auswahl an Landkarten im deutschsprachigen Buchhandel ist überschaubar. Die Landkarte von Gecko Maps, www.geckomaps.com, ist sehr detailliert und wirkt dadurch etwas unübersichtlich. Die Stadt- und Übersichtspläne von Phnom Penh, Siem Reap, Angkor, Sihanoukville und der Südküste auf der Rückseite sind in ihrer Ausführlichkeit sehr hilfreich. Die reiß- und wasserfeste Landkarte des Verlages Reise Know-How, www.reise-know-how.de, im Maßstab 1:500 000 auf Vorder- und Rückseite, ist komfortabel, die Stadtpläne von Phnom Penh, Siem Reap und Angkor sind eher etwas klein geraten.
Die Karte des Nelles Verlag, www.nelles-verlag.de, im Maßstab 1:1 500 000, zeigt Teile der angrenzenden Länder; die Stadtpläne von Phnom Penh, Siem Reap, Sihanoukville sind klein, aber detailliert. Von Bangkok gibt es eine Gesamtübersicht. Schön sind die Grundrisse der Tempel von Angkor und von Preah Khan mit englischen Beschreibungen.
Vor Ort gibt es Stadtpläne bei Touristeninformationsbüros, Touranbietern und in vielen Hotels und Guesthouses.
Generell spricht nichts gegen eine Kambodscha-Reise mit Kindern. Die Tempelanlagen, Naturlandschaften, kleinen Dörfer und wilden Tiere (im Gehege) faszinieren Kinder in der Regel, und natürlich lassen sich auch entspannte Strandtage einlegen. Kindgerechte Aktivitäten werden in den jeweiligen Regionalkapiteln beschrieben.
Kambodschaner lieben Kinder, sind aber meist relativ zurückhaltend den Kleinen gegenüber. Dennoch kann es vorkommen, dass jemand im Überschwang der Begeisterung den Kindern über den Kopf streicht, sie in die Wange kneift oder ihnen einen Klaps auf den Po gibt. Doch dies sind Ausnahmen.
Beim Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln reisen die Kleinen kostenlos auf dem Schoß der Eltern, für einen eigenen Sitzplatz muss der volle Preis gezahlt werden. Manchmal lassen die Betreiber aber mit sich verhandeln, und man zahlt etwa die Hälfte. Bei Inlandflügen zahlen Kinder i.d.R. den vollen Preis. Wer in öffentlichen Bussen fährt, die bis zum Anschlag beladen sind, sollte bedenken, dass ein Kind auf dem Schoß die Fahrt zur Qual werden lässt. Eine Pause wird in der Regel alle zwei Stunden eingelegt. Auf Wunsch hält der Fahrer aber auch schnell für eine Kinder-Pinkelpause.
Da auch kambodschanische Familien viel im Land unterwegs sind, findet man recht häufig Familienzimmer. Mit Glück gibt es auch einfache Doppelzimmer mit zwei großen Betten (dies ist meist auf dem Land der Fall). Kinder unter acht Jahren schlafen i.d.R. kostenlos im Zimmer der Eltern. Danach muss für sie oft ein Extrabett genommen werden und sie gelten als erwachsene Personen. Zustellbetten sind in den meisten Hotels vorhanden. Da einige Hotels auch Kinder bis zwölf Jahren noch als Babys, andere bereits zweijährige Knirpse als Erwachsene einstufen, sollte man bei Reservierungen nachfragen. Bei Walk-In klärt sich schnell, welche Zimmer an Familien vermietet werden (können), die Bedingungen sind weniger streng.
Für Babys muss nirgendwo Eintritt gezahlt werden. Auch der Zutritt zu einigen Nationalparks oder Museen ist für Kinder bis zehn Jahren frei (ab dann sowie bei groß gewachsenen Kindern liegt die Zahlung im Ermessen der Ticketverkäufer). In Schwimmbädern und Freizeitparks wird für Kinder ab zwei Jahren meist Eintritt verlangt, oft ist dieser ermäßigt. Als Maßstab gilt die Größe: Mit 1 m–1,40 m gilt man als Kind.
Kinder gehören überall dazu: Knapp ein Drittel der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt.
Die meisten Kinder werden in Kambodscha schmackhaftes Essen finden. Sobald man sich auf dem Pancake-Trail befindet, ist Travellerküche überall zu haben (Burger, Pommes, Pizza – mal mehr, mal weniger lecker). Auch typisch kambodschanisches Essen schmeckt den meisten Kindern: Reis oder Nudeln, kurz gebratenes Fleisch und Gemüse sind überall zu bekommen. In Städten gibt es Säuglingsmilch und Babynahrung in den Supermärkten zu kaufen. Nur wer in kleine Dörfer fährt, sollte sich besser mit Vorräten eindecken. Das gilt auch für die sonst überall erhältlichen Wegwerfwindeln, Schnuller und Säuglingsfläschchen.
Zur Reisevorbereitung gehören eine ärztliche Untersuchung und die vorgeschriebenen Impfungen, auch gegen Kinderkrankheiten – die sind in Kambodscha viel verbreiteter als zu Hause. Impfmuffelige Eltern sollten daher von einer Kambodscha-Reise Abstand nehmen! Sobald sich ein Kind länger als einen Tag krank fühlt und sehr schlapp ist, sollte man einen Arzt aufsuchen. Kehrt die Energie nicht in drei bis vier Tagen zurück, sollte das Kind umgehend in einem internationalen Krankenhaus vorgestellt werden. Mit Tropenkrankheiten im Kindesalter ist nicht zu spaßen.
Unbedingt darauf achten, dass KEIN Leitungswasser getrunken wird. Auch zum Zähneputzen Trinkwasser nutzen. Wichtig auch: regelmäßiges Händewaschen vor jeder Mahlzeit und auch mal zwischendurch. Zudem ist darauf zu achten, was Babys und Kleinkinder in den Mund stecken.
Besonders in der heißen Jahreszeit aufpassen, dass Kinder ausreichend trinken. Immer – auch an bewölkten Tagen – mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen und den Sonnenhut nicht vergessen!
In der Provinz sollten Kinder nicht mit Tieren spielen, da Tollwut weitverbreitet ist. Auch manch zutraulicher Affe kann beißen und manch anschmiegsame Katze plötzlich kratzen. Nach Sonnenuntergang ist ein Mückenschutz wichtig, geschlafen wird nur unter einem Moskitonetz.
In ländlichen Gegenden ist es wichtig, Kinder an die Hand zu nehmen und auf den Wegen zu bleiben: Landminen und Blindgänger liegen immer noch abseits der Wege.
Eltern sollten zudem die Warnungen an den Tempeln ernst nehmen: Wenn Hinweisschilder mahnen, dass Kinder unter zwölf Jahren den Tempel nicht besteigen sollten, dann ist dies meist gerechtfertigt. Es gibt keine Sicherungen, und die Treppen sind sehr steil.
Nicht vergessen!
Babynahrung
Fläschchen für Säuglinge (in Kambodscha nachzukaufen)
Fotos von wichtigen Daheimgebliebenen gegen Heimweh
Impfpass
Kleidung – möglichst strapazierfähige, leichte Sachen in Erdfarben
Kopfbedeckung
Kuscheltier (muss gehütet werden wie der Augapfel, denn ein verloren gegangener Liebling kann den Rest der Reise verderben. Reiseerprobte Kinder beugen vor und nehmen nur das zweitliebste Kuscheltier mit)
MP3-Player
Reisepass (Kinder jeglichen Alters brauchen für Kambodscha einen eigenen Pass)
Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
SOS-Anhänger mit allen wichtigen Daten (hier kann man an jedem Ort die aktuelle Visitenkarte des Hotel einstecken. Sollte das Kind verloren gehen, finden Helfer den Weg zu den Eltern).
Spiele und Bücher
Wegwerfwindeln
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In Kambodscha wird das metrische System benutzt (also Meter, Kilogramm, Liter), Ausnahme sind Edelsteine und Edelmetalle – hier werden chinesische Maße verwendet.
Stromstärke und Spannung entsprechen den europäischen Normen (230 Volt Wechselstrom, 50 Hertz). Kambodschanische Steckdosen sind auf einen zweipoligen flachzinkigen Stecker ausgelegt. Normalerweise passen unsere europäischen Stecker ebenso. In einfachen Unterkünften können die Steckdosen für unser Stecksystem jedoch zu wackelig sein. Dann hilft ein Adapter. Es gibt sie für wenige Dollar in den Supermärkten der größeren Städte.
Überall in Kambodscha kann es immer wieder zu kurzzeitigen Stromausfällen kommen, die Mitnahme einer Taschenlampe ist ratsam. Auf den Inseln wird der Strom per Generator erzeugt, oft gibt es nur zwischen 18 und 22 Uhr Strom.
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Es werden mehrere Tageszeitungen in Khmer publiziert, darunter die auflagenstärksten Boulevardblätter Reaksmei Kampuchea, Kampuchea Thmei und Koh Santepheap. Informativ mit durchaus kritischen Beiträgen sind die täglich in der Woche erscheinenden englischsprachigen Tageszeitungen Phnom Penh Post, www.phnompenhpost.com, und Cambodia Daily, www.cambodiadaily.com (Kasten siehe >>).
Asian Life Magazine, www.asialifemagazine.com/cambodia – kostenl. Monatsmagazin, liegt in Hotels und Restaurants aus: Veranstaltungskalender, Beiträge über Mode, Shoppen, Essen, Reiseberichte inkl. Hotel- und Restauranttipps.
Bayon Pearnik, www.bayonpearnik.com. Kostenloses Monatsmagazin mit sehr unterhaltsamen Beiträgen, konzentriert sich überwiegend auf Themen rund ums Ausgehen.
Southeast Asia Globe, für US$4 in Buchläden erhältlich, Anschauungsexemplare in Restaurants und Hotels. Die vierteljährlich erscheinenden Ausgaben beleuchten asienübergreifend aktuelle wirtschaftliche Ereignisse und die Kulturszene. Die Businessspalte ist für Expats interessant. Chefredakteur Tassilo Brinzer hat früher für den Focus gearbeitet. Aus dem gleichen Hause stammen das jährliche Hochglanzmagazin Discover, das für US$6 im Zeitschriftenhandel erhältlich ist (Schwerpunkte sind Kultur und Reiseberichte), und Focus Asean (Wirtschaftsthemen aus Asien).
Touchstone Magazine, von der NGO Heritage Watch, www.heritagewatchinternational.org, vierteljährlich herausgegebenes Magazin auf Englisch und Khmer: Veranstaltungen, Restaurants und Beiträge über Kambodscha.
Darüber hinaus liegen in Restaurants und Hotels kostenlos die vierteljährlich erscheinenden Hefte des Pocket Guide aus, als Restaurantführer Drinking & Dining, Aktivitätenführer Out & About und Ausgehführer After Dark. Sie gibt es für Phnom Penh und Siem Reap. Die Visitors Guides, www.canbypublications.com, liefern einen guten Überblick über Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Hotels, Einkaufen und Ausgehen für Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville.
Neben vielen lokalen Khmer-Sendern senden einige auch auf Englisch wie die BBC auf FM 100,0 MHz, Municipality Radio (Love FM) FM97,5 MHz oder Radio Australia, FM 101,5 MHz. Beiträge auf Französisch bietet der Sender RFI, Radio France auf FM 92,0 MHz. Natürlich ist Radio auch über das Internet zu hören.
Die Internetseite Asiawaves, www.asiawaves.net, listet kambodschanische Radiosender und TV-Stationen nach Städten auf, versehen mit Anmerkungen, welchen Organisationen sie nahestehen.
Kambodscha besitzt eine ganze Reihe lokaler Fernsehsender: Das Programm besteht aus (thailändischen oder koreanischen) Seifenopern, Werbung, Karaoke-Game-Shows, Zeichentrickfilmen oder Ministerreden. Beliebt sind auch Sportsendungen, die Kickboxen oder Wrestling übertragen. Die meisten Hotels haben Kabel- oder Satellitenfernsehen mit großen Nachrichten- und Sportsendern wie CNN, BBC World und Star Sport, Kinokanäle wie HBO, Fox, Star Movies sowie National Geographic oder Deutsche Welle. Kinder freuen sich über Cartoon Network und Disney Channel. In hochpreisigen, von westlichem Publikum gebuchten Hotels sind viele ausländische Sender zu empfangen. In der Provinz ist die Auswahl in den von Einheimischen frequentierten Unterkünften gering.
Pressefreiheit
Die Verfassung vom 29. April 1993 garantiert in Artikel 41 die Meinungs-, Presse- und Veröffentlichungsfreiheit. Das 1995 verabschiedete Pressegesetz verhindert Monopolismus: Einer Person dürfen nicht mehr als zwei Zeitungen gehören. Kambodschas Presselandschaft scheint eine der freisten in Südostasien zu sein. Aber: „Pressefreiheit in Kambodscha gibt es nur auf dem Papier“, so Christian Mihr, Geschäftsführer von „Reporter ohne Grenzen“ (ROG). Einschüchterungen, Zensur oder vorbeugende Selbstzensur sind die Regel. In der ROG-Pressefreiheits-Rangliste 2013 steht Kambodscha auf Platz 143 von 179 Staaten.
Mit Berufung auf Artikel 12 des Pressegesetzes, wonach die Pressefreiheit beschränkt werden kann, wenn die nationale Sicherheit oder politische Stabilität gefährdet sind, kann der Staat Einfluss auf die freie Presse nehmen. Auch das aktualisierte Strafgesetzbuch vom 10. Dezember 2010 wird als Instrument missbraucht, um die freie Meinungsäußerung einzuschränken: Die Straftatbestände „Anstiftung zum Aufstand“, zum „Verbrechen“ oder der „Verleumdung“ sind so vage formuliert, dass mitunter ein kritischer Zeitungsartikel strafrechtlich verfolgt werden kann (und wird).
Unabhängige Medien?
Kaum eine/r der großen khmersprachigen Zeitungen, TV-Stationen und Radiosender ist als unabhängig zu bezeichnen – sie alle sind in Besitz einer Partei, deren Mitgliedern oder einflussreichen Familien. Letztere sympathisieren i.d.R. mit der Kambodschanischen Volkspartei CPP. Elf von 16 TV-Sendern werden von der Regierungspartei CPP von Hun Sen, seiner Familie, Regierungsmitgliedern oder Beratern betrieben (oder diese besetzen zumindest Schlüsselpositionen). Von über 160 Radio-Sendern gelten nur drei als unabhängig (CCIM’s Sarika FM, Woman’s Radio und Radio Beehive). Die Radiostationen werden überwiegend von Mitgliedern der Parteien CPP, FUNCINPEC und Sam Rainsy Party geleitet. Die etwa 30 regelmäßig erscheinenden Zeitungen sind weniger von der Zensur betroffen. Doch ihr Einfluss ist auch weitaus geringer, denn der Verbreitungsgrad unter der Dorfbevölkerung ist angesichts einer Analphabetenrate von rund 25 % niedrig. Die drei größten und auflagenstärksten Zeitungen auf Khmer sind Reaksmei Kampuchea (Licht Kambodschas, in Besitz des in Thailand geborenen Geschäftsmanns Teng Bunma), Kampuchea Thmei (im Besitz des Hun-Sen-Clans) oder die bildzeitungsähnliche Koh Santepheap (Insel des Friedens, die ebenfalls der CPP nahesteht). Als unabhängig kann keine der Zeitungen bezeichnet werden. Die beiden großen englischsprachigen Zeitungen Cambodia Daily und Phnom Penh Post werden als neutral eingestuft. Doch auch sie üben keine direkte Kritik an der Regierungspartei Hun Sens. Begrüßenswert sind die regelmäßig erscheinenden Artikel über Korruption oder Amtsmissbrauch. An Bedeutung gewinnt das Internet, auch wenn bis dato nur knapp 5 % der Bevölkerung Zugang zu diesem Medium haben. Versuche seitens der Regierung, kritische Blogs abzuschalten, gab es in der Vergangenheit, doch scheint das Interesse an Zensur gering – wohl aufgrund der noch geringen Reichweite.
Kampf für eine freie Berichterstattung
Zwischen 1994 und 2012 fielen mindestens elf Journalisten Gewaltverbrechen zum Opfer – ob diese Morde politisch motiviert waren, konnte nie geklärt werden. Alle Journalisten zeichneten sich durch eine kritische Berichterstattung über Themen wie Politik, Korruption, Umweltsünden, illegale Rodungen oder Landrechte aus. Das bisher letzte Opfer, Hang Serei Oudom (getötet im September 2012), hatte kurz zuvor über illegale Abholzungen berichtet. Im Dezember desselben Jahres wurde sein Kollege Trang Try verhaftet. Er hatte illegale Rodungen angezeigt. Vichey Anon wurde bewusstlos aufgefunden, nachdem er von der Verhaftung seines Kollegen berichtet hatte. Der Inhaber des freien Radiosenders Beehive Radio, Mam Sonando, wurde im Oktober 2012 nach einem Bericht über Zwangsräumungen zu 20 Jahren Haft wegen „Anstiftung zum Aufstand“ verurteilt. Im März 2013 verwandelte ein Berufungsgericht die Strafe in fünf Jahre auf Bewährung. Amnesty International sieht darin eine positive Entwicklung in Richtung Meinungsfreiheit in Kambodscha.
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Das erste Naturschutzgebiet Südostasiens wurde 1925 in Kambodscha gegründet: das Gebiet um die Tempel von Angkor. In den 1960er-Jahren wurden dann die ersten Nationalparks ausgewiesen. Unter dem Pol-Pot-Regime und während des nachfolgenden Bürgerkriegs spielte der Naturschutz kaum noch eine Rolle. Erst ab 1993 entstanden auf königliche Anordnung 23 Nationalparks, Schutzzonen, Landschaftsschutzgebiete und Naturschutzgebiete mit einer Fläche von knapp 33 000 km2. Zählt man Wald-, Feucht- und Fischschutzgebiete dazu, sind insgesamt 47 000 km2 als schützenswert ausgewiesen, das sind 26 % der Gesamtfläche Kambodschas.
Unterschieden werden vier Kategorien. Nationalparks (Natural Parks, Kategorie II) sind für wissenschaftliche Zwecke geschützt und nur teilweise der Öffentlichkeit zugänglich, oft nur in Begleitung von Rangern (der größte ist der Nationalpark Virachey im Nordosten). Schutzzonen (Wildlife Sanctuaries, Kategorie IV) sind ausgewiesen, um seltene Tiere, Pflanzen und Naturflächen in abgelegenen Gebieten zu schützen (darunter fallen u. a: das Ramsar-Feuchtgebiet Peam Krasop in Koh Kong, Kulen-Promtep und Lumphat). Landschaftsschutzgebiete (Scenic Zones oder Protected Landscapes, Kategorie V) dienen als Touristenattraktion oder der Erholung (das bekannteste ist Angkor, aber auch Banteay Chhmar und Preah Vihear sind solche Schutzgebiete). In Naturschutzgebieten (Multi Uses Zones, Kategorie VII) existieren Naturschutz und ökologische Landwirtschaft sowie die Erhaltung natürlicher Ressourcen nebeneinander (u. a. Biosphärenreservate am Tonle Sap).
Die wissenschaftliche Erschließung der Parks steckt z. T. noch in den Kinderschuhen. Dennoch sind bereits viele endemische Tiere und Pflanzen (wieder-)entdeckt. Sinnvoll war auch die Einrichtung der länderübergreifenden Schutzgebiete. Das Mondulkiri-Waldschutzgebiet grenzt an den Yok-Don-Nationalpark in Vietnams südlichem Hochland. Der Nationalpark Virachey geht in Vietnam in den Chu-Mom-Ray-Nationalpark und in Laos in den Dong-Amphan-Nationalpark über.
Erfreuliche Tatsachen, möchte man meinen, doch die Realität sieht anders aus. Aus den unterschiedlichsten Gründen gelingt es selbst in Kambodschas Schutzgebieten nicht, die Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren. Die große Nachfrage, speziell auf dem chinesischen und vietnamesischen Markt, nach traditioneller „Medizin“, bei der z. B. Präparate aus Tigerhoden oder dem Schuppentier gewonnen werden, verspricht schnelles Geld auf dem Schwarzmarkt. In kleineren Schutzzonen wird wenig Geld bereitgestellt, um die Überwachung zu gewährleisten, und auch größere Parks können kaum flächendeckend geschützt werden. Erst in jüngster Zeit helfen NGOs bei der Rangerausbildung. Die größte Bedrohung ist jedoch der Holzschlag. Die von der Regierung ausgegebenen Rodungslizenzen haben bis Anfang der 2000er-Jahre zu einem massiven Waldverlust geführt. Die Nachfrage nach Tropenholz ist unvermindert hoch, jetzt wird illegal das wertvolle Holz aus den verbliebenen Wäldern und Schutzzonen geschlagen und über die Grenzen nach Thailand und Vietnam „exportiert“. Auch die Herstellung von Holzkohle und die Brandrodung zur Gewinnung von Siedlungs- und Anbauflächen bedrohen Nationalparks. Dramatisch ist auch die legale Abholzung: Die Regierung erteilt „Landwirtschaftliche Konzessionen“ zum Anbau von Kautschuk, Cashewnüssen, Zuckerrohr oder Mango. Allein im Juni 2012 wurden von Premierminister Hun Sen für fast 40 000 ha solche Konzessionen vergeben – alle liegen in Nationalparks oder Schutzzonen.
Auch die von der Regierung genehmigten chinesischen Tourismusprojekte wie im Ream- und Botum-Sakor-Nationalpark haben verheerende Auswirkungen: Schneisen werden in intakte Wälder geschlagen, die Landschaft nachhaltig verändert.
Positiv zu werten sind die Impulse aus dem Ökotourismus. Seit wenigen Jahren etablieren sich verantwortungsvolle Tourismusvorhaben in Kambodscha. Wegweisende Projekte im Kirirom- und Virachey-Nationalpark oder in Mondulkiri beinhalten den Schutz der Umwelt sowie die Schulung der Bevölkerung und tragen zur Generierung von Einkommen bei.
Illegaler Holzschlag – legaler Landraub
Wer durch Kambodscha fährt, wird es immer wieder sehen: Brandgerodete, kahlgeschlagene Flächen und die Ausbreitung von Monokulturen zerstören immer mehr die noch vor Kurzem weitgehend intakte Natur. Eine Studie der Universität von Maryland stellte fest, dass zwischen 2000 und 2012 mit 12 600 km2 über 7 % der kambodschanischen Waldfläche gerodet wurden.
In den Provinzen Koh Kong, Kompong Thom, Mondulkiri, Kratie, Pailin und Rattanakiri sind ganze Landstriche kahlgeschlagen. Hier wird nun ein großes Geschäft gemacht: der globale Handel mit fruchtbaren Landflächen.
Kambodscha ist eines der Ziele für Agrar-Investitionen. Die privaten Firmen kommen überwiegend aus China, Thailand, Vietnam und Korea. Sie pachten Land von der Regierung und beuten es aus mit dem Anbau von Monokulturen (Kautschuk, Cashewnüsse, Mangos, Maniok oder Zuckerrohr). Nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums wurden 1,19 Mio. ha Grund und Boden an die Privatwirtschaft in Form von ELCs (Economic Land Concessions) vergeben. Nach Angabe der NGO LICADHO sind mit über 2 Mio. ha bereits 56 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in privater Hand.
Leider werden diese ELCs auch für Flächen in den Nationalparks und Schutzgebieten erteilt. Leidtragende sind aber vor allem die Kleinbauern, die oftmals unter Gewalteinsatz von ihren bewirtschafteten Anbauflächen vertrieben werden. Eine Umsetzung des Bodengesetzes von 2001 (siehe >>) ist noch in weiter Ferne, und so werden viele ihr Land und damit ihre Existenz zugunsten internationaler Spekulanten verlieren. Es bleibt abzuwarten, ob es zu größeren Demonstrationen kommt, wenn die Menschen nichts mehr zu verlieren haben.
Die hier aufgeführten Nationalparks und Schutzgebiete lohnen einen Ausflug. Manche sind einfach zu erreichen und in einem Tages- oder Halbtagesausflug zu besuchen. Andere Parks lassen sich am besten im Rahmen einer mindestens zweitägigen Trekkingtour erkunden. Die Wahrscheinlichkeit, große oder besonders seltene Tiere zu entdecken, ist jedoch gering.
Das 4013 km2 große Kardamom-Waldschutzgebiet (siehe >>) erreicht man am besten von Koh Kong aus. Verschiedene Vegetationsstufen, von Feuchtgebieten in den Tälern bis hin zu immergrünem Regenwald und über 1700 m hohen Bergen, machen das Gebiet zu einem der artenreichsten und interessantesten Regionen Kambodschas. In dem teils schwer zugänglichen Areal leben über 30 vom Aussterben bedrohte Tierarten, darunter Elefanten, Tiger, Bären und Wildrinder. Manche Zählungen haben fast 450 Vogelarten ausgemacht.
Einfach ist die Erkundung des Kep-Nationalparks (siehe >>). Der nur 50 km2 große bewaldete Hügel grenzt an Kep und kann wunderbar auf eigene Faust auf ausgeschilderten Trekkingstrecken ergründet werden. Interessante Flora ist sogar beschriftet. Fast alle Wege können auch gut mit Kindern bewältigt werden.
Ähnliches gilt für den Kirirom-Nationalpark (siehe >>) mit seinen Wasserfällen. Die 323 km2 rund um 670 m hohen Kirirom liegen 100 km südwestlich von Phnom Penh. Hier soll es Malaienbären, Kappengibbons und zahllose Vogelarten geben. Ein gut geeigneter Ausgangspunkt für eine Wanderung ist die Gemeinde Chambok. Das Community-Based Ecotourism Projekt (siehe >>) liegt direkt am Park. Touristen können im Dorf übernachten und von hier alleine oder mit Führer Wanderungen zu schönen Wasserfällen unternehmen.
Der 375 km2 große Phnom-Kulen-Nationalpark (siehe >>) bei Angkor mit einem Wasserfall und einem herrlichen natürlichen Pool ist am Wochenende ein beliebtes Ziel der Einheimischen.
Im Süden bei Sihanoukville durchziehen Mangroven und mäandernde Flussläufe den Ream-Nationalpark. Er bietet Primaten, Reptilien und vielen Vogelarten eine Heimat. Tagestouren als Bootsausflug und Wanderungen können mit Rangern unternommen werden. Der 202 km2 große Park erstreckt sich an der Küste, auch zwei Inseln zählen dazu. Große Gebiete des Parks wurden an chinesische Investoren verpachtet (die dort entlang der Küste ein Tourismusprojekt realisieren). Doch zum Glück sind die Mangrovenwälder entlang dem Prek-Sap-Fluss, die etwa 155 Vögeln als Brutplatz und Lebensraum dienen, bisher von diesem Ausverkauf ausgenommen.
Für viele zählen Trekkingtouren an den Rand des Virachey-Nationalparks zu den Highlights einer Kambodscha-Reise. Es ist der größte und abgelegenste Nationalpark. 3325 km2 erstrecken sich an der Grenze zu Vietnam und Laos. Wälder, Grasland, Wasserfälle und Berge bis 1500 m – die Treks mit Übernachtungen im Dschungel oder bei ethnischen Minderheiten versprechen beeindruckende Erlebnisse. Nahe Siem Pang können Gelbwangen-Schopfgibbons dabei beobachtet werden, wie sie sich von Ast zu Ast schwingen. Im selbst gebauten Bambusfloß geht es über Flüsse. Alle Touren werden von Banlung aus organisiert.
Öffnungszeiten werden generell flexibel gehandhabt. Wann Geschäfte öffnen und schließen, liegt im Ermessen der Ladenbesitzer. Geschäfte, die den touristischen Bedarf decken, sind an deren Einkaufsgewohnheiten angepasst, meist 8–20 Uhr. Auf dem Land richten sich die Zeiten nach der Sonne: 6–18.30 Uhr. Einen Ruhetag gibt es nicht. Auch Märkte haben täglich zum Sonnenaufgang und bis -untergang geöffnet. Manche Stände schließen bereits gegen Mittag, wenn die frische Ware verkauft ist.
Kernöffnungszeit der Ämter sind Mo–Fr 7.30–11.30 und 14–17 Uhr. Die Jobs im öffentlichen Dienst sind zwar begehrte Posten, werden aber schlecht bezahlt. Meist ist vor 8 Uhr niemand anzutreffen, und ab Mittag gehen Beamte häufig einem Nebenerwerb nach. An öffentlichen Feiertagen bleiben Ämter geschlossen, gern wird auch noch ein zusätzlicher Tag angehängt. Zuverlässige Öffnungszeiten haben die Banken. Die Kernöffnungszeiten sind: Mo–Fr 8–15.30, Sa 8–11 Uhr, an Feiertagen ist geschlossen. Das Hauptpostamt in Phnom Penh ist täglich von 7–18 Uhr geöffnet, in der Provinz meist Mo–Fr 8–11 und 14–17.30 Uhr, evtl. auch Samstag vormittags. Geschlossen wird an den hohen Feiertagen wie Khmer-Neujahr oder Bonn Phchum Ben.
Kernöffnungszeit der Museen und Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh wie Königspalast, Nationalmuseum, Tuol Sleng und Choeung Ek ist täglich von 8–17 Uhr, sie sind auch an den meisten Feiertagen geöffnet. Für kleinere Museen in der Provinz gilt häufig: Mo–Fr 8–11.30 und 14–17 Uhr.
Nationalparks, Tempelanlagen und Pagoden können von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besucht werden.
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Die Post in Kambodscha ist recht zuverlässig. Alle Post im Lande wird über Phnom Penh geschickt. Briefe und Postkarten aus der Hauptstadt nach Europa sind gut zwei Wochen unterwegs, aus der Provinz eine Woche länger. Das Porto für eine Postkarte nach Europa beträgt 2800 Riel (aus der Provinz 200 Riel mehr). Briefe nach Europa werden mit 3640 Riel frankiert. Man sollte auf jeden Fall kontrollieren, dass die Post auch tatsächlich frankiert wird.
Der Paketdienst EMS (Express Mail Service), www.ems.post, unterhält Filialen in allen großen Postämtern des Landes. Die Versendung eines 1-Kilo-Paketes nach Deutschland und in die Schweiz als Expresssendung kostet US$45, nach Österreich US$42. Jedes weitere Kilo kostet US$12 bzw. US$10 (ab 6 kg). Maximal können 30 kg verschickt werden, die Versandzeit beträgt drei bis fünf Tage.
Als „Normale Sendung“ kommt das Paket nach etwa 10–14 Tagen in Europa an, das erste Kilo kostet dann US$23–27, entsprechend weniger die Folgekilos. Pakete können auf den Postämtern für 3000–5500 Riel gekauft werden. Noch teurer sind Päckchen, die von Phnom Penh und Siem Reap mittels DHL geschickt werden. Wer im Anschluss nach Vietnam weiterreist, kann von dort günstiger schweres Gut in die Heimat schicken.
Auf einem Zollformular müssen Inhalt und Wert detailliert aufgeschlüsselt werden. Die Postbeamten kontrollieren den Inhalt aber nicht.
Post, die vom Ausland nach Phnom Penh oder Siem Reap geschickt wird, kommt i.d.R. an. An Adressen in der Provinz wird meist nicht zugestellt. Wer sich etwas nach Kambodscha schicken lassen will, kann dies als postlagernde Sendung (Poste restante) in den Postämtern in Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville gegen Vorlage des Passes abholen. Am besten unter Vor- und Zuname suchen lassen.
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Menschen mit geistigen Behinderungen können ohne Weiteres nach Kambodscha reisen, vorausgesetzt, sie werden von einem Betreuer begleitet. Reisende mit körperlichen Behinderungen müssen sich auf ein schwieriges Reiseland gefasst machen. Obwohl der Anteil behinderter Menschen in Kambodscha hoch ist – Grund dafür sind schwere Krankheiten wie Kinderlähmung, aber auch Landminen und Blindgänger, die dafür sorgten, dass Kambodscha den traurigen Rekord anführt, weltweit die meisten Menschen mit Amputationen zu verzeichnen –, gibt es keine behindertengerechten Einrichtungen. Rollstuhlfahrer waren in der Städteplanung nicht vorgesehen. Die Bürgersteige sind hoch (um Überflutungen zu vermeiden), uneben und meist zugestellt oder zugeparkt. Auch die Straßen sind uneben und mit Schlaglöchern übersät. Nur die Flughäfen in Phnom Penh und Siem Reap haben Rampen, und auch einige wenige Luxushotels sind mit solchen ausgestattet. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind für Menschen mit körperlichen Behinderungen eine Herausforderung: Die Tempel in Angkor z. B. haben steile Treppen ohne Handlauf. Auch die Wege anderer Tempelanlagen sind oft ungeteert und mit Wurzeln oder Steinen übersät. Eine Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind Fahrten mit einem Taxi, auch die Miete eines Wagens mit Fahrer für die Dauer des Urlaubs kann eine gute Alternative sein. Eine Option ist es auch, eine Begleitperson während des Aufenthalts zu engagieren, was vergleichsweise recht günstig ist.
Bei der Reisevorbereitung können folgende Webportale hilfreich sein: Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle!, www.natko.de, mit einer Übersicht von spezialisierten Reiseveranstaltern. Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., www.bsk-ev.org, hilft bei der Buchung von Reisen. Die Suchmaschine Meta Reha, www.metareha.de, kann wertvolle Tipps liefern.
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Kambodscha ist grundsätzlich ein sicheres Reiseland. Dabei sind die Städte Phnom Penh und Sihanoukville mit hohem Touristenaufkommen eher von Kriminalität betroffen als ländliche Gebiete. Einige Grundregeln sollten immer und überall beachtet werden: wertvolle Uhren, Schmuck, Kameras oder Bargeldbündel nicht öffentlich zur Schau tragen. Nachts nur so viel Bargeld mitnehmen, wie benötigt wird. Grundsätzlich gehören Wertsachen in den Safe des Hotels (sofern vorhanden). Zur Not kann man diese auch im eigenen Koffer oder Rucksack mit einem Vorhängeschloss sichern. Geld und andere Wertsachen niemals offen im Hotel liegenlassen, denn Gelegenheit macht Diebe – überall auf der Welt.
Von terroristischen Akten ist Kambodscha bislang verschont geblieben, gewalttätige Anhänger radikaler Minderheiten gibt es nicht. Seit der Internationale Gerichtshof in Den Haag im November 2013 die umstrittenen Gebiete rund um die Tempelanlage Preah Vihear Kambodscha zugesprochen hat, scheint dieser Grenzkonflikt beigelegt. Aktuelle Sicherheitshinweise findet man auf der Seite des Auswärtigen Amtes, www.auswaertiges-amt.de.
Kinderprostitution
Kambodscha besitzt den traurigen Ruf, ein beliebtes Reiseziel für Pädophile zu sein. Obwohl auf Kindesmissbrauch mehrjährige Haftstrafen stehen und die kambodschanische Justiz glücklicherweise auch vor der Verfolgung pädophiler Ausländer nicht zurückschreckt (mehrere Ausländer sitzen bereits hinter Gittern), ist der Missbrauch von Kindern an der Tagesordnung. Deutsche Touristen, die Kinder im Ausland sexuell missbrauchen, können dank einer Gesetzesänderung dafür auch später in Deutschland noch belangt werden.
Die Hauptursache der Kinderprostitution ist die Armut, vor allem kinderreicher Familien. Bisweilen ist die Not so groß, dass Mädchen von den eigenen Eltern verkauft bzw. für weniger als US$100 „ausgeliehen“ werden – oftmals wissen die Eltern nicht, was genau mit den Kindern geschieht.
Besonders bei asiatischen Männern stehen Jungfrauen hoch im Kurs – sie sollen die Manneskraft stärken. Die Kinder werden meist mit Drogen und Gewalt gefügig gemacht, viele sind HIV-positiv.
Wer Fälle von Kinderprostitution beobachtet, sollte unverzüglich die Polizei unter der landesweiten Telefonnummer Tel. 023-997 919 verständigen. Die Organisation ChildSafe, www.childsafe-cambodia.org, schützt Kinder und unterhält eine 24-Std.-Hotline: Tel. 012-311 112. Mitarbeiter kommen unverzüglich und kümmern sich um das betroffene Kind. Arbeitskräfte von Hotels, an denen das ChildSafe-Logo prangt, haben eine Schulung erhalten, um Missbrauchsfälle zu erkennen und zu verhindern, auch auf manch einem Tuk-Tuk klebt ein solches Schild.
Wer dauerhaft helfen möchte, kann auch das Kinderhilfswerk terre des hommes, www.tdh.de, unterstützen, das mit einer Reihe von Maßnahmen versucht, die Kinderprostitution einzudämmen.
Persönliche Dokumente, Geld und Kreditkarten sollte man immer am Körper tragen. Bei Fahrten im Tuk-Tuk oder auf dem Motorrad, aber auch beim Stadtbummel ist es ratsam, den Tagesrucksack gut gesichert am Körper zu halten. Gerade in Phnom Penh und Sihanoukville entreißen Mopedfahrer überraschten Touristen immer wieder Taschen – leider ohne Rücksicht auf mögliche Verletzungen.
Zu Taschendiebstählen kommt es vermehrt bei dichtem Gedränge in touristischen Zonen, z. B. auf den Touristenmärkten. Leider sind nicht selten geschickte Kinder die Übeltäter. Auch auf geliehenen Fahrrädern wie in Siem Reap gilt: Vorsicht mit dem Tagesrucksack im Korb!
Alleinreisende sollten ihr Gepäck gut im Auge behalten – auch wenn es nur Einzelfälle sind, bei denen sich Helfer beim Gepäck mit diesem aus dem Staub gemacht haben.
Ausnahmen sind auch bewaffnete Straßenräuber, die nachts an einsamen Straßen auf die Herausgabe der Wertgegenstände drängen: nicht den Helden spielen, sondern das Geld abgeben. Auch hier gilt: So wenig Geld wie möglich dabeihaben und doch so viel, dass ein Räuber nicht zu enttäuscht ist.
Opfer von Kriminalität sollten dies umgehend bei der Polizei zur Anzeige bringen. Wer eine Diebstahlversicherung abgeschlossen hat, braucht den Polizeibericht als Nachweis, um später Geld von der Versicherung erstattet zu bekommen. Die Polizei erhebt in solchen Fällen eine Gebühr (zwischen US$5 und 20, je nach Höhe des Schadens). Falls der Pass abhanden gekommen ist, muss zusätzlich die Botschaft verständigt werden.
Hilfe im Notfall
Polizei | Tel. 117 |
Feuerwehr | Tel. 118 |
Ambulanz | Tel. 119 |
Auch Preistreibereien kommen vor, bisweilen zahlen Ausländer überhöhte Preise für Dienstleistungen. Bei Taxifahrten ohne Taxameter, Tuk-Tuk- oder Mopedtaxifahrten sollte man deshalb unbedingt vorher den Preis aushandeln. Sinnvoll ist es, genug Kleingeld bereitzuhalten. Denn oft wird behauptet, dass man nicht wechseln kann – was bisweilen sicher auch der Wahrheit entspricht.
Ein beliebter Trick von Taxi-, Tuk-Tuk- oder Mopedtaxifahrern ist die Behauptung, das ausgewählte Hotel oder Guesthouse sei geschlossen oder voll. Ziel ist es, den Reisenden in ein anderes Hotel zu lotsen und dafür Provision zu kassieren. Am besten auf die erste Wahl bestehen und selbst nachsehen.
Die größte Gefahr geht in Kambodscha immer noch von nicht geräumten Minen und Blindgängern aus (siehe >>). Die Zahl der von den Amerikanern abgeworfenen Bomben und Granaten im Vietnamkrieg zuzüglich der von Vietnamesen, der kambodschanischen Regierung und den Roten Khmer gelegten Landminen wird immer noch auf mehrere Millionen geschätzt. Besonders stark betroffen sind die Grenzgebiete zu Thailand sowie der Süd- und Nordosten Richtung Vietnam. Zwar bemühen sich die Regierung sowie zahlreiche Hilfsorganisationen, die Minen zu räumen, aber das wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Daher gilt für Wanderungen außerhalb der touristischen Zonen und umso mehr auf Trekkingtouren durch die Wälder: immer auf den markierten Wegen bleiben. Nie metallische Gegenstände im Boden anfassen, es könnte sich um tödliche Überbleibsel handeln!
Landminen und Blindgänger
Schätzungen zufolge wurden zwischen 1979 und 1991 von den Roten Khmer und den Regierungstruppen zwischen 4 und 6 Mio. Landminen vergraben, viele davon aus deutscher Produktion. Aufzeichnungen über die Lage der Minenfelder wurden von keiner Seite angefertigt.
Zudem warfen die Amerikaner im Zweiten Indochinakrieg 285 Mio. Streubomben über Kambodscha, Vietnam und Laos ab, das sind mehr Bomben, als im gesamten Zweiten Weltkrieg niedergingen. Etwa eine halbe Million Streubomben fielen auf Kambodscha, um die Nachschubwege der Vietcong abzuschneiden, die auch durch Kambodscha verliefen. Später unterstützten die Amerikaner die pro-amerikanische Regierung unter Lon Nol gegen die Roten Khmer mit Bomben. Kambodscha ist damit neben Afghanistan und Angola eines der am stärksten mit Landminen sowie Blindgängern belasteten Länder der Erde.
Laut einem Bericht der Regierung gab es von 1979 bis 2012 insgesamt 64 202 Zwischenfälle durch Landminen und Blindgänger. 19 619 Menschen starben, fast 44 400 wurden verletzt. 25 000 Menschen leben mit einer oder mehreren Amputationen – Kambodscha besitzt damit weltweit die höchste Rate amputierter Menschen.
Deutschland hat im Februar 2013 US$1,5 Mio. zugesagt, um die Minenräumung von etwa 920 ha Land in Nordwesten der Provinzen Siem Reap und Oddar Meanchey zu gewährleisten. De facto wurden fast 500 ha von 4084 Minen, 24 918 Blindgängern und mehr als 2500 kg Kleinkalibermunition befreit. Seit 1999 hat allein Deutschland über US$15 Mio. Hilfsgelder für die Minenräumung bereitgestellt. Leider ziehen sich viele Länder bereits jetzt aus dem Minenräum-Programm zurück, und es ist fraglich, ob das international einst abgesprochene Ziel, Kambodscha bis 2020 minenfrei zu machen, noch realisierbar ist.
Noch immer werden selbst in vermeintlich minenfreien Regionen Sprengköpfe gefunden. Wenn während der Regenzeit der Boden abgetragen oder weggeschwemmt wird, kommen auch tiefer vergrabene Minen zum Vorschein – ein Erbe, an dem Kambodscha wohl noch lange tragen wird.
Kauf und Konsum von Drogen (Marihuana, Kokain, Heroin, synthetische Drogen) sind in Kambodscha strafbar. Zwar droht keine Todesstrafe, aber eine mehrjährige Haftstrafe in einem kambodschanischen Gefängnis ist sicher nicht erstrebenswert. Nachdem 2014 bereits Sisha-Bars geschlossen wurden, scheint die Regierung willens zu sein, gegen abhängig machende Substanzen rigoroser vorzugehen (das gilt auch für den Gebrauch von E-Zigaretten, diese sind in Kambodscha nicht erlaubt).
Der Straßenverkehr stellt eines der größten Sicherheitsrisiken bei einer Reise durch Kambodscha dar. Viele Kambodschaner halten Verkehrsregeln nur für eine Handlungsempfehlung, der man nicht zwingend folgen muss. Ausländer sollten sich im Klaren darüber sein, dass eine rote Ampel für kambodschanische Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt ein Grund ist, zu stoppen. Erhöhte Aufmerksamkeit ist, auch für Fußgänger, unabdingbar!
In Phnom Penh sollten nur geübte Fahrer aufs Motorrad steigen. Wichtig zu wissen: Alle größeren Verkehrsteilnehmer haben Vorfahrt. Von Nachtfahrten mit dem Zweirad wird dringend abgeraten.
Minibusfahrer sind für ihre rasanten Fahrkünste berüchtigt, die lokalen Minibusse oft heillos überladen. Warum sie nicht zusammenbrechen, ist verwunderlich. Der Bremsweg ist ob des Gewichts recht lang. Es empfiehlt sich – wenn möglich – auf die großen Busunternehmen auszuweichen.
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Die Kambodschaner sind ein sportliches Völkchen: Frühmorgens oder zum Sonnenuntergang trifft man sich auf öffentlichen Plätzen zum Tai Chi, zum Joggen oder Aerobic-Tanz. Kambodschaner sind zudem wahre Boule-Meister, überall finden sich Gruppen um die kleinen Kugeln zusammen.
Auch Touristen bietet sich im Land eine Vielzahl von Aktivitäten. Einen guten Überblick findet man auf der Webseite des kambodschanischen Fremdenverkehrsministeriums, www.tourismcambodia.org.
Zahlreiche Wasserwege laden zu Boots- und Kajaktouren förmlich ein. Zwischen Phnom Penh, Siem Reap und Battambang geht es auf einer Schiffsfahrt mit dem Transportboot durch idyllische und faszinierende Landschaften. Die Grenzüberquerung im Boot von Phnom Penh ins vietnamesische Chau Doc ist eine Alternative zur Busfahrt. Beeindruckende Ausflüge führen zu schwimmenden Dörfern oder Vogelschutzgebieten auf dem Tonle Sap. Und auf dem Mekong bei Kratie oder Stung Treng können auf Bootsfahrten Begegnungen mit stupsnäsigen Irrawaddy-Delphinen die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Interessant sind auch Touren vorbei an Mangrovendickicht im Ream- und Peam-Krasop-Nationalpark.
Die in Europa immer mehr Begeisterte zählende Trendsportart hat auch Kambodscha erreicht. Für gut betuchte Kambodschaner und Ausländer, die auch im Urlaub ihrem Hobby frönen wollen, stehen rund um Phnom Penh und Siem Reap acht Golfplätze zur Verfügung. Herausragend ist die von Sir Nick Faldo kreierte Fläche des Angkor Golf Resorts. Weitere Informationen unter www.golfcambodia.com, Plätze auch im eXTra [9430].
Die malerisch aus den Reisfeldern ragenden Karstfelsen rund um Kampot locken an den Fels. Sogar absolute Anfänger können hier klettern. Da die schwierigeren Routen nicht ausreichend gesichert sind, zählen sie noch nicht zum offiziellen Angebot. Anfänger und Fortgeschrittene können Halbtageskurse auf 5a- und 6a-Routen buchen. Auch das Abseilen in Höhlen ist für Anfänger möglich. Infos, auch zum Stand der gesicherten Routen, unter www.climbodia.com.
Westlichen Besuchern mit Vorkenntnissen stehen Klöster offen, in denen man mit den Mönchen meditieren kann. Die Möglichkeiten für Anfänger und Fortgeschrittene, die Kurse besuchen wollen, reichen von Meditationsstunden in Phnom Penh und Siem Reap über Übernachtungen im Kloster bei Kratie bis hin zu einem zehntägigen Meditations-Retreat in der Nähe von Battambang.
Alle, die das Glück auf dem Rücken der Pferde suchen, können sich in Siem Reap in den Sattel schwingen und die Umgebung erkunden. Ausritte organisiert hier: The Happy Ranch Horse Farm, Group 4, Svay Dangkum, Tel. 012-920 002, www.thehappyranch.com. Schön sind auch Ausritte am Strand wie sie in Sihanoukville, Otres Village, Tel. 09-7257 0187, www.libertyranch-sihanoukville.com, und Kep, Tel. 09-7847 4960, kep-plantation.com, angeboten werden.
Nationalparks und Naturschutzgebiete locken mit verzweigten Wanderwegen durch Dschungel, Berge, zu Wasserfällen und Seen. Besonders in Rattanakiri ist das Angebot groß, zahlreiche Veranstalter bieten Trekkingtouren durch die Wälder an. Es gibt Tagestouren bis hin zu einwöchigen Wanderungen, übernachtet wird im Dschungelzelt oder in kleinen Dörfern. Um tief in bewaldete Gebiete vorzudringen, abgelegene Dörfer zu besuchen oder gar mit viel Glück wilde Tiere zu erspähen, sollte mindestens eine Übernachtung eingeplant werden. Nicht nur mehrtägige Trips erfordern einen kundigen Führer, auch bei Tagestouren sollte man sich einen Guide nehmen. Denn mit Ausnahme von Kep gibt es keine ausgeschilderten Wege. Neben Rattanakiri und Mondulkiri ist auch der Kardamom-Gebirgszug mit seinem immergrünen Regenwald ein Highlight für mehrtätige Treks. Der hügelige Kirirom-Nationalpark eignet sich prima für einen Tagesausflug. Das gilt auch für die Trekkingrouten durch den Kep-Nationalpark, der so gut ausgeschildert ist, dass man sich hier auch auf eigene Faust bewegen kann.
Segeln, Surfen, Wakeboarden, Kitesurfen und Wasserski – Wassersportler kommen an den Stränden bei Sihanoukville auf ihre Kosten. Die meisten Equipment-Verleiher haben sich am Otres Beach angesiedelt. Auch in Kep gibt es einen Verleiher von Segelbooten, Katamaranen und Surfbrettern. Die besten Windbedingungen zum Surfen und Wellenreiten herrschen in der Regenzeit von Mai bis Oktober. Kambodschas Küsten bieten tolle Reviere zum Tauchen und Schnorcheln. Fast alle Tauchanbieter betreiben in Sihanoukville am Serendipity oder Ochheuteal Beach ein Büro. Tagesausflüge führen zu Riffen rund um die Inseln Koh Rong und Koh Rong Samloem. Das Wasser ist recht flach, sodass auch Schnorchler hier viele bunte Korallen und Fische entdecken. Auf Liveaboards (2–3 Tage) werden weiter entfernte Inseln angesteuert. Der zweite bedeutende Tauch-Spot liegt im Koh-S’dach-Archipel. Weitere Infos, siehe >>, Inseln vor Sihanoukville.
Mit dem Kajak lassen sich die atemberaubenden Wasserlandschaften des Tatai, Mekong, Sangker oder Tonle Sap erkunden – als Halbtagesausflug bis hin zu mehrtägigen Touren, verbunden mit Trekkingangeboten. In der Provinz Rattanakiri besuchen Abenteuerlustige auf dem selbst gebauten Bambusfloß kleine Dörfer ethnischer Minderheiten. Im Süden lockt der Golf von Thailand, auch hier können Kajaks und sogar kleine Segelboote ausgeliehen werden.
Ob Küste, Seen oder Flussläufe: Kambodschas Gewässer sind geradezu prädestiniert für Bootstouren.
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Kambodscha hat ein internationales Mobilfunknetz, das selbst die abgelegensten Provinzen abdeckt. Wer mit seinem eigenen Handy telefoniert, bezahlt die horrenden Roaming-Gebühren (vorab beim Anbieter zu erfragen). Günstiger ist es, eine kambodschanische SIM-Karte zu kaufen. Mit einer 3G-Karte kann man zugleich ins Internet. Die Prepaid-Karten erhält man am Flughafen in Phnom Penh oder bei zahlreichen Handy-Shops und SIM-Kartenanbietern. Am Flughafen und in den Hauptfilialen der Mobilfunkanbieter wird eine Kopie des Reisepasses angefertigt. Die SIM-Karte kostet US$1, der aufladbare Betrag kann selber bestimmt werden, zwischen US$1 und 50. Nach dem Betrag richtet sich auch die Gültigkeit des Guthabens, es liegt zwischen einer Woche und drei Monaten. Die Karte kann jederzeit aufgeladen werden, die Gültigkeit verlängert sich dann. Wer zusätzlich noch Datenvolumen für das Internet braucht, kann zwischen 300 MB und 20 GB pro Monat wählen (US$1–25). Am besten man entscheidet sich für einen der großen Anbieter wie Smart, Metfon oder Beeline, denn dann hat man mit hoher Sicherheit fast immer einen Sendemast in der Nähe. Gespräche ins deutsche Festnetz kosten etwa US$0,15/Min. (Smart bietet sogar Gespräche nach Deutschland und Österreich für US$0,07), in die Schweiz US$0,35. Anrufe innerhalb des kambodschanischen Netzes US$0,05–0,08. Ankommende Anrufe sind kostenfrei. Internationale SMS kosten etwa US$0,10. SIM-Karten, die kein Guthaben mehr aufweisen, längere Zeit (bis zu einem halbem Jahr) nicht genutzt werden oder deren Guthaben-Frist abgelaufen ist, werden deaktiviert. Wer danach seine Nummer noch verwenden will, muss sich an das Büro des jeweiligen Betreibers wenden. Nach einem halben Jahr werden deaktivierte Telefonnummern neu vergeben.
Vorwahlen
Kambodscha | Tel. 00855 |
Deutschland | Tel. 00149 |
Österreich | Tel. 00143 |
Schweiz | Tel. 00141 |
Dann wählt man die Ortskennzahl ohne die „0“. |
Billigvorwahlen von Deutschland nach Kambodscha unter www.billiger-telefonieren.de.
Schwarze Schafe unter den Anbietern
Überall dort, wo Mobilfunkgeräte in der Auslage liegen, werden auch Prepaid-SIM-Karten und aufladbares Guthaben verkauft. Unbedingt die Karte im Laden aktivieren lassen und einen Probeanruf tätigen. Denn manche Anbieter verkaufen abgelaufene SIM-Karten: Diese lassen sich zwar aktivieren, aber man kann nicht mehr damit telefonieren.
Selbst in der Provinz hat sich die kostenlose Nutzung von WLAN (in Kambodscha: Wifi) in Hotels und Guesthouses durchgesetzt – wenn auch die Datenübertragung langsamer als in den großen Städten sein kann. Einige Hotels bieten zudem noch kostenlosen Zugang ins Web von einem PC in der Lobby. Auch immer mehr Restaurants – und die Busse – sind mit dem World Wide Web verbunden. Noch findet man auch Internetcafés in fast jeder Stadt (1000 Riel–US$1/Std.). Skypen ist in fast allen Internetshops möglich, hier wird nur der normale Peis für die Internetnutzung fällig.
Kambodscha ist ein vergleichsweise kleines Land, sodass man relativ zügig von A nach B kommt, nicht zuletzt dank der verbesserten Straßenverhältnisse. Das gilt insbesondere für die Nationalstraßen, die die wichtigsten Ziele des Landes miteinander verbinden. Auf der sehr guten National Route 1 (N1) gelangt man von Phnom Penh nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam), in absehbarer Zeit wird auch die Brücke über den Mekong fertiggestellt sein, sodass die Fährfahrt in Neak Leung entfällt. Phnom Penh ist mit Battambang über die N5 verbunden, nur das Teilstück bis nach Sisophon ist nach Überflutungen in Mitleidenschaft gezogen. Auch die N7 von Phnom Penh bis zur laotischen Grenze ist gut ausgebaut. Die N6 verläuft östlich des Tonle Sap und verbindet Phnom Penh mit Siem Reap und führt weiter bis zum thailändischen Grenzübergang Poipet. Zum Zeitpunkt der Recherche wurde mit der Ausbesserung und Verbreiterung der N6 begonnen – was die Fahrzeit von Phnom Penh nach Siem Reap von knapp 6 Std. auf quälende 10 Std. verlängerte. Auf einer ebenfalls guten Straße ist Siem Reap seit 2014 mit Stung Treng verbunden. Anfang 2015 soll bei Stung Treng zudem die Brücke über den Mekong fertiggestellt sein, sodass ein durchgehender Busverkehr möglich wird. Diese Strecke ist vor allem für all jene interessant, die von Siem Reap weiter nach Laos reisen wollen.
Die genannten Hauptstraßen werden durch Fernlastverkehr und Busse stark beansprucht, massive Regenfälle oder Überschwemmungen in der Monsunzeit können Straßen dennoch kurzfristig in eine Schlaglochpiste verwandeln.
Kambodscha kann man mit dem Bus, Taxi, Motorrad, Fahrrad oder Boot entdecken, Züge fahren (noch) nicht (s. u.). Die Wahl des Transportmittels hängt von der geplanten Route und den eigenen Interessen ab. Um schnell 200 Kilometer zurückzulegen, ist der Überlandbus eine gute Wahl. Eine Bootsfahrt über den Mekong hingegen bietet unvergessliche Eindrücke und öffnet den Blick für die Menschen, die hier direkt am Wasser leben. Eine gemächliche Fahrt mit dem Fahrrad ermöglicht näheren Kontakt zur lokalen Bevölkerung und vielleicht eine unverhoffte Einladung.
An den hohen Feiertagen, zum Khmer-Neujahr und Bonn Phchum Ben (siehe >>), macht sich ganz Kambodscha auf den Weg in die Heimatdörfer. Verkehrsmittel sind oft für die Tage davor und danach ausgebucht und meist teurer als sonst.
Es gibt drei operierende Flughäfen in Kambodscha. Internationale Flughäfen befinden sich in Phnom Penh und in Siem Reap. Von/in Sihanoukville starten und landen bisher nur nationale Flüge. Seit Ausbau des Straßennetzes sind die vielen Flughäfen der Provinzstädte nicht mehr in Betrieb. Kambodschas einzige Fluglinie ist derzeit Cambodia Angkor Air, www.cambodiaangkorair.com, ein Joint Venture zwischen dem Staat und Vietnam Airlines. Die nationalen Verbindungen zwischen Phnom Penh und Siem Reap verkehren 4–6x tgl. in 45 Min., die Tickets kosten ab US$100. Zwischen Siem Reap und Sihanoukville gibt es zwischen November und April tägliche Verbindungen, sonst 4x pro Woche, Flugzeit 1 Std., Preis ab US$116. Flughafensteuern sind im Ticketpreis enthalten.
Informationen zu internationalen Verbindungen im Kapitel Anreise, siehe >>.
Auf den vorhandenen Bahngleisen fahren bisher nur Güterzüge. Das Schienennetz von Sihanoukville und Kampot nach Phnom Penh ist bereits erneuert, wann die ersten Personenzüge fahren werden, steht aber immer noch nicht fest. Einzige Ausnahme ist der Bambuszug in Pursat und die nur noch für Touristen eingesetzte Bambusbahn bei Battambang (siehe >>).
Kambodschas Busnetz ist gut ausgebaut. Und so sind die wichtigsten Städte bequem mit den Überlandbussen zu erreichen. Zu den von Touristen am meisten frequentierten Busverbindungen gehören die Strecken, die von Phnom Penh in die Städte Siem Reap, Battambang, Sihanoukville, Kompong Cham und Kratie sowie nach Ho-Chi-Minh-Stadt im benachbarten Vietnam und in Thailands Hauptstadt Bangkok führen. Es gibt auch Verbindungen von Phnom Penh nach Stung Treng, Banlung und Sen Monorom. Von Sihanoukville führen die gängigen Routen nach Koh Kong, Kampot und Kep.
Etwa ein Dutzend Busgesellschaften steuert die wichtigsten Ziele im Land an. Dabei werden auf den Hauptstrecken große klimatisierte Busse eingesetzt. Die sogenannten Deluxe- oder VIP-Busse sind meist neueren Datums, es gibt eine kleine Flasche Wasser für die Reise, manche haben eine Toilette oder sogar WLAN-Anschluss. Komfortabel und mit viel Beinfreiheit reist man in den 2012er-Bussen von Giant Ibis. Einen zentralen Busbahnhof gibt es meist nicht, Busse starten vor dem Büro der jeweiligen Busgesellschaft. Tickets können über Hotels und Guesthouses gegen einen kleinen Aufpreis gebucht oder direkt am Ticketschalter des jeweiligen Busunternehmens erworben werden. Wer unterwegs zusteigt, löst beim Schaffner. Besser einen Tag vorher das Ticket besorgen (lassen), für gewöhnlich ist auf der Fahrkarte eine Platzreservierung eingetragen. Tickets werden in US-Dollar bezahlt. Trotz hoher Benzinpreise ist das Reisen in Bussen recht günstig: Die Haupttouristenstrecken von Phnom Penh nach Battambang, Siem Reap oder Sihanoukville kosten zwischen US$7 und US$12. Wer die günstigsten und dann auch älteren Busse wählt, muss damit rechnen, auf der Strecke mehrfach liegen zu bleiben.
Fast alle Verbindungen werden auch von klimatisierten Minibussen, die sich auf Touristen spezialisiert haben, bedient. Hier gilt, dass jeder einen eigenen Sitzplatz hat: „one seat, one person“. Die Ticketpreise sind etwas höher, dafür ist die Hotelabholung inbegriffen. Einerseits ist es bequem, sich direkt an der Unterkunft abholen zu lassen – andererseits verzögert sich die Abfahrt dadurch, dass der Bus noch durch die ganze Stadt fährt, um weitere Reisende einzusammeln. Die reine Fahrzeit ist dennoch kürzer als bei den großen Bussen.
Daneben verkehren noch lokale Minibusse zwischen den Städten. In touristisch abgelegenen Gebieten stellen sie manchmal die einzige Transportmöglichkeit dar. Komfortabel reist man in ihnen nicht, aber man hat auf jeden Fall daheim etwas zu erzählen: Mindestens vier Personen „passen“ auf drei Sitze, dazu kommt noch jede Menge Fracht, und die Fahrer sind bekannt für ihren halsbrecherischen Fahrstil.
Auf Nahstrecken, zwischen den Dörfern auf dem Lande und zu abgelegenen Zielen sind Sammeltaxis im Einsatz. Neben den lokalen Minibussen sind sie die einzigen „öffentlichen“ Verkehrsmittel. Rund um den Marktplatz oder an Ausfahrtstraßen warten die Fahrer an ihren Autos auf Passagiere. Guesthouses vermitteln auch Taxifahrer ihres Vertrauens – inkl. Hotelabholung. Losgefahren wird oft erst, wenn der letzte Platz besetzt ist (bis zu fünf Personen auf der Rückbank und zwei auf dem Vordersitz, zur Not teilt der Fahrer auch noch seinen Sitz). Es empfiehlt sich, morgens zwischen 7 und 8 Uhr am Abfahrtspunkt zu sein, denn nachmittags finden sich kaum noch Fahrgäste ein. Wer bequem fahren will, bezahlt die beiden Vorderplätze neben dem Fahrer. Natürlich kann auch das ganze Taxi für eine Fahrt gemietet werden – wenn man zu mehreren reist, durchaus eine Alternative. Die Preise sind vergleichbar mit denen der öffentlichen Busse. Ein Taxi von Phnom Penh bis Siem Reap kostet z. B. US$60 oder US$10 p. P. Bezahlt wird am Ende der Fahrt.
Bevor die Nationalstraßen ausgebaut wurden, führte der Weg von Phnom Penh nach Siem Reap klassischerweise mit der Fähre übers Wasser. Diese regulären Bootsverbindungen bestehen bis heute, sind aber mit US$35 recht teuer und dauern mit 6 Std. ähnlich lange wie die Fahrt mit dem Bus. Viel zu sehen gibt es leider auch nicht, denn der Tonle-Sap-See ist so breit, dass meist kein Land zu erkennen ist. Die Schnellboote fahren zwischen November und März. Landschaftlich reizvoll dagegen ist die Strecke von Battambang nach Siem Reap. US$20 kostet die Fahrt und dauert je nach Wasserstand zwischen 5 und 9 Std. Von Phnom Penh aus beliebt ist auch die Tour mit dem Expressboot ins benachbarte vietnamesische Chau Doc für US$24 (in 4 Std.).
Motorräder können in allen touristischen Städten ausgeliehen werden (mit Ausnahme von Siem Reap) – in den kleinen Städten und in der Provinz stellen sie, genau wie Fahrräder (s. u.) eine gute Möglichkeit dar, Land und Leute zu entdecken. In Phnom Penh hingegen wird aufgrund des hohen und chaotischen Verkehrsaufkommens von solchen Fahrten abgeraten.
Der Nachweis eines Führerscheins wird in den seltensten Fällen verlangt. Normalerweise wird der Pass als Pfand eingehalten. Die Maschine sollte vorher unbedingt genau kontrolliert und eventuelle Schäden protokolliert werden. Wer vorhat, das Land mit dem motorisierten Zweirad zu erkunden, sollte eine Kopie seines Reisepasses samt Visa dabeihaben (dieser wird in den meisten Hotels zum Check-in gefordert). In diesem Fall ist auch ein internationaler Motorradführerschein hilfreich, ein eigener Helm (falls Helme vermietet werden, sind diese selten tauglich) und Schutzkleidung (Jacke, lange Hose, Gesichtsschutz, Handschuhe, feste Schuhe) gehören ins Gepäck. Mit eigenem Flickzeug ist man gut bedient, in Städten und Dörfern wird sich aber auch überall eine Werkstatt finden.
Kraftstoff gibt es an Tankstellen und Verkaufsständen (in 1 l-Trinkflaschen abgefüllt), 1 l kostet um 5000 Riel. Eine gute Investition ist es, das Motorrad auf einem bewachten Parkplatz abzustellen oder ein gutes Schloss dabeizuhaben. Wem das Moped gestohlen wird, der haftet und muss für den Verlust aufkommen. Bei Vertragsabschluss sollte daher eine Klausel zur Wertermittlung eingefügt sein.
Inzwischen gibt es die Helmpflicht (für den Fahrer), auch Seitenspiegel müssen vorhanden sein. Wer ohne diese beiden Dinge erwischt wird, zahlt i.d.R. US$5.
Nachts sollte generell auf das Fahren eines Zweirades verzichtet werden, denn auf der Straße gilt das Gesetz des Stärkeren. Gefährlich wird es z. B. auch, weil viele Fahrzeuge unbeleuchtet auf der Straße unterwegs sind.
Für ein Moped sind US$5–8 pro Tag zu zahlen. Eine Harley oder große geländegängige Maschinen ab 250 ccm kosten zwischen US$15 und US$30 pro Tag.
Motorradausflüge sind eine wunderbare Möglichkeit für geübte Fahrer, das Land auf eigene Faust kennenzulernen, abgelegenere Gebiete zu erforschen oder einsame Strände zu entdecken. Die Staubstraßen sind ein Paradies für Off-Road-Fahrer. Größere Motorräder und Geländemaschinen werden in den Städten Phnom Penh, Siem Reap, Sihanoukville und Sen Monorom vermietet, die Anbieter organisieren auch Motorradtouren von bis zu drei Wochen. Weitere Informationen in den Regionalkapiteln. Das Moped- oder gar Motorradfahren in Kambodscha zu erlernen ist keine gute Idee. Denn im Falle eines Sturzes ist die medizinische Versorgung schlecht.
Wer lieber auf vier Rädern die Umgebung erkundet, kann dies in Siem Reap und Sihanoukville auf einem Quad tun, Infos im Reiseteil.
Immer zahlreicher werden Touristen, die das Land mit dem Fahrrad bereisen. Die Ein- und Ausreise mit dem eigenen Mountainbike ist problemlos. Viele Unterkünfte vermieten aber auch Fahrräder, die Kosten belaufen sich für einen einfachen Drahtesel zwischen US$1 und US$3/Tag. Für ein gutes Mountainbike werden bis zu US$8 verlangt. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Fahrradfahrer zu den schwächsten Verkehrsteilnehmen gehören und in der Rangordnung ganz unten stehen. Unbedingt abzuraten ist von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit: Die Wahrscheinlichkeit, von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen zu werden, ist hoch, die Einsicht, dass Alkohol und Autofahren nicht zusammenpassen, hat sich nicht bei allen Einheimischen durchgesetzt. Sofern Helme ausgeliehen werden, haben wir dies in den Regionalkapiteln vermerkt.
Für spannende Fahrradtouren bekannt ist der Mekong Discovery Trail zwischen Kratie (Kasten siehe >> Mekong Discovery Trail) und Stung Treng (Kasten siehe >> Mekong Discovery Trail – Teil 2), auch die Tempel von Angkor lassen sich prima mit dem Rad erkunden. Veranstalter in Phnom Penh, Siem Reap und Battambang bieten geführte Fahrradtouren an, von der Tagesfahrt bis hin zu 15-Tages-Touren. In Chi Phat geht es mit dem Mountainbike durch das Kardamom-Gebirge.
Es gibt fast ausschließlich Wagen mit Fahrer zu mieten. Am besten wendet man sich an Touranbieter, Hotels oder Guesthouses. Eine Tagesfahrt kostet – abhängig von der Entfernung – ab US$35 inkl. Benzin. In Phnom Penh (siehe >>) werden auch Fahrzeuge an Selbstfahrer vermietet. Empfehlen können wir das Steuern eines eigenen Pkw nicht: Die Kosten sind oft höher als Wagen mit Fahrer, die Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer chaotisch, und der Mieter haftet für alle Schäden. Die Hinterlegung des Reisepasses ist Pflicht, kambodschanische Polizisten verlangen i. d. R. auch einen kambodschanischen Führerschein.
Der Nahverkehr wird mit Tuk-Tuks, Taxis, Motorradtaxis oder Cyclos organisiert. Bei der überschaubaren Größe der meisten Städte ist die bequeme Art des Von-Tür-zu-Tür-Transportes eine sinnvolle Einrichtung. In Phnom Penh startete 2014 auf Probe ein Stadtbus. Je nachdem wie gut dieser Service angenommen wird, wird es den Bus in Zukunft weiter geben.
Nur in den größeren Städten wie Phnom Penh und Siem Reap sind Taxis für Kurzstrecken, z. B. zum Flughafen, zu finden. Sie warten an Flughäfen, Bootsanlegestellen oder vor exklusiven Hotels. Jedes Hotel und jedes Guesthouse kann einen Fahrer rufen, der meist in wenigen Minuten vor Ort ist. Nur wenige Taxis nutzen ein Taxameter. Eine Fahrt innerhalb der Stadt sollte nicht mehr als US$5 kosten. Für Langstrecken kann ein ganzes Sammeltaxi gemietet werden. Auch Ausflüge mit dem Taxi sind möglich, der Tagespreis liegt um US$40, für lange Strecken deutlich höher.
Tuk-Tuks (Reumork), Mopeds mit überdachtem Beiwagen, sind das ideale Nahverkehrsmittel. Auch mit Gepäck bieten sie bis zu vier Personen Platz (bei einheimischen Passagieren ist die Grenze nach oben offen). Sie stehen vor Restaurants und fahren durch die Stadt auf der Suche nach Kundschaft. Einfach heranwinken oder sich ansprechen lassen und unbedingt den Preis vorher aushandeln. Stadtfahrten kosten US$2–4 (nachts und bei Regen etwa US$1 teurer). Viele Fahrer, die vor den von Touristen frequentierten Orten stehen, sprechen recht passabel Englisch und bieten sich als Guide an. Tagesfahrten zwischen US$15 und 25, je nach Strecke.
Überall, wo viele Touristen verkehren, kann man sich vor Angeboten von Tuk-Tuk-Fahrern kaum retten.
Die einfachste und schnellste Fortbewegung ist auf dem Rücksitz eines Mopeds. In Städten wie Phnom Penh ist das nicht unbedingt jedermanns Sache. Fast alle Fahrer sind jedoch geübt und wahre Meister darin, sich durch dichten Verkehr zu quetschen. Gepäckstücke werden zwischen Sitzbank, Lenkstange und den Knien des Fahrers transportiert. Nicht alle Motorradtaxifahrer sprechen Englisch. Es kommt vor, dass zwar eifrig genickt wird, wenn man das Fahrtziel mitteilt, man dann aber schnell merkt, dass der Fahrer nicht genau weiß, wohin die Reise gehen soll. Am ehesten finden sie den Weg, wenn man nahe gelegene Märkte oder Sehenswürdigkeiten benennen oder eine Visitenkarte des Hotels vorzeigen kann. Auch der Preis sollte unbedingt vorher ausgehandelt werden, US$1–2,50 sind für eine Stadtfahrt üblich. Tagestouren kosten um US$10, in entlegene Gebiete bis zu US$25.
Die mit Muskelkraft betriebenen Fahrräder (Rikschas) verschwinden immer mehr aus dem Stadtbild. Sie sind für kurze Strecken sinnvoll und versprühen einen Hauch asiatische Romantik. Je nach Strecke kostet eine Fahrt nur 1000–2000 Riel. In Phnom Penh werden auch Sightseeingtouren per Cyclo angeboten (US$10–15/Tag). Diesen Menschen etwas mehr zu zahlen, als sie fordern, ist eine nette Geste.
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Vom Schlafsaal oder einer einfachen Backpacker-Unterkunft über Mittelklassehotels bis hin zur Luxusherberge: Es gibt keinen Mangel an Unterkünften, und das Angebot ist breit gefächert. In Phnom Penh und Siem Reap ist die Auswahl fast unüberschaubar groß, aber auch in der tiefsten Provinz findet sich fast immer irgendwo ein einfaches Guesthouse mit wenigen Zimmern. Und selbst in der Hauptreisezeit ist immer noch irgendwo eine freie Unterkunft zu bekommen, wenn auch nicht unbedingt im Wunschhotel. Empfehlenswert ist eine Zimmerreservierung in Siem Reap während der Hauptreisezeit (Nov–Feb). Im Winter (Dez, Jan, Feb) sind frühzeitige Reservierungen zudem auf den Inseln Koh Rong und Koh Rong Samloem anzuraten. Auch zu anderen Jahreszeiten sollte man vor Anreise auf diese Inseln zwei bis drei Tage vorher telefonisch ein Zimmer (bzw. als Ausweichmöglichkeit ein Zelt) buchen, da die Auswahl an Unterkünften begrenzt ist.
Auch zu den Feiertagen Khmer-Neujahr und Bonn Phchum Ben, wenn das halbe Land unterwegs ist, ist es sinnvoll, vorab ein Zimmer zu bestellen. Die Preise sind meist in US$ ausgewiesen, gezahlt wird in US$ oder Riel. In ganz einfachen Hotels, die überwiegend einheimisches Publikum haben, sind die Preise in Riel angegeben. In Hotels ohne Fahrstuhl sind die Zimmer in den oberen Stockwerken manchmal günstiger: Neben der sportlichen Aktivität gibt es eventuell auch eine tolle Aussicht für weniger Geld! Zum Einchecken wird meist der Reisepass samt Visa eingesehen, manchmal wird auch eine Kopie angefertigt. Kostenloses WLAN gehört fast überall zum Service.
Moskitonetze schützen
In Kambodscha herrscht fast überall Malariagefahr. Auch das Dengue-Fieber wird von Mücken übertragen und ist in Asien auf dem Vormarsch. Daher ist es unerlässlich, sich auch nachts zu schützen. Wer bei offenem Fenster schläft, sollte dies nur tun, wenn ein (dichtes) Mückengitter davor angebracht ist. Insbesondere in Holzhäusern ist ein Moskitonetz dringend anzuraten, denn durch die Ritzen im Holz haben Mücken leichtes Spiel – und auch anderes sechs- und vierbeiniges Getier kann so eindringen. Sollte kein Moskitonetz im Zimmer vorhanden sein, sollte man im Hotel danach fragen. Am besten ist es jedoch, ein eigenes Reise-Moskitonetz dabeizuhaben, inkl. einfacher Befestigungsmöglichkeit (siehe >>).
Wer Unterkünfte über die Hotelwebseite oder Buchungsportale reserviert, kommt oft günstiger weg als bei der Walk-In-Rate. Im Buch sind die Unterkünfte in die Kategorien „untere Preisklasse“ (bis US$30), „mittlere Preisklasse“ (bis US$80) und „obere Preisklasse“ (bis US$200) sowie „Luxusklasse“ (ab US$200) eingeteilt. In der Nebensaison wie Mai und September gibt es zum Teil Preisnachlässe von 50 %. Auch wer länger bleibt, kann über einen kleinen Rabatt verhandeln. Es gibt Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer, in manchem Familienzimmer stehen sogar bis zu vier Doppelbetten. Doppelzimmer haben ein großes Bett oder zwei getrennte Betten (Twin), wobei Hotelbesitzer für Letztere manchmal US$1–2 aufschlagen. Der Preis richtet sich nur nach dem Zimmer. Wer als Einzelperson ein 3-Bett-Zimmer bezieht, zahlt i.d.R. den vollen Preis. Hotels und Guesthouses haben verschiedene Zimmer-Kategorien, oft lohnt es sich, mehrere Zimmer anzusehen, bevor man sich für eins entscheidet (die im Buch jeweils verwendete Kategorie bezieht sich auf die überwiegend vorhandenen oder die empfehlenswerteren Zimmer).
Bei einigen Guesthouses ist ein kleines Frühstück (Ei, Baguette und Marmelade) im Preis enthalten. Im mittleren Preissegment gibt es mindestens eine größere Frühstücksauswahl, in den hochpreisigen Häusern oft ein opulentes Buffet.
Preiskategorien
Die Zimmerpreise sind in diesem Buch in Kategorien eingeteilt und gelten für ein Doppelzimmer. Der Preis für ein Bett im Dorm wird in Dollar genannt. | |
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bis US$10 |
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bis US$20 |
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bis US$30 |
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bis US$50 |
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bis US$80 |
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bis US$120 |
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bis US$200 |
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über US$200 |
Reisende mit schmalem Budget schlafen am günstigsten in einem Mehrbettzimmer (Dorm). Ab US$1–2 gibt es eine Matratze mit Moskitonetz, manchmal auch eine aufgespannte Hängematte. Doch diese Kategorie ist wirklich nur etwas für Sparfüchse. Im Mittel sind etwa US$5 für ein ansprechendes Dormbett zu kalkulieren. Für Schlafsaal-Luxusausführungen mit AC ist bis zu US$8 zu zahlen. In einfachen Guesthouses und Hotels gibt es Doppelzimmer mit Ventilator, einem Bett und Gemeinschaftsbad ab US$5. Einzel- und Doppelzimmer mit privatem Bad kosten oft nur wenige Dollar mehr. Für US$10–15 sind im Zimmer Schrank, Nachttisch, TV und manchmal auch ein Kühlschrank vorhanden. Ab US$15 ist ein solches Zimmer mit AC ausgerüstet. Die meisten Räume haben Ventilator und AC – wer sich für die Ventilator-Ausführung entscheidet, erhält einfach keine Fernbedienung fürs Kaltgebläse. Zwei kleine Flaschen Trinkwasser pro Tag stehen oft kostenlos bereit. Nicht immer haben Zimmer auch ein Fenster. Da es in dieser Kategorie oft keinen preislichen Unterschied macht, sollten Tageslicht- und Frischluftliebhaber nach einem Zimmer mit Aussicht fragen. Die Zimmer werden normalerweise täglich gereinigt (vielleicht nicht ganz so, wie wir es von daheim kennen), und man erhält auch frische Handtücher (in reinen Backpacker-Unterkünften wird oft so lange auf Putzen und frische Handtücher verzichtet, bis die Gäste nachfragen).
Zimmer dieser Kategorie sind meist ansprechend möbliert und großzügig geschnitten sowie mit AC, Kühlschrank oder sogar Minibar ausgestattet. Ein Fernseher, nicht selten ein moderner Flatscreen mit internationalen Sendern, gehört ebenso zum Standard wie ein Safe und ein Wasserkocher. Wer US$40 oder mehr auszugeben bereit ist, findet nette Boutiquehotels. In Phnom Penh und Siem Reap bietet manches Hotel seinen Gästen auch einen kleinen Pool.
Ausnahme: Auf den beiden Inseln Koh Rong und Koh Rong Samloem sind die meisten Bungalowanlagen ab US$30 nur äußerst einfach ausgestattet, oftmals mit Gemeinschaftsbad, Strom gibt es nur nachts. Wer bis zu US$80 zahlen mag, wohnt jedoch auch hier sehr schön.
Boutiquehotels, die großen Häuser internationaler Ketten und kleine Hotels mit exquisit eingerichteten Zimmern fallen in diese Preiskategorie. Daneben gibt es Unterkünfte, die eher den asiatischen Geschmack treffen: Bombastische kühle Eingangshallen, viele lackierte Holzmöbel, Schwimmbad und eine Karaokeanlage gehören dort zur Grundausstattung.
Die großen Hotels haben einen ansprechenden Pool, Spa, Fitnessraum, vielleicht einen Tennisplatz und mehrere Restaurants. In Phnom Penh, Sihanoukville und vor allen Dingen in Siem Reap sind Hotels der Luxusklasse zu finden, aber auch in den kleineren Städten entstehen neue luxuriöse Übernachtungsmöglichkeiten zu entsprechenden Preisen.
Immer mehr Familien in den Provinzen bieten Reisenden die Möglichkeit, in ihren Häusern zu schlafen – Familienanschluss garantiert. Es ist eine tolle Gelegenheit, tief in den kambodschanischen Alltag einzutauchen. Die Unterkünfte sind ganz einfach. Manchmal hat man einen Raum für sich, oft wird nur ein wenig Privatsphäre mittels eines Vorhangs geschaffen. Bei Besuchen der ethnischen Minderheiten in den Provinzen Rattanakiri und Mondulkiri wird auf der Matte in dem einzigen Raum der Hütte geschlafen. Die sanitären Gegebenheiten bestehen aus einer Hocktoilette und Schöpfdusche außerhalb. Fließendes Wasser und Strom sind hier eine Ausnahme. Viele dieser Unterkünfte sind Community-Based-Ecotourism-Projekte: Das heißt, die Einnahmen stehen dem ganzen Dorf zur Verfügung, www.ccben.org. Eine solche Übernachtung kostet US$3–5 p. P.
Toiletten
Fast überall sind mittlerweile europäische Sitztoiletten Standard. Nur auf dem Land, in ganz einfachen Unterkünften und bei Übernachtungen im Homestay gibt es noch Hocktoiletten – oder auch nur ein Loch im Boden. Toilettenpapier sollte man dann besser selbst dabeihaben. Auch auf öffentlichen Toiletten oder Raststätten ist selten Papier zu finden. Einheimische benutzen statt Toilettenpapier den Wasserschlauch – für Europäer ungewohnt, aber eine saubere Sache. Toilettenpapier gehört immer in den neben der Toilette stehenden Eimer, denn das Papier verstopft sonst die engen Rohre.
Seifenspender oder gar Handtücher sind nur in besseren Hotels und westlich orientierten Restaurants zu finden.
Wer unterwegs ein dringendes Bedürfnis verspürt, kann es den Einheimischen gleichtun und sich in die Büsche schlagen, aber bitte nie ganz abseits des Weges – Landminen und Blindgänger lauern noch überall.
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Kambodschaner verhalten sich Reisenden gegenüber normalerweise freundlich und respektvoll. Wer den Einheimischen ebenso höflich entgegentritt und sich auf die Gegebenheiten des Landes einstellt, wird ein unkompliziertes Reiseland entdecken. Hier noch ein paar Tipps zum besseren Verständnis und den Umgang miteinander.
Tempel finanzieren sich ausschließlich durch Spenden. Nach einem Tempelbesuch ist es daher angebracht, einen kleinen Betrag zu spenden. In jeder Pagode steht dazu eine „Donation“-Box. Wenn ein Mönch einen herumführt, gehört unbedingt eine Spende in die Dose. Persönlich überreichte Spenden an einen Mönch gibt man mit beiden Händen.
Kindern z. B. Süßigkeiten zu geben, erfreut sicher die Kleinen, ermuntert aber zum Betteln. Besser ist es, einfach ein wenig Zeit mit ihnen zu verbringen und ein Spiel zu spielen. Älteren oder behinderten bettelnden Menschen etwas zuzustecken ist dagegen in Ordnung. In Kambodscha existiert kein Sozialsystem, und wer keine Familie hat, ist oft darauf angewiesen, auf diese Weise an eine Mahlzeit zu kommen.
Kambodschaner achten sehr auf ein gepflegtes Erscheinungsbild. Wer ungepflegt, schmutzig oder in zerrissener Kleidung daherkommt, ist daher wenig beliebt. Ordentliche und angemessene Kleidung ist den Menschen sehr wichtig, das gilt besonders bei Tempelbesuchen. Schuhe werde vor dem Tempel ausgezogen. Es ist ein Akt der Höflichkeit, den Hut oder die Kopfbedeckung am Pagodeneingang abzunehmen. Kambodschaner sind zudem sehr konservativ: Oberarme und Oberschenkel sollten immer bedeckt sein (das gilt für Frauen und Männer). In Phnom Penh und Siem Reap hat sich die Kleiderordnung, nicht zuletzt aufgrund der vielen Touristen, etwas gelockert. Auch junge Kambodschanerinnen tragen hier enge Jeans und auch schon einmal knappe Oberteile. Wer jedoch in der Provinz unterwegs ist, sollte lieber weite Kleidung wie eine Bluse statt eines engen Trägershirts wählen. Frauen sei geraten, immer einen BH zu tragen (unter der Kleidung und nicht halb offen zur Schau gestellt). Hinweise zur Strandbekleidung für Frauen siehe >>.
Aufgrund des vietnamesischen Befreiungskrieges ist das Verhältnis der Kambodschaner zu ihrem Nachbarland etwas gespalten. Reisende, die aus Vietnam kommen, sollten es vermeiden, T-Shirts oder Ähnliches mit vietnamesischen Symbolen oder Schriftzeichen zu tragen.
Lautes Schreien und Argumentieren in der Öffentlichkeit gilt als unpassend und unhöflich. Auch Unterhaltungen werden in leisem Ton geführt. Unangemessen ist auch der Austausch von Zärtlichkeiten zwischen Paaren in der Öffentlichkeit. Das „Hand in Hand gehen“ bei gleichgeschlechtlichen Paaren wird dagegen als normal betrachtet. Kambodschanische Männer etwa, die händehaltend spazieren gehen, sind eher kein Paar, sondern nur gute Freunde.
Kambodschaner, die mit Westlern zu tun haben, kennen unseren Händedruck zur Begrüßung. Die kambodschanische Art des Grüßens ist der sompea. Dabei werden die Handflächen etwa auf Höhe der Brust aneinander gelegt, Fingerspitzen deuten nach oben, die Ellbogen sind am Körper. Der Blick ist leicht nach unten gerichtet, der Oberkörper ein wenig vorgebeugt. Je höher die Hände und tiefer der Oberkörper, desto größer der Respekt der anderen Person gegenüber. Die höflich respektvolle Begrüßung lautet djum riap sua.
Geschenke oder Geld werden mit der rechten Hand überreicht, die linke Hand gilt als unrein. Besonders höflich ist es, wenn die linke Hand „zur Unterstützung“ leicht den Unterarm berührt.
In Asien funktioniert das Heranwinken etwas anders als bei uns, denn die Hand mit ausgestreckten Fingern ist nach unten gerichtet und wedelt, so als wolle man etwas verscheuchen.
Kambodschaner möchten nicht am Kopf berührt werden, denn dieser wird als Sitz der Seele angesehen. Kleinen Kindern über den Kopf zu streicheln, ist jedoch kein Problem. Die Füße gelten als niedrigster Körperteil, Fußsohlen zeigen daher nie auf andere Menschen oder gar Buddha. Wer sich auf den Boden einer Pagode setzt, muss die Beine zur Seite anziehen, damit die Sohlen nie in Richtung einer Buddhastatue zeigen. Füße auf den Tisch oder Stuhl zu legen, gilt ebenfalls als respektlos.
Wie bei uns wird das Zeigen mit dem Finger auf andere Menschen als unmanierlich betrachtet.
Älteren Menschen sollte immer mit dem nötigen Respekt begegnet werden. Die Familie ist den Kambodschanern heilig, und entsprechend geachtet werden die Älteren.
Vor dem Fotografieren von Menschen deren Einverständnis durch Fragen oder einer Geste einholen. Besondere Zurückhaltung ist bei religiösen Zeremonien und bei Besuchen von ethnischen Minderheiten angebracht.
Frauen dürfen Mönche nicht berühren, besser genügend Abstand halten. Dazu gehört auch, sich nicht neben sie zu setzen oder fotografieren zu lassen.
In unserem Kulturkreis ist das Anstarren anderer Menschen taktlos, viele Kambodschaner dagegen schauen Ausländer, vor allem, wenn diese sich in Provinzstädten aufhalten, intensiv an. Zuweilen setzen sie sich auch direkt neben den fremden Gast, es ist ein Zeichen der Neugierde und Aufmerksamkeit.
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Für alle Versicherungen gilt: Versicherungsscheinnummer und Notfallnummern der Versicherung griffbereit haben. Für Ansprüche, die daheim geltend gemacht werden, benötigt man ausführliche Quittungen (im Krankheitsfall) und/oder ein Polizeiprotokoll (bei Diebstählen). Ein Überblick und Preisvergleiche zu Reiseversicherungen unter www.reiseversicherung.com.
Der Abschluss einer guten Reisekrankenversicherung, die auch im asiatischen Ausland gilt, ist ein absolutes Muss. Falls nicht in einer privaten Krankenversicherung oder über die Kreditkarte bereits enthalten, decken die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten einer ärztlichen Behandlung in Kambodscha nicht ab. Es gilt daher, unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die einen eventuellen Rücktransport einschließt. Da die medizinischen Einrichtungen (mit Ausnahme von internationalen Klinken in Phnom Penh und Siem Reap) nicht den gewohnten westlichen Standard aufweisen, können ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen in Kambodscha nicht behandelt werden, im schlimmsten Fall ist der Transport nach Bangkok oder gar ins Heimatland notwendig.
Jeder Reisende sollte seinen Vertrag überprüfen: Einige Versicherungen decken Motorradunfälle oder Unfälle bei Extremsportarten oder Tauchen nicht ab (evtl. Zusatzversicherung abschließen). Die Behandlung und die Folgekosten bei Motorradunfällen werden zudem nur bezahlt, wenn der Fahrer einen Führerschein für das Gefährt besitzt. Also Vorsicht: Auch wenn man in Asien ohne Mopedführerschein eine 120er fahren darf, ist man nicht versichert, sofern es zu einem Unfall kommt. Bei Zahnbehandlungen werden meist nur Notfallmaßnahmen übernommen. Auch Einschränkungen bei chronischen Erkrankungen sollten Betroffene abklären.
Behandlungen von Ärzten und in Krankenhäusern müssen i.d.R. direkt bar bezahlt werden siehe >>.
Nur wer versichert ist, kann seine Ansprüche zu Hause geltend machen.
Auf der Rechnung muss Folgendes stehen:
Name, Vorname und Geburtsdatum des Behandelten
Behandlungsort und -datum
Diagnose
Bericht über Art und Umfang der Behandlung inkl. detaillierter Kostenaufstellung nach Untersuchung, Medikamenten, Injektionen, Laborkosten, Krankenhausaufenthalt
Stempel und Unterschrift des Arztes.
Auslandskrankenversicherungen gibt es ab einem Jahresbeitrag von 6 €/Pers. Die meisten Versicherungen decken jedoch nur etwa 30 Tage ab. Einen guten Preis bietet z. B. die Debeka Versicherung: Für einen Jahresbeitrag von 6 € ist man mehrfach im Jahr für jeweils 70 Tage abgesichert, Auslandskrankenversicherungen bei längeren Reisen kosten etwa 1 €/Tag/Pers. Für Reisende, die das 60.–70. Lebensjahr überschritten haben, ist der Versicherungsschutz deutlich teurer. Überblick und Tarifvergleiche unter www.reiseversicherung-vergleich.info.
Bei pauschal gebuchten Reisen ist die Rücktrittsversicherung meist enthalten. Bei individuellen Reisen kann der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung sinnvoll sein: Die Versicherung übernimmt die Kosten bei einer Stornierung. Sie tritt in Kraft bei schwerer Erkrankung (ärztliches Attest notwendig), Schwangerschaft, Kündigung des Arbeitsplatzes, Arbeitsplatzwechsel oder Elementarschäden der Wohnung.
Ein Rücktritt ist nur für die betroffene Person (nicht eine eventuelle Begleitperson) möglich. Beispiel: Wird eine Frau schwanger, muss die Versicherung die für den zukünftigen Vater entstehenden Kosten nicht zahlen. Handelt es sich indes um eine schlimme Erkrankungen, die den Beistand etwa des Ehepartners nötig macht, werden beide Reisekostenstornierungen bezahlt. Die Höhe der Versicherung richtet sich nach dem Preis der Reise und den damit verbundenen Stornogebühren. Die Kosten starten ab 29 € pro 1000 € Reisepreis ohne Selbstbehalt. Für alle Individualisten, die nur den Flug buchen, bieten mittlerweile viele Fluggesellschaften eine Reiserücktrittsversicherung nur für den Flug. Diese kostet meist um die 30 € für eine Strecke von Deutschland nach Asien.
Eine Gepäckversicherung lohnt eventuell für denjenigen, der mit teurer Kleidung oder Ausrüstung unterwegs sind. Da jedoch die Reihe der Ausschlussgründe lang ist, rät die Stiftung Warentest von solchen Versicherungen ab. Als Voraussetzung einer Zahlung im Schadensfall muss z. B. die Foto- und Videoausrüstung am Körper befestigt getragen werden; Gepäck darf nicht unbeaufsichtigt in einem Fahrzeug liegen, Bargeld wird grundsätzlich nicht versichert. Wer eine solche Versicherung abgeschlossen hat und einen Schadensfall zu Hause geltend machen muss, braucht ein Polizeiprotokoll. Fotos der Gegenstände und eine Beschreibung sind auf jeden Fall hilfreich. Die Kosten einer Reisegepäckversicherung liegen bei einer Deckung von 2000 € für 17 Tage bei ca. 35 €, für 93 Tage bei ca. 125 €.
In manchen Fällen deckt die Hausratversicherung einen Diebstahl ab, z. B. bei einem Einbruch oder Raub. Hierzu muss unbedingt bei der Polizei Anzeige erstattet werden (was sich die Polizei in Kambodscha bezahlen lässt). Rund-um-Sorglos-Pakete sind oft günstiger, darin enthalten ist eine Reisegepäckversicherung, unbedingt die Deckungshöhen beachten.
Eine Versicherung der Foto- und Videoausrüstung ist recht teuer. Meist zahlt die Versicherung nur, wenn die Kamera mittels eines Quergurtes am Körper getragen wurde. Auch hier helfen Fotos der versicherten Gegenstände. Die Kosten richten sich nach dem Wert der Ausrüstung.
Viele Versicherungen bieten Rundum-Sorglos-Versicherungspakete an, die eine Reisekranken-, Rücktritts-, Gepäck-, Unfallversicherung und Hilfe bei Verlust von Reisezahlungsmittel einschließen. Hier ist immer ein Selbstbehalt Teil des Vertrages. Es empfiehlt sich, einige Anbieter zu vergleichen. Die Versicherungen kosten ab 65 € p. P. für 1000 € Reisepreis. ISA, www.isa-office.de, bietet spezielle Versicherungspakete für Studenten unter 35 Jahren und bei Travel & Work-Reisen.
Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für die Einreise nach Kambodscha ein Visum. Der Reisepass muss zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Kinder brauchen einen eigenen Reisepass.
Es gibt drei Möglichkeiten, ein Visum zu beantragen: Visa on Arrival, also direkt bei Einreise, vorher bei der Botschaft im Heimatland sowie online als E-Visum.
Touristen erhalten bei der Einreise über die internationalen Flughäfen Phnom Penh und Siem Reap sowie an den Landesgrenzen von Thailand, Vietnam und Laos (siehe >>) ein Visum für einen Monat zur einmaligen Einreise (Touristenvisum), Achtung: Passfoto nicht vergessen! Dabei ist unerheblich, ob der Monat 28 oder 31 Tage hat: Wer am 12. eines Monats einreist, erhält ein Visum bis zum 12. des Folgemonats. Europäische Staatsbürger bezahlen US$30. Das Geschäftsvisum (Ordinary Visa) kostet US$35. Bei einigen Grenzübergängen über Land versuchen die Grenzbeamten zusätzliche „Gebühren“ zu kassieren. Wer kein Passfoto dabeihat, zahlt US$1; im Flughafen Phnom Penh und am Grenzübergang von Laos US$2.
Zum Prozedere bei der Einreise am Flughafen in Phnom Penh siehe >> und Siem Reap siehe >>.
Vor der Reise kann das benötigte Visum elektronisch beantragt werden. Bei der Einreise über die internationalen Flughäfen Phnom Penh und Siem Reap wird das E-Visum anerkannt, bei den Grenzübergängen über Land derzeit nur in Bavet, Poipet und Koh Kong. Informationen, Beantragung und eine aktuelle Liste der Grenzübergänge, die E-Visa akzeptieren, findet man auf der Webseite des kambodschanischen Außenministeriums www.mfaic.gov.kh. Die Kosten des elektronischen Touristen-Visums betragen US$30 zzgl. US$7 Bearbeitungsgebühr. Die Bearbeitungszeit beträgt drei Tage. Das Antragsformular muss ausgefüllt werden, eine Kreditkartennummer zur Zahlung angegeben und ein aktuelles Passfoto in jpg- oder png-Format beigefügt werden. Das Visum wird per E-Mail zugeschickt, dies ist in ausgedruckter Form bei der Einreise vorzulegen. Das Touristenvisum gilt einen Monat für eine einmalige Einreise. Visaverlängerungen s. u.
Wer an der Grenze Zeit sparen will, kann ein Visum auch bei der kambodschanischen Botschaft in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beantragen (siehe >>), entweder direkt vor Ort bei der Botschaft oder auf dem Postweg. Antragsformulare stehen auf den Webseiten der Botschaften zum Herunterladen bereit. In Deutschland kostet das Touristen-Visum 40 €, das Geschäftsvisum 50 €. Visa-Antrag, Überweisungsbeleg, Reisepass, aktuelles Passfoto und ein ausreichend frankierter Rückumschlag müssen zur Botschaft nach Berlin geschickt werden. Die Bearbeitungszeit beträgt fünf Tage nach Eingang der vollständigen Antragsunterlagen. Die Einreise muss innerhalb der nächsten drei Monate erfolgen, das Touristenvisum ist einen Monat gültig.
Wer schneller ein Visum benötigt, kann auch ein Sofortvisum beantragen: Der Antrag ist mit Reisepass, Foto sowie 55 € zwischen 9 und 10 Uhr in der Botschaft abzugeben, das Visum kann ab 16 Uhr des gleichen Tages abgeholt werden. Informationen hierzu unter www.kambodscha-botschaft.de.
Thailand und Kambodscha bieten zudem ein Gemeinschaftsvisum an. Die Kosten belaufen sich auf 30 €, die Bearbeitungszeit dauert mindestens drei Monate. Es berechtigt zur einmaligen Einreise in beide Länder, die maximale Aufenthaltszeit beträgt einen Monat in Kambodscha und 60 Tage in Thailand. Die Visa-Gebühren für das zweite besuchte Land fallen dennoch an.
Kinder unter zwölf Jahren müssen einen eigenen Antrag stellen und bezahlen und sind zusätzlich auf dem Antragsformular bei den Eltern mit einzutragen.
Wer mit einem Touristenvisum unterwegs ist, kann dieses einmalig für einen Monat verlängern. Die Verlängerung kann bei der Einwanderungsbehörde in Phnom Penh, gegenüber dem internationalen Flughafen, beantragt werden. Die „Express“-Bearbeitung kostet US$40 und dauert drei Werktage. Reisebüros und Guesthouses in Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville übernehmen die Verlängerung. In Phnom Penh kostet dieser Service ca. US$45, Dauer: drei Werktage. Von Siem Reap und Sihanoukville aus dauert dieser Service genauso lange, ist aber etwas teurer, da der Pass erst nach Phnom Penh geschickt werden muss. Wer vor Ablauf des Visums verlängert, erhält den zusätzlichen Monat nicht mit Ausstellungstag der Verlängerung, sondern im Anschluss an den ersten Monat.
Wer noch länger in Kambodscha bleiben will, muss einen sogenannten Visa-Run machen, d. h. er muss einmal aus- und wieder einreisen.
Geschäftsvisa sind beliebig oft verlängerbar, für einen, drei, sechs oder zwölf Monate. Die Gebühren betragen etwa US$35–290, die Verlängerung dauert ebenfalls drei Werktage.
Wird die Länge des Aufenthaltes überzogen, so wird eine Strafgebühr von US$5 pro Tag seit Ablauf fällig. Auch wenn keine strafrechtlichen Konsequenzen drohen: Der Aufenthalt in Kambodscha ohne gültiges Visum ist kein Kavaliersdelikt!
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In Kambodscha gehen die Uhren sechs Stunden vor, während der mitteleuropäischen Sommerzeit beträgt der Zeitunterschied plus fünf Stunden. Wer aus den Nachbarländern Thailand, Laos und Vietnam einreist, muss seine Uhr nicht umstellen, der Zeitunterschied ist identisch.
Offiziell gilt in Kambodscha der gregorianische Kalender. Staatliche Feiertage, Visadaten, Transport- und Hotelbuchungen richten sich nach diesem System.
Daneben existiert der Mondkalender, der die Termine für die traditionellen Feiertage bestimmt. Der jeweilige Monat beginnt an Neumond. Am 15. jedes Monats ist Vollmond. Da ein Mondzyklus 29,53 Tage hat, wechseln sich die Monate mit 29 und 30 Tagen ab. Ein Mondjahr hat 355 Tage. Alle drei bis vier Jahre wird dann ein Schaltmonat zwischengeschoben.
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Bei der Einreise nach Kambodscha dürfen zollfrei eingeführt werden (keine Deklarationspflicht):
2 l Wein
400 Zigaretten, 100 Zigarren oder 400 g Tabak
350 ml Parfüm
Medizin zur eigenen Verwendung
Gegenstände zur eigenen Verwendung
Neuwertige Gegenstände mit einem Wert bis US$300
Die Bestimmungen für Alkohol und Zigaretten gelten für Erwachsene (über 18 Jahre). In der Zollerklärung müssen folgende mitgeführten Gegenstände angegeben werden:
Einfuhr von Devisen/Bargeld im Wert von über US$10 000
Waffen, Munition und militärischer Sprengstoff
Waren, die zum Verkauf in Kambodscha bestimmt sind
Siehe auch die Webseite der kambodschanischen Zollbehörde www.customs.gov.kh. Die Zollerklärung wird im Flugzeug ausgeteilt und liegt am Flughafen aus. Sie muss ausgefüllt werden und wird von den Zöllnern hinter der Gepäckausgabe einbehalten. Bei der Einreise über Land wird keine Zollerklärung verlangt.
Bei der Ausreise müssen Devisen/Bargeld im Wert von über US$10 000 deklariert werden. Antiquitäten dürfen nur mit einer Ausfuhrgenehmigung des Ministry of Culture And Fine Arts, Phnom Penh, das Land verlassen. Artefakte dürfen nicht ausgeführt werden. Die Ein- und Ausfuhr von Drogen ist illegal und wird mit Gefängnis bestraft. Zur Ausfuhr gefälschter Markenartikel und Artikel von bedrohten Tierarten Kasten siehe >>.
Zollbestimmungen für Deutschland auf der Website des deutschen Zolls: www.zoll.de.